Wer diese typische ‚Heuler‘ – Mixtur in der Chorlandschaft sucht, muss weit gucken. Am Sonntagnachmittag war sie jedoch ganz nah in der gastfreundlichen Christuskirche zu Rünthe: zuallererst mitreißende, mitunter auch melancholische Musik aus Schottland in originellen Arrangements, dargeboten vom begeistert mitgehenden Heuler-Chor und von einer erlesenen 10-köpfigen Band namens ‚Wilde 7 +‘. Hinzu kam ein gerütteltes Maß an Literatur der drei schottischen Barden Robert Burns, Walter Scott und Lord Byron, perfekt über die Rampe gebracht vom schauspielerisch-sängerischen Multitalent Michael Kamp. Auch (Musik-)Geschichtliches wurde vermittelt, wie etwa die Beziehung der deutschen Romantik (Schubert!) zur schottischen Folklore oder die Rolle des Hallensers Georg Friedrich Händel am Hofe von George II und im schottisch-englischen Konflikt.
Zusammengehalten wurde alles durch einen roten Faden, der sich durch das Programm zog, angefangen von den Schönheiten schottischer Natur, über Liebeslust und -leid bis hin zur teils blutigen Geschichte des Landes.
All das kam nicht belehrend daher, sondern höchst unterhaltsam, Hirn und Herz gleichermaßen ansprechend.
Auffällig war auch die gute Stimmung in der vollbesetzen Kirche. Eine fast mit Händen zu greifende Gemeinschaftlichkeit lag in der Luft bis hin zum langanhaltenden Beifall, zur Zugabe und zum von Chor und Zuhörerschaft gemeinsam gesungenen Burns-Klassiker ‚Should auld acquaintance be forgot‘.
Erwähnt sei auch der Fädenzieher Reinhard Fehling, der das Programm konzipiert, arrangiert und komponiert hat und Chor und Instrumentalensemble sicher durch alle Fährnisse geführt hat. Man verließ die Christuskirche mit dem Gefühl einen einmaligen Abend erlebt zu haben.






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