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Verbesserung der sozialen Lage statt „Integration“

Alte Kolonie
In der Alte Kolonie wohnen sehr viele Migrantenfamilien.

Es ist wirklich reiner Zufall, dass sich der Bergkamener Stadtrat ausgerechnet heute (14. Februar)  mitten in der Ausstrahlung von insgesamt drei angekündigten Folgen des RTL-Magazins „Extra“ zum Thema „Migranten in Bergkamen“ ausführlich zum Thema „Integration“ beschäftigen wird. Die Sitzung beginnt um 17 Uhr im großen Ratssaal.

Integration müsse darauf abzielen, sozial schwache und bildungsferne Bürger, und hier insbesondere die jungen Leute zu befähigen, ihre soziale Lage zu verbessern und auch stärker am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen, lautet die Kernaussage des neuen Konzepts aus der Feder des Bergkamener Sozialdezernenten Bernd Wenske.

„In der Realität, gerade auch in der kommunalen Wirklichkeit, leben die Menschen unterschiedlicher Herkunft in einer bunten Vielfalt nebeneinander, manchmal auch miteinander“, schreibt Wenske. Und: „Es macht keinen Sinn mehr, Menschen nach Herkunft zu kategorisieren und Schlussfolgerungen für den Umgang daraus zu ziehen.“ Wenske spricht in diesem Zusammenhang sogar von einem „positiven Rassismus“, der durch die seiner Meinung nach überholten Integrationspolitik entstanden sei.

Zuwanderer wollen keinen Sonderstatus

Die allermeisten Menschen aus den Zuwandererfamilien hätten in Deutschland eine neue Heimat gefunden, die sie nicht mehr verlassen werden, so Wenske. „Sie wollen auch keine Sonderbehandlung mehr wegen ihrer Herkunft, sondern am allgemeinen gesellschaftlichen Leben teilhaben.“

Eine zukunftsfähige Integrationsarbeit der Stadt Bergkamen müsse sich an den sozialen Problemen orientieren und dürfe die Bemühungen nicht mehr an der Herkunft der Menschen festmachen, sagt Wenske weiter. Hier müsse ein Schwerpunkt auf die Förderung von Erziehung und Bildung für Kinder und Jugendliche gelegt werden.

Der Integrationsrat hatte sich berits im November vergangenen Jahres einstimmig positiv hinter diese geplante Neuorientierung der Integrationsarbeit in Bergkamen gestellt. Ähnlich stimmten auch die Mitglieder des Sozialausschusses und des Jugendhilfeausschusses ab.

Das neue Konzept und auch jede Menge Begleitmaterial befinden sich auf der Internetseite der Stadt Bergkamen: http://ris.bergkamen.de/buergerinfo/vo0050.asp?__kvonr=2069511&voselect=19943447. Dort ist auch das ursprüngliche Integrationskonzept als PDF-Datei zu finden, das Mitte 2010 vom Stadtrat verabschiedet wurde.