Herbstbelebung auf dem Arbeitsmarkt hält noch an

Im Kreis Unna sank der Bestand an gemeldeten Arbeitslosen im Vergleich zum Vormonat um 207
auf 15.110. Im Vergleich zu November 2021 stieg die Arbeitslosigkeit um 940 (+6,6 Prozent). Die
Arbeitslosenquote reduzierte sich um 0,1 Punkte auf 7,1 Prozent. Vor einem Jahr betrug sie 6,6
Prozent.

„Der Arbeitsmarkt hat sich auch im November stabil gezeigt und den globalen Herausforderungen
standgehalten, die Arbeitslosigkeit konnte sich noch einmal deutlich reduzieren“, beschreibt
Agenturchef Thomas Helm die Situation auf dem Arbeitsmarkt im Kreis Unna. Dabei betont Helm:
„Alle Personengruppen haben von neuen Jobchancen profitiert, ein gutes Zeichen für die
Aufnahmefähigkeit des Marktes“. Im Vergleich zum Vorjahr sei jedoch ein deutlicher Anstieg
auffällig: „Hier schlägt die Zuwanderung von Menschen aus der Ukraine zu Buche.“

Trotz positiver Entwicklung stellt der Agenturleiter einen allmählichen Rückgang an Stellen fest:
„Noch fällt er überschaubar aus, dennoch ist besonders auffällig, dass sich gerade der Handel trotz
Vorweihnachtsgeschäft durch ein sinkendes Jobangebot auszeichnet.“

Für Thomas Helm hängt die Prognose der nächsten Monate entscheidend davon ab, wie stark sich
Winterwetter, Materialengpässe und Energiekosten auf unternehmerische Entscheidungen
auswirken. Grundsätzlich sei aber davon auszugehen, dass der Einbruch voraussichtlich saisonal
typisch verlaufe und im Frühjahr in eine erneute Entspannung münde.

Entwicklung in den zehn Kommunen des Kreises
In neun der zehn Kommunen des Kreises Unna nahm die Arbeitslosigkeit im vergangenen Monat
ab. Den stärksten Rückgang verzeichnete Fröndenberg (-3,7 Prozent bzw. 21 auf 550). Danach
folgen Bönen (-2,8 Prozent bzw. 19 auf 665), Kamen (-2,6 Prozent bzw. 44 auf 1.676), Holzwickede
(-2,5 Prozent bzw. 12 auf 464), Unna (-2,1 Prozent bzw. 42 auf 1.918), Selm (-1,4 Prozent bzw. 12
auf 852), Bergkamen(-1,3 Prozent bzw. 29 auf 2.179), Lünen (-0,8 Prozent bzw. 36 auf 4.443) und
Schwerte (-0,5 Prozent bzw. sieben auf 1.447). In Werne stieg die Arbeitslosigkeit an (+1,7 Prozent
bzw. 15 auf 916).




Gesprächskreis „Pflegende Angehörige“ Bergkamen: Sing-Nachmittag zur Adventszeit mit KLABAUTER & Co

Die Band KLABAUTER & Co in Feststimmung Foto: Bettina Südmeyer

Am Montag, 5. Dezember, ab 16 Uhr bietet der Gesprächskreis „Pflegende Angehörige“ Bergkamen eine Mitmach- und Mitsingrunde in Unterstützung mit der Band KLABAUTER & Co an. Dieses Mal mit Advents-, Winter- und Weihnachtslieder, passend zur feierlichen Zeit. Die Veranstaltung findet im Alevitischen Begegnungszentrum in Bergkamen-Weddinghofen, Buchfinkenstraße 8, statt.

Bei der Mitsingrunde handelt sich um ein Angebot für alle Interessierte, die gerne aus der Mundorgel mitsingen oder einfach auch nur zuhören oder mitsummen möchten. Denn das Singen von bekannten Liedern fördert den Zusammenhalt zwischen den Menschen, stärkt die Atemwege, belebt die Sinne und kommt dem eigenen Wohlbefinden zugute. Die Idee für die Veranstaltung entstand in Gesprächen zwischen der Selbsthilfegruppe „Pflegende Angehörige“ und den Bandmitgliedern von KLABAUTER & Co. Unter dem Motto „Singen für Körper, Geist und Seele“ treffen sich die Teilnehmer, um viele weihnachtliche Ohrwürmer gemeinsam zu singen.

Die Teilnahme an der Mitsingrunde ist kostenlos, allerdings wird um eine Anmeldung unter der Rufnummer Fon 01 74 / 6 25 48 37 gebeten. Weitere Veranstaltungen sind an jedem zweiten Montag im Monat vorgesehen und werden über die Presse angekündigt.

Interessierte können sich bei der Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfegruppen (K.I.S.S.) im Gesundheitshaus in Unna melden. Ansprechpartnerin ist Margret Voß, Fon 0 23 03 / 27- 28 29, E-Mail: selbsthilfe@kreis-unna.de. PK │PKU




Goldener Kompass für das Familienzentrum „mittendrin“: Stiftung des Ev. Kirchenkreises Unna zeichnet gelungene Projekte aus

Die Kita-Leitungen (v.l.) Jens Kort aus dem „Zwergengarten“, Bernd Bronheim aus dem Familienzentrum „Mittendrin“ und Anke Mertens von der Kita „Zur Wasserburg“ nahmen den Förderpreis Goldener Kompass für Ihre Einrichtungen entgegen.

Die Stiftung Kompass des Evangelischen Kirchenkreises Unna hat in diesem Jahr ihren Förderpreis „Goldener Kompass“ an drei Kindertageseinrichtungen verliehen. Die Stiftung zeichnet damit besonderes Engagement und die Beteiligung von Kindern aus. Der Preis ist jeweils mit 750 Euro dotiert. Die Verleihung fand auf der Kreissynode des Kirchenkreises am 23.11. statt.

Ausgeschrieben hatte die Stiftung Kompass den Förderpreis in diesem Jahr für besonders gelungene Aktivitäten in den Kindertagesstätten. Als Gewinner wurden die Kita „Zur Wasserburg“ in Fröndenberg, das Familienzentrum „mittendrin“ in Bergkamen und die Kita „Zwergengarten“ in Unna im Rahmen der Kreissynode ausgezeichnet. Die Jury hatte überdies beschlossen, keine Abstufung vorzunehmen und allen drei Gewinnern das Gewinnerpreisgeld in Höhe von 750 Euro zu überreichen.

In der Kita „Zur Wasserburg“ in Fröndenberg-Ostbüren entstand auf Anregung eines Kindes ein Ritter-Theaterstück. Von der Verkleidung bis zur Aufführung waren die Kinder beteiligt, eine erste Aufführung fand aufgrund der Pandemie ohne Zuschauer statt, doch das konnte im Sommer nachgeholt werden. Im Familienzentrum „mittendrin“ in Bergkamen wurde auf einer Brachfläche ein Gartenprojekt angestoßen, von Kürbis bis Brombeeren kann dort geerntet werden, Ein Müllprojekt ist nebenbei auch noch entstanden. Ganz neue Wege hat die Kita „Zwergengarten“ ausprobiert: als in der Pandemie die Eltern nicht in die Einrichtung konnten, haben die Kinder in einem Podcast erzählt, was gerade in der Kita los ist: vom toten Fisch im Aquarium bis zum Essensplan wurde in kurzen Episoden der Alltag der Kinder erfahrbar.

Eine unterstützung der kirchlichen Arbeit erhielten aus Stiftungsmitteln das Konficamp der Kirchengemeinden in der Region Unna, das diakonische Projekt „Rollender Mittagstisch“ der Ev. Kirchengemeinde Holzwickede-Opherdicke und die Aktion „Wheel-Sliding-Contest“ der Ev. Jugend Unna.

Die Stiftung Kompass des Evangelischen Kirchenkreises unterstützt Projekte der Gemeinden und Einrichtungen im Kirchenkreis. Besonders musikalische, und bauliche Aktionen, Arbeit mit Kindern und Jugendlichen und Senioren und Seelsorgearbeit werden von der Stiftung unterstützt.




Nachehrungen von verdienten Bürgerinnen und Bürgern im Ratstrakt

Nachehrung (von links): Markus Kowall (Schwimmverein Heil), Sabrina Kühnle-Kallenbach (Netzwerk „foodsharing“), Marlies Kirstein (Behindertenkreis Sundern), Sascha Kallenbach (Netzwerk „foodsharing“), Peter Kollmann (DRK) und Bürgermeister Bernd Schäfer.

Traditionsgemäß hat der Bürgermeister der Stadt Bergkamen auch in diesem Jahr im November verdiente Bürgerinnen und Bürger mit der Ehrenmedaille der Stadt Bergkamen, der Silbermedaille der Stadt Bergkamen, der Ehrenadel der Stadt Bergkamen, der Jubiläumsehrenamtskarte NRW und der Ehrenamtskarte NRW ausgezeichnet.

All diejenigen, die zur großen Ehrungsveranstaltung am 04. November 2022 verhindert waren, waren am 24.11.2022 zu einem Nachehrungstermin im Rathaus eingeladen.

Nachträglich geehrt wurden:

  • Marlies Kirstein (Behindertenkreis Sundern) mit der Ehrennadel der Stadt Bergkamen
  • Peter Kollmann (DRK) mit der Ehrennadel der Stadt Bergkamen und der Jubiläumsehrenamtskarte NRW
  • Sascha Kallenbach (Netzwerk „foodsharing“) mit der Ehrenamtskarte NRW
  • Sabrina Kühle-Kallenbach (Netzwerk „foodsharing“) mit der Ehrenamtskarte NRW
  • Markus Kowall (Schwimmverein Heil) mit der Ehrenamtskarte NRW



Kein Kind soll ohne Geschenk bleiben: Spielzeugbörse KinderKram am Samstag geöffnet

Die Spielzeugbörse KinderKram der Friedenskirchengemeinde ist am Samstag, 26. November, von 10 bis 12 Uhr in der Auferstehungskirche geöffnet.

Die Spielzeugbörse KinderKram befindet sich in der Auferstehungskirche in Weddinghofen. Dort gibt es eine kostenlose Spielzeugausgabe bzw. die Möglichkeit, gebrauchtes Spielzeug oder gewaschene Kuscheltiere (bitte in Plastikbeuteln verpackt) abzugeben.

Begonnen hat  KinderKram vor einigen Jahren mit einer Weihnachts-Spielzeugaktion – nun gibt es ihn monatlich: Den Bücher- und Spielzeugmarkt „KinderKram“.

Hier haben finanziell schwache Familien die Möglichkeit, für ihre Kinder Geburtstags-, Einschulungs- oder für-was-auch-immer-Geschenke kostenfrei auszusuchen.

„KinderKram“ wurde der Raum genannt, weil hier Kinder und Erwachsene kostenfrei nach Büchern und Geschenken kramen und stöbern dürfen, um z. B. etwas für die nächste Kindergeburtstagsparty haben zu können. Kein Kind soll ohne Geschenk bleiben oder eine Einladung ausschlagen müssen, nur weil das Geld für ein Geschenk fehlt.

Selbstverständlich kann in dieser Zeit auch neues oder sehr gut erhaltenes Spielzeug abgegeben werden. Hier sind wir dringend auf IHRE Spenden angewiesen. Bitten Sie ihre Kinder doch einmal, die Zimmer oder Dachböden zu durchforsten. Sicher gibt es dort einige nie gelesene Bücher oder Spielzeuggeschenke, aus denen sie herausgewachsen sind.

„Wir freuen uns über Ihre Spende. Machen Sie anderen und sich selbst damit eine Freude, erklärt die Gemeinde.

Kinderkram ist jeden letzten Samstag im Monat von 10:00 bis 12:00 Uhr in den unteren Räumen der Auferstehungskirche für jedermann geöffnet.
Weitere Öffnungszeiten nach Absprache.




Mehr Behandlungsplätze in der LWL-Klinik Dortmund und ihren Tageskliniken in Bergkamen, Lünen und Unna

LWL-Klinik in Dortmund.

Die LWL-Klinik Dortmund kann demnächst noch mehr Menschen behandeln. Durch neue Krankenhausplanungsentscheidungen aus dem Jahr 2022 kann sie nun 40 zusätzliche Behandlungsplätze für den Kreis Unna und an der Dortmunder Marsbruchstraße anbieten. „Das ist gut für unsere Patient:innen. Und wir freuen uns nun auf die Bewerbungen von zukünftigen Mitarbeitenden, die sich um sie kümmern können“, sagt LWL-Krankenhausdezernent Prof. Dr. Meinolf Noeker.

Behandelt werden soll sowohl stationär als auch tagesklinisch und im Bereich der „stationsäquivalenten Behandlung“ (StäB), innerhalb derer die Patient:innen zu Hause in ihren eigenen vier Wänden aufgesucht werden. „Wir können damit jetzt erfreulicherweise unseren Teil des rechtswirksamen Feststellungsbescheides aus dem NRW-Gesundheitsministerium zur psychiatrischen Krankenhausversorgung in Dortmund und im Kreis Unna umsetzen“, erklärt der Kaufmännische Direktor der LWL-Klinik Dortmund, Prof. Dr. Jens Bothe.

Tageskliniken betreibt die Klinik des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) neben mehreren im Stadtgebiet Dortmund auch im Kreis Unna in, Bergkamen und Lünen, da die Klinik als sogenannter „Pflichtversorger“ auch für den gesamten Kreis Unna zuständig ist.

„Wir freuen uns sehr, dass das Behandlungsangebot für Menschen mit psychischen Erkrankungen damit noch größer wird“, sagt Prof. Dr. Hans-Jörg Assion, der Ärztliche Direktor der LWL-Klinik Dortmund. „Natürlich suchen wir deswegen jetzt auch noch mehr Mitarbeitende, z.B. Ärztinnen und Ärzte, sowie Pflegerinnen und Pfleger. Unsere Mitarbeitenden kommen aus vielen unterschiedlichen Berufsgruppen, und wir werden demnächst viele neue Kolleginnen und Kollegen einstellen können“, so Assion.




Höhere Löhne auf dem Dach – Klima-Handwerk macht sich für Azubis im Kreis Unna attraktiver

Stark gefragt: Wer im Dachdeckerhandwerk arbeitet, hat derzeit alle Hände voll zu tun. Jetzt gibt es für
die Beschäftigten in der Branche mehr Geld. Foto: IG BAU | Tobias Seifert

Höhere Löhne fürs Arbeiten ganz oben: Dachdecker im Kreis Unna bekommen deutlich mehr Geld. Der Stundenlohn für Gesellen ist zum November auf 20,50 Euro gestiegen – ein Plus von 5 Prozent. Das teilt die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) mit und ruft die Beschäftigten jetzt dazu auf, ihren nächsten Lohnzettel zu prüfen.

„Für Gesellen geht es immerhin um rund 170 Euro mehr im Monat. Wer leer ausgeht, sollte sich an die Gewerkschaft wenden“, sagt Friedhelm Kreft, Bezirksvorsitzender der IG BAU Westfalen Mitte-Süd. Insgesamt gibt es im Kreis Unna nach Angaben der Arbeitsagentur 72 Dachdeckerbetriebe mit derzeit rund 520 Beschäftigten.

Auch für eine Inflationsprämie habe sich die IG BAU am Verhandlungstisch stark gemacht: „Es gibt 950 Euro, um zu helfen, die rasant gestiegenen Lebenshaltungskosten aufzufangen. Das Geld kommt in zwei gleichen Raten im Frühjahr 2023 und 2024. Es ist steuerfrei. Auch Sozialabgaben entfallen“, sagt Friedhelm Kreft. Ein weiteres Lohn-Plus von 3 Prozent wird es nach Angaben der IG BAU bereits im nächsten Oktober geben. „Außerdem tut sich für viele jetzt auch beim Urlaub etwas. Es gibt bis zu zwei Tage mehr“, so Kreft.

Die Unternehmen setzten zudem auf den Nachwuchs: „Es gehört zum Job der Dachdecker, Solarpanels auf die Dächer zu bringen. Um stärker auf Sonnenenergie im Kreis Unna zu setzen, braucht das ‚Klima-Handwerk‘ allerdings Azubis. Deshalb wird auch die Ausbildung in Dachdeckerbetrieben jetzt noch attraktiver“, sagt IG BAU-Bezirksvorsitzender Friedhelm Kreft. Die Ausbildungsvergütung werde für jedes Ausbildungsjahr in zwei Schritten angehoben. So erhalten Auszubildende nach Angaben der IG BAU Westfalen Mitte-Süd im 3. Lehrjahr künftig 1.260 Euro. Ab Oktober nächsten Jahres sind es dann sogar 1.320 Euro.




Weihnachtskalender des Lionsclub BergKamen: Gewinnnummern gezogen

Ziehung der Gewinnnummern des Weihnachtskalenders (von links): Präsident Dietmar Luft, Dr. Hubert Brinkschulte und Friedrich-Wilhelm Brumberg haben die Gewinnlisten erstellt, nachdem ein Zufallsgenerator die Nummern «gezogen» hatte.

Nachdem der Lionsclub BergKamen vor vier Wochen den Verkauf des Weihnachtskalenders gestartet hatte, wurden jetzt die Gewinnnummern für den diesjährigen Kalender gezogen. Zur Freude der Lions ist auch die siebzehnte Auflage dieses inzwischen im heimischen Raum bekannten und beliebten Kalenders fast ausverkauft.

Die Löwen hatten reichlich zu tun, fast 400 Gewinne mussten ausgelost werden. Jetzt stehen die Gewinnnummern fest. Sie werden ab dem ersten Dezember in den heimischen Zeitungen  und im Internet u.a. auf der Homepage www.weskamp-partner.de  zu lesen sein.

Zu den 395 attraktiven Gewinnen zählen Einkaufs- und Warengutscheine bis zu 300 Euro und  wertvolle Sachpreise.  Der Hauptpreis am 24. Dezember ist ein Reisegutschein  im Wert von 1000 Euro.

Doch nicht nur die Gewinner werden sich freuen. Da die Herstellungskosten des Kalenders und sämtliche Preise von Spendern und Sponsoren finanziert wurden, ist gewährleistet, dass der gesamte Erlös der Aktion Projekten für Kinder und Jugendliche in Bergkamen und Kamen zukommt.




NGG Dortmund gibt Tipps: Wer Schichtarbeit macht, muss jetzt schon den Urlaubskalender ‘23 zücken

Foto: NGG | Alireza Khalili

Im November schon den Sommer planen: Tatsächlich müssen viele Beschäftigte im Kreis Unna, die im Schichtbetrieb arbeiten, jetzt schon ihren Urlaubsplan für das kommende Jahr machen. „Schichtarbeit funktioniert wie ein Uhrwerk: Wenn tagsüber und nachts produziert wird, greifen die Arbeitszeiten der Beschäftigten wie Zahnräder ineinander. Deshalb ist eine exakte Planung – zum Beispiel in der Lebensmittelindustrie – auch das A und O“, sagt Torsten Gebehart von der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG). In ganz Nordrhein-Westfalen arbeiten nach Angaben des Statistischen Bundesamtes aktuell rund 1,1 Millionen Menschen in Wechselschicht.

Der Geschäftsführer der NGG-Region Dortmund gibt deshalb den „Frühbuchern im Schichtbetrieb“ Tipps zum Urlaub und weist auf einige Regeln hin: „Grundsätzlich sind zwei Wochen Urlaub am Stück immer drin. Das ist sogar gesetzlich vorgeschrieben. So ist pro Jahr eine längere Erholungsphase garantiert und damit auch die Chance, mindestens einmal ordentlich abzuschalten.“

Wer fünf Tage pro Woche arbeitet, dem stehen nach Angaben der NGG pro Kalenderjahr zwanzig freie Tage zu, also vier Urlaubswochen. Bei einer Sechs-Tage-Woche seien es 24 Urlaubstage. „Am besten schneiden ohnehin die Beschäftigten ab, die mit einem Tarifvertrag in der Tasche – und damit quasi unter dem ‚Tarif-Sonnenschirm‘ – ihren Urlaub planen: Dreißig Urlaubstage sind zum Beispiel in der Ernährungsindustrie die Regel – immerhin sechs Urlaubswochen“, so Torsten Gebehart.

Zum Ende des Jahres läuft jetzt auch der „Urlaubs-Countdown“: Denn grundsätzlich sollen Beschäftigte den Urlaub im laufenden Kalenderjahr nehmen, so die NGG. „Es geht darum, sich in Etappen zu erholen. So schön eine lange Reise oder die XL-Variante vom Jakobsweg sein mag: Wer einen Arbeitsmarathon hinlegt, um Urlaubstage anzusparen und diese dann mit ins nächste Jahr zu nehmen, verstößt gegen das ‚Einmaleins des Urlaubmachens‘“, sagt der Geschäftsführer der NGG-Region Dortmund.

Allerdings sei es grundsätzlich schon möglich, Resturlaub mit ins neue Jahr zu nehmen: „Das gilt zum Beispiel, wenn drängende Aufträge und damit das Arbeitspensum im Betrieb oder Erkrankungen bei Beschäftigten Urlaub unmöglich machen. Dann kann alter Urlaub im ersten Quartal des neuen Jahres geparkt und somit bis Ende März 2023 genommen werden“, erklärt Torsten Gebehart. Es sei dabei Sache der Arbeitgeber, ihre Beschäftigten aufzufordern, Urlaub zu nehmen und ihnen auch die Möglichkeit dafür einzuräumen. „Macht der Chef das nicht, bleibt das Recht auf den nicht genommenen Urlaub auch über das erste Quartal hinaus im nächsten Jahr bestehen“, so Gebehart.

Bevor es rund um den Urlaub zwischen Arbeitgebern und Beschäftigten zu Streit komme, sei es besser, den Betriebsrat einzuschalten. Wer in der Lebensmittelherstellung oder in der Gastronomie arbeitet, kann sich bei Fragen zum Urlaub auch an die NGG Dortmund wenden:
(0231) 55 79 79-0 oder region.dortmund@ngg.net.




SPD-Abgeordneter Kaczmarek trifft Betriebsratsvorsitzenden des Steag-Kradtwerks Heil im Bundestag

Betriebsratsvorsitzender Bernd Hagemeier (r.) mit Oliver Kaczmarek auf dem Dach des Deutschen Bundestags.

Zum 25. Mal hat die SPD-Bundestagsfraktion Betriebsrät:innen, Schwerbehindertenvertretungen und Personalrät:innen aus ganz Deutschland in den Bundestag eingeladen. In der Konferenz unter dem Motto „Transformation in besonderen Zeiten – Wie können Umbau und Beschäftigungssicherung gelingen?“ ging es zum einen um die Herausforderungen für die Betriebe und Beschäftigten in der aktuellen Energiekrise und zum anderen um die langfristige Perspektive des industriellen Umbaus im Zeichen von Klimaneutralität und Digitalisierung.

Insgesamt nahmen rund 120 Vertreter:innen aus ganz Deutschland in Berlin teil, etwa 200 waren online zugeschaltet. Aus dem Kreis Unna war Bernd Hagemeier, Betriebsratsvorsitzender im Bergkamener Steag-Kraftwerk, auf Einladung des Bundestagsabgeordneten Oliver Kaczmarek im Bundestag dabei.




Diskriminierung erkennen – Extremismus vorbeugen

Antimuslimische Diskriminierung – ein Problem, das Pädagogen vor eine Herausforderung stellt. Denn: Viele Kinder und Jugendliche, die muslimisch sind oder als muslimisch wahrgenommen, sind im Alltag damit konfrontiert. Sie werden so markiert und zu einer Gruppe mit negativen Eigenschaften konstruiert. Die Signale zu erkennen und entgegenzuwirken, ist für Pädagogen nicht einfach. Wie es gelingen kann, zeigt das Kommunale Integrationszentrum Kreis Unna (KI) bei einer Veranstaltung am 29. November in Bergkamen.

„In Schulen sind plakative Parolen, Memes, Videos und Anfeindungen antimuslimischer Diskriminierung im Umlauf“, so Sevgi Kahraman-Brust vom KI. „Häufig kommen diese erst durch Gegenwehr ans Tageslicht. Diese Stigmatisierung belastet und kann zu Hilf- und Sprachlosigkeit, zu aggressiven Auseinandersetzungen oder gar zu Radikalisierung führen.“
 
Pädagogen sind eingeladen
Die Veranstaltung findet in Zusammenarbeit mit der Schulpsychologischen Beratungsstelle im Kommunale Integrationszentrum Kreis Unna an der Schulstraße 8 in Bergkamen von 13.30 bis 16.30 Uhr statt. Lehrkräfte und pädagogische Fachkräfte, die in einer Schule tätig sind, lernen in diesem Workshop, das Erkennen und Benennen von antimuslimischem Rassismus und den Umgang damit. Auch geht es um die Gefahr, wie islamistische Gruppierungen reale antimuslimische Diskriminierungserfahrungen als Nährboden für eigene ideologische und politische Ziele ausnutzen.

Für die Veranstaltung konnten Referentinnen und Referenten der örtlichen Beratungsstelle des Präventionsprogramms „Wegweiser“ gegen Islamismus gewonnen werden. „Wegweiser in Dortmund, Hamm und im Kreis Unna“ bieten persönliche Begleitung und Beratung für Betroffene oder deren Umfeld an – zudem Sensibilisierung und allgemeine Informationen zu religiösen Überzeugungen und Religionsmissbrauch bei Extremismus. Ziel ist es, den Einstieg junger Menschen in den Islamismus zu verhindern.

Die Anmeldefrist ist bis zum 22. November verlängert worden. Anmeldungen nimmt die Schulpsychologische Beratungsstelle unter schulpsychologische-beratungsstelle@kreis-unna.de entgegen. Anzugeben dabei sind Vor- und Zuname, Schule, Ort, Funktion, E-Mail-Adresse sowie eine Telefonnummer. Die Veranstaltung ist kostenfrei. PK | PKU