Werner Freund: Neuer Patientenfürsprecher am Hellmig-Krankenhaus
Sich um die Anliegen anderer zu kümmern, darin ist Werner Freund gut. Der 56-jährige Kamener war Betriebsrat im inzwischen geschlossenen Bergwerk Ost und hat den Bergleuten stets bei der Durchsetzung ihrer Interessen geholfen. Zuletzt arbeitet er als Wohnungsverwalter der RAG Deutsche Steinkohle und war Ansprechpartner für Mieter und wohnungssuchende (Ex-)Bergleute. Nun setzt sich der Vorruheständler für die Patienten des Hellmig-Krankenhauses ein – als ihr neuer ehrenamtlicher Fürsprecher.
Standortleiterin Anke Ronge (r.) begrüßte den neuen Patientenfürsprecher Werner Freund (Mitte) am Hellmig-Krankenhaus und bedankte sich herzlich seiner Vorgängerin Erika Freigang (l.).
Einmal in der Woche hält Werner Freund in der Kamener Klinik Sprechstunden ab. Immer dienstags von 10 bis 12 Uhr ist er in der Bücherei auf der 5. Etage ansprechbar, hört sich die großen und kleinen Sorgen der Patienten an und sucht nach Lösungen. Das Hellmig-Krankenhaus kennt der Kamener bisher nur aus Patientensicht beziehungsweise als Besucher. Jetzt versucht er, möglichst schnell Kontakte zu den Mitarbeitern aufzubauen, die internen Strukturen und die wichtigsten Ansprechpartner kennenzulernen. Unter den Patienten sind hat er schon bei seinen ersten Besuchen im Hause viele bekannte Gesichter getroffen: Als Kamener kennt man sich halt – und man hilft sich!
Werner Freund tritt in Kamen die Nachfolge von Erika Freigang an, die als Leiterin der Patientenbücherei fast zehn Jahre lang auch die Aufgaben der Patientenfürsprecherin wahrgenommen hat und sich nun darauf beschränken möchte, den Kranken und Genesenden eine spannende, anregende, ablenkende oder auch mal tröstliche Lektüre zu empfehlen.
Beratung für junge Existenzgründerinnen und – gründer
Wer den Weg in die Selbstständigkeit plant oder bereits beschritten hat, kann am Dienstag, 11. April, das Angebot zur Existenzgründerberatung im Rathaus in Bergkamen in Anspruch nehmen. Die kostenlose Beratung übernimmt Sylke Schaffrin-Runkel vom Startercenter NRW der Wirtschaftsförderung Kreis Unna.
Sylke Schaffrin-Runkel (WFG Kreis Unna, links im Bild) während der Existenzgründungsberatung.
Beschäftige, Arbeitslose oder Freiberufler /innensind eingeladen, sich über Angebote zur Existenzgründung oder Unternehmensentwicklung zu informieren, unabhängig davon, ob die Selbstständigkeit als Voll- oder Nebenerwerb ausgeübt werden soll. Diese Sprechstunde richtet sich auch an Personen, die eine Gründungsidee haben und sich mit der Frage beschäftigen, ob diese sich lohnt.
Sylke Schaffrin-Runkel erklärt, welche einzelnen Schritte für die Unternehmensgründung erforderlich sind und leistet Hilfestellung bei Gründungsformalitäten. Sie unterstützt bei der Erstellung eines Geschäftsplans, informiert über Förderprogramme und kann zu Schnittstellen und Netzwerken vermitteln.
Für die persönliche Beratung im Rathaus Bergkamen in Raum 600 im 6. OG, ist eine Terminabsprache unter Tel. 02303-27-2590 oder per E-Mail an s.schaffrin-runkel@wfg-kreis-unna.de unbedingt erforderlich.
Weitere Sprechstunden für junge Gründer/innen finden im Rathaus an jedem 2. Dienstag im Monat statt.
Arbeitslosenquote in Bergkamen bei 10,4 Prozent
Die Agentur für Arbeit hat jetzt ihren Arbeitsmarktreport für den Monat März veröffentlicht. Im Kreis Unna reduzierte sich der Bestand an gemeldeten Arbeitslosen gegenüber dem Februar um 325 Personen (-1,9 Prozent) auf 17.175. Im Vergleich zu März 2016 ging die Arbeitslosigkeit um 1.166 Personen (-6,4 Prozent) zurück. Die Arbeitslosenquote beträgt im Berichtsmonat 8,2 Prozent.
Auch in Bergkamen ist die Zahl der Arbeitslosen auf 2.679 zurückgegangen. Die Arbeitslosenquote liegt im März bei 10,4 Prozent. In Februar waren es noch 10,7 Prozent.
Die Arbeitslosigkeit entwickelte sich im Kreis Unna nahezu homogen. Den prozentual stärksten Rückgang verzeichnete Kamen (-3,9 Prozent bzw. 81 auf 1.980). Danach folgen Unna (-3,1 Prozent bzw. 68 auf 2.093), Schwerte (-3,0 Prozent bzw. 46 auf 1.507), Bergkamen (-2,5 Prozent bzw. 69 auf 2.679), Fröndenberg (-1,9 Prozent bzw. 13 auf 667), Holzwickede (-1,9 Prozent bzw. 10 auf 526), Bönen (-1,3 Prozent bzw. neun auf 688), Lünen (-0,6 Prozent bzw. 32 auf 5.063) und Selm (-0,5 Prozent bzw. fünf auf 927). Einzig Werne verzeichnete einen leichten Anstieg der Arbeitslosigkeit (+0,8 Prozent bzw. acht auf 1.045).
„Im März kam es zu einer deutlichen Frühjahrsbelebung auf dem Arbeitsmarkt im Kreis Unna, die für erheblich weniger Arbeitslosigkeit gesorgt hat“, kommentiert Arbeitsagenturchef Thomas Helm die aktuellen Entwicklungen. Helm betont die gute wirtschaftliche Bewertung der Unternehmen: „Der hohe und im Vergleich zum Vorjahr deutlich gestiegene Bestand an Arbeitsstellen belegt, dass Betriebe optimistisch in die Zukunft schauen, dass sie Arbeit haben und Fachkräfte suchen.“ Helm empfiehlt Arbeitslosen wie Unternehmen daher, langfristig zu denken und mögliche Qualifizierungen in Augenschein zu nehmen: „Wer sich heute vom Helfer zur Fachkraft qualifiziert, für den sinkt das Risiko, arbeitslos zu werden, spürbar. Und das geht sogar während einer laufenden Beschäftigung.“ Für April rechnet der Arbeitsmarktexperte mit weiter sinkenden Arbeitslosenzahlen und einer Fortschreibung der guten Entwicklung.
Kreis fördert Fahrt von 17 Bergkamenern nach Spen Valley im Partnerkreis Kirklees
Enge Verbindungen über Grenzen zeigen, dass Völkerverständigung gelebt wird und Europa zusammenwächst. Der Kreis fördert die Kontakte – vor allem, wenn sie die Verbindungen zu den Partnerkreisen Nowy Sacz (Polen) und Kirklees (England) vertiefen.
Aktuelle Beschlüsse des Kreisausschusses machten jetzt wieder Fördergelder frei. So gibt es für einen Austausch der Gesamtschule Schwerte, die im Mai nach Nowy Sacz (Polen) fährt, einen Zuschuss in Höhe von 2.000 Euro.
Besuch aus dem Kreis Nowy Sacz bekommt im Juni das Ernst-Barlach-Gymnasium in Unna. Hierfür gibt es eine Finanzspritze in Höhe von 390 Euro, der Gegenbesuch im Herbst wird mit 650 Euro unterstützt.
Nach Spen Valley im Partnerkreis Kirklees fahren 17 Bürgerinnen und Bürger aus Bergkamen im Juni. Diese Reise wird mit 850 Euro aus dem kreiseigenen Fördertopf bezuschusst. PK | PKU
Suchtberatung des Kreises Unna mit neuem Team: Anlaufstelle auch in Bergkamen
Ob Alkohol oder Nikotin, Medikamente oder Nahrungsmittel: Alles ist legal – und von allem kann man süchtig werden. Betroffenen ab 18 Jahren und Angehörigen hilft die Suchtberatung im Kreis Unna weiter. Das Team mit Anlaufstellen im ganzen Kreis hat sich jetzt neu aufgestellt.
Nach dem Ausscheiden langjähriger Mitarbeiter in den Ruhestand ist das Beratungs-Team jetzt wieder komplett. Angesiedelt ist es im Sozialpsychiatrischen Dienst des Kreises, komplettiert wird es mit Kolleginnen des Deutschen Roten Kreuzes in Lünen und der Diakonie in Schwerte. „Unser Ziel ist und bleibt es, die Menschen im Kreis Unna flächendeckend zu beraten. Erreichen wollen wir nicht nur Betroffene, sondern auch deren Angehörige“, unterstreicht der zuständige Sachgebietsleiter Dr. Matthias Cleef.
Die Suchtberaterinnen und Suchtberater sind als Sozialarbeiterinnen, Sozialpädagogen und in einigen Fällen auch Therapeuten allesamt vom Fach. Vor Ort bieten sie umfassende Beratung, Begleitung und Information zum Thema Missbrauch und Sucht von legalen Suchtstoffen und nicht stoffgebundenen Süchten an.
„In rund 90 Prozent der Fälle wenden sich Menschen an uns, die ein Problem mit Alkohol haben“, sagt Daniela Plattfaut, die als Beraterin vor Ort in Werne tätig ist, und ergänzt: „Man kann sagen, dass Alkoholabhängigkeit eine echte Volkskrankheit ist.“ Nicht nur bei Schwierigkeiten mit dem Alkoholkonsum, sondern auch bei selteneren Süchten wie Kaufsucht oder der Abhängigkeit von Schnüffelstoffen wissen die Experten aus der Suchtberatung Rat.
Eine Vermittlung in eine Entgiftung oder Therapie, in Beratungseinrichtungen oder Selbsthilfegruppen dann gehört ebenso zum Aufgabenspektrum wie die Begleitung nach einer stationären oder ambulanten Behandlung. PK | PKU
Ansprechpartner und Beratungsstellen im Überblick:
Bergkamen:
Außenstelle des Kreises Unna Bergkamen, Am Wiehagen 33 in Bergkamen
Ansprechpartnerin Frau Popp (Tel. 0 23 07 / 982 00 12; E-Mail: popp@kreis-unna.de) und Herr Günther (Tel. 0 23 07 / 982 00 18; E-Mail: guenther@kreis-unna.de)
Lünen:
Gesundheitshaus Lünen, Roggenmarkt 18-20 in Lünen
Offene Sprechstunde mittwochs 11 bis 12 Uhr
Ansprechpartnerinnen Frau Kurtzahn (Tel. 0 23 06 / 10 06-66; E-Mail: suchtberatung@drk-luenen.de), Frau Urbanczyk (Tel. 0 23 06 / 10 06-67; E-Mail: suchtberatung@drk-luenen.de), Frau Schröder-Eratz (Tel. 0 23 06 / 10 06-61; E-Mail: schroeder-eratz@kreis-unna.de) und Frau Steveling (Tel. 0 23 06 / 10 06-62; E-Mail: steveling@kreis-unna.de)
Schwerte:
Haus der Diakonie, Kötterbachstraße 16 in Schwerte
Offene Sprechstunde mittwochs 14 bis 16 Uhr
Ansprechpartnerin Frau Stein (Tel. 0 23 04 / 93 93 30; E-Mail: stein@diakonie-schwerte.de)
Unna:
Gesundheitshaus Unna, Massener Straße 35 in Unna
Offene Sprechstunde dienstags 14 bis 16 Uhr (in Kooperation mit der Diakonie Ruhr-Hellweg)
Ansprechpartnerinnen Frau Bußmann (Tel. 0 23 03 / 27-17 29; E-Mail: bussmann@kreis-unna.de) und Frau Wahlers (Tel. 0 23 03 / 27-16 29; E-Mail: wahlers@kreis-unna.de)
Werne:
Altes Amtsgericht Werne, Bahnhofstraße 8 in Werne
Offene Sprechstunde mittwochs 8.30 bis 10.30 Uhr
Ansprechpartnerin Frau Plattfaut (Tel. 0 23 89 / 78 05 02; E-Mail plattfaut@kreis-unna.de)
„Frühlingsfrühstück mit Musik“ im Heinrich-Martin-Heim
Die Ehrenamtlichen des „Offenen Frühstückstreffs“ laden am Donnerstag, 30. März, von 9:00 Uhr bis 10.30 Uhr zu einem Frühlingsvormittag in lockerer, ungezwungener Atmosphäre in das Heinrich-Martin-Heim, Am Wiehagen 32 herzlich ein.
Ein bunter Frühlingsstrauß aus Klönen, Musik und Gesang erwartet die Besucherinnen und Besucher. Mitglieder der 1. Bergkamener Seniorenband werden für die gute Stimmung sorgen und Bekanntes zum Mitsingen spielen. Freuen können sich die Besucherinnen und Besucher aber nicht nur auf unterhaltsame Musik sondern auch auf ein gutes und leckeres Frühstück. Willkommen sind natürlich auch alle Seniorinnen und Senioren, die den Offenen Frühstückstreff noch nicht kennen. Eine Voranmeldung für die Veranstaltung ist nicht erforderlich. Einlass ist um 8:30 Uhr.
Weitere Informationen sind im Seniorenbüro bei Frau Scherney unter der Telefonnummer 02307/965-410 erhältlich.
Mieterverein bescheinigt: Nebenkostenabrechnungen der UKBS stimmen
Die Mieter des kommunalen Wohnungsunternehmens Unnaer Kreisbau- und Siedlungsgesellschaft (UKBS) in Bergkamen können beruhigt sein. Die Betriebs- und Heizkostenabrechnung, die sie jetzt für das Jahr 2016 erhielten, sind auf Punkt und Komma, genauer auf Cent und Euro, exakt bemessen. Festgestellt hat das der Mieterverein für den Kreis Unna e.V., dem die UKBS jetzt wiederholt die Abrechnung der Nebenkosten zur Prüfung vorgelegt hatte.
Für die 410 Mieter der UKBS in Bergkamen dürfte der Mieterverein Garant für die Richtigkeit der Abrechnung sein. Immerhin ist gerade bei den Betriebs- und Heizkosten häufig der Streit zwischen Vermieter und Mieter vorprogrammiert. „Das muss aber nicht so sein“, weiß Geschäftsführer Matthias Fischer, „denn wir legen unsere Bücher offen“. So wurden rund 5,8 Millionen Euro an Betriebs- und Heizkosten für alle 2.800 Wohnungen der UKBS punktgenau von den Experten des Mietervereins „unter die Lupe“ genommen und für in Ordnung befunden.
Mit diesem freiwilligen Schritt zur Selbstkontrolle hat das kommunale Wohnungsunternehmen, an dem die Stadt Bergkamen mit 14 Prozent als Gesellschafter beteiligt ist, einen beispielhaften Weg beschritten. Er dient eindeutig der Klarheit und Wahrheit und stärkt das Vertrauen zwischen Vermieter und Mieter.
Selbstportraits – Kunstprojekt für junge Flüchtlinge im Pestalozzihaus
„Selbstportraits – künstlerische Selfies“ heißt das Kunstprojekt, das die Werkstatt im Kreis Unna (WiKU) im Rahmen der internationalen Projektwoche „Gegen Gewalt und Rassismus“ organisierte und in den Räumen der Jugendkunstschule Bergkamen im Pestalozzihaus durchführte. Zehn Jugendliche mit ganz unterschiedlichen Lebensgeschichten setzen sich mit Papier, Farbe, Pinsel und Linolplatten mit ihrer Biografie auseinander: Das Ergebnis ist mehr als nur ein flüchtiger Blick in den Spiegel.
Tania Mairitsch-Korte, Galina Hilla und Nasir.
Die Gruppe ist so bunt wie die entstandenen Kunstwerke: Die einen sind Teilnehmer der berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahme mit produktionsorientiertem Ansatz (BvB-Pro), die anderen sind unbegleitete minderjährige Flüchtlinge, die in den Wohngruppen der WiKU leben. So unterschiedlich auch die jungen Menschen mit ihrer eigenen Geschichte sind, sie haben eine Gemeinsamkeit: ihre Hoffnungen und Sehnsüchte für die Zukunft.
Alle Jugendlichen wünschen sich einen Ausbildungsplatz und eine Perspektive auf dem ersten Arbeitsmarkt. Die minderjährigen Flüchtlinge haben sich in der Hoffnung auf eine bessere Zukunft auf den lebensgefährlichen Weg nach Deutschland gemacht und sorgen sich um ihre Familien, die sie in der Heimat zurückgelassen haben. „Jeder von ihnen hat seine persönlichen Bewältigungsstrategien. Die Kunst bietet ihnen allen eine Möglichkeit des Ausdrucks“, erklärt Marion Velikonja, Abteilungsleiterin bei der WiKU und Mitglied der Steuerungsgruppe des Runden Tisches gegen Gewalt und Rassismus.
Unter Anleitung der Diplom-Designerin Tania Mairitsch-Korte fertigen die jungen Menschen mit verschiedenen Drucktechniken die künstlerischen Selfies an: „Ehrlich gesagt, habe ich nicht so viele Talente erwartet. Die Jugendlichen nehmen die künstlerische Arbeit und die Auseinandersetzung mit sich sehr ernst.“
Die Teilnehmer des Kunstprojektes „Selbstportraits – künstlerische Selfies – mit den pädagogischen Bertreuern und Mitarbeitern der Werkstatt im Kreis Unna.
Nasir aus Afghanistan zeigt seinen Schattenriss. Der 17-jährige ist seit einem Jahr in Deutschland. In sein Profil hat er in kleinen Lettern seine Lebensgeschichte geschrieben – auf Deutsch. Sie beginnt in seiner Heimatstadt Kundus und dokumentiert die dreimonatige Flucht über Pakistan, Irak, Türkei, Jordanien, Mazedonien, Kroatien, Serbien, Österreich, München, Dortmund nach Bergkamen. „Hier habe ich eine neue Familie, ein neues Zuhause in einer anderen Welt gefunden“, sagt Nasir. Das klingt erst einmal positiv, aber sein Blick ist traurig und zeigt die Sehnsucht nach seiner Familie, die noch in Afghanistan lebt. Kontakt zu ihr hat er nicht mehr. Zwar hat Nasir in Bergkamen neue Freunde gefunden, aber sein größter Wunsch ist, seine Eltern und Geschwister in Sicherheit zu wissen und wiederzusehen.
Das Kunstprojekt „Selbstportraits – künstlerische Selfies“ fördert die Integration der geflüchteten Jugendlichen und ist ebenfalls eine sinnvolle Ergänzung zum produktionsorientierten Ansatz der BvB-Pro: „Die Jugendlichen arbeiten sehr konzentriert, beschäftigen sich mit ihrer Lebensgeschichte, respektieren einander und tauschen sich aus.“, fasst Galina Hilla zusammen. Die Sozialpädagogin betreut die jungen Menschen in den Wohngruppen für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge der Werkstatt im Kreis Unna.
Unterstützt wurde das Projekt nicht nur durch den Runden Tisch gegen Gewalt und Rassismus der Stadt Unna, sondern auch durch Gereon Kleinhubbert vom Kulturreferat der Stadt Bergkamen, der die Kunsträume im Pestalozzihaus zur Verfügung gestellt hat.
Hintergrund:
BvB-Pro ist eine durch die Bundesagentur für Arbeit geförderte berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme mit produktionsorientiertem Ansatz und entstand aus der ehemaligen Produktionsschule der Werkstatt im Kreis Unna. Ziel ist es, die arbeitslosen Jugendlichen während des Projektes in eine Ausbildung oder Arbeit zu vermitteln. Während der zwölfmonatigen Berufsvorbereitung arbeiten die Beschäftigten unter fachlicher Anleitung an realen Aufträgen in Werkstätten oder im Dienstleistungsbereich und werden in den gesamten Prozess der Auftragsarbeit eingebunden. In Unna und Bergkamen können sie in den Berufsfeldern Garten- und Landschaftsbau, Holz, Metall und HoGa Erfahrung sammeln. Im Vordergrund stehen die praktischen Erfahrungen; jedoch besteht auch die Möglichkeit einen Hauptschulabschluss (HSA) nachzuholen. Lernen findet im Rahmen der Produktion statt, das heißt auf der Baustelle, an der Werkbank oder im Kundengespräch.
Betreutes Wohnen für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge ist ein Angebot der Jugendhilfe der Werkstatt im Kreis Unna. Insgesamt bis zu 20 junge Menschen leben in Wohngruppen in Unna und Bergkamen. Viele von ihnen sind vor und während ihrer Flucht Opfer und Zeuge von Menschenrechtsverletzungen (Gewalt, Unterdrückung, Ausbeutung und Verfolgung) geworden. Sie sind häufig traumatisiert und aufgrund fehlender familiärer Unterstützung besonders schutzbedürftig. Das Ziel der Werkstatt im Kreis Unna ist es, die jungen Menschen im schützenden und unterstützenden Rahmen der Wohngruppe in einer familiären Atmosphäre Vertrauen, Sicherheit und Perspektiven zu geben sowie Hilfen zur Erziehung zu leisten Sozialpädagogen sind teilweise rund um die Uhr vor Ort. Tagsüber gehen die Jugendlichen zur Schule oder nehmen an verschiedenen Projekten der Werkstatt im Kreis Unna teil: von Sprachkursen über berufsvorbereitende Maßnahmen bis hin zu Angeboten zur Freizeitgestaltung.
IG BCE Weddinghofen bewertet den Tarifabschluss für die Steinkohle positiv
IG BCE-Ortsgruppe Weddinghofen Traf sich am Samstag in der Gaststätte „Kuhbachstuben“. Den Bericht für den Vorstand gaben der Vorsitzende Mario Unger und der Kassierer Horst Wolgast ab.
Unger gab bekannt, dass die Ortsgruppe mit 434 Mitglieder (459 Vorjahr ) stabil geblieben sei. Davon sind 153 Kolleginnen und Kollegen noch aktiv beschäftigt, 281 Mitglieder befinden sich im Ruhestand.
Die Jubilarfeier der Ortgruppe findet in diesem Jahr am 30. September im Restaurant um 11.00 Uhr und der Klönabend am 8. Juli um 18.00 Uhr im Kleingartenverein „Krähenwinkel“. Im Herbst ist ein politischer Abend geplant. Die Vorbereitungen laufen bereits dazu.
Mit Herbert Engeldinger und Horst Wolgast kandidieren wieder zwei Kollegen aus der Ortsgruppe zu den in 2017 stattfindenden Sozialwahlen. Zur Sozialwahl sind mehr als 45 Millionen Versicherte für die Träger der gesetzlichen Kranken-, Pflege-, Renten- und Unfallversicherung wahlberechtigt.
Des Weiteren berichtete Unger über die Tarifabschlüsse für die Beschäftigten in der deutschen Steinkohle. Am 15. März 2017 wurde der Tarifabschluss erzielt. Die Löhne und Gehälter werden mit Wirkung zum 01. Mai um 3,6 % angehoben. Die Ausbildungsvergütungen steigen je Ausbildungsjahr um 25 Euro. Mit der Vergütungszahlung für den Monat März wird ein einmaliger Betrag in Höhe von 600 Euro gezahlt (Azubis 400 Euro). Die Laufzeit endet am 31.Dezember 2018. Die Versammlung bewertete das Ergebnis als guten Abschluss in dieser schwierigen Zeit. Damit würden die Bergleute nicht von der allgemeinen Lohnentwicklung abgekoppelt. In der schwierigen Endphase der Produktion im deutschen Steinkohlenbergbau leisten die Bergleute einen super Job.
Günter Schubert von der KBS (Knappschaft Bahn See ) referierte über die Pflegereform 2017. Wichtig hierbei ist, dass sich die Pflegebedürftigkeit nicht mehr an einem in Minuten gemessenen Hilfebedarf orientiert, sondern ausschließlich daran, wie stark die Selbstständigkeit bzw. die Fähigkeiteines Menschen bei der Bewältigung des Alltags beeinträchtig sind und er deshalb Hilfe durch andere bedarf.
Versicherte, die am 31.12.2016 bereits Leistungen aus der Pflegeversicherung beziehen, werden ab dem 01.01.2017 ohne neue Antragstellung und ohne neue Begutachtung aus den bisherigen Pflegestufen in die
Pflegegrade übergeleitet. Niemand werde durch die Umstellung schlechter gestellt. Es gilt auch der Grundsatz: Pflegebedürftige mit ausschließlich körperlichen Einschränkungen erhalten anstelle der bisherigen Pflegestufe den nächst höheren Pflegegrad. Statt der bisherigen drei Pflegestufen gibt es nun fünf Pflegegrade.
Schere zwischen Angebot und Nachfrage bei Ausbildungsplätzen geht weiter auseinander
Die Lage auf dem Ausbildungsmarkt ist noch katastrophaler als im vergangenen Jahr. Der Chef der Agentur für Arbeit in Hamm Thomas Helm rechnet damit, dass die Zahl der Bewerber jetzt nochmals um drei Prozent gestiegen ist, während die Zahl der Ausbildungsplätze gleich um acht Prozent gegenüber Februar 2016 sinkt. Theoretisch bedeutet dies, dass etwa 1300 Jugendliche noch unversorgt sind.
Die Pflegeberufe beteiligten sich gern am „Marktplatz Arbeit und Ausbildung“. Sie suchen händeringend nach qualifiziertem Personal.
Theoretisch deshalb, weil es trotzdem Berufe gibt, für die sich Jugendliche kaum interessieren. Dazu gehört fast das gesamte Handwerk oder das Lebensmittelgewerbe. Um Schülerinnen und Schüler aufzuzeigen, welche Möglichkeiten es nach der 10. Klasse gibt, haben die Stadt Bergkamen, die Arbeitsagentur, das JobCenter und das Multikulturelle Forum am Mittwoch zum achten Mal zum „Marktplatz Arbeit und Ausbildung“ in den Ratstrakt mit Vertretern von 25 Ausbildungsbetrieben und Institutionen eingeladen.
25 Betriebe und Institutionen beteiligten sich am „Marktplatz Arbeit und Ausbildung“. Einige präsentierten sich im Außenbereich zwischen Ratstrakt und Rathaus.
Ganz trendig sei zurzeit der gesamte kaufmännische Bereich, meint Thomas Helm. Viele Bewerber werden wohl leer ausgehen. Sie müssen ein Wartejahr einlegen oder sich umorientieren. Etwa 50 Prozent der aktuellen Ausbildungsplatzsuchenden hatten sich übrigens auch schon 2016 oder noch früher beworben.
Die Organisatoren des Marktplatzes setzen stark auf die Beratung der jungen Leute, die in den Schulen in der 8. Klasse einsetzt: Was sind meine Neigungen, wo sind meine Stärken, welche Möglichkeiten habe ich. Sozialdezernentin Christine Busch wies in diesem Zusammenhang auf ein ganz neues Instrument hin, die Jugendberufsagentur Bergkamen. Dieser Schulterschluss von Stadt, Arbeitsagentur und JobCenter mache es zum Beispiel möglich, das Sozialarbeiter der Stadt und Mitarbeiter des JobCenters zusammen individuelle Beratungen im „Anstoß“ am Hallenbad anbieten. Der Vorteil sei, dass sich dort die Jugendlichen in einer gewohnten Umgebung befänden.
Infos über Ausbildung gab es auch bei der Polizei. Wer sich dort bewerben will, muss aber bis zum Abitur warten, weil die angehenden Polizisten ein Bachelor-Studium absolvieren, erklärt Thomas Schulze (l.) von der Einstellungsberatung bei der Kreispolizei Unna.
Der Geschäftsführer des Multikulturellen Forums Kenan Kücüc wies auf die besondere Rolle der Eltern bei diesem Findungsprozess hin. Multi Kulti werde deshalb die Elternarbeit intensivieren, damit die Mütter und Väter ihre Kinder bei der Suche nach dem richtigen Beruf unterstützen können.
Die Schere zwischen Angebot und Nachfrage bei den Ausbildungsplätzen kann natürlich auch von der Arbeitgeberseite angegangen werden. Sie klagten oft darüber, dass sie keine geeigneten Bewerber fänden, berichteten Helm und Thomas von Gaudecker vom JobCenter Kreis Unna. Vielleicht liege es daran, dass sie zu hohe Ansprüche stellten, weil sie unbedingt ihren „Traum-Azubi“ haben wollten.
Wenn die Betriebe vakante Ausbildungsplätze so nicht besetzen könnten, sollten sie zunächst nach Nachwuchskräften suchen, die zu ihnen passen. Gebe es Defizite bei den schulischen Leistungen, dann seien Arbeitsagentur und JobCenter in der Lage, hier helfend aktiv zu werden. Geld für solche Stützmaßnahme sei vorhanden, betonte Thomas Helm. Wenn Betriebe hier etwas Näheres wissen wollten, dann könnten sie sich mit dem Arbeitsgeberservice in Verbindung setzen. Die Telefonnummer 0800 4555520, Fax 02381 / 910 – 2399, E-Mail: hamm.arbeitgeber@arbeitsagentur.de
AWO-Integrationskurs setzt ein Zeichen gegen Rassismus
Die Migrationsdienste des AWO Unterbezirks haben am Dienstag ein Zeichen gesetzt gegen Rassismus. Daran Hat sich auch der der Intergrationskurs der AWO in Bergkamen beteiligt.
Der Kurs hatte sich vorher im Unterricht intensiv mit dem Thema auseinandergesetzt. Anschließend haben sich die Teilnehmenden mit Plakaten vor das Kursgebäude an der Präsidentenstraße gestellt und gegen Rassismus und Rechtsextremismus demonstriert. Es wurde versucht, die Bevölkerung für das Thema zu sensibilisieren.
Die AWO Bundeskonferenz hat beschlossen, gegen jede Form rechtsextremer Ideologie Position zu beziehen. Damit sind nicht nur Gewalttaten von Rechtsextremisten gemeint. Rassismus fängt in den Köpfen an. Wenn beispielsweise Menschen aufgrund ihrer Hautfarbe oder ihres Glaubens schlechtere Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben oder bei der Wohnungssuche benachteiligt werden. Oder wenn Menschen verachtende Witze im Betrieb oder im Sportverein erzählt werden und dabei die Verletzung der Betroffenen in Kauf genommen werden. Für alle Demokratinnen und Demokraten gilt es, genau hinzusehen und rechten Positionen entschieden entgegen zu treten.