Vier interessante Lebensgeschichten beim zweiten Bergkamen Talk

Bergkamen Talk, die zweite Runde. Foto: Stadtbibliothek Bergkamen

Der erste Bergkamen Talk hat offenbar viele begeistert: Beim zweiten Mal kamen noch mehr Zuschauer. Sie bekamen vier interessante Lebensläufe zu hören und ein musikalisches Talent.

Bergkamen ist voller Menschen mit ungewöhnlichen Lebensgeschichten – das ist eine Erkenntnis aus dem zweiten Bergkamen Talk, den der Journalist Michael Dörlemann und der ehemalige Feuerwehrchef Dietmar Luft in der Stadtbibliothek moderierten. Offenbar hatte die erste Auflage im vergangenen September vielen gefallen: Diesmal waren gut 100 Zuschauer gekommen. Die Sitzplätze reichten gerade so aus.

Sie hörten wie Alexander Homann als Kind einer Spätaussiedlerfamilie aus Kasachstan nach Deutschland gekommen ist und es zum Inhaber der Bergkamener Firmen „S & Q Elektronik“ und „Küchen Feldmann“ gebracht hat. Er schilderte, wie schwierig es ist, Nachwuchs für das Handwerk zu finden und hatte eine gute Nachricht für Bergkamen: Der Ausbau der elektrischen Infrastruktur für PV-Analgen und Elektromobilität ist nicht so schwierig, weil sie schon vor Jahren großzügig ausgebaut wurde – für die vielen Nachtspeicherheizungen, die es damals noch gab.

Bezirksbeamtin Beate Kohlhas berichtete, wie sie zur Polizei gekommen ist, wie sie ihren Mann bei der Polizei kennengelernt hat, wie sie nach Stationen in Köln und als Motorradstreife in Dortmund schließlich zur Bezirksbeamtin wurde, die in Weddinghofen und Heil für Recht und Ordnung und den Kontakt zu Bürgerinnen und Bürgern zuständig ist. Die Zuhörer bekamen viele Einblicke in ihren Arbeitsalltag als Polizistin.

Britta Buschfeld ist in Bergkamen aufgewachsen, lebte aber 20 Jahre lang in Asien. In Singapur arbeitete sie vier Jahre lang daran mit, ein asiatisches Gegenstück zum Eurovision Song Contest (ESC) aufzubauen. Anschließend ging sie für 16 Jahre in Diensten der Außenhandelskammer des Auswärtigen Amtes nach China. Während der Corona-Pandemie kehrte sie nach Bergkamen zurück und ist jetzt Geschäftsführerin des Frauenforums im Kreis Unna. Sie stellte das neueste Vorhaben des Frauenforums vor: das „Angela-Knocks-Haus“, das am Bodelschwinghhaus in Bergkamen entsteht.

Der Journalist Malte Hinz schilderte seine Kindheit und Schulzeit in den 60er Jahren in Bergkamen. Er berichtete, wie er vom ausgeflippt gekleideten 17-Jährigen, der sich für ein Volontariat beim Hellweger Anzeiger vorstellte, zunächst zum Betriebsratsvorsitzenden und dann zum Chefredakteur der Westfälischen Rundschau in Dortmund wurde. Beim Vorstellungsgespräch 1971 trug er eine rosa Cordhose, Fransenboots und einen weißen Kunstfellmantel. Er gab eine Einschätzung der Probleme, vor denen der Lokaljournalismus heute steht.

Für die Musik beim Talk war Anna Weißer zuständig. Die 16-Jährige belegte im vergangenen Jahr den ersten Platz beim Regionalwettbewerb „Jugend musiziert“ in der Kategorie Pop-Gesang. Vermutlich können sich die Gäste beim Talk glücklich schätzen, sie in diesem Rahmen in ihrer Heimatstadt gehört zu haben. Sie überzeugte mit ihrer außergewöhnlichen Stimme.

Wie beim ersten Talk war der Eintritt frei. Die Moderatoren baten stattdessen um Spenden für den „Runden Tisch für Kinder Bergkamen“. Die 350 Euro, die zusammenkamen, wollen die beiden Moderatoren in den nächsten Tagen übergeben.

Der nächste Termin steht schon fest, zwei der Talk-Gäste auch: Am Dienstag, 12. Mai, um 19 Uhr in der Stadtbibliothek sind Poco-Gründer Peter Pohlmann und Kulturreferentin Sarah Feige mit dabei.