Interreligiöses Frauennetzwerk beendet erfolgreiche Teamarbeit

Wenn es am Schönsten ist, soll man gehen: Schön war es für die Mitwirkenden des Interreligiösen Frauennetzwerkes Bergkamen-Kamen immer, mit ungezählten inspirierenden Momenten und Begegnungen, doch nun ist Schluss. Nach 14 Jahren trennen sich die Wege der Netzwerkerinnen.

„Es war eine schöne und intensive Zeit, doch wir wollen nichts künstlich aufrecht erhalten“, sagt Bergkamens Gleichstellungsbeauftragte und Mitbegründerin Martina Bierkämper. Gemeinsam gingen sie immer wieder auf Themensuche. Sie wollten wissen, wie Religionen „schmecken“ oder Pilgern sich anfühlt. Ein anderes Mal machten sie die Regeln für ein friedliches Zusammenleben der religiösen Schriften und Traditionen in Judentum, Christentum und Islam zum Thema.

Über Jahre war es den Mitgliedern ein Anliegen, das friedliche Zusammenleben der Religionen im Kreis Unna zu fördern. Dabei setzen sie sich mit ausgewählten interreligiösen Themen auseinander, denen zugewanderte und einheimische Frauen im Alltag begegnen. Das Ziel: Frauen christlicher, muslimischer und jüdischer Tradition immer wieder aufs Neue zu sensibilisieren, Verschiedenes zu entdecken und Unterschiede zu respektieren.

Die Netzwerkkoordination leistete das Kommunale Integrationszentrum (KI) des Kreises Unna. Mitgemacht haben Vertreterinnen der Städtischen Bibliotheken Bergkamen und Kamen, die Gleichstellungsstellen der Städte Bergkamen und Kamen, der Evangelischen und Katholischen Kirchengemeinden Bergkamen, des Christlich-islamischen Freundeskreises Kamen und der Jüdischen Gemeinde „haKochaw“ für den Kreis Unna.

„Unser Hauptziel war es immer, die Gemeinsamkeiten in den Vordergrund zu stellen, und nicht auf die Unterschiede zu blicken“, sagt Martina Bierkämper rückblickend. Zur Erinnerung an die Aktivitäten hoffen die Akteurinnen nun, dass ihre gemeinsame Saat aufgehen wird. Stellvertretend dafür pflanzten sie im Bergkamener Jubiläumswald einen Baum und legten hinter dem Kamener Rathaus eine Blumenwiese an. Ebenso erinnert eine Chronik als Dankeschön und unterhaltsamer Beleg an die spannende und fruchtbare Arbeit des interreligiösen Netzwerks.




IG BAU: 7500 Azubis im Kreis Unna können Nachwuchs-Betriebsräte wählen

Ganz so leicht geht der Job auf dem Bau nicht immer von der Hand. Gerade für Azubis läuft auf den Baustellen und in den Betrieben nicht immer alles glatt, so die Beobachtung der IG BAU. Berufsstarter sollten sich deshalb für ihre Belange einsetzen – und bei den laufenden Wahlen zur Jugend- und Auszubildendenvertretung mitmachen. Foto: IG BAU | Tobias Seifert

Junior-Betriebsräte gesucht: Azubis und junge Beschäftigte aus dem Kreis Unna sollen sich für ihre eigenen Belange einsetzen – und bei den laufenden Wahlen zu den Jugend- und Auszubildendenvertretungen (JAV) mitmachen. Dazu ruft die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) auf. „Von unbezahlten Überstunden bis hin zu Arbeiten, die gar nichts mit der Ausbildung zu tun haben – immer wieder klagen Azubis über Missstände. Aber die muss niemand einfach so hinnehmen. Wer eigene Interessenvertreter wählt, kann im Betrieb ein entscheidendes Wort mitreden und sich das nötige Gehör beim Chef verschaffen“, sagt Friedhelm Kreft, Bezirksvorsitzender der IG BAU Westfalen Mitte-Süd.

Insbesondere Azubis aus der Baubranche sollten bei den JAV-Wahlen, die noch bis Ende November laufen, ihre Stimme abgeben, rät der Gewerkschafter. „Die Bau-Ausbildung hat zwar einen guten Ruf und liegt in puncto Bezahlung auf den vorderen Plätzen. Doch nach wie vor berichten Azubis, dass sie viele Aufgaben erfüllen müssen, die nicht der Ausbildung dienen. Immer wieder fühlen sie sich als billige Arbeitskräfte missbraucht. Zudem klagen sie über lange Arbeitszeiten durch weit entfernte Baustellen“, moniert Kreft.

Hier sollten die Firmen umdenken und für bessere Konditionen sorgen. Insbesondere für Frauen müsse die Ausbildung auf dem Bau attraktiver werden. Nur so könnten die Arbeitgeber den Fachkräftemangel in der Branche überwinden. Nach Überzeugung der IG BAU profitieren letztlich auch die Unternehmen von engagierten Azubi-Vertretern: Dort, wo es einen „Jugend-Betriebsrat“ gebe, stiegen die Zufriedenheit und die Motivation der Azubis. „Damit wachsen dann auch die Chancen, dass Azubis nach der Lehre ihrem Arbeitgeber die Treue halten“, so die Gewerkschaft.

Nach Angaben der Arbeitsagentur gibt es im Kreis Unna aktuell rund 7.500 Auszubildende – 173 von ihnen lernen in der Baubranche. Eine Interessenvertretung kann wählen, wer in einem Betrieb arbeitet, der mindestens fünf Jugendliche oder Azubis und bereits einen Betriebsrat hat. Stimmberechtigt sind alle Beschäftigten unter 18 Jahren – genauso wie alle, die ihre Berufsausbildung absolvieren. Zur Wahl aufstellen lassen können sich darüber hinaus Beschäftigte unter 25 ohne Auszubildenden-Status.

Alle Infos rund um die Wahl gibt es im Netz unter www.jav-portal.de. Azubis aus der Bau-, Land- und Forstwirtschaft sowie aus der Gebäudereinigung, die einen „Nachwuchs-Betriebsrat“ gründen wollen oder Hilfe bei der Wahl brauchen, finden Rat bei der Jungen BAU unter https://www.instagram.com/jungebau/ oder www.facebook.com/JungeIGBAU.




Beruflich am Ball bleiben – mit Videoseminaren der Agenturen für Arbeit speziell für Beschäftigte

Online per Videokonferenz bieten die Agenturen für Arbeit in NRW wöchentlich kostenlose Kurz-Seminare zu unterschiedlichen Aspekten der beruflichen Weiterbildung an. Das neue Angebot besteht schon seit einigen Monaten und startet nun ins Herbstsemester.

Mit den rund einstündigen Video-Veranstaltungen bieten Berufsberaterinnen und Berufsberater einen ersten Einstieg und grundlegende Informationen zu Möglichkeiten der Qualifizierung für alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die im Job stehen und sich beruflich weiterentwickeln oder ganz neue Wege gehen möchten.

„Mit der Berufsberatung im Erwerbsleben richten wir uns ganz speziell an Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die sich in ihrem jetzigen Arbeitsleben weiterentwickeln möchten – oder eine berufliche Umorientierung suchen“, sagte Torsten Withake, Vorsitzender der Geschäftsführung der Regionaldirektion NRW der Bundesagentur für Arbeit. Am besten werde derzeit das Online-Kurz-Seminar für Berufstätige über 50 Jahren angenommen: „Viele ältere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer möchten Informationen, wie man seine langjährige Berufserfahrung in neuen Tätigkeitsfeldern gewinnbringend einsetzen kann.“

Einen Überblick über die Online-Veranstaltungen im Herbst 2022 gibt es im Internet unter www.arbeitsagentur.de/vor-ort/rd-nrw/veranstaltungen. Dort findet sich auch der Link auf den Veranstaltungskalender mit allen wichtigen Informationen über die Termine und den Zugang zu den Online-Veranstaltungen.

„Berufsabschluss parallel zur Arbeitszeit erwerben“, „Erfolg von Anfang an – Bewerbungsstrategien“, „Chancen und Strategien für Führungskräfte am Arbeitsmarkt“, „Berufswahl für Leise in einer lauten Welt“, aber auch „Jobs in Germany“ – oder eben auch „Beruflich durchstarten mit 50+“:
Schon dieser grobe Blick auf die Titel der wöchentlichen NRW-weiten Online-Veranstaltungen zeigt, dass alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer angesprochen werden. Jedes der Kurz-Seminare dauert rund 60 Minuten und bietet eine Grundlagen-Orientierung für weitere Schritte der Beratung.

Für eine individuelle und persönliche Berufsberatung im Erwerbsleben können sich Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer aus Hamm und dem Kreis Unna telefonisch an 02381 / 910-1777 oder per E-Mail an hamm.projekt-ich@arbeitsagentur.de wenden.




Erstmals wieder Azubi-Speed-Datings der IHK in Präsenz

Maike Fritzsching (l.) mit dem IHK-Team beim Azubi-Speed-Dating.
Foto: IHK zu Dortmund/Oliver Schaper

Nach mehr als zwei Jahren pandemiebedingter Unterbrechung konnte jetzt das Azubi-Speed-Dating der Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Dortmund im Signal-Iduna-Park wieder in Präsenz stattfinden. „Dank digitaler Lösungen wie Video-Meetings mussten wir die Azubi-Datings zwar wegen Corona nicht ausfallen lassen“, betont Maike Fritzsching, seit 1. Oktober neue Leiterin des Bereichs Berufliche Bildung und Fachkräftesicherung: „Allerdings ist ein Austausch in Präsenz viel intensiver und vielversprechender“, freut sich die neue IHK-Geschäftsführerin.

Das Konzept des IHK-Azubi-Speed-Datings ist einfach: Zehn Minuten haben die Bewerberinnen und Bewerber Zeit, sich über den Ausbildungsbetrieb zu informieren und sich ihrerseits von ihrer besten Seite zu zeigen. Von den beteiligten Unternehmen werden Ausbildungsplätze in den Bereichen Allgemeine Büroberufe, Handel, Hotel- und Gaststättengewerbe, IT und Medien sowie für ein Duales Studium angeboten. In diesem Jahr werden in mehr als 80 Ausbildungsberufen über 500 Ausbildungsplätze für 2023 angeboten.

Beginn des IHK-Azubi-Speed-Datings ist jeweils um 10 Uhr, das Ende für 14 Uhr vorgesehen. In Hamm findet es am 27. Oktober in der Aula der Friedensschule, Marker Allee 20, statt. Und in Unna ist die Aula des Hellweg Berufskollegs, Platanenallee 18, am 3. November Anlaufpunkt für die jungen Erwachsenen und Unternehmen. Zur optimalen Vorbereitung sollten die Jugendlichen für die Gespräche mit den Unternehmensvertretern aktuelle Bewerbungsunterlagen mitbringen. IHK-Ansprechpartnerin ist Corinna Jozwiak, Tel.: 0231 5417-261, E-Mail: c.jozwiak@dortmund.ihk.de.




Verhütungsmittelfonds: Noch Mittel für knapp 30 Anträge verfügbar

Der Verhütungsmittelfonds des Kreises Unna unterstützt Menschen, die sich Verhütungsmittel wie die Pille, Kupferspirale oder eine Sterilisation nicht leisten können. Ungewollte Schwangerschaften sollen so verhindert werden. Im Juni stimmte der Kreistag dem Vorschlag der Schwangerschaftskonfliktberatungsstellen im Kreis Unna zu. Diese ziehen jetzt eine erste positive Bilanz des Projekts.

„Rund drei Monate nachdem Anträge gestellt werden können, hatten wir schon einige Anfragen. Zehn Antragstellerinnen konnten durch den Verhütungsmittelfonds wir unter anderem Zuschüsse für die Spirale gewähren“, so Simone Saarbeck von der Schwangerschaftskonfliktberatungsstelle des Kreises. Doch es ist noch mehr möglich. Es sind noch Mittel für knapp 30 Antragstellerinnen bzw. Antragsteller aus dem Kreis Unna verfügbar. Sie können einen Zuschuss für die Verhütungsmethode ihrer Wahl erhalten.

Zuschuss bedeutet hierbei: 20 Prozent der Kosten trägt dabei immer die antragstellende Person. Das lohnt sich aber dennoch, denn zum Beispiel eine Kupferspirale kostet im Schnitt bis zu 220 Euro. Der Eigenanteil läge dabei bei 44 Euro – 176 Euro gibt es als Zuschuss.
 
Was kommt in Frage?
Als Verhütungsmethode kommen dabei nur zuverlässige und verschreibungspflichtige Mittel in Frage wie die Pille, die Kupferspirale, der Vaginalring oder auch die Sterilisation – Verhütungsmittel wie Kondome werden also nicht bezuschusst. „Wir freuen uns, dass das Interesse so groß ist“, resümiert Saarbeck. „Es gibt also weiter die Möglichkeit für Geringverdiener oder auch Bezieher von Leistungen wie Wohngeld oder Sozialhilfe einen Zuschuss für ein zuverlässiges und verschreibungspflichtiges Verhütungsmittel außer von Kondomen zu erhalten.“

Wer Interesse hat, kann sich an die Beratungsstelle in der Nähe wenden. Die Richtlinien zur Gewährung der Zuschüsse sowie eine Übersicht der Schwangerschaftskonfliktberatungsstellen ist unter www.kreis-unna.de/schwangerenberatung zu finden. PK | PKU




Bergkamener Familienpatenprojekt feiert sein zehnjähriges Bestehen

Vor 10 Jahren rief der „Runde Tisch für Kinder im Zentrum“ das Bergkamener Familienpatenprojekt ins Leben.

Bis heute eine Erfolgsgeschichte, nicht zuletzt dank der vielen ehrenamtlichen PatInnen, den SpenderInnen, den Mitgliedern des Runden Tischs und natürlich den Familien.

Die Jubiläumsfeier findet am Freitag, 4. November 2022 in der Zeit von 15- 18 Uhr in der Friedenskirche in Bergkamen, Schulstr. 156 statt.

Neben den aktuell tätigen PatInnen mit ihren Familien, SpenderInnen und den Mitgliedern des Runden Tisches sind auch die PatInnen eingeladen, die ihr ehrenamtliches Engagement bereits beendet haben.

Diese können sich bei der

Familiären Kinder-Tagesbetreuung e.V.

Tel 02307 280633

buero@famkitabe.de

bis zum 25.10.2022 anmelden.




Vater-Kind-Aktion der Kita Luna im Kleingartenverein Haus Aden: Beeren pflanzen und Vögeln ein Zuhause geben

Kinder und Väter der Kita Luna legen im Kleingartenverein Haus Aden ein „Naschbeet“ an. Die Erdbeeren und Himbeeren können nächstes Jahr geerntet werden.

Gärtnern macht glücklich: das können die zehn Väter und ihre Kinder aus der Unnaer Kita Luna nach diesem erlebnisreichen Tag nur bestätigen. Bei strahlendem Sonnenschein treffen sich die Männer samt Nachwuchs im Kleingartenverein Haus Aden e.V. in Oberaden. „Mit fachkundiger Unterstützung des Vereinsvorstands Oliver Schröder und kompetenter Beratung durch Nicole Schröder haben unsere Väter und Kinder ein tolles ,Naschbeet‘ mit Erdbeeren und Himbeeren angelegt“, berichtet Kita-Leitung Claudia Parlak.

Auch an die gefiederten Bewohner der Kleingartenanlage wurde gedacht: Gemeinsam bauen die Familien sechs Nistkästen und bemalen sie kreativ. Zwischendurch können die Kinder auf dem vereinseigenen Spielplatz spielen und Waffeln essen. Für Claudia Parlak ein gelungener Abschluss der Herbstferien: „Die Kinder wie auch die Väter hatten großen Spaß und haben dabei auch noch etwas übers Gärtnern gelernt. Wir bedanken uns ganz herzlich beim Kleingartenverein Haus Aden für diesen schönen Tag und die sachkundige und liebevolle Unterstützung!“

Internet: www.diakonie-ruhr-hellweg.de




Geschenkepaten gesucht: Kinder- und Seniorenwünsche zur Weihnachtszeit erfüllen

Schon im vergangenen Jahr 2021 konnte zu Weihnachten etwas Gutes getan werden; Andrea Kollmann und Thomas Lackmann von der Stadt Bergkamen verteilen die von Senioren und Kindern aufgeschriebenen Geschenkwünsche. Gerade zu Weihnachten fällt es einigen Eltern sehr schwer ihren Kindern Geschenke zu bereiten, ebenso gibt es viele Senioren welche keine Verwandtschaft mehr haben. Hier hilft die von Tabea Kollmann ins Leben gerufene Weihnachtswunschaktion in Kooperation mit der Stabsstelle „Soziale Inklusion und Seniorenarbeit“, der Stadtbibliothek, der Friedenskirche und dem Jugendamt der Stadt Bergkamen, wo Kinder und Senioren aus Bergkamen nun Wunschzettel ausfüllen können, welche sich dann hoffentlich erfüllen lassen.

Die Stadtverwaltung lädt daher ein, Weihnachtsgeschenkepate zu werden und sich bereit zu erklären, für eines (oder mehrere) der Kinder oder der Senioren ein Weihnachtsgeschenk im Wert von max. 30 Euro zu kaufen.

„Das geht ganz einfach“, berichtet Thomas Lackmann, Stabsstelle „Soziale Inklusion und Seniorenarbeit“. „Wir geben Ihnen den Wunschzettel, sie erwerben das Geschenk und wir sorgen dafür, dass das Kind oder der Senior das Geschenk bekommt. Versprochen!“

Bis zum 16. Dezember werden die Geschenke für die Kinder und Senioren gesammelt. Die Geschenke werden dann am 19. Dezember in der Stadtbibliothek verteilt.

Damit alle ein kleines Geschenk zu Weihnachten bekommen, wäre eine rege Teilnahme sehr schön. Weitere Informationen zum Abgabeort für die Geschenke und für die Anmeldung als Geschenkepaten bekommen Sie unter der E-Mail: geschenkepaten@bergkamen.de




Breites Bündnis will „starken Auftritt“ vom Kreis Unna bei zentraler „Krisen-Kundgebung“

Der Notgroschen dürfte als „Not-Euro“ im kommenden Krisen-Winter für viele zur wichtigen Reserve werden. Foto: NGG | Alireza Khalili

Den Krisen-Winter so mild wie möglich machen – dafür sollen möglichst viele Menschen aus dem Kreis Unna jetzt auf die Straße gehen: Am Samstag, 22. Oktober, gibt es eine zentrale Krisen-Kundgebung in Düsseldorf. Sie steht unter dem Motto: „Solidarisch durch die Krise“. Darauf hat die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) hingewiesen. „Es ist wichtig, dass der Kreis Unna dabei stark auftritt. Immerhin geht es darum, zu verhindern, dass der Krisen-Winter für einen Großteil der Menschen zur finanziellen Katastrophe wird“, sagt Torsten Gebehart. Der Geschäftsführer der NGG Dortmund ruft deshalb dazu auf, am Samstag in der Landeshauptstadt „die Weichen für einen möglichst milden Krisen-Winter mit zu stellen“. Die bisherigen Entlastungspakete reichten nicht aus. Es komme deshalb jetzt darauf an, der Bundes- und der Landeregierung eine klare Botschaft zu senden: „Es droht eine extreme soziale Schieflage, bei der Tausende von Menschen in Armut rutschen. Genau das müssen Bund und Land jetzt verhindern“, so Gebehart.

Wer aus dem Kreis Unna mit zur Kundgebung nach Düsseldorf fahren möchte, kann sich ab sofort anmelden und ein „Null-Euro-Ticket“ sichern: Der Bustransfer ist kostenlos. Plätze können per Internet gebucht werden: www.solidarisch-durch-die-krise-nrw.de. Die Homepage informiert über Orte und Abfahrtszeiten der Busse für Teilnehmer aus der Region. Start der Kundgebung in Düsseldorf ist um 13.15 Uhr vor dem Landtag NRW. Treffpunkt ist um 12 Uhr vor dem DGB-Haus. Zu der Kundgebung ruft ein breites gesellschaftliches Bündnis auf. Ihm gehören neben der NGG u.a. die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di, die IG BAU, die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), der Paritätische Wohlfahrtsverband, die Volkssolidarität, die Umweltorganisation Greenpeace sowie der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) an.

„Die Kostenexplosion beim Heizen und beim Strom, dazu die Preise beim Einkauf, die durch die Inflation rasant nach oben klettern: Immer mehr Haushalte werden in die fatale Situation kommen, dass sie ihre gesamten Einkünfte für den Lebensunterhalt einsetzen müssen. Und bei vielen wird das Einkommen nicht einmal mehr reichen. Dann geht’s an den Notgroschen. Genauer gesagt, an den ‚Not-Euro‘ – vorausgesetzt, es gibt überhaupt Reserven. Gerade Geringverdiener haben in der Regel kein Geld auf der hohen Kante – also kein ‚Krisen-Polster‘“, sagt der Gewerkschafter Gebehart.

Menschen, die zum Niedriglohn arbeiten, werde die Krise mit voller Härte treffen. „Ihnen muss der Staat gezielt helfen. Denn vor allem Beschäftigten mit niedrigem Einkommen droht in diesem Krisen-Winter ganz konkret die Armut. Aber nicht nur ihnen: Auch viele Rentner, Alleinerziehende, Azubis, Studierende und Menschen mit Behinderung sind besonders betroffen“, so Gebehart. Selbst Facharbeiter machten sich Sorgen.

„Vom bezahlbaren Wohnen bis zu einer Nachfolge-Card für das 9-Euro-Ticket, die sich auch Geringverdiener noch leisten können, muss der Staat rasch eine ‚soziale Kreativität‘ entwickeln“, fordert der NGG-Geschäftsführer. Zu finanzieren sei dies über das Abschöpfen von Übergewinnen. „Es wird Zeit, Profitmacher der Krise – zum Beispiel die Energieunternehmen – für den sozialen Ausgleich heranzuziehen“, so Gebehart. Ebenso müsse es darum gehen, große Vermögen stärker zu besteuern und die Schuldenbremse auszusetzen.




Oktoberfest beim Kaffeeklatsch der Stadt Bergkamen für Seniorinnen und Senioren

Oktoberfeststimmung beim Kaffeeklatsch der Stadt Bergkamen im Elisabeth Haus. Rund 90 Senior:innen folgten der Einladung am 9. Oktober.2022 und waren sichtlich begeistert von der geselligen Stimmung. Für den musikalischen Rahmen sorgte wieder das musikalische Duo Andy & Lucia. Nach der Veranstaltung verließen die Senior:innen die Räumlichkeiten mit den Worten „Danke für den tollen Nachmittag“.

Der nächste Termin für den „Kaffeeklatsch“ ist der 13. November. Geplant ist der Nachmittag wieder im Elisabeth Haus, Parkstraße 2a in Bergkamen. Der Kaffeeklatsch findet wieder von 14.30 Uhr bis etwa 17 Uhr statt. Eine Anmeldung ist erforderlich. Das ist telefonisch unter 02307/965-433 von montags bis freitags möglich oder per E-Mail an t.lackmann@bergkamen.de.




Der Arbeitsmarkt im Kreis Unna: Erste Anzeichen von Herbstbelebung – Arbeitslosigkeit leicht gesunken

Thomas Keyen, Geschäftsführer Operativ der Agentur für Arbeit Hamm

Im Kreis Unna sank der Bestand an gemeldeten Arbeitslosen im Vergleich zum Vormonat um 374 auf 15.422. Im Vergleich zu September 2021 stieg die Arbeitslosigkeit um 167 (+1,1 Prozent). Die Arbeitslosenquote reduzierte sich um 0,2 Punkte auf 7,2 Prozent. Vor einem Jahr betrug sie 7,1 Prozent.

„Das Auf und Ab der letzten Monate setzte sich im September auf dem Arbeitsmarkt im Kreis Unna fort, aktuell mit deutlich sinkenden Arbeitslosenzahlen“, beschreibt Agenturgeschäftsführer Thomas Keyen die Entwicklung des vergangenen Monats. Laut Keyen sei es aber derzeit schwer, eine klare Tendenz festzumachen: „Wir alle kennen einerseits die Lieferschwierigkeiten, Konjunkturaussichten und die steigenden Energie- und Rohstoffpreise, die unseren Unternehmen die Zukunftssicht erschweren. Auf der anderen Seite sind ihre Auftragsbücher voll, wofür sie
Personal benötigen.“

Dies führe dazu, dass von Monat zu Monat die Strategie neu gedacht werden müsse, was laut Thomas Keyen mitunter wie „zwei Schritte nach vorn, einer zurück“ wirken könne. Im September jedenfalls hätten wieder deutlich mehr Menschen ihre Arbeitslosigkeit beenden können. Der Arbeitsmarktexperte geht davon aus, dass auch der Oktober von der Herbstbelebung profitiert, die Aussichten für den Winter seien allerdings verhaltener.

Entwicklung in den zehn Kommunen des Kreises
In neun der zehn Kommunen des Kreises Unna nahm die Arbeitslosigkeit im vergangenen Monat ab. Den stärksten Rückgang verzeichnete Selm (-5,0 Prozent bzw. 47 auf 887). Danach folgen Fröndenberg (-4,3 Prozent bzw. 25 auf 561), Kamen (-3,5 Prozent bzw. 64 auf 1.756), Schwerte 3,5 Prozent bzw. 53 auf 1.466), Bergkamen (-3,4 Prozent bzw. 78 auf 2.207), Bönen (-2,5 Prozent bzw. 18 auf 697), Unna (-1,8 Prozent bzw. 36 auf 1.955), Lünen (-1,4 Prozent bzw. 64 auf 4.504) und Werne (-0,5 Prozent bzw. fünf auf 917). In Holzwickede stieg die Arbeitslosigkeit an (+3,5 Prozent bzw. 16 auf 472).