Prozess platzt: Dauer-Schwarzfahrerin abgetaucht

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von Andreas Milk
Eine junge Bergkamenerin hätte sich kommende Woche wegen Schwarzfahrens in Regional- und Fernzügen durch halb Deutschland vor dem Kamener Strafrichter verantworten sollen. Aber es wird nichts draus. Denn unter ihrer letzten Meldeadresse wohnt sie nicht mehr. Und wo sie sich stattdessen aufhält, konnte die Polizei nicht ermitteln. Das sagte uns der zuständige Richter.

Der hatte Anfang Juli vergeblich auf die Angeklagte gewartet. Die Frau ignorierte ihren Prozesstermin im Amtsgericht. Konsequenz: Der Richter ordnete an, sie am 18. August von der Polizei bringen zu lassen. Als nun die Polizei nachsah, ob sie die Frau tatsächlich in der angegebenen Wohnung vorfinden würde, war das Ergebnis negativ.

Die Vorgeschichte ist traurig. Im Oktober vergangenen Jahres bekam die Bergkamenerin eine Geldstrafe für rund 40 ticketlose Bahnfahrten. Die Frau erzählte, sie habe diese Touren unternommen, um „einfach weg“ zu kommen von privaten oder familiären Problemen. Geriet sie in eine Kontrolle, gab sie bedröppelt ihre Personalien an. Irgendwelche Probleme machte sie dem Bahnpersonal nie. Auch im Januar 2025 war sie schon verurteilt worden.

Diese Vorbelastungen machen es wahrscheinlich, dass nächstes Mal eine Haftstrafe auf Bewährung droht. Wann und unter welchen Umständen das sein wird, ist freilich die Frage. Eine Verurteilung in Abwesenheit – heißt: ein schriftlicher Strafbefehl nach Aktenlage – scheidet nach Angaben des Richters als Möglichkeit aus: Dafür habe die Bergkamenerin zu viele Vorstrafen.

 

 

Auslöser Familienfrust: Fast 40 Mal „schwarz“ mit der Bahn

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