Science Fiction Days im Museum mit Begegnungen der Parallelwelten

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Echte Lebewesen in erfundener Kulisse ferner Galaxien.

Die englischen Besucher trauten ihren Augen nicht. Eigentlich hatten sie in den Niederlanden die Reise angetreten, um nach diversen Stationen in Bergkamen etwas mehr über Varus und die römische Herrschaft im 1. Jahrhundert nach Christus zu erfahren. Das erste, was ihnen am Stadtmuseum begegnete, waren Droiden, ein monströses Raumschiff, Lichtschwerter und diverse Versionen von Darth Vader. Sie waren in einem Star Wars Paralleluniversum gelandet.

Platz nehmen im „X-Wing“.

Die hat weltweit vermutlich längst viel größere Dimensionen erreicht als die Folgen der römischen Eroberungszüge. In der Familie von Anja Stugholz hat sie jedenfalls alles auf den Kopf gestellt. Ursprünglich wollte die Schulklasse ihres Sohnes lediglich den ersten europaweiten Droiden im Original nachbauen. Dafür wurden Masterbaupläne beschafft, sämtliche Star Wars Filme in Dauerschleife angeschaut, um die Details der futuristischen Wesen haargenau rekonstruieren zu können. Dann wollte der Sohn ein eigenes außerirdisches Wesen, bekam Teile dafür geschenkt und seitdem lebt die ganze Familie in einer Art Parallelwelt. Gut 1.000 Arbeitsstunden flossen in den Nachbau, weit mehr Bastelstunden folgten für weitere Exemplare. „Der Sohn ist längst erwachsen, hat durch seine Arbeit kaum noch Zeit und wir sind jetzt vor allem auf Modellbaumessen unterwegs“, erzählt Anja Strugholz.

Begegnung der verfreindeten Science-Fiction-Wesen.

Kein Vergleich zu dem Star Wars Raumgefährt, das auf dem Museumshof gelandet ist. Daran montierten und schraubten die Baumeister zwei Jahre lang herum. „X-Wing“ reist das riesige Gefährt, in das alle Besucher einmal einsteigen wollten – selbst, wenn sie nicht so viel mit der Science Fiction Kultserie zu tun hatten. Besonders begehrt war es aber für Fotosessions der Rebellen, schließlich wurde hier ihr eigenes Fluggerät ausgestellt. Dafür brachten sie künstlichen Rauch mit, damit die Fotos noch täuschend echter aussehen als ohnehin schon.

Von fremden Planeten bis zur Mondlandung

Hineinschlüpfen und in ein außerirdisches Wesen verwandeln.

Alle, die hier in die Kostüme von skurrilen Filmkreaturen schlüpften, waren heftig vom Star Wars Virus infiziert. Auch bei Antonio, Nico und Robin ist es die ganze Familie. Die Oma hat das Fell für die eigenartige Wesen zusammengenäht, in die sich alle drei Brüder verwandeln. Der Vater zückt die Kamera, um den Moment für die Ewigkeit festzuhalten. Der Unterkörper steckt in einem Wesen, das einer Mischung aus Schaf und Lama ähnelt. Wer nicht sofort darauf kam, um welche Kreatur es dabei genau handelt, der konnte in den Vitrinen der Sonderausstellung fündig werden. Dort gab es komplette Miniaturfigurensammlungen, nachgebaute Kulissen, die Helme sämtlicher Star Wars Krieger oder ganze Episodenszenen en miniature. Auf dem Planet Naboo ging es in der Wampa-Höhle hoch her, auf dem Planeten Felucia nicht weniger und auch die Tusken-Räuber und Sandleute auf Tatooine sahen irgendwie nicht sonderlich friedliebend aus. Der Höhepunkt war aber Han Solo eingefroren im Kühlschrank.

Die Lichtschwerter wurden mitgebracht für die spontanten Jedi-Ritter-Kämpfe.

Da passte der herumwandelnde Nasa-Austronaut nicht ganz in die Szenerie. Die parallel ausgestellte Geschichte der Mondlandung bot aber interessante Parallelen zur Science Fiction Realität, auch wenn die Mondlandefähre fast ein wenig banal aussah im Vergleich zur Movie-Fantasie. Parallelen gab es auch an ganz anderer Stelle, denn in manchen der rund 38 Kostümen schlugen gleich mehrere Herzen. Sven Trösken beispielsweise ist in einem anderen Teil seiner Freizeit gern mal ein römischer Feldchirurg, wenn er nicht gerade auf Star Wars Treffen herumläuft. Ein spannender Kontrast zu seiner Arbeit bei einem großen schwedischen Möbelhaus und als ehrenamtlicher Richter. Das mag den Kreis zur englischen Besuchergruppe und Varusvergangenheit Bergkamens vielleicht dann sogar schließen…

 

 

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