Wenn politische Überzeugung Ausdauer hätte, dann säße sie an diesem Abend reihenweise im Saal: Bei der Jubilarehrung der SPD Weddinghofen-Heil wurden Mitglieder geehrt, die zusammen auf rund 1.200 Jahre Parteizugehörigkeit kommen. Ein Abend voller Dankbarkeit, Stolz – und der Erkenntnis, dass Engagement für Demokratie offenbar ein sehr langlebiges Projekt ist.
Geehrt wurden langjährige Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten unter anderem für 50, 55 und 60 Jahre Mitgliedschaft. Menschen, die nicht nur Parteibücher gefüllt, sondern über Jahrzehnte hinweg Verantwortung übernommen, diskutiert, gestritten und gestaltet haben – stets mit dem Blick auf das Wohl der Ortsteile Weddinghofen und Heil.
Eine besondere historische Note brachte Christel Flüß in den Abend ein. Als Schwiegertochter des ersten Weddinghofer Bürgermeisters nach dem Zweiten Weltkrieg steht sie sinnbildlich für eine Zeit, in der der Wiederaufbau nicht nur aus Ziegeln bestand, sondern vor allem aus Haltung, Zusammenhalt und sozialdemokratischen Werten.
Mit Wolfgang Kerak wurde zudem ein echtes politisches Schwergewicht geehrt: Ehrenbürgermeister der Stadt Bergkamen und selbst Träger der Willy-Brandt-Medaille. Sein Name ist untrennbar mit der Entwicklung der Stadt verbunden – und seine Anwesenheit ein lebendiges Stück kommunaler Geschichte.
Für 50 Jahre SPD-Mitgliedschaft wurde unter anderem Gerd Kampmeyer ausgezeichnet, einer der prägenden Köpfe der Bergkamener Politik. Über Jahrzehnte hinweg hat er als Ratsmitglied, Ausschuss- und Fraktionsvorsitzender Verantwortung getragen – verlässlich, sachlich und mit dem sprichwörtlichen Gespür dafür, wie Bergkamen „tickt“.
Ein ganz besonderer Applaus galt Ute Scheunemann aus Heil, die seit 55 Jahren Mitglied der SPD ist und vielen als das „Gesicht des Ortsteils Heil“ gilt. Seit Jahrzehnten kümmert sie sich mit Herz, Ausdauer und einem offenen Ohr um die Anliegen der Menschen im kleinsten Bergkamener Stadtteil – oft leise, aber stets wirkungsvoll.
Der Vorsitzende des SPD-Ortsvereins Weddinghofen-Heil, Jens Schmülling, zeigte sich sichtlich stolz:
„Wenn Menschen über fünf oder sechs Jahrzehnte dabeibleiben, dann ist das kein Zufall. Diese Jubilare stehen für Verlässlichkeit, Engagement und eine tiefe Verbundenheit mit ihren Ortsteilen. Als SPD sind wir dankbar und stolz, solche Persönlichkeiten in unseren Reihen zu wissen.“
Die Jubilarehrung machte eindrucksvoll deutlich: Sozialdemokratie vor Ort lebt von Menschen, die dranbleiben – manchmal ein Leben lang. Und genau das wurde an diesem Abend gefeiert.
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