Baumpflanzaktion im Bergkamener Jubiläumswald geht weiter!

Am Samstag, 5. April um 11 Uhr findet auf Einladung von Bürgermeister Bernd Schäfer der insgesamt 35. Pflanztermin im Bergkamener Jubiläumswald statt.

„Nach dem vermehrten Baumsterben und dem Ausfall des Herbst-Pflanzfestes im vergangenen Jahr freut es mich umso mehr, dass am kommenden Samstag wieder neue Bäume im Overberger Jubiläumswald gepflanzt werden“, so Bürgermeister Schäfer. Zwar liegt die Anzahl von 12 Bäumen unter dem Durchschnitt, doch ist es ein erfreulicher Neuanfang.

In den vergangenen Wochen hat die Partnerfirma des Bergkamener Jubiläumswaldes, die Röttger Galabau GmbH & Co. KG, die Pflanzfläche durch verschiedene Maßnahmen aufbereitet, um die Qualität des Geländes zu verbessern. So wurden unter anderem die Pflanzlöcher vergrößert und mit speziellen Zusatzstoffen angereichert, zudem wurde ein Ablauf gegen die teilweise vorkommende Staunässe installiert.

Darüber hinaus hat die Stadt Bergkamen über 50 vom Baumsterben betroffene Bäume kostenlos ersetzt. Aus diesem Grund sind auch alle Baumpaten der bisher in Overberge gepflanzten Bäume herzlich zum kommenden Pflanzfest eingeladen.

Für das leibliche Wohl der Baumpaten sowie ihrer Gäste und Familienangehörigen sorgt erneut die Freiwillige Feuerwehr, Löscheinheit Overberge. Zudem wird die Gitarristin und Sängerin Kelsey Klamath für einen schönen musikalischen Rahmen sorgen.

 




Spannende Vorträge zur „Grünen Woche“ auf der Ökologiestation

Foto: Biologische Station Kreis Unna | Dortmund

Vom 5. bis 10. Mai 2025 lädt die Ökologiestation des Kreises Unna zur zweiten Auflage der „Grünen Woche“ ein. Im Fokus der Veranstaltungsreihe stehen gesunde Ernährung, Insekten und naturnahes Gärtnern. In dem vielfältigen Programm der Grünen Woche gibt es eine Vielzahl an spannenden Vorträgen zu diesen Themen.

Den Anfang macht am Dienstag, den 6. Mai, der Vortrag „Heuschrecken – Von Ameisengrille bis Zwitscherschrecke“. Matthias Mause von der Biologischen Station Kreis Unna | Dortmund stellt die unterschiedlichen Arten dieser wertvollen Umweltindikatoren vor und erläutert ihre Bedeutung für das ökologische Gleichgewicht. Viele Menschen denken bei Heuschrecken zuerst an „Schadinsekten“ oder „biblische Plagen“. Doch weit gefehlt! Wer einen genaueren Blick wagt, wird überrascht von der Vielfalt ihre Lebensweisen, Erscheinungsformen und Gesänge. Heuschrecken reagieren sensibel auf

Veränderungen in der Landnutzung und im Klima und eignen sich so bestens als Umweltindikatoren. Arten nährstoffarmer und feuchter Standorte sind zunehmend gefährdet, während zahlreiche wärmeliebende Arten ihre Areale erweitern.

Am Mittwoch, den 7. Mai, steht um 17:30 Uhr das Thema „Lebensmittelwertschätzung“ im Mittelpunkt. Jutta Eickelpasch von der Verbraucherzentrale NRW informiert über Strategien zur Vermeidung von Lebensmittelverschwendung und zeigt mit leckeren Häppchen aus der „Resteküche“, wie sich Reste sinnvoll verwerten lassen.

Am Freitag, den 9. Mai, dreht sich um 19:00 Uhr alles um die „Insektenvielfalt im heimischen Garten“. Etwa 17 Millionen Gärten in Deutschland machen 2% der Landesfläche aus. Mit einer insektenfreundlichen Gestaltung des eigenen Gartens kann jeder sog. Trittsteine für die bedrohte Insektenwelt schaffen. Über 15 Jahre hat Dr. Janine Teuppenhayn mit ihrem Mann die tierischen Besucher in ihrem kleinen Hausgarten in Bönen fotografisch dokumentiert. Ihr Augenmerk richtete sich in letzter Zeit verstärkt auf die Welt der Insekten. Dabei ist erstaunlich, welche Vielfalt sich einfindet, wenn ein Garten nahezu ganzjährig blühende Pflanzen bietet und durch abwechslungsreiche Gestaltung unterschiedliche Lebensräume bereitstellt. Mit zahlreichen Aufnahmen ihres Gartens, verschiedener Insektenarten und Pflanzen zeigt die Referentin, dass sich selbst in einem kleinen Garten eine Oase für die heimische Insektenwelt schaffen lässt und es sich lohnt, auch im Kleinen tätig zu werden. Im Jahr 2021 erhielt das Ehepaar für ihr 60 Schautafeln umfassendes Ausstellungsprojekt „Vielfältige Tierwelt im Heimischen Garten“ den Heimatpreis der Gemeinde Bönen. Dieser Vortrag kostet eine Teilnahmegebühr von 5,00 Euro.

Alle Vorträge finden in der Ökologiestation des Kreises Unna, Dr.-Detlef-Timpe-Weg 1, 59192 Bergkamen, statt. Eine vorherige Anmeldung ist erforderlich. Weitere Informationen und Anmeldemöglichkeiten gibt es bei Agnès Teuwen unter 02389 980912 oder per E-Mail an agnes.teuwen@uwz-westfalen.de.




Gemeinsam radeln und Kunst entlang der Seseke erleben

Bei einer Radtour entlang der Seseke kann die hölzerne Skulptur „Hogarth’s Dream“ entdeckt werden. Das Seseke-Kunstwerk aus der Ausstellung ÜBER WASSER GEHEN der Künstlerin Diemut Schilling lädt auch gleich zu einer kleinen Verschnaufpause ein. Foto: Ute Jäger/EGLV

Der Lippeverband organisiert geführte Radtouren entlang der Kunstroute „Über Wasser gehen“
Seseke-Gebiet. Ab Ende April organisiert der Lippeverband geführte Radtouren zu den Kunstwerken von „Über Wasser gehen“. Bis September können Interessierte an einem Sonntag im Monat die Seseke-Landschaft und die künstlerischen Arbeiten erkunden, die dort 2010 und 2013 entstanden sind. Die Tour findet am 27. April von Lünen nach Kamen statt.
Die Seseke wurde im Zuge der Industrialisierung begradigt, eingedeicht und in einen offenen Abwasserkanal umgebaut. Zwischen den 1980er Jahren und 2014 wurde im Rahmen des „Sesekeprogramms“ das Gewässer durch den Lippeverband wieder naturnah gestaltet. Die Kunstwerke von „Über Wasser gehen“ laden dazu ein, den Wandel des Flusses zu betrachten und die Landschaft neu zu erleben.

Während der geführten Touren werden einzelne Arbeiten aufgesucht und vorgestellt, unter anderem Thomas Strickers Landschaft im Fluss (2010), Bogomir Eckers Abnehmende Aussicht (2010) oder Danuta Karstens Stufen zur Körne (2010). Jeden Monat steht ein anderer Abschnitt des Flusses im Mittelpunkt. Neben der Kunst werden auf den Radtouren auch die Besonderheiten der Seseke-Landschaft sowie historische Bauten in Augenschein genommen. Am 20. Juli wird die Radtour mit einem Künstler*innengespräch verbunden: Anja Vormann und Gunnar Friel werden zusammen mit Dr. Agnes Sawer (Kuratorische Leitung beim Lippeverband) über die Neukonzeption ihrer Arbeit „Floating Stones“ (2013/2024) sprechen.

„Wir freuen uns, den Bürgerinnen und Bürgern die Kunstwerke von „Über Wasser“ gehen näherzubringen. Die Radtouren bieten eine wunderbare Gelegenheit, Natur und Kultur zu genießen und die Seseke-Region kennenzulernen“, sagt Prof. Dr. Uli Paetzel, Vorstandsvorsitzender des Lippeverbandes.

Die Teilnahme an den Radtouren ist kostenfrei. Es wird lediglich ein eigenes Rad benötigt. Alle Termine und weitere Informationen sind auf der Website von Emschergenossenschaft/Lippeverband aufgeführt: Termine Archiv – eglv.

„Über Wasser gehen“ war ein interkommunales Kunstprojekt, das 2010 im Rahmen des Kulturhauptstadtjahres an der Seseke stattfand und vom Lippeverband, dem Kreis Unna, den sechs Anrainerstädten Lünen, Bergkamen, Kamen, Bönen, Unna, Dortmund und RUHR.2010 ins Leben gerufen wurde. Unter der kuratorischen Leitung von Billie Erlenkamp wurden künstlerische Arbeiten entlang der Seseke und ihrer Zuläufe realisiert, die sich mit dem Wandel der Region und mit der ökologischen Transformation des Flusssystems auseinandersetzen. Nach 2010 wurde „Über Wasser gehen“ zusammen mit dem Kreis Unna, den sechs Anrainerstädten, dem Regionalverband Ruhr, den Urbanen Künsten Ruhr und dem Lippeverband weiterentwickelt und 2013 nochmals durchgeführt.




10.000 Grüne Dächer: Lippeverband stellt neues Förderprogramm für Bürger*innen vor

Möglichst viele Dächer in der Lippe-Region begrünen – das ist das Ziel des neuen Förderprogramms des Lippeverbands. Es richtet sich an Eigentümer*innen in allen Lippe-Kommunen, deren Immobilie im Einzugsgebiet des Wasserwirtschaftsverbandes liegt. 50 Euro Förderung pro Quadratmeter begrünter Dachfläche gibt es für Hausbesitzer*innen. Die Förderung gilt neu in 32 Städten und Gemeinden der Lippe-Region, zusammen mit dem „10.000 Grüne Dächer“-Programm im Emscher-Gebiet in insgesamt 48 Kommunen.

Starkregen, Dürre oder Hitze – auch die Städte in der Lippe-Region haben mit den Folgen des Klimawandels zu kämpfen. Ein wirksames Mittel bei der Anpassung sind begrünte Dächer. „Dachbegrünungen sind nicht nur aus der Luft ein Hingucker, sondern sie sind auch gut für Gesundheit, Luft- und Lebensqualität, Artenvielfalt und Stadtklima“, sagte Bodo Klimpel, Ratsvorsitzender des Lippeverbands, bei der Vorstellung des neuen Förderprogramms „10.000 Grüne Dächer“ im Kreishaus in Recklinghausen. „So viele Dächer sind noch grau, zum Beispiel von Garagen, Anbauten oder Carports. Das wollen wir gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern ändern“, erklärte Bodo Klimpel weiter. Das Förderprogramm richtet sich an Eigentümer*innen in allen Lippeverbands-Kommunen, deren Immobilie im Einzugsgebiet des Wasserwirtschaftsverbandes liegt (siehe Karte Fördergebiet auf www.klima-werk.de/gruendachfoerderung). Die attraktive Förderung können Bürger*innen bequem digital beantragen.

Ein Gründach ist ein Dach mit Plus
Ein begrüntes Dach ist ein Dach mit Plus! Weil es zum Beispiel Regenwasser speichert, verdunstet und so eine Kühl-Wirkung fürs Stadtklima hat. „Dachbegrünungen sind ein wichtiger Baustein beim klimarobusten, blau-grünen Umbau der Städte nach dem Prinzip der Schwammstadt“, sagte Prof. Dr. Uli Paetzel, Vorstandsvorsitzender des Lippeverbands. Wie die Emschergenossenschaft arbeitet nun auch der Lippeverband in der Zukunftsinitiative Klima.Werk gemeinsam mit Kommunen für eine wasserbewusste Stadtentwicklung. „Alle unsere Maßnahmen zielen darauf ab, dass die wertvolle Ressource Regenwasser nicht mehr in die Kanalisation abgeleitet wird, sondern vor Ort versickert oder gespeichert wird“, so Uli Paetzel. Zum Beispiel in einem Gründach.

Die Infrastrukturen an den Klimawandel anzupassen, gelingt nur gemeinsam: Städte, Unternehmen, Bürger*innen müssen mitmachen. „Deshalb machen wir mit unserer neuen Förderung für Hausbesitzerinnen und -Besitzer in der Lippe-Region ein starkes Angebot. Machen Sie mit!“, appellierte Uli Paetzel.

Bis zu 10.000 Euro Förderung möglich
50 Euro pro Quadratmeter Dachbegrünung erhalten förderberechtigte Antragsteller*innen. Die Förderung kann für ein Dach oder mehrere Dächer eines Grundstücks (gleiche Postanschrift) beantragt werden, insgesamt können so maximal 200 Quadratmeter Fläche begrünt werden. Bis zu 10.000 Euro Förderung können Dachbegrüner*innen also bekommen. Für die Dachbegrünung kann eine Fachfirma beauftragt werden, eine Umsetzung in Eigenarbeit ist ebenfalls möglich, beides ist förderfähig (Übrigens: Wer größere Flächen begrünen will, wendet sich an hallo@klima-werk.de).

Erweiterung des Fördergebiets für einige Kommunen
Das „10.000 Grüne Dächer“-Programm gibt es bereits seit 2023 im Raum der Emschergenossenschaft. Für einige Kommunen, die im Einzugsgebiet beider Wasserwirtschaftsverbände liegen, bedeutet die aktuelle Ausweitung des Förderprogramms, dass nun alle oder fast alle Stadtteile im Fördergebiet liegen (Dinslaken, Bottrop, Gladbeck, Dortmund, Herten, Recklinghausen, Holzwickede, Gelsenkirchen, Oberhausen).

Hier gilt die Förderung im Lippeverbandsgebiet
In folgenden Städten und Gemeinden im Gebiet des Lippeverbands gilt das Förderangebot (meist im gesamten Stadtgebiet, in Ausnahmefällen nur in einigen Ortsteilen): Reken, Dülmen, Lüdinghausen, Nordkirchen, Nottuln, Olfen, Senden, Bottrop, Dortmund, Gelsenkirchen, Hamm, Oberhausen, Datteln, Dorsten, Gladbeck, Haltern am See, Herten, Marl, Oer-Erkenschwick, Recklinghausen, Waltrop, Ense, Bad Sassendorf, Möhnesee, Soest, Welver, Werl, Ahlen, Bergkamen, Bönen, Fröndenberg, Holzwickede, Kamen, Lünen, Selm, Unna, Werne, Dinslaken, Hünxe, Schermbeck, Voerde

Voraussetzungen, Förderanträge, Webseite
Alle Informationen zur Förderung und zu den Voraussetzungen finden Interessierte auf www.klima-werk.de/gruendachfoerderung, über diese Webseite ist auch das digitale Förderportal zur Antragstellung zu erreichen.

Die wichtigsten Informationen zur Förderung:

Was wird unter welchen Voraussetzungen gefördert?

Das zu begrünende Dach/ die zu begrünenden Dächer liegt/liegen im Fördergebiet. Zum Fördergebiet gehören alle kanalisierten Flächen, von denen Misch- und Regenwasser in Richtung einer Anlage des Lippeverbands fließen. Damit entspricht das Fördergebiet weitgehend dem Verbandsgebiet des Lippeverbands. Interessierte Eigentümer*innen können auf klima-werk.de/gruendachfoerderung oder im Antragsportal (über die Webseite erreichbar) einsehen, ob ihre Adresse im Fördergebiet liegt.
Die zu begrünende Dachfläche ist an die Kanalisation angeschlossen. Ziel des Förderprogramms ist ein klimaresilienter Umgang mit der Ressource Regenwasser. Dieses soll nicht länger in die Kanalisation eingeleitet werden, sondern zum Beispiel in einem Gründach gespeichert werden und verdunsten. Nur wenn eine Dachfläche an die Kanalisation angeschlossen ist, trägt eine Begrünung dieses Daches dazu bei, dass Regenwasser nicht mehr unnötig abgeleitet wird. Dachbegrünung wird sowohl im Misch- als auch im Trennsystem gefördert!
Mit der Maßnahme wurde noch nicht begonnen.
Die Dachbegrünung ist nicht verpflichtend (zum Beispiel als Auflage in einem Bebauungsplan, einer Satzung, etc.).
Die Dachbegrünung entspricht den Anforderungen an den Aufbau. Damit die Dachbegrünung wie gewünscht Regenwasser speichern kann, muss sie mit einem Mindestaufbau von 10 Zentimetern hergestellt werden oder so, dass sie eine Wasserspeicherkapazität von mindestens 25 Litern/m² hat (siehe Herstellerangaben).




Naturnahe Gartengestaltung

Ein Garten ist weit mehr als eine grüne Oase – er kann ein lebendiges Zuhause für Mensch, Pflanze und Tier sein! Doch wie gestaltet man ihn so, dass er nicht nur schön aussieht, sondern auch der Natur etwas zurückgibt?

Am Mittwoch, den 09. April, gibt Gartenexperte Karsten Banscherus in der Ökologiestation wertvolle Einblicke in die Kunst der naturnahen Gartengestaltung. Von Trockenmauern über Kräuterspiralen bis hin zu Wasserspielen und Teichen – anhand der vorhandenen Elemente vor Ort zeigt er praxisnah, wie ein Garten zum ökologischen Hotspot wird. Dabei geht es nicht nur um die Wahl der richtigen Materialien, sondern auch um die Bedürfnisse der vielen kleinen Bewohner, die in einem natürlichen Garten ein Zuhause finden.

Der Vortrag, der von 19.00 bis 21.00 Uhr stattfindet, führt Schritt für Schritt durch den gesamten Gestaltungsprozess – von den ersten Erdarbeiten bis zur richtigen Bepflanzung. Eine großartige Gelegenheit für alle, die ihren Garten nachhaltig und artenfreundlich umgestalten möchten!

Anmeldung: bis zum 02. April unter 02389-98 09 11 beim Umweltzentrum Westfalen.
Weitere Informationen: www.banscherus.de




Arbeitskreis Grubenwasser informierte über das Thema „Das Ultragift PCB und die Bergleute“

Foto: Arbeitskreis Grubenwasser.

Der Arbeitskreis Grubenwasser hatte am vergangenen Mittwoch zu einer Informationsveranstaltung zum Thema  „Das Ultragift PCB und die Bergleute“ eingeladen. Dazu schreibt der Arbeitskreis:

„Einen überaus spannenden, lehrreichen und auch erschütternden Vortrag über das Ultragift PCB bot der Psychoonkologe Christoph Klug den gut 40 Interessierten am vergangenen Mittwoch,19.0323 im VHS-Treffpunkt in Bergkamen.

Er kam mit dem Sachverstand aus der wissenschaftlichen Untersuchung von 124 Bergleuten auf deren Belastung mit PCB und Schwermetallen, die er von Anfang an begleitet hatte. Auf PCB deshalb, weil die unter Tage verwendeten Hydrauliköle PCB enthielten und 12.000 t dieses extrem giftigen Stoffes unter Tage unentsorgt verblieben und nun geflutet werden. Wie der Experte berichtete, waren die Ergebnisse erschütternd. Bei drei Viertel der Untersuchten wurden giftige Schwermetalle im Blut festgestellt, deren Herkunft untertägig abgekippter Giftmüll sein dürfte. Bei etwa einem Drittel der Bergleute fand man hohe PCB-Werte im Blut. Die Auswirkungen dieses Giftes sind sehr vielseitig: Krebs aller Art, Störung des Gehirns und des Hirnstoffwechsels (Depressionen, Hirnabbau) bis hin zu Mißbildungen bei Neugeborenen sind nachgewiesen. Teils wiesen auch Frauen der untersuchten Bergleute und sogar Kinder entsprechende Krankheitssymptome auf.

Der Psychoonkologe, der in einer Praxis in Recklinghausen arbeitet, klärte auch darüber auf, welche weltweite Verbreitung dieser hochgiftige Stoff, der in der Natur nicht vorkommt, bereits hat. „Es gibt keinen Pinguin in der Antarktis, keinen Eisbär am Nordpol und wohl auch kaum einen Menschen, der frei ist von diesem Gift.“ Seine Wirkung ist für alle Lebewesen bedrohlich, weil es vom Körper nicht abgebaut werden kann, sich im Fettgewebe über Jahrzehnte anreichert, besonders auch an den von Fettzellen umgebenen Nerven, auch im Gehirn. Bis heute jedoch, so der Referent, sei kaum untersucht, welche Rolle das Gift bei der Zunahme von Demenzerkrankungen spielt, denen man stattdessen einfach den Stempel „Alterserscheinung“ aufdrückt.

Deshalb ist es von großer Bedeutung, dass die RAG das im Grubenwasser enthaltene PCB auf gar keinen Fall einfach in die Flüsse gelangen lässt. Darin waren sich fast alle Teilnehmer im Saal der VHS einig. Ein Vertreter der IGBCE, der ausführte, die RAG habe nichts von dem PCB in den Hydraulik-Ölen gewusst und alles nur zum Wohl der Bergleute getan, rief viel Widerspruch hervor. Sehr sachlich wurde diskutiert, dass die Gefährlichkeit des PCB seit Mitte der 1960er Jahr bekannt war. Mitglieder vom Arbeitskreis Grubenwasser verwiesen darauf, dass die RAG ja bis heute das PCB im Grubenwasser verharmlost und die Gefahr kleinredet.

Fast alle Versammlungsteilnehmer waren sich also einig: Die RAG muss dazu verpflichtet werden, moderne und wirksame PCB-Reinigungsanlagen vorzuhalten und nur sauberes Grubenwasser in die Flüsse zu leiten. Ein Bergmann-Sohn meinte sogar, man müsse die frühere Wasserhaltung in der  Tiefe wieder aufnehmen und das Wasser unter Tage reinigen, damit die PCB- und schwermetallhaltige Flüssigkeit erst gar nicht an die Oberfläche gelangen kann. Auch wurde angeregt, ein „Tribunal gegen die RAG“ zu organisieren, um diese Erkenntnisse breiteren Schichten der Bevölkerung bekannt zu machen.“




Neue Streuobstwiese an der Deponie in Rünthe

Bei der AGR für das Projekt verantwortlich (v.l.): Christoph Tölle, Frank Driemeyer und Holger Kleinschmidt.. Foto: AGR

Auf einer bislang ungenutzten Brachfläche vor dem Eingang zur ehemaligen Deponie entsteht eine neue Streuobstwiese. Die Abfallentsorgungs-Gesellschaft Ruhrgebiet mbH mit Sitz in Herten pflanzt dort 17 Obstbäume regionaler Arten sowie eine umgebende Hecke aus rund 400 Sträuchern. Diese Maßnahme dient nicht nur der optischen Aufwertung des Landschaftsbildes durch deren gestalterischen Funktion, sondern fördert auch die heimische Biodiversität. Das Bundesnaturschutzgesetz weist derartige Obstwiesen als gesetzlich geschützte Biotope aus.

Nach dem Ende des aktiven Deponiebetriebs werden stillgelegte Deponien abgedichtet und renaturiert. Viele dieser Flächen entwickeln sich zu wertvollen Lebensräumen für eine Vielzahl heimischer Pflanzen und Tiere. Kräuter, Gräser und Blütenpflanzen siedeln sich an und bieten Insekten und geschützten Tierarten einen neuen Lebensraum.

Mit der Pflanzung der Streuobstwiese in unmittelbarer Nähe zur Deponie wird diese Entwicklung nun aktiv unterstützt. Die blühenden Obstbäume und Sträucher bieten vor allem Wildbienen und Insekten Pollen und Nektar, dienen mitunter aber auch, mit späterer Fruchtausbildung, Garten- und Siebenschläfer als Nahrungsquelle.

Nach einigen Jahren des Wachstums bilden die älteren Bäume dann ein Habitat für Arten wie den Steinkauz oder die Hohltaube.

Mit diesem Projekt setzt das Unternehmen ein klares Zeichen für Umwelt- und Naturschutz und schafft zugleich einen nachhaltigen Mehrwert für die Region.




Bürger sammeln 2,3 Tonnen Flaschenkorken für guten Zweck

Noch immer fallen größere Mengen Flaschenkorken aus Naturkork an – auch wenn die Verwendung von Schraubverschlüssen und Kunststoffstopfen für Wein- und Sektflaschen seit einigen Jahren deutlich zugenommen hat. In den vergangenen zweieinhalb Jahren haben die Bürger im Kreis Unna rund 600.000 Flaschenkorken gesammelt.

Flaschenkorken aus Naturkork haben eine sehr gute Klimabilanz und sind zu schade, um sie in der Restmülltonne zu entsorgen und schließlich in der Müllverbrennungsanlage zu verbrennen. Denn bei getrennter Sammlung lässt sich das Naturmaterial zu 100 Prozent wiederverwerten. Beispielsweise lassen sich die Korken zu einem ökologischen Dämmstoff für den Hausbau verarbeiten.

Bereits seit 1994 unterstützt die GWA-Abfallberatung die Aktion „Korken für Kork“, eine Recycling-Aktion des Epilepsie-Zentrums der Diakonie in Kehl-Kork. Dabei hat sie im Laufe der Jahre ein großes Sammelnetz im Kreis Unna eingerichtet. Im Rahmen dieser mittlerweile über 30 Jahre andauernden Sammelaktion wurden im gesamten Kreisgebiet bisher insgesamt rund 73 Tonnen Korken gesammelt. Die gesammelten Korken werden am GWA-Standort in Kamen-Heeren-Werve zwischengelagert, bis sie durch eine Spedition abgeholt werden.

Die Abfallberatung bittet ausdrücklich darum, dass ausschließlich Flaschenkorken aus Naturkork in die Sammelsäcke gegeben werden. Fremdstoffe wie Glas, Metallbügel oder Verschlüsse aus Kunststoff gehören nicht in die Sammlung, da sie das Recycling stören bzw. die Charge ggf. unbrauchbar machen können.

Im Kreis Unna steht ein großes Netz von Kork-Sammelstellen zur Verfügung, welches von der GWA-Abfallberatung betreut wird:

Bergkamen:           GWA-Wertstoffhof

Weitere Informationen gibt es bei der GWA-Abfallberatung am Servicetelefon unter
0 800 400 1 400 und im Internet unter www.gwa-online.de.

 

 




Gemeinsam für den Schutz unserer Wälder!

Anlässlich des Internationalen Tags des Waldes am 21. März 2023 ruft das Umweltzentrum Westfalen dazu auf, die Bedeutung der Wälder für unsere Umwelt, unser Klima und unsere Gesellschaft zu würdigen. Wälder sind nicht nur Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten, sondern spielen auch eine entscheidende Rolle im Kampf gegen den Klimawandel, indem sie CO2 speichern und Sauerstoff produzieren.

In diesem Jahr steht der Tag des Waldes unter dem Motto „Wälder für das Klima“. Das Umweltzentrum Westfalen möchte die Öffentlichkeit dazu ermutigen, sich aktiv für den Schutz und die Aufforstung unserer Wälder einzusetzen. „Wälder sind unsere grünen Lungen und unverzichtbar für ein gesundes Ökosystem. Sie bieten nicht nur Erholung und Freizeitmöglichkeiten, sondern sind auch essenziell für den Erhalt der Biodiversität“, erklärt Dipl. Biologe Oliver Wendenkampf, Umweltzentrum Westfalen.

„Wir laden alle Bürgerinnen und Bürger ein, sich an unseren Veranstaltungen – auch zum Schutz der Wälder – zu beteiligen und sich über die Möglichkeiten zu informieren, wie sie aktiv zum Schutz unserer Wälder beitragen können“, so Wendenkampf. „Gemeinsam können wir einen Unterschied machen und die Zukunft unserer Wälder sichern.“

Für weitere Informationen über die Veranstaltungen des Umweltzentrums und wie Sie sich engagieren können, besuchen Sie bitte unsere Websitewww.uwz-westfalen.de oder folgen Sie uns auf unseren sozialen Medien.




Arbeitskreis Grubenwasser lädt zur Info-Veranstaltung „Das Ultragift PCB und die Bergleute“ ein

Der Arbeitskreis Grubenwasser lädt am Mittwoch, 19. März, um 18:30 Uhr zu einer Informationsveranstaltung mit dem Titel „Das Ultragift PCB und die Bergleute“ im VHS Treffpunkt Bergkamen, Lessingstraße 2,ein. Referent ist Christoph Klug. Der Eintritt ist frei.

Christoph Klug wird vor allem über seine Erfahrungen und Erkenntnisse als Mitarbeiter bei der Studie zur PCB-Belastung von Bergleuten berichten, wo er hautnah und aus erster Hand die negativen Auswirkungen des Ultragiftes PCB auf den Menschen, in diesem Fall auf die Bergleute und ihre Familien, erlebt hat und bis heute erlebt.

Bis in die 1980er Jahre wurden in die Bergwerke der Ruhrkohle AG (heute: RAG) über 12.000 Tonnen der als Ultragift geltenden Chemikalie PolyChlorierteBiphenyle (PCB) unter Tage gebracht. Nur ein Bruchteil davon regulär entsorgt. Tausende Bergleute und ihre Familien kamen mit dem Gift in Kontakt. Auch die Umwelt wird durch PCB schwer geschädigt, weshalb PCB seit der Stockholmer Konvention von 2004 komplett verboten sind.

Aber erst aufgrund des Drucks besorgter Umweltschützer und des ehemaligen Ressortleiters im NRW-Umweltministerium, Dr. Harald Friedrich, wurde 2015 vom Landesumweltamt endlich das Lippewasser untersucht. In den Proben wurden überhöhte PCB-Werte nachgewiesen. Dabei haben bereits sehr geringe Mengen PCB fatale Langzeitauswirkungen, über die Christoph Klug aus seiner
langjährigen Erfahrung in der Untersuchung und Betreuung PCB-geschädigter Bergleute und ihrer Familien zu berichten weiß: Leber-, Milz- und Nierenschäden, Störung der Sexualhormone, krebsauslösend, PCB reichern sich in der Nahrungskette an, Endlager ist der Mensch.

„Nach jahrelanger Ignoranz verharmlost die RAG das Gift bis heute und will von der Vergiftung der Bergleute nichts wissen. Sie will weiter PCB in angeblich „umweltverträglichen Mengen“ in die Flüsse einleiten. Dabei weiß auch die RAG ganz genau: PCB und umweltverträglich, das passt nicht zusammen. In einer Verlautbarung vom 6.6.24 informiert die RAG nun, sie wolle das „PCB im Grubenwasser …reduzieren.“ Wie diese „Reduzierung“ aussehen soll und was mit dem Rest an PCB geschehen soll, verrieten die Konzernstrategen dann auf einer Veranstaltung „im kleinen Kreis“, heißt es in eine Pressemitteilung des „Arbeitskreises Grubenwasser.

Alle Interessierten Bürgerinnen und Bürger, ganz besonders Jugendliche gleich welcher Nationalität, ebenso Bergleute und ihre Familien sowie Medienschaffende sind herzlich eingeladen. Es wird neben dem Vortrag ausreichend Gelegenheit zur Diskussion geben.




Anmeldung bis zum 28. März zum Kürbis-Cup 2025: Wer züchtet den größten Kürbis?

Passend zum Start in den Frühling ruft die Abfallberatung der GWA – Gesellschaft für Wertstoff- und Abfallwirtschaft Kreis Unna mbH in diesen Tagen wieder zum kreisweiten Kürbiswettbewerb auf. Mitmachen können alle Kindergärten, Kindertageseinrichtungen und Schulen im Kreis Unna.

„Ziel des Wettbewerbs ist es, Kinder und Jugendliche spannend und nachhaltig an das Thema Kompostierung heranzuführen“, sagt Dorothee Weber von der GWA-Abfallberatung. Auf eindrucksvolle Weise sollen die Kinder selbst die Erfahrung machen, welch ausgezeichnete Wachstumsgrundlage kompostierbare Küchen- und Gartenabfälle für gesunde Pflanzen sind. Besonders Kürbisse haben einen hohen Nährstoffbedarf. „Mit dieser Aktion wollen wir die positiven Eigenschaften von Kompost veranschaulichen, die jungen Teilnehmer für diese älteste Recyclingmethode der Welt sensibilisieren und zeigen, was Bioabfall alles kann“, erläutert Dorothee Weber.

Zum Wettbewerbsstart stellt die GWA den teilnehmenden Einrichtungen Kürbissamen einer bestimmten Sorte, Pflanzempfehlungen und Gutscheine für Kompost zur Verfügung. Auch eigener Kompost darf verwendet werden. Ende September wird dann der Kürbis mit dem größten Umfang ermittelt und prämiert. Es winken Geldpreise und nützliche Sachpreise.

Alle Einrichtungen werden in diesen Tagen angeschrieben. Anmeldeschluss ist der 28.03.2025.

Alle zwei Jahre ruft die GWA-Abfallberatung zum Kürbis-Cup auf. Dieses Jahr ist es bereits der zehnte Wettbewerb insgesamt. Im Jahr 2023 hatten sich 92 Einrichtungen mit viel Engagement an dem Wettbewerb beteiligt. Die ersten drei Plätze belegten Schulen und Kindertageseinrichtungen aus Lünen, Unna und Fröndenberg. Der Siegerkürbis der Matthias-Claudius-Schule aus Lünen (Foto) maß den stolzen Umfang von 188 cm.

Weitere Infos unter www.gwa-online.de oder am GWA-Servicetelefon: 0800 400 1 400.