CDU-Kreisvorstand zur Klimadiskussion: „Kreis Unna ist kein Notstandsgebiet!“

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CDU-Kreisvorsitzender Marco Morten Pufke

Die Christdemokraten haben sich am Dienstag in ihrer turnusmäßigen Kreisvorstandssitzung intensiv mit den mittlerweile in fast allen Kommunen des Kreises vorliegenden Anträgen zur Ausrufung des „Klimanotstandes“ auseinandergesetzt.

„Klar ist, dass der Klimawandel auch den Kreis Unna betrifft und dass die Folgen spürbar werden. Die Bewegung „Fridays for Future“ formuliert ohne Frage ein berechtigtes Anliegen“, so Marco Morten Pufke, Vorsitzender der CDU Kreis Unna.

Die Bezeichnung „Notstand“ lehnen die Christdemokraten jedoch ab. „Von einem Notstand kann nicht die Rede sein. Das ist ein klar definierter Begriff“, erläutert Pufke. „Nimmt man die Ausrufung ernst, dann müssen sofort drastische Maßnahmen ergriffen werden.“ So wären zum Beispiel Energiefresser wie Schwimmbäder oder Eishallen, über deren Modernisierung bzw. Neubau aktuell diskutiert wird, mit Blick auf ihre Klimaschädlichkeit sofort vom Tisch.

Die Ausrufung des Klimanotstandes als symbolischer Akt sei hingegen reine Augenwischerei. „Das kann doch nicht der Weg sein. Man könnte den Eindruck haben, dass dieser Ausdruck von den Initiatoren bewusst gewählt wurde, um in der Bevölkerung Ängste zu schüren“, meint Annika Dresen, stellvertretende Kreisvorsitzende aus Werne.

Angst ist aus Sicht des CDU-Kreisvorstandes kein guter Ratgeber. Daher setzen die Politiker auf Vernunft und Verantwortungsbewusstsein. Dazu Dresen: „Es sollte alles getan werden, was effizient ist. In den vergangenen Jahren ist im Kreis Unna ja bereits viel erreicht worden. Öffentliche Gebäude wurden für viel Geld unter energetischen Gesichtspunkten saniert, der ÖPNV und auch der Radverkehr ausgebaut.“

„Symbolpolitik lehnen wir ab. Die führt selten zum Ziel. Sinnvolle Maßnahmen und Entscheidungen mit Maß und Mitte begrüßen wir ausdrücklich“, fasst Marco Morten Pufke die Position der CDU im Kreis Unna zusammen. Ein entsprechender Antrag der CDU-Kreistagsfraktion wurde bereits am 2.7.19 im Kreistag mit großer Mehrheit beschlossen und wird nun von der Kreisverwaltung umgesetzt.

1 Kommentar

  1. Die weitgehenst CDU geführte Bundesregierung hat die selbstgesteckten Klimaziele (CO2 Reduktion) nicht erreicht. Bis 2013, so das nächste Ziel, soll es eine Reduktion von 55% der Treibhausgase werden.
    Durch reine Effizienzsteigerungen werden und können wir das nicht erreichen. Es braucht ein Umdenken und Umhandeln der Politik, die die Rahmenbedingungen setzt und der einzelnen Bürger in ihrem Verhalten (Konsum, Reise, Verkehr).
    Ein „weiter so“ in der Wachstumspolitik (neue Gewerbegebiete, neue Straßen, neue Konsumprodukte) wird uns weiter in die Katastrophe steuern.
    Fast 30.000 Wissenschaftler (science for Future) haben eine Petition verabschiedet und warnen eindringlich vor den Folgen dieser Politik. In ca. 8 Jahren kann der Punkt erreicht werden, an dem der Prozess der Klimaerwärmung irreversibel ist. So wird z.B. durch das Auftauen der Permafrostböden, unmengen an weiteren Treibhausgasen freigesetzt.
    Wir können dann nicht mehr zurück.
    Die Ziele der Bundesregierung greifen da noch viel, viel zu kurz (Kohleausstieg 2038).

    Herr Puffke macht so weiter wie bisher. Wie auch die Äußerung der CDU im Rat der Stadt Bergkamen, zum Bau der unnötigen L821n.
    „Lass uns die Straße doch erstmal bauen und dann sehen wir was passiert.“
    Leider lässt sich die Natur nicht auf so einen Deal ein. Mit einem wärme absorbierenden CO2 Molekühl kann man nicht verhandeln und auf die wirtschaftliche Situation verweisen.

    Ich bin tief enttäuscht von so viel Ignoranz unserer Politiker. Inkompetenz kann man es leider nicht mehr nennen, da ja 99% der Wissenschaftler einer Meinung und die Fakten bekannt sind.

    Vielleicht leuchte den Damen und Herren folgendes Argument ein. Die Ressourcen (Rohstoffe) dieser Welt sind endlich. Schon in der ersten Jahreshäfte hat die Menschheit mehr Ressourcen verbraucht als nachwachsen kann (incl Recycling) und der Zeitraum wird immer kürzer. Wir wirtschaften aber so weiter, als wenn das nicht stimmt. Wachstum hat Priorität. Das dieses System irgendwann zusammen brechen muss, leuchtet doch jedem ein.

    Wir sind die einzige und die LETZTE Generation der Menscheit, die diese Entwicklung noch drehen kann.

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