Unterschlagung: Reparierfreudiger Fahrrad-„Finder“ muss Strafe zahlen

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von Andreas Milk
Der Bergkamener Marius F. (39, Name geändert) ist ein leidenschaftlicher Bastler. Zum Beispiel schraubt er gern an Fahrrädern rum. Und ein solches Rad hat er im vergangenen Juni laut Anklage entweder gestohlen – oder unterschlagen. Ergebnis der Verhandlung im Kamener Amtsgericht: Er hat das Rad unterschlagen – einfach mitgenommen, statt es zum Fundbüro zu bringen oder stehen zu lassen.

Das Fahrrad der Marke Pegasus habe er in der Bergkamener City entdeckt, erzählte Marius F. Es sei nicht abgeschlossen gewesen. Und weil es reparaturbedürftig gewesen sei, habe er sich eben als Handwerker gefordert gefühlt. Der rechtmäßige Eigentümer des Rades erklärte, es sei ihm am 2. Juni gestohlen worden, abgestellt vor dem Haus eines Angehörigen, bei dem er sich aufgehalten habe. Zu dem Zeitpunkt sei es noch gut in Schuss gewesen. Schlussfolgerung: Irgendwer hat’s dort geklaut, ist eine Weile damit herumgefahren und hat es schließlich in leicht lädiertem Zustand in der City zurück gelassen, wo es Marius F. auffiel.

Der hat ein paar Vorstrafen, alles Kleinkriminalität: Betrug und Diebstahl zum Beispiel. Für die Unterschlagung des Fahrrades bekam er jetzt eine Geldstrafe: 30 Tagessätze à 10 Euro muss der arbeitslose Mann zahlen. Dazu gab’s den Rat vom Richter: Das nächste zuwendungsbedürftige Fahrrad entweder melden – oder es „schweren Herzens liegen lassen“.

 

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