Garten-Center röttger ist vorbereitet: Freiwillige Corona-Selbsttest für alle Mitarbeiter*innen
Das Garten-Center röttger an der Erlentiefenstraße hat über 50 Mitarbeiter*innen, die ab sofort einen wöchentlichen Corona-Selbst-Test im Betrieb durchführen können – die Durchführung des Tests ist für alle Mitarbeiter*innen freiwillig.
Inhaberin Claudia Röttger stattet Ihre Mitarbeiter*innen seit Beginn der Pandemie mit notwendigen Masken, Handschuhen etc aus und sorgt für den Infektionsschutz der Besucher*innen durch mehrere Desinfektionsstellen im Garten-Center sowie mit einem „Desinfektions-Tuchspender“, den Besucher*innen für die Reinigung von Einkaufswagengriffen verwenden können.
Die gesamten bisherigen Infektionsschutz- und Hygienemaßnahmen bedeuten für Claudia Röttger Ausgaben im fünfstelligem Bereich – die Inhaberin stellt klar: „Jedes Mal Hände desinfizieren, Masken tragen und Abstände einhalten hilft mit, die Gesundheit meiner Mitarbeiter*innen und auch der Besucher*innen zu schützen“, ebenso ergänzt Sie: „die Kosten und die Organisation für den Infektionsschutz sind notwendig und alle Maßnahmen werden von meinen Mitarbeiter*innen vorbildlich mitgetragen.“
WFG-Workshops zum Thema Rekrutierung im Wandel: Kostenloses Angebot für kleine und mittlere Unternehmen
Neue Beschäftigte werden zunehmend über E-Recruiting, Online-Jobbörsen, soziale Netzwerke und Videos gewonnen. Doch wie gelingt es, vor allem Interessentinnen anzusprechen und die geeigneten Bewerberinnen auszuwählen und in diesen turbulenten Zeiten einzuarbeiten?
Antworten auf diese und viele weitere Fragen liefert die dreiteilige Online-Workshop-Serie, zu der das bei der Wirtschaftsförderung Kreis Unna (WFG) angesiedelte Kompetenzzentrum Frau & Beruf Westfälisches Ruhrgebiet einlädt. Wiebke Böhmer, punkt 100 Training & Beratung, führt als Expertin durch die drei Online-Veranstaltungen, die sich an junge und erfahrene Führungskräfte aus kleinen und mittleren Unternehmen richten.
Die Veranstaltungen im Überblick:
Talente finden
Mittwoch, 21. April 2021
14:15–15:45 Uhr
Vom Arbeitgeber- hin zum Arbeitnehmermarkt: Firmen müssen sich um Talente bemühen. Wo und wie finden Unternehmen neue Kräfte? Wie gelingen Recruitings heute? Und wie lassen sich mehr Bewerbungen von Frauen erzielen?
Die Passenden auswählen
Dienstag, 27. April 2021
14:15–15:45 Uhr
Welcher Bewerbungsprozess passt sowohl zum Unternehmen als auch zu den Bewerberinnen? Wie lassen sich Kontakte mit Kandidatinnen gestalten, wenn persönliche Begegnungen gerade schlecht möglich sind?
Neue an Bord holen
Donnerstag, 06. Mai 2021
14:15–15:45 Uhr
Neue Mitarbeiterinnen sollen sich vom ersten Tag an wohlfühlen und schnell in das Unternehmen, die Organisation, das Team integriert werden. Wie sieht ein erfolgreicher Onboarding-Prozess aus? Was gilt es zu beachten?
Die Workshops finden alle online statt (Zoom) und dauern ca. 1,5 Stunden. Sie starten jeweils mit einem kurzen Impuls, dann folgen Kleingruppenarbeit und das Zusammenfassen im Plenum mit weiteren Impulsen und Vertiefungen. Gelegenheit, um über Herausforderungen aus der Praxis zu sprechen, besteht natürlich auch.
Die Teilnahme ist kostenfrei, die Zahl der Teilnehmenden begrenzt. Interessierte können sich zu jedem Termin einzeln anmelden oder das Komplettpaket buchen. Interessierte werden gebeten, sich per E-Mail an veranstaltung@wfg-kreis-unna.de unter Angabe der Veranstaltung und Ihrer Kontaktdaten anzumelden. Dann erhalten die angemeldeten Teilnehmer*innen einen Zugangslink über den sie sich einwählen können.
Programmieren für Einsteigerinnen: WFG Kreis Unna lädt Mädchen ab Klasse 7 zum Online-Workshop ein
Informatik und Programmieren ist nichts für Mädchen? „Von wegen“, weiß Matthias Müller vom zdi-Netzwerk Perspektive Technik bei der Wirtschaftsförderung Kreis Unna (WFG). Deshalb lädt er anlässlich des Girls’Days für Donnerstag, 22. April von 13:00 bis 17:00 Uhr zum Online-Workshop „Programmieren für Einsteigerinnen“ ein. Das Angebot ist kostenlos.
„Die Programmierszene im Kreis Unna ist immer noch stark männlich geprägt, wie wir aus dem intensiven Austausch mit IT-Unternehmen wissen. Damit sich dies künftig ändert, möchten wir Mädchen und junge Frauen mit unserem Kursangebot für das Thema Programmieren begeistern und ihnen einen ersten Einblick in dieses spannende und zukunftsträchtige Berufsfeld bieten“, erklärt seine Kollegin Lisa Rubbert.
Die Teilnehmerinnen lernen während des Kurses die Grundideen des Programmierens kennen. Zudem geht es um logische Denkmuster, die dafür essentiell sind. „Dieser Online-Kurs dient als Grundlage für spätere Coding-Kurse, in denen dann eine Programmiersprache vermittelt wird“, ergänzt Matthias Müller. Als Lernmaterial wird das Programm Karol genutzt.
Alle weiteren Informationen folgen nach der Anmeldung unter veranstaltung@wfg-kreis-unna.de mit dem Betreff „Programmieren
für Einsteigerinnen“. Die Mädchen werden gebeten, bei der Anmeldung auch ihren vollständigen Namen, den Namen der besuchten Schule sowie die Klasse anzugeben.
Kreis Unna: Mehr Geld für 1.300 Beschäftigte im Bäckerhandwerk
Beschäftigte in Nordrhein-Westfalens Bäckereien bekommen mehr Geld. Die Gewerkschaft NGG rät zum Lohn-Check. Foto: NGG
Lohn-Plus in Backstuben und an Verkaufstheken: Im Kreis Unna bekommen die Beschäftigten in Bäckereien mehr Geld. Bereits im März sind die Einkommen im Bäckerhandwerk um 1,9 Prozent gestiegen, sagt die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) – und ruft die Beschäftigten zum Lohn-Check auf. „Mit der letzten Abrechnung muss das Plus auf dem Konto sein. Wer bislang leer ausgegangen ist, sollte sich an die Gewerkschaft wenden“, so Torsten Gebehart von der NGG-Region Dortmund. Nach Angaben der Arbeitsagentur sind im Kreis Unna rund 1.300 Menschen in Bäckereien beschäftigt.
Die Gewerkschaft spricht von einer „wichtigen Anerkennung für systemrelevante Jobs“. Wer die Menschen in Krisenzeiten mit Brot, Brötchen und Kuchen versorge, leiste eine unverzichtbare Arbeit. Die Lohnerhöhung im nordrhein-westfälischen Bäckerhandwerk helfe dabei, die Branche attraktiver zu machen und neues Personal zu gewinnen.
Aushilfskräfte profitieren überdurchschnittlich: „Wer einen Minijob hat, bekommt bis zu 60 Cent mehr pro Stunde und damit sechs Prozent zusätzlich. 450-Euro-Kräfte sollten aber darauf achten, nicht über die Verdienstgrenze zu kommen, ab der Steuern und Abgaben fällig werden“, erklärt Gebehart. Der Arbeitgeber müsse daher die monatliche Arbeitszeit reduzieren.
IHK zu Dortmund lehnt pauschale Testverpflichtung weiter ab
IHK-Hauptgeschaeftsfuehrer Stefan Schreiber. Foto: Stephan Schuetze
„Aus Sicht der Wirtschaft in Dortmund, Hamm und im Kreis Unna kann der Weg aus der Krise nur über eine kombinierte Strategie aus Impfen und Testen führen“, bezieht Stefan Schreiber, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Dortmund klar zur aktuellen Testdiskussion Stellung. Die Umfragen der IHK-Organisation zeigen, dass die Bereitschaft in der Wirtschaft sehr hoch ist, beim Testen zu unterstützen, viele Unternehmen aber vor großen Umsetzungsproblemen stehen. Da es noch mehrere Monate bis zu einer ausreichenden Impfquote in der Gesellschaft dauern wird, ist es aus Sicht der Wirtschaft essenziell, jetzt ein langfristig belastbares Vorgehen mit einer wirtschaftlichen Perspektive zu verknüpfen.
„Damit die Teststrategie ihre volle Wirkung entfalten kann, sollten nun Anreizen gesetzt werden, um die Bereitschaft und die Zahl der Tests schnell zu erhöhen“, so Schreiber. „In vielen Handelsbranchen etwa bei Brautläden, Juwelieren, Baumärkten, Möbelgeschäften, Elektronikfachmärkten, Ausstattern oder Küchenstudios hat der Weg Nordrhein-Westfalens aus negativem Test und Terminvereinbarung auch im Westfälischen Ruhrgebiet gut funktioniert. Die Kunden nehmen die Angebote an und viele Unternehmen unterstützen gerne freiwillig mit Tests. Gerade bei den wichtigen, langfristigen Investitionsentscheidungen des Lebens wie dem Hausbau oder der Wohnungsrenovierung sind die Kunden auf eine Beratung angewiesen.“
In den vom Land ausgewählten Modellkommunen – darunter auch Hamm – sollten nun schnell Erfahrungen gesammelt und umgesetzt werden, um auch den anderen geschlossenen Branchen wie der Gastronomie und der Freizeit- und Tourismuswirtschaft eine Perspektive zu eröffnen. Denn so Schreiber weiter: „In diesen Branchen stehen viele Betriebe vor dem Aus. Die Unternehmen haben ihre Rücklagen trotz der Fördermaßnahmen aufgebraucht. Schon heute sollten wir überlegen, wie ein Wiederanfahren dieser Branchen zusätzlich unterstützt werden kann.“
Beim Ausbau der Teststrategie in den Unternehmen dürfen die organisatorischen und rechtlichen Schwierigkeiten beim Testen nicht unterschätzt werden.
Beschaffungsprobleme: Auch wenn sich das Angebot am Markt verbessert hat, gelingt es vielen Unternehmen nicht, Tests in ausreichender Zahl zeitnah, sicher und mit einer unklaren Planungsperspektive zu beschaffen.
Kosten: Gerade in den wirtschaftlich angeschlagenen Betrieben stellt das Testen, aber auch die Bereitstellung der erforderlichen Infrastruktur und des Personals eine erhebliche zusätzliche finanzielle Belastung dar.
Haftung: Viele Unternehmen müssen in einer kurzen Frist Personal für die Tests medizinisch schulen. Hier bestehen noch erhebliche Haftungsrisiken.
Organisatorischer Vorlauf: Der Aufbau von Testangeboten erfordert einen organisatorischen Vorlauf von mehreren Wochen (Beschaffung, Schulung, Testinfrastruktur) und in Teilen der Unternehmen Investitionen in die Infrastruktur.
Vorbereitung: Um das Risiko einer Ansteckung zu verringern, sollten freiwillige TesterInnen in den Unternehmen vorab geimpft werden.
Betriebsärzte: Erforderlich ist es den rechtlichen Rahmen zum Einsatz von Betriebsärzten zu schaffen.
„Viele unserer Unternehmen können diese organisatorischen und finanziellen Hürden absehbar nicht allein stemmen. Eine allgemeine Testverpflichtung der Wirtschaft ist daher nicht der richtige Weg“, schließt IHK-Hauptgeschäftsführer Schreiber. Gemeinsam mit Betriebsärzten, Werksarztzentren, Verbänden und anderen Kammern arbeite man im Verbund mit IHK NRW im ganzen Land derzeit an Wegen, nicht nur das Testen in den Unternehmen, sondern hoffentlich auch bald das Impfen ganzer Belegschaften zu unterstützen.
Tipps für junge Frauen, die Karriere machen wollen: WFG lädt Studentinnen und weibliche Nachwuchskräfte ein
Unter dem Motto „Tipps für deinen Karriere-Kick-off: Einblicke in die beruflichen Erfahrungen erfolgreicher Power-Frauen aus der Region“ lädt die Wirtschaftsförderung Kreis Unna (WFG) in Kooperation mit der Hochschule Hamm-Lippstadt (HSHL) für Mittwoch, 14. April zwischen 16:00 und 17:30 Uhr zur digitalen Veranstaltung „Step by Step“ ein. Es sind noch wenige Plätz frei.
Die Veranstaltung findet nun schon zum dritten Mal im Rahmen des Projektes „Wissen schafft Erfolg“ statt und wendet sich an Studentinnen und Absolventinnen, die ihre Karrierewege selbstbewusst gestalten möchten. Dabei geben erfolgreiche Frauen ihr Wissen in Form eines kurzen Impulsvortrages an die Studentinnen und weiblichen Führungskräfte weiter und berichten über Erfolge, aber auch
über Rückschläge, die sie in ihrer beruflichen Laufbahn meistern mussten.
Dieses Mal stellen Diana Uhlmann, Medienfachwirtin & Design Thinkerin aus Kamen, und Nicole Schelter, Unternehmensberaterin aus Schwerte, ihre beruflichen Wege vor. Diana Uhlmann wird in ihrem Vortrag „Das Pipi-Langstrumpf Prinzip“ erläutern, warum Frauen mit Eigensinn und Optimismus erfolgreicher sind.
Nicole Schelter zeigt in ihrem Kurzvortrag auf, wie die Teilnehmerinnen zu überwindende Hürden als Chance nutzen können.
Eine kostenlose Anmeldung unter Angabe des Vor- und Nachnamens, der derzeitig besuchten Hochschule und des Studiengangs ist per E-Mail an veranstaltung@wfg-kreis-unna.de möglich
Diese Veranstaltung wird gefördert aus Mitteln der Europäischen Union und des
Landes NRW.
Rechtshilfe in Krisenzeiten für Bauleute und Reinigungskräfte im Kreis Unna
Fragen rund um das Thema Kurzarbeit sorgten für volle Terminkalender bei den Rechtsschutzexperten der IG BAU. Foto: IG BAU
Juristischer Beistand in Krisenzeiten: Die Rechtsschutzexperten der IG BAU Westfalen Mitte-Süd waren im vergangenen Jahr stark gefragt. Insgesamt 893 Mal kamen die Beraterinnen und Berater der Gewerkschaft in der Region zum Einsatz. „Vom Verdienstausfall durch Kurzarbeit über fehlende Atemschutzmasken im Job bis hin zu Problemen bei der Kinderbetreuung – Corona hatte zahlreiche Rechtsstreitigkeiten auch im Kreis Unna zur Folge“, so der Bezirksvorsitzende Friedhelm Kreft.
Wegen der Pandemie habe ein Großteil der Beratungen per Telefon stattgefunden – hier verzeichnete die IG BAU Westfalen Mitte-Süd einen Anstieg um 50 Prozent. „Viele Streitfälle gab es in der Gebäudereinigung. Beschäftigte klagten über finanzielle Nöte wegen des niedrigen Kurzarbeitergeldes, Defizite beim Arbeitsschutz oder nicht gezahlte Löhne in der Quarantäne“, berichtet Kreft. In der Baubranche sei es unter anderem um vorenthaltene Corona-Prämien und unbezahlte Überstunden gegangen. Ein weiterer Schwerpunkt sei das Thema Kinderbetreuung gewesen. „Bauarbeiter, Forstbeschäftigte und Reinigungskräfte können kein Homeoffice machen. Wenn Kitas und Schulen geschlossen sind, wird das für sie besonders zum Problem“, so Kreft.
Der Gewerkschafter appelliert an Beschäftigte aus den Branchen der IG BAU, sich auch in Pandemie-Zeiten um ihre Belange zu kümmern und die Hilfe der Gewerkschaft zu suchen. „Arbeitgeber dürfen die Krise nicht als Vorwand nutzen, um das Personal um seine Rechte zu bringen.“
Anspruch auf kostenlosen Rechtsschutz haben alle Gewerkschaftsmitglieder. Weitere Infos und Termine gibt es in den IG BAU-Büros Hamm (Telefon: 0 23 81 – 1 20 25), Hagen (Telefon: 0 23 31 – 2 50 21) und Siegen (Telefon: 02 71 – 5 32 55).
Bayer nimmt Sanitärcontainer für Lkw-Fahrer in Betrieb: Übergangslösung gefunden
Der neue Sanitärcontainer für Lkw-Fahrer befindet sich in unmittelbarer Nachbarschaft zum Wertstoffhof. Foto: Bayer AG
Lkw-Fahrer, die eins der drei Unternehmen auf dem Bayer-Gelände ansteuerten, hatten bislang ein Problem: Trafen sie dort außerhalb der üblichen Abfertigungszeiten ein, mussten sie bis zum nächsten Morgen auf Einlass warten – ohne in dieser Zeit Toiletten oder Waschgelegenheiten nutzen zu können. Die gibt es im näheren und weiteren Umfeld der Justus-von-Liebig-Straße bekanntlich nicht. Eine für Fahrer wie Anwohner gleichermaßen unbefriedigende Situation. Nun hat Bayer im Einvernehmen mit der Stadt Bergkamen und der GWA eine Übergangslösung gefunden.
Mit Erlaubnis der Stadt Bergkamen hat das Unternehmen in unmittelbarer Nachbarschaft des Wertstoffhofs kürzlich einen Sanitärcontainer aufgestellt, der rund um die Uhr betriebsbereit ist und den Lkw-Fahrern somit jederzeit zur Verfügung steht. Zuvor hatte die GWA den erforderlichen Trinkwasser- und Elektroanschluss installiert. „Damit ist nun endlich ein Zustand erreicht, der auch die Interessen der Anwohner berücksichtigt“, dankte Dieter Heinz, Leiter des Bergkamener Bayer-Standorts, allen Beteiligten für ihr pragmatisches Handeln.
Unabhängig von dem jetzt erreichten Zwischenschritt strebt Bayer weiter eine endgültige Lösung an: den Bau einer Lkw-Abfertigung auf dem Gelände des jetzigen Wertstoffhofs. Mit dieser Maßnahme will das Unternehmen den Lkw-Fahrern nicht nur noch mehr Platz für Sanitäranlagen zur Verfügung stellen. Geplant ist auch, eine ausreichende Anzahl an Parkplätzen zu schaffen, sodass parkende Lkw nicht länger den Anliegerverkehr behindern. Diese Lösung lässt sich jedoch erst dann umsetzen, wenn die Gerichte den Weg für eine Verlagerung des Wertstoffhofs frei machen.
Nachfolge der Turmarkaden: INTERRA will in das neue „Berg Karree“ rund 100 Mio. Euro investieren
So soll das neue „Berg Karree“ aus der Luft aussehen. Grafik: INTERRA
Die Stadt Bergkamen hat der Bauvoranfrage der INTERRA Immobilien AG für eine umfassende Quartierslösung auf dem Gelände der ehemaligen Turmarkaden stattgegeben. Auf zweieinhalb Hektar Fläche sollen mehrere zehntausend Quadratmeter Wohnraum und Gewerbeflächen entstehen. Bauamtsleiter Maik Schnurawa gab jetzt grünes Licht für das Großprojekt im Zentrum der Stadt.
Derzeit dominiert eine große Freifläche den Abschnitt der Töddinghauser Straße zwischen Hubert-Biernat- und Zentrumsstraße. „Doch schon bald entstehen hier helle, mehrstöckige Wohn- und Geschäftshäuser sowie einladende Grünflächen und Tiefgaragenplätze für Anwohner und Besucher des neuen Quartiers“, versprechen die Investoren. Alleine rund 14.000 Quadratmeter neuen Wohnraum will die INTERRA Immobilien AG vor Ort errichten. Sie verteilen sich auf moderne Apartments mit zwischen 30 und 50 Quadratmetern Grundfläche und Wohnungen für mehrköpfige Familien. Hinzu kommt ein Ärztehaus, Gastroflächen und kleine Einzelhandelslokale für die Nahversorgung der neuen Anwohner. Außerdem hat INTERRA zwischen 5.000 und 7.000 Quadratmeter Fläche für betreutes Wohnen vorgesehen.
„Insgesamt planen wir auf dem zweieinhalb Hektar großen Areal Gebäude mit fast 38.000 Quadratmetern Bruttogeschossfläche und 450 Tiefgaragenplätzen. Damit prägen wir das Viertel langfristig und führen es einer zeitgemäßen gemischten Nutzung zu“, beschreibt Investor Alexander Dold das Projekt. Nur noch weniger der neu geschaffenen Flächen stehen Gewerbetreibenden offen. Erst kürzlich hat der Lebensmittelhändler EDEKA einen Mietvertrag über eine Fläche von 4.000 Quadratmetern in den neuen Immobilien unterzeichnet und damit eine regelrechte Sogwirkung entfaltet. Auch mit dem Drogeristen dm verliefen die Vertragsverhandlungen über ein Ladenlokal erfolgreich. Mit weiteren Interessenten steht Dold derzeit im vielversprechenden Austausch.
„Wir achten sehr genau auf eine gesunde und funktionierende gewerbliche Mietergemeinschaft vor Ort“, unterstreicht Dold. „Eine nachhaltig erfolgreiche Quartierslösung muss den Menschen am Platz alle Dinge des täglichen Bedarfes bieten – neben Einkaufsmöglichkeiten und Fachärzten gehört für uns auch der Blick ins Grüne dazu. Hier haben wir bereits die Weichen gestellt und errichten einen Terrassenpark, welcher als kleine grüne Lunge im Herzen von Bergkamen fungiert.“ Mit einem Baubeginn rechnet Dold im Laufe des Jahres. In den zurückliegenden Wochen hat INTERRA bereits zusammen mit dem Versorger GSW die Infrastruktur für eine ideale Versorgung der einzelnen Bauabschnitte geschaffen.
Das Quartier in Zahlen*
14.000 Quadratmeter Wohnraum
5.000 bis 7.000 Quadratmeter betreutes Wohnen
6.350 Quadratmeter Ärztehaus inklusive Apotheke und Sanitätshaus
4.200 Quadratmeter (Lebensmittel-)Einzelhandel
2.200 Quadratmeter Drogerist, Tiernahrung und kleinere Shops, Gastro
2.000 Quadratmeter Fitnessanbieter
2.000 Quadratmeter Büro/Dienstleistung
450 Tiefgaragenplätze + 142 ebenerdige Parkplätze
*alle Angaben sind ca.-Angaben und werden im laufenden Projekt präzisiert
Rückblick
Die INTERRA Immobilien AG hatte die damaligen Bergkamener Turmarkaden im Jahr 2018 erworben und im darauffolgenden Jahr mit den Abriss der leerstehenden Mall begonnen. Nachdem der ursprüngliche Neubauplan für ein innerstädtisches Einkaufszentrum nicht auf das Einvernehmen der Stadtverwaltung traf und mit einer Veränderungssperre quittiert wurde, disponierte der Investor um und entwickelte im Spätsommer 2020 das nun freigegebene Projekt einer zentralen Quartierslösung. Dold ist sehr stolz auf die Arbeit seines Teams, welches in nur 9 Monaten den Turnaround von einer Veränderungssperre zum Bauvorbescheid hinbekommen hat.
Bayer-Standort Bergkamen unterstützt Girls‘ Day 2021: „Macht‘s wie Sabrina-Charlotta und Mareike“
Sabrina-Charlotta Borchard repariert ein Gerät, welches die Inhaltsstoffe von Gasen analysiert. Foto: Bayer AG
Mehr Frauen in technischen und naturwissenschaftlichen Berufen – für dieses Ziel macht sich Bayer auch in Bergkamen stark. Deshalb unterstützt der Standort den diesjährigen Girls‘ Day am 22. April und bietet für die Veranstaltung, die pandemiebedingt in virtueller Form stattfindet, 80 Plätze an. Mädchen und junge Frauen haben die Möglichkeit, sich aus erster Hand über vier Ausbildungsberufe zu informieren: Chemikantin, Anlagenmechanikerin, Elektronikerin für Automatisierungstechnik und Mechatronikerin. Um das digitale Angebot möglichst abwechslungsreich zu gestalten, hat sich die Bayer-Ausbildung einiges einfallen lassen.
„Die Teilnehmerinnen erwartet ein rund dreistündiges Programm, das genau auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten ist“, bestätigt Ausbildungsleiter Thomas Spies. So vermittelt beispielsweise ein Film allgemeine Informationen über den Bayer-Standort Bergkamen und Auszubildende stehen per Chat für Fragen rund um das Thema Berufsausbildung zur Verfügung. Höhepunkte des Programms sind virtuelle Rundgänge, bei denen Frauen aus verschiedenen Berufen den Teilnehmerinnen ihren Arbeitsbereich direkt auf deren PC übertragen und dabei Einblicke in typische Tätigkeiten geben. Auch die Ausbildung selbst wird auf diese Weise vorgestellt – das Technikum ebenso wie die Werkstätten.
Wie lohnend es sein kann, bei der Berufswahl den eigenen Neigungen zu folgen, beweist das Beispiel von Bayer-Mitarbeiterin Mareike Wenge (36). „Mich hat Technik schon immer interessiert“, erzählt die Elektronikerin für Automatisierungstechnik. Nachdem sie die Berufsinformationsangebote ihrer damaligen Schule genutzt hatte, war ihr endgültig klar: Technik ist genau mein Thema! Nach zwei Praktika – beide in technischen Berufen – startete ihre sie vor 16 Jahren ihre Ausbildung und ist bis heute glücklich in ihrem Beruf: „Am meisten schätze ich die Abwechslung. Das kann kaum ein anderer Job bieten.“
Ähnlich erging es ihrer Kollegin Sabrina-Charlotta Borchard (25). Auch ihr späterer Berufsweg zeichnete sich bereits früh ab. „Mathe und Physik haben mir schon immer am meisten Spaß gemacht und waren meine Lieblingsfächer“, blickt sie auf ihre Schulzeit zurück. Ein Studium kam jedoch zunächst nicht infrage. „Direkt nach der Schule war mir praktische Arbeit wichtiger.“ Die Entscheidung für eine Ausbildung zur Mechatronikerin war der logische nächste Schritt – und genau der richtige noch dazu. Die einzige kritische Frage ‚Schaffe ich das auch körperlich?‘ hat sich längst erledigt. „Für schwere Arbeiten gibt es immer eine technische Lösung. Frauen können meinen Beruf definitiv genauso gut ausüben wie meine männlichen Kollegen“, ist Sabrina-Charlotta Borchard überzeugt.
Unternehmen brauchen vielfältige – auch weibliche! – Perspektiven, um Innovationen voranzutreiben. Gerade in der aktuellen Ausnahmesituation zeigt sich, welche zentrale Bedeutung Technik und Naturwissenschaften für die gesamte Gesellschaft haben. „Deshalb ist es uns bei Bayer wichtig, Frauen für berufliche Tätigkeiten auf diesen Gebieten zu gewinnen und sie stärker zu fördern“, betont Thomas Spies. Eine große Hilfe seien dabei Frauen als Vorbilder. Daher sein Tipp an die Teilnehmerinnen des Girls Days: „Macht’s am besten wie Sabrina-Charlotta Borchard und Mareike Wenge.“
Hinweis zum Anmelden. Das Angebot des Bayer-Standorts Bergkamen findet sich auf der Webseite www.girls-day.de. Dort bitte einfach auf „Radar“ klicken und „Bayer“ als Suchbegriff eingeben.
Typische Tätigkeit einer Elektronikerin für Automatisierungstechnik: Mareike Wenge justiert einen Massedurchflussmesser.
Baugenehmigung fürs Stadtquartier Berg Karree: Freude im Rathaus und bei den Investoren
So könnte das neue „Berg-Karree“ mit Blick von der Töddinghauser Straße aussehen.
Nachdem der Rat der Stadt Bergkamen die erste Planungsidee von Hilee B / Interra auf Eis gelegt hatte, da die Planung nicht den städtebaulichen Zielen der Stadt entsprach, war Mitte letzten Jahres der Erste Beigeordnete Dr.-Ing. Hans-Joachim Peters von den Ratsfraktionen um Vermittlung zwischen Investoren und Stadt gebeten worden.
Wenige Wochen später zogen Interra / Hilee B die erste Planung zurück und stellten in der September-Sitzung des Rates ihr neues Planungskonzept vor. Der Rat stimmte der neuen Konzeption zur Errichtung eines Stadtquartiers „Berg Karree“ zu. Die Investoren beabsichtigen nun folgende Bausteine im Berg Karree zu realisieren.
Lebensmittelvollsortimenter Edeka-Strothmann
Drogeriemarkt und kleinere Geschäfte
Barrierefreie Wohnungen in mehreren Gebäuden
Tiefgarage und ebenerdige Parkplätze
Terrassenpark
Auf dieser Basis wurde im Februar der formelle Antrag zur Einleitung des baurechtlichen Verfahrens eingereicht. Am heutigen Freitag konnte der Erste Beigeordnete Dr.-Ing. Peters die Unterschrift unter den positiven Bauvorbescheid setzen; die neue Planung setzt eins zu eins die in der Ratssitzung versprochenen städtebaulichen Ziele um.
Bürgermeister Schäfer: „Das war die richtige Strategie von Politik und Verwaltung, der ursprünglichen Planung eine Absage zu erteilen. Die jetzt genehmigte Konzeption der Investoren sieht mit Edeka-Strothmann einen zeitgemäßen Lebensmittelvollsortimenter zur Nahversorgung von Bergkamen-Weddinghofen und Bergkamen-Mitte vor. Barrierefreie Wohnungen werden Angebotslücken auf unserem Wohnungsmarkt schließen“.
Der besondere Dank des Bürgermeisters gilt dem Ersten Beigeordneten Dr. Peters und seinem Team im Bereich Bauaufsicht und Planung. Schäfer bedankt sich auch bei den Investoren, die sich in ihrer Bauplanung deutlich bewegt haben und nun bereit sind, ein den städtebaulichen Zielen entsprechendes Konzept umzusetzen.