Musik- und Postkartenaktion: Chor singt für mehr Toleranz in VKU-Bussen

Das Projekt „JederBus, Inklusion erfahren“ thematisiert Probleme, die eine Benutzung des Busses erschweren und wirbt für mehr Toleranz. In der Vorweihnachtszeit regt das von der Verkehrsgesellschaft Kreis Unna (VKU) und dem Kreis betriebene Projekt mit Aktionen zum Nachdenken an.

Der „Jederbus“ wirbt für mehr Toleranz unter den Fahrgästen der VKU.
Der „Jederbus“ wirbt für mehr Toleranz unter den Fahrgästen der VKU. Foto: VKU

Entstanden ist eine Musik- und Postkartenaktion in Kooperation mit dem Chor der Hellweg Werkstätten und mit der Band „girls&boys“ der kreiseigenen Karl-Brauckmann-Schule aus Holzwickede, einer Förderschule mit dem Förderschwerpunkt „geistige Entwicklung“.

Unterhaltungsprogramm auf mehreren VKU-Linien

Der Chor wird am Donnerstag, 17.Dezember auf der Linie R 81 zwischen Unna und Werne und die Schulband am Freitag, 18. Dezember auf verschiedenen VKU-Linien zwischen Holzwickede und Kamen unterwegs sein. Während der Fahrten musiziert der Chor bzw. die Band, um die Fahrgäste der VKU zu unterhalten und auf sich aufmerksam zu machen.

Postkarten geben Tipps zum richtigen Umgang

Da falsches Verhalten oft auch aus Unwissenheit resultiert, verteilen Mitarbeiter der VKU, der Hellweg Werkstätten bzw. am Freitag Schüler der Karl-Brauckmann-Schule parallel Postkarten mit Tipps für den Umgang mit beeinträchtigten Menschen.

Die Aktionen lösen natürlich nicht die Probleme, aber sie sind zwei von vielen Schritten. Besonders zwei Dinge sind den Verantwortlichen des VKU-Projekts „JederBus“ wichtig: Alle Lösungen werden gemeinsam mit den Betroffenen erarbeitet. Und kleine Schritte sind wichtiger, als nichts zu tun oder auf eine allumfassende, große Lösung zu warten.




Einzelticket der VKU für Fahrten in einer Stadt kosten künftig 2,60 Euro

Busfahren innerhalb einer Stadt wird ab 1. Januar für viele teurer, jedenfalls dann, wenn man mit einem Einzelticket unterwegs ist. Bisher mussten für Fahrten 1,95 Euro oder 3 Euro gezahlt werden. Diese beide Preisstufen gibt es mit dem neuen Jahr nicht mehr. Die VKU zieht sie zusammen zur Preisstufe A, die dann 2,60 Euro kosten wird. Die Preise der übrigen Preisstufen bleiben unverändert.

Werben für das neue 10er Ticket: (V.l.) VKU-Geschäftsführer André Pieperjohanns sowie der VKU-Aufsichtsratsvorsitzende und Landrat des Kreises Unna, Michael Makiolla. Foto: VKU
Werben für das neue 10er Ticket: (V.l.) VKU-Geschäftsführer André Pieperjohanns sowie der VKU-Aufsichtsratsvorsitzende und Landrat des Kreises Unna, Michael Makiolla. Foto: VKU

Wer erst nach 9 Uhr startet und mit dem VKU-Bus wieder zurück will, sollte beim Busbahnhof in jedem Fall ein Tagesticket kaufen. Das kostet nur 3,90 Euro im Stadtverkehr. Dann kann man sogar ohne weiteren Kosten bis zu vier Kinder bis zu 14 Jahren oder auch ein Fahrrad mitnehmen.#

Mit dem neuen Jahr bietet die VKU ganz neu für die Preisstufen A und 3 (Fahrten in eine Nachbarstadt) auch 10er-Tickets für 19,50 an, , also 1,95 Euro pro Fahrt. Das ist exakt der Preis der heutigen Preisstufe 1 und sogar 1 Euro preiswerter pro Fahrt für die heutige PS 2. Ein 10erTicket der Preisstufe 3 ist für 29,50 Euro, also 2,95 Euro pro Fahrt, zu haben. Das ist preiswerter als eine Fahrt mit der heutigen Preisstufe 2.

Das 10erTicket gibt es nur im Barverkauf, allerdings nicht im Bus, jedoch in allen Vorverkaufsstellen. Zusätzlich zu den bestehenden Verkaufsstellen gibt es eine ganze Reihe neuer, die nur das 10erTicket anbieten. Vorverkaufsstellen in Bergkamen sind das Bürgerbüro im Rathaus, Schreibwaren Best-Harder in Oberaden, Schreibwaren Brocke in Rünthe, Reisebüro Rinne-Mork auf dem Nordberg, Reisebüro Brinkmann an der Jahnstraße in Oberaden. Die erste „Light-Vorverkaufsstelle“ in Bergkamen ist Katis Café an der Hochstraße. Dort erhält man allerdings nur das 10er Ticket. Geplant ist, dass auch die Lotto-Annahmestellen zu „Light-Vorverkaufsstellen“ werden. Hierfür sind allerdings noch nicht die Verträger unterschrieben worden.

Wer jedoch ab 1. Januar 2016 im Bus ein EinzelTicket erworben hat, kann den Preis dafür erstattet bekommen – sofern er unter Vorlage dieses Tickets zusammen mit einem vom Busfahrer ausgegeben Gutschein bis Ende März ein 10erTicket in einer Vorverkaufsstelle erwirbt.

Ab sofort gibt es das 10erTicket auch als Last-Minute-Geschenk zu Weihnachten in allen Vorverkaufsstellen. Wer seine Lieben ökologogisch verwöhnen will, erhält ein 10erTicket im passenden Geschenkumschlag für  Fahrten innerhalb einer Stadt für 19,50 EUR oder für Fahrten in die Nachbarstadt für 29,50 EUR.

Weitere Auskunft zum Thema Bus und Bahn gibt es bei der kreisweiten ServiceZentrale fahrtwind unter Telefon 0 800 3 I 50 40 30 (elektronische Fahrplanauskunft, kostenlos) oder 0 180 6 / 50 40 30 (personenbediente Fahrplanauskunft, pro Verbindung: Festnetz 20 ct/ mobil max.  60 ct) oder im Internet www.vku-online.de.

 

 

 




Straßen.NRW bestätigt jetzt auch schriftlich: Ersatzbrücke über die Lippe kommt

Ein Zeitungsbericht über den geplanten Neubau der Lippebrücke der B 233 hatte vor einigen Tagen in der Bergkamener Facebook-Gruppe für Verwirrung gesorgt. Jetzt hat die Stadt Bergkamen auf ihre Homepage das offizielle Ergebnis von Straßen.NRW der Bürgerversammlung zu diesem Thema am 17. November gesetzt.

Straßen NRW stellte am Dienstagabend eine Behelfsbrücke im Foto vor, wie sie während der Bauphase für den Brückenneubau über die Lippe errichtet werden kann.
Straßen NRW stellte am 17. November im Ratstrakt eine Behelfsbrücke im Foto vor, wie sie während der Bauphase für den Brückenneubau über die Lippe errichtet werden kann.

Darin wird eindeutig festgehalten, dass die von Bürgern, der Politik und den Verwaltungen geforderte Ersatzbrücke direkt neben der alten Lippe kommen wird. Nur Lkw müssen einen weiten Umweg fahren.

Interessant aus „Bergkamener Erfahrungen“ ist ein Zusatz, der in der Bürgerversammlung überhaupt nicht angesprochen wurde: Ein „Fledermaus-Problem“ erwarten die Straßenplan nicht. Sie rechnen aber damit, dass nach dem Neubau der Brücke sich die Lage bei Hochwasser erheblich entspannen wird:

Hier nun die wichtigsten Passagen der Stellungnahme von Straßen.NRW:

„Bei der Bürgerversammlung wurden die Vorüberlegungen zur Erneuerung der Lippebrücke, die gewählte Variante „Behelfsbrücke“ mit ihren Auswirkungen, der Verfahrensstand und der weitere Planungsablauf aufgezeigt. In der folgenden Diskussionsrunde wurden weitere Details erläutert. Im Anschluss an die Diskussion im Plenum konnten die Bürgerinnen und Bürger den Planern in der Planausstellung weitere Fragen stellen. Die insgesamt behandelten Fragen und Antworten werden im Folgenden zusammengefasst aufgeführt: Untersuchungen haben ergeben, dass der Zustand der Lippebrücke erneuerungsbedürftig ist. Eine Ablastung ist derzeit nicht erforderlich, der Zustand der Brücke wird aber weiterhin beobachtet.

Das Planfeststellungsverfahren zur Erneuerung der Lippebrücke wird Ende 2016 eingeleitet, sodass etwa im dritten Quartal 2018 mit dem Bau der begonnen werden kann. Die Details zur Art und zum Bau der neuen Lippebrücke werden im weiteren Planungsprozess bis zur Einleitung des Planfeststellungsverfahrens ausgearbeitet.

Während der Baumaßnahme wird der Verkehr über eine Behelfsbrücke geleitet, welche zwischen der Lippebrücke und der ehemaligen Eisenbahnbrücke errichtet wird. Dadurch können alle Fahrbeziehungen sowie der ÖPNV aufrechterhalten werden. Lediglich für den Lkw-Verkehr wird die Behelfsbrücke gesperrt, um die Belastung für die Anwohner zu verringern und den im normalen Schichtbetrieb geplanten Baustellenbetrieb möglichst störungsfrei ablaufen zu lassen. Nach derzeitigem Planungsstand ist eine Tonnagebeschränkung von 3,5 t angedacht. Eine abschließende Beurteilung steht aber noch aus. Die Beschränkung wird frühzeitig und großräumig ausgeschildert. Um gleichzeitig stattfindende Baustellen auf der A 1 weitgehend auszuschließen, finden Abstimmungen zwischen der Regionalniederlassung Ruhr und der Autobahnniederlassung Hamm statt.

Die Behelfsbrücke wird aus Einzelelementen errichtet, welche mehrmals und je nach Einsatzort flexibel eingesetzt werden können, um beispielsweise unterschiedliche Entfernungen zu überwinden. Sie wird etwas unter dem Höhenniveau der heutigen Lippebrücke liegen, um die Zufahrt des angrenzenden Grundstücks ohne eine stark geneigte Rampe anschließen zu können. Für die betroffenen Anwohner wird es im weiteren Planungsprozess einen Ortstermin geben, bei dem zum besseren Verständnis der Fahrbahnverlauf während der Baumaßnahme abgesteckt wird. Bezüglich des Termins wird der Landesbetrieb auf die Anwohner zukommen.

Bezüglich der Regelung der Ein- und Ausfahrtsituation für die Anwohner während der Baumaßnahme sind Abstimmungen mit der Straßenverkehrsbehörde erforderlich. Es könnte beispielsweise beschildert werden, dass die Zufahrten bei Rückstau freizuhalten sind. Eventuell könnten auch vorgelagerte Haltelinien markiert werden. Hinsichtlich der Lärmsituation und evtl. Schäden durch die Verkehrsführung während der Baumaßnahme auf den privaten Grundstücken werden im Vorfeld umfangreiche Untersuchungen und Gutachten erstellt. Aufgrund der Nähe der Baustelle zur Wohnbebauung wird außerdem eine gutachterliche Begleitung der Baumaßnahme erfolgen.

Die Baustellenlogistik ist aufgrund der beengten Verhältnisse eine große Herausforderung. Die beiden Baufelder nördlich und südlich der Brücke bieten nur wenig Platz, sodass auf der Brachfläche nördlich der Brücke eine Lagerfläche eingerichtet werden muss. Dies führt dazu, dass der Baustellenverkehr dort die Straße und den Rad- und Gehweg queren muss, um zwischen Baufeld und Lagerfläche zu wechseln. Straßen.NRW steht zudem in Kontakt mit dem südlich der Brücke ansässigen Discounter Lidl, um evtl. einen Teil des Parkplatzes als Lagerfläche und Baustellenzufahrt nutzen zu können.

Bezüglich der Hochwassersituation steht Straßen.NRW in Kontakt mit dem Lippe-Verband. Mit der neuen Brücke wird sich die Situation verbessern, da die beiden Pfeiler in der Lippe und im Auenbereich entfallen. Bei der Planung der Behelfsbrücke durch die Baufirma wird die Hochwassersituation ebenfalls berücksichtigt.

Hinsichtlich des Vorkommens von Fledermäusen an der Lippebrücke wurden im Rahmen der Artenschutzprüfung bei mehrmaligen Begehungen optische und akustische Kontrollen durchgeführt. Eine Überprüfung auf eine Quartiersnutzung an der Lippebrücke selbst mittels Endoskopen wurde nicht vorgenommen. Ein Vorhandensein von Quartieren ist aufgrund der Beschaffenheit der Brücke (wenige bis keine Spalten oder Fugen in den Pfeilern und Widerlagern; metallene Trägerkonstruktion, mangelnde Frostfreiheit) nahezu ausgeschlossen. Mit der Wahl geeigneter Bauzeiten (Abriss der Brücke in den Wintermonaten) können artenschutzrechtliche Konflikte vermieden werden.

Im Ergebnis ist festzuhalten, dass sich aus der frühen Öffentlichkeitsbeteiligung keine wesentlichen Änderungen für die Planunterlagen ergeben haben.“




Bau der Ortsumgehung L 821n in weiter Ferne – SPD sieht sich bestätigt

Eine Realisierung der seit Jahrzehnten in Bergkamen geplanten L 821 n ist im Jahr 2016 nicht vorgesehen. Trotz eines einhelligen Votums des RVR vom 18. September wurde die L 821 n nicht in das Jahresbauprogramm 2016 des Landes NRW aufgenommen.

Aufforderung zum Bau der L 821n an der Kampstraße in Weddinghofen.
Aufforderung zum Bau der L 821n an der Kampstraße in Weddinghofen.

Die SPD-Fraktion sieht sich deshalb bestätigt, nach alternativen Entlastungsmöglichkeiten für die Bürger in Weddinghofen zu suchen und dann natürlich auch zu finden. Fraktionschef Bernd Schäfer: Den gemeinsamen Antrag vom 21.07.2015 unserer Fraktion und der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen „zur Entwicklung alternativer Verkehrskonzepte“, welchen wir in die Sitzung des Rates vom 17.09.2015 eingebracht haben, verfolgen wir mehr denn je. Zu Beginn des kommenden Jahres erwarten wir einen ersten Zwischenstandsbericht von der Verwaltung. Besonders am Herzen liegt uns ein ehrlicher Umgang mit der Öffentlichkeit und eine möglichst effiziente und zeitnahe Entlastung der betroffenen Bürgerinnen und Bürger, insbesondere im Ortsteil Weddinghofen.“

Der Entwurf des Landesstraßenbauprogramms 2016 sieht ein Finanzvolumen von 32,0 Mio. Euro für ganz NRW vor. (Mittelkürzung gegenüber 2015 um 5 Mio. Euro = 13,5 %). Kostenprognosen für die geplante 1,9 km lange L 821 n gehen von 12 Mio. Euro aus.

Bereits im Juni / Juli hat das Land NRW mehrfach sowohl im unmittelbaren Dialog mit Vertretern aus Bergkamen als auch öffentlich darauf hingewiesen, dass dem Erhalt und der Instandsetzung des bestehenden Straßennetzes absolute Priorität gegenüber der Finanzierung von neuen Straßen eingeräumt wird, u.a.:

  • Persönliches Gespräch zwischen Vertretern der SPD-Fraktion im Rat der Stadt Bergkamen und Minister Groschek im Sommer 2015.
  • Zeitschrift „Städte- und Gemeinderat“, Heft Juli-August 2015 ab Seite 6: http://www.kommunen-in-nrw.de/information/staedte-und-gemeinderat/ausgaben.html?no_cache=1
  • Auszug aus dem Schreiben des Ministers Groschek vom 16.07.2015: „Mit Datum vom 30.01.2015 ist der Planfeststellungsbeschluss bestandskräftig und die Maßnahme wird nunmehr in die Überlegungen für das Landesstraßenbauprogramm mit einbezogen. Gleichwohl bitte ich Sie zu bedenken, dass eine Wideraufnahme in das Landesstraßenbauprogramm 2016 und ein Baubeginn maßgeblich davon abhängig ist, welche Finanzmittel derzeit und zukünftig im Landeshaushalt zur Verfügung stehen.“

 

 




Zu oft am Steuer telefoniert – Bergkamener muss die „Fleppe“ angeben

Telefonieren am Steuer betrachten viele Autofahrer als Kavaliersdelikt. Die Justiz sieht das ganz anders. Jedenfalls dann, wenn man zu oft erwischt wird und noch andere vermeintlich harmlose Verkehrsverstöße hinzu kommen. Ein Bergkamener muss jetzt nach einer Entscheidung des Oberlandesgerichts Hamm für einen Monat seinen Führerschein abgeben. Fünf Verstöße gegen die Straßenverkehrsordnung in drei Jahren: Das war für die Richter zu viel.

Das sehen Polizei und Gerichte gar nicht gerne.
Das sehen Polizei und Gerichte gar nicht gerne.

Ein Verkehrsteilnehmer, der innerhalb eines Zeitraums von weniger als drei Jahren fünf ?einfachere? Verkehrsverstöße mit einem (zumindest abstrakten) Gefährdungspotenzial für Dritte begeht, kann mit einem einmonatigen Fahrverbot belegt werden. Das hat der 1. Senat für Bußgeldsachen des Oberlandesgerichts Hamm jetzt beschlossen und damit das erstinstanzliche Urteil des Amtsgerichts Hamm bestätigt.

Der heute 29 Jahre alte Bergkamener nutzte bei einer Fahrt in Hamm mit seinem Pkw VW Sharan im September 2014 verbotswidrig sein Handy. Für diesen Verstoß belegte ihn das Amtsgericht Hamm mit einer Geldbuße von 100 Euro und einem einmonatigen Fahrverbot. Bereits im Januar 2012 und im März 2014 hatte der Betroffene sogenannte ?Handyverstöße? begangen, die mit Bußgeldern geahndet worden waren. In der Zeit zwischen diesen beiden Taten überschritt er die zulässige Höchstgeschwindigkeit innerorts in 2 Fällen um jeweils 22 km/h. Die beiden Geschwindigkeitsverstöße wurden ebenfalls mit Bußgeldern geahndet.

Der 1. Senat für Bußgeldsachen des Oberlandesgerichts Hamm hat die Rechtsbeschwerde des Bergkameners gegen die erstinstanzliche Verurteilung durch das Amtsgericht Hamm als unbegründet verworfen. Gegen den Betroffenen sei – so der Senat – zu Recht neben der Geldbuße auch ein Fahrverbot verhängt worden. Der Betroffene habe seine Pflichten als Kraftfahrzeugführer beharrlich verletzt. Beharrliche Pflichtverletzungen lägen vor, wenn ein Verkehrsteilnehmer durch die wiederholte Verletzung von Rechtsvorschriften erkennen lasse, dass es ihm an der für die Teilnahme am Straßenverkehr erforderlichen rechtstreuen Gesinnung und der notwendigen Einsicht in zuvor begangenes Unrecht fehle.

Insoweit komme es auf die Zahl der Vorverstöße, ihren zeitlichen Abstand und auch ihren Schweregrad an. Dabei könne neben gravierenden Rechtsverstößen auch aus einer Vielzahl kleinerer Rechtsverstöße auf eine mangelnde Rechtstreue zu schließen sein, wenn ein innerer Zusammenhang im Sinne einer Unrechtskontinuität zwischen den Zuwiderhandlungen bestehe.

Der Betroffene habe insgesamt fünf Verkehrsverstöße innerhalb eines Zeitraums von deutlich weniger als drei Jahren begangen. Die Verkehrsverstöße wiesen jeweils Verhaltensweisen mit einem gewissen Gefährdungspotenzial für Dritte auf, nach dem Straßenverkehrsgesetz handele es sich um ?verkehrssicherheitsbeeinträchtigende? Ordnungswidrigkeiten. Das lasse auf die erforderliche Unrechtskontinuität zwischen den Verkehrsverstößen schließen und rechtfertige die Bewertung, dass es dem Betroffenen an der für die Teilnahme am Straßenverkehr erforderlichen rechtstreuen Gesinnung und der notwendigen Einsicht in zuvor begangenes Unrecht fehle. Deswegen sei er zu Recht auch mit einem Fahrverbot belegt worden.

Rechtskräftiger Beschluss des 1. Senats für Bußgeldsachen des Oberlandesgerichts Hamm vom 17.09.2015 (1 RBs 138/15)




Straßen.NRW: Behelfsbrücke über die Lippe kommt – Es gibt aber Einschränkungen

Die Behelfsbrücke über die Lippe kommt. „Davon können sie ausgehen“, erklärten am Dienstagabend Christoph Neumann und Joachim Kaminski von der Regionalniederlassung Bochum von Straßen NRW im Bergkamener Ratssaal. Dort hatte die Straßenbaubehörde die aktuellen Plänen für den Abriss und Neubau der Lippebrücke der B233 vorgestellt. Voraussichtlicher Baustart ist frühestens im 3. Quartal 2018.

Straßen NRW stellte am Dienstagabend eine Behelfsbrücke im Foto vor, wie sie während der Bauphase für den Brückenneubau über die Lippe errichtet werden kann.
Straßen NRW stellte am Dienstagabend eine Behelfsbrücke im Foto vor, wie sie während der Bauphase für den Brückenneubau über die Lippe errichtet werden kann.

Dass diese Behelfsbrücke kommt, ist weniger ein Verdienst des geschlossenen Auftretens der Kommunalpolitik diesseits und jenseits der Lippe. Entscheidend war vielmehr, zu den geschätzten Baukosten von 3,3 Mio. Euro noch zusätzlich eine Million draufzupacken, dass nur so die Sicherheit der Rünther Bürgerinnen und Bürger gewährleistet ist.

Zwingend notwendig ist es zum Beispiel, dass bei einem Gebäudebrand wie zuletzt an der Feldstraße auch die Drehleiter der Feuerwehr Werne mit anrücken. Auch der Notarzt kommt, wenn er gebraucht wird, aus dieser Nachbarstadt. Beide, Notarzt und Feuerwehr, hätten nach den ursprünglichen Pläne, auf eine Behelfsbrücke zu verzichten, einen um Umweh fahren müssten, der mindesten 12 Minuten gekostet hätte. Im Zweifelsfall kämen dann die Retter aus Werne zu spät nach Rünthe.

Es kommt eine Behelfsbrücke, ein vollständiger Ersatz ist sie aber nicht. Fußgänger und Radfahrer müssen die benachbarte ehemalige Zechenbahnbrücke nehmen. Fahrzeuge, die schwerer sind als 3,5 Tonnen werden auf die Umleitungsstrecke geschickt. Außerdem wird es ein Tempolimit von 30 km/h geben.

Ausgenommen von der Tonnagebeschränkung sind Rettungsfahrzeuge und Linienbusse. Allerdings wird sich die VKU für die Zeiten großer Fahrgastzahlen auf den Linien R 81/82 und S80 etwas einfallen lassen müssen. Dass über die Behelfsbrücke die großen Gelenkbusse fahren können, glauben Christoph Neumann und Joachim Kaminski nicht.

Der Bergkamener Ratssaal war am Dienstagabend mit interessierten Bürgerinnen und Bürgern aus beiden Städten gut gefüllt. Unter ihnen auch Claudia Röttger. Für ihr Gartencenter in Overberge hätte der Verzicht auf eine Behelfsbrücke große Umsatzeinbußen bedeutet. „30 Prozent unserer Kunden kommen aus Werne.“ Sie glaube nicht, dass alle Kunden aus der Nachbarstadt bereit wären, die lange Umleitungsstrecke zu fahren, erklärte sie. In dieser Frage hatte es Gespräche unter den Händlern und Gewerbetreibenden in Rünthe gegen.

Nach gut einer Stunde war die Infoveranstaltung beendet gewesen. Nennenswerten Widerstand gegen die jetzt bekannten Pläne zum Brückenneubau gab es nicht. Einen ruhigen Job hatte dann auch der Moderator, ein Mitarbeiter einer Agentur in Bonn. Auf solche Moderatoren greifen Behörden inzwischen gern zurück, wenn sie glauben, der Dialog mit dem Bürger brauche wegen der Brisanz des Themas eine professionelle Leitung.




Versorgungsleitungen in der Berliner Straße werden modernisiert – Arbeiten beginnen noch diese Woche

 

Noch im Laufe dieser Woche beginnen die GSW mit der Erneuerung des Mittelspannungskabels in der Berliner Straße in Bergkamen, zwischen den Kreuzungen Buchfinkenstraße und Goekenheide. Die mitlaufenden Niederspannungskabel werden ebenfalls erneuert.

Die Baumaßnahmen erfolgen in offener Bauweise und daher ist abschnittsweise mit Verkehrsbehinderungen sowie kurzzeitigen Abschaltungen im Niederspannungsbereich zu rechnen.

Die GSW bemühen sich in Zusammenarbeit mit dem ausführenden Tiefbauunternehmen, die Baumaßnahme so schnell wie möglich durchzuführen. Die Wetterbedingungen im nahenden Winter können jedoch das Fortschreiten der Maßnahmen beeinflussen und möglicherweise verzögern.

Die GSW bitten die Anlieger um Verständnis.




Info-Veranstaltung zum Neubau der Lippebrücke B 233 – Behelfsbrücke kommt

Die Pläne für den Neubau der Lippebrücke (B 233) auf der Stadtgrenze Bergkamens zu Werne werden am kommenden Dienstag, 17. November, ab 18.30 Uhr in einer Informationsveranstaltung im großen Bergkamener Ratssaal der Öffentlichkeit vorgestellt. Wichtiges Detail ist hierbei, dass während der Bauzeit der Straßenverkehr über eine Behelfsbrücke geleitet wird.

Die Behelfsbrücke soll zwischen die alte Lippebrücke und die ehemalige Zechenbahnbrücke gesetzt werden.
Die Behelfsbrücke soll zwischen die alte Lippebrücke und die ehemalige Zechenbahnbrücke gesetzt werden.

Gegen solch eine Ersatzbrücke hatte sich zunächst Straßen NRW aus Kostengründen gesperrt. Bauausschussvorsitzender Marco Morten Pufke (CDU)  wertete das Umschwenken der Behörde als einen Erfolg, der erreicht worden sei, weil alle Betroffenen sich laut für eine Ersatzbrücke ausgesprochen hätten. Dass eine Vollsperrung nicht möglich sein wird, wurde aber schon während der Beteiligung der Träger öffentlicher Belange klar. Die Rettungswege würden dadurch viel zu lang, erklärten sie. Jüngstes Beispiel: Beim Brand eines Mehrfamilienhauses an der Feldstraße in Rünthe hätte die Drehleiter der Feuerwehr Werne nicht so schnell zur Hilfe kommen können.

Pufke Aufruf zur Geschlossenheit zielte offensichtlich auch auf einen anderen Tagesordnungspunkt, bei dem die Ortsumgehung L 821 n im Mittelpunkt stand. Er berichtete, dass das Land 2016 nur 32 Mio. Euro für den Straßenbau zur Verfügung stellen wird. Ob damit die L 821n finanziert wird, werde erst mit der Verabschiedung des Landeshaushalts fürs kommende Jahr entschieden.

Der Landesbetrieb Straßenbau NRW plant die Erneuerung der Lippebrücke im Verlauf der B233 auf den Stadtgebieten von Werne und Bergkamen. Die über 70 Jahre alte Brücke hat erhebliche Schäden, welche durch Instandsetzungsmaßnahmen nicht mehr behoben werden können.

Vorgesehen ist die Erneuerung des Bauwerks in alter Lage mit einem breiteren Querschnitt, um den vorhandenen Linksabbiegestreifen von der B233 in die L736 zu verlängern. Dadurch wird die Leistungsfähigkeit des Knotenpunktes optimiert und somit die Staubildung reduziert. Durch das neue Brückenbauwerk wird sich außerdem die Gewässersituation für die Lippe verbessern.




Oldtimer-Werkstätten, Romantik-Hotel, Museum und mehr auf dem Hof Keinemann

Der Hof Keinemann entwickelt sich zum Mekka der Oldtimer-Freunde. Das zeigte sich am Sonntag, als sich die Eigentümer historischer Automobile, Motorräder und Nutzfahrzeige samt ihren Familien und Freunden auf dem ehemaligen Bauernhof am Westenhellweg in Rünthe trafen.

Thomas Albrecht-Tiedemann hat große Pläne für den Hof Keinemann in Rünthe.
Thomas Albrecht-Tiedemann hat große Pläne für den Hof Keinemann in Rünthe.

An jedem ersten Sonntag im Montag lädt der neue Eigentümer Thomas Albrecht-Tiedemann zum Oldtimer- und Bikertreff ein. Jedes Mal werden es mehr. Doch dies ist nicht der Grund, warum er am Dienstag im Stadtentwicklungsausschuss seine Pläne für die Hofstelle Keinemann erläutern will.

Oldtimer (4)Was die Stadt und die Politiker mit Sicher interessierten wird, sind die neuen Arbeitsplätze, die in den Gebäuden entstehen sollen. Auf dem Hof Keinemann sollen sich nach den Plänen Albfecht-Tiedemanns mit einer Restaurations-Werkstatt, einem Stellmacher, einem Sattler und einem Fahrzeugpfleger an einem Ort die Handwerker ansiedeln, die die Besitzer solch seltener Karossen dringend brauchen. Dazu kommt auch eine auf Oldtimer spezialisierte Prüfstelle für die Hauptuntersuchung.

Die Bullys haben noch vorn Ausstellfenster.
Die Bullys haben noch vorn Ausstellfenster.

„Man glaubt gar nicht, wie viele Oldtimer es allein in Bergkamen gibt“, betont Thomas Albrecht-Tiedemann. Dabei zeigt er auf vier US-amerikanische Straßenkreuzer, die alle Bürgerinnen und Bürger dieser Stadt gehören. Sie fallen allerdings kaum im Stadtgebiet auf, weil sie nur zu besonderen Anlässen aus der schützenden Garage gefahren werden. Zu diesen Anlässen gehörte der Oldtimer-Treff auf dem Hof Keinemann an einem Feiertag mit Bilderbuchwetter.

Oldtimer (14)Rund 50 neue Arbeitsplätze werden es wohl sein, die in Rünthe entstehen, schätzt der Oldtimer-Fan, der selbst betagt Autos aus der Vorkriegszeit sammelt. Vielleicht wird er sie im geplanten Museum zeigen. Die Besucher können sich in einem Café oder im Restaurant stärken. Und wer es ganz romantisch haben möchte, kann in einem entsprechenden Hotel über Fahrten in einem schicken Cabriolet träumen.

Eine Corvette-Stingray
Eine Corvette-Stingray

In diese Arbeitsplatzbilanz hat Thomas Albrecht-Tiedemann auch die mit eingerechnet, die er aus einer ganz anderen Sparte mitbringen will. Das Geld für sein Hobby verdient er als Brandschutzsachverständiger. Sein Büro befindet sich noch in Unna. Nach Abschluss der Renovierungs- und Modernisierungsarbeiten in einem Nebengebäude will er den Firmensitz nach Rünthe verlegen.

Dann fallen die täglichen Fahrten zum Büro weg. Denn er wohnt schon auf dem Hof Keinemann. Künftig wird er dann den Prunkstücken seines Hobbys Tag und Nacht ganz nahe sein – fast jedenfalls.




Bergkamener Kegelklub gewinnt bei der Sparlotterie einen neuen Golf Lounge

Das hat es bei der Sparkasse Bergkamen-Bönen noch nie gegeben: Ein Kegelklub gewinnt bei der Sparlotterie ein Auto. Solche Gewinne an eine größere Gruppe hat VW hingegen schon öfters in Wolfsburg weitergegeben. Ungewöhnlich sei aber schon, dass bei der Frage „Wer kriegt denn nun den Golf?“ kein Streit ausbricht, erfuhren Hans-Werner Maidorn und Dirk Müller, als sie ihn in der vergangenen Woche in der Autostadt abholten.

Der gesamte Kegelclub "Ruhig Blut" war bei der offiziellen Übergabe des Golfs dabei, fahren werden ihn Brigitte (3.v.l.) und Hans-Werner Maidorn (l.)
Der gesamte Kegelclub „Ruhig Blut“ war bei der offiziellen Übergabe des Golfs dabei, fahren werden ihn Brigitte (3.v.l.) und Hans-Werner Maidorn (l.)

Es ist übrigens nicht der erste Hauptgewinn, den die Bergkamener Kegelschwestern und Kegelbrüder bei der Sparlotterie einfuhren. Vor etwa 15 Jahren waren es 10.000 DM, die ihnen Fortuna in die Kasse spülte. Damals lüftete Dirk Müller als offizieller Ansprechpartner bei der Sparkasse das freudige Geheimnis erst bei einem vorweihnachtlichen Essen des Clubs. Das ging diesmal nicht. Schließlich gab es einen festen Abholtermin für das Auto. Spätestens dann musste der neue Besitzer feststehen.

Als Hans-Werner Maidorn vom großen Losglück des Kegelclubs erfuhr, dachte er: Das wäre doch etwas für uns. Er besprach die Angelegenheit zunächst mit Ehefrau Brigitte. Nachdem die beiden sich für den Golf entschieden hatten, unterbreiteten sie den anderen vier Paaren des Kegelclubs bei einem gemeinsamen Essen ein Angebot. Wie dieses Angebot aussah, wollte niemand am Freitagnachmittag bei der offiziellen Übergabe des Hauptgewinns in der Hauptstelle der Sparkasse verraten. Natürlich war der gesamte Club zu diesem schönen Termin gekommen. Es gab Kaffee und Kuchen. Die Stimmung sagte nur eins: An dem Golf, übrigens ein Benziner, ist hier keine Freundschaft zerbrochen.

Immerhin Kegeln die fünf Paare schon seit 32 Jahren gemeinsam. Das schweißt zusammen. Heimisch ist er in den Kuhbachstuben in Weddinghofen. Auch der Club-Name sagt eigentlich schon alles: „Ruhig Blut“.




Stadtbahn Dortmund-Bergkamen-Hamm wird wieder ein Thema

Bleibt die Stadtbahn Dortmund-Bergkamen-Hamm ein Traum? Mag sein, doch die Stadt Bergkamen lässt nicht locker. Sie will jetzt dieses Zukunftsprojekt für den neuen ÖPNV-Bedarfsplan NRW  ab 2017 anmelden.

So könnte es in Zukunft an Rathaus und Busbahnhof aussehen: Die Stadtbahn rollt ein. (Fotomontage: Kreis Unna)
So könnte es in Zukunft an Rathaus und Busbahnhof aussehen: Die Stadtbahn rollt ein. (Fotomontage: Kreis Unna)

Die Bezirksregierung hatte die Kommunen aufgefordert, Vorschläge für diesen Bedarfsplan zu entwickeln. Das soll jetzt für die Stadtbahn Dortmund-Unna-Hamm geschehen. Sollte hier der Regionalrat und das Landes-Verkehrsministerium positiv zustimmen und ihn in die Stufe 1 befördern, heißt das allerdings nicht, dass in zwei Jahren Baustart ist. Der neue Bedarfsplan hat eine Laufzeit bis 2030.

Hier glaubt aber die Stadt, gute Argumente auf ihrer Seite zu haben. In der nächsten Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses am 3. November steht das Projekt Stadtbahn auf der Tagesordnung. Hierzu heißt es in der Vorlage:

„Das Projekt ist für Bergkamen aufgrund der derzeit fehlenden Schienenanbindung für den Personenverkehr von grundsätzlicher Wichtigkeit. Darüber hinaus hat das Projekt gegenüber der früheren IGVP-Anmeldung durch die Lage benachbart zur Wasserstadt Aden weiter an Bedeutung gewonnen. Zudem hat die RegionalStadtBahn bereits textlich und zeichnerisch Eingang in verschiedene Planwerke gefunden. Neben einer Darstellung im gültigen Regionalplan (Gebietsentwicklungsplan (GEP) Regierungsbezirk Arnsberg, Teilabschnitt Oberbereich Dortmund, westlicher Teil (Dortmund – Kreis Unna – Hamm)) ist der Trassenverlauf in den 2014 beschlossenen und von der Bezirksregierung Arnsberg genehmigten Flächennutzungsplan der Stadt Bergkamen aufgenommen worden und damit Ziel der Stadtentwicklung. Aus diesen Gründen soll es erneut für den neuen ÖNPV-Bedarfsplan gemeldet werden.“