Gaspreise bleiben stabil, Strompreisdeckel sorgt für Entlastung: GSW geben Ausblick auf die Preisgestaltung 2023

GSW-Geschäftsführer Jochen Baudrexl. Foto: GSW

Nach der Ankündigung des Maßnahmenkatalogs der Bundesregierung werden die Kundinnen und Kunden der Gemeinschaftsstadtwerke (GSW) Kamen, Bönen, Bergkamen eine Entlastung in der Energiekrise spüren. Das zeigt der Ausblick auf die Preisgestaltung für das kommende Jahr.

Eine erste finanzielle Hilfe wird es dank der geplanten Befreiung des Dezember-Abschlages für Gas bereits in Kürze geben. „Wir freuen uns, dass es damit eine kurzfristige und spürbare Entlastung für unsere Kunden gibt“, sagt Jochen Baudrexl, Geschäftsführer der GSW. Sobald die Details in der Umsetzung geklärt sind, werden die Kundinnen und Kunden der GSW informiert. Eine weitere erfreuliche Nachricht kann Baudrexl geben: „Die Preise für Gas bleiben zum 1. Januar stabil. Aufgrund der langfristigen und vorausschauenden Beschaffungspolitik können wir hier weiter vergleichsweise attraktive Preise anbieten, sodass der von der Bundesregierung geplante Gaspreisdeckel gar nicht zum Tragen kommt.“ Denn mit den aktuellen Gas-Tarifen der GSW bleibt man gar unter dem gedeckelten Preis von 12 Cent pro Kilowattstunde, der von der Bundesregierung für die Gaspreisbremse spätestens ab März vorgesehen ist.

Neben einer Deckelung der Gaspreise sieht der Bund zudem eine Strompreisbremse ab Januar vor. Demnach sollen Verbraucher für 80 Prozent ihres Jahresverbrauches maximal 40 Cent pro Kilowattstunde bezahlen. „Wir begrüßen die Idee der Deckelung der Strompreise“, erklärt Jochen Baudrexl. „Wenn diese so wie angekündigt beschlossen wird, würde dies eine deutliche finanzielle Unterstützung für unsere Kunden bedeuten.“ Eine Anpassung der Stromtarife ist schließlich für die Verantwortlichen der Gemeinschaftsstadtwerke ab Januar 2023 unumgänglich.

Historische Entwicklung auf dem Handelsmarkt hat Auswirkungen auf Stromtarife

Dank einer langfristigen und vorausschauenden Einkaufspolitik konnten die GSW ihren Kundinnen und Kunden bisher vergleichsweise günstige Strompreise anbieten. Nun aber erreichen die dramatischen Entwicklungen der Stromhandelspreise auch den lokalen Energieversorger im vollen Umfang. Die Marktpreise auf dem sogenannten Terminmarkt in Deutschland sind seit dem Jahr 2021 exorbitant gestiegen. Auch wenn sich die Handelspreise derzeit etwas erholen, liegen sie immerhin noch das Zehnfache über den üblichen Preisen. Diese nie zuvor dagewesene Situation führt dazu, dass sich die Bezugskosten für das Jahr 2023 drastisch erhöhen. Zudem haben sich die Transportkosten und die im Strompreis enthaltenen Umlagen stark erhöht. Zu den Transportkosten zählen etwa die Entgelte für die Übertragungsleitungen und örtlichen Verteilnetze.

Eine Anpassung der Stromtarife ist deshalb zum 1. Januar 2023 nötig. „Wir bedauern, dass wir die Preise erneut anpassen müssen. Leider können wir die extrem gestiegenen Kosten bei der Beschaffung und im Transport nicht mehr abfedern“, erklärt Jochen Baudrexl.

Demnach werden die Tarife zum Jahresbeginn angepasst. Der Arbeitspreis wird um 17,75 Cent pro Kilowattstunde (Netto) bzw. 21,12 Cent pro Kilowattstunde (Brutto) angehoben. Der Grundpreis in den Strom-Tarifen bleibt unverändert. Beispielhaft bedeutet das für einen Kunden im Tarif „GSW Fashion“ mit einem über Monate gleichmäßig verteilten Jahresverbrauch von 3.000 Kilowattstunden – im Vergleich zu den zum 1. Oktober 2022 gültigen Preisen – Mehrkosten von monatlich 52,81 Euro (Brutto). Das entspricht 59,6 Prozent.

Eine Entlastung wird durch die gedeckelten Strompreise spürbar. Ein Kunde in der Grundversorgung mit einem beispielhaften Verbrauch von 3000 Kilowattstunden im Jahr wird durch die Strompreisbremse monatlich um 16,5 Prozent entlastet. Sein vorheriger monatlicher Abschlag wird um 26 Euro auf 132 Euro reduziert – bei elf Teilbeiträgen pro Jahr. Bei den Wärmestromprodukten wie etwa die Tarife „GSW Strom Nachtspeicher“ oder „GSW Strom Wärmepumpe/Wallbox“ fällt die prozentuale Anpassung höher aus, da das Preisniveau tiefer als bei den Standardprodukten liegt.

Kunden werden in persönlichem Schreiben informiert

Die Kundinnen und Kunden der GSW werden in den nächsten Tagen in einem persönlichen Schreiben über die Anpassung der Strom-Tarife informiert. Die neue Abschlagshöhe, die ab dem 1. März greift, werden die GSW ihren Kunden mit der Jahresverbrauchsabrechnung 2022 mitteilen. Voraussichtlich Ende Februar erfolgt diese Mitteilung, die unter anderem den aktuellen Verbrauch aus dem Kalenderjahr 2022 berücksichtigt. Die automatisierte Abschlagsanpassung übernehmen die GSW für die Kunden. Das heißt, die Kunden müssen an dieser Stelle nicht selbst tätig werden.

Mit Blick auf das kommende Jahr gehen die Verantwortlichen der GSW davon aus, dass auch die Tarife in der Fernwärme angepasst werden müssen. Dabei ist die Preisgestaltung generell von sogenannten Index-Werten (Holz, Gas) abhängig und diese Rohstoffkosten steigen bekanntlich. Hier begrüßen die Verantwortlichen der GSW den Vorschlag der Expertenkommission, dass die Bundesregierung auch auf die Fernwärme einen Preisdeckel setzt. Dies würde eine deutliche Entlastung für die Fernwärme-Kunden der GSW bedeuten.

Den Verantwortlichen der GSW ist bewusst, dass jede Preisanpassung bei Kundinnen und Kunden mit Sorgen und Fragen verbunden sein kann. Die GSW bieten in ihren Kundencentern in Kamen, Bönen und Bergkamen wie gewohnt Beratungsgespräche an. Alles Wissenswerte gibt es zudem unter www.gsw-kamen.de




Förderverein der Erziehungsberatungsstelle lädt ein zur Info-Veranstaltung zum Thema „AD(H)S“ ein

Diplom-Psychologin Andrea Brinkmann.

Der Verein der Freunde und Förderer der Beratungsstelle für Kinder, Jugendliche und Eltern der Städte Bergkamen und Kamen bietet am Mittwoch, 9. November, um 19.00 Uhr im großen Sitzungssaal des Rathauses der Stadt Bergkamen, Rathausplatz 1, 59192 Bergkamen, eine Veranstaltung für Eltern, Betroffene und Fachleute mit Tipps und Hinweisen für einen förderlichen Umgang mit ADHS-Kindern an.

Neben der Teilnahme vor Ort besteht auch die Möglichkeit, online daran teilzunehmen. Dafür ist eine Anmeldung entweder per E-Mail beratungsstelle@helimail.de oder telefonisch unter 02307-68678 notwendig.

Als Referentin konnte der Förderverein die Dipl.-Psychologin und Leiterin der Beratungsstelle Frau Andrea Brinkmann gewinnen. Brinkmann wird über das Störungsbild AD(H)S referieren und freut sich auf eine rege Diskussion dazu. Gerne beantwortet sie auch die dadurch entstehenden Fragen.

Früher galten Kinder, die sich nicht betragen konnten, schlicht als ungezogen und plötzlich spricht alle Welt von einer ADHS. Natürlich stellt sich dann schnell die Frage, ob es sich nicht einfach um eine Art Erfindung handelt. Nein, das ist es nicht!

Kinder mit einer ADHS-Diagnose stellen im Unterricht oft eine besondere Herausforderung für die Lehrkräfte dar. Neben Impulsivität und Konzentrationsstörungen sind sie oft nicht gut organisiert und haben häufig ein besonderes Talent dafür, alle möglichen Abläufe immer wieder durcheinander zu bringen. Doch nicht nur im Schulunterricht, sondern aus allen möglichen Gruppensituationen mit ADHS-Kindern werden Vorfälle berichtet, die sowohl Fachleute als auch die eigenen Eltern an ihre pädagogischen Grenzen gebracht haben.

ADHS ist eine psychische Störung, die genauso real existiert, wie beispielsweise Übergewicht. Es gibt im Umgang mit diesen Kindern keinen Königsweg, aber mit Backgroundwissen und einigen handfesten Kniffen, lässt sich die Arbeit mit ihnen durchaus stemmen. Denn auf den zweiten Blick erschließt sich der bei ihnen häufig festgestellte Charme und es ergeben sich wie von alleine Handlungsstrategien, wenn man weiß worauf es ankommt.




Bergkamener Mädchen- und Frauennetzwerk setzt Online-Fortbildung fort: „Digitale Gewalt“ in Paarbeziehungen

Das Bergkamener Mädchen- und Frauennetzwerk lädt zu einer weiteren Online-Veranstaltung ein. Teilnehmer*innen erhalten am 22. November von 17 bis 18.30 Uhr erneut Gelegenheit, mehr über das Themenspektrum der „digitalen Gewalt“ zu erfahren. Referentin Ariane Raichle vom Frauenforum des Kreises Unna lädt zum Austausch über „Digitale Gewalt in Paarbeziehungen“.

Oft wird bei dem Thema digitale Gewalt an Hasskommentare gegenüber bekannten Personen oder Cybermobbing gedacht. Immer häufiger wird jedoch auch im Rahmen von Partnerschaftsgewalt der digitale Weg genutzt – meist als Ergänzung oder Fortsetzung analoger Gewaltformen. Dem meist männlichen Täter geht es auch hierbei darum – Macht und Kontrolle über die Partnerin auszuüben – gerne mit und vor großem Publikum.

Die Online-Veranstaltung des Bergkamener Mädchen- und Frauennetzwerkes möchte über digitale Gewalt in (Ex-)Paarbeziehungen informieren, aufklären und Möglichkeiten aufzeigen, wo man Hilfe und Unterstützung bekommen kann.

Anmeldungen sind bis Montag, 21. November 2022 via Mail an: beratungsstelle@helimail.de z.Hd. Frau Petra Müller möglich. Bei Interesse wird eine Teilnahmebestätigung ausgestellt.




Gewerkschaft NGG: „Ausbildung statt Hilfsjobs“ – Fachkräfte im Kreis Unna verdienen 800 Euro mehr als Ungelernte

Per Tablet die Produktionsstraße steuern – dafür braucht es gut ausgebildete Fachkräfte. Und wer einen Gesellenbrief hat, macht nicht nur die anspruchsvolleren Jobs, sondern verdient auch deutlich mehr Geld, so die Gewerkschaft NGG. Foto: NGG | Alireza Khalili

Vorteil Gesellenbrief: Im Kreis Unna verdienen Beschäftigte, die eine Ausbildung abgeschlossen haben und Vollzeit arbeiten, durchschnittlich 3.199 Euro im Monat. Hilfskräfte mit einem Ganztagesjob kommen dagegen auf ein Monatseinkommen von lediglich 2.400 Euro – rund 800 Euro weniger. Darauf weist die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) unter Berufung auf eine Statistik der Arbeitsagentur hin. „Die große Einkommenskluft zeigt, dass die Berufsausbildung ein wichtiger Schutz vor Niedriglöhnen ist. Außerdem rufen Firmen aus fast allen Branchen derzeit nach Fachkräften – insbesondere im Gastgewerbe, in der Ernährungsindustrie und im Lebensmittelhandwerk“, konstatiert Torsten Gebehart, Geschäftsführer der NGG-Region Dortmund. Jetzt komme es darauf an, dass die Betriebe mehr als bisher in die Ausbildung investierten – und damit in die eigenen Fachleute von morgen.

Entscheidend sei hierbei, dass die Bedingungen für den Nachwuchs attraktiver werden, fordert die Gewerkschaft. „In Hotels, Restaurants, Bäckereien und Metzgereien brechen noch immer zu viele Azubis ihre Lehre ab. Oft aus Frust über lange Arbeitszeiten, fehlende Ausbilder oder fachfremde Arbeiten“, sagt Gebehart. So gaben im aktuellen DGB-Ausbildungsreport 48 Prozent der angehenden Hotelfachleute und 46 Prozent der Azubis in der Küche an, regelmäßig Überstunden machen zu müssen – ein Spitzenwert. „Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels können es sich die Unternehmen nicht erlauben, Berufsstarter zu verprellen. Bei der Ausbildungsqualität müssen sie dringend nachlegen“, betont Gebehart.

Zugleich appelliert der Gewerkschafter an Jugendliche und junge Erwachsene im Kreis Unna, sich nicht mit „schnellem Geld“ für Hilfsjobs locken zu lassen. Sinnvoll sei es stattdessen, eine Ausbildung anzufangen. „Beschäftigte ohne Lehre haben langfristig klar das Nachsehen. Sie verdienen weniger und können sich beruflich kaum weiterentwickeln“, macht Gebehart deutlich. Infos rund um Ausbildungsberufe, Bezahlung und Karrierechancen finden Interessierte bei der „Azubi-Börse“ der Arbeitsagentur im Netz: www.berufenet.arbeitsagentur.de. Warum die duale Berufsausbildung gegen den Fachkräftemangel hilft und wie sich das System stärken lässt, dazu gibt es weitere Hintergründe bei der „Allianz für Aus- und Weiterbildung“, in der sich die NGG mit anderen Gewerkschaften und Arbeitgeberverbänden zusammengeschlossen hat. Online unter: www.aus-und-weiterbildungsallianz.de




Erlös vom Frauentag 2022 geht ans Frauenforum und an das Bergkamener Mädchen- und Frauennetzwerk

Eine rundum positive Bilanz zum diesjährigen Bergkamener Frauentag zog das beteiligte Team gemeinsam mit der Gleichstellungsbeauftragten Martina Bierkämper im Rahmen des traditionellen Nachtreffens am Donnerstagabend im Stadtmuseum.

Über den Gesamterlös von 1.040 Euro und Schecks in Höhe von je 520 Euro freuten sich besonders Britta Buschfeld, geschäftsführende Vorständin des Frauenforums im Kreis Unna und Simone Pelzer vom Bergkamener Mädchen- und Frauennetzwerk. Das Frauentagsteam schmiedet bereits wieder neue Pläne für 2023.




Herbstbelebung bleibt schwach – schlechte Stimmung drückt auf die Kräftenachfrage und die Attraktivität der dualen Ausbildung muss steigen

Im Kreis Unna sank der Bestand an gemeldeten Arbeitslosen im Vergleich zum Vormonat um 105 auf 15.317. Im Vergleich zu Oktober 2021 stieg die Arbeitslosigkeit um 622 (+4,2 Prozent). Die Arbeitslosenquote stagnierte bei 7,2 Prozent. Vor einem Jahr betrug sie 6,9 Prozent.

„Es fühlt sich derzeit ein wenig so an wie das Warten auf den großen Sturm“, beschreibt Agenturchef Thomas Helm die Situation auf dem Arbeitsmarkt und erklärt: „Bis auf allmählich nachlassende Stellenmeldungen und steigende Zugänge in Arbeitslosigkeit zeigt der Arbeitsmarkt die typische Herbstentwicklung und gibt noch keinen Anlass zur Sorge. Dennoch wissen wir alle, dass die schlechten Konjunkturprognosen ebenso wie die stark gestiegenen Energiepreise ihren Einfluss auf die Entwicklung von Arbeitslosigkeit und Beschäftigung haben werden, nur eben nicht wann und in welchem Ausmaß.“ Entsprechend herausfordernd sei es derzeit, Aussagen über die
weitere Entwicklung zu treffen und Anzeichen losgelöst von Bedrohungsszenarien zu interpretieren: „Sicher ist für uns nur“, so Helm, „dass der Arbeitsmarkt auch bei nachlassender Dynamik vor allem auf gut qualifizierte Fachkräfte setzt und es Menschen ohne diese Qualifikation
schwer haben werden, in ihren Beschäftigungsverhältnissen zu bestehen oder Arbeit zu finden.
Unser dringender Ratschlag an Betriebe sowie Mitarbeiter und Arbeitslose ist daher, sich mit der eigenen oder betrieblichen Qualifikationsstruktur intensiv auseinanderzusetzen und überall da aufzusatteln, wo Fachkenntnisse veraltet oder schlicht nicht mit Zeugnissen belegbar sind.“ Auch für die eigenen Lohnerwartungen sei dies wichtig: „Gerade in der heutigen Zeit, in der die Kosten
für den Lebensunterhalt spürbar ansteigen, ist eine gute und aktuelle berufliche Qualifikation die Grundlage für gut entlohnte Arbeit und ein Wettbewerbsvorteil für individuelle Gehaltsverhandlungen.“
Betriebe leiden unter dem stark sinkenden Ausbildungsinteresse der Jugendlichen
In diesem Jahr sind zwei Effekte auf dem Ausbildungsmarkt deutlich zu beobachten: Das Ausbildungsinteresse von Jugendlichen hat sich nach einem erfreulichen Anstieg im letzten Jahr wieder deutlich nach unten korrigiert, denn Ausbildung wird vielfach nicht mehr als attraktiv genug empfunden. Zum anderen ändert auch die verbesserte StellenBewerberRelation nichts daran, dass der Ausbildungsmarkt am Ende des Jahres unausgeglichen ist. Vielmehr zementieren sich Differenzen zwischen Angebot und Nachfrage, die zu einer Stagnation bei unbesetzten Stellen sowie unversorgten Bewerbern führen“, zieht Thomas Helm, Vorsitzender der Geschäftsführung
der Hammer Arbeitsagentur, Bilanz. Auf beiden Seiten führe dies zu Problemen: „Während Betriebe dem sinkenden Angebot an Bewerbern mitunter machtlos gegenüberstehen und keine
Lösung ihres Fachkräfteproblems finden, verlieren sich immer mehr junge Menschen in der
Orientierungslosigkeit und schlagen viel zu früh das Angebot einer qualifizierten Berufsausbildung aus, ohne für sich eine zukunftsweisende Alternative gefunden zu haben.“
Insgesamt meldeten die Betriebe und Ausbildungsträger im Kreis zwischen Oktober 2021 und September 2022 der Agentur für Arbeit 2.424 Berufsausbildungsstellen (und damit eine Stelle mehr als im Jahr zuvor). Dem gegenüber standen 2.476 gemeldete Bewerber für
Berufsausbildungsstellen, 171 weniger als im Vorjahr (6,5 Prozent). Zum Ende des Berichtsjahres am 30. September waren 176 Ausbildungsstellen unbesetzt, 31 weniger als im Vorjahresvergleich, und 175 junge Menschen unversorgt (+66).
Für Thomas Helm eine nicht zufriedenstellende Bilanz: „Dass genauso viele Stellen unbesetzt wie junge Menschen ohne weitere qualifizierte Perspektive bleiben, ist alarmierend, zumal die Wettbewerbsfähigkeit unserer Unternehmen von deren Qualifikationsniveau abhängt. Ebenso
gewinnen Schulabgänger während einer Berufsausbildung an Lebens und Berufserfahrung, die sie unentbehrlich für den Arbeitsmarkt machen. Wer mit einer abgeschlossenen Ausbildung nach einer Festanstellung sucht, hat es oftmals leichter als Studienabsolventen, bei denen praktische Erfahrungen während des Studiums zu kurz gekommen sind.“ Helm betont, dass aktuell noch viele Last Minute Angebote auf dem heimischen Ausbildungsmarkt verfügbar sind. Wer Interesse daran hat, kann sich unmittelbar an die Beratungshotline der Arbeitsagentur unter der Telefonnummer 02303 2807 111 wenden. Auch die Kammern und viele Unternehmensverbände bieten entsprechende Vermittlungsunterstützung an.




Ehrenamtliche Betreuer gesucht: Seminarreihe zum Kennenlernen

Wenn Menschen auf Grund einer psychischen Krankheit oder einer körperlichen, geistigen oder seelischen Behinderung nicht mehr selbstständig entscheiden können, wird im Bedarfsfall eine rechtliche Betreuung eingerichtet. Die Arbeitsgemeinschaft der Betreuungsvereine und Betreuungsstellen im Kreis Unna sucht Interessierte, die sich vorstellen können, eine rechtliche Betreuung ehrenamtlich zu führen und will die Aufgaben, die rechtliche Betreuer übernehmen müssen, in einer 3-teiligen Seminarreihe vorstellen.

Am 3. November von 17 bis 19 Uhr findet die erste Veranstaltung mit dem Thema „Grundlagen der rechtlichen Betreuung“ statt. Dabei geht es um einen Überblick über die rechtliche Betreuung. Am 10. November von 17 bis 19 Uhr folgt das Thema „Von der Betreuungsanregung bis zur Betreuerbestellung“. Anhand von Praxisbeispielen erhalten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Informationen zum Verfahrensablauf und über Arbeitsinhalte.

Termine an drei Orten
Diese beiden Veranstaltungen finden zeitgleich an drei Orten statt, um mehr Menschen die Möglichkeit zu geben, an dem Seminar teilzunehmen:

  • Lünen: AWO Lünen, Marie-Juchacz-Straße 1a, Moderation: Petra Grothaus (AWO), Monika Kersting (KSD Hamm-Werne)
  • Unna: SKF Unna, Schillerstraße 18, Moderation: Vanessa Terhorst (SKF), Harry Fink (BVD Schwerte)
  • Kamen: Kirchengemeinde, Schwesterngang 1, Moderation: Claudia Lechleitner (Diakonie Ruhr-Hellweg), Simone Meisel (BIB – Betreuung im Blick)

Zur dritten Veranstaltung sind alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer am 17. November von 17 bis 19 Uhr in das Kreishaus in Unna eingeladen. Im Freiherr-vom-Stein-Saal referiert Dr. Matthias Cleef vom Sozialpsychiatrischen Dienst des Kreises Unna über Erkrankungen, die häufig zur Einrichtung rechtlicher Betreuungen führen.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die alle drei Veranstaltungen besucht haben, erhalten am Ende ein Teilnahmezertifikat. Die Teilnahme ist kostenlos. Anmeldungen nimmt Klaus Hellwig von der Betreuungsstelle des Kreises Unna unter klaus.hellwig@kreis-unna.de oder telefonisch unter Tel. 0 23 03 / 27-1251 entgegen. PK | PKU




Nachtreffen zum Internationalen Frauentag 2022 im Stadtmuseum: Rund 1.000 Euro für Mädchen- und Frauenarbeit im Kreis Unna

Der intensive Rückblick nach einem erfolgreichen Internationalen Frauentag in Bergkamen ist Tradition: So lädt Bergkamens Gleichstellungsbeauftragte Martin Bierkämper auch dieses Mal alle an der Veranstaltung „Andere Zeiten, anderer Zeitpunkt“ beteiligten und engagierten Frauen zum Nachtreffen ein. Dieses findet am Donnerstag, 3. November 2022, ab 18.30 Uhr im Stadtmuseum statt.

Zu dieser Gelegenheit erfolgt auch die offizielle Scheckübergabe, die Empfängerinnen werden einen kleinen Einblick in die Verwendung der Spende geben. Traditionell kommt der Erlös des Internationalen Frauentages lokalen Gruppen oder Vereinen zugute, die sich für die Situation von Frauen und Mädchen stark machen. Im Vorfeld hat das Frauentagsteam beschlossen, den diesjährigen Erlös in Höhe von 1.040 Euro zur Hälfte dem Bergkamener Mädchen- und Frauennetzwerk und dem Frauenforum im Kreis Unna zur Verfügung zu stellen.

Im Anschluss an die Scheckübergabe ist noch ein gemütlicher Teil mit einem kleinen Imbiss vorgesehen. Und natürlich wird an diesem Abend der diesjährige Frauentag reflektiert, um die ersten Weichen für die Planung des Frauentages 2023 zu stellen.




Spielzeugbörse „Kinderkram“ ist am Samstag in der Auferstehungskirche wieder geöffnet

Die Spielzeugbörse „Kinderkram“ der ev. Friedenskirchengemeinde ist am Samstag, 29. Oktober, in der Auferstehungskirche, Goekenheide 7 in Weddinghofen, wieder von 10 bis 12 Uhr geöffnet.

„Kinderkram“ wird dieses Angebot genannt, weil hier Kinder und Erwachsene aus momentan sozial schwachen Familien kostenfrei nach Büchern und Geschenken kramen und stöbern dürfen.

Selbstverständlich kann in dieser Zeit auch neues oder sehr gut erhaltenes Spielzeug abgegeben werden. Hier sind die Organisatoren dringend auf IHRE Spenden angewiesen. Bitten Sie ihre Kinder doch einmal, die Zimmer oder Dachböden zu durchforsten. Sicher gibt es dort einige nie gelesene Bücher oder Spielzeuggeschenke, aus denen sie herausgewachsen sind.

Die Organisatoren freuen sich uns über jede Spende.




Langjähriger Vorsitzender des Blauen Kreuzes Walter Beier mit der Ehrenmedaille der Stadt Bergkamen ausgezeichnet

Bürgermeister Bernd Schäfer zeichnete am Dienstag Walter Beier wegen seiner Verdienste für Bergkamen mit der Ehrenmedaille der Stadt Bergkamen aus.

Der langjährige Vorsitzende des Stadtverbands und des Landesverbands des Blauen Kreuzes Walter Beier ist am Dienstagabend im Rahmen einer Feierstunde von Bürgermeister Bernd Schäfer wegen seiner großen Verdienste mit der Ehrenmedaille der Stadt Bergkamen ausgezeichnet worden. Hierbei handelt es sich um die höchste Auszeichnung der Stadt für engagierte Bürgerinnen und Bürger. Die Verleihung ist im September durch den Stadtrat einstimmig beschlossen worden. Bei der Verleihung waren die Spitzen der Bergkamener Ratsfraktionen und auch die Ehefrau Gabriela Beier anwesend.

In der Begründung zum Ratsbeschluss heißt es unter anderem:

Mit besonderem persönlichen Einsatz engagiert Herrn Walter Beier, geb. am 24.11.1941, sich seit vielen Jahren im Blauen Kreuz, unter anderem:
– 1979 – 1981: Ausbildung als Suchtkrankenhelfer
– 1980: Gründung einer Selbsthilfegruppe des Blauen Kreuzes in Oberaden. Walter Beier wird 2. Vorsitzender.
– 1981 – 1984: 1. Vorsitzender des Vereins in Oberaden. Auf Initiative von Herrn Walter Beier werden weitere Selbsthilfegruppen in Oberaden, Weddinghofen, Overberge und Rünthe und ein Stadtverband für Bergkamen gebildet, dessen Vorsitz Herr Walter Beier übernimmt.
– 1983: Gründung und Leitung des „Helferkreises Ruhr-Ost“; Einrichtung des „Bergkamener Tag“, eines Helfertages auf NRW-Ebene
– 1984 – 1987: Beisitzer im Vorstand des Landesverbandes NRW
– 1987 – 1989: Beisitzer im Bundesverband
– 1989 – 1993: stellvertretender Vorsitzender des Landesverbandes NRW
– 1993 – 1996: Vorsitzender des Landesverbands NRW
– 1997: Ernennung durch den Landesverband NRW zum Ehrenvorsitzenden des Landesverbands Suchtselbsthilfe BKE auf Lebenszeit. Gleichzeitig wurde Walter Beier Berater des Landesverbandes NRW für Bundesangelegenheiten
– Über sein Wirken als Suchtkrankenhelfer mit Referententätigkeiten hinaus war Walter Beier jahrzehntelang auch auf internationaler Ebene tätig:

  • Ab 2001: Als Mitglied im Arbeitskreis Osteuropa beim Evangelischen Kirchenkreis Unna hat Walter Beier jährlich zwei bis drei Wochen lang täglich Gruppenstunden beim Blauen Kreuz in Rumänien durchgeführt und Selbsthilfegruppen gegründet.
  • Eine Sammlung von Bekleidung, Spielsachen etc. für die Ärmsten in umliegenden Dörfern konnte von ihm einmal im Jahr auf den Weg dorthin gebracht werden.
  • Walter Beier hat sich u. a. für Kinderprojekte und ein Obdachlosenheim für Männer in Sibiu eingesetzt.

– Bis heute begleitet Herr Beier die Suchtselbsthilfe BKE als wichtiger Ansprechpartner und Ratgeber.
2001 ist er für sein langjähriges Engagement mit der Silbermedaille der Stadt Bergkamen ausgezeichnet worden.




Erfolge trotz schwieriger Startvoraussetzungen: Werkstatt-Ausbildung freut sich über zwei Prüfungsbeste in Bergkamener Betrieben

Die beiden Prüfungsbesten Sandy und Can bei der IHK Ehrung. Ihre Kooperationsbetriebe sind REWE Liebendahl und die Deichmann-Fliale in Bergkamen. Foto: Werkstatt Unna

Mit der richtigen Unterstützung kommen auch Jugendliche mit schwierigen Startvoraussetzungen zum Ausbildungsziel: Über zwei Auszubildende, die ihre Prüfung mit Bestnoten abschlossen, freuen sich die Werkstatt im Kreis Unna GmbH und ihr Schwesterunternehmen Werkhof Projekt gGmbH. Sandy N. (26) bestand die Abschlussprüfung zur Verkäuferin vor der IHK Dortmund mit „sehr gut“, Can P. (19) schloss die Ausbildung zum „Fachpraktiker im Verkauf“ ebenfalls mit Bestnote ab.

Can P. gehört zudem zu den „besten Ausgebildeten in Nordrhein-Westfalen, die von den Industrie- und Handelskammern am 11. November für ihre „hervorragenden Leistungen“ geehrt werden.

Beide absolvierten eine außerbetriebliche Ausbildung (BaE). Dieses Angebot, bei der die Werkstatt mit vielen Betrieben kooperiert, sieht vor: Die Auszubildenden werden bei der Werkstatt angestellt, die Fachkräfte unterstützen bei schulischen und persönlichen Problemen, die Praxisausbildung erfolgt mit Kooperationsbetrieb. Dieses besondere Angebot wird durch die Berufsberaterinnen und Berufsberater der Agentur für Arbeit Hamm insbesondere jungen Menschen angeboten, die einen erhöhten Be-darf an Unterstützung in theoretischen oder praktischen Bereichen der Ausbildung vorweisen mit dem Ziel der Aufnahme, Fortsetzung sowie dem erfolgreichen Ab-schluss einer Berufsausbildung. Finanziert wird die Ausbildung in außerbetrieblichen Einrichtungen sowie die Ausbildungsvergütung vollumfänglich durch die Agentur für Arbeit Hamm, welche die Werkstatt im Kreis Unna mit der der Durchführung beauftragt hat.

Sandy. N. absolvierte die praktische Ausbildung bei der Firma Deichmann in der Filiale in Bergkamen-Rünthe. Mit sehr gutem Erfolg: Nach einer Zwischenprüfung deutlich über Kammerdurchschnitt schloss sie die Berufsschule mit der Note 1,0 ab, die Ab-schlussprüfung vor der IHK Dortmund ebenfalls mit sehr gut. Aufgrund ihrer Leistungen und ihrer Zuverlässigkeit wurde Sandy N. übergangslos von Deichmann übernommen und qualifiziert sich jetzt im dritten Ausbildungsjahr zur Kauffrau im Einzel-handel.

Can P. absolvierte eine BaE zum „Fachpraktiker im Verkauf“ bei der Werkhof Projekt gGmbH. „Durch die regelmäßige Teilnahme an der Ausbildung und das persönliche Engagement konnte er sowohl in der Theorie als auch in der Praxis sehr gute Leistungen zeigen. Sein Kooperationsbetrieb (Rewe Liebendahl, Bergkamen-Oberaden) beurteilte ihn auch in fast allen Bereichen sehr positiv.“, freut sich Kirsten Wegener-Zander, Abteilungsleiterin der Werkstatt. Die Abschlussprüfung endete mit der Note „sehr gut“, die IHK zeichnete Can P. als besten Auszubildenden in seinem Ausbildungsgang aus. Der Ausbildungsbetrieb übernahm den Bestprüfling auch direkt – nicht wie geplant in ein Vollzeit-Arbeitsverhältnis, sondern sogar zur Weiterqualifikation zum Verkäufer. „Er besucht dafür ein reguläres Berufskolleg und befindet sich nicht mehr in der Begleitung durch einen Bildungsträger. Die Integration auf den ersten Arbeitsmarkt hat also in vollem Umfang erfolgreich stattgefunden“, sagt Kirsten Wegener-Zander. Die beiden Prüfungsbesten sind nicht die einzigen erfolgreichen: „Von allen 15 Azubis, die zum Ende des Ausbildungsjahres 2021/2022 die Prüfung bestanden haben, sind rund 74% in Arbeit vermittelt worden und weitere rund 14% setzen die Ausbildung auf einer höheren Stufe fort“, freut sich die Abteilungsleiterin.