Bergkamener Eltern zahlen im Mai keine Beiträge für Kinderbetreuung in Kitas, Tagespflege und Grundschulen

Das Betretungsverbot in der Kinderbetreuung und den Grundschulen hat auch in den Mai hinein weiterhin Bestand. Da es aktuell noch keine Entscheidung des Landes gibt, wurde heute von Seiten des Bergkamener Krisenstabes die Entscheidung getroffen, dass auf die Erhebung der Elternbeiträge für Kindertageseinrichtungen, Kindertagespflege, Verlässliche Grundschule (VGS) und die Offene Ganztagsgrundschule (OGS) für den Monat Mai verzichtet wird.

Selbstzahler werden gebeten, die Beträge nicht zu überweisen. Die Abbuchungen werden von der Stadt gestoppt.




IG Bau: Gedenkminute für verunglückte Arbeitnehmer im Kreis Unna

Sturz von der Leiter, Ausrutscher mit der Motorsäge, Hantieren mit Asbest: Wer im Kreis Unna auf dem Bau oder in der Landwirtschaft arbeitet, hat ein besonders hohes Risiko, im Job einen Unfall zu haben oder krank zu werden. Darauf weist die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) zum Internationalen Workers’ Memorial Day am 28. April hin – und ruft Beschäftigte im Kreis zu einer Gedenkminute auf. „Ob im Home-Office oder auf der Baustelle: Um 12 Uhr sollte am Dienstag jeder kurz die Arbeit beiseitelegen und an die Menschen denken, die im Job tödlich verunglückt oder berufsunfähig geworden sind“, so IG BAU-Bezirkschef Friedhelm Kreft.

Die Gewerkschaft fordert zugleich stärkere Anstrengungen beim Arbeitsschutz. „Jeder Unfall ist einer zu viel. Die Arbeitssicherheit ist keine lästige Pflicht, sondern ein Muss. Daran darf der Chef keinen Cent sparen“, sagt Kreft. In Zeiten von Corona sei dies wichtiger denn je. In der Gebäudereinigung müssten Beschäftigte besonders vor Ansteckungen geschützt werden. Hier seien ausreichend Desinfektionsmittel und Zeit für das gründliche Reinigen nötig.

„Auf dem Bau haben Arbeitgeber dafür zu sorgen, dass die Abstands- und Hygieneregeln eingehalten werden. Der Mindestabstand von 1,5 Metern – besser gleich eine ganze Zollstocklänge von zwei Metern – ist entscheidend“, betont Kreft. Außerdem müsse es genug Masken und Schutzhandschuhe geben, ebenso wie Toiletten mit Wasseranschluss zum Händewaschen.

Allerdings gehe auf vielen Baustellen Schnelligkeit allzu oft vor Sicherheit. Nach Angaben der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG Bau) kam es in der Branche im vergangenen Jahr zu rund 18.000 Arbeitsunfällen in Nordrhein-Westfalen – 13 davon mit tödlichem Ende.

Schwerpunkt des Workers’ Memorial Day ist in diesem Jahr Asbest. „Ob in der alten Fassade, im Nachtspeicherofen oder im Schuppendach – Asbest ist oft versteckt. Gerade bei Sanierungen alter Gebäude kommt der giftige Stoff dann zum Vorschein. Das ist eine unsichtbare Gefahr für Handwerker“, so Kreft.

Wie bei Corona sei auch beim Thema Asbest das Tragen einer Atemschutzmaske unabdingbar. Wer den Stoff heute einatme, könne viele Jahre später Lungenkrebs bekommen, warnt der Gewerkschafter. 1.101 Neuerkrankungen im Zusammenhang mit Asbest gab es in NRW allein im Jahr 2018. Das geht aus Zahlen der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung hervor. Innerhalb von zehn Jahren erkrankten im Bundesland rund 12.100 Menschen durch den Gefahrstoff.

Der Workers’ Memorial Day fand erstmals 1984 in Kanada statt: Die Gewerkschaft für Angestellte im öffentlichen Dienst rief damals dazu auf, der im Arbeitsleben verstorbenen Mitarbeiter zu gedenken. Seit 1989 wird der Gedenktag weltweit begangen.

Einen Video-Appell zum Workers’ Memorial Day hat die IG BAU online gestellt unter: https://youtu.be/5wDbHWkjTgY. Auch die Politik ruft zu mehr Anstrengungen beim Arbeitsschutz auf – Link zum Video: https://youtu.be/8Wzi3iJYGZU




1. Kamener Taschensegen erst im Jahr 2021

Die Initiatorinnen des Taschen-Segens verschieben die Aktion ins nächste Jahr.

Der Frühlingsmarkt, geplant am 9. und 10. Mai, ist wegen der Corona-Pandemie abgesagt – und damit auch der 1. Kamener Taschensegen.

Lange hat die Initiative von Kamener Frauen für Frauen über Alternativen nachgedacht, wie die rund 1500 gespendeten Taschen in den kommenden Monaten an die Frau/den Mann gebracht werden können. Eine Idee war, in ein paar Wochen ein leeres Ladenlokal in der Kamener Innenstadt zu beziehen und die gespendeten Taschen über einen längeren Zeitraum freitags und samstags zu verkaufen. Ein anderer Gedanke war, den für den 12. und 13. September geplanten Hansemarkt für die Aktion zu nutzen.

Da die Pandemie-Entwicklung aber derart ungewiss ist, hat sich die Initiative nun entschieden, den 1. Kamener Taschensegen auf den Frühlingsmarkt 2021 zu verschieben – und bittet dafür um Verständnis bei all jenen, die gespendet haben, bei den vielen Geschäftsleuten, die die Aktion in den vergangenen Monaten unterstützt haben, und natürlich bei denen, die sich auf das Verkaufswochenende beim Frühlingsmarkt gefreut haben. Es kommen auch wieder bessere Zeiten.




Secondhand-Kaufhäuser „Die Stöberei“ wieder geöffnet – auch in Bergkamen

Am zweiten Öffnungstag erste Warteschlangen an der Kasse im Kaufhaus Kamen.

Seit Montag haben die Secondhand-Kaufhäuser des AWO Inklusionsunternehmens DasDies Service GmbH in Bergkamen, Bönen, Kamen und Lünen ihre Türen wieder geöffnet. „Wir freuen uns, nach den Wochen der Pause, wieder für unsere Kunden da zu sein“, sagt Maciej Kozlowski, Geschäftsführer der DasDies Service GmbH.

Auch am zweiten Öffnungstag war der Zuspruch von Menschen groß, die in dem breiten Sortiment der Kaufhäuser gestöbert haben. Dabei werden alle Kund*innen um Einhaltung der Hygiene-Regeln gebeten: „Bitte halten Sie zwei Meter Abstand. Desinfektionsmittel stehen bereit, wenn Sie noch einen Mundschutz tragen, freuen sich unsere Mitarbeiter*innen über Ihre Vorsorge.“, erläutert Maciej Kozlowski weiter. Geschützt in der „Stöberei“ einkaufen schont nicht nur das eigene Portemonnaie, sondern unterstützt Arbeitsplätze für benachteiligte Menschen, von denen über die Hälfte eine Behinderung haben.

Das Team der Stöberei freut sich über Spenden. Gerne können diese während der Öffnungszeiten in den Kaufhäusern abgegeben werden. Unter der Telefonnummer 02306 7511011 kann man auch einen Termin für die Abholung vereinbaren. Alle Informationen findet man unter www.dasdies.de/die-stoeberei.




Schulstart: Tipps der Schulpsychologen

Nordrhein-Westfalen öffnet seine Schulen schrittweise: Ab Donnerstag, 23. April können Schülerinnen und Schüler der Abschlussklassen den Unterricht wieder besuchen. In Zeiten der Corona-Pandemie stellen sich für die jungen Leute im Kreis Unna, ihre Eltern und so manche Lehrkraft allerdings viele Fragen rund um den Schulbesuch.

Die Schulpsychologische Beratungsstelle für den Kreis Unna macht bei Bedarf das Angebot einer telefonischen Beratung und weist auf ein Onlineportal der Landesstelle Schulpsychologie hin:

Erreichbarkeit der Schulpsychologischen Beratungsstelle
Online-Portal

– Birgit Kalle –




Team des POCO-Markts Bergkamen überreicht eine Stoffspende für Masken ans DRK

Thomas Sieniawski alias Püppi (l.) und Christian Kamp (Mitte) vom DRK Bönen e. V. freuen sich über die Stoffspende von Markus Blacha (r.) und seinem Team von POCO Bergkamen. Foto. POCO

Das Team des POCO-Marktes Bergkamen möchte helfen und überreicht eine Stoffspende ans DRK.

Stoff zum Nähen von Atemschutzmasken ist montan allerorts sehr beliebt. In ganz Deutschland haben POCO-Märkte bereits Baumwollstoffe zum Nähen von Masken an ortsansässige Vereine und Hilfsorganisationen gespendet. Der POCO-Markt in Bergkamen möchte dem in nichts nachstehen. Marktleiter Markus Blacha und sein Team organisierten darum eine eigene Spendenaktion und überreichten einen Einkaufswagen mit 270 Metern Stoff an den DRK Ortsverein Bönen e. V.

Die Mitglieder des DRK Handarbeitskreises nähen bereits seit einiger Zeit Masken und verteilen diese an Pflegedienste, Arztpraxen, Kitas und andere Einrichtungen. Überall dort, wo Menschen betreut werden und der nötige Abstand nicht immer möglich ist, ist die Freude über diese Geste groß. Der Stoff aus dem POCO-Markt Bergkamen wurde Christian Kamp und Thomas Sieniawski überreicht.

Thomas Sienawski ist möglicherweise einigen besser bekannt als ehrenamtlicher Clown Püppi. In dieser Rolle besucht der engagierte Künstler seit über 30 Jahren kranke Kinder in der Kinderklinik Hamm und ist unter anderem Botschafter der Kindernothilfe und der Stiftung Kinderglück. „Wir haben gehört, dass beim DRK so fleißig genäht wird“, erzählt Markus Blache, „und da lag es ja nahe, dass wir mit Stoff aushelfen. So können wir auch ein wenig dazu beitragen, dass die Menschen sich sicherer fühlen.“




Corona-Pandemie beeinträchtigt auch Vermittlungsarbeit des Jobcenters: Qualifizierungsmaßnahmen und Arbeitsgelegenheiten ausgesetzt

Die Corona-Pandemie hat auch die Vermittlungsarbeit des Jobcenters Kreis Unna nachhaltig beeinflusst. Betroffen sind alle Maßnahmen, die dazu dienen, Arbeitslose zu qualifizieren oder durch Arbeitsgelegenheiten auf die Anforderungen des Arbeitsmarkts vorzubereiten. Alle Maßnahmen, die eine persönliche Anwesenheit bei einem Träger erfordern, können bis auf Weiteres nicht angeboten bzw. durchgeführt werden, um die Teilnehmerinnen und Teilnehmer vor einer möglichen Ansteckungsgefahr mit dem Corona-Virus zu schützen.

Dieses Vorgehen gilt erst einmal bis zum 30. Juni 2020. Die meisten Bildungsträger haben darauf reagiert und planen alternative Durchführungsmöglichkeiten für ihre Maßnahmen oder setzen diese bereits um. Für Arbeitsgelegenheiten gibt es allerdings keine alternativen Möglichkeiten, auch wenn dadurch wichtige Dienstleistungen wie Tafel, Sozialkaufhäuser oder Radstationen betroffen sind. Es geht auch hier um den Schutz der Allgemeinheit mit dem Ziel, eine weitere Ausbreitung des Corona-Virus mit allem zur Verfügung stehenden Mitteln zur verlangsamen, insbesondere durch die Vermeidung sozialer Kontakte.

Zu welchen Zeitpunkt mit einer Wiederaufnahme der Maßnahmen zu rechnen ist, kann nach derzeitigen Stand noch nicht beurteilt werden und hängt von der weiteren Entwicklung der Pandemie ab.




„Kaufnett“-Sozialkaufhäuser der Diakonie wieder geöffnet

Die „Kaufnett“-Sozialkaufhäuser der Diakonie Ruhr-Hellweg in Fröndenberg, Holzwickede, Unna, Kamen und Werne sind wieder geöffnet. „Kinderfüße wachsen trotz Corona, und Babys werden weiterhin geboren. Sie benötigen Kleidung und Kinderbetten, Kinderwagen, Spielsachen und vieles mehr“, sagt Christine Weyrowitz, Geschäftsführerin der Kaufnett gGmbH. „Auch die Großen brauchen gut erhaltene Kleidung und Haushaltsgegenstände.“

In der aktuellen Situation läuft der Betrieb natürlich unter Einhaltung der vorgegebenen Regeln zur Sicherheit und Hygiene. Unter anderem ist deshalb zunächst weniger Personal dabei. Auch die Öffnungszeiten können abweichen. Die Annahme von Spenden erfolgt kontaktlos an der Laderampe. Die Cafés bleiben geschlossen.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kaufnett-Filialen freuen sich, dass sie nun wieder zur Daseinsfürsorge für arme Menschen beitragen dürfen. Einige, die zu Hause bleiben müssen, nähen Gesichtsmasken. So helfen alle mit, die Corona-Pandemie gut zu überstehen.




Radstationen ab 20. April wieder mit Komplettservice geöffnet

Die Radstation am Kamener Bahnhof ist am kommenden Montag wieder geöffnet. Foto: Radstationen DasDies

Mitten in der Corona-Krise boomt das Radfahren. Die Radstationen der DasDies Service GmbH reagieren und freuen sich über die Freigabe aller Fahrradgeschäfte durch die Regierung: „Ab 20. April bieten wir in allen Stationen (Bönen Bahnhof, Kamen Bahnhof, Lünen Bahnhof; Lünen-City, Schwerte Bahnhof, Unna Bahnhof und Werne Bahnhof) von 9 bis 18 Uhr montags bis freitags unseren Reparatur- und Wartungs-Service an“, erklärt Stefan Rose, Betriebsleiter der Radstationen. Er bittet alle Kund*innen um Einhaltung der verschärften Hygiene-Regeln: „Bitte halten Sie zwei Meter Abstand und betreten Sie immer nur einzeln den Servicebereich, Desinfektionsmittel stehen bereit, wenn Sie noch einen Mundschutz tragen, freuen sich unsere Mitarbeiter*innen über Ihre Vorsorge.“

Maciej Kozlowski, Geschäftsführer der DasDies bedankt sich bei allen Kunden, die in den vergangenen vier Wochen den stark eingeschränkten Service der Radstationen in Anspruch genommen haben: „Sie haben damit Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderungen gesichert und Kündigungen wegen der Krise verhindert.“ Die Radstationen hatten ihre Kräfte auf die großen Stationen in Kamen, Lünen und Unna konzentriert und die anderen Servicebereiche geschlossen. Zudem boten sie einen hundertfach genutzten Abhol- und Lieferservice kostenfrei an.

Dieser Sonderservice läuft weiter. Um den Zusatzaufwand zum Teil zu decken, nehmen die Radstationen für den Hol- und Bring-Dienst ab 20.4. eine Pauschale von zehn Euro. Maximal fünf neue Aufträge pro Tag können die Stationen aktuell bewältigen. „Die Nachfrage hat alle Erwartungen übertroffen – über 400 Kund*innen haben in den vergangenen drei Wochen den Sonderservice genutzt“, berichtet Stefan Rose.

Weiteres Indiz dafür, dass Menschen im Kreis jetzt aufsatteln: Die Leihradflotte der Radstationen ist aktuell stark gefragt. Rose bittet: Die Kunden sollten unter www.radstation.ruhr selbst die Verfügbarkeit prüfen und frühzeitig reservieren und buchen. „Dann können wir die Räder rechtzeitig bereit stellen.“

Für alle, die gerade nicht über ein eigenes Zweirad verfügen, haben die Radstationen ein Sonderangebot: Für nur 35 Euro pro Woche können die moderne Tourenräder an den Stationen in Kamen, Lünen, Unna, Schwerte und Werne ausgeliehen werden. Alternativ gibt es dort moderne E-Bikes für 75 Cent die Stunde im Fahrradverleih.

Durch die Krise und die gesetzlichen Auflagen sind die Einnahmen der Radstationen massiv zurückgegangen. Maciej Kozlowski, Geschäftsführer der DasDies, bedankt sich bei allen Kund*innen und appelliert: „Nutzen Sie unseren Service, sie unterstützen damit gerade jetzt Arbeitsplätze für benachteiligte Menschen, von denen über die Hälfte eine Behinderung haben.

Parken konnten und können die Kund*innen weiterhin in allen Stationen und Radparkhäusern in Bergkamen Rathaus/ZOB, Bönen Bahnhof, Holzwickede Bahnhof, Kamen Bahnhof, Kamen Willy-Brandt-Platz, Lünen Hauptbahnhof, Unna Bahnhof, Schwerte Bahnhof, Werne Stadthaus/ZOB und Werne Bahnhof. Das gilt für alle registrierten Kunden mit Prepaid-Chip, Monats- oder Jahreschip. Neue Kunden können sich in den Radstationen registrieren und ihren Chip abholen.

Servicenummer der Radstationen: 02307-7199178, E-mail: rose@dasdies.de
Alle weiteren Informationen unter: www.die-radstationen.de, Serviceaufträge auch online unter www.radstation.ruhr.




Notbetreuung von Kindern in Bergkamen

Die neuerliche Ausweitung der Notbetreuungen in den Schulen und Kindertageseinrichtungen um Kinder von Angehörigen systemrelevanter Berufsgruppen ab dem 20.04.20, hebt die Pflicht zur bisherigen Beantragung dieser Betreuung nicht auf. Darauf weist jetzt der Krisenstab der Stadtverwaltung hin.

Das Antragsformular und die Liste der Berufsgruppen auf deren Angehörige dies zutrifft, sind auf der Homepage der Stadt Bergkamen zu finden. Inwieweit eine möglicherweise steigende Nachfrage in den Kindertageseinrichtungen tatsächlich realisiert werden kann wird derzeitig intensiv beraten.

Tätigkeitsbereiche für eine erweiterte Notfallbetreuung ab 23. April 2020 Liste




NGG: Politik soll Kurzarbeitergeld aufstocken – Beschäftigten im Gastgewerbe drohen Lohneinbußen

Wegen Corona geschlossen: Restaurants, Gaststätten und Hotels sind seit Wochen zu. Die Beschäftigten haben nun mit enormen Lohneinbußen zu kämpfen, warnt die Gewerkschaft NGG. Foto: NGG

Wenn es nicht mehr fürs Nötigste reicht: Im Zuge der Corona-Krise haben Kellner, Köchinnen und Hotelangestellte im Kreis Unna mit extremen Lohneinbußen zu kämpfen. Davor warnt die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) – und fordert eine deutliche Aufstockung des Kurzarbeitergeldes.

„Mit 60 Prozent des bisherigen Lohns auszukommen, ist im Gastgewerbe ein Ding der Unmöglichkeit. In Nordrhein-Westfalen bleiben einem gelernten Koch ohne Kinder in Vollzeit am Monatsende nicht einmal 900 Euro“, macht NGG-Geschäftsführer Torsten Gebehart deutlich. Dies setze voraus, dass nach Tarif gezahlt werde – was häufig jedoch nicht einmal der Fall sei. Trotz Vollzeitjob seien viele Beschäftigte während der Kurzarbeit sogar auf Stütze vom Amt angewiesen. „Und ein Ende der Krise ist noch längst nicht abzusehen“, so Gebehart. Im Kreis Unna beschäftigt das Gastgewerbe nach Angaben der Arbeitsagentur rund 5.400 Menschen.

Die Gewerkschaft NGG ruft die Bundestagsabgeordneten aus der Region dazu auf, sich in Berlin für eine rasche Aufstockung des Kurzarbeitergeldes auf mindestens 80 Prozent (Eltern: 87 Prozent) einzusetzen. „Wir brauchen ein ,Corona-KUG 80plus‘ – zumindest für untere Einkommensgruppen“, so Gebehart. In mehreren europäischen Ländern liegt das Lohnausfallgeld bereits in dieser Größenordnung. Mittlerweile wird eine Erhöhung auch innerhalb der Großen Koalition diskutiert.

„Weil sich der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) weiterhin einer Aufstockung per Tarifvertrag verweigert, ist nun die Politik gefragt. Sie hat bereits ein beispielloses Corona-Rettungspaket beschlossen und greift Firmen mit Milliarden unter die Arme. Aber man darf die Beschäftigten jetzt nicht im Regen stehen lassen“, sagt Gebehart.

Es sei nicht hinnehmbar, dass Hoteliers und Gastronomen bei den Lohnkosten voll entlastet würden – diese Hilfe aber nicht an ihre Mitarbeiter weitergäben. „Corona darf nicht zur Katastrophe für die werden, die ohnehin jeden Cent zweimal umdrehen müssen.“