Gewerkschaft NGG: „Ausbildung statt Hilfsjobs“ – Fachkräfte im Kreis Unna verdienen 800 Euro mehr als Ungelernte

Per Tablet die Produktionsstraße steuern – dafür braucht es gut ausgebildete Fachkräfte. Und wer einen Gesellenbrief hat, macht nicht nur die anspruchsvolleren Jobs, sondern verdient auch deutlich mehr Geld, so die Gewerkschaft NGG. Foto: NGG | Alireza Khalili

Vorteil Gesellenbrief: Im Kreis Unna verdienen Beschäftigte, die eine Ausbildung abgeschlossen haben und Vollzeit arbeiten, durchschnittlich 3.199 Euro im Monat. Hilfskräfte mit einem Ganztagesjob kommen dagegen auf ein Monatseinkommen von lediglich 2.400 Euro – rund 800 Euro weniger. Darauf weist die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) unter Berufung auf eine Statistik der Arbeitsagentur hin. „Die große Einkommenskluft zeigt, dass die Berufsausbildung ein wichtiger Schutz vor Niedriglöhnen ist. Außerdem rufen Firmen aus fast allen Branchen derzeit nach Fachkräften – insbesondere im Gastgewerbe, in der Ernährungsindustrie und im Lebensmittelhandwerk“, konstatiert Torsten Gebehart, Geschäftsführer der NGG-Region Dortmund. Jetzt komme es darauf an, dass die Betriebe mehr als bisher in die Ausbildung investierten – und damit in die eigenen Fachleute von morgen.

Entscheidend sei hierbei, dass die Bedingungen für den Nachwuchs attraktiver werden, fordert die Gewerkschaft. „In Hotels, Restaurants, Bäckereien und Metzgereien brechen noch immer zu viele Azubis ihre Lehre ab. Oft aus Frust über lange Arbeitszeiten, fehlende Ausbilder oder fachfremde Arbeiten“, sagt Gebehart. So gaben im aktuellen DGB-Ausbildungsreport 48 Prozent der angehenden Hotelfachleute und 46 Prozent der Azubis in der Küche an, regelmäßig Überstunden machen zu müssen – ein Spitzenwert. „Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels können es sich die Unternehmen nicht erlauben, Berufsstarter zu verprellen. Bei der Ausbildungsqualität müssen sie dringend nachlegen“, betont Gebehart.

Zugleich appelliert der Gewerkschafter an Jugendliche und junge Erwachsene im Kreis Unna, sich nicht mit „schnellem Geld“ für Hilfsjobs locken zu lassen. Sinnvoll sei es stattdessen, eine Ausbildung anzufangen. „Beschäftigte ohne Lehre haben langfristig klar das Nachsehen. Sie verdienen weniger und können sich beruflich kaum weiterentwickeln“, macht Gebehart deutlich. Infos rund um Ausbildungsberufe, Bezahlung und Karrierechancen finden Interessierte bei der „Azubi-Börse“ der Arbeitsagentur im Netz: www.berufenet.arbeitsagentur.de. Warum die duale Berufsausbildung gegen den Fachkräftemangel hilft und wie sich das System stärken lässt, dazu gibt es weitere Hintergründe bei der „Allianz für Aus- und Weiterbildung“, in der sich die NGG mit anderen Gewerkschaften und Arbeitgeberverbänden zusammengeschlossen hat. Online unter: www.aus-und-weiterbildungsallianz.de




Erlös vom Frauentag 2022 geht ans Frauenforum und an das Bergkamener Mädchen- und Frauennetzwerk

Eine rundum positive Bilanz zum diesjährigen Bergkamener Frauentag zog das beteiligte Team gemeinsam mit der Gleichstellungsbeauftragten Martina Bierkämper im Rahmen des traditionellen Nachtreffens am Donnerstagabend im Stadtmuseum.

Über den Gesamterlös von 1.040 Euro und Schecks in Höhe von je 520 Euro freuten sich besonders Britta Buschfeld, geschäftsführende Vorständin des Frauenforums im Kreis Unna und Simone Pelzer vom Bergkamener Mädchen- und Frauennetzwerk. Das Frauentagsteam schmiedet bereits wieder neue Pläne für 2023.




Herbstbelebung bleibt schwach – schlechte Stimmung drückt auf die Kräftenachfrage und die Attraktivität der dualen Ausbildung muss steigen

Im Kreis Unna sank der Bestand an gemeldeten Arbeitslosen im Vergleich zum Vormonat um 105 auf 15.317. Im Vergleich zu Oktober 2021 stieg die Arbeitslosigkeit um 622 (+4,2 Prozent). Die Arbeitslosenquote stagnierte bei 7,2 Prozent. Vor einem Jahr betrug sie 6,9 Prozent.

„Es fühlt sich derzeit ein wenig so an wie das Warten auf den großen Sturm“, beschreibt Agenturchef Thomas Helm die Situation auf dem Arbeitsmarkt und erklärt: „Bis auf allmählich nachlassende Stellenmeldungen und steigende Zugänge in Arbeitslosigkeit zeigt der Arbeitsmarkt die typische Herbstentwicklung und gibt noch keinen Anlass zur Sorge. Dennoch wissen wir alle, dass die schlechten Konjunkturprognosen ebenso wie die stark gestiegenen Energiepreise ihren Einfluss auf die Entwicklung von Arbeitslosigkeit und Beschäftigung haben werden, nur eben nicht wann und in welchem Ausmaß.“ Entsprechend herausfordernd sei es derzeit, Aussagen über die
weitere Entwicklung zu treffen und Anzeichen losgelöst von Bedrohungsszenarien zu interpretieren: „Sicher ist für uns nur“, so Helm, „dass der Arbeitsmarkt auch bei nachlassender Dynamik vor allem auf gut qualifizierte Fachkräfte setzt und es Menschen ohne diese Qualifikation
schwer haben werden, in ihren Beschäftigungsverhältnissen zu bestehen oder Arbeit zu finden.
Unser dringender Ratschlag an Betriebe sowie Mitarbeiter und Arbeitslose ist daher, sich mit der eigenen oder betrieblichen Qualifikationsstruktur intensiv auseinanderzusetzen und überall da aufzusatteln, wo Fachkenntnisse veraltet oder schlicht nicht mit Zeugnissen belegbar sind.“ Auch für die eigenen Lohnerwartungen sei dies wichtig: „Gerade in der heutigen Zeit, in der die Kosten
für den Lebensunterhalt spürbar ansteigen, ist eine gute und aktuelle berufliche Qualifikation die Grundlage für gut entlohnte Arbeit und ein Wettbewerbsvorteil für individuelle Gehaltsverhandlungen.“
Betriebe leiden unter dem stark sinkenden Ausbildungsinteresse der Jugendlichen
„In diesem Jahr sind zwei Effekte auf dem Ausbildungsmarkt deutlich zu beobachten: Das Ausbildungsinteresse von Jugendlichen hat sich nach einem erfreulichen Anstieg im letzten Jahr wieder deutlich nach unten korrigiert, denn Ausbildung wird vielfach nicht mehr als attraktiv genug empfunden. Zum anderen ändert auch die verbesserte Stellen–Bewerber–Relation nichts daran, dass der Ausbildungsmarkt am Ende des Jahres unausgeglichen ist. Vielmehr zementieren sich Differenzen zwischen Angebot und Nachfrage, die zu einer Stagnation bei unbesetzten Stellen sowie unversorgten Bewerbern führen“, zieht Thomas Helm, Vorsitzender der Geschäftsführung
der Hammer Arbeitsagentur, Bilanz. Auf beiden Seiten führe dies zu Problemen: „Während Betriebe dem sinkenden Angebot an Bewerbern mitunter machtlos gegenüberstehen und keine
Lösung ihres Fachkräfteproblems finden, verlieren sich immer mehr junge Menschen in der
Orientierungslosigkeit und schlagen viel zu früh das Angebot einer qualifizierten Berufsausbildung aus, ohne für sich eine zukunftsweisende Alternative gefunden zu haben.“
Insgesamt meldeten die Betriebe und Ausbildungsträger im Kreis zwischen Oktober 2021 und September 2022 der Agentur für Arbeit 2.424 Berufsausbildungsstellen (und damit eine Stelle mehr als im Jahr zuvor). Dem gegenüber standen 2.476 gemeldete Bewerber für
Berufsausbildungsstellen, 171 weniger als im Vorjahr (–6,5 Prozent). Zum Ende des Berichtsjahres am 30. September waren 176 Ausbildungsstellen unbesetzt, 31 weniger als im Vorjahresvergleich, und 175 junge Menschen unversorgt (+66).
Für Thomas Helm eine nicht zufriedenstellende Bilanz: „Dass genauso viele Stellen unbesetzt wie junge Menschen ohne weitere qualifizierte Perspektive bleiben, ist alarmierend, zumal die Wettbewerbsfähigkeit unserer Unternehmen von deren Qualifikationsniveau abhängt. Ebenso
gewinnen Schulabgänger während einer Berufsausbildung an Lebens– und Berufserfahrung, die sie unentbehrlich für den Arbeitsmarkt machen. Wer mit einer abgeschlossenen Ausbildung nach einer Festanstellung sucht, hat es oftmals leichter als Studienabsolventen, bei denen praktische Erfahrungen während des Studiums zu kurz gekommen sind.“ Helm betont, dass aktuell noch viele Last Minute Angebote auf dem heimischen Ausbildungsmarkt verfügbar sind. Wer Interesse daran hat, kann sich unmittelbar an die Beratungshotline der Arbeitsagentur unter der Telefonnummer 02303 – 2807 111 wenden. Auch die Kammern und viele Unternehmensverbände bieten entsprechende Vermittlungsunterstützung an.




Ehrenamtliche Betreuer gesucht: Seminarreihe zum Kennenlernen

Wenn Menschen auf Grund einer psychischen Krankheit oder einer körperlichen, geistigen oder seelischen Behinderung nicht mehr selbstständig entscheiden können, wird im Bedarfsfall eine rechtliche Betreuung eingerichtet. Die Arbeitsgemeinschaft der Betreuungsvereine und Betreuungsstellen im Kreis Unna sucht Interessierte, die sich vorstellen können, eine rechtliche Betreuung ehrenamtlich zu führen und will die Aufgaben, die rechtliche Betreuer übernehmen müssen, in einer 3-teiligen Seminarreihe vorstellen.

Am 3. November von 17 bis 19 Uhr findet die erste Veranstaltung mit dem Thema „Grundlagen der rechtlichen Betreuung“ statt. Dabei geht es um einen Überblick über die rechtliche Betreuung. Am 10. November von 17 bis 19 Uhr folgt das Thema „Von der Betreuungsanregung bis zur Betreuerbestellung“. Anhand von Praxisbeispielen erhalten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Informationen zum Verfahrensablauf und über Arbeitsinhalte.

Termine an drei Orten
Diese beiden Veranstaltungen finden zeitgleich an drei Orten statt, um mehr Menschen die Möglichkeit zu geben, an dem Seminar teilzunehmen:

  • Lünen: AWO Lünen, Marie-Juchacz-Straße 1a, Moderation: Petra Grothaus (AWO), Monika Kersting (KSD Hamm-Werne)
  • Unna: SKF Unna, Schillerstraße 18, Moderation: Vanessa Terhorst (SKF), Harry Fink (BVD Schwerte)
  • Kamen: Kirchengemeinde, Schwesterngang 1, Moderation: Claudia Lechleitner (Diakonie Ruhr-Hellweg), Simone Meisel (BIB – Betreuung im Blick)

Zur dritten Veranstaltung sind alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer am 17. November von 17 bis 19 Uhr in das Kreishaus in Unna eingeladen. Im Freiherr-vom-Stein-Saal referiert Dr. Matthias Cleef vom Sozialpsychiatrischen Dienst des Kreises Unna über Erkrankungen, die häufig zur Einrichtung rechtlicher Betreuungen führen.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die alle drei Veranstaltungen besucht haben, erhalten am Ende ein Teilnahmezertifikat. Die Teilnahme ist kostenlos. Anmeldungen nimmt Klaus Hellwig von der Betreuungsstelle des Kreises Unna unter klaus.hellwig@kreis-unna.de oder telefonisch unter Tel. 0 23 03 / 27-1251 entgegen. PK | PKU




Nachtreffen zum Internationalen Frauentag 2022 im Stadtmuseum: Rund 1.000 Euro für Mädchen- und Frauenarbeit im Kreis Unna

Der intensive Rückblick nach einem erfolgreichen Internationalen Frauentag in Bergkamen ist Tradition: So lädt Bergkamens Gleichstellungsbeauftragte Martin Bierkämper auch dieses Mal alle an der Veranstaltung „Andere Zeiten, anderer Zeitpunkt“ beteiligten und engagierten Frauen zum Nachtreffen ein. Dieses findet am Donnerstag, 3. November 2022, ab 18.30 Uhr im Stadtmuseum statt.

Zu dieser Gelegenheit erfolgt auch die offizielle Scheckübergabe, die Empfängerinnen werden einen kleinen Einblick in die Verwendung der Spende geben. Traditionell kommt der Erlös des Internationalen Frauentages lokalen Gruppen oder Vereinen zugute, die sich für die Situation von Frauen und Mädchen stark machen. Im Vorfeld hat das Frauentagsteam beschlossen, den diesjährigen Erlös in Höhe von 1.040 Euro zur Hälfte dem Bergkamener Mädchen- und Frauennetzwerk und dem Frauenforum im Kreis Unna zur Verfügung zu stellen.

Im Anschluss an die Scheckübergabe ist noch ein gemütlicher Teil mit einem kleinen Imbiss vorgesehen. Und natürlich wird an diesem Abend der diesjährige Frauentag reflektiert, um die ersten Weichen für die Planung des Frauentages 2023 zu stellen.




Spielzeugbörse „Kinderkram“ ist am Samstag in der Auferstehungskirche wieder geöffnet

Die Spielzeugbörse „Kinderkram“ der ev. Friedenskirchengemeinde ist am Samstag, 29. Oktober, in der Auferstehungskirche, Goekenheide 7 in Weddinghofen, wieder von 10 bis 12 Uhr geöffnet.

„Kinderkram“ wird dieses Angebot genannt, weil hier Kinder und Erwachsene aus momentan sozial schwachen Familien kostenfrei nach Büchern und Geschenken kramen und stöbern dürfen.

Selbstverständlich kann in dieser Zeit auch neues oder sehr gut erhaltenes Spielzeug abgegeben werden. Hier sind die Organisatoren dringend auf IHRE Spenden angewiesen. Bitten Sie ihre Kinder doch einmal, die Zimmer oder Dachböden zu durchforsten. Sicher gibt es dort einige nie gelesene Bücher oder Spielzeuggeschenke, aus denen sie herausgewachsen sind.

Die Organisatoren freuen sich uns über jede Spende.




Langjähriger Vorsitzender des Blauen Kreuzes Walter Beier mit der Ehrenmedaille der Stadt Bergkamen ausgezeichnet

Bürgermeister Bernd Schäfer zeichnete am Dienstag Walter Beier wegen seiner Verdienste für Bergkamen mit der Ehrenmedaille der Stadt Bergkamen aus.

Der langjährige Vorsitzende des Stadtverbands und des Landesverbands des Blauen Kreuzes Walter Beier ist am Dienstagabend im Rahmen einer Feierstunde von Bürgermeister Bernd Schäfer wegen seiner großen Verdienste mit der Ehrenmedaille der Stadt Bergkamen ausgezeichnet worden. Hierbei handelt es sich um die höchste Auszeichnung der Stadt für engagierte Bürgerinnen und Bürger. Die Verleihung ist im September durch den Stadtrat einstimmig beschlossen worden. Bei der Verleihung waren die Spitzen der Bergkamener Ratsfraktionen und auch die Ehefrau Gabriela Beier anwesend.

In der Begründung zum Ratsbeschluss heißt es unter anderem:

Mit besonderem persönlichen Einsatz engagiert Herrn Walter Beier, geb. am 24.11.1941, sich seit vielen Jahren im Blauen Kreuz, unter anderem:
– 1979 – 1981: Ausbildung als Suchtkrankenhelfer
– 1980: Gründung einer Selbsthilfegruppe des Blauen Kreuzes in Oberaden. Walter Beier wird 2. Vorsitzender.
– 1981 – 1984: 1. Vorsitzender des Vereins in Oberaden. Auf Initiative von Herrn Walter Beier werden weitere Selbsthilfegruppen in Oberaden, Weddinghofen, Overberge und Rünthe und ein Stadtverband für Bergkamen gebildet, dessen Vorsitz Herr Walter Beier übernimmt.
– 1983: Gründung und Leitung des „Helferkreises Ruhr-Ost“; Einrichtung des „Bergkamener Tag“, eines Helfertages auf NRW-Ebene
– 1984 – 1987: Beisitzer im Vorstand des Landesverbandes NRW
– 1987 – 1989: Beisitzer im Bundesverband
– 1989 – 1993: stellvertretender Vorsitzender des Landesverbandes NRW
– 1993 – 1996: Vorsitzender des Landesverbands NRW
– 1997: Ernennung durch den Landesverband NRW zum Ehrenvorsitzenden des Landesverbands Suchtselbsthilfe BKE auf Lebenszeit. Gleichzeitig wurde Walter Beier Berater des Landesverbandes NRW für Bundesangelegenheiten
– Über sein Wirken als Suchtkrankenhelfer mit Referententätigkeiten hinaus war Walter Beier jahrzehntelang auch auf internationaler Ebene tätig:

  • Ab 2001: Als Mitglied im Arbeitskreis Osteuropa beim Evangelischen Kirchenkreis Unna hat Walter Beier jährlich zwei bis drei Wochen lang täglich Gruppenstunden beim Blauen Kreuz in Rumänien durchgeführt und Selbsthilfegruppen gegründet.
  • Eine Sammlung von Bekleidung, Spielsachen etc. für die Ärmsten in umliegenden Dörfern konnte von ihm einmal im Jahr auf den Weg dorthin gebracht werden.
  • Walter Beier hat sich u. a. für Kinderprojekte und ein Obdachlosenheim für Männer in Sibiu eingesetzt.

– Bis heute begleitet Herr Beier die Suchtselbsthilfe BKE als wichtiger Ansprechpartner und Ratgeber.
2001 ist er für sein langjähriges Engagement mit der Silbermedaille der Stadt Bergkamen ausgezeichnet worden.




Erfolge trotz schwieriger Startvoraussetzungen: Werkstatt-Ausbildung freut sich über zwei Prüfungsbeste in Bergkamener Betrieben

Die beiden Prüfungsbesten Sandy und Can bei der IHK Ehrung. Ihre Kooperationsbetriebe sind REWE Liebendahl und die Deichmann-Fliale in Bergkamen. Foto: Werkstatt Unna

Mit der richtigen Unterstützung kommen auch Jugendliche mit schwierigen Startvoraussetzungen zum Ausbildungsziel: Über zwei Auszubildende, die ihre Prüfung mit Bestnoten abschlossen, freuen sich die Werkstatt im Kreis Unna GmbH und ihr Schwesterunternehmen Werkhof Projekt gGmbH. Sandy N. (26) bestand die Abschlussprüfung zur Verkäuferin vor der IHK Dortmund mit „sehr gut“, Can P. (19) schloss die Ausbildung zum „Fachpraktiker im Verkauf“ ebenfalls mit Bestnote ab.

Can P. gehört zudem zu den „besten Ausgebildeten in Nordrhein-Westfalen, die von den Industrie- und Handelskammern am 11. November für ihre „hervorragenden Leistungen“ geehrt werden.

Beide absolvierten eine außerbetriebliche Ausbildung (BaE). Dieses Angebot, bei der die Werkstatt mit vielen Betrieben kooperiert, sieht vor: Die Auszubildenden werden bei der Werkstatt angestellt, die Fachkräfte unterstützen bei schulischen und persönlichen Problemen, die Praxisausbildung erfolgt mit Kooperationsbetrieb. Dieses besondere Angebot wird durch die Berufsberaterinnen und Berufsberater der Agentur für Arbeit Hamm insbesondere jungen Menschen angeboten, die einen erhöhten Be-darf an Unterstützung in theoretischen oder praktischen Bereichen der Ausbildung vorweisen mit dem Ziel der Aufnahme, Fortsetzung sowie dem erfolgreichen Ab-schluss einer Berufsausbildung. Finanziert wird die Ausbildung in außerbetrieblichen Einrichtungen sowie die Ausbildungsvergütung vollumfänglich durch die Agentur für Arbeit Hamm, welche die Werkstatt im Kreis Unna mit der der Durchführung beauftragt hat.

Sandy. N. absolvierte die praktische Ausbildung bei der Firma Deichmann in der Filiale in Bergkamen-Rünthe. Mit sehr gutem Erfolg: Nach einer Zwischenprüfung deutlich über Kammerdurchschnitt schloss sie die Berufsschule mit der Note 1,0 ab, die Ab-schlussprüfung vor der IHK Dortmund ebenfalls mit sehr gut. Aufgrund ihrer Leistungen und ihrer Zuverlässigkeit wurde Sandy N. übergangslos von Deichmann übernommen und qualifiziert sich jetzt im dritten Ausbildungsjahr zur Kauffrau im Einzel-handel.

Can P. absolvierte eine BaE zum „Fachpraktiker im Verkauf“ bei der Werkhof Projekt gGmbH. „Durch die regelmäßige Teilnahme an der Ausbildung und das persönliche Engagement konnte er sowohl in der Theorie als auch in der Praxis sehr gute Leistungen zeigen. Sein Kooperationsbetrieb (Rewe Liebendahl, Bergkamen-Oberaden) beurteilte ihn auch in fast allen Bereichen sehr positiv.“, freut sich Kirsten Wegener-Zander, Abteilungsleiterin der Werkstatt. Die Abschlussprüfung endete mit der Note „sehr gut“, die IHK zeichnete Can P. als besten Auszubildenden in seinem Ausbildungsgang aus. Der Ausbildungsbetrieb übernahm den Bestprüfling auch direkt – nicht wie geplant in ein Vollzeit-Arbeitsverhältnis, sondern sogar zur Weiterqualifikation zum Verkäufer. „Er besucht dafür ein reguläres Berufskolleg und befindet sich nicht mehr in der Begleitung durch einen Bildungsträger. Die Integration auf den ersten Arbeitsmarkt hat also in vollem Umfang erfolgreich stattgefunden“, sagt Kirsten Wegener-Zander. Die beiden Prüfungsbesten sind nicht die einzigen erfolgreichen: „Von allen 15 Azubis, die zum Ende des Ausbildungsjahres 2021/2022 die Prüfung bestanden haben, sind rund 74% in Arbeit vermittelt worden und weitere rund 14% setzen die Ausbildung auf einer höheren Stufe fort“, freut sich die Abteilungsleiterin.




Weihnachtskalender des Lionsclub BergKamen gibt es auf dem Lichtermarkt: Helfen und Gewinnen

: Lionspräsident Dietmar Luft (re) und Ernst Schregel vom Lionsclub BergKamen überreichen dem Bergkamener Bürgermeister Bernd Schäfer eines der ersten Exemplare. Der Bürgermeister zeigte sich begeistert von dem Engagement der Lions, durch das viele sinnvolle Projekte in Kamen und Bergkamen unterstützt werden können.

Auch in diesem Jahr präsentiert der BergKamener Lions Club einen Weihnachtskalender mit Kamener
und Bergkamener Motiven. Die siebzehnte Auflage dieses inzwischen im heimischen Raum
bekannten und beliebten Kalenders ist ab nächster Woche in vielen Geschäften zu
bekommen.
Die „Löwen“ werden am Freitag, dem 28. Oktober, mit einem kleinen Stand auf dem Bergkamener Lichtermarkt den Verkauf starten. Helfen und Gewinnen ist das Motto dieser Kalender-Aktion. Mit dem Reinerlös werden Projekte der Kinder- und Jugendarbeit in Kamen und Bergkamen gefördert.
Hinter den 24 Türchen verbergen sich Gewinne im Gesamtwert von übner 12.000 Euro. Allesamt
gestiftet von großzügigen Handel- und Gewerbetreibenden, Sparkassen/Banken und
Großunternehmen aus beiden Städten, dafür bedankt sich der Club bei allen Unterstützern.

Zu den fast 400 attraktiven Gewinnen zählen Einkaufs- und Warengutscheine bis zu 300 Euro und
wertvolle Sachpreise. Der Hauptpreis am 24. Dezember ist ein Reisegutschein im Wert von 1000
Euro.
Jeder Weihnachtskalender hat auf der Rückseite eine Gewinnnummer. Die hinter den Türchen
versteckten Gewinne und die entsprechenden Gewinnnummern werden vom 1. -24. Dezember
auf den Lokalseiten der heimischen Zeitungen und im Internet bei uns veröffentlicht.

Zu haben sind die Kalender auch in den Geschäften der Sponsoren und unterstützenden
Unternehmen in Kamen und Bergkamen. Plakate weisen auf dieses Angebot hin.
Da die Herstellungskosten des Kalenders und sämtliche Preise von Spendern und Sponsoren finan-
ziert werden, ist gewährleistet, dass der gesamte Erlös der Aktion Projekten für Kinder und Jugend-
liche in Bergkamen und Kamen zukommt.




Interreligiöses Frauennetzwerk beendet erfolgreiche Teamarbeit

Wenn es am Schönsten ist, soll man gehen: Schön war es für die Mitwirkenden des Interreligiösen Frauennetzwerkes Bergkamen-Kamen immer, mit ungezählten inspirierenden Momenten und Begegnungen, doch nun ist Schluss. Nach 14 Jahren trennen sich die Wege der Netzwerkerinnen.

„Es war eine schöne und intensive Zeit, doch wir wollen nichts künstlich aufrecht erhalten“, sagt Bergkamens Gleichstellungsbeauftragte und Mitbegründerin Martina Bierkämper. Gemeinsam gingen sie immer wieder auf Themensuche. Sie wollten wissen, wie Religionen „schmecken“ oder Pilgern sich anfühlt. Ein anderes Mal machten sie die Regeln für ein friedliches Zusammenleben der religiösen Schriften und Traditionen in Judentum, Christentum und Islam zum Thema.

Über Jahre war es den Mitgliedern ein Anliegen, das friedliche Zusammenleben der Religionen im Kreis Unna zu fördern. Dabei setzen sie sich mit ausgewählten interreligiösen Themen auseinander, denen zugewanderte und einheimische Frauen im Alltag begegnen. Das Ziel: Frauen christlicher, muslimischer und jüdischer Tradition immer wieder aufs Neue zu sensibilisieren, Verschiedenes zu entdecken und Unterschiede zu respektieren.

Die Netzwerkkoordination leistete das Kommunale Integrationszentrum (KI) des Kreises Unna. Mitgemacht haben Vertreterinnen der Städtischen Bibliotheken Bergkamen und Kamen, die Gleichstellungsstellen der Städte Bergkamen und Kamen, der Evangelischen und Katholischen Kirchengemeinden Bergkamen, des Christlich-islamischen Freundeskreises Kamen und der Jüdischen Gemeinde „haKochaw“ für den Kreis Unna.

„Unser Hauptziel war es immer, die Gemeinsamkeiten in den Vordergrund zu stellen, und nicht auf die Unterschiede zu blicken“, sagt Martina Bierkämper rückblickend. Zur Erinnerung an die Aktivitäten hoffen die Akteurinnen nun, dass ihre gemeinsame Saat aufgehen wird. Stellvertretend dafür pflanzten sie im Bergkamener Jubiläumswald einen Baum und legten hinter dem Kamener Rathaus eine Blumenwiese an. Ebenso erinnert eine Chronik als Dankeschön und unterhaltsamer Beleg an die spannende und fruchtbare Arbeit des interreligiösen Netzwerks.




IG BAU: 7500 Azubis im Kreis Unna können Nachwuchs-Betriebsräte wählen

Ganz so leicht geht der Job auf dem Bau nicht immer von der Hand. Gerade für Azubis läuft auf den Baustellen und in den Betrieben nicht immer alles glatt, so die Beobachtung der IG BAU. Berufsstarter sollten sich deshalb für ihre Belange einsetzen – und bei den laufenden Wahlen zur Jugend- und Auszubildendenvertretung mitmachen. Foto: IG BAU | Tobias Seifert

Junior-Betriebsräte gesucht: Azubis und junge Beschäftigte aus dem Kreis Unna sollen sich für ihre eigenen Belange einsetzen – und bei den laufenden Wahlen zu den Jugend- und Auszubildendenvertretungen (JAV) mitmachen. Dazu ruft die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) auf. „Von unbezahlten Überstunden bis hin zu Arbeiten, die gar nichts mit der Ausbildung zu tun haben – immer wieder klagen Azubis über Missstände. Aber die muss niemand einfach so hinnehmen. Wer eigene Interessenvertreter wählt, kann im Betrieb ein entscheidendes Wort mitreden und sich das nötige Gehör beim Chef verschaffen“, sagt Friedhelm Kreft, Bezirksvorsitzender der IG BAU Westfalen Mitte-Süd.

Insbesondere Azubis aus der Baubranche sollten bei den JAV-Wahlen, die noch bis Ende November laufen, ihre Stimme abgeben, rät der Gewerkschafter. „Die Bau-Ausbildung hat zwar einen guten Ruf und liegt in puncto Bezahlung auf den vorderen Plätzen. Doch nach wie vor berichten Azubis, dass sie viele Aufgaben erfüllen müssen, die nicht der Ausbildung dienen. Immer wieder fühlen sie sich als billige Arbeitskräfte missbraucht. Zudem klagen sie über lange Arbeitszeiten durch weit entfernte Baustellen“, moniert Kreft.

Hier sollten die Firmen umdenken und für bessere Konditionen sorgen. Insbesondere für Frauen müsse die Ausbildung auf dem Bau attraktiver werden. Nur so könnten die Arbeitgeber den Fachkräftemangel in der Branche überwinden. Nach Überzeugung der IG BAU profitieren letztlich auch die Unternehmen von engagierten Azubi-Vertretern: Dort, wo es einen „Jugend-Betriebsrat“ gebe, stiegen die Zufriedenheit und die Motivation der Azubis. „Damit wachsen dann auch die Chancen, dass Azubis nach der Lehre ihrem Arbeitgeber die Treue halten“, so die Gewerkschaft.

Nach Angaben der Arbeitsagentur gibt es im Kreis Unna aktuell rund 7.500 Auszubildende – 173 von ihnen lernen in der Baubranche. Eine Interessenvertretung kann wählen, wer in einem Betrieb arbeitet, der mindestens fünf Jugendliche oder Azubis und bereits einen Betriebsrat hat. Stimmberechtigt sind alle Beschäftigten unter 18 Jahren – genauso wie alle, die ihre Berufsausbildung absolvieren. Zur Wahl aufstellen lassen können sich darüber hinaus Beschäftigte unter 25 ohne Auszubildenden-Status.

Alle Infos rund um die Wahl gibt es im Netz unter www.jav-portal.de. Azubis aus der Bau-, Land- und Forstwirtschaft sowie aus der Gebäudereinigung, die einen „Nachwuchs-Betriebsrat“ gründen wollen oder Hilfe bei der Wahl brauchen, finden Rat bei der Jungen BAU unter https://www.instagram.com/jungebau/ oder www.facebook.com/JungeIGBAU.