Unter Nachbarn: Brutale Attacke nur Hirngespinst?
von Andreas Milk
Weiter auseinander liegen können Aussagen von Prozessbeteiligten kaum. Die Bergkamenerin Katja L. (Namen geändert) beschuldigt ihren Nachbarn Peter W., sie brutal verprügelt zu haben. Peter W. sagt: Da sei nichts dran – die Attacke habe es nie gegeben.
Passiert war sie nach Angaben von Katja L. am Abend des 25. Februar 2025. W. habe vor ihrer Wohnungstür gestanden, um sich über laute Musik zu beklagen. Sie habe die Lautstärke dann gerade herunterregeln wollen, als W. schon wieder vorstellig wurde. Und diesmal habe er ihr unvermittelt Faustschläge und Tritte verpasst. Gleich durch den ersten Schlag gegen den Kopf sei sie zu Boden gegangen. Auch ihren Hund habe W. erwischt.
Peter W. gibt an, er sei an dem Abend erst zum Karnevalfeiern in Münster gewesen und kurz vor 20 Uhr zuhause angekommen. Gerade habe er sich etwas zu essen machen wollen, als die Polizei klingelte. Als die Beamten ihm Katja L.s Beschuldigung vortrugen, habe er zunächst an einen schlechten Scherz gedacht.
Fest steht nach dem Gerichtstermin eigentlich nur: Das Verhältnis zwischen beiden ist mies. Richtig mies. Auf die Polizei machte Katja L. damals überhaupt nicht den Eindruck, körperlich schwer misshandelt worden zu sein. Im Prozess wirkte sie labil, „durch den Wind“. Was die angeblichen Tritte angeht: Peter W. erwidert, das würden seine Knie überhaupt nicht mitmachen. Und auch andere Kleinigkeiten passten nicht recht zum Tatvorwurf.
Die Konsequenz: Freispruch für Peter W. – was wirklich damals passiert sei, bleibe die Frage, sagte der Kamener Amtsrichter.