62.565 Frauen im Kreis Unna arbeiten versicherungspflichtig, Teilzeit als Erfolgsmodell

Martina Leyer

Zum Weltfrauentag am 8. März wirft die Arbeitsagentur einen Blick auf die Situation von Frauen auf dem Arbeitsmarkt im Kreis Unna. Die allgemeine Beschäftigungslage erreichte im vergangenen Jahr auch im Kreisgebiet einen Höchststand. Davon haben zwar auch die Frauen profitiert bleiben jedoch nach wie vor zahlenmäßig deutlich hinter den Männern in Beschäftigung.

Seit Beginn der Pandemie 2020 ist die Zahl der arbeitslosen Frauen im Kreisgebiet im vergangenen Jahr wieder gesunken. Durchschnittlich waren 6.752 Frauen im Jahr 2022 als arbeitslos registriert. Gegenüber 2021 waren dies 122 Frauen weniger, was knapp zwei Prozent entspricht. Auffällig ist allerdings, dass 63 Prozent der arbeitslosen Frauen im Kreis Unna keine abgeschlossene Berufsausbildung haben.

Dem gegenüber hat sich die Zahl der Frauen in sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung gegenüber 2021 um 3.214 Personen auf 62.565 gesteigert. Davon arbeiten, 62 Prozent als Fachkraft und 18 Prozent als Spezialistin oder Expertin, jedoch nur 20 Prozent auf Helferniveau.

Für Martina Leyer, Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt, eine Ausgangssituation, die erheblichen Raum für Verbesserung lässt: „Wenn aktuell nur 20 Prozent der Frauen nur auf Helferniveau arbeiten, dem gegenüber sich jedoch 63 Prozent der Frauen nur auf Helferstellen bewerben können, weil sie keine abgeschlossene Berufsausbildung haben, zeigt das, wieviel Entwicklungspotenzial für die Fachkräfteentwicklung hier noch besteht. Der Schlüssel zum Erfolg bleibt die abgeschlossene Berufsausbildung.“ Hinzu komme, dass nur jeder dritte Ausbildungsbewerbende weiblich ist.

Auf dem Weg in das Berufsleben scheinen Teilzeitmodelle gerade für Frauen das entscheidende Kriterium darzustellen. So liegt der Anteil der Frauen bei den in Vollzeit Arbeitenden  nur bei knapp 50 Prozent. Das sieht auch Marina Leyer so: „Genau hier setzen wir bei der Beratung an, denn die Möglichkeiten zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf haben sich verbessert bis hin zur Ausbildung in Teilzeit. Hier hilft die Agentur für Arbeit jeder Ratsuchenden beim Aufzeigen der Möglichkeiten und bei der Entscheidungsfindung.“

Für Martina Leyer ist es wichtig, Frauen auf Jobsuche oder mit dem Wunsch zur Neuorientierung umfassend zu informieren und ihnen so zu einer durchdachten Karriereplanung zu verhelfen: „Ein Beruf muss Freude machen, das ist nicht verhandelbar. Aber genauso müssen die Rahmenbedingungen passen, seien es Gehalt oder Lage und Verteilung der Arbeitszeit.“ Die Arbeitsmarktexpertin ist überzeugt, dass Arbeitgeber einen Wettbewerbsvorteil bei der Fachkräftegewinnung haben, wenn sie Teilzeitarbeit ermöglichen: „Viele Frauen haben neben dem Beruf familiäre Verpflichtungen, meist eigene Kinder oder pflegebedürftige Angehörige. Nicht umsonst nutzen fast die Hälfte der Frauen Teilzeitmodelle, während das nur gut zehn Prozent der Männer tun. Arbeitgeber, die dieser Nachfrage mit flexibler Arbeitszeitgestaltung begegnen, können sich motivierte Fachkräfte sichern, die nach der Familienphase oft auf Vollzeit erhöhen.“

Martina Leyer berät interessierte Frauen in Hamm zu individuellen Jobchancen und Qualifizierungsmöglichkeiten: 02381/9102167 oder Hamm.BCA@arbeitsagentur.de.

 




Erstmals wird die Bergkamener Müllabfuhr über drei Tage bestreikt: Tonnen werden ab Donnerstag nicht geleert

ver.di ruft in Hamm und Bergkamen die Entsorgungbetriebe erstmals zu einem mehrtägigen Streik auf. Mülltonnen werden deshalb von Donnerstag bis Samstag nicht geleert. „Vor allem untere Entgeltgruppen müssen deutlich angehoben werden“, fordert ver.di.

Zwischen 2.456,51 € im ersten Berufsjahr und 3.033,74 € nach 15 Jahren verdienen nach Angaben von ver.di die Menschen, die täglich den Müll abholen. „Das sind natürlich die Bruttobeträge. Nach Abzug von Steuern und Sozialversicherungsbeiträgen bleiben den Kolleg*innen zwischen knapp 1.650 und rund 1.950 € netto übrig“, rechnet Gudrun Janßen vor. „Große Sprünge kann man davon sowieso nicht machen, wenn dann aber die Preise für Strom und Heizenergie durch die Decke gehen und die Lebensmittel deutlich teurer werden, wird es echt eng.“ Deshalb erwarten die Beschäftigten in der Entsorgung in der Tarifrunde für den öffentlichen Dienst eine kräftige Tariferhöhung, so die zuständige ver.di-Gewerkschaftssekretärin in Hamm.

Und dafür gehen sie von Donnerstag bis Samstag auf die Straße. In Hamm und Bergkamen werden deshalb am Donnerstag, Freitag und Samstag die Mülltonnen nicht geleert. Betroffen sind auch die Bereiche Straßenreinigung und Recyclinghöfe. In Hamm wird von Donnerstag bis Samstag das Müllheizkraftwerk bestreikt, so dass keine gewerbliche oder private Müllanlieferung stattfinden kann. Ebenso beteiligen sich die Beschäftigten der Recyclinghöfe in Hamm von Donnerstag bis Samstag am Streik.

Treffen werden sich die Streikenden am Donnerstag um 10:00 vor der Müllverbrennungsanlage in Hamm und werden ihren Forderungen Nachdruck verleihen. „Gemeinsam wollen wir unseren Arbeitgebern für den kommenden Verhandlungstermin die Rote Karte zeigen! Der Mindestbetrag muss für unsere Kolleg*innen drin sein. Wir sind streikbereit – notfalls auch für einen Erzwingungsstreik!“ schildert Nicole Czyzmowski, Gewerkschaftssekretärin.

Der dreitägige Warnstreik in Hamm und Bergkamen ist Teil von landesweit stattfindenden Streikmaßnahmen der Abfallentsorgung und Straßenreinigung in Nordrhein-Westfalen.

„Die Kolleg*innen sind wirklich stinksauer“, beschreibt Gudrun Janßen die Situation. „In der 2. Verhandlungsrunde haben die Arbeitgeber ab Oktober, also nach neun „Nullmonaten“ 3 Prozent Steigerung angeboten. Für die Müllwerker*innen sind das brutto zwischen 70 und 90 €, davon bleiben netto rund 45 bis 60 € übrig. Damit wird die Preissteigerung nicht mal ansatzweise aufgefangen“, so die Gewerkschafterin.

Und die angebotene Einmalzahlung verpufft. „Sie hilft vielleicht kurzfristig, aber die Preise bleiben doch langfristig hoch“, befürchtet die Gewerkschaftssekretärin. Daher müsse ver.di vor der entscheidenden dritten Verhandlungsrunde Ende März den Druck erhöhen.




Keine Karten mehr für das Martinée zum Bergkamener Frauentag am kommenden Sonntag

Damen-Doppel Piplies und La Minga. Foto: Johannes Haas

Damit haben das Bergkamener Frauentagsteam und die Gleichstellungsbeauftragte Martina Bierkämper nicht gerechnet: Die Matinée zum Bergkamener Frauentag am kommenden Sonntag, 12. März, ist bereits eine knappe Woche vor dem traditionellen Ereignis ausverkauft. „Wir haben schon jetzt keine Karten mehr“, teilt Martina Bierkämper stellvertretend für das Frauentagsteam mit. „Mit einem lachenden und einem weinenden Auge“ nimmt das Team den Ausverkauf des beliebten Events zur Kenntnis.

„Wir haben schlicht keinen Platz mehr,“ sagt die Gleichstellungsbeauftragte. Die verfügbaren 120 Karten sind vergeben. Ein selbstverständlich erfreuliches Ergebnis, das davon zeugt, welch großen Zuspruch der traditionelle Frauentag in Bergkamen erfährt. Doch all jenen, die jetzt keine Eintrittskarte mehr erhaschen konnten, bleibt die Hoffnung auf das kommende Jahr. „Natürlich werden wir auch dann wieder einen Frauentag in bewährter Manier anbieten“, meldet Martina Bierkämper schon jetzt an.

In diesem Jahr heißt es aber erst einmal „Wichtiger denn je“. Angekündigt ist das Kabarett-Duo „Piplies & LaMinga“ mit „Antworten auf alle Fragen des Lebens“. Dazu bleibt für die Gäste viel Zeit zum Austausch mit anderen Besucherinnen, Vertreterinnen der vielen beteiligten Organisationen und Institutionen und das Knüpfen neuer Kontakte. Mit dem Erlös aus den Eintrittskarten werden lokale Mädchen- und Frauenprojekte unterstützt. Der Frauentag beginnt am Sonntag, 12. März, um 11 Uhr im Treffpunkt an der Lessingstraße 2.




ver.di ruft am Frauentag auch Mitarbeiter:innen der städt. Kitas zum Streik- und Aktionstag auf

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) ruft am Internationalen Frauentag (8. März 2023) die Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst zu einem bundesweiten Branchenstreik- und Aktionstag auf. Dabei wird es in NRW zu flächendeckenden Warnstreiks in kommunalen Einrichtungen und Dienststellen des Sozial- und Erziehungsdienst kommen.
Konkret aufgerufen werden im ver.di-Bezirk Westfalen die Jugendämter, Jugendhilfedienste und Sozial- und Erziehungseinrichtungen (Kindergärten) der Städte, Bergkamen, Bönen, Castrop-Rauxel, Fröndenberg, Hamm (inkl. Heilpädagogisches Kinderheim), Lünen, Kamen, Schwerte, Selm, des Kreises und der Stadt Unna, sowie die Einrichtungen und Dienststellen aller kreisangehörigen Kommunen des Kreises Soest und des Hochsauerlandkreises.

„Der internationale Frauentag steht seit über 100 Jahren dafür, Gleichberechtigung und eine faire Bezahlung von Frauen durchzusetzen. Gerade in der Sozialen Arbeit, in der nach wie vor  überwiegend Frauen arbeiten, zeigt sich bis heute, dass wir in der Auseinandersetzung um die faire Bezahlung von Frauen in dieser Gesellschaft noch nicht am Ende angekommen sind“, so Andrea Becker, Landesbezirksfachbereichsleiterin.
Die Soziale Arbeit ist mit 83 Prozent eine Branche, in der überwiegend Frauen arbeiten, beispielsweise in Kindertageseinrichtungen, Jugendämtern und Beratungsstellen. Dabei sind die Arbeitsbedingungen häufig prekär. Ob in Teilzeit und/oder als befristet Beschäftigte, spüren Frauen die Folgen der aktuellen Krisen am deutlichsten. Zudem mangelt es vielfach an finanzieller Anerkennung für die Arbeit in den sozialen Berufen. „Das Angebot der Arbeitgeber ist ein Affront an die Beschäftigten in der Sozialen Arbeit, die regelmäßig trotz und wegen hoher Krankenstände, Fachkräftemangel oder personeller Unterbesetzung, an die Grenze ihrer persönlichen Belastung gehen“, so Becker weiter.
In den Tarifverhandlungen für die mehr als 2,5 Millionen Beschäftigten von Bund und Kommunen wurde der Forderung von ver.di nach 10,5 Prozent mehr Gehalt, mindestens aber 500 Euro mehr im Monat bei einer Laufzeit von zwölf Monaten, erneut eine klare Absage erteilt – trotz steigender Preise, hoher Inflation und großer Personallücken, gerade auch in der Sozialen Arbeit.
In Nordrhein-Westfalen finden an diesem Tag in über 15 Städten Kundgebungen und Aktionen im Rahmen der Warnstreiks statt, zu denen mehrere tausend Teilnehmer*innen erwartet werden.




Informationen zum Bundesfreiwilligendienst im BIZ der Arbeitsagentur

Seit Juli 2011 ersetzt der Bundesfreiwilligendienst den Zivildienst. Er steht allen Frauen und Männern jeder Nationalität und jedes Alters offen, die sich gerne für das Allgemeinwohl engagieren möchten, sei es im sozialen, ökologischen oder kulturellen Bereich, im Sport, der Integration sowie im Zivil- und Katastrophenschutz.

Uwe Schönbier vom Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben stellt am Donnerstag, dem 9. März, um 14:30 Uhr den Bundesfreiwilligendienst im BiZ der Arbeitsagentur (Bismarckstraße 2) vor.

Eine vorherige Anmeldung ist erforderlich im BiZ unter 02381/910-1001 oder an hamm.biz@arbeitsagentur.de




Neue Kita des Lebenszentrums in Weddinghofen geht im Sommer an den Start und hat noch freie Plätze

Ein neuer vierzügiger Kindergarten soll im Sommer am Kleiweg in Weddinghofen (Wohnvoll Village) an den Start gehen. Betrieben wird er vom Lebenszentrum Königsborn. Eltern, die noch einen Kita-Platz suchen, können ihre Kinder bereits jetzt anmelden. Dazu bietet das Lebenszentrum Informationsgespräche in der AWO-Kita Vorstadtstrolche, Schulstraße 8, bis zum 14. März dienstags, mittwochs und donnerstags jeweils von 14.30 bis 17 Uhr Informationsgespräche an. Eine Anmeldung bei Silke Wicknig unter der Telefonnummer 02303/9670 – 279 bzw. per E-Mail s.wicknig@lebenszentrum-koenigsborn.de ist erforderlich.
Der neue Kindergarten bietet zukünftig Plätze für die Kinder ab vier Monaten bis sechs Jahren mit unterschiedlichen Betreuungsstunden. Die neue moderne Einrichtung befindet sich im einen Generationshaus neben dem künftigen Gesundheitszentrum am Kleiweg.
Die vier Gruppen werden sich wie folgt aufschlüsseln:
In der Gruppenform II werden 10 Kinder im Alter von 4 Monaten bis 3 Jahren betreut. In der Gruppenform I werden 20 Kinder im Alter von 2 Jahren bis zur Einschulung betreut (Zwei Gruppen). Die Gruppenform III bietet eine Betreuung für bis zu 25 Kinder im Alter von 3 bis zur Einschulung. Insgesamt 22 Kinder unter 3  und 53 über 3.
Übrigens: Das Lebenzentrum suchet auch noch Erzieher:innen und pädagogische Fachkräfte. Bewerbungen gerne über das Bewerberportal https://www.lebenszentrum-koenigsborn.de/karriere/.



Equal Pay Day am 7. März: Lohnlücke nach wie vor groß

Landrat Mario Löhr und die Gleichstellungsbeauftragte Leonie Engelhardt machen auf die Lohnlücke zwischen Männern und Frauen aufmerksam. Foto: Max Rolke – Kreis Unna

Die Lohnlücke zwischen Mann und Frau in Deutschland ist weiterhin groß. Darauf macht traditionell der Equal Pay Day aufmerksam. In diesem Jahr fällt er auf den 7. März. Das Datum des Equal Pay Day (EQPD) markiert symbolisch den Verdienstunterschied zwischen Frauen und Männern.

Die Lohnlücke zwischen Männern und Frauen beträgt in diesem Jahr 18 Prozent. Was das mit dem 7. März, zu tun hat, erläutert Leonie Engelhardt, Gleichstellungsbeauftragte des Kreises Unna: „Rechnet man die 18 Prozent in Tage um, dann arbeiten Frauen die ersten 66 Tage des Jahres, vom 1. Januar bis zum 7. März 2022, umsonst.“

Gerechte Bezahlung auch in Kunst und Kultur
In diesem Jahr steht der Tag unter dem Motto „Die Kunst der gleichen Bezahlung“ und legt einen Fokus auf die strukturellen Ursachen des eklatanten Gender Pay Gaps in Kunst und Kultur. Mit 30 Prozent liegt der Gender Pay Gap in Kunst und Kultur deutlich über dem branchenübergreifenden Durchschnittswert und zeigt die Ursachen wie durch ein Vergrößerungsglas, die für die gesamtgesellschaftliche geschlechterspezifische Lohnlücke von 18 Prozent verantwortlich sind: Gender-Stereotype, die schwierige Vereinbarkeit von Beruf und Familie, mangelnde Gehaltstransparenz.

Kaum Fortschritte in den vergangenen Jahren
„Dass Frauen in bestimmten Berufen, Branchen oder auf den höheren Stufen der Karriereleiter fehlen, ist leider noch alltägliche Realität“, erklärt Leonie Engelhardt. „Frauen ergreifen noch immer verstärkt frauendominierte Berufe in den Bereichen Pflege und Erziehung, fehlen aber weiterhin in den sogenannten MINT Berufen.“
Engelhardt betont, die Berufswahl im sozialen wie im mathematisch-technisch-naturwissenschaftlichen Bereich müsse frei von Rollenstereotypen oder Barrieren bei der Vereinbarkeit von Familie und Karriere erfolgen. Nur dann sei eine Durchmischung geschlechtertypischer Berufe möglich.

Außerdem hätte eine Angleichung der Erwerbsarbeitszeiten von Frauen und Männern, mit einer vollzeitnahen Teilzeit zum Beispiel, die größte Auswirkung auf eine Verringerung des Gender Pay Gaps. Dies setzt eine gleiche Verteilung von familiärer Fürsorgeverantwortung voraus, die Frauen bisher immer noch häufiger als Männer übernehmen. PK | PKU
Weitere Informationen gibt es unter www.equalpayday.de.




GSW-Belegschaft sammelt Geldspende für die Erdbebenregion: Erfolgreicher Lahmacun-Verkauf für den guten Zweck

Feliz Demircan (links) verkaufte frisch zubereitete Lahmacun an die Belegschaft der GSW. Unterstützt wurde sie von ihrer Freundin Nebahat Cinmantarci. Der Erlös wird für die Erdbebenopfer in der Türkei und Syrien gespendet.

Gelungene Spenden-Aktion: Zum zweiten Mal hat die Belegschaft der Gemeinschaftsstadtwerke (GSW) Kamen, Bönen, Bergkamen Spenden für die Menschen in der Erdbebenregion in der Türkei und Syrien gesammelt. Und auch diese Spenden-Aktion verlief erfolgreich. Dafür reichten zwei Mittagspausen und eine hohe Spendenbereitschaft der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der GSW aus.

Filiz Demircan aus Bergkamen verkaufte mit Hilfe ihrer Freundin Nebahat Cinmantarci Lahmacun für den guten Zweck. Viele Mitarbeiter ließen sich nicht nur die türkische Spezialität schmecken, sondern rundeten den eigentlichen Verkaufspreis großzügig auf. Somit kam insgesamt eine Geldspende von 500 Euro zustande. Dieser Betrag fließt nun in die Kasse, die Filiz Demircan vor einigen Tagen öffnete. An mehreren Tagen und Stellen hatte sie bereits Lahmacun für den guten Zweck verkauft. Die Hoffnung, eine Spenden-Aktion bei den GSW zu starten, konnte schnell erfüllt werden. „Wir waren von der Idee gleich angetan. Schließlich wird bei uns soziales Engagement großgeschrieben. Die Spendenbereitschaft in unserer Belegschaft ist groß. Das haben wir bereits bei dem Sachspenden-Aufruf Anfang Februar erlebt. Umso mehr freuen wir uns, dass wir auch mit der zweiten Spenden-Aktion eine ordentliche Geldspende erreichen konnten. Wir bedanken uns bei allen Mitarbeitern, die sich an der Aktion beteiligt haben“, sagt Andrea Wellerdiek, Pressesprecherin der GSW. Die Gesamtsumme spendet Filiz Demircan an die türkische Hilfsorganisation AHBAP, die verschiedene Institutionen in der Türkei und Syrien unterstützt.

 




NGG: Mini-Jobs im Kreis Unna sind zu 58 Prozent in Frauenhand

Die 520-Euro-Arbeit ist weiblich: Von den rund 34.000 Mini-Jobs im Kreis Unna sind 58 Prozent in Frauenhand – in der Nahrungsmittelindustrie liegt der Anteil sogar bei 62 Prozent. Auch bei der Teilzeitarbeit liegen die Frauen vorne: Die rund 39.300 Teilzeitstellen im Kreis Unna werden zu 80 Prozent von Frauen gemacht. Das teilt die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten mit. Die NGG Dortmund beruft sich dabei auf aktuelle Zahlen der Arbeitsagentur. Ein Großteil der Vollzeitstellen würden in vielen Branchen nicht von Frauen besetzt.

Torsten Gebehart, Geschäftsführer der NGG-Region Dortmund, spricht von einer „Lohn- und Renten-Falle“: „Teilzeitarbeit bedeutet immer ein schmaleres Portemonnaie – und auch eine kleinere Rente. Und Mini-Jobs bedeuten Mini-Renten.“ Hinzu komme, dass Frauen im Bundesdurchschnitt 7 Prozent weniger pro Stunde verdienten als Männer. Und das bei einer vergleichbaren Qualifikation, Tätigkeit und Erwerbsbiografie, so die NGG Dortmund. Die Gewerkschaft beruft sich dabei auf Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis).

Es sei daher wichtig, mit einem Tabu zu brechen: „Über Geld redet man nicht. Das ist ein ungeschriebenes Gesetz. Beim Lohn sollte man in den Betrieben im Kreis Unna aber mal eine Ausnahme machen“, so Torsten Gebehart. Überall dort, wo es einen Betriebsrat gibt, könne der auch die „Lohn-Kommunikation im Unternehmen beleben“. Ansonsten gebe es zwar auch noch einen Rechtsanspruch darauf, zu erfahren, was ein männlicher Kollege in ähnlicher Position verdient. Doch das Entgelttransparenzgesetz gilt lediglich in Betrieben mit mindestens 200 Beschäftigten. „Eine Köchin im Restaurant oder eine Verkäuferin in der Bäckerei haben davon allerdings nichts“, so NGG-Geschäftsführer Gebehart. Hier solle die Bundesregierung dringend nachbessern.

Ziel müsse es sein, die Lohnscheren zwischen Männern und Frauen zu schließen. „Wie dick die Lohntüte ist, das darf nicht vom Geschlecht abhängen. Aber auch nicht davon, wie gut jemand das Lohnpokern beherrscht. Beim Lohn für Arbeit muss mehr Fairness her: Wir brauchen ein neues ‚Lohn-Fair-Play‘“, so Torsten Gebehart.




Warnstreik: EBB versucht die Touren der Müllabfuhr bis Dienstag nachzuholen

Wie erwartet brachte der gestrige Warnstreik der Tarifvertragsparteien im öffentlichen Dienst im Rahmen der Tarifrunde 2023 die Müllabfuhr zum Erliegen.

Der EBB versucht die ausgefallenen Touren wie folgt nachzuholen:

  • Die Biotouren werden bereits heute, Freitag – 03.03.2023 – nachgeholt,
  • die Wertstoff- und Papiertouren werden teilweise heute, teilweise am kommenden Montag / Dienstag nachgeholt.

Daher bittet der EBB, Wertstoff- und Papiergefäße der gestern ausgefallenen Touren, die heute nicht geleert werden, am Wochenende an ihre vorgesehenen Stellplätze abzustellen und ab Montag wieder zur Abfuhr bereitzustellen.

Sollten Gefäße am Mittwoch nächster Woche nicht geleert worden sein, bittet der EBB um telefonische Rückmeldung in der Disposition des Betriebes, 0 23 07 / 28 503 – 292. Ob diese dann nachgeleert werden können, hängt unter anderem vom weiteren Warnstreikverlauf ab.

Die Betriebsleitung bittet die Bergkamener Bevölkerung um Verständnis.




„Bergkamen for all“ verabschiedet sich vom Institut für soziale Innovation

Verabschiedung des ISI-Teams. v.l.n.r.: Nuran Ilhan (Vorstand), Hevidar Yildirim (Geschäftsführung), Christian Scharwey (Kassenprüfer), Hendrik Kunz (ISI Düsseldorf), Meike Hornbostel (ISI), Rica Thies (ISI), Seyit Hecker (Vorstand).

Im Rahmen einer Abschlussveranstaltung wurden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeit des Instituts für soziale Innovation (ISI) Düsseldorf aus Bergkamen verabschiedet. Seit 2019 unterstützte das Institut die Stadt Bergkamen bei der Entwicklung eines „Kommunalen Integrationsmanagements. Die Finanzierung hat größtenteils das Land Nordrhein-Wesfalen übernommen.

Ein Ergebnis war die Einstellung von Hevidar Yilderim als erste Intergrationmanagerin bei der Stadt Bergkamen. Ein anderes die Gründung des Vereins „Bergkamen for all“, der die Netzwerkarbeit des bisherigen Lenkungskreises dieses Projekts fortsetzen soll. Dieser Prozess wäre ohne den unermüdlichen Einsatz und dem aktiven Mitwirken von vielen Ehrenamtlichen nicht möglich gewesen – dafür sprach die Vorsitzende von „Bergkamen for all“, Nuran Ilhan, den Anwesenden bei der Abschiedsfeier noch einmal ausdrücklich ihren Dank aus.

Ein gemeinsamer Rückblick brachte noch einmal einige schöne und erfolgreiche Projekte zum Vorschein, wie z.B. die erste Jugendkonferenz in Bergkamen, Jugend bloggt, Interkulturelle Woche – welche 2021 erstmalig in Bergkamen gefeiert wurde – sowie viele weitere Momente, die man gemeinsam organisiert, durchgeführt und erlebt hatte.

Der Vorsitzende, Seyit Hecker, bedankte sich noch einmal ausdrücklich für die vertrauensvolle, sympathische und kompetente Zusammenarbeit mit dem ISI Insitut aus Düsseldorf.

Kulinarischer Höhepunkt war das gemeinschaftliche Abendessen, welches durch die mitgebrachten Köstlichkeiten der Mitglieder:innen zum gemeinsamen Schlemmen einlud. Dies rundete den Abend genüsslich und gesellig ab.

Der neugegründete Verein Bergkamen for all e.V. freut sich jederzeit über neue Gesichter, die vor allem Lust haben, das gesellschaftliche Zusammenleben in Bergkamen mitzugestalten und somit einen wichtigen Beitrag zu einer solidarischen Gesellschaft leisten möchten. Interessierte können sich gerne bei Herrn Seyit Hecker – unter 02307 / 965 – 139 – melden.

Weitere Infos zu Bergkamen for all gibt es hier: https://bergkamen-for-all.de/