Sparkasse Bergkamen-Bönen fördert den Umweltschutz mit modernen Mitarbeiterangeboten und nachhaltigen Programmen
Sparkassen-Vorstand Tobias Laaß
Die Sparkasse hat sich das Thema Nachhaltigkeit auf die Fahnen geschrieben. Schon viele Jahre bietet sie den Kunden die Vermittlung von Förderkrediten für energetisches Bauen und Sanieren an. Aber auch für private und institutionelle Anleger öffnet die Sparkasse den Zugang zu nachhaltigen Anlageprodukten.
Doch neben den Produkten ist es der Sparkasse auch wichtig eigene Beiträge zum Thema Nachhaltigkeit zu leisten.
So wurde im Rahmen des Neubaus der Hauptstelle im Jahre 2016 eine Photovoltaikanlage auf dem Dach installiert, mit welcher rund 64 Tsd. kWh Strom produziert werden, die den Eigenbedarf zu 100 % abdecken und es bleiben noch rd. 20 % für die Netzeinspeisung übrig.
Ein weiterer Schritt in Richtung nachhaltiges Handeln ist die Förderung der Mitarbeiter mittels „Rad-Leasing“.
Seit Juli können Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Sparkasse Bergkamen-Bönen das immer beliebter werdende Dienstfahrrad-Leasing in
Anspruch nehmen. Fahrräder und E-Bikes können zu vergünstigten Konditionen vor Ort geleast werden. Wer statt mit 4 Rädern nur mit 2 Rädern unterwegs ist, der profitiert nicht nur im Geldbeutel, sondern trägt auch einen Teil zum Erhalt unserer Umwelt bei. Die Zahl der Radler steigt kontinuierlich. Ob bei sommerlichen Temperaturen oder an herbstlichen Tagen, die Radfahrer genießen die Fahrt
an der frischen Luft.
„Wir unterstützen die Gesundheit unserer Mitarbeiter. Die Nachfrage und das Interesse an dem Thema ist groß. Ich selbst fahre seit Mitte Juli regelmäßig mit dem Rad ins Büro „, so Tobias Laaß Vorstand der Sparkasse Bergkamen-Bönen. Das Angebot wurde bereits zu Beginn zahlreich von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie deren Partnerinnen und Partner in Anspruch genommen. Mit dieser Aktion zeigt die Sparkasse einmal mehr, dass sie ein moderner Arbeitgeber in der Region ist.
Bergkamens Kommunalparlament belegt bundesweit den 2. Platz beim STADTRADELN 2019
Bergkamen hat auch in diesem Jahr an der bundesweiten Aktion „STADTRADELN – Radeln für ein gutes Klima“ teilgenommen und Bürgermeister Roland Schäfer, selbst überzeugter Radler und Teilnehmer beim STADTRADELN, freut sich über den Bergkamener Erfolg.
Nach Mitteilung des Klima-Bündnis e.V., dem Organisator des STADTRADELNs, belegt Bergkamen in der Kategorie „fahrradaktivstes Kommunalparlament“ bei den Städten mit 50.000 – 99.999 Einwohnern bundesweit den 2. Platz von insgesamt 90 Kommunen vergleichbarer Größe.
Dazu haben 23 Mitglieder des Rates der Stadt Bergkamen gemeinsam 5.648 Fahrrad-Kilometer in der dreiwöchigen Aktionszeit „erradelt“. Im Vergleich zum Vorjahr konnten die Mitglieder des Rates eine Steigerung von 350
Fahrrad-Kilometern erzielen und sich somit um einen Platz verbessern.
Mit der Aktion STADTRADELN wird jedes Jahr bundesweit ein starkes Zeichen für den Klimaschutz sowie den aktiven Beitrag eines jeden Einzelnen gesetzt. Und da Klimaschutz nicht nur jeden angeht, sondern nur in der Gemeinschaft gelingen kann, ist auch das Gesamtergebnis des Bergkamener STADTRADELNs ein Erfolg. Insgesamt haben an der diesjährigen Aktion 393 Radelnde eine Strecke von 67.147 km zurückgelegt. Durch den Umstieg auf das Fahrrad konnten somit in Bergkamen rund 10 t Co2-Emissionen vermieden werden.
Bürgermeister Roland Schäfer bedankt sich an dieser Stelle bei den teilnehmenden Kommunalpolitikern und bei allen Bergkamener Stadtradlerinnen und Stadtradlern für ihren Einsatz und das tolle Ergebnis. Das soll ein Anspruch sein, auch im nächsten Jahr zum STADTRADELN wieder kräftig in die Pedale zu treten um ein ggf. noch besseres Ergebnis zu erzielen.
Insgesamt haben in diesem Jahr bundesweit 1.127 Kommunen mit über 400.000 Radlerinnen und Radlern am STADTRADELN teilgenommen und dabei rund 78 Millionen Kilometer mit dem Fahrrad zurückgelegt. Dadurch konnten gegenüber der Autonutzung mehr als 11.000 Tonnen CO2 in Deutschland eingespart werden.
Stadtgrün, Siedlungswesen, urbanes Gärtnern, Blühstreifen – was nützt es der Artenvielfalt? – Vortrag in der Ökologiestation
Am Montag, 11. November, geht Dr. Götz Loos in der Ökologiestation in Bergkamen-Heil der Frage nach, inwieweit Stadtgrün die Artenvielfalt günstig beeinflusst. In jüngster Zeit gibt es vielfache Initiativen, die Artenvielfalt, besonders hinsichtlich Insekten und Blühpflanzen, zu fördern. Während in der Landwirtschaft Blühstreifen favorisiert werden, gibt es in den Siedlungsgebieten gleich vielfache Konzepte.
Doch lohnen sich diese Ansätze überhaupt? Möglichkeiten und Grenzen der Ideen werden in diesem Vortrag, der um 19.30 Uhr beginnt, gezeigt und diskutiert.
Auf Haus Aden wird Grubenwasser „bis in alle Ewigkeit“ abgepumpt – BergAUF protestiert gegen PCB-Einleitung in die Lippe
Protestaktion von BergAUF vor der Sitzung des Bergkamener Ausschusses für Umwelt, Bauen und Verkehr.
In Bergkamen wird bis in alle Ewigkeit gepumpt: nicht nur das Oberflächenwasser, damit sich im Stadtgebiet wegen der Bergsenkungen keine weiteren Seen bilden können, sondern auch das Grubenwasser unter Tage auf Haus Aden. Ob dieses Grubenwasser künftig eine Reinigungsanlage durchlaufen wird, die das ganz oder teilweise PCB herausholt, soll Ende dieses Jahres geklärt werden. Das berichteten Joachim Löchte und Markus Roth von der RAG jetzt in der jüngsten Sitzung des Bergkamener Ausschusses für Umwelt, Bauen und Verkehr.
Gegen die Einleitung PCB-haltigen Grubenwassers argumentiert BergAUF seit geraumer Zeit. Vor der Ausschusssitzung hatte das Bergkamener Personenwahlbündnis vor dem Ratstrakt eine kleine Kundgebung organisiert und etwa eine Stunde später einen Protestmarsch, der von einigen Polizeibeamten in Streifenwagen und einem Motorrad begleitet wurde.
Die Versuchsanlage zur Reinigung des Grubenwassers wurde zunächst für ein halbes Jahr in Bergkamen stationiert und befindet sich jetzt in Ibbenbüren. Löchte und Roth kündigten an, dass die Versuchsergebnisse an einem Runden Tisch, an dem auch Vertreter des NRW-Umweltministeriums und Wirtschaftsministerium beteiligt sind, bewertet werden sollen. Konkrete Zahlen wollten Löchte und Roth in der Ausschusssitzung nicht nennen. Sie sagten aber zu, dass sie nach dem Ende der Testphase im Bergkamener Ausschuss die Versuchsergebnisse erläutern wollen.
Darüberhinausgehende wichtige Information war nicht nur, dass die Wasserhaltung auf Haus Aden „bis in alle Ewigkeit“ erhalten bleibt. Zurzeit und in den nächsten vier Jahren wird überhaupt kein Grubenwasser in die Lippe geleitet. Bis etwa 2013 soll das Grubenwasser in Bergkamen bis auf eine Höhe von minus 600 Metern ansteigen. Danach wird wieder gepumpt und dann sollen die Vorbereitungen dafür auf Haus Aden abgeschlossen sein. Bekanntlich werden in Kürze die beiden Monopol-Schächte Grimberg I und Grimberg II verfüllt. Und zwar so, dass es immer noch möglich ist, dort Grubenwasser abzupumpen, falls die Anlagen auf Haus Aden ausfallen sollten.
Löchte und Roth betonten, dass die RAG, bzw. die RAG-Stiftung in der Verantwortung stehe. Möglich sei es, dass es durch den Anstieg des Grubenwassers zu Bodenhebungen „im Zentimeterbereich“ komme. Sollte es dadurch zu Schäden an der Erdoberfläche kommen, dann würde die RAG-Stiftung auch dafür geradestehen.
Gebrauchtes Spielzeug und Kinderkleidung: Basar in der Ökologiestation
Kinder gehören bekanntlich zu den am schnellsten wachsenden Lebewesen überhaupt! Kaum wurde ein Hemd oder eine Hose gekauft, ist der oder die liebe Kleine schon wieder herausgewachsen. Und auch das Interesse an Spielzeug hält nur in seltenen Fällen über mehr als eine Saison an. Was liegt also näher, als einen Markt mit kaum gebrauchten und getragenen Dingen zu organisieren?
Das tut – natürlich auch im Sinne praktizierten Umweltschutzes durch längere Nutzung – die Ökologiestation in Bergkamen-Heil, Westenhellweg 110. Am Samstag, 9. November, haben dort Eltern von 14.00 bis 17.00 Uhr die Chance, genau das zu finden, was sie schon immer gesucht haben, egal ob Kinderkleidung oder Spielzeug. Nur wenig gebraucht, aber trotzdem deutlich preiswerter als beim Neuerwerb. Weitere Informationen bei Agnès Teuwen unter 0 23 89 – 98 09 12.
Tag des Apfels 2019: Das große Fest der Ökologiestation
Bald ist es so weit, die Ökologiestation feiert ihren Tag des Apfels. Am Samstag, 26. Oktober, von 12.00 bis 18.00 Uhr locken zahlreiche Stände mit regionalen Produkten Jung und Alt nach Bergkamen-Heil.
Natürlich findet wieder ein Apfelkuchenbackwettbewerb statt: bis 14.00 Uhr können Freizeitkonditoren ihre Kuchen abgeben. Nach professioneller Geschmacksprobe werden dann um 15.00 Uhr die preiswürdigen Backwerke ausgezeichnet. Ein Geruchserlebnis der besonderen Art erwartet die Besucher der Apfelausstellung. Viele kaum noch bekannte Sorten werden präsentiert. Zwei Pomologen, also ausgebildete Apfelkundige, bestimmen die unbekannten Sorten aus dem Garten. Mitgebrachte Äpfel können am Saftmobil direkt zu Saft-im-Schlauch gepresst werden. Hier ist allerdings eine Voranmeldung unter 0 23 73 – 39 79 540 unbedingt erforderlich!
Ein großer Markt regionaler Produkte, die Pflanzenbörse mit außergewöhnlichen Angeboten, Informationsstände zu Natur- und Umweltschutz sowie vielerlei Kunsthandwerkliches laden ein zum Schlendern, Verweilen, Informieren und Kaufen. Taschen, Tüten und Beutel für das Erworbene bringen Umweltbewusste natürlich am besten selber mit, damit Verpackungen reduziert werden. Auch die Umweltberatung der Verbraucherzentrale ist wieder mit Einkaufstipps zu regionalem und saisonalem Obst und Gemüse dabei. Die Schnäpse eines der wenigen westfälische Obstbrenner eignen sich hervorragend als Digestiv nach einem Neuland Steak oder dem Heckrindgulasch von der Biostation. Auch zu empfehlen: Reibekuchen, Falafel, Biobackkartoffen, Linsen- und Kürbissuppe, begleitet von einem Bier der Unnaer Hausbrauerei Brauzwerg oder ein Stückchen Landfrauen-Torte mit einer Tasse Kaffee. Natürlich gibt es für Kinder zahlreiche Gelegenheiten zu Spiel und Spaß und Streichelmöglichkeiten bei einer Kaninchenausstellung.
Ressourcenschonend kann die Ökologiestation auch mit dem öffentlichem Nahverkehr erreicht werden: der Taxibus T 36 der VKU fährt auf Bestellung. Für die musikalische Unterhaltung sorgt in diesem Jahr die Steeldrum Marching Band mit heißen Rhythmen, auch bei -eventuell- kühlem Wetter.
Unsere heimischen Wildkräuter: Vortrag in der Ökologiestation
Wilde Pflanzen am Wegesrand hat schon jeder gesehen. Doch wie heißen sie, wie erkennt man sie und was kann man mit ihnen anfangen? Welche Inhaltsstoffe haben sie und wie lassen sich die Giftpflanzen unterscheiden?
All diese Fragen thematisiert Claudia Backenecker am Donnerstag, 10. Oktober, in ihrem Vortrag in der Ökologiestation in Bergkamen Heil, und erzählt die Geschichte der Wildkräuter von unseren Ahnen bis heute. Abgerundet wird dieser virtuelle, etwa zweistündige Spaziergang durch die Kräuterwelt, der um 19.00 beginnt, mit Tipps zum Sammeln, Lagern und Verarbeiten sowie leckeren Rezepten. Die Kosten betragen 5,00 Euro je Teilnehmer.
Beim Bauern in der Lippeaue – Hofbesuch in Bergkamen-Heil
Auch im dichtbesiedelten Ruhrgebiet gibt es Bauernhöfe. Wie seit Jahrhunderten wird zum Beispiel das Grünland an der Lippe zwischen Lünen und Hamm für die Milchviehhaltung genutzt. Die Bedingungen haben sich allerdings erheblich verändert.
Am Donnerstag, 10. Oktober, ab 16.30 Uhr zeigt der Bauer bei einem etwa einstündigen Rundgang über seinen Hof in den Lippeauen in Bergkamen-Heil die Rinder- und Schweinehaltung auf Weiden und in Ställen. Er berichtet aus der Geschichte und über die Herausforderungen unserer Zeit für die bäuerliche Landwirtschaft. Die Exkursion ist auch für Kinder sehr interessant! Sie können hier erfahren, dass Lebensmittel nicht einfach aus dem Supermarktregal kommen, sondern wie und wo sie produziert werden.
Eine verbindliche Anmeldung ist bis zum 3. Oktober unter 0 23 89-98 09 11 (auch Anrufbeantworter) beim Umweltzentrum Westfalen möglich.
5 vor 12: Glocken läuten heute in Bergkamen für den Klimaschutz
Kurz vor Mittag werden am heutigen Freitag die Glocken der Bergkamener Kirchengemeinde läuten. Sie läuten, weil die Gemeine einem Aufruf von Präses Dr. h.c. Annette Kurschuss folgen: Sie sollen zu verschiedenen Aktionen am heutigen Tag für mehr Klimaschutz aufrufen. Das Glockenläuten von 11:45 Uhr bis 11:55 Uhr ist so eine Aktion, mit der die Evangelische Kirche sagt: „Es kurz vor 12, was den Klimaschutz betrifft.“
Gefleckter Schnellschwimmer bringt Spitzensport an die Lippe – ein Zeichen für besondere Wassergüte
Das dunkle Querband über den Augen der Käferlarve erinnert an Zorros Augenbinde. Foto: EGLV
Um Biathleten zu bestaunen, muss man nicht länger zu sportlichen Wettbewerben fahren. Denn an der Lippe in Werne lebt der „Gefleckte Schnellschwimmer“ – ein wahres sportliches Ausnahmetalent und daher vom Lippeverband zum Bewohner des Monats gekürt. Die Stärke des Schwimmkäfers? Er kann seine Beine besser zum Gegenschlag drehen als jeder menschliche Ruderer sein Sportgerät. Neben eindrucksvollen Körpereigenschaften ist er ein verlässlicher Anzeiger für gute Gewässerqualität: Er lebt nur in naturnahen Bereichen, da er neben Wasser eine vielfältige Uferstruktur für eine ungestörte Entwicklung braucht.
Der Gefleckte Schnellschwimmer ist einer von zirka 150 Schwimmkäfer-Arten in Deutschland und durch seine auffällige gefleckte Zeichnung auf den Flügeldecken erkennbar. Er ist 7 bis 8,5 Millimeter groß und durch seinen abgeflachten, stromlinienförmigen Körper perfekt an das Leben im Wasser angepasst.
Fett macht flugfähig
Ein ganz besonderer Clou ist ein ölig-wasserabweisendes Sekret, mit dem der Käferkörper „eingefettet“ ist – so kann der Schwimmer noch besser durchs Wasser gleiten. Außerdem macht ihn die „Fettschicht“ auch zu einem guten Flieger, da sein Körper beim Verlassen des Wassers sofort trocken ist.
Die Biologisch-technische Assistentin Sylvia Mählmann bei der Probennahme an der Lippe. Foto: EGLV/ Rupert Oberhäuser
Schwimmkäfer taucht mit Luftvorrat
Auch der beste Taucher kann nicht ewig unter Wasser bleiben. Zum Luftholen kommt der Käfer regelmäßig an die Wasseroberfläche, wo er über seinen Hinterleib Luft aufnimmt. Die speichert er in einem Raum zwischen Deckflügeln und Hinterleib und in einer Atemblase. Der Luftvorrat dient nicht nur der Sauerstoffversorgung. Der clevere Käfer passt die Luftmenge dem unterschiedlichen Wasserdruck an – je nachdem wie tief er taucht. So versucht er, das gleiche Gewicht wie das Wasser anzunehmen. Ein Prinzip, das sich auch Taucher durch ihre Tarierwesten zu Nutzen machen.
Gefleckter Schnellschwimmer ist geschickter Räuber
Der Käfer ist ein geschickter Jäger: Auf seiner Speisekarte stehen kleinere Wassertiere aller Art, die er durch spezielle Sensoren aufspürt. Insektenlarven, Kaulquappen oder Fischbrut packt er sich mit den Vorderbeinen und zerkleinert sie mit seinen Mundwerkzeugen.
Larven des Käfers sind auch als „Zorros“ bekannt
Zur Paarung ziehen sich verliebte Käfer unter die Wasseroberfläche zurück. Hier heftet sich das Männchen mithilfe besonders ausgebildeter Fußglieder auf dem Halsschild des Weibchens fest, um es zu begatten. Das Weibchen legt die befruchteten Eier ab, aus denen sich Larven entwickeln, die sich leicht an einem dunklen Querband auf dem Kopf von anderen Schwimmkäferarten unterscheiden lassen. Diese Zeichnung erinnert an „Zorros“ Augenbinde.
Larven-Mahlzeit: Injizieren, verflüssigen, aufsagen
Je kleiner, umso hungriger, möchte man meinen, denn die Nachkommen sind ausgesprochen gefräßige Räuber. Da sie weder kauen noch schlucken können, verfügen sie über scharfe, zangenartige Mundwerkzeuge, in denen ein Kanal verläuft. Sie ergreifen die Beute und injizieren durch den Kanal ein enzymhaltiges Verdauungssekret. Die Beute ist gelähmt und die Vorverdauung beginnt. Den verflüssigten Körperinhalt des Opfers saugt die Käferlarve einfach auf.
Nach drei Stadien, in denen sich die Larve regelmäßig häutet, klettert sie an Land. Im Uferbereich formt sie aus Erdbrocken und einer Kittsubstanz eine Kugel, in deren Schutz sie sich verpuppt. Je nach Temperatur dauert die Verpuppung zwischen zwei Wochen und drei Monaten, bis der fertige Käfer aus der Puppenhaut schlüpft. Häufig überwintert der Schwimmkäfer aber auch geschützt in der Puppenhöhle.
Vorkommen deutet auf gute Gewässerqualität hin
Der Gefleckte Schnellschwimmer bevorzugt klare Bäche mit mittlerer Fließgeschwindigkeit und die Uferzonen größerer Gewässer als Lebensraum. Man findet ihn häufig zwischen dichten Wasserpflanzen, unter Holz und auf kiesig-sandigem Untergrund – dann gern auch gesellig in kleineren Gruppen. „Auf Gewässerverunreinigungen reagiert er äußerst empfindlich, denn er braucht viel Sauerstoff. Außerdem kann er im trüben Wasser nicht gut jagen“, weiß die Biologisch-technische Assistentin Sylvia Mählmann. Um seinen vollständigen Entwicklungszyklus zu durchleben, braucht der Schwimmkäfer viel Ruhe und außerdem naturnahe Uferstrukturen. „Sein Vorkommen ist damit in Gewässern immer ein positives Zeichen. Toll ist, dass er als guter Flieger andere Gewässerabschnitte zügig als neue Lebensräume erschließen kann“, erklärt Sylvia Mählmann.
Hintergrund Serie: Bewohner des Monats
Fließgewässer sind die Lebensadern unserer Landschaft. Sie bieten Menschen nicht nur Erholung, sondern sind als Ökosysteme unverzichtbar und schützenswert. Ein Großteil der Wasserlebewesen sind wirbellose Tiere (Makrozoobenthos), die häufig am Boden oder Rand des Gewässers leben. Dazu gehören u.a. Wasserinsekten, Krebstiere, Schnecken und Muscheln. Sie sind ein wichtiger Indikator für die Wasserqualität. Denn nur ein natürliches Gewässer weist eine hohe Anzahl und Vielfalt wirbelloser Tiere auf.
Durch das Programm „Lebendige Lippe“ soll sich der längste Fluss in NRW natürlicher entwickeln. Diese Veränderungen erfassen die Lippeverbands-Mitarbeiter-innen und Mitarbeiter des Labors anhand von Probenahmen entlang der Lippe und ihrer Nebenläufe. Dabei untersuchen sie regelmäßig insgesamt 431 Kilometer Wasserläufe im Verbandsgebiet. Ausgewählte Lebewesen, die etwas über die Wasserqualität verraten, stellt der Lippeverband in den nächsten Monaten in seiner Serie „Bewohner des Monats“ vor.
Programm „Lebendige Lippe“
Die Lippe ist ein 220 Kilometer langer Nebenfluss des Rheins. Sie entspringt in Bad Lippspringe und mündet in Wesel in den Rhein. Auf der rund 147 Kilometer langen Strecke zwischen Lippborg und Wesel fließt die Lippe durch das Gebiet des Lippeverbandes. Hier hat das Land NRW die Unterhaltung und den Ausbau des Flusses an den Lippeverband übertragen.
Der Lippeverband übernimmt neben der allgemeinen Pflicht der Gewässerunterhaltung auch die Umsetzung der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie an der Lippe. Hierzu hat der Lippeverband im Jahre 2013 das Programm „Lebendige Lippe“ für seinen Zuständigkeitsbereich aufgelegt und neben der Fortsetzung der bestehenden Projekte mehrere neue Projekte begonnen.
Das übergeordnete Ziel ist die langfristige Verbesserung und Wiederherstellung eines intakten Fluss-Auen-Ökosystems mit einer Erhaltung und Entwicklung von fluss- und auentypischen Strukturen und Lebensgemeinschaften. Für das Landesgewässer Lippe werden zu 100 % Landesmittel eingesetzt.
Europäische Wasserrahmenrichtlinie
Mit der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie (EU-WRRL) wird nicht nur ein „guter Zustand“ für alle Gewässer in den Mitgliedsstaaten der EU bis zum Jahr 2027 gefordert. Seit Inkrafttreten der Richtlinie im Jahr 2000 ist auch die ganzheitliche Betrachtung von Fluss-Einzugsgebieten Allgemeingut geworden. Danach ist der gesamte Fluss von der Quelle bis zur Mündung als Einheit zu sehen. Maßnahmen, die an irgendeiner Stelle des Gewässersystems zu Veränderungen führen, wirken sich auch in anderen Teilen des Einzugsgebiets aus.
Lippeverband
Der Lippeverband ist ein öffentlich-rechtliches Wasserwirtschaftsunternehmen, das effizient Aufgaben für das Gemeinwohl mit modernen Managementmethoden nachhaltig erbringt und als Leitidee des eigenen Handelns das Genossenschaftsprinzip lebt.
Seine Aufgaben sind in erster Linie die Abwasserentsorgung und -reinigung, Hochwasserschutz durch Deiche und Pumpwerke und die Gewässerunterhaltung und -entwicklung. Dazu gehört auch die ökologische Verbesserung technisch ausgebauter Nebenläufe. Darüber hinaus kümmert sich der Lippeverband in enger Abstimmung mit dem Land NRW um die Renaturierung der Lippe. Dem Lippeverband gehören zurzeit 155 Kommunen und Unternehmen als Mitglieder an, die mit ihren Beiträgen die Verbandsaufgaben finanzieren.
www.eglv.de
Klima schützen: Kreis bei Fridays for Future dabei
Landrat Makiolla lädt zum Mitmachen bei Fridays for Future ein. Foto: Constanze Rauert –Kreis Unna
Das Klima schützen! Für den Kreis seit Jahren selbstverständlich. Er sanierte u.a. seine Gebäude energetisch, stellte den Fuhrpark auf E-Fahrzeuge um, bildet Umwelttechniker aus und erklärte zuletzt den Klimanotstand. Klar also, dass der Kreis am Freitag beim bundesweiten Fridays for Future-Tag mitmacht. „5 vor 12“ heißt die im Kreishaus plakatierte Botschaft.
Landrat Michael Makiolla wird Flagge zeigen, der Personalrat der Kreisverwaltung ebenso, Mitarbeiter des Hauses sind dabei und Jugendliche der kreiseigenen Berufskollegs nebenan auch. Zentraler Treffpunkt am Freitag, 20. September um 11.55 Uhr: Das Atrium im Kreishaus Unna, Friedrich-Ebert-Straße 17. Alle, die ebenfalls aktiv für Klimaschutz stehen, sind willkommen, denn auch und gerade bei diesem, die Welt bewegenden und in Bewegung bringenden Thema gilt: „Gemeinsam sind wir stark.“
Im Anschluss an die Aktion im Kreishaus soll es zum Rathaus der Kreisstadt Unna gehen, wo sich Jugendliche verschiedener Schulen versammeln und ein starkes Signal für mehr Klimaschutz als eine Grundvoraussetzung für ihre Zukunft senden wollen. PK | PKU