Synthetischer Schlittschuhspaß auf Kunststoffplatten sorgt für ganz besonderen Winterzauber

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Macht Spaß und ist glatt genug zum Hinfallen: Die Kunstoff-Eisbahn in der Marina Rünthe.Eigentlich wollten sie an diesem Samstag nur einen kleinen Spaziergang in der Marina machen. Am Ende stand die Hälfte von ihnen auf Schlittschuhen und flitzte eine Runde nach der anderen über den Hafenplatz. Dabei gibt es hier noch nicht einmal richtiges Eis.

Gas geben funktioniert schon ganz gut.

„Das ist toll!“, rufen Luca und Niclas. Beide stehen erst noch etwas wacklig auf ihren Eishockeyschlittschuhen, die sie sich spontan geliehen haben. Frisch geschliffen sind die Kufen. Das synthetische Kunststoffeis ist frisch geputzt und schön glatt. Immer mutiger werden die Brüder und es dauert nicht lang, da liegt der erste lachend auf dem Rücken. „Ganz schön glatt“, ruft Niclas. Er konnte es erst gar nicht glauben, dass er auf Kunststoff genauso gleiten kann wie auf richtigem Eis.

Die Utensilien für das „Lattel-Schießen“ werden aufgebaut.

Kein stundenlanges Einfrieren, keine immer teurer werdenden Energiekosten, kein Aufwändiges Aufbereiten. Die Kunststoff-Eisplatten halten außerdem 20 Jahre lang. „Wir verbrauchen hier keine Energie, wir produzieren kein CO2“, sagen Rainer Enste vom Pier 47 und Sebastian Schenk. Letzterer ist eigentlich Metallbauer und hatte die Idee für die etwas andere Eisbahn. Entstanden aus einer regelrechten Bierlaune heraus. „Ich stand mit einem Freund am Tresen und er erzählte, dass er Kunststoffplatten aus einer Insolvenzmasse erstanden hat.“ Daraus wuchs die Idee für eine ganze Eisbahn.

Eisstockschießen funktioniert auch prima auf der Eisbahn.

Die hat Sebastian Schenk komplett selbst gebaut. Die Bande und den Unterbau. Die geeigneten Schlittschuhe wurden angeschafft. Eishockey-Varianten müssen es sein, denn die haben keine Bremszacken vorn. Die hinterlassen unschöne Spuren im Kunststoff. Gut 140.000 Euro würde die Eisbahn neu kosten. Als sie fertig war, waren schon die ersten Anfragen da. Dann kam Corona. „Das ist jetzt eine echte Premiere für uns, auf die wir lange gewartet haben“, schildert Sebastian Schenk. Dass am Samstag das Wetter nicht wirklich mitspielte und im Nieselregen nur wenige Besucher Lust auf eine Schlittschuhrunde hatte, schmälerte die Begeisterung zwar ein wenig.

Nach einer kurzen Eingewöhnung läuft es schon richtig gut auf dem Eis.

Gute Laune verbreitet aber die Tatsache, dass es schon viele Interessenten für das „Lattel-Schießen“ gibt. Dabei müssen Klappen an einer Zielvorrichtung mit dem Eisstock zielgenau getroffen um umgeklappt werden. Auch das Eisstock-Schießen ist beliebt. Auf den 20 Platten auf 20 mal 11 Metern ist viel Platz für vielfältigen Spaß. Bis zum 16. Januar lädt der Winterzauber zum Eis-Erlebnis der synthetischen Art ein. Andere Interessenten werden vorbeikommen und sich live anschauen, dass Eislaufen auch in der Kunststoff-Bahn außerordentliche Winterfreude verbreiten kann.

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