Alles für den Frühling im Garten: Messe „Natur und Garten“ in der Ökologiestation
Am Samstag, 6. Mai, ist es wieder so weit: alle, die etwas Besonderes für ihren Garten suchen, sind in und um die Ökologiestation in Bergkamen-Heil willkommen. Von 12.00 bis 16.00 Uhr bieten zahlreiche Stände Pflanzen an, die man so nicht in den großen Gartenzentren findet.
Aber auch Fachfragen, etwa zur Gartengestaltung, zum Baumschnitt oder zur richtigen Bepflanzung werden kompetent beantwortet. Die GWA erteilt Ratschläge zur Bodenbearbeitung und verteilt Kompost zum Mitnehmen. Die Unnaer „Honigdiebe“ führen nicht nur Honig sondern auch über den Bienenstand der Ökostation. Gegen Messemüdigkeit helfen die süßen Köstlichkeiten der Landfrauen, deftige Reibekuchen und die fleischlichen Verführungen vom Neuland Biofleisch Grill. Die Verbraucherzentrale gibt regionale Einkaufstipps und saisonale Rezeptideen, Literatur zum Thema Garten bietet die Buchhandlung Beckmann aus Werne an. Schicke Gartenmöbel, Chutneys aus Bergkamen, selbstgemachte Marmeladen, Brot, eingelegtes Gemüse und Obst runden das Angebot ab.
Kreis-Umweltamt gibt Tipps: Wie gestalte ich einen naturnahen Gartenteich?
Mit dem Frühling kommt die Idee für den Gartenteich: schön anzusehen und Lebensraum für Tiere und Pflanzen. Was beim Teichbau zu beachten ist, erklärt die untere Landschaftsbehörde des Kreises Unna.
Selbst ein kleines Feuchtbiotop mit zwei bis drei Quadratmetern Größe ist eine Bereicherung für den Garten und vor allem für die Tier- und Pflanzenwelt. Die entstehende biologische Vielfalt richtet sich nach der Größe des Gartenteiches. Kurz gesagt: je größer, desto besser.
Deshalb lautet die Empfehlung der unteren Landschaftsbehörde, den Gartenteich an einem sonnigen Standort mit vier- bis sechsstündiger Sonneneinstrahlung anzulegen. Form und Tiefe bedingen sich teilweise gegenseitig und sind abhängig von den verwendeten Dichtungsmaterialien und dem zur Verfügung stehenden Platz. Die Uferlinie des Teiches sollte nicht gradlinig verlaufen und mindestens ein Teil sollte einen Meter tief sein, damit der Teich nicht zufriert.
Bei Folienteichen muss rund um das Gewässer ein etwa 50 Zentimeter breiter und einen Spatenstich tiefer Rand gegraben werden, in dem später die Folie ausläuft. An den Gewässerrand werden Steine unterschiedlicher Größe als Sitzwarten für Amphibien, Libellen und Vögel eingesetzt.
Der Teich sollte mit nährstoffarmem Wasser gefüllt werden. Nährstoffarme Sande und Kiese als Pflanzerde helfen den Wasserpflanzen bei ihrer Entwicklung und halten Algenblüten im Zaum. Als Boden eingebrachte Humuserde kann hingegen – im wahrsten Sinne des Wortes – das Wasser des Teiches ebenso wie die Freude am Teich schnell „trüben“.
Zur Bepflanzung eignen sich bis zu einer Wassertiefe von 20 Zentimetern unter anderem Froschlöffel, Schwertlilie, Sumpfdotterblume, Schwanenblume und Igelkolben. Bei einer Wassertiefe von über 20 Zentimetern können die Weiße Seerose, die Teichrose, das Hornkraut, Wasserknöterich und Wasserhahnenfuß gepflanzt werden. PK | PKU
Klimawandel schlägt zu – erste Polarwolf-Sichtung im Kreis Unna!
Die Kolleginnen und Kollegen der Ökologiestation trauten ihren Augen kaum, als sie am Morgen des 30. April die in der Nacht aufgezeichneten Bilder der Überwachungskamera sichteten. Was ihnen da – leicht verwackelt – entgegenblickte, hatte keiner erwartet. Die Biologen frohlockten, die Pädagogen wollten sogleich ein neues Klassenfahrt-Thema entwickeln, die Planer zeigten sich erschüttert, weil sie dies nicht geplant hatten, und nur der hauseigene Geograf zeigte sich gelassen (einen Geografen irritiert bekanntlich gar nichts mehr).
Foto: Ralf Sänger
Erste erkennungsdienstliche, biometrische Analysen lassen keinen Zweifel übrig: der nächtliche Besuch kommt von weit her – aber nicht aus erwarteter östlicher Richtung sondern aus dem hohen Norden. Es handelt sich, wie an der Fellfarbe abzulesen ist, eindeutig NICHT um den gemeinen Wolf („canis lupus“) sondern zweifelsfrei um seine nordische Unterart, den Polarwolf („canis lupus arctos“). Offensichtlich hat die Erwärmung der Polkappen bereits so dramatische Folgen, dass man bald mit allem rechnen muss. Ob allerdings Walrösser künftig am Lippestrand liegen werden, bezweifelt selbst der Geograf und Öko-Anstaltsleiter.
Uneinig sind sich indes die Fachleute, auf welcher Route der weit Angereiste den Weg zur Ökologiestation gefunden hat. Erste Vermutungen der städtischen Tourismusabteilung, der nordische Besuch könne über die „Römer-Lippe-Route“ eingewandert sein, konnte bislang nicht bestätigt werden. „Wir ermitteln in alle Richtungen“, so Ralf Sänger, „sogar die Möglichkeit, ein Gast der kürzlich beendeten Lappland-Reise des eigenen Naturerlebnisreise-Projektes „Grüner Rucksack“ könnte das Tier eingeschleppt haben, wird geprüft.“ Ein Anfangsverdacht trifft ausgerechnet einen der beiden Mitarbeiter der hauseigenen Natur fördernden Gesellschaft, Matthias T., ein Naturerlebnisreise-Stammkunde. Die ermittelnden Behörden weisen jedoch darauf hin, dass selbstverständlich die Unschuldsvermutung zu gelten habe. Auch sei nicht auszuschließen, dass sich der „Einwanderer“ unbemerkt im Handgepäck des Kollegen eingeschlichen hatte.
Die Kolleginnen und Kollegen der Ökostation rechnen für die nächsten Wochen mit einem Besucheransturm auf den lokalen Beobachtungsturm und weisen vorsorglich darauf hin, dass sich möglichst nicht mehr als 30 Schaulustige gleichzeitig auf einer Ebene des Turms aufhalten sollten, um beim Schwanken des Turms keine Massenpanik auszulösen. Darüber hinaus merken sie an, dass bei der möglicherweisen Aufstellung von Tarnzelten zu Beobachtungszwecken baubehördliche Vorgaben (Standsicherheitsnachweise, Fluchtwegepläne, Grenzabstände, Zuwegungsberechtigungen, Brandschutz, Ausgleichspflanzungen, …) zu beachten sind!
Achtung Jungwild: Brut- und Setzzeit von April bis Juli
Spaziergänger sollten die Finger von Rehkitzen und anderem jungen Wild lassen. „Der Menschengeruch schreckt die Elterntiere ab, so dass diese ihre Jungen verstoßen“, betont Kreis-Jagdberater Dietrich Junge.
Der Fachmann bezieht sich auf die von Anfang April bis Mitte Juli dauernde Brut- und Setzzeit. Junge appelliert gleichzeitig an die Landwirte, die zuständigen Jäger rechtzeitig über die Mähtermine ihrer Wiesen zu informieren.
Da das Gras den Jungtieren Schutz und Deckung bietet, sind sie beim ersten Mähen leicht zu übersehen. Schnell geraten sie in die landwirtschaftlichen Mähwerke und werden verstümmelt oder getötet. Um Rehkitze, Hasen, Fasane und Kiebitze vor den Mähmaschinen zu retten, müssen die Tiere von den Jägern aus den Wiesen verscheucht werden. PK | PKU
Ökologiestation: „Im Wald, da sind die Räuber“ – Vortrag zu den aktuellen Gefahren im Wald
Waren es früher die Räuber, vor denen man sich im Wald fürchtete, sind es heute eher Ursachen nichtkrimineller Natur. Am Dienstag, 4. April, beantworten die Förster Gerhard Dreps und Winfried Hardes in der Ökologiestation in Bergkamen-Heil häufig gestellte Fragen wie: Auf was muss ich achten, wenn ich mit Kindern in den Wald gehe? Darf ich denn überhaupt in den Wald nach dem Sturm? Wie kann ich mich gegen den Fuchsbandwurm schützen?
Ein Spaziergang im Wald birgt gewisse Gefahren. Foto: Winfried Hardes
Es werden die verschiedenen Gefahren, die vom Wald ausgehen und in ihm lauern, aus unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchtet. Die Referenten thematisieren auch die rechtlichen Grundlagen zum Betreten des Waldes und die möglichen Konsequenzen für Waldbesuchende und – besitzende. Was bedeutet das Betreten des Waldes „auf eigene Gefahr“ und wie komme ich sicher durch den Wald? Ein weiterer Schwerpunkt beleuchtet die Gefahren durch Krankheitserreger und die Wahrscheinlichkeit, an diesen zu erkranken, sowie die Möglichkeiten, sich davor zu schützen.
Gerhard Dreps war jahrelang Fachkraft für Arbeitssicherheit beim Landesbetrieb Wald und Holz NRW, Winfried Hardes ist zertifizierter Waldpädagoge bei Wald und Holz NRW im Regionalforstamt Ruhrgebiet. Beide engagieren sich im Kreisverband Unna der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald. Der etwa zweistündige Beamer-Vortrag beginnt um 19.30 Uhr und kostet 5,- € je Teilnehmer.
Aktionskreis beklagt geringes Interesse der Politik an Bürgerwindrad & Co.
Am Mittwoch traf sich der Aktionskreis Wohnen und Leben Bergkamen zu seiner 11. Jahreshauptversammlung seit Bestehen des Vereins traditionell in der Mensa der ehemaligen Hellweg-Hauptschule in Rünthe – jetzt Regenbogenschule. Mit 20 Vereinsmitgliedern war die Versammlung auch ganz ordentlich besucht.
Info-Veranstaltung des Aktionskreises in der Mensa der Regenbogenschule.
An Neuwahlen standen an: Stellv. Vorsitzende und Schriftführerin. In beiden Fällen wurde die Wiederwahl der Amtsinhaber vorgeschlagen und so kam es auch dann: Bis auf die eigene Enthaltung wurden Ulrike Dahlmann als stellv. Vorsitzende und Elke Schönberger als Schriftführerin in ihren Ämtern von allen anderen Vereinsmitgliedern bestätigt. Der umfängliche, aber kurzweilige Jahresbericht des 1. Vors. Karlheinz Röcher umfasste die Vereinsschwerpunkte „Bergbau, Schlichtungsstelle und Gremienarbeit im Landesverband Bergbaubetroffener NRW“ sowie „Schutz der Umwelt – Klimaschutz und Energiewende in Bergkamen“.
Für den Vereinsvorsitzenden ist im ersten Bereich einiges erreicht worden, während der zweite Bereich in Bergkamen eher ein „Dornröschenschlaf“ hält. Die in den letzten Monaten mit Politik und Verwaltung in Bergkamen geführten Gespräche hätten da auch keinen Anlass für die Hoffnung, dass sich da bald wirklich was „drehen“ würde – sprich z.B. ein „Bürgerwindrad“ ernsthaft gewollt wäre, so Röcher.
Zu der sich anschließenden Veranstaltung kamen weitere 15 Personen. Röcher: „Von den persönlich eingeladenen Stadträten waren lediglich zwei CDU- bzw. zwei Grünen-Vertreter sowie zwei Rünther SPD-Ratsherr anwesend. An dem eingeladenen Referenten des Abends, Projektleiter Guido Wallraven von der Klimakommune Saerbeck, kann es jedenfalls nicht gelegen haben“, beklagte sich der Vorsitzende.
Wallraven vermittelte anschaulich und engagiert, wie in Saerbeck seit 2008 zahlreiche Projekte im Bereich der Erneuerbaren Energien mit Bürgerbeteiligung und Bildungsangeboten in den Schulen mit großem Erfolg umgesetzt worden sind. Röcher: „Der Aktionskreis fragt sich, warum so etwas nicht auch in Bergkamen als vorrangiges Ziel angepackt wird.“
Neues von der Ökologiestation: Kostenloser Wohnraum für paarungswillige Störche
Kostenloser Wohnraum für Paarungswillige in Heil! Wer nun hinter diesem Angebot Anstößiges vermutet oder gar eine Umwidmung des Gästehauses, der befindet sich auf dem sprichwörtlichen Holzweg. Bevor nun scharenweise Bewerbungen auf den Vermieter niederprasseln klärt Ralf Sänger auf: „Störche werden bevorzugt behandelt!“.
Der Bergkamener Dachdecker Thomas Schlossarek (r.) und der Ökostationshausmeister Dieter Köster beim Installieren des neuen Wohnraumes. Fotos: Ralf Sänger
Des Rätsels Lösung: Seit Mittwoch Nachmittag befindet sich auf dem nördlichen Teil des Firstes der Ökologiestation ein von den FÖJlern (Freiwilliges ökologisches Jahr) des Hauses liebevoll geflochtenes Rad, welches nicht nur einen weiten Blick über die Lippeaue, sondern auch noch ein hoffentlich-attraktives Liebesnest-Angebot für paarungswillige Störche bietet. Garantien gibt es leider nicht, allerdings hätten die Anrainer nichts gegen eine gefiederte Übernahme des neuen Wohnraumes.
Das Projekt ist eine Gemeinschaftsaktion aller Einrichtungen der Ökologiestation, spendierfreudig unterstützt vom lokalen „Dachdeckerbetrieb Thomas Schlossarek“, der die Arbeiten mit seinen Mitarbeitern als Spende ohne Inrechnungstellung durchführte.
Ob sich die gewünschten Unter- oder besser „Über-Mieter“ zeigen werden? Alle drücken fest die Daumen! Zu keiner Zeit hatten wir weniger dagegen, wenn uns einer (und eine) aufs Dach steigt, so Ralf Sänger weiter.
Heute ist Weltwassertag: Übel riechende Kloake Seseke wird ein sauberes Fließgewässer
Am heutigen Mittwoch ist Weltwassertag !In diesem Jahr steht dabei das Thema „Abwasser“ im Vordergrund – ein Anlass, einmal über die Abwasserentsorgung in der Region zu informieren: In Lünen, Bergkamen, Kamen und Bönen haben sich die Verhältnisse durch das Sesekeprogramm in den letzten 30 Jahren völlig geändert. In Dortmund, wo der Emscher-Umbau Ähnliches hervorgebracht hat, ist der Umbau der Körne-Oberläufe noch im Gange.
Die Seseke im Süden von Oberaden.
Vor drei Jahrzehnten waren Seseke, Körne und Heerener Mühlbach in Kamen ebenso offene Schmutzwasserläufe wie Lüserbach und Süggelbach in Lünen, der Kuhbach in Bergkamen, Rüschebrinkgraben und Kirchderner Graben in Dortmund und der Rexebach in Bönen. Das Abwasser aus den kommunalen Kanalisationen wurde damals einfach in die Gewässer geleitet, eine Reinigung fand erst kurz vor der Lippe im großen Klärwerk Lünen-Sesekemündung statt.
Lasten des Bergbaus: bis 2005 offene Abwasserläufe
Fußgängerbrücke über dem Kuhbach im Jahr 1937. (Foto: Lippeverband)
Der Grund für diese in Deutschland höchst ungewöhnliche Form der Abwasserbeseitigung lag im Steinkohlenbergbau: Ähnlich wie die Emscherregion waren auch der Dortmunder Nordosten sowie die Städte entlang der Seseke Standorte zahlreicher Zechen. Durch den Abbau der Kohle entstanden untertage riesige Hohlräume, die an der Erdoberfläche zu Senkungen führten. Die Gewässer sanken mit ab und musste vielfach angehoben oder sogar gepumpt werden.
Geschlossene Abwasserkanäle in die Erde zu legen, erwies sich als höchst problematisch, sackte doch der Boden im wieder aufs Neue ab, so dass auch Kanäle in Schieflage geraten. Für das Bedürfnis der damaligen Zeit, das Abwasser schnell und sicher abzuleiten, waren die damaligen „Vorfluter“ aus Betonplatten vielleicht nicht die einzige, aber eine pragmatische und funktionelle Lösung.
Ende der 1980er Jahre Start des Sesekeprogramms
Bagger im Unterlauf der Seseke
Jahrzehnte später war das Ende des Bergbaus in Sicht. Damit stellte sich auch die Frage, ob es jetzt nicht an der Zeit wäre, die zu offenen Abwasserläufen umfunktionierten Gewässer wieder in einen naturnahen Zustand zu bringen. Das „Sesekeprogramm“, das Ende der 1980er Jahre von den Anrainerkommunen und dem Lippeverband beschlossen und vom Land NRW finanziell gefördert wurde, beantwortete dies mit einem klaren „Ja“.
Doch bevor Seseke und Co. wieder sauber und umgestaltet werden konnten, mussten erst einmal geschlossene Abwasserkanäle, Regenbecken, neue Kläranlagen und Hochwasserrückhaltungen gebaut werden. Bereits 1988 wurden die ersten Abwasserkanäle an der Seseke in Kamen verlegt, wenig später entstand das gigantische Hochwasserrückhaltebecken in Dortmund-Scharnhorst und 1996 nahm auch die Kläranlage Scharnhorst ihren Betrieb auf. Man hatte ganz gezielt die Dortmunder Anlage zuerst gebaut, denn das Abwasser aus der Westfalenmetropole hatte die längste Fließstrecke bis zur Lippe, entsprechend stark faulte das Wasser unterwegs vor allem im Sommer und verbreitete üble Gerüche.
Die Kläranlage (KLG) Kamen-Körnebach. Foto: Lippeverband
Heute gehört die Anlage in Dortmund-Scharnhorst zu den größten Kläranlagen des Lippeverbandes. Im Jahr 2016 wurden dort genau 15.214.722 Kubikmeter (15,2 Milliarden Liter) Abwasser – das entspricht rund 180 Millionen Badewannen – gereinigt und sauber in die Körne abgeleitet. Die Körne ist der größte Seseke-Zufluss und bringt an ihrer Mündung fast ebenso viel Wasser mit wie die Seseke selbst.
Dann wurde auch das alte Flussklärwerk Kamen-Körnebach 1998 durch einen Neubau an gleicher Stelle ersetzt. Die neue Kläranlage Kamen ist an ihren markanten, pyramidenförmigen Faultürme gut zu erkennen. Bei einer Reinigungsleistung von 15.169.964 Kubikmetern im vergangenen Jahr kann sie es mit der Kapazität der Dortmunder Kläranlage aufnehmen.
2003 wurde auch die Kläranlage Bönen am Schwarzen Weg fertiggestellt. An diesem Standort hatte es vorher noch nie eine Kläranlage gegeben. Hier werden nicht nur das Abwasser aus Bönen selbst, sondern auch die Schmutzwasserfrachten aus Heeren-Werve und dem Norden von Unna gereinigt. Bönen ist mit 6.992.130 Kubikmetern (entspricht 84 Mio. Badewannen) Jahreswassermenge 2016 die kleinste Kläranlage im Sesekegebiet.
Im Frühjahr 2005 – zu diesem Zeitpunkt war die Körne schon längst wieder sauber und die Renaturierung lief auf vollen Touren – wurde auch der Umbau des Mündungsklärwerks in Lünen und der Bau der letzten Zuleitungskanäle abgeschlossen. Ab jetzt war auch die Seseke abwasserfrei, die große Kläranlage in Lünen reinigte nicht mehr das Wasser aus einem schmutzigen Fluss wie früher, sondern nahm das Abwasser aus den Kanalnetzen von Lünen und Bergkamen auf und gab es gereinigt in die Seseke. Nach wie vor ist das Klärwerk Lünen das „Flaggschiff“ an der Seseke und hat 2016 insgesamt 21.297.506 Kubikmeter Abwasser gereinigt, entsprechend dem Volumen von rund 250 Millionen Badewannen.
Damit war der „abwassertechnische“ Teil des Sesekeprogramms abgeschlossen, es folgte die umfangreiche Renaturierung der Seseke. Ebenfalls erst in den letzten Jahren wurden auf Dortmunder Stadtgebiet die unterirdischen Abwasserkanäle an Kirchderner Graben, Rüschebrinkgraben und Körne-Oberlauf verlegt. Diese Gewässer gehören nicht zum Sesekeprogramm, gleichwohl waren sie bis Ende 2015 ebenfalls offene Schmutzwasserläufe und werden ab Sommer 2017 ökologisch verbessert. Dann werden auch dort die Betonschalen entfernt.
Wer kümmert sich um die Abwasserreinigung? Der Lippeverband hat eine eigene Abteilung für den Anlagenbetrieb im östlichen Lippegebiet. Dazu gehören alle Kläranlagenstandorte im Sesekegebiet, die jeweils von einem Abwassermeister – in Bönen ist es eine Meisterin! – geleitet werden. Insgesamt sind auf den vier Anlagen 35 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt. Die Unterhaltung der Kanäle wird von den beiden Bauhöfen des Lippeverbandes in Lünen (für das westliche Sesekegebiet) und in Hamm-Herringen (für das östliche Sesekegebiet) geleistet. Die Bauhöfe verfügen jeweils über eigene Kanal-Teams.
Hintergrund: Lippeverband
Der Lippeverband ist ein öffentlich-rechtlicher Wasserwirtschaftsverband für das Einzugsgebiet der mittleren und unteren Lippe und wurde 1926 gegründet. Seine Aufgaben sind in erster Linie die Abwasserentsorgung und -reinigung, Hochwasserschutz durch Deiche und Pumpwerke und die Gewässerunterhaltung und -entwicklung.
Kleine Bever, Kuhbach und Goldbach: Gewässerschau in Bergkamen am
Der Kreis führt vom 14. bis 29. März in allen Städten und Gemeinden gesetzlich vorgeschriebene Gewässerschauen durch. Er prüft dabei die ordnungsgemäße Unterhaltung der Flüsse bzw. veranlasst dafür notwendige Maßnahmen. In Bergkamen findet die Gewässerschau am Montag, 27. März statt.
Treffpunkt der Teilnehmer ist um 8.30 Uhr in der Eingangshalle des Rathauses der Stadt Bergkamen. Besichtigt werden die Gewässer Kleine Bever, Kuhbach und Goldbach.
An der Begehung nehmen die Vertreter der Unteren Wasserbehörde und der Stadt Bergkamen teil. Ebenfalls dabei sein können die zur Gewässerunterhaltung Verpflichteten, die Eigentümer und Anlieger der Gewässer, die zur Benutzung des Gewässers Berechtigten, die Fischereiberechtigten und Vertreter der Unteren Landschaftsbehörde. PK | PKU
Weltwassertag am Mittwoch: Lippeverband macht daraus eine „Weltwasserwoche“ und erklären im Internet das Thema Abwasser
Jedes Jahr am 22. März feiern die Vereinten Nationen den Weltwassertag. In diesem Jahr lautet das Motto „Wasser und Abwasser“. Die beiden regionalen Wasserwirtschaftsverbände Emschergenossenschaft und Lippeverband sind gemeinsam Deutschlands größter Abwasserreiniger – und machen daher in der kommenden Woche aus dem Weltwassertag gleich eine ganze „Weltwasserwoche“:
Kläranlage Dortmund Deusen, Foto: Luftbild Hans Blossey,
Von Montag bis Freitag werden die Flussmanager jeden Tag einen Beitrag im Internet veröffentlichen, der den genauen Weg des Abwassers nachzeichnet: von der Toilettenspülung über den Transport durch Abwasserkanäle bis zur Reinigung in der Kläranlage. Nachzulesen sind die Beiträge auf dem eigenen Emscher-Lippe-Blog unter der Adresse blog.eglv.de
Die Serie startet am Montag mit den hunderten Kanalkilometern, die Emschergenossenschaft und Lippeverband etwa im Rahmen der beiden Generationenprojekte Emscher-Umbau und Seseke-Umgestaltung unterirdisch verlegen. Allein beim Emscher-Umbau sind dies rund 430 Kilometer an neuen Kanaltrassen, die unter Tage im dicht besiedelten Emscherland gebaut werden. Am Dienstag widmet sich der Emscher-Lippe-Blog dann dem Sonderfall Hamm – denn dort betreibt der Lippeverband mit seiner Stadtentwässerung Hamm auch das städtische Kanalnetz!
Am Mittwoch, dem eigentlichen Weltwassertag, erklären die Verbände die Funktionsweise von Regenwasserbehandlungsanlagen. Diese sind immens wichtig, um die Reinwasser- und Schmutzwasseranteile im Kanal voneinander zu trennen. Davon profitieren nicht nur die renaturierten Gewässer, auch der Geldbeutel wird geschont: Regenwasserbehandlungsanlagen helfen dabei, Kanaldurchmesser wirtschaftlich dimensionieren zu können. Wie genau das aussieht, wird im Blog nachzulesen sein…
Am Donnerstag erklären die Flussmanager, die zugleich Deutschlands größter Betreiber von Klärwerken sind, wie auf solch einer Anlage bei der Abwasserreinigung Energie gewonnen wird – und wie damit nicht nur Gebäude geheizt, sondern sogar die eigene Fahrzeugflotte betrieben werden kann.
Apropos Klärwerk: Wie lebt es sich eigentlich direkt an solch einer Betriebsanlage, in der die Abwässer der Region gereinigt werden? Darüber berichtet eine Mitarbeiterin aus höchst eigener Erfahrung am Beispiel des Klärwerks Emschermündung in Dinslaken.
Hier noch einmal die Adresse: blog.eglv.de
Hintergrund:
Die Emschergenossenschaft wurde 1899 in Bochum gegründet. Ihre Aufgaben sind die Unterhaltung der Emscher, die Abwasserentsorgung und -reinigung sowie der Hochwasserschutz. Seit 1992 plant und setzt die Emschergenossenschaft das Generationenprojekt Emscher-Umbau um. Über einen Zeitraum von rund 30 Jahren investiert die Emschergenossenschaft prognostizierte 5,266 Milliarden Euro in die Revitalisierung des Emscher-Systems.
Der 1926 gegründete Lippeverband bewirtschaftet das Flusseinzugsgebiet der Lippe im nördlichen Ruhrgebiet und baute unter anderem den Lippe-Zufluss Seseke um. In das Projekt (1985 bis 2014) investierte der Lippeverband rund 500 Millionen Euro, es gilt als Vorläufer des Emscher-Umbaus. Gemeinsam haben Emschergenossenschaft und Lippeverband rund 1600 Mitarbeiter und sind Deutschlands größter Abwasserentsorger und Betreiber von Kläranlagen (rund 740 Kilometer Wasserläufe, rund 1320 Kilometer Abwasserkanäle, rund 350 Pumpwerke und fast 60 Kläranlagen).
Info-Veranstaltumg zum Thema „Klimaschutz und Energiewende mit Bürgerbeteiligung“
Der Aktionskreis Wohnen und Leben Bergkamen e.V. lädt am kommenden Mittwoch, 22. März, um 19 Uhr zu einer Informationsveranstaltung mit dem Thema „Klimaschutz und Energiewende mit Bürgerbeteiligung“ Mensa der Regenbogenschule (ehemals Hellweg-Hauptschule) in Rünthe ein.
Mit dieser Veranstaltung versucht der Aktionskreis eine Zwischenbilanz seiner Aktivitäten in diesem Bereich seit Oktober 2016 in Gesprächen mit der Bergkamener Politik zu ziehen und mit weiteren Impulsen die Bürgerbeteiligung beim Thema „Klimaschutz und Energiewende“ in Bergkamen voran zu bringen.
Der Referent des Abends, Projektleiter Guido Wallraven von der Klimakommune Saerbeck im Münsterland, will mit zahlreichen Beispielen aus seiner Kommune darlegen, wie so etwas funktionieren kann.
Als weiteren Impuls sieht der Aktionskreis seinen Aufruf zur Diskussion mit dem Titel „Unsere Energie in Bergkamen“, die allen Ratsfraktionen zugegangen ist. Desweiteren hat der Aktionskreis allen Stadtverordneten eine persönliche Einladung zu der Veranstaltung zukommen lassen.