LOL verabschiedet sich mit halbgarem Finale in die nächste Saison

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Ein durchwachsenes Team beim LOL-Saisonfinale.

Ein Phänomen ist LOL in Bergkamen ohnehin längst. Auch beim dritten und letzten „Comedy Blind Date“ der Saison war das Studiotheater wieder ausverkauft. Und die Zuschauer betreten ihre Plätze schon bestens, ohne eine genaue Ahnung zu haben, mit wem sie es überhaupt auf der Bühne zu tun bekamen. Genau das macht die Spannung aus, die meistens auch glänzend auf. Diesmal überzeugt allerdings nicht alle der vier Akteure, auch wenn es an Überraschungen nicht mangelte.

Hypnose der anderen Kunst bei der Zauber-Moderation.

So entpuppte sich Moderator Christoph Demian vor allem als Zauberer. Der ließ in den Übergängen zu den Auftritten mal eine Brille aus einer kleinen Verpuffung erscheinen, mal ein Bio-Ei im Glas verschwinden, hypnotisierte das Publikum, ließ einen riesigen Pandabären wie in der zweiten Reihe erwünscht aus einem winzigen Rucksack erscheinen oder verwandelte ein Handtuch in ein Brathühnchen. Damit war ein Spaß der besonderen Art schonmal garantiert.

War ein Höhepunkt beim LOL-Finale: Fabian Lampert.

Daran knüpfte auch Fabian Lampert nahtlos als erster verbaler Spaßmacher an. Er ist aus diversen TV-Formaten bereits bekannt, stand zum ersten Mal auf der Studiobühne und brachte amüsante Eintagserfahrungen als C&A im Norma-Hütchen mit. An Anna aus dem Publikum biss er sich dann aber die Zähne aus und outete sich angesichts von 13 Jahren lokaler Blumenerfahrung als „Franchise-Idiot“. Die Beifall-Ausfahrt verpasste er jedenfalls nicht, dem „Late Marchiate“ sei Dank. Auch sein Allergie-Exkurs in der zweiten Hälfte hatte es nicht weniger in sich, dort folgte auf das Koksen mit Gluten-Allergie nahtlos die Kniffel-Oma-Trickbetrügerin auf Tinder-Ausflügen und der kurze sehr Sex-Exkurs mit Apnoe-Maske. Immerhin hatte er auch ein politisches Statement mit Merz „unten ohne mit Socken“ zu bieten.

Etwas zu monoton: Nele Mathew.

Das Tempo nahm Nele Mathew dann schnell in schmerzlicher Weise raus aus dem bis dahin lachkrampfgeschüttelten Geschehen. Es wurde totenstill, als sie mit Monoton-Stimme vom Google-Casting zur Moderation des Einschlaf-Podcasts schlurfte, sich den Chatbot für den Traummann und schließlich auch den Familienurlaub von der KI im Automaten-Casino buchen ließ und im Scheidungs-Express der Bahn landete. Als „tiefes monotones Wasser“ sie auch in der zweiten Hälfte weiter machte, bekam sie aber nur für die Lobby-Gelder für Spahn ehrlichen Applaus. Das Wasser im Auspuff als Ahrtal-Treatment und das passive Einkommen aus Fotos von der Rolltreppe erstickten dagegen nicht nur in der Langsamkeit.

Nick Duschek hat vor allem eine skurrile Vorliebe für „Oniner“.

Mit einem Mittelding versöhnte Nick Duschek, der Philosophiestudent, der als Auftragskiller nicht recht überzeugen konnte. Er rang mit konzeptfreien Spielplätzen und dem „was-machen-müssen-Horror“ des Mitreißigers auf One-Night-Stand-Tour, die am letzten Zug scheitert. Da waren die verpeilten Spanien-Jahr-Erfahrungen mit Untertiteln beim Träumen und ethnologischer Verwunderung über Strohhalm-Kulturen das logische i-Tüpfelchen. Nicht ohne nervenaufreibende „Onliner“ am Ende jeder Auftrittseinheit, die manche Schmerzgrenze sprengt.

Das ins Glas gezauberte Ei überdauert – hoffentlich nicht bis zur nächsten LOL-Saison.

Ein unter dem Strich vergnüglicher Abend, der seine Höhen und Tiefen hatte, aber dennoch Lust auf mehr macht. Die Fortsetzung ist auch längst gesetzt: Von November bis April stehen die drei LOL-Events der Saison bereits fest, buchbar unter bergkamen.de.

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