AWO Ortsverein spendet 4.500 Euro an die AWO Kindertageseinrichtungen in Rünthe
Rainer Goepfert, Karin Schäfer, Kornelia Finke, Gerda Bremkes, Wilfried Bartmann und Tagesstätten-Haussprecher Bernhard Koronowski (v. l.) freuen sich gemeinsam mit Mitarbeiterinnen und Kindern der Kita Sonnenblume über die Spende des AWO Ortsvereins.
Vor einiger Zeit sind die AWO Ortsvereine Bergkamen-Rünthe und Bergkamen-Mitte zum Ortsverein Bergkamen-Mitte/Rünthe verschmolzen. Den Rünther Mitgliedern war es wichtig, dass das Vereinsvermögen den AWO-Einrichtungen in Rünthe zu Gute kam. Daher konnten sich jetzt die Kindertageseinrichtungen Sonnenblume und Traumland sowie die Tagesstätte „Startbahn“ über eine Spende von jeweils 1.500 Euro freuen.
Kreisverbands- und Ortsvereinsvorsitzende Karin Schäfer hat am Dienstag offiziell den symbolischen Spendenscheck an den Unterbezirksvorsitzenden Wilfried Bartmann, Geschäftsführer Rainer Goepfert, Kita-Leiterin Kornelia Finke und Tagesstätten-Leiterin Gerda Bremkes übergeben.
Die Kitas werden mit dem Spendengeld zusätzliche Spielmaterialien, Bücher, Veranstaltungsausstattung und weitere Medien anschaffen. Die Tagesstätte wird die Spende in Abstimmung mit ihren Klienten für Ausflüge oder eine mehrtägige gemeinsame Freizeit nutzen. Dort hilft das Geld gerade den Menschen, die einen Eigenanteil nicht aufbringen können.
Neue Broschüre gegen häusliche Gewalt: Informationen auf 21 Sprachen
Heidi Bierkämper-Braun (Gleichstellungsbeauftrage Kreis Unna, r.), Josefa Redzepi (Gleichstellungsbeauftrage Kreisstadt Unna, l.) und Karin Gottwald (Frauen- und Mädchenberatungsstelle, M.) stellen die Broschüre vor. Foto: Max Rolke – Kreis Unna
Demütigung, Einschüchterung, Schläge oder sogar versuchte Tötungen – häusliche Gewalt tritt in vielen Formen auf. Oft wird das Thema verharmlost und verschwiegen. Das will der Kreis Unna als Mitglied am Runden Tisch gegen häusliche Gewalt ändern und hat eine neue Broschüre veröffentlicht.
„Wir wollen den von Gewalt betroffenen Frauen Möglichkeiten zu ihrem Schutz aufzeigen und stellen ihnen die Anlaufstellen und Kontakte im Kreis Unna vor“, so Heidi Bierkämper-Braun, Gleichstellungsbeauftrage Kreis Unna. Der Bedarf ist groß: „Jede vierte Frau hat statistisch gesehen mindestens einmal in ihrem Leben häusliche Gewalt erlebt“, ergänzt Josefa Redzepi, Gleichstellungsbeauftrage der Kreisstadt Unna.
Runder Tisch gegen Gewalt
Bierkämper-Braun und Redzepi bilden mit Karin Gottwald (Leiterin der Frauen- und Mädchenberatungsstelle) das Koordinatorinnen-Team des Runden Tisches gegen häusliche Gewalt. Sie haben die neue Broschüre erstellt, die Sparkasse KamenUnna hat sie finanziell unterstützt.
Seit heute werden 10.000 der Broschüren im gesamten Kreis Unna verteilt. Unter anderem sind sie dann in Beratungsstellen, Krankenhäusern, Kindergärten, Schulen, bei Ärzten, Rechtsanwälten oder bei den kommunalen Gleichstellungsbeauftragten zu finden. Die Broschüre beschreibt in 21 verschiedenen Sprachen die Handlungsmöglichkeiten der Polizei für die Opfer von häuslicher Gewalt.
Wer schlägt, der geht!
Grundlage für die Informationen in der Broschüre ist das Gewaltschutzgesetz, das 2002 eingeführt wurde. Damit wurde eine neue täterorientierte Handlungsstrategie entwickelt. Nach dem Motto „Wer schlägt, der geht!“ kann die Polizei die Täter aus der Wohnung verweisen. Darüber klärt die Broschüre auf. Mit Wohnungs-Wegweisung und Rückkehrverbot für die gewalttätige Person sollen Frauen geschützt werden.
„Wir wollen mit der Broschüre betroffene Frauen ermutigen, sich beraten und unterstützen zu lassen“, so Karin Gottwald von der Frauen- und Mädchenberatungsstelle. Sie ist eine erste Anlaufstelle für kostenlose, kurzfristige, telefonische und persönliche Beratung. Die Frauen werden dort bei der Entscheidung und Umsetzung weiterer Schritte unterstützt. Wichtig dabei: Die Kontaktdaten wurden in der Broschüre ebenfalls auf 21 Sprache übersetzt. PK | PKU
Infoabend zum Thema: Für den Fall der Fälle, Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung
Im Rahmen der Monats der Diakonie lädt die Ev. Martin-Luther-Kirchengemeinde ein zu einem Infoabend zum Thema: Für den Fall der Fälle, Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung, am Freitag, 7. September, um 19 Uhr in das Martin-Luther-Zentrum, Preinstr. 38, in Oberadem.
Es referiert Herr Jochen Laible, Demenzbeauftragter der Diakonie Ruhr-Hellweg.
Die Veranstaltung ist kostenfrei. Der Mitglieder des Männerdienstes nebst Ehefrauen sind ebenfalls eingeladen. Die für den Männerdienst angekündigte Veranstaltung zum 200. Geburtstag von Karl Marx wird auf einen späteren Zeitpunkt verlegt.
Ausstellungseröffnung „100 Jahre Frauenwahlrecht“ in den Räumlichkeiten der VHS
Laden zur Aussteöllung und zum Film ein (v. l.): Martina Bierkämper, VHS-Leiterin Sabine Ostrowski und Ludger Kortendieck.
In Kooperation mit dem Jugendamt der Stadt Bergkamen, Ludger Kortendieck, und der Kommunalen Gleichstellungsstelle, Martina Bierkämper, zeigt die VHS Bergkamen ab dem 4. September 2018 die Wanderausstellung „Frauenpolitischer Aufbruch – Der Kampf um das Frauenwahlrecht in Deutschland“ des Frauenmuseums Bonn. Gezeigt wird zum Thema am 13. September ab 19 Uhr ebenfalls im Treffpunkt ein Spielfilm. Sowohl diese Zusammenarbeit zwischen den Ämtern also auch das Filmangebot sollen fortgesetzt werden.
Das Deutsche Reich gehörte zu den Staaten, die Ende 1918 relativ früh das allgemeine Frauenwahlrecht einführten. Die erste, die politische Gleichberechtigung forderte, war die Schriftstellerin Hedwig Dohm mit ihrem Werk „Der Frauen Natur und Recht“ von 1876. Seit Mitte der 1890er Jahre hatten sich einzelne Frauen um die Juristin Dr. Anita Augspurg für das Frauenstimmrecht ausgesprochen, die 1902 den Verein für das Frauenstimmrecht gründeten.
Die Ausstellung geht der Frage nach, mit welchen Strategien die Frauenrechtlerinnen auftraten und wie sie sich vernetzten. Vorgestellt werden Sozialistinnen, konservative bürgerliche Frauen und die sogenannten Radikalen.
Die Ausstellung zeigt sieben Tafeln mit Portraits von Louise Otto-Peters, Hedwig Dohm, Marie Stritt, Clara Zetkin, Ottilie Bader und Marie Juchacz.
Acht Roll-Ups zeigen die historischen Zusammenhänger. Zudem werden einige historische Dokumente und Postkarten mit der Forderung nach dem Frauenwahlrecht ausgestellt.
Es lohnt sich, die Ausstellung zu besuchen. Sie ist bis zum 26. September bei der Volkshochschule im Treffpunkt an der Lessingstraße zu besichtigen.
Ein weiteres Highlight ist die Filmvorführung am Donnerstag, 13. September, ab 19.00 Uhr, ebenfalls zum Thema „100 Jahre Frauenwahlrecht“. Der Lizenzvertrag für die Vorführung lässt die Nennung des Filmtitels nicht zu, er kann aber bei der VHS erfragt werden.
Der Film erzählt den Kampf um die Einführung des Frauenstimmrechts am Beispiel der Protagonistin Vera Rückstuhl, Hausfrau und Mutter von zwei Kindern. In einem Appenzeller Dorf beginnt sie, sich langsam, aber hartnäckig für das Frauenstimmrecht einzusetzen – und dafür, wieder berufstätig sein zu können.
Als sie dies ihrem Mann anvertraut, verbietet er ihr, eine Stelle zu suchen – und kann sich dabei auf das Gesetz berufen.
Schauen Sie sich den Film an! Es lohnt sich! Er besticht durch seine charmant-verspielte, witzige, tragische Inszenierung und seine hervorragenden Schauspielerinnen.
Der Eintritt liegt bei 5,00 €.
Melden Sie sich bitte an!
Selbsthilfe im Kreis stellt sich vor: Infos, Unterhaltung und Praxistests
Birgit Kollmann (r.) und Lisa Nießalla stellten das Programm der Selbsthilfe-Aktion auf dem Kamener Markt vor. Foto: Constanze Rauert
Sie sind aktiv, sie sind viele und sie machen nun landesweit von sich reden. „Selbsthilfe bewegt“ heißt das Motto der ersten NRW-Selbsthilfe-Tour. Eine Station des Trucks: der Alte Markt in Kamen. Dort stellt sich am Freitag, 31. August die Selbsthilfe im Kreis Unna vor.
Die Vorbereitungen laufen über die in Sachen Organisation vielfach erprobte Kontakt- und InformationsStelle für Selbsthilfegruppen (K.I.S.S.) im Kreis Unna: Rund 260 Gruppen gibt es derzeit im Kreis und damit mehrere tausend Menschen, denen die K.I.S.S. als Koordinator, Anlaufstelle und Büro zur Verfügung steht.
Programm-Mix mit fünf Themen
Für den 31. August hat das Team gemeinsam mit 14 Selbsthilfegruppen aus Bergkamen, Kamen, Lünen, Unna und Schwerte und mit Unterstützung von Kooperationspartnern wie z.B. der Robert-Enke-Stiftung ein umfangreiches Programm auf die Beine gestellt. Die von Lothar Baltrusch von Antenne Unna moderierte Veranstaltung beginnt um 12 Uhr und bietet einen Mix aus Unterhaltung, Austausch und Information.
In den Blickpunkt gerückt werden fünf Themen: Unter dem Stichwort „Selbsthilfe funktioniert nicht von allein“ stellt sich die KISS vor (ab 12.30 Uhr). Unter der Überschrift „Chronische Erkrankungen“ rücken die Selbsthilfegruppen Adipositas Kamen, Multiple Sklerore Schwerte und das Parkinson-Forum Unna in dem Mittelpunkt (13.45 Uhr).
Führhund Leo zeigt sein Können
Um Behinderungen geht es im dritten Themenkomplex. Der Blinden- und Sehbehindertenverein Unna stellt sich vor, Führhund Leo zeigt, was er kann und Tanz und beat boxing mit Nils Michalsky gibt es auch (14.10 Uhr). Suchterkrankungen und was das mit Menschen ihren Angehörigen macht, ist das vierte Thema (14.35 Uhr). Hinter dem Stichwort Psychische Erkrankung verbirgt sich eine kabarettistische Lesung mit Len Mette (15 Uhr).
Ausprobieren verbessert Verständnis
Diskutiert wird natürlich auch. „Von junger Selbsthilfe bis Pflegeselbsthilfe – die Selbsthilfe im Wandel der Zeit“ ist Thema der ersten Diskussionsrunde (13 Uhr). Mit dabei sind Dirk Kolar (Vorsitzender des Ausschusses für Gesundheit und Verbraucherschutz), Anne Schrei (eine Sprecherin des Sprecherrats der Selbsthilfegruppen im Kreis Unna), Bärbel Brünger (Verband der Ersatzkassen NRW) und Kai Sporea (Reha Kamen).
Abgerundet wird das Programm mit der zweiten Gesprächsrunde (15.15 Uhr) mit Isolde Kleiner von der Kontaktstelle für psychisch Kranke, dem Autor und Musiker Len Mette und einem Vertreter der Selbsthilfe. Zwischendurch ist immer wieder Zeit, der Musik von SmartAbility und dem Chor „Lichtblick“ zuzuhören, bei verschiedenen Infoständen vorbeizuschauen und selbst aktiv zu werden. Ausprobiert werden kann z. B. ein Hindernis-Parcours mit Tast-Stock, ein Rauschbrillen-Parcours oder der Alterssimulationsanzug GERT.
Das komplette Programm findet sich im Internet unter www.kreis-unna.de (Suchbegriff NRW-Selbsthilfe-Tour 2018). PK | PKU
Arbeitswelt 4.0 auf dem Vormarsch: Jobcenter und Arbeitsagentur stellen sich auf
Bereiten sich auf die Herausforderungen der Arbeitswelt 4.0 vor: Uwe Ringelsiep, Martin Wiggermann, Valerie Holsboer sowie Thomas Helm (von li. nach re.). Foto: (Agentur für Arbeit Hamm, Ulrich Brauer)
Die Digitalisierung wird unser Leben nachhaltig verändern. Mit der Frage, welche Maßnahmen bezüglich einer Arbeitswelt 4.0 langfristig ergriffen werden müssen, beschäftigen sich derzeit auch die Verantwortlichen der Arbeitsverwaltung in der Kreisregion Unna.
Thomas Helm, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit, und Uwe Ringelsiep, Geschäftsführer des Jobcenters Kreis Unna, planen daher mit unterschiedlichen Aktionen, ihre Mitarbeiter auf Veränderungen in der künftigen Arbeitswelt vorzubereiten. „Wir haben alle miterlebt, wie sehr die technologische Entwicklung innerhalb der letzten 20 Jahre unseren Arbeitsalltag verändert hat“, erklärt Thomas Helm. „Während wir noch in den 1980er Jahren Kundendaten in Papierform geführt haben, haben wir nun seit einiger Zeit mit der elektronischen Akte, die so genannte eAkte, alle notwendigen Informationen zu unseren Kunden online gespeichert. Wir müssen uns zwangsläufig im Hinblick auf die weitere technologische Entwicklung flexibel aufstellen, um am Ball zu bleiben und Veränderungen auch im Interesse unserer Kunden zügig umzusetzen.“
In einem ersten Aufschlag erhielten Anfang Juli 2018 rund 200 Führungskräfte beider Behörden, unter Beteiligung des Vorstandsmitglieds der Bundesagentur für Arbeit Valerie Holsboer, einen Einblick in die Thematik. „Mit Jörg Heynkes konnten wir einen Fachmann als Gastredner gewinnen, der in seinem Vortrag eindrucksvoll mit Schlagworten wie Roboter, Drohnen und Schwarm-Mobile aufzeigte, dass sich unser Leben signifikant in eine noch unbekannte Welt verändern wird“, resümiert Uwe Ringelsiep. „Auf der einen Seite werden sich so einige Berufsbilder im Laufe des kommenden Jahrzehnts verändern oder aussterben, neue hinzukommen. Die bedarfsgerechte Qualifizierung unserer Kunden wird auch künftig einen wichtigen Baustein in unserer Bildungszielplanung darstellen. Auf der anderen Seite müssen unsere Mitarbeiter Veränderungen am Arbeitsplatz mittragen: je flexibler wir uns aufstellen, je aufnahmefähiger wir sind, desto eher werden wir die voranschreitende technologische Entwicklung mittragen können“, erklärt Uwe Ringelsiep.
Für den Vorsitzenden der Trägerversammlung des Jobcenters Kreis Unna, Martin Wiggermann, steht fest: „Verwaltungen dürfen den technologischen Anschluss nicht verpassen und müssen daher kontinuierlich an dem Thema dranbleiben.“
Förderverein der Familienberatungsstelle feiert sein 15-jähriges Bestehen mit einem Fachtag
Der Verein der Freunde und Förderer der Beratungsstelle für Kinder, Jugendliche und Eltern der Städte Bergkamen und Kamen wurde vor gut 15 Jahren ins Leben gerufen. Seitdem haben sich die Aktivitäten des Fördervereins als eine nicht mehr wegzudenkende Unterstützung für die Arbeit der Beratungsstelle etabliert.
Darüber hinaus gab es eine Vielzahl interessanter und häufig gut besuchter Veranstaltungen für die Bürgerinnen und Bürger aus Bergkamen und Kamen: Mindestens zweimal jährlich fanden Vorträge und Diskussionsabende für Fachleute, Eltern und
andere Interessierte zu häufig aktuell in der Öffentlichkeit präsenten Themen statt. So beschäftigte man sich zum Beispiel mit Mobbing, Hochbegabung, Pubertät im Internetzeitalter, oder auch Mediensucht, AD(H)S oder Depression im Kindes- und Jugendalter.
Alle Themen hier aufzulisten würde den Rahmen sprengen. Aber die Vorträge sind bei weitem nicht das Einzige, was der Verein leistet. Immer wieder gibt es Angebote für die Bürgerinnen und Bürger der beiden Städte direkt in der Beratungsstelle, welche vom Verein finanziert werden. Sei es die Neurofeedbacktherapie oder das regelmäßig stattfindende ADHS-Eltern-Coaching, das
verhaltenstherapeutische Gruppenprogramm zum Training sozialer Kompetenz für Kinder (SoKoEasy) oder das eeskalationstraining in Zusammenarbeit mit der evangelischen Kirche in Kamen.
Wann immer die Mitarbeitenden der Beratungsstelle sich mit ihren Ideen an den Verein wandten, um gute zusätzliche Angebote für ihre Klienten zu etablieren, wurden die Vereinsaktivitäten darauf ausgerichtet, dass diese Ideen in die Tat umgesetzt werden konnten.
Aus Anlass des 15-jährigen Bestehens organisiert der Förderverein derzeit einen Fachtag, zu welchem Fachleute aus der Umgebung eingeladen werden, um gemeinsam Strategien für eine zielgruppengerechte und gelingende Elternarbeit zu erarbeiten. Am 11. Oktober 2018 werden im Treffpunkt in Bergkamen rund 80 Fachleute zusammen kommen. Diese Veranstaltung wird von dem Diplom-Pädagogen Matthias Bartscher aus Hamm moderiert.
Wohlfahrtsverbände im Kreis Unna: Langzeitarbeitslose haben echte Perspektive verdient
Die Teilnehmenden der diesjährigen Klausurtagung der Arbeitsgemeinschaft der Wohlfahrtsverbände im Kreis Unna diskutierten auch über den Entwurf des Teilhabechancengesetzes. Rainer Goepfert (3 v.l.), Sprecher der Arbeitsgemeinschaft, fordert im Namen der Verbände Nachbesserungen am Gesetzentwurf im Sinne der langzeitarbeitslosen Menschen im Kreis Unna.
Im Rahmen der diesjährigen Klausurtagung der Arbeitsgemeinschaft der Wohlfahrtsverbände im Kreis Unna haben sich rund 25 Vertreterinnen und Vertreter der Verbände, der Kreisverwaltung und –politik im Juli intensiv mit dem Thema „Armutsprävention“ beschäftigt.
Vor dem Hintergrund, dass in Deutschland Arbeitslosigkeit ein wesentliches Risiko und Ursache für Armut ist und gerade diejenigen, die schon lange vergeblich nach Arbeit suchen, ohne Unterstützung absehbar keine realistische Chance auf einen regulären Arbeitsplatz haben, wurde auch die Ausgestaltung des neuen Teilhabechancengesetzes diskutiert.
Rainer Goepfert, Sprecher der Arbeitsgemeinschaft der Wohlfahrtsverbände und Geschäftsführer der AWO im Kreis Unna, erklärt dazu: „Es entspricht einer langjährigen Forderung der Wohlfahrtsverbände, Langzeitarbeitslosen eine Chance zu bieten, mit entsprechenden Unterstützungsleistungen dauerhaft am Arbeitsleben und der Gesellschaft teilzuhaben. Längere Arbeitslosigkeit führt nachweislich zu gesellschaftlicher Ausgrenzung, psychosozialen Belastungen, oft einhergehend mit einem schlechteren Gesundheitszustand. Länger andauernde Arbeitslosigkeit führt auch zu negativen Veränderungen in der Familie, mit einer Zunahme familiärer Spannungen und Konflikten. Oftmals gerät die gesamte Familie in einen Abwärtssog, der auch den Kindern Zukunftsperspektiven verschließt. Um diesem Abwärtssog zu begegnen, sollte der soziale Arbeitsmarkt niederschwellige Einstiege in Beschäftigung mit sinnhaften Tätigkeiten, einem wertschätzenden sozialen Umfeld, arbeitsplatzbezogenen Qualifizierungen und sozialpädagogischer Betreuung verbinden. Ein entscheidender Aspekt ist, dass die Förderung im Einzelfall so lange wie nötig erfolgt.
Im Kreis Unna hatte die AWO mit dem „Unnaer Appell: Arbeit statt Arbeitslosigkeit finanzieren!“ im Jahre 2016 auf die Notwendigkeit eines dauerhaft finanzierten sozialen Arbeitsmarktes hingewiesen und die erforderlichen Rahmenbedingungen dargestellt.
Wir begrüßen es daher, dass mit dem Gesetzentwurf ein neues Förderinstrument geschaffen werden soll, um auch Langzeitarbeitslosen eine gute und längerfristig angelegte Perspektive zu geben. Der Gesetzentwurf muss aber deutlich nachgebessert werden. So ist die Voraussetzung, vorher mindestens sieben Jahre Hartz-IV bezogen haben zu müssen, viel zu lang. Die Menschen dürfen nicht so lange warten, bis sie an einem für sie passenden Förderinstrument teilnehmen können. Wir wissen aus vielen Studien und Untersuchungen: Negative Folgewirkungen und schwerwiegende Vermittlungshemmnisse entstehen bereits nach wesentlich kürzerer Dauer der Arbeitslosigkeit. Darüber hinaus muss auch ein Sozialer Arbeitsmarkt auf einer gerechten Bezahlung basieren, dessen Grundlage der Tarifvertrag und nicht der Mindestlohn ist.“
Aus Sicht der Wohlfahrtsverbände legt der Gesetzentwurf den betroffenen Personen zu viele Stolpersteine in den Weg, wenn sie für insgesamt mindestens sieben Jahre innerhalb der letzten acht Jahre Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts nach dem SGB II bezogen haben müssen. Vielmehr ist davon auszugehen, dass Menschen, die länger als zwei Jahre im Leistungsbezug sind, kaum ohne passende Förderangebote wieder in der Arbeitswelt Fuß fassen können. Die geplante Orientierung des Lohnkostenzuschusses allein an der Höhe des Mindestlohns, anstatt an den tatsächlich geleisteten regelmäßigen Lohnkosten, lehnen die Wohlfahrtsverbände ab.
Für die langzeitarbeitslosen Menschen im Kreis Unna wird sich das geplante Teilhabechancengesetz im Vergleich zum Jahresende auslaufenden Bundesprogramm „Soziale Teilhabe“ sogar nachteilig auswirken. Im Programm Soziale Teilhabe konnte das Jobcenter mit Unterstützung der Politik und den regionalen Trägern ca. 700 Menschen, die zuvor vier Jahre und länger arbeitslos waren, eine Perspektive eröffnen. Dieses Engagement hatte die damalige Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles bei einem AWO-Fachgespräch in Kamen im September 2017 ausdrücklich gelobt. Dem Vernehmen nach wird der Kreis Unna im Rahmen des neuen Gesetzes nur noch rund 240 Stellen besetzen können.
„Das ist deutlich zu wenig. Ein großer Teil der Menschen hat sich im Rahmen des Programms Soziale Teilhabe stabilisiert und positiv entwickelt und arbeitet mit viel Engagement. Viele werden auch nach dem Auslaufen am 31.12.2018 aber auf weitere Unterstützung und Stabilisierung angewiesen sein. Mit Blick auf die viel zu geringe Zahl der Stellen im neuen Förderprogramm befürchte ich, dass ab dem 1.1.2019 viele Menschen ihren neu gewonnen beruflichen und persönlichen Halt verlieren und wieder Kunden des Jobcenters werden. Das wäre aus meiner Sicht genau das Gegenteil von dem, was wir unter einem Sozialen Arbeitsmarkt verstehen.“, zeigt sich Rainer Goepfert konsterniert. „Wenn das Gesetz und die Verteilung der geförderten Stellen so kommen, dann reden wir im Kreis Unna über einen deutlichen Rückbau des sozialen Arbeitsmarktes.“
Soll der Gesetzentwurf Langzeitarbeitslosen im Kreis Unna eine echte Chance bieten, am Arbeitsleben teilzuhaben, bedarf es deshalb noch deutlicher Nachbesserungen, lautet daher die Forderung der Wohlfahrtsverbände.
Neuer Wegweiser Behinderung und Inklusion des Kreises Unna: Viele Angebote – eine Übersicht
Ausschnitt aus dem Titelblatt des Wegweisers. Grafik: Kreis Unna
Über 200 Angebote auf 75 Seiten in 22 Kapiteln – der neue Wegweiser Behinderung und Inklusion bietet einen umfassenden Überblick über die Angebote für Menschen mit Behinderung im Kreis Unna und darüber hinaus. Anfang August hat das Regionale Bildungsbüro Kreis Unna den Wegweiser veröffentlicht.
In vier Richtungen weist der neuen Wegeweiser: Begegnung, Betreuung, Bildung und Beratung. „Wer sich zum Thema Begegnung informieren möchte, findet in dem Nachschlagewerk zum Beispiel Infos zu einer inklusiven Disco, einem inklusiven Café und auch zu Sportangeboten für Menschen mit einer Behinderung“, sagt Raja Sicking vom Regionalen Bildungsbüro.
Wohnen, lernen, leben
Die gelisteten Betreuungsangebote reichen von Wohngemeinschaften über Tagesbetreuungen bis zu einer Übersicht über die Krankenhäuser und Tageskliniken im Kreis Unna und der Umgebung. In Sachen Bildung sind unter anderem die Förderschulen vom Kreis Unna sowie vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe verzeichnet. Auch Berufs-Angebote wie Werkstätten sind dort zu finden.
Den Wegweiser hat das Regionale Bildungsbüro Kreis Unna in Zusammenarbeit mit der Behindertenbeauftragen des Kreises, Gabriele Olbrich-Steiner, erstellt. „Der Kreis Unna selbst hat auch zahlreiche Beratungsangebote, die übersichtlich in dem Dokument aufgelistet sind“, sagt Andrea Kunzner vom Regionalen Bildungsbüro: Sozialplanung, Pflege- und Wohnberatung und die Selbsthilfegruppen sind nur ein kleiner Auszug.
Zum Herunterladen
Der Wegweiser ist zum Herunterladen auf der Kreis-Internetseite www.kreis-unna.de verlinkt. Interessante Seiten mit passenden Angeboten können so je nach Interesse ausgedruckt werden. Der Wegweiser ist unter dem Suchbegriff „Wegweiser Behinderung und Inklusion“ zu finden. PK | PKU
Beratungsstelle für Kinder, Jugendliche und Eltern bietet Offene Sprechstunden im Familienzentrum „Tausendfüßler“ an
Es gibt eine Vielzahl von Fragen, die Eltern bewegen und manchmal ist es schwierig, alleine passende Lösungen zu finden. In Rahmen von Offenen Sprechstunden haben deshalb Eltern und Anwohner aus Oberaden die Möglichkeit ihre Anliegen, Unsicherheiten oder Sorgen vertraulich zu besprechen.
Frau Hagemeier (Diplom-Sozialpädagogin) oder Herr Ronge (Diplom-Psychologe) von der Beratungsstelle für Kinder, Jugendliche und Eltern stehen hierfür jeden dritten Freitag im Monat von 9 bis 11 Uhr im Familienzentrum „Tausendfüßler“ zur Verfügung.
Bei Interesse wird um Voranmeldung im Familienzentrum unter der Rufnummer
02306-80141 gebeten.
Den Verlust eines Kindes besser bewältigen: Gesprächsabend für trauernde Eltern
Ein Kind zu verlieren, ist für Eltern ein großer Schicksalsschlag, der kaum zu begreifen ist. Die Trauer trifft Mütter und Väter in ihrem tiefsten Innern. Nichts ist mehr, wie es war. Um Betroffenen zur Seite zu stehen, bietet die Diakonie Ruhr-Hellweg am Dienstag, 21. August, einen Gesprächsabend für trauernde Eltern in Kamen an. Die Teilnehmenden bekommen darin den Raum, ihre Gedanken, Gefühle und Ängste mit anderen Menschen in einer ähnlichen Situation zu teilen.
„Die Veranstaltung soll und kann die Trauer um das verlorene Kind nicht nehmen. Aber zu erfahren, dass auch andere Betroffene ihren Gefühlen oft hilflos ausgeliefert sind, kann tröstlich sein“, erklärt Petra Blanke von der Beratungsstelle für Familien- und Lebensfragen – Schwangeren- und Schwangerschaftskonfliktberatung. Und ihre Kollegin Katharina Struben ergänzt: „Im Austausch miteinander können Trauernde die Erfahrung machen, ihrem Kind einen eigenen Platz im Herzen zu geben und so den Verlust besser in ihr Leben zu integrieren.“
Die beiden wissen aus ihren Beratungsgesprächen, dass trauernde Eltern oft doppelt leiden müssen. Denn viele Verwandte und Freunde haben plötzlich Berührungsängste und ziehen sich zurück. Besonders emotional gefordert sind trauernde Eltern auch, wenn es noch ein Geschwisterkind gibt. Auch solche Situationen können während der Veranstaltung zur Sprache gebracht werden.
Das Angebot mit dem Titel „Lass Deiner Trauer Flügel wachsen“ findet am Dienstag, 21. August, um 18 Uhr in der Beratungsstelle der Diakonie in Kamen statt, Kampstraße 22. Die Teilnahme ist kostenfrei. Eine vorherige Anmeldung ist erforderlich unter Telefon 02307 947 430 oder per Mail skb-kamen@diakonie-ruhr-hellweg.de.