Aufgrund der drastischen Entwicklungen an den Energiemärkten, einhergehend mit gestiegenen Beschaffungskosten und Netzentgelten sowie erhöhten staatlich bedingten Abgaben sehen sich die Gemeinschaftsstadtwerke (GSW) Kamen, Bönen, Bergkamen gezwungen, die Strom- und Erdgaspreise ab Januar 2027 anzupassen.
„Nach dem Beginn des Iran-Krieges sehen wir einen dramatischen Preissprung auf den Energiemärkten. Die Marktpreise für Strom und Gas für das Folgejahr haben sich in diesem Jahr teilweise knapp verdreifacht. Dazu kommen steigende Netzentgelte sowie gestiegene Umlagen und Abgaben sowie Inflationseffekte. Wir können diese Entwicklung trotz langfristiger und vorausschauender Einkaufspolitik nicht mehr kompensieren, sodass wir unsere Preise anpassen müssen“, erklärt GSW-Geschäftsführer Alexander Loipfinger.
So stellt sich die Preisänderung ab dem kommenden Jahr dar: Im Strom-Tarif „GSW Fashion“ erhöht sich der Arbeitspreis um 3,17 Cent auf 31,65 Cent pro Kilowattstunde (brutto). Der Grundpreis steigt um 1,26 Euro auf 18,10 Euro je Monat (brutto). Für einen beispielhaften, typischen Stromkunden mit einem Jahresverbrauch von 3.000 Kilowattstunden bedeutet dies Mehrkosten von 110,46 Euro im Jahr – also 9,20 Euro im Monat. Das entspricht einer Erhöhung von 10,5 Prozent.
In der Grund- und Ersatzversorgung „GSW Strom Privat Basis“ steigt der Arbeitspreis um 5,50 Cent auf 35,40 Cent pro Kilowattstunde (brutto). Der Grundpreis erhöht sich um 1,26 Euro auf 18,10 Euro im Monat (brutto). Für einen beispielhaften, typischen Stromkunden mit einem Jahresverbrauch von 3.000 Kilowattstunden bedeutet dies Mehrkosten von 180,07 Euro im Jahr – also 15 Euro im Monat. Das entspricht einer Erhöhung von 16,4 Prozent.
Preisänderung in der Sparte Gas
Im Erdgas-Tarif „GSW Erdgas Fix“ steigt der Arbeitspreis um 1,53 Cent auf 12,10 pro Kilowattstunde (brutto). Der Grundpreis erhöht sich um 3,22 Euro auf 18,10 im Monat (brutto). Für einen beispielhaften, typischen Gaskunden mit einem Jahresverbrauch von 15.000 Kilowattstunden bedeutet dies Mehrkosten von 268,96 Euro im Jahr – also 22,40 Euro im Monat. Das entspricht einer Erhöhung von 15,3 Prozent.
In der Grund- und Ersatzversorgung steigt der Arbeitspreis ebenfalls. Für einen Kunden mit einem beispielhaften Jahresverbrauch von rund 15.000 Kilowattstunden bedeutet dies eine Steigerung um 2,51 Cent pro Kilowattstunde (brutto) auf 13,70 Cent. Der Grundpreis erhöht sich um 3,22 Euro (brutto). Das bedeutet für diesen beispielhaften Kunden Mehrkosten von 415,33 Euro im Jahr – also 34,60 Euro im Monat. Das entspricht einer Erhöhung von 22,4 Prozent.
Unterschiedliche Preissteigerungen in Tarifen und Grundversorgung
Die unterschiedlichen Preissteigerungen in den GSW-Tarifen und der Grundversorgung lassen sich mit den starken, unvorhersehbaren Schwankungen auf den Energiemärkten erklären. Grundsätzlich kaufen die GSW ihre Energie weit im Voraus in mehreren Teilmengen ein. Somit können in den GSW-Sondertarifen wie etwa dem „GSW Fashion“ günstigere Einkaufspreise in die Preiskalkulation einfließen, da ein Teil der Beschaffung bereits vor dem Ausbruch des Iran-Krieges gesichert werden konnte.
Anders hingegen sieht es in der Grund- und Ersatzversorgung aus. „Hier sind aufgrund der gesetzlichen Vorgaben eine flexiblere und kurzfristigere Absicherung der Strommengen nötig, weil Kunden hier jederzeit mit einer Frist von zwei Wochen wechseln können. Dieses Risiko müssen wir in unserer Preiskalkulation mitberücksichtigen“, erklärt Thomas Gaide, Teamleiter Vertrieb und Beschaffung bei den GSW. Die drastisch gestiegenen Marktpreise schlagen in der Grundversorgung damit deutlicher zu Buche.
In diesem Zusammenhang betonen die GSW: Sollte die von der Politik diskutierte maximale Stromsteuersenkung von rund 2,30 Cent pro Kilowattstunde (brutto) beschlossen werden, werden die Gemeinschaftsstadtwerke diesen preislichen Vorteil gänzlich an seine Kundinnen und Kunden weitergeben.
„Trotz unserer langfristigen und verantwortungsvollen Einkaufspolitik können wir die extrem gestiegenen Energiepreise nicht vollständig kompensieren, sodass wir die Arbeitspreise im Strom erstmals seit 2023 wieder erhöhen müssen. Auch die Entwicklung auf dem Gasmarkt sowie allgemeine Inflationseffekte spiegeln sich in unseren Preisen wider. Dennoch sehen wir im Vergleich zu anderen Energieversorgern, dass wir – auch in schwierigen Zeiten – weiter faire und attraktive Preise anbieten können“, sagt GSW-Geschäftsführer Alexander Loipfinger.
Die Kundinnen und Kunden der GSW werden in den nächsten Tagen mit einem persönlichen Schreiben über die Preisanpassung informiert.


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