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(Wild)-Schwein gehabt: Feuerwehr rettet Borstenvieh aus dem Kanal

Die Bergkamener Feuerwehr hat schon eine Menge Tiere aus dem Datteln-Hamm-Kanal gerettet. Mit einem Wildschwein wie am Mittwochmorgen hatten es aber die Löschgruppen Rünthe und Heil noch nie zu tun gehabt.

Beim zweiten Versuch gelang es der Feuerwehr, das Wildschwein aus dem Datteln-Hamm-Kanal zu retten. (Fotos: Feuerwehr Bergkamen)
Beim zweiten Versuch gelang es der Feuerwehr, das Wildschwein aus dem Datteln-Hamm-Kanal zu retten. (Fotos: Feuerwehr Bergkamen)

Eine Joggerin, die auf dem Rad- und Wanderweg auf der Kanalnordseite unterwegs war, hatte das in „Seenot“ geratene Tier entdeckt. Bevor die Frau die Feuerwehr alarmiert hatte, versuchte sie noch selbst die Bache zu einer Ausstiegsleiter an der  Spundwand zu locken. Glücklicherweise konnten die beiden nicht zu einander kommen. „Wenn ein Wildschwein in Bedrängnis geraten ist, kann es sehr gefährlich werden“, erklärt Dirk Kempke, Löschgruppenführer der Rünther Feuerwehr. „Wenn es zubeißt, dann kann es einen Arm durchtrennen.“

Rettung des Wildschweins gelingt beim zweiten Versuch

Zunächst sollte das Wildschwein mit diesem Bagger aus dem Kanal an Land gehoben werden.
Zunächst sollte das Wildschwein mit diesem Bagger aus dem Kanal an Land gehoben werden.

Dass die Bache Bärenkräfte hat, erfuhr das Team des Rünther Feuerwehrboots hautnah. Sie hatten das Wildschwein bereits am Boot fixiert und wollten es so in Höhe von Haus Aden zu südlichen Spundwand drän gen. Dort war bereits der Bagger eines Unternehmens, das zurzeit auf dem ehemaligen Bergbaugelände tätig ist, in Stellung gegangen. Doch bevor der Baggerführer das Wildschwein in der Baggerschaufel hatte, konnte es sich befreien.

Der zweite Rettungsversuch klappte dann. Die Besatzung des Rünther Feuerwehrboots fixierte erneut den etwa 70 Kilo schweren Brocken mit einer Wildschlinge und einem Seil. Diesmal brachte sie die Bache zum Kanalabschnitt in Höhe des Heiler Kraftwerks ohne Spundwände. Sobald  das Wildschwein halbwegs festen Boden unter den Klauen hatte, bereit es sich erneut. Bevor es dann in Richtung Beversee ging, zeigte sich das Schwein von der ganz undankbaren Seite: Es zerfetzte die Hose eines Mitarbeiters des Wasser- und Schifffahrtsamts, der mit seinem Boot wie auch die Feuerwehr Lünen mit ihrem Boot zur Hilfe gekommen waren.

Glücklicherweise blieb es bei diesem Sachschaden. Fraglich ist, ob das Beverseegebiet überhaupt das Revier der Bache ist. Spaziergänger und Jogger, die es trotz des Schmuddelwetters in das Naturschutzgebiet treibt, sollten deshalb extrem vorsichtig sein. Mit Wildschweinen ist nicht zu spaßen.

Wildschweine können schwimmen. Nur bei hohen Spundwänden müssen auch sie passen.
Wildschweine können schwimmen. Nur bei hohen Spundwänden müssen auch sie passen.