von Andreas Milk
Um zwei sehr unterschiedliche Anklagen ging es im Prozess gegen den Bergkamener Marius T. (33, Name geändert) – aber beide hatten etwas mit seinem Alkoholkonsum zu tun: Am Abend des 3. März soll er angetrunken bei Netto an der Schulstraße Kunden belästigt haben – und trotz Eingreifen des Ladendetektivs noch zwei Mal zurückgekommen sein. Und am 22. April, morgens gegen vier Uhr, schnappte ihn die Polizei auf einem Segway-E-Scooter an der Werner Straße – da hatte er zwei Promille Alkohol im Blut sowie Amphetamine.
Den unangenehmen Auftritt bei Netto räumte T. ohne nähere Erläuterungen ein. In Sachen Scooter-Fahrt äußerte er sich ausführlicher: Kurz vorher habe er seinen Job verloren, seine Verlobung sei geplatzt, zwischenzeitlich war er in einer Obdachlosenunterkunft untergebracht. An jenem Tag im April sei er bei einem Kumpel gewesen, sie hätten getrunken.
In seinem Vorstrafenregister stehen ein Angriff auf Vollstreckungsbeamte und ein weiterer Fall von Trunkenheit im Verkehr. Auf die Frage des Kamener Amtsrichters, ob er ein Alkoholproblem habe, sprach T. von „drei, vier Bier“, die er sich an Wochenenden gönne – „vielleicht fünf“. Eine rasche Recherche des Richters ergab: Der 3. März war ein Dienstag, der 22. April ein Mittwoch. Ganz abgesehen davon, dass selbst fünf Bier keine zwei Promille bringen.
Das Urteil: Marius T. muss eine Geldstrafe zahlen, 110 Tagessätze à 10 Euro. Dazu kommt eine 15-monatige Führerscheinsperre. Er akzeptierte den Richterspruch.


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