Jubiläum bei der UKBS: Seit acht Jahrzehnten kommunaler Wohnungsbau – Trendumfrage bei Abschlussklassen

Sie stehen im Jubiläumsjahr an der Spitze des kommunalen Wohnungsunternehmens UKBS: Theodor Rieke (rechts), seit 2009 Vorsitzender des Aufsichtsrates, und Matthias Fischer, seit dem 1.Juli 2007 Geschäftsführer. Foto: UKBS

Jubiläum bei der Unnaer Kreis-, Bau- und Siedlungsgesellschaft: Das kommunale Wohnungsunternehmen, dessen Mitgesellschafter die Stadt Bergkamen ist, kann auf ein 80-jähriges Bestehen zurückblicken! Nach den Worten des Aufsichtsratsvorsitzenden Theodor Rieke ist die UKBS durch Beschluss des Verbandspräsidenten des damaligen Siedlungsverbandes Ruhrkohlenbezirk als gemeinnütziges Wohnungsunternehmen mit Datum vom 19.August 1939 anerkannt worden.

Rieke sprach von einer dynamischen Entwicklung des Unternehmens, das heute über rund 3.000 Wohnungseinheiten verfüge. Damit sei die UKBS zum größten kommunalen Wohnungsunternehmen im gesamten Kreis Unna herangewachsen. Allein in Bergkamen verfügt die UKBS derzeit über 410 Wohnungseinheiten; weitere 30 sind derzeit im so genanten „Stadtfenster“ gegenüber dem Busbahnhof und Rathaus im Bau. Allen, die an der Entwicklung des Wohnungsunternehmens Anteil hatten, sprach Rieke in der ersten Aufsichtsratssitzung des Jubiläumsjahres Dank und Anerkennung aus, vor allem Geschäftsführer Matthias Fischer, aber auch seinen Vorgängern Manfred Weischer, Hans Völker und Peter Bohlig.

Mutig geht die UKBS ins Jubiläumsjahr, um an der Zukunftsgestaltung der Gesellschafterkommunen mitzuwirken. Wie geht es weiter? So lautet eine Trendumfrage für alle Abschlussklassen im Kreis Unna. Wer zieht um, wer bleibt? Dafür interessiert sich das kommunale Wohnungsunternehmen in einer Schülerumfrage, die wissenschaftlich begleitet wird vom Institut für Wohnungswesen, Immobilienwirtschaft, Stadt- und Regionalwirtschaft. Das Institut vereint Wissenschaft und Praxis zu höchster Fachkompetenz. Es ist vom Minister für Wissenschaft und Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen als Institut an der Ruhr-Universität Bochum anerkannt worden. Damit ist es das erste und bislang einzige interdisziplinäre Forschungs- und Transferinstitut im Bereich des Wohnungs- und Immobilienwesens, das an eine Universität angebunden ist.

UKBS-Geschäftsführer Matthias Fischer erwarte von den Aussagen der Schülerinnen und Schüler der Abschlussklassen wichtige Erkenntnisse im Hinblick auf künftige Wohnsituationen in den Gesellschafterkommunen. Sein Unternehmen hat deshalb für die Teilnahme an der Befragung Geldpreise ausgesetzt. Dabei zählt die Beteiligungsquote: Die drei Abschlussstufen- oder –klassen mit der höchsten Beteiligungsquote erhalten 500 Euro für ihre Abschlussfeier. Die Schülerumfrage läuft nach Auskunft von Matthias Fischer noch bis zum 31. März.




Wirtschaftsförderer besuchen Landrat: Strukturhilfe nach dem Ende der Kohlekraftwerke im Kreis

Rasmus Beck von der Business Metropole Ruhr (M.) und Dr. Michael Dannebom, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Kreis Unna (l.) mit Landrat Michael Makiolla. Foto: Max Rolke – Kreis Unna

Die Wirtschaftskraft im Kreis Unna geht rauf, die Arbeitslosigkeit runter. Das ist das Ergebnis eines bisher erfolgreich verlaufenden Strukturwandels. So sieht es Rasmus Beck, Geschäftsführer der Business Metropole Ruhr, der am Mittwoch, 20. Februar Landrat Michael Makiolla und Dr. Michael Dannebom, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Kreis Unna, besuchte.

Er lobte die äußerst positive ökonomische Entwicklung im Kreis Unna und kann das auch beurteilen, denn er kann vergleichen. Die Business Metropole Ruhr entwickelt und vermarktet unter seiner Führung den Wirtschaftsstandort Metropole Ruhr und bündelt damit die wirtschaftlichen Interessen von 53 Städten in der Region.

Landrat sieht große Aufgaben
Doch der Strukturwandel ist noch nicht abgeschlossen. Im Blick haben Beck, Makiolla und Dannebom da vor allem die Kohlekraftwerke im Kreis Unna: „Wir gehören zu den Regionen in Deutschland, die vom geplanten Kohleausstieg besonders betroffen sind. Daher haben auch wir Anspruch auf einen angemessenen Anteil an den in Aussicht gestellten finanziellen Strukturhilfen des Bundes“, sagt Makiolla.

Der Landrat will verhindern, dass die vorhandenen vier Kohlekraftwerke in Lünen, Bergkamen und Werne nach ihrer Stilllegung als dauerhafte Industrieruinen zurückbleibenden und setzt sich mit den Wirtschaftsförderern für eine klare Struktur nach dem Wandel ein. So können die Flächen der stillgelegten Kraftwerke – dort, wo es möglich ist – zu Gewerbe- oder Industriegebieten entwickelt werden und so in der Folge neue Arbeitsplätze entstehen. PK | PKU




Planspiel Börse 2018: Gewinner meistern turbulente Spielzeit

Siegerehrung beim Planspiel Börse in der Kundenhalle der Sparkasse Bergkamen-Bönen.

Über 100.000 Schüler, Studenten, Azubis, Lehrkräfte und junge Erwachsene aus 15 Ländern nahmen an dem Wettbewerb der Sparkassen teil. Insgesamt wurden über 937.000 Aufträge abgewickelt.

Auch im Geschäftsgebiet der Sparkasse Bergkamen-Bönen beteiligten sich 153 Teilnehmer in 35 Teams. Michael Krause, Marketingleiter der Sparkasse Bergkamen-Bönen, gratulierte den Gewinnern zu ihrer Leistung und ihrem Wissenszuwachs: „Politische Ereignisse wie u.a. die Brexit-Verhandlungen und der Wirtschaftskurs in den USA wirkten sich während der Spielzeit auf die Kurse aus. Der Spielverlauf war durch viel Bewegung am Aktienmarkt und auch Kursverluste für die Teilnehmer gekennzeichnet. Der Dax erreichte sein Jahrestief. Aufgrund der angespannten Börsensituation konnten nur 7 Prozent der Teilnehmer einen Depotgewinn verzeichnen. Auch in der Nachhaltigkeitsbewertung zeichneten sich innerhalb der kurzen Spielzeit nur moderate Gewinne ab.“

Den 1. Platz belegt das Team „Aktiendestroyer“ von der Willy-Brandt-Gesamtschule. Das „KeinPlanTeam“ von der Freiherr-vom-Stein-Realschule liegt auf dem 2. Platz, gefolgt vom Team „Plata O Plomo“ vom Städtischen Gymnasium Bergkamen auf Platz 3.

Im Nachhaltigkeitswettbewerb siegt das Team „flouz“ von der Willy-Brandt-Gesamtschule. Platz 2 belegt das „KeinPlanTeam“. Der 3. Platz geht an Team „Müllermilch“, beide Teams sind von der Freiherr-vom-Stein-Realschule.

Das Team „Aktiendestroyer“ hat in der Gesamtwertung den 42. SWVL-Platz erreicht und erhält einen Gutschein über € 50,00.

Die Siegerehrung der erfolgreichsten Teams fand am Mittwochnachmittag um 16:00 Uhr in der Kundenhalle der Hauptstelle der Sparkasse Bergkamen-Bönen statt.

Die aktuelle Spielrunde ist jetzt zwar vorbei, wer sich aber weiter über die Börse informieren möchte, findet auf der Homepage der Sparkasse Bergkamen-Bönen viele Informationen dazu. Und mit dem 25. September 2019 steht auch schon der Starttermin für die nächste Spielrunde fest.




Auch nach 73 Jahren ist die Erinnerung an das Grubenunglück auf Grimberg 3/4 wach

Kranzniederlegung am Denkmal für die 405 Opfer des Grubenunglücks auf Grimberg 3/4

Die Erinnerung an die 405 Todesopfer des großen Grubenunglücks am 20. Februar 1946 auf der Schachtanlage Grimberg 3/4 in Weddinghofen ist weiterhin wach, auch wenn kurz vor der Jahreswende die letzte Steinkohlenzeche im Ruhrgebiet geschlossen wurde.

Mitglieder der IGBCE und der Knappenvereine, aber auch eine Reihe von Angehörigen nahmen am Mittwochmorgen an der Gedenkfeier am Ehrenmal auf dem Weddinghofer Waldfriedhof teil. Dort wurden zwei Kränze niedergelegt. Dazu spielte aus dem Hintergrund ein Trompeter. Auf der Spitze des Ehrenmals loderte wie an jedem Jahrestag nach seiner Einweihung ein Feuer.

Volker Wagner vom Geschichtskreis Haus Aden/Grimberg 3/4 an die größte Katastrophe, die der deutsche Steinkohlenbergbau erlebt hatte. 300 Todesopfer konnten nicht geborgen werden. Die Rede Wagners dokumentieren wird im Wortlaut. Zusätzliche  Informationen zum Grubenunglück gibt es hier: http://bergkamen-infoblog.de/erinnerungen-an-das-grubenungluck-auf-grimberg-34-sind-immer-noch-wach/

Volker Wagner:

Sehr geehrte Damen und Herren, Kolleginnen und Kollegen

Jahrzehntelang war der Bergbau im Ruhrgebiet prägend für das Leben sehr vieler Bewohner des Reviers. Der Erhalt und die Pflege der damit verbundenen Kultur gewinnen vor dem Hintergrund des Rückzugs der bergbaulichen Aktivitäten an zusätzlicher Bedeutung. Der Geschichtskreis Haus Aden – Grimberg 3/4, gegründet im Jahr 2010, hat in beeindruckender Arbeit in unserer Stadt Bergkamen im Ortsteil Oberaden ein kleines Bergbaumuseum geschaffen. Zu unserer Ausstellung gehört auch die Dokumentation dieses Grubenunglücks, was den Stadtteil Weddinghofen auf so schrecklicher Art geprägt hat

Viele Bergleuten haben in der Geschichte des Bergbaus bei den Bergwerksunglücken ihr Leben für die Energiesicherheit Deutschlands gelassen. In manch schweren Zeiten haben sie fast Unmenschliches geleistet. Unsere Aufgabe ist es auch, dass Gedenktage der Grubenunglücke nicht in Vergessenheit geraten.

Das schlimmste Bergwerksunglücke, in der Geschichte des deutschen Steinkohlebergbaus am 20. Februar 1946 ereignete sich in unserer Stadt Bergkamen-Weddinghofen auf der Schachtanlage Grimberg 3/4, im Volksmund Zeche Kuckuck genannt. Dort verloren 405 Bergmänner, darunter auch drei britische Offiziere der North German Coal Control, ihr Leben.

Die Wucht der Explosion war so gewaltig, dass über Tage die Schachthalle einstürzte. Eine 300 Meter hohe Stichflamme schlug aus dem Schacht. Die Bunkeranlagen und Seilfahrtaufgänge wurden zerfetzt, das Strebengerüst beschädigt und die Schachteinbauten mit den Fördereinrichtungen völlig zerstört.

Der Seilfahrtkorb jagte in den Turm und wurde auf ein Drittel seiner ursprünglichen Höhe zusammengestaucht. Es gab kaum eine Familie im Großraum Bergkamen, die nicht in irgendeiner Weise von dem Unglück betroffen war. Viele Bergleute konnten nicht mehr aus der Grube geborgen werden. Es ist das schlimmste was einer Bergarbeiterfamilie passieren kann, nicht nur dass der Großvater, Vater, Bruder nicht mehr nach Hause kommt, sondern dass die Familien nicht Abschied nehmen konnten, sie nicht zu beerdigen. Unsere Kumpels haben in der Grube in der Dunkelheit ihr ewiges Grab gefunden.

An dem Gedenktag haben auch heute noch Töchter und Söhne Tränen in den Augen – haben sie ein Leben lang ihre Väter vermisst. Wir können mit Ihnen fühlen.

Mütter und Väter verloren ihre Söhne, Frauen ihre Männer und Kinder ihre Väter.

Das ist unser gemeinsames Schicksal was die Bergarbeiterfamilien zu tragen hatten, nämlich auch das Bangen darum, kommen die Männer wieder nach oben?

Das beschrieb schon der berühmte Bergarbeiter-Dichter Heinrich Kämpchen, geboren 1847.

„Wenn der Bergmann in die Grube fährt, weiß er nicht, ob heil er wiederkehrt.

Nicht umsonst hat man das Wort geprägt, dass er stets sein Totenhemde trägt.“

Uns ist immer bewusst gewesen, dass wir als Bergmann allein den Berg nicht bezwingen können, um das schwarze Gold zu Tage zu fördern. Das geht nur im Kollektiv durch Kameradschaft, Zusammenhalt und die Gewissheit, sich aufeinander verlassen zu können. Der Zusammenhalt spiegelt sich heute auch durch die Teilnahme unserer Kumpel – Bergleuten aus den Nachbarstädten, die an den Unglückstagen auch die toten ihrer Schachtanlagen gedenken: Aus Hamm der Geschichtskreis Zeche Radbod vertreten durch Heinz Assmann und Arthur Ensenbach. Knappenverein Glück Auf Hamm-Heessen Rolf Peter Gutsche für die Zeche Sachsen. Aus Dortmund der Bergmannsunterstützungsverein Mengende 1884 Arno Steuer für die Zeche Adolf von Hansemann. Danke und Glückauf Kumpels: Schön das ihr hier dabei seid.

Es ist einzigartig in der deutschen Industriekultur. Nur Bergleute gedenken und begehen an den Unglückstagen die Friedhöfe wo ihre Kumpels ihre Gedenkstätten haben und das quer durch ganz Deutschland.

Wir haben uns auch hier zur Aufgabe gesetzt, die Erinnerung an den Bergbau in den Bergbauregionen wach zu halten, was Bergbau einmal für unsere Städte bedeutet hat und wie Menschen unter den Bedingungen des Bergbaus gearbeitet, gelebt aber auch gestorben sind.

So vermitteln wir gemeinsam nachfolgenden Generationen besonders Schülerinnen und Schülern pädagogisch die schwere Arbeit und Kultur der Bergleute. Denn ohne Kenntnis über die gemeinsame Vergangenheit kann man die Gegenwart selten verstehen und die Zukunft nicht gestalten.

Ja zu zeigen was das Ruhrgebiet groß gemacht hat. Stolz zu sein, dass einst Opa Bergmann gewesen ist, dass die Berge, die wir hier haben nicht einfach so wie in Bayer gewachsen sind, sondern dass es Bergleute waren, die diese aufgeschüttet haben und heute sogar teilweise Naherholungsgebiete sind, aber dennoch mit Schweiß und Blut der Bergleute getränkt sind. Eine Region, die über Jahrhunderte vom Bergbau geprägt wurde, verliert ihr Gesicht, wenn niemand sich um ihre kulturelle und wirtschaftliche Identität bemüht.

Diese Gedenkstätte ist auch ein Mahnmal für eine Zeit, wo die Produktion und nicht die Arbeitssicherheit und auch nicht der Mensch Vorrang hatte. Gerade Bergleute mussten nach den schrecklichen Weltkriegen hier am 20.02.1946 unter englischer Besatzung für Reparationszahlungen, aber auch für die Versorgung der im Aufbau befindlichen eigenen Industrie sorgen und vor allen in den harten Wintertagen die Bevölkerung vor dem Kältetod bewahren. Dennoch haben alle Grubenunglücke dazu beigetragen, stetig die Arbeitssicherheit zu verbessern. Durch Zusammenhalt der Kumpel, durch ihre Proteste, durch Unterstützung, der Gewerkschaften, durch Aufarbeitung der Unglücke, durch Investition der Bergbauunternehmen in die Grubensicherheit. Können wir heute sagen, dass wir bei der RAG AG auf den sichersten Bergwerken der Welt gearbeitet haben.

Gemeinsam legen wir diese Kränze nieder im Namen des Knappenvereins Glück Auf Weddinghofen, der IG BCE Weddinghofen und der RAG AG. Zum Gedenken an die Toten.

Glück auf




Bundestagsabgeordneter Oliver Kaczmarek im Gespräch mit dem Handwerk: Was tun gegen den Fachkräftemangel

Oliver Kaczmarek (r.) im Gespräch mit Vertretern der Kreishandwerkerschaft. Foto>: KH Hellweg-Lippe

Bundestagsabgeordneter Oliver Kaczmarek (r.) war bei zwei Handwerksbetrieben im Kreis Unna zu Besuch. Im Gespräch mit Metall-Innungs-Obermeister Christoph Knepper (Bergkamen) oder -wie hier im Bild- mit Elektroinstallateurmeister Bernd Abrahams (2.v.r., Schwerte) erläuterte er insbesondere die Probleme der Ausbildung und des Fachkräftemangels im Handwerk. Hintergrund war die zum Jahre 2020 geplante Novelle des Berufsbildungsgesetzes durch die Koalition in Berlin.

Vor Ort verschaffte sich der 48-jährige aus Kamen einen Eindruck, wie die Duale Ausbildung bei den Handwerksbetrieben im Kreisgebiet abläuft – und welche Problemfelder es in Zukunft geben wird. „Unsere Berufe im Handwerk werden immer anspruchsvoller und technischer“, kommentierte Bernd Abrahams, in dessen 15-köpfigem Team derzeit allein vier Auszubildende beschäftigt werden. „Das muss insbesondere in die Köpfe der Eltern und Lehrer, die beim Thema Berufswahl zuerst den Jugendlichen zur Seite stehen sollten. Doch häufig fehlen dort die aktuellen Informationen über unsere modernen Gewerke.“ Dass kleinere Unternehmen ebenso gute Aufstiegs- und Weiterbildungschancen böten wie die Industrie sei kaum bekannt.

Christoph Knepper (als Kreishandwerksmeister zugleich oberster Repräsentant der Kreishandwerkerschaft Hellweg-Lippe und Chef von aktuell drei Azubis) betonte, der aktuelle Trend gehe in die völlig falsche Richtung. „Da gilt beinahe das Motto: Akademisierung bis der Arzt kommt – ohne Bezug zur Realität!“ Diese Entwicklung müsse -mit Unterstützung der Politik- dringend wieder umgekehrt werden.

Mit engen Kontakten zu den ortsansässigen Schulen, durch intensivierte Werbung für (handwerkliche) Ausbildung, zukunftsweisend eingerichtete Werkstätten im Bereich der Überbetrieblichen Unterweisung und sicherlich auch mit verbesserten Verdienstmöglichkeiten sei das Handwerk in der Hellweg-Lippe-Region jedes Ausbildungsjahr neu auf dem richtigen Weg. Beim Besuch in Schwerte diskutierten außerdem mit (v.l.): Detlef Schönberger (Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Hellweg-Lippe) und Johannes Paul, Fa. Abrahams).




30 Auszubildende von Bayer haben ihre Abschlussprüfung erfolgreich bestanden

Bayer hat die meisten der ausgelernten Auszubildenden übernommen und ihnen einen reibungslosen Start in das Berufsleben ermöglicht. Foto: Bayer AG

Viele strahlende Gesichter bei Bayer in Bergkamen: 30 Auszubildende – 17 Chemikanten, vier Chemielaboranten, ein Fachinformatiker und acht Azubis in technischen Berufen – haben die Abschlussprüfung vor der Industrie- und Handelskammer zu Dortmund kürzlich bestanden und ihre Ausbildung damit erfolgreich beendet. Mehr als ein Drittel von ihnen sogar deutlich schneller als im Normalfall üblich. „Diese Zahlen bestätigen den hohen Stand der Ausbildung bei Bayer in Bergkamen“, bilanziert Standortleiter Dr. Timo Fleßner.

Als Beleg dafür wertet Fleßner neben sehr guten und guten Noten insbesondere die hohe Zahl an vorzeitigen Abschlüssen: Gleich elf Azubis gelang es, ihre Ausbildung aufgrund guter Leistungen um sechs oder sogar um zwölf Monate zu verkürzen. Und fast alle von ihnen hat Bayer übernommen. Als Lohn für ihre Anstrengungen haben sie in vielen Fällen sogar ein Angebot für ein unbefristetes Arbeitsverhältnis erhalten.

Angesichts des demografischen Wandels und einer zunehmend älteren Belegschaft ist qualifizierter Nachwuchs wichtiger denn je. Positiv bewertet Fleßner ausdrücklich die guten beruflichen Perspektiven für Chemikanten. „Es ist sehr erfreulich, dass wir vielen ausgelernten Chemikanten einen Arbeitsplatz bei Bayer anbieten können.“ Dies trage hoffentlich dazu bei, die Attraktivität dieses vielseitigen und anspruchsvollen Berufs zu steigern.

Zu den erfolgreichen Absolventen zählen auch zwölf Nachwuchskräfte, die Bayer für andere Firmen in Chemieberufen ausgebildet hat. Damit unterstreicht das Unternehmen sein Engagement für junge Menschen, das weit über die Ausbildung für den eigenen Bedarf hinausgeht. „Die langjährige Ausbildungskooperation mit anderen Firmen und die guten Übernahmechancen aller Azubis sind ein erfreuliches Zeichen und bestätigen unsere Arbeit“, stellt Ausbildungsleiter Karl Heinz Grafenschäfer fest.




Elektromobilität: Land NRW baut Förderprogramme aus

Seit Anfang Februar 2019 baut das Land NRW sein Förderprogramm „progres.nrw – Emissionsarme Mobilität“ aus. Bereits in der ersten Woche erreichten die Bezirksregierung Arnsberg, die für ganz NRW die Förderanträge bearbeitet und bewilligt, rund 400 Förderanträge.

Nordrhein-westfälische Unternehmen erhalten im Rahmen des Programms „Emissionsarme Mobilität“ ab 4. Februar 2019 vom Land

. 4.000 Euro beim Kauf eines Elektro-Pkw – zusätzlich zur Umweltprämie des Bundes in gleicher Höhe;
. 8.000 Euro beim Kauf von E-Nutzfahrzeugen von 2,3 bis 7,5 Tonnen. Käufer eines E-Transporters bis 4,25 Tonnen können zusammen mit dem Umweltbonus des Bundes sogar Fördergelder in Höhe von 12.000 Euro beantragen.

Diese Unterstützung richtet sich an Unternehmen sowie gewerbliche Nutzer und gilt neben dem Kauf auch für Leasing und Langzeitmiete.

Für diesen Fördergegenstand können pro Antragstellendem insgesamt Fördergelder bis zu 200.000 Euro in einem Zeitraum von drei Steuerjahren (de-minimis-Regelung der EU) in Anspruch genommen werden.

Das elektronische Antragsformular finden Sie unter: www.bra.nrw.de/4045740

Die Zeit bis zum Erhalt des Zuwendungsbescheids variiert erfahrungsgemäß je nach Frequenz der Anträge und kann bis zu acht Wochen betragen.




Berufsorientierung an der Willy-Brandt-Gesamtschule durch dreiwöchiges Schülerbetriebspraktikum

Der 9. Jahrgang der Willy-Brandt-Gesamtschule befindet sich mit 149 Schüler und Schülerinnen ab dem 11.02. bis zum 01.03.19 in seinem dreiwöchigen Betriebspraktikum im Kreisgebiet Unna und Umgebung.

In 114 Betrieben werden die Schüler/innen ihr Praktikum durchführen; etliche Einrichtungen und Betriebe wie z. B. Krankenhäuser in Kamen, Unna und Lünen, Bayer, die Stadt Bergkamen, mehrere Kindergärten und Seniorenresidenzen, Autohäuser, Kfz-Werkstätten und Einzelhandelsbetriebe betreuen zwei bis fünf Schüler/innen.

Die StuBO Christina Bautz hat die gesamte Organisation des Praktikums vorbereitet. Sie steht den Betreuungslehrern/innen, Schülern/innen und Betrieben bei kleineren und größeren Problemen tatkräftig und unterstützend zur Seite.

Die Willy-Brandt-Gesamtschule möchte sich an dieser Stelle bei den 114 Betrieben und ihren Betreuern/innen im Kreisgebiet Unna und Umgebung recht herzlich für ihre Unterstützung beim Praktikum des 9. Jahrganges im Jahr 2019 bedanken.
Durch diese Kooperation mit den Betrieben kann der Übergang von der Schule zum Beruf für beide Seiten effektiver gestaltet werden. So werden den Schülern/innen in den Betrieben praxisnahe Inhalte vermittelt, so dass zur Vorbereitung der Jugendlichen auf spätere berufliche Aufgabenstellungen beigetragen wird.

Die Schüler/innen begeben sich in die verschiedensten Betriebe, um erste Erfahrungen und Eindrücke in der Arbeitswelt zu sammeln und erste Ideen für ihre spätere Berufswahl zu entwickeln. Dabei stand es den Schülern/innen offen, ob sie sich die Einblicke in Betrieben des Kreisgebietes oder in den umliegenden Städten Hamm und Dortmund verschaffen. Viele Schüler/innen bleiben im Kreisgebiet, aber einige zog es auch nach Hamm oder Dortmund, wodurch die Schüler eine hohe Flexibilität nachweisen.

Neben den Tätigkeiten in den üblichen Berufsumfeldern wie Arzt, Büro, Einzelhandel, Friseur, Kindergarten und Kfz-Betriebe gibt es auch Schüler/innen, die Erfahrungen im Seniorenheim, in Reha-Betrieben und bei der Bundeswehr suchten.

Nach 2 bis 3 Tagen mit täglich 8 Stunden Arbeitszeit werden sich die Schüler/innen an die vielfältigen, aber auch ungewohnt anstrengenden Tätigkeiten gewöhnt haben. Die erste Woche beginnt in allen Betrieben mit einer intensiven Einführung in die verschiedenen Arbeitsabläufe, wodurch die Schüler/innen zusammen mit dem zuständigen Betreuer/in ihre Arbeitsaufgaben finden werden.

Auffällig ist, dass viele Schüler/innen sich nicht nur auf pflegerische und elektronische Berufsfelder gestürzt haben, sondern dass auch kommunikative und technische Berufsfelder großes Interesse finden. Einige Schüler/innen werden bemerken, dass – wie z. B. in der Volksbank – nicht nur der mathematische Schwerpunkt, sondern auch die soziale Komponente ganz entscheidend ist.




Bürgermeister und Landrat schreiben Brief an Ministerpräsident: Region nach Kohleausstieg gestalten

Die Bergkamener Halde wird bleiben und das Kraftwerk Heil mit dem Kohleausstieg verschwinden.

Sie sind eine „kommunale Familie“ und halten bei Herausforderungen zusammen. Deshalb haben Landrat Michael Makiolla und die Bürgermeister der kreisangehörigen Städte und Gemeinden einen gemeinsamen Brief an Ministerpräsident Armin Laschet geschickt. Ihr Thema: der Kohlausstieg. Ihre Sorge: Bei der Verteilung von Finanzhilfen vergessen zu werden. Ihre Hoffnung: ein Kraftwerks-Dialog vor Ort.

Im Kreisgebiet gibt es Steinkohlekraftwerke in Bergkamen (1), Lünen (2), und Werne (1). Die heimischen Verwaltungsspitzen begrüßen in dem Schreiben die Empfehlungen der Kommission „Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung“. Diese sogenannte „Kohlekommission“ hatte sich am letzten Januarwochenende auf den Kohleausstieg spätestens bis 2038 verständigt und schlug 40 Milliarden Euro an Hilfen für die Kohleregionen in Nordrhein-Westfalen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg vor.

Steinkohlewirtschaft wirtschaftlich wichtig
Landrat und Bürgermeister wissen, dass die Braunkohlereviere „die unbestritten schwierigsten Lasten zu tragen haben“. Sie machen aber auch klar, dass im Kreis über alles gerechnet rund 1.000 Menschen für die Steinkohlekraftwerke arbeiten und argumentieren: „Die Steinkohlewirtschaft ist daher von erheblicher Relevanz für die ökonomische Wertschöpfung und für den Arbeitsmarkt.“

Die Verwaltungschefs unterstreichen, dass sie dem Regionalverband Ruhr (RVR) bereits Standorte als Kooperationsflächen für den neuen Regionalplan Ruhr gemeldet haben und bitten die Landesregierung gleichzeitig um Hilfe, denn: „Die Beseitigung stillgelegter Kraftwerke und eine Umwandlung der Flächen – dort, wo es möglich ist – zu Gewerbe- oder Industriegebieten erfordert aber finanzielle Ressourcen, die die Kraft der Kommunen im Kreis Unna deutlich übersteigt.“

Teil der Beihilfen für Kreis gefordert
Mit Blick auf die allein in der laufenden Legislaturperiode für strukturpolitische Maßnahmen in Aussicht gestellten 1,5 Milliarden Euro appellieren die Verwaltungschefs an Armin Laschet „als unseren Ministerpräsidenten, sich politisch dafür einzusetzen, dass auch der Kreis Unna als betroffene Steinkohleregion einen angemessenen Anteil von diesen Beihilfen erhält“.

Landrat und Bürgermeister nehmen weiterhin Bezug auf die von der Landesregierung geplante Ruhrkonferenz. Sie äußern ihre Befürchtung, dass sich der Blick aus Düsseldorf nur auf die Großstädte zwischen Duisburg und Dortmund fokussiert und erinnern einmal mehr daran, dass auch der kreisangehörige Raum zum Ruhrgebiet gehört. Das Schreiben schließt mit der Einladung an den Ministerpräsidenten, bei einem Besuch im Kreis einen „Kraftwerks-Dialog“ über die angesprochenen Fragen zu führen. PK | PKU




BEV-Insolvenz: GSW stellen Versorgung betroffener Kunden sicher

Der Energieversorger Bayerische Energieversorgungsgesellschaft mbH (BEV) hat Ende Januar 2019 Insolvenz beantragt. Nach TeldaFax, FlexStrom und weiteren Anbietern geht erneut ein Energie-Discounter mit fragwürdigem Geschäftsmodell pleite.

Mit Dumpingpreisen und Boni-Versprechungen drängen viele Anbieter in den Markt.

Die GSW hingegen gehen mit dem Thema Energiepreise anders um, da sie den langfristigen Nutzen der Kunden in den Vordergrund stellen. Mit den meist unseriösen Bonus-Geschäftsmodellen der Energie-Discounter wollen die GSW nicht mithalten, denn das Modell des lokalen Energieanbieters setzt auf Fairness und Transparenz.

Nach der Insolvenz der BEV gilt für betroffene Kunden nun, den finanziellen Schaden zu minimieren. Sorgen, dass sie nun keine Energie bekommen, müssen sie sich indes nicht. Die GSW als lokaler Energieversorger springen ein. 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der GSW sorgen dafür, dass die Energie sicher in den Haushalten ankommt und stehen mit persönlicher Beratung vor Ort zur Seite.

Regional verwurzelte Unternehmen sind wichtige Bestandteile in Kommunen. Sie erteilen Aufträge hauptsächlich an Unternehmen vor Ort. Das erhält wichtige Arbeitsplätze. Zudem bilden sie jedes Jahr junge Menschen in unterschiedlichen Berufen aus. Das Wirtschaften ist nachhaltig und ein großer Teil der Gewinne fließt zurück in die Region. Damit punkten die lokalen Unternehmen gegenüber den regional selten engagierten, nach schneller Rendite schielenden Discountern. Timm Jonas, GSW-Sprecher: „Wo der Drang nach Wachstum mitunter hinführt, zeigt die erneute Insolvenz eines derartigen Anbieters, dessen Geschäftsmodell letztlich nicht aufgeht und zahlreiche geschädigte Kunden zurücklässt. Aus den Erfahrungen der letzten Jahre kann man jetzt schon sagen, es wird nicht die letzte Insolvenz gewesen sein.“




GSW versenden Jahresendabrechnungen: Personal wird zeitweise verstärkt

Etwa 85.000 Jahresendabrechnungen werden den GSW-Kunden ab Montag zugestellt. Wegen der hohen Anzahl an Rechnungen werden nicht alle gleichzeitig versendet, sondern gebietsweise für Kamen, Bönen und Bergkamen.
Die GSW rechnen in den nächsten Wochen mit einem erhöhten Beratungsaufwand und begegnen diesem mit der Verstärkung des Personals. Zudem wird auch in diesem Jahr ein telefonisches Beratungszentrum, erreichbar unter der Rufnummer 02307 978-2222, eingerichtet. Trotzdem kann es in den Kundencentern zu längeren Wartezeiten kommen.

GSW-Kunden können unter www.gsw-kamen.de auch bequem die Funktionen des Online-Kundencenters auf der Internetseite der GSW nutzen. Neben den Informationen zu den häufigsten Fragen zur Jahresendabrechnung findet man dort Möglichkeiten, Abschläge zu ändern, Bankverbindungen anzugeben, seine Rechnungshistorie einzusehen und mehr.

Mit dem diesjährigen Anschreiben erinnern die GSW an den Treuebonus, zu dem sich Kunden ab sofort anmelden können. Das funktioniert auch ganz einfach im Online-Kundencenter. Wer keinen Internetanschluss hat, kann selbstverständlich persönlich in einem Kundencenter der GSW vorbeischauen und sich rund um den Bonus auf Strom- und Gastarife mit Grundpreis beraten und anmelden lassen.

Auf ein weiteres Thema möchten die GSW in dieser Zeit ganz besonders aufmerksam machen. Erfahrungsgemäß machen sich in den kommenden Monaten wieder dreiste Drückerkolonnen auf den Weg oder unbekannte Anrufer belästigen unerlaubt die Menschen. Die Damen und Herren geben sich dabei oftmals als Mitarbeiter und Beauftragte der GSW oder anderer Energiedienstleister aus. So oder auf andere Art und Weise wird das Vertrauen der Bürger betrügerisch ausgenutzt. Häufig wird nach Zählernummern oder sonstigen Daten gefragt. Die Betrüger versuchen so, durch die Hintertür einen Energieversorgerwechsel durchzuführen.

Die GSW nehmen sich auch einen aktuellen Fall in Hamm, bei dem ein Mensch um seine Ersparnisse betrogen wurde, zum Anlass, präventiv aufzuklären und Hilfestellung zu geben, sollte man unverhoffter Dinge an der Haustür oder am Telefon konfrontiert werden. Ganz wichtig dabei: Niemals Fremde in die Wohnung lassen. Unbekannte Personen können zu einem späteren Zeitpunkt wiederbestellt werden, wenn eine Vertrauensperson anwesend ist. Keine persönlichen oder sonstige sensiblen Daten angeben. Nichts gutgläubig oder unter Zeitdruck unterschreiben. Niemals beeindrucken oder verwirren lassen. Die Tür schließen oder den Telefonhörer auflegen. Sollte in gewissen Fällen doch eine Unterschrift geleistet werden, immer auch auf die Datumsangabe achten. Ein fehlendes oder falsches Datum kann die Durchsetzung eines Widerspruches erschweren.