Bergkamen wird Schwammstadt: Umbau startet in Weddinghofen/Mitte und Oberaden

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Begrünte Dächer, entsiegelte Höfe, Regenwasser, das im Boden versickert, statt in den K

Der Umbau zur Schwammstadt beginnt im rot begrenzten Teil von Weddinghofen und Mitte.

anal zu fließen: Bergkamen baut zur Schwammstadt um. Am Donnerstag, 15. Oktober, haben die Stadt Bergkamen und die Zukunftsinitiative Klima.Werk mit Emschergenossenschaft und Lippeverband den Auftakt gegeben. Der Umbau beginnt in zwei Gestaltungsräumen: Weddinghofen/Mitte und Oberaden. Mitmachen können aber Eigentümerinnen und Eigentümer in der ganzen Stadt.

Der Sommer 2026 war an einigen Tagen überdurchschnittlich heiß. Hitze und Starkregen fordern die Städte immer stärker. Eine Schwammstadt nimmt Regenwasser auf wie ein Schwamm: Es versickert im Boden, verdunstet über Pflanzen oder wird für die Bewässerung von Bäumen zurückgehalten, statt direkt in die Kanalisation zu fließen. Das entlastet bei Starkregen die Kanäle und senkt das Risiko für überflutete Straßen. An heißen Tagen sorgen Grün und Verdunstung für Abkühlung.

[Zitat Jens Toschläger, Technischer Beigeordneter:] „Wir machen Bergkamen klimafit. Wer diesen Sommer erlebt hat, weiß, warum das nötig ist. Die attraktive Förderung von Land und Lippeverband gibt uns die Möglichkeit, jetzt damit anzufangen.“

Zwei Gestaltungsräume, viele städtische Flächen

Der Rat der Stadt Bergkamen hat am 9. Juli 2026 zwei Gestaltungsräume beschlossen: Weddinghofen/Mitte und Oberaden.

Im Mittelpunkt der Maßnahmen steht die sogenannte Abkopplung von versiegelten Flächen. Dabei wird Regenwasser nicht mehr direkt in die Kanalisation eingeleitet, sondern vor Ort zurückgehalten, versickert oder verdunstet. So werden Kanalisation und Gewässer bei Starkregen entlastet, das Risiko von Überflutungen reduziert und gleichzeitig mehr Wasser im natürlichen Wasserkreislauf gehalten. Die Abkopplung ist damit ein wichtiger Baustein der kommunalen Klimaanpassung und einer zukunftsfähigen Regenwasserbewirtschaftung.

Der Gestaltungsraum Weddinghofen/Mitte liegt zwischen Erich-Ollenhauer-Straße und Rathausquartier. Im Rahmen des KRiS-Projektes sollen hier rund7 ha abgekoppelt werden. Als Maßnahmen sind u. a. die Umgestaltung der Außenanlagen des Gymnasiums sowie des Zentrumsplatzes geplant.

Der Umbau zur Schwammstadt beginnt im rot begrenzten Teil von Oberaden.

Der Gestaltungsraum Oberaden erstreckt sich um die zu sanierende Jahnstraße. Im Rahmen des KRiS-Projektes sollen hier rund 10 ha versiegelte Fläche von der Kanalisation abgekoppelt werden. Als Maßnahmen sind die Umgestaltung der Außenanlagen der Realschule und die Neugestaltung der Jahnstraße geplant.

Für städtische Maßnahmen übernimmt das Land 60 Prozent der Kosten, der Lippeverband stockt auf 100 Prozent auf.

Andreas Giga, Leiter der Zukunftsinitiative Klima.Werk: „Bergkamen geht den Weg zur Schwammstadt gemeinsam mit vielen Städten der Region. Regenwasser wird dabei zur wertvollen Ressource, statt in den Abwasserkanälen zu verschwinden.“

Bis zu 90 Prozent Förderung für Eigentümerinnen und Eigentümer

Hauseigentümerinnen und Hauseigentümer, Unternehmen und Institutionen, deren Grundstücke in einem der beiden Gestaltungsräume liegen, können den Umbau mitgestalten und ab Frühjahr 2027 eine Förderung beantragen. Das Land übernimmt 60 Prozent der förderfähigen Kosten, der Lippeverband stockt für Private den Zuschuss auf 90 Prozent auf. Gefördert werden acht Maßnahmentypen, zum Beispiel Dach- und Fassadenbegrünungen, das Entsiegeln von Flächen auf dem eigenen Grundstück oder Mulden, in denen Regenwasser versickern kann. Die Beantragung der beiden Gestaltungsräume ist gestartet. Eine Genehmigung der zwei Räume durch das Land NRW wird zum Jahreswechsel erwartet.

Wichtig: Antrag und Förderzusage müssen grundsätzlich vor der Beauftragung beziehungsweise Umsetzung einer Maßnahme vorliegen. Ab 2027 bietet die Stadt kostenlose Beratungssprechstunden an und hilft beim Antrag.

Gründach-Förderung schon heute für ganz Bergkamen

Wer ein Haus oder Grundstück außerhalb der beiden Gestaltungsräume besitzt, geht nicht leer aus. Mit dem Programm „10.000 Grüne Dächer“ fördert der Lippeverband Dachbegrünungen im Stadtgebiet von Bergkamen mit 50 Euro je Quadratmeter, bis zu 10.000 Euro pro Grundstück. Anträge sind schon jetzt möglich, Informationen und Förderkarte unter www.klima-werk.de/gruendachfoerderung. Wichtig auch hier: erst beantragen, Förderzusage abwarten, dann bauen.

Wie es weitergeht

Das KRiS-Projekt setzt auf die aktive Beteiligung der Menschen vor Ort. So ist unter anderem die Einbindung der Schulen in den Gestaltungsräumen geplant; erste Projekttage befinden sich bereits in Vorbereitung. Im Jahr 2027 folgen Workshops, Beratungsangebote und weitere Mitmach-Aktionen, die Bürgerinnen und Bürger über Fördermöglichkeiten informieren und zur Mitgestaltung einladen. Aktuelle Informationen, Veranstaltungshinweise und Beratungstermine sind auf www.schwammstadt-bergkamen.de zu finden. Über den dort verfügbaren Newsletter können Interessierte jederzeit auf dem Laufenden bleiben.

 

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