Elke Grziwotz ist seit 25 Jahren Fraktionsgeschäftsführerin von Bündnis 90/Die Grünen
Als Elke Grziwotz vor genau 25 Jahren am 01. April 1996 ihren Dienst als Fraktionsgeschäftsführerin für die Grünen in Bergkamen antrat, hieß diese noch Fraktion Grüne/GAL, da es sich um eine grün-alternative Wählergemeinschaft handelte. Heute ist es die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, doch die politischen Inhalte haben sich nicht verändert.
Zur kleinen Jubilarfeier unter Coronaschutzbedingungen trafen sich alle ehemaligen und aktuellen Fraktionsvorsitzenden vor dem Rathaus, um Elke Griwotz für die geleistete Arbeit zu danken. In der chronologischen Reihenfolge: Regina Müller-Hinz, Harald Sparringa, Jochen Wehmann, Thomas Grziwotz und Lucie Kleinstäuber.
„Ein Vierteljahrhundert einer Fraktion treu zur Seite zu stehen verkörpert den Geist grüner Politik: Treue, Kontinuität und Bewahrung. Auch in schwierigen Zeiten half Elke Grziwotz durch ihre außergewöhnliche Art die Fraktion immer wieder in sichere Häfen zu lotsen“, heißt es in einer Erklärung der Fraktion .
Der Ortsverband von Bündnis 90/Die Grünen und die Fraktion bedanken sich für das zuverlässige Engagement von Frau Grziwotz.
Es ist kompliziert: Wo ein Schnelltest ab heute gebraucht wird
Wo brauche ich jetzt im Kreis Unna einen negativen Schnelltest – und wo nicht? Die Regeln sind kompliziert und vielen nicht ganz klar. Das gilt:
Die Coronaschutzverordnung schreibt vor, dass in Handelseinrichtungen, die über den täglichen Bedarf hinausgehen, eine Schnelltestpflicht besteht.
Das heißt, dass kein Test in Supermärkten, Discountern, Drogerien, Babyfachmärkten, bei der Post, bei der Bank, in der Apotheke etc. benötigt wird. Eine Testpflicht besteht aber in allen Verkaufsstellen, die nicht durch den Verkauf für Waren für den täglichen Bedarf privilegiert sind – also beispielsweise im Schuhgeschäft, im Möbelhaus oder im Elektrofachmarkt. Hier darf nach Terminvergabe eingekauft werden (Click & Meet). Das gilt unter anderem auch für Bau- und Garten(bau)märkte – ebenfalls mit negativem Test.
Wenn es um körpernahe Dienstleistungen geht, gelten auch ein paar Unterschiede: Kein Test gebraucht wird bei medizinisch erforderlichen Dienstleistungen bei der Fußpflege und Personenbeförderung. Auch beim Frisör wird kein Test gebraucht – es sei denn, die Maske fällt (z.B. bei der Bartrasur).
Eine Testpflicht besteht bei körpernahen Dienstleistungen wie Kosmetik, Nagelstudios, Massage etc..
Mit der Test-Option ist der Zugang zu den betreffenden Angeboten nur mit einem aktuellen bestätigten Schnelltest möglich, der nicht länger als 24 Stunden zurückliegen darf.
Ein Selbsttest zu Hause reicht nicht. Es muss ein bestätigter Schnell- oder Selbsttest einer offiziellen Teststelle sein.
– Birgit Kalle / Kreis Unna –
Stallpflicht fürs Federvieh gilt kreisweit: Zum Schutz vor Geflügelinfluenza
Das Beobachtungsgebiet reicht bis in die Kreisstadt Unna. Foto: Birgit Kalle – Kreis Unna
Zum Schutz vor Geflügelinfluenza gilt seit dem heutigen Dienstag, 30. März, eine Stallpflicht für Geflügel im gesamten Kreis Unna. Nach einem Erlass des Ministeriums hat die Kreisverwaltung die entsprechende Allgemeinverfügung veröffentlicht.
Um Übertragungen des gefährlichen Virus‘ von Wildvögeln in Nutztierbestände vorzubeugen, hat das Land mit Ausnahme des Regierungsbezirks Düsseldorf für ganz NRW eine Stallpflicht angeordnet.
Bekanntlich war bereits in der vergangenen Woche in einem nahe der Grenze zum Kreis Unna gelegenen Legehennen-Betrieb in Menden (Märkischer Kreis) die Geflügelpest ausgebrochen. Weil der Ausbruch auch das Gebiet des Kreises Unna betrifft, waren umgehend ein Anschluss-Sperrbezirk und ein Anschluss-Beobachtungsgebiet eingerichtet worden. In den Gebieten, die Fröndenberg/Ruhr und Unna betreffen, gelten wie berichtet über die Stallpflicht hinaus Restriktionen.
Restriktionen für Geflügelhalter
Geflügelbetriebe im Sperrbezirk und im Beobachtungsgebiet müssen einiges beachten. Unter anderem dürfen gehaltene Vögel, frisches Fleisch von Geflügel und Federwild, Eier sowie sonstige Erzeugnisse und tierische Nebenprodukte von Geflügel weder in einen noch aus einem Bestand verbracht werden. Tierhalter haben sicherzustellen, dass Ställe oder sonstige Standorte des Geflügels von betriebsfremden Personen nur mit betriebseigener Schutzkleidung oder Einwegkleidung betreten werden. Für Fahrzeuge gilt eine Desinfektionsverpflichtung.
Für Menschen kaum Gefahren
Für Menschen, die keinen unmittelbaren Kontakt zu infizierten Tieren haben, bedeutet das Geflügelpest-Virus keine Gefahr. Auch können Geflügelfleisch sowie Eier nach Erhitzen gefahrlos verzehrt werden.
Außerdem weist der Kreis Unna darauf hin, dass alle Geflügelhalter – auch die hobbymäßig tätigen – verpflichtet sind, ihre Tiere der Tierseuchenkasse NRW zu melden. Erhöhte Verluste von Tieren sind außerdem der Kreis-Veterinärbehörde Unna zu melden. Kontaktdaten: tierseuchen@kreis-unna.de
Fax: 0 23 03 / 27-1499.
800 gemeldete Geflügelhaltungen
Im Zuständigkeitsbereich der Kreisveterinärbehörde, also auf dem Gebiet des Kreises Unna und der Stadt Hamm, gibt es rund 800 gemeldete Geflügelhaltungen, davon sind ca. 110 Betriebe größer und umfassen mehr als 100 Tiere.
Weitere Informationen auf der Internetseite des Kreises Unna www.kreis-unna.de (Suchbegriff: Tierseuchenbekämpfung). PK | PKU
Nachfolge der Turmarkaden: INTERRA will in das neue „Berg Karree“ rund 100 Mio. Euro investieren
So soll das neue „Berg Karree“ aus der Luft aussehen. Grafik: INTERRA
Die Stadt Bergkamen hat der Bauvoranfrage der INTERRA Immobilien AG für eine umfassende Quartierslösung auf dem Gelände der ehemaligen Turmarkaden stattgegeben. Auf zweieinhalb Hektar Fläche sollen mehrere zehntausend Quadratmeter Wohnraum und Gewerbeflächen entstehen. Bauamtsleiter Maik Schnurawa gab jetzt grünes Licht für das Großprojekt im Zentrum der Stadt.
Derzeit dominiert eine große Freifläche den Abschnitt der Töddinghauser Straße zwischen Hubert-Biernat- und Zentrumsstraße. „Doch schon bald entstehen hier helle, mehrstöckige Wohn- und Geschäftshäuser sowie einladende Grünflächen und Tiefgaragenplätze für Anwohner und Besucher des neuen Quartiers“, versprechen die Investoren. Alleine rund 14.000 Quadratmeter neuen Wohnraum will die INTERRA Immobilien AG vor Ort errichten. Sie verteilen sich auf moderne Apartments mit zwischen 30 und 50 Quadratmetern Grundfläche und Wohnungen für mehrköpfige Familien. Hinzu kommt ein Ärztehaus, Gastroflächen und kleine Einzelhandelslokale für die Nahversorgung der neuen Anwohner. Außerdem hat INTERRA zwischen 5.000 und 7.000 Quadratmeter Fläche für betreutes Wohnen vorgesehen.
„Insgesamt planen wir auf dem zweieinhalb Hektar großen Areal Gebäude mit fast 38.000 Quadratmetern Bruttogeschossfläche und 450 Tiefgaragenplätzen. Damit prägen wir das Viertel langfristig und führen es einer zeitgemäßen gemischten Nutzung zu“, beschreibt Investor Alexander Dold das Projekt. Nur noch weniger der neu geschaffenen Flächen stehen Gewerbetreibenden offen. Erst kürzlich hat der Lebensmittelhändler EDEKA einen Mietvertrag über eine Fläche von 4.000 Quadratmetern in den neuen Immobilien unterzeichnet und damit eine regelrechte Sogwirkung entfaltet. Auch mit dem Drogeristen dm verliefen die Vertragsverhandlungen über ein Ladenlokal erfolgreich. Mit weiteren Interessenten steht Dold derzeit im vielversprechenden Austausch.
„Wir achten sehr genau auf eine gesunde und funktionierende gewerbliche Mietergemeinschaft vor Ort“, unterstreicht Dold. „Eine nachhaltig erfolgreiche Quartierslösung muss den Menschen am Platz alle Dinge des täglichen Bedarfes bieten – neben Einkaufsmöglichkeiten und Fachärzten gehört für uns auch der Blick ins Grüne dazu. Hier haben wir bereits die Weichen gestellt und errichten einen Terrassenpark, welcher als kleine grüne Lunge im Herzen von Bergkamen fungiert.“ Mit einem Baubeginn rechnet Dold im Laufe des Jahres. In den zurückliegenden Wochen hat INTERRA bereits zusammen mit dem Versorger GSW die Infrastruktur für eine ideale Versorgung der einzelnen Bauabschnitte geschaffen.
Das Quartier in Zahlen*
14.000 Quadratmeter Wohnraum
5.000 bis 7.000 Quadratmeter betreutes Wohnen
6.350 Quadratmeter Ärztehaus inklusive Apotheke und Sanitätshaus
4.200 Quadratmeter (Lebensmittel-)Einzelhandel
2.200 Quadratmeter Drogerist, Tiernahrung und kleinere Shops, Gastro
2.000 Quadratmeter Fitnessanbieter
2.000 Quadratmeter Büro/Dienstleistung
450 Tiefgaragenplätze + 142 ebenerdige Parkplätze
*alle Angaben sind ca.-Angaben und werden im laufenden Projekt präzisiert
Rückblick
Die INTERRA Immobilien AG hatte die damaligen Bergkamener Turmarkaden im Jahr 2018 erworben und im darauffolgenden Jahr mit den Abriss der leerstehenden Mall begonnen. Nachdem der ursprüngliche Neubauplan für ein innerstädtisches Einkaufszentrum nicht auf das Einvernehmen der Stadtverwaltung traf und mit einer Veränderungssperre quittiert wurde, disponierte der Investor um und entwickelte im Spätsommer 2020 das nun freigegebene Projekt einer zentralen Quartierslösung. Dold ist sehr stolz auf die Arbeit seines Teams, welches in nur 9 Monaten den Turnaround von einer Veränderungssperre zum Bauvorbescheid hinbekommen hat.
Süßer Ostergruß für die Kindergartenkinder in Rünthe
Auch zu Ostern ist der SPD-Ortsverein Rünthe wieder unterwegs. Mit Hilfe des Osterhasen hat der Ortsverein eine süße Überraschung für die Kindergartenkinder in Rünthe überreicht.
Ortsvereinsvorsitzende Monika Wernau: „Die Osterhasen aus Schokolade zaubern bestimmt ein Lächeln auf die Gesichter der Kinder. Natürlich haben wir auch an die Kinder der VeBU gedacht. Auch für die Erzieher/ Erzieherinnen und allen anderen Helfern gab es ein süßes Dankeschön . Wir wünschen allen trotz der schwierigen Situation ein frohes Osterfest.“
Baugenehmigung fürs Stadtquartier Berg Karree: Freude im Rathaus und bei den Investoren
So könnte das neue „Berg-Karree“ mit Blick von der Töddinghauser Straße aussehen.
Nachdem der Rat der Stadt Bergkamen die erste Planungsidee von Hilee B / Interra auf Eis gelegt hatte, da die Planung nicht den städtebaulichen Zielen der Stadt entsprach, war Mitte letzten Jahres der Erste Beigeordnete Dr.-Ing. Hans-Joachim Peters von den Ratsfraktionen um Vermittlung zwischen Investoren und Stadt gebeten worden.
Wenige Wochen später zogen Interra / Hilee B die erste Planung zurück und stellten in der September-Sitzung des Rates ihr neues Planungskonzept vor. Der Rat stimmte der neuen Konzeption zur Errichtung eines Stadtquartiers „Berg Karree“ zu. Die Investoren beabsichtigen nun folgende Bausteine im Berg Karree zu realisieren.
Lebensmittelvollsortimenter Edeka-Strothmann
Drogeriemarkt und kleinere Geschäfte
Barrierefreie Wohnungen in mehreren Gebäuden
Tiefgarage und ebenerdige Parkplätze
Terrassenpark
Auf dieser Basis wurde im Februar der formelle Antrag zur Einleitung des baurechtlichen Verfahrens eingereicht. Am heutigen Freitag konnte der Erste Beigeordnete Dr.-Ing. Peters die Unterschrift unter den positiven Bauvorbescheid setzen; die neue Planung setzt eins zu eins die in der Ratssitzung versprochenen städtebaulichen Ziele um.
Bürgermeister Schäfer: „Das war die richtige Strategie von Politik und Verwaltung, der ursprünglichen Planung eine Absage zu erteilen. Die jetzt genehmigte Konzeption der Investoren sieht mit Edeka-Strothmann einen zeitgemäßen Lebensmittelvollsortimenter zur Nahversorgung von Bergkamen-Weddinghofen und Bergkamen-Mitte vor. Barrierefreie Wohnungen werden Angebotslücken auf unserem Wohnungsmarkt schließen“.
Der besondere Dank des Bürgermeisters gilt dem Ersten Beigeordneten Dr. Peters und seinem Team im Bereich Bauaufsicht und Planung. Schäfer bedankt sich auch bei den Investoren, die sich in ihrer Bauplanung deutlich bewegt haben und nun bereit sind, ein den städtebaulichen Zielen entsprechendes Konzept umzusetzen.
Deutschland im Lockdown: Rolle rückwärts in die Zukunft
Wie verändert sich unsere Gesellschaft, während Deutschland von einem Lockdown zum nächsten
Jutta Allmendinger
rumpelt? Zementieren Home-Office und Schulschließungen längst überwunden geglaubte Rollenmuster? Führt die Corona-Krise zu einer Retraditionalisierung für Frauen? Danach fragte das Bündnis für Familie Kreis Unna am vergangenen Dienstag gemeinsam mit dem Netzwerk Frau und Beruf Kreis Unna sowie dem Kompetenzzentrum Frau & Beruf in einem Online-Event mit Prof. Jutta Allmendinger.
Mehrfachbelastung im Home-Office, Unsicherheit und Angst um den Arbeitsplatz, Reduzierung der Arbeitszeit wegen familiärer Aufgaben sowie eine Stagnation in den Karriereentwicklungen von Frauen. So skizziert Anja Josefowitz die aktuelle Lage für Frauen. Sie ist die Sprecherin des Bündnisses für Familie Kreis Unna und begrüßte als Gastgeberin die mehr als 70 Teilnehmenden der Online-Veranstaltung.
Erleben Frauen gerade eine Rolle rückwärts? Professorin Jutta Allmendinger, Soziologin und Präsidentin des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung hatte bei Anne Will vor rund einem Jahr den Begriff der Retraditionalisierung aufgebracht und erinnert sich: „Man sprach dort über eine Abwrackprämie. Die soziale Frage wurde überhaupt nicht gestellt. Aber was passiert denn, wenn Kinder nicht mehr zur Schule gehen?“
Tanja Brückel._Foto: Susanne Beimann
Um die Frage der Corona Folgen zu beantworten, wirft Allmendinger zunächst einen Blick auf die Zeit davor: „Männliche Erwerbsarbeit und Lebensläufe sind seit unseren Großeltern nahezu unverändert. Sie gehen heute wie damals rund 39 Stunden einer Erwerbstätigkeit nach.“ Frauen haben sich an diese Rahmenbedingungen angepasst. Gleichzeitig betreuen sie weiter Kinder und Haushalt. In der Folge erleben sie Brüche und Beschränkungen in ihrem Berufsleben. So ist es heute für Frauen zwar selbstverständlich ein Stück finanzielle Unabhängigkeit und eigenes Leben zu haben. Für Männer ist es dagegen nach wie vor nicht selbstverständlich, Care-Arbeit als zentralen Bereich in ihrem Leben zu integrieren.
Das Ergebnis: Männer arbeiten, Frauen arbeiten auch und versorgen die Kinder. Männer verdienen, Frauen verdienen auch, nur deutlich weniger. Diese Unterschiede spiegeln sich im Gender Pay Gap, der in vielen Berechnungen zu einem „Zerrbild der Realität“ wird. Denn Frauen können derzeit gar nicht genauso berufstätig sein wie Männer, weil sie die Rahmenbedingungen nicht haben. „Das Jahres- oder Lebenseinkommen oder die Renten aus eigener Erwerbstätigkeit geben ein viel realistischeres Bild“, sagt Jutta Allmendinger. Hier klafft eine Lücke von rund 50 Prozent. Noch extremer werden die Zahlen, wenn man die unbezahlte Care Arbeit hinzunimmt. Frauen leisten vielfach mehr als doppelt so viel Care-Arbeit wie Männer.
Was passierte nun in der Corona-Pandemie? Viele politische Entscheidungen wurden zu Lasten der Frauen gefällt. Kein Wunder, denn die Gremien, die heute über Maßnahmen entscheiden, sind überwiegend männlich besetzt. Frauen und junge Menschen kommen dort nicht vor, erklärt die Soziologin.
Zum einen mussten die Frauen in systemrelevanten Berufen – meist ungeschützt – arbeiten oder Frauen mussten aufgrund ihrer Kinder ihren Arbeitsplatz nachhause verlegen und dort blieben sie insgesamt länger und häufiger als ihre männlichen Partner. Dies schlug sich deutlich in einer Reduzierung der Erwerbsarbeitsstunden von Frauen nieder, Unterbrechungen und das Ausbleiben angepeilter Karriereschritte waren die Folge. Dazu Jutta Allmendinger: „Sichtbarkeit in der Berufswelt ist auch für Karriere unverzichtbar. Wir dürfen uns doch nicht der Illusion hingeben, aus dem Home-Office heraus Karriere zu machen.“
Alleinerziehende traf es am schlimmsten. „Die Stressfaktoren schießen bei Frauen in den Himmel. Bei Männern war das anders und man hat gesehen, dass Männer früher wieder zurück an den Arbeitsplatz gekommen sind“, fasst Jutta Allmendinger die Lage zusammen.
Neben dem gesamtgesellschaftlichen Blick schlug die Veranstaltung auch die Brücke in die Region. Wie wirken sich diese Entwicklungen im Kreis Unna aus? Eine Frage, die Tanja Brückel als Geschäftsführerin des Landesverbandes der Mütterzentren NRW und Vorständin des Familiennetzwerks Familienbande Kamen beantwortete. Tanja Brückel: „Vielleicht zeigt die Pandemie, dass wir gar nicht so weit waren, wie wir dachten. Und sie offenbart uns, dass wir uns jetzt auf den Weg machen müssen.“ Während einige Familien sich ganz gut organisieren konnten, haben es andere auch psychisch sehr schwer. Ganz besonders betroffen seien die Alleinerziehenden. Hier kommen dann auch noch finanzielle und emotionale Nöte hinzu. „Die alleinstehende Kassiererin kann nicht den 100. Kinderkrankenschein nehmen, sonst verliert sie ihren Job“, berichtet Brückel.
Keine Frage: Corona hat ein Brennglas auf viele strukturelle Nöte und Probleme von Frauen und Familien gerichtet. Professorin Jutta Allmendinger zeigte in ihrem Vortrag Ansätze für Veränderungen auf. Wichtigster Punkt: Um diese strukturellen Ungleichheiten zu nivellieren, ist eine Angleichung der Wochenarbeitszeit für alle Geschlechter auf 32 Stunden notwendig. Außerdem ist die Politik gefragt, um die Faktoren, die die Ungleichheit zementieren, aus dem Weg zu räumen, wie das Ehegattensplitting und die geringfügige Beschäftigung. Darüber hinaus ist eine flächendeckende Umwandlung in Ganztagsschulen sowie die Quotierung in Führungspositionen erforderlich.
Viele Untersuchungen von Jutta Allmendinger zeigen, dass junge Männer und Frauen sich gerne von traditionellen Rollenmustern verabschieden möchten. Doch aufgrund von Ehegattensplitting, Lohnunterschieden und fehlender Kinderbetreuung finden sie sich dann doch wieder in den alten Mustern wieder. „Die jungen Männer und Frauen wollen Veränderung und wir müssen sie ermächtigen, das auch zu tun“, resümiert die Soziologin. .
Fazit: Familienthemen müssen politisch endlich ernst genommen werden, um die Lebenssituation von Frauen zu verbessern. Das hat Corona sehr deutlich gezeigt. So erlebten die 73 Gäste am Dienstag eine engagierte Veranstaltung, die aufgerüttelt hat und den Finger tief in eine zentrale Wunde unserer Gesellschaft gelegt hat. Anke Jauer vom Kompetenzzentrum führte als Moderatorin durch den Vormittag, der in einem Punkt Gewissheit gebracht hat: „Frauen wurden durch die Corona-Krise in der Familie stärker auf die Rolle der Care-Arbeiterin zurückgeworfen, und das hat nicht unerhebliche Folgen für ihre berufliche Zukunft“, sagt auch Bergkamens Gleichstellungsbeauftragte Martina Bierkämper, die gemeinsam mit ihrer Stellvertreterin Simone Reichert als Mitglieder des Netzwerks Frau und Beruf des Kreises Unna an der Veranstaltung teilnahmen.
Internationale Wochen gegen Rassismus: Rote Karte gegen Rassismus und grüne Karte für Vielfalt in Bergkamen
Antirassismus ist immer von hoher Relevanz – auch in Bergkamen. Seit 2019 steht das Projekt „Bergkamen for all“ für positiv gelebte Vielfalt und ein buntes Miteinander und setzt gerade jetzt während der internationalen Wochen gegen Rassismus (vom 15. bis 28. März 2021) ein deutliches Zeichen mit einer besonderen medialen Aktion.
Pandemiebedingt können zurzeit keine Aktionen vor Ort durchgeführt werden, sodass „Bergkamen for all“ die Social-Media-Ebenen wählt: Mit einer roten Karte für Rassismus und einer grünen Karte für Vielfalt möchten die Mitglieder ein Statement setzen und möglichst viele Menschen und Institutionen einladen, sich dieser Aktion anzuschließen.
Bürgermeister Schäfer zeigte sich erfreut über das Engagement aus der Bürgerschaft: „Dieser Einsatz zeigt, dass für Rassismus in einer vielfältigen Stadt wie Bergkamen kein Platz ist. Ich danke allen Mitgliedern des Projekts für ihr zivilgesellschaftliches Engagement.“
Mitmachen ist ganz einfach: Die grüne Karte für Vielfalt, die rote Karte gegen Rassismus oder die lila Karte „Wir in Bergkamen stehen für Menschlichkeit, Respekt und Vielfalt“ auf der Internetseite www.bergkamen-for-all.de/karte herunterladen und für Profilbilder, Social-Media-Posts, Aushänge, Videobotschaften etc. (gerne mit @bergkamenforall und #vielfaltleben und #bergkamenforall gerne auch #IWgR21 oder #InternationaleWochengegenRassismus) benutzen.
Gerne dürfen auch eigene Statements genutzt und alle Inhalte auf den Social-Media-Kanälen von „Bergkamen for all“ geteilt werden.
Die Mitglieder des Projekts „Bergkamen for all freuen sich jetzt auf viele Menschen und Institutionen, die diese Aktion unterstützen, ein Statement setzen und sich damit für Vielfalt und gegen Rassismus in Bergkamen positionieren. Für „Bergkamen for all“ engagieren sich unter anderem die AWO, der Integrationsrat, das Kommunale Integrationszentrum, das Multikulturelle Forum, Bergkamener Schulen, die Volkshochschule, verschiedene Religionsgemeinschaften sowie viele Menschen aus Bergkamen. Die divers zusammengesetzte und interdisziplinäre Gruppe positioniert sich für eine vielfältige Gesellschaft und gegen Ausgrenzung jeglicher Art.
Auf dem Foto zeigen Mitglieder des Bergkamener Integrationsrates gemeinsam mit Bürgermeister Bernd Schäfer und dem Verwaltungsvorstand eine klare Botschaft gegen Rassismus und Intoleranz.
„Du hast das Grundstück. Wir haben den Baum.“: Baumpaten/ -innen in Bergkamen gesucht
Unter dem Motto „Du hast das Grundstück. Wir haben den Baum.“ setzt der Regionalverband Ruhr (RVR) in Kooperation mit der Zukunftsinitiative „Wasser in der Stadt von morgen“ und der Emschergenossenschaft ein starkes Projekt mit und für die Region auf. Dabei sind sich die Initiatoren sicher, dass viele private Haus- und Grundstückseigner gefunden werden, die einen Klimabaum großziehen möchten.
Bäume können das Klima verbessern. Sie mindern Schadstoffe, binden CO2 und in Hitzesommern helfen sie, Temperaturen zu senken und Luftfeuchte zu erhöhen. Neben den Grünflächen sind sie damit wichtiger Bestandteil der Grünen Infrastruktur einer Stadt. Das meint auch Bürgermeister Bernd Schäfer: „Dieser tollen Aktion des RVR schließen wir uns gerne an. Die Bürgerinnen und Bürger erhalten so die Chance unkompliziert und nachhaltig die Stadt noch ein wenig grüner zu gestalten.“
Wer für einen der Klimabäume eine Baumpatenschaft auf seinem Wohngrundstück möchte, kommt so ans Ziel:
Ab sofort sind Bewerbungen für die ersten Klimabäume über die Website www.klimabaeume.ruhr mit einem Bild vom Pflanzort möglich. Dort sind alle Infos sowie das Bewerbungsformular zur Baumpatenschaft zu finden.
Bei den Klimabäumen handelt es sich um Apfel-, Birnen-, Kirsch- und Pflaumenbäume, die nicht nur zur Klimaverbesserung beitragen, sondern auch aromatische Früchte liefern. „Die Pflanzung neuer und widerstandsfähiger Bäume ist natürlich ein effektivsten Mittel dem Klimawandel entgegenzuwirken und dessen Auswirkungen lokal abzumildern“, so der Projektmanager Klima und Umwelt der Stadt Bergkamen, Norman Raupach.
Die Ausgabe der ersten 100 Klimabäume erfolgt am 17. April per Terminvergabe und Corona konform über eine der Verteilerstellen – unter anderem auch in Bergkamen. Die große Klimabäume-Aktion mit der Ausgabe mehrerer tausend Klimabäume an Baumpaten/ -innen findet Corona bedingt erst im Herbst 2021 statt.
Dass die Region hier zusammenhält und man sich gemeinsam für Klimaverbesserungen einsetzt, zeigt die Liste der Kommunen, die die Ausgabe der Klimabäume an die Öffentlichkeit organisieren. Nicht nur die Stadt Bergkamen ist bei der Verteilung dabei, sondern auch die Gemeinde Bönen sowie die Städte Castrop-Rauxel, Ennepetal, Gelsenkirchen, Gevelsberg, Gladbeck, Hattingen, Herne, Herten, Neukirchen-Vluyn, Selm, Sprockhövel, Voerde (Niederrhein), Witten und Xanten. Das Projekt Klimabäume wird von der Bezirksregierung Münster aus Mitteln des Ministeriums für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes NRW gefördert. Es ist Teil der Offensive Grüne Infrastruktur 2030, einem Leitprojekt des RVR für die Metropole Ruhr aus der Ruhr-Konferenz NRW.
DIE LINKE wählt Direktkandidatin und Direktkandidaten für den neuen Bundestag
Auf der Aufstellungsversammlung der Partei Die Linke im Wahlkreis Unna I wurde der gebürtige Kamener Andreas Meier zum Direktkandidaten für die nächste Bundestagswahl im September 2021 gewählt.
Andreas Meier wurde 1976 in Kamen geboren und ist seit 2008 Mitglied der Partei Die Linke. Seit 2010 ist er Mitglied in der Kommunalfraktion Die Linke/GAL, arbeitet aktiv im Orts- und Kreisverband mit. Er war Beisitzer im Kreisvorstand von 2015-2019 und ist Mitarbeiter im Landesarbeitskreis
„Ökologischer Umbau“. Seine politischen Schwerpunkte liegen in der Umwelt- und Klimapolitik sowie im sozialen Bereich.
Rebekka Kämpfe (33), Studentin der angewandten Sozialwissenschaften, ist Mitglied der Partei DieLinke, und kandidiert anlässlich der Bundestagswahlen 2021 für ein Direktmandat im Wahlkreis Hamm – Unna II.
Sie ist Sprecherin des OV Werne, außerdem Bundesdelegierte und beteiligt sich an einer Frauen-Initiative des KV Unna. Ihr politischer Fokus liegt in den Bereichen Bedingungsloses Grundeinkommen (pro), Abschaffung des Ehegatten-Splittings, Kampf gegen Sexismus, Vernetzung von Frauen, Anhebung der Mindestgrenze beim Elterngeld, Steuervergünstigungen für Alleinerziehende, Pro Frauenquote und Pro Nordisches Modell(Prostitutionsbekämpfung).
„luca“-App auch für den Kreis Unna: Kontaktverfolgung wird einfacher
Landrat Mario Löhr mit der luca-App. Foto: Anita Lehrke Kreis Unna
Auch der Kreis Unna setzt auf die Kontaktnachverfolgungs-App „luca“: Derzeit werden die nötigen Schnittstellen beim Gesundheitsamt geschaffen und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter geschult. „Wir warten nicht auf grünes Licht von anderen Stellen, sondern machen uns jetzt startklar und werden ab April mit der App arbeiten“, kündigt Landrat Mario Löhr an.
„luca“ soll die Kontaktnachverfolgung im Corona-Infektionsfall einfacher machen. Nicht nur bei privaten Begegnungen, sondern auch an öffentlichen Orten können sich die Nutzer selbst einchecken und ihre Kontaktdaten per QR-Code übermittelt. Anstelle des Namens wird nur der Code angezeigt – ein klares Plus in Sachen Datenschutz gegenüber dem derzeit üblichen Ausfüllen von Zetteln.
Schwimmbad- oder Restaurant-Besuch, der Gang ins Kino oder ins Fitness-Studio, Shoppen oder Live-Konzert: Künftige Öffnungsschritte – auch wenn sie derzeit noch weit entfernt sind – lassen sich durch eine einheitliche Kontaktverfolgung besser unter Kontrolle behalten.
Tempo bei der Nachverfolgung
„Die neue App spart Zeit und Mühe, denn im Infektionsfall kommt es auf schnelles Handeln an“, unterstreicht Landrat Mario Löhr und appelliert: „Je mehr Menschen die luca-App nutzen, umso besser.“ Die App speichert, wer wann und mit wem wo war. Stellt sich im Nachhinein heraus, dass jemand mit SARS-CoV-2 infiziert war, kann er seine Kontakte mithilfe der App auf digitale Weise an das Gesundheitsamt übermitteln.
Ob die App demnächst auch landes- oder bundesweit zur Kontaktverfolgung eingesetzt wird, auf diese Entscheidung wollte man beim Kreis Unna nicht warten. „Wir gehen im April mit luca an den Start und geben damit auch vielen Betreibern Planungssicherheit“, sagt Landrat Löhr.
Die luca-App ist sowohl für iOS als auch für Android verfügbar. Und auch wer keine App installieren möchte, kann die Anwendung nutzen: Sie lässt sich auch über den Browser des Smartphones aufrufen. Weitere Informationen unter www.luca-app.de. PK | PKU