Eigene Mutter beklaut: „Besoffen wie Sau“

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von Andreas Milk
Acht Mal hatte die Kamenerin Maria E. (28, Namen geändert) die Kreditkartendaten ihrer Mutter benutzt, um bei Poco Kinderzimmermöbel für insgesamt 1.211 Euro zu bestellen. Die Möbel holte sie im März 2025 bei der Niederlassung in Bergkamen an der Industriestraße ab. Maria E.s Mutter Claudia D. (67) wunderte sich, dass plötzlich ihr Konto leer war und die Karte gesperrt. Sie ging zur Polizei und erstattete gegen die Tochter Anzeige.

Im Prozess vor dem Kamener Strafrichter sagte nun Maria E.: Ihre Mutter habe dem Einsatz der Karte zugestimmt. Aber diese Zustimmung – falls sie denn tatsächlich von Claudia D. geäußert wurde – fand anscheinend im Suff statt. Claudia D. hat ein Alkoholproblem. Tochter Maria schrieb im Vorfeld des Termins an den Richter: Als Claudia D. ihr Einverständnis zu dem Möbelkauf gab, sei sie „wie immer besoffen wie Sau“ gewesen. Das sagte Maria E. ihrer Mutter auch im Verhandlungssaal ins Gesicht. Die Sau allerdings ließ sie dabei weg.

Und die Mutter? Die erklärte erst, Maria E. habe ohne ihre Zustimmung gehandelt, räumte dann aber ein: Doch, es sei schon möglich, dass sie alkoholumnebelt Ja zum Möbelkauf gesagt habe und davon später nichts mehr wusste.

Aber egal: Eine Zustimmung unter solchen Bedingungen hätte Maria E. sowieso nicht ernst nehmen dürfen, fand der Richter. Er verurteilte E. zu einer Geldstrafe von 100 Tagessätzen à 15 Euro. Außerdem sollen von ihr die 1.211 Euro zu Gunsten der Mutter eingezogen werden. Mit der Geldstrafe ist zugleich ein Strafbefehl gegen Marie E. erledigt, den sie vor einigen Wochen bekommen hatte, weil sie der Mutter 70 Euro aus der Spardose stahl.

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