Altkleidersammlung für Bethel: Gesammelt wird in der Ev. Martin-Luther-Kirchengemeinde Bergkamen vom 18.10.-24.10.2023 jeweils von 10.00-18.00 Uhr.
Abgabestellen:
Oberaden: hinter der Martin-Luther-Kirche, Preinstraße 38
Rünthe: an der Christuskirche, Rünther Str. 42
Es wird darum gebeten, die Kleiderspenden gut verpackt in die vor Ort stehenden Container zu legen. Bitte nichts davor abstellen und nur im angegebenen Zeitraum.
SPD-Bundestagsabgeordneter Kaczmarek: Betreuung von unter 25-Jährigen bleibt bei den Jobcentern
Eine Frage, die in den vergangenen Wochen in den Kommunen sehr kontrovers diskutiert worden ist, wird nun mit einem Kompromiss aufgelöst: Die Betreuung von Arbeitssuchenden unter 25 Jahren in der Grundsicherung (SGBII) bleibt bei den Jobcentern vor Ort. Damit kommt Arbeitsminister Hubertus Heil dem Wunsch der SPD-Bundestagsfraktion und vielen Akteuren aus der Praxis nach. In den vergangenen Wochen wurden zahlreiche konstruktive Gespräche geführt, in denen Beteiligte fachliche Bedenken am Vorschlag des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) erhoben haben. Am Ende stand die Bitte, eine gangbare Alternative zu suchen.
Als Beitrag zur Haushaltskonsolidierung und im Hinblick auf die Kindergrundsicherung hatte das BMAS eine Regelung in das Haushaltsfinanzierungsgesetz eingebracht, mit der die Verantwortlichkeit zur Aktivierung und Eingliederung in den Arbeitsmarkt von unter 25-jährigen von den Jobcentern auf die Agenturen für Arbeit übertragen werden soll. Damit wäre auch die Kostenträgerschaft auf den Rechtskreis SGB III übergegangen.
Jetzt liegt als gangbare Lösung der Vorschlag auf dem Tisch, stattdessen die Aufgaben der Weiterbildung und der Rehabilitation an die Bundesagenturen für Arbeit zu übertragen. Alle Leistungsberechtigten jeden Alters bleiben in der Integrationsverantwortung der Jobcenter und werden dort ganzheitlich betreut. Soweit das Jobcenter einen Weiterbildungs- oder Rehabilitationsbedarf erkennt, verweist es aber an die Arbeitsagentur.
Oliver Kaczmarek, Bundestagsabgeordneter für den Kreis Unna, begrüßt den neuen Vorschlag ausdrücklich: „Die Jobcenter vor Ort haben die beste Expertise und längste Erfahrung, um junge Menschen schnell und nachhaltig in gute Arbeit zu bringen. Es freut mich, wenn auf der Grundlage des neuen Vorschlags von Arbeitsminister Heil gemeinsam mit allen Beteiligten eine gute Lösung gesucht und gefunden wird.”
IG BCE Ortsgruppe Weddinghofen ehrte langjähriger Mitglieder für ihre Treue zur Gewerkschaft
Am vergangenen Samstag ehrte die IG BCE Ortsgruppe Weddinghofen langjährige Kolleginnen und Kollegen für ihre Treue zur Gewerkschaft.
Für 25 jähriges Gewerkschaftsjubiläum wurde Monika Geßner
für 40- jähriges Gewerschaftsjubiläum wurden Helmut Ruettger, Markus Burmeister, Andres Kischel und Michael Reinhardt
für 50- jährige Mitgliedschaft Christel Just
für 70- jährige Mitgliedschaft Rudi Föst und Erwin Grams
geehrt.
Im Rahmen einer Feierstunde im Restaurant „ Olympia „ in Weddinghofen“ gratulierten ihnen der Vorsitzende der IG BCE Ortsgruppe Weddinghofen, Mario Unger, der stv. Bürgermeister der Stadt Bergkamen, Kay Schulte und der Gewerkschaftssekretär des neu gegründeten IG BCE Bezirkes Nordwestfalen, Timo Bergmann.
Nachdem Kay Schulte die Grußworte der Stadt Bergkamen überbrachte, dankte Timo Bergmann in seiner Festrede den Kolleginnen und Kollegen für die langjährige Zugehörigkeit in der IG BCE. Er verwies in seiner Rede darauf, wie wichtig es ist , sich sowohl in der Arbeitswelt als auch im täglichen Leben zu solidarisieren damit man gemeinsam Vieles erreichen kann. Er betonte, dass sich Gewerkschaften einmischen müssen um die Lebens- und Arbeitsbedingungen der Beschäftigten zu verbessern.
Aber auch auf politische Handlungsfelder wie z.B Renten, Digitalisierung, Migration und Beschäftigung müssen die Gewerkschaften Einfluss nehmen und Lösungen vorschlagen, damit der soziale Frieden in unserem Land gewahrt bleibt.
Im Anschluss wurde den Jubilaren, deren Lebensgefährten und Gästen ein üppiges Büfett bereitgestellt. Bei kühlen Getränken und guten Gesprächen ließ man die Jubilarfeier dann ausklingen.
IHK-Ausbildungskampagne geht mit Plakataktion und frischem Social-Media-Content in die zweite Runde
IHK-Geschäftsführerin Maike Fritzsching. Foto IHK zu Dortmund
Kaum sind diesen Herbst mehrere Hunderttausend Azubis in ihre Ausbildung gestartet, beginnt schon die Bewerbungszeit für die nächsten Jahrgänge. Auch die Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Dortmund begleitet diese Phase im Rahmen einer groß angelegten bundesweiten Plakataktion.
Mit Botschaften wie „Was wir mal werden wollen: stolz auf uns.”, „Unser Lieblingsfach: machen.” oder „Diese Jugend von heute. Ganz schön ausgebildet.” auf über 4.300 Plakaten in ganz Deutschland will die IHK-Organisation junge Leute aber auch deren Familien für die duale Berufsbildung begeistern. Und das ist dringend nötig. Denn auch dieses Jahr sind wieder viele tausend Lehrstellen in allen Branchen unbesetzt geblieben.
Die Außenwerbung ist Teil der IHK-Azubi-Kampagne, die seit Frühjahr 2023 unter dem Motto „Ausbildung macht mehr aus uns“ läuft. Flankiert werden die Großplakate dort, wo viele junge Leute sowieso zu Hause sind: in den sozialen Medien. Videos wie „Ausbilder-Deutsch, Deutsch-Ausbilder” oder „Berufsschulfächer, die keiner kennt” zeigen den Azubi-Alltag mit einer großen Portion Humor und führen die bisherige Social-Media-Kommunikation fort. Seit Kampagnenstart im März berichten die neun Azubis über ihre Erlebnisse in der Ausbildung, Tipps und Tricks beim Berufseinstieg aber auch aus ihrem Leben nach Feierabend. So lädt die Kampagne die Fachkräfte von morgen dazu ein, in das „Lebensgefühl Ausbildung“ einzutauchen. Und das sehr erfolgreich: Bislang wurden die Clips (https://www.tiktok.com/@die.azubis) bereits über 18 Mio. Mal geklickt, über 25.000 Nutzer folgen den Erlebnissen der Azubis.
Neben Außenwerbung und Social-Media-Aktivitäten setzt die IHK zu Dortmund auf zahlreiche weitere regionale Aktionen wie Beratungsangebote oder Azubi-Messen. Zudem baut die Kampagne auf die Unterstützung der Unternehmen. Denn insbesondere die mehr als 200.000 Ausbildungsbetriebe sind wichtige Multiplikatoren, um das Lebensgefühl Ausbildung zu transportieren. Ziel ist es, ein neues Bewusstsein für das Thema Ausbildung zu schaffen und so dabei zu helfen, Betriebe und den Fachkräftenachwuchs zusammenzubringen. Weitere Infos unter www.ihk.de/dortmund/koennenlernen.
„Education For All“ (EFA) spendet der Stadt Bergkamen Computer für Geflüchtete: Acht Ziele auf einen Streich
EFA-Vorstandsvorsitzenden Dirk Fißmer (r.) bei der Übergabe der Spende an Bürgermeister Bernd Schäfer.
Sich im Leben zurechtzufinden, verlangt heute mehr denn je, digitale Anwendungen zu verstehen und sicher zu beherrschen. Viele Lebensbereiche setzen schon jetzt digitale Grundkenntnisse voraus – und es werden immer mehr. Dirk Fißmer, Vorstands-vorsitzender des Vereins „Education For All“ (übersetzt: Bildung für alle), weiß er um die Bedeutung von Bildung als Schlüssel für gesellschaftliche Teilhabe. Er engagiert sich bereits seit vielen Jahren für die Rechte von Bedürftigen und hat nun erneut die Initiative ergriffen, indem er der Stadt Bergkamen vier Computer für Geflüchtete spendete.
Der gebürtige Bergkamener Dirk Fißmer hat viel von der Welt gesehen. Insbesondere von solchen Ländern, die in fast allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens von modernen Standards weit entfernt sind. Als EFA-Vorstandsvorsitzender kennt er die damit verbundenen Probleme aus eigener Erfahrung und weiß, wo man ansetzen muss, um sie zu lösen: unter anderem bei der Bildung: „Dazu gehört auch die zunehmend wichtige digitale Teilhabe. Denn digital zur Verfügung gestellte Inhalte müssen für alle Menschen zugänglich sein. Sonst drohen Unfrieden und soziale Verwerfungen.“
„Dirk Fißmers Beispiel kann nicht hoch genug bewertet werden, denn Solidarität und Menschlichkeit geraten in einer Welt voller Egoismus und Populismus immer stärker aus dem Blickfeld“, dankt Bürgermeister Bernd Schäfer dem Spender für sein stetes Engagement zugunsten gesellschaftlich Benachteiligter. Was Fißmers Einsatz noch wertvoller macht: Seine Spende deckt gleich acht der siebzehn Ziele ab, welche die Vereinten Nationen für nachhaltige Entwicklung aufgestellt haben. Das zeigt: Bildung und digitale Teilhabe sind tatsächlich der Schlüssel zum Lösen vieler Probleme.
Spielzeugbörse „Kinderkram“ ist am Samstag in der Auferstehungskirche wieder geöffnet
Die Spielzeugbörse „Kinderkram“ der ev. Friedenskirchengemeinde ist am Samstag, 30. September, in der Auferstehungskirche, Goekenheide 7 in Weddinghofen, wieder von 10 bis 12 Uhr geöffnet.
„Kinderkram“ wird dieses Angebot genannt, weil hier Kinder und Erwachsene aus momentan sozial schwachen Familien kostenfrei nach Büchern und Geschenken kramen und stöbern dürfen.
Selbstverständlich kann in dieser Zeit auch neues oder sehr gut erhaltenes Spielzeug abgegeben werden. Hier sind die Organisatoren dringend auf IHRE Spenden angewiesen. Bitten Sie ihre Kinder doch einmal, die Zimmer oder Dachböden zu durchforsten. Sicher gibt es dort einige nie gelesene Bücher oder Spielzeuggeschenke, aus denen sie herausgewachsen sind.
Die Organisatoren freuen sich uns über jede Spende.
Fachseminar für Familienpflege hat noch freie Plätze für zweijährige Ausbildung zum staatlich anerkannten Familienpfleger
Lars Krause.
Im Fachseminar für Familienpflege der AWO-Tochtergesellschaft Bildung+Lernen in Kamen beginnt am 2. November, die neue zweijährige Ausbildung zum staatlich anerkannten Familienpfleger (m/w/d) und es gibt noch freie Plätze. Staatlich anerkannte Familienpfleger (m/w/d) sind breit aufgestellte Fachkräfte.
Diese Allrounder-Ausbildung beinhaltet neben der Pflege auch die Fächer Pädagogik und Hauswirtschaft. Das Aufgabenfeld erstreckt sich somit zusätzlich zu der Pflege auch auf die Bereiche Unterstützung, Vorsorge, Betreuung und Beratung.
Interessierte aus der Region melden sich für weitere Informationen gerne bei Lars Krause (Tel. 02307 91221-953, Mail krause@bildungundlernen.de<mailto:krause@bildungundlernen.de>
Anzeichen einer Herbstbelebung: Arbeitslosigkeit weiter gesunken – aber nicht in Bergkamen
Im Kreis Unna sank der Bestand an gemeldeten Arbeitslosen im Vergleich zum Vormonat um 119 auf 15.481. Im Vergleich zum September 2022 stieg die Arbeitslosigkeit um 59 (+0,4 Prozent). Die Arbeitslosenquote sank um 0,1 Punkte auf 7,2 Prozent. Vor einem Jahr betrug sie ebenfalls 7,2 Prozent.
„Die Arbeitslosigkeit ist im Berichtsmonat spürbar gesunken. Saisonal ist die Entwicklung etwas schwächer als in den letzten Jahren vor der Pandemie“, so Thomas Helm, Chef der Agentur für Arbeit Hamm. „Der Rückgang betrifft nahezu alle Personengruppen, nur die Jüngeren unter 25 Jahren verzeichnen aktuell noch kleine Zugänge durch weitere Ausbildungsabsolventen. Außerdem ist die Kurzarbeit weiterhin unauffällig, so dass ich für den Oktober optimistisch bleibe“, resümiert der Arbeitsmarktexperte. “Bei der Kräftenachfrage besteht allerdings noch viel Luft nach oben.“
Entwicklung in den zehn Kommunen des Kreises
In drei Kommunen des Kreises Unna nahm die Arbeitslosigkeit im vergangenen Monat zu, in sieben Kommunen ab. Den stärksten Zugang verzeichnete Fröndenberg (+1,6 Prozent bzw. 9 auf 566), gefolgt von Bergkamen (+0,6 Prozent bzw. +12 auf 2.186) und Bönen (+0,6 Prozent bzw. 4 auf 681). Den stärksten Rückgang verzeichnen Unna (-2,1 Prozent bzw. -43 auf 1.968) und Selm (-2,1 Prozent bzw. -19 auf 865) gefolgt von Lünen (-1,1 Prozent bzw. -52 auf 4.618), Kamen (-0,9 Prozent bzw. -16 auf 1.739), Schwerte (-0,7 Prozent bzw. -10 auf 1.518), Holzwickede (-0,4 Prozent bzw. -2 auf 489) und Werne (-0,2 Prozent bzw. 92 auf 851).
Oliver Kaczmarek: „Verbraucherthemen sind eine Bereicherung für jede Schule“
Oliver Kaczmarek
„Die Schule soll Kindern und Jugendlichen wichtige Kompetenzen für ihr aktuelles und weiteres Leben vermitteln. Dafür leisten die Bildungseinrichtungen im Kreis Unna jeden Tag unschätzbar wertvolle Arbeit. Mir liegt besonders am Herzen, dass neben den traditionellen Fächern auch Verbraucherthemen in der Schule vorkommen. Denn ob nachhaltiger Konsum, gesunde Ernährung, die eigenen Finanzen oder der erste Mietvertrag – Verbraucherbildung bietet unzählige lebensnahe und gesellschaftlich relevante Anknüpfungspunkte“, so der SPDBundestagsabgeordnete Oliver Kaczmarek.
Schulen, die Verbraucherbildung bereits konsequent in den Unterreicht integrieren, ermuntert Kaczmarek, sich für die Auszeichnung „Verbraucherschule“ zu bewerben. Damit würdigt der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) Schulen, die Schülerinnen und Schülern auf innovative Weise Kompetenzen in den Bereichen Ernährung, Finanzen, Nachhaltigkeit und Medien vermitteln.
Bis zum 1. Dezember 2023 können sich allgemein- und berufsbildende Schulen für die Auszeichnung bewerben, die in drei Stufen verliehen wird. Voraussetzung ist, dass im Schuljahr 2022/2023 bereits Maßnahmen aus einem der definierten Handlungsfelder umgesetzt wurden. Alle weiteren Infos zur Auszeichnung und die Bewerbungsunterlagen sind zu finden unter:
https://www.verbraucherbildung.de/herzlich-willkommen-beim-netzwerkverbraucherschule/jury-und-kriterien.
„Ich würde mich sehr freuen über viele Bewerbungen aus dem Kreis Unna”, so der Bundestagsabgeordnete. Und gerne mache er sich auch vor Ort ein Bild von den Verbraucherbildungskonzepten der teilnehmenden Schulen. Kaczmarek: “Für mich steht fest: Verbraucherthemen sind wichtig für junge Verbraucherinnen und Verbraucher.“
Studienzweifler: Kurs halten oder ändern?
Das BiZ (Berufsinformationszentrum) der Agentur für Arbeit informiert Studienzweifler oder Abbrecher über alternative Berufswege und Karrierechancen.
Wenn sich nach Aufnahme des Studiums herausstellt, dass es vielleicht doch nicht die richtige Entscheidung gewesen ist, gibt es durchaus attraktive berufliche Alternativen und sogar Karrierechancen jenseits der üblichen Nebenjobs. Diese zu finden ist Ziel dieser Informationsveranstaltung. Außerdem hilft die Anwendung eines Selbstreflexionswerkzeugs bei der Selbsteinschätzung und gibt Aufschluss darüber, ob vielleicht auch Fachrichtungswechsel oder berufliche Neuorientierung die richtigen Alternativen sein können.
Die Veranstaltung findet statt am Donnerstag, dem 28. September um 16-18 Uhr, im BiZ der Arbeitsagentur Hamm (Bismarckstraße 2). Eine Anmeldung ist erwünscht unter 02381/910-1001 oder an hamm.biz@arbeitsagentur.de. Ein spontaner Besuch ist aber auch möglich.
Welt-Alzheimertag: Für rund 9.400 Demenzkranke im Kreis Unna „steht die Welt Kopf“
Das herausfordernde Verhalten demenzkranker Menschen ist nicht persönlich gemeint, bringt trotzdem auch Pflegende an ihre Grenzen. Es gibt Hilfestellungen, damit beide Seiten sich entspannen können. Foto: AOK/hfr.
Am 21. September ist Welt-Alzheimertag und das Motto lautet: Demenz – und die Welt steht Kopf. Das gilt insbesondere für die Betroffenen, aber auch für das Umfeld. Nach aktuellen Ergebnissen des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) lebten im Jahr 2021 im Kreis Unna rund 9.400 Menschen mit dieser Erkrankung. Betroffen sind am häufigsten über 75-Jährige und tendenziell mehr Frauen als Männer. Wer als Angehöriger oder auch als professionelle Pflegefachkraft die Betreuung eines an Demenz erkrankten Menschen übernimmt, benötigt viel Kraft und Geduld. Wenn Demenzkranke aggressiv und laut oder gar handgreiflich werden, wird das auch als herausforderndes Verhalten bezeichnet. Das bringt nicht nur pflegende Angehörige, sondern auch beruflich Pflegende bisweilen an die Grenzen. Hierbei sollte versucht werden, zu verstehen und sich einzufühlen. „Es ist hilfreich, sich immer wieder vor Augen zu führen, dass dieses Verhalten nicht persönlich gemeint ist, sondern Symptom einer Erkrankung“, sagt AOK-Serviceregionsleiter Jörg Kock.
Das herausfordernde Verhalten der an Demenz erkrankten Menschen sind Versuche der Erkrankten, zu kommunizieren. Dies geht oft nur durch Schreien, Beschimpfen, Schlagen oder das Werfen von Gegenständen. Wenn versucht wird, die Perspektive der dementen Person einzunehmen, erweist sich das zunächst als ’störend‘ empfundene Verhalten oft als unverstandenes Verhalten. Ängste, Überforderung, Missverständnisse oder auch unbewältigte Lebensthemen können hinter aggressivem Verhalten stecken. Eine störende Lärmkulisse, die fehlende Brille oder die Veränderungen in der Alltagsroutine können für die Betreffenden bedrohlich sein. Natürlich führen auch die krankheitsbedingten Veränderungen bei Demenzerkrankten zu Frust und nicht selten zu Verbitterung.
Studien legen nahe, dass andere Maßnahmen als Medikamente – wie zum Beispiel Aktivitäten im Freien, Berührungs- oder Massagetherapien sowie Musik, wirksamer sind als eine pharmakologische Therapie. Wenn Medikamente eingesetzt werden, dann sollten sie in der geringstmöglichen Dosis über einen möglichst kurzen Zeitraum und unter engmaschiger Kontrolle verabreicht werden.
Was können Pflegefachkräfte oder Angehörige tun, um mit den täglichen Herausforderungen möglichst entspannt umzugehen? Eine Empfehlung lautet: Validieren. „Validation ist mehr eine Grundhaltung als eine Technik. Sie basiert auf Empathie, Bestätigung und Wertschätzung im Umgang miteinander“, erklärt Kock. Es ist der Versuch, in die innere Welt des oder der Demenzkranken einzutauchen und Kontakt zu den Gefühlen aufzunehmen.
Die Pflegekraft oder die Pflegeperson zuhause kann zum Beispiel nachfragen, warum die fehlende Brille gerade so wichtig ist, die vermeintlich kleine Veränderung so bedrohlich ist oder das Bisherige so gut war und so auf die Ängste eingehen. Durch so ein identitätsstiftendes Gespräch kann ein echter Kontakt zur oder zum Pflegebedürftigen entstehen, der den erlebten Stresses lindert. Auf keinen Fall sollte die oder der Erkrankte darauf hingewiesen werden, dass die Vorstellungswelt nicht der Realität entspricht. „Auch für die Pflegenden ist es entspannter, sich in die Situation einzufühlen, als zu korrigieren oder zu versuchen, das Verhalten zu unterbinden“, so Kock.
Für pflegende Angehörige bietet die AOK NordWest spezielle Pflegekurse auch online an. Unter www.aok.de/nw/onlinepflegekurs findet sich ein Kursangebot im Chat explizit für die Pflege Demenzerkrankter ‚Dement oder nur vergesslich‘. Außerdem kann das Online-Selbsthilfeprogramm ‚Familiencoach Pflege‘ dabei helfen, die eigene Psyche zu stärken und sich vor Überlastung zu schützen.