„Schenke Leben, Spende Blut“ am 11. September im Treffpunkt an der Lessingstraße

„Es gilt zusammen- und füreinander einzustehen.“ ermuntert Gerda Hasselfeldt, Präsidentin des Deutschen Roten Kreuzes zur Blutspende. Der nächste Blutspendetermin in Bergkamen ist am Freitag, 11. September, von 15 bis 20 Uhr im Treffpunkt an der Lessingstraße.

Aufgrund der begrenzten Haltbarkeiten von Blutpräparaten bleibt das kontinuierliche Engagement für die Blutspende unabdingbar. „In schwierigen Zeiten ist umso mehr das Engagement des Einzelnen gefragt. Es gilt zusammen- und füreinander einzustehen. Blutspenden heißt Verantwortung zu übernehmen.“ sagte Gerda Hasselfeldt, Präsidentin des Deutschen Roten Kreuzes bereits im Juni anlässlich des Weltblutspendertages und ergänzte: „Vor allem die junge Generation ist jetzt gefragt, die permanente Herausforderung einer Versorgung mit Blutpräparaten anzunehmen. Damit kann sie einen persönlichen sowie nachhaltigen Beitrag leisten.“

Bluttransfusionen sind sicher und unverzichtbar. Termine können über die Website www.blutspende.jetzt gefunden werden. Die aktuell geltenden Zulassungsbestimmungen für die Blutspende gewährleisten weiterhin einen sehr hohen Schutz für Blutspender und Empfänger. Begleitpersonen und Kinder von Blutspendern dürfen aus Infektionsschutzgründen das Blutspendelokal leider derzeit nicht betreten. Blutspender werden gebeten, wenn möglich, einen eigenen Kugelschreiber zu benutzen und eigene Mund-Nasen-Bedeckungen mitzubringen. Blutspender werden nicht auf Corona getestet – für die Übertragbarkeit des Coronavirus durch Blut und Blutprodukte gibt es keine Hinweise. Ständig aktualisierte Infos gibt es unter https://www.blutspendedienst-west.de/corona. Da die Bewirtung nach der Blutspende zurzeit nicht stattfindet, gibt es zum Abschluss einen kleinen Imbiss als Lunch-ToGo.

Blut spenden kann jeder ab 18 Jahren; Neuspender bis zum 69. Geburtstag. Zur Blutspende muss immer ein amtlicher Lichtbildausweis mitgebracht werden. Männer dürfen sechs Mal und Frauen vier Mal innerhalb von zwölf Monaten Blut spenden. Zwischen zwei Blutspenden müssen 56 Tage liegen. Für alle, die mehr über die Blutspendetermine in Wohnortnähe erfahren wollen, hat der DRK-Blutspendedienst West im Spender-Service-Center eine kostenlose Hotline geschaltet. Unter 0800 -11 949 11 werden montags bis freitags von 8.00 bis 18.00 Uhr alle Fragen beantwortet.




Gesundheits- und Pflegebranche: Jobmesse unter freiem Himmel

Das Jobcenter Kreis Unna und die Arbeitsagentur Hamm haben sich im Corona-Jahr etwas ganz Besonderes einfallen lassen, um Arbeitgeber aus der Gesundheitsbranche
und potentielle Arbeitnehmer zusammenzubringen: Eine Jobmesse unter freiem Himmel.

Erstmals findet die Messe mit Schwerpunkt auf Pflegeberufe in Werne auf dem Kirchplatz der Christophorus Kirche statt. Neben Pflegeeinrichtungen informieren
weitere Arbeitgeber aus der Gesundheits- und Pflegebranche über freie Stellen, Ausbildungsangebote und Karrierechancen.

Die Messe ist öffentlich und kann am Freitag, 4. September, im Zeitraum von 9:00 bis 12:30 Uhr besucht werden. Allgemeingültige Abstandsregeln sind zu
beachten und das Tragen eines Mund- und Nasenschutzes ist erforderlich.




Appell an Bundestagsabgeordnete | 30 Betriebe im Kreis Unna: „Wildwest-Zustände in der Fleischbranche beenden“

Wer in der Schlachtung, Zerlegung und Verarbeitung von Fleisch arbeitet, macht einen Knochenjob. Die Gewerkschaft NGG ruft Bundestagsabgeordnete aus der Region dazu auf, sich in Berlin gegen Missstände in der Branche einzusetzen. Foto: NGG

Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten fordert Bundestagsabgeordnete aus dem Kreis Unna auf, in Berlin für das geplante Verbot von Werkverträgen und Leiharbeit in der Fleischwirtschaft zu stimmen. Corona-Ausbrüche in mehreren Fleischunternehmen hätten gezeigt, wohin die Missstände führen können.

„Für die überwiegend osteuropäischen Beschäftigten in Subunternehmen sind extreme Arbeitsbelastung, Lohn-Prellerei und Unterbringung in abrissreifen Wohnungen seit Jahren an der Tagesordnung. Mit solchen Wildwest-Methoden muss endlich Schluss sein“, fordert Torsten Gebehart, Geschäftsführer der NGG-Region Dortmund.

Das geplante „Arbeitsschutzkontrollgesetz“ könne die Fleischbranche zugleich stärken: Nach Angaben der Arbeitsagentur sank die Zahl der Schlacht- und Verarbeitungsbetriebe im Kreis Unna von 40 Betrieben im Jahr 1999 auf heute nur noch 30. „Diese Konzentration hat dazu geführt, dass reguläre Stellen verloren gingen und Arbeiten an Subunternehmen ausgelagert wurden – zu prekären Bedingungen“, betont Gebehart. Die Zahl sozialversicherungspflichtiger Fleisch-Jobs sank laut Arbeitsagentur im Regierungsbezirk Arnsberg binnen 20 Jahren um 21 Prozent – während die reguläre Beschäftigung in allen Branchen insgesamt um 15 Prozent zulegte. „Mit Hilfe des neuen Gesetzes müssen nun die Stammbelegschaften wieder aufgebaut und muss die Mitbestimmung gestärkt werden. Das führt zu höheren Löhnen. Sozialabgaben und Steuereinnahmen steigen“, so die NGG.

Nach dem Gesetzentwurf des Bundesarbeitsministeriums sollen ab 1. Januar 2021 Werkverträge und ab 1. April 2021 Leiharbeit in Fleischbetrieben mit mehr als 49 Personen verboten werden. „In den vergangenen Jahren sind alle Versuche gescheitert, die Branche zum Umdenken zu bewegen – weder durch freiwillige Selbstverpflichtungen und selbst mit dem Gesetz zur Sicherung von Arbeitnehmerrechten in der Fleischwirtschaft nicht. Das Verbot ist überfällig“, so Gebehart.

Der Gewerkschafter warnt jedoch vor Tricksereien. Unternehmen dürften nicht versuchen, das Gesetz durch neu gegründete Tochtergesellschaften oder andere Schlupflöcher zu umgehen: „Vom Schlachten bis zum Verpacken – alle Arbeitsschritte in der Fleischproduktion müssen von Beschäftigten erledigt werden, die direkt beim Unternehmen angestellt sind.“ Das Gesetz zum Verbot von Leiharbeit und Werkvertrag sei der erste Schritt. „Und dann brauchen wir als zweiten Schritt einen Tarifvertrag, der für alle Beschäftigten in den rund 7.700 Unternehmen der Branche gute Löhne und faire Arbeitsbedingungen absichert. Wir sind gespannt, ob die Unternehmen hierzu ernsthaft bereit sind.“

Das Argument von Lobbyverbänden, die Fleischbranche sei auf Werkverträge und Leiharbeit angewiesen, um Auftragsspitzen etwa zur Grillsaison abzufedern, überzeuge nicht. „Möglich wären beispielsweise auch befristete Arbeitsverträge. Besser noch: Arbeitszeiten lassen sich per Tarifvertrag und Arbeitszeitkonten regeln – wie das auch in anderen Bereichen der Lebensmittelbranche seit langem üblich ist“, so Gebehart.

 




„Glücklich geht einfach“ Sportartikel für Afrika mit der Stadt Bergkamen

Eine erste Auswahl an Sportartikeln wurde am Montag 31.08.20 von der Stadt Bergkamen übergeben, von rechts Personalratsmitglied und Initiatorin der Sammelaktion bei der Stadtverwaltung Andrea Kollmann, Toni Tuklan und Dietmar Wurst vom SuS Rünthe.

Der SuS Rünthe und Chief Ambassador Toni Tuklan haben eine Initiative ins Leben gerufen, die Kindern und Erwachsenen in Afrika ein Lächeln ins Gesicht zaubern soll „Glücklich geht einfach“ Sportartikel für Afrika. Ziel der Aktion ist es nicht mehr benötigte oder überflüssige Sportartikel (neu oder gebraucht) einer sinnvollen und hilfreichen (weiter)Nutzung zuzuführen und Menschen (selbst damit) glücklich zu machen!

Die Stadt Bergkamen und deren Mitarbeiter unterstützen diese Aktion in vielfältiger Art und Weise. Es wird Lagerraum für die gesammelten Sachen zur Verfügung gestellt und der Personalrat der Stadt Bergkamen hat einen Aufruf gestartet. Dadurch haben etliche Mittarbeiter*innen zu Hause ausgemistet und nicht mehr benötigte Trikots weitergegeben – diese werden nun in Kürze zu den sportbegeisterten Kindern und Jugendlichen in Afrika gebracht.

Weiterhin wurden auch die Laufshirts von Firmenläufen, sowie die Fußballausrüstung der Fußballtruppe gespendet. Toni Tuklan, Sprecher des Königs der Agba Onicha-Olona und UNO Friedensbotschafter gewährleistet, dass die Sportartikel da ankommen, wo sie es sollen!

 Wenn auch Sie den Menschen in Afrika ein Lächeln ins Gesicht zaubern wollen mit Sportbekleidung egal in welcher Größe, dann können Sie diese auch an der Information im Rathaus der Stadt Bergkamen abgegeben. Geammelt wird bis Ende des Jahres!




Arbeitslosenquote klettert in Bergkamen auf 10 Prozent

Im Kreis Unna erhöhte sich der Bestand an gemeldeten Arbeitslosen im Vergleich zum Vormonat um 157 auf 17.545. Im Vergleich zu August 2019 stieg die Arbeitslosigkeit um 2.965 (+20,3 Prozent) an. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich um 0,1 Punkte auf 8,2 Prozent. Vor einem Jahr betrug sie 6,9 Prozent. In Bergkamen stieg die Zahl der Arbeitslosen um 44 auf 2609. Hier liegt die Arbeitslosenquote im August bei 10 Prozent. Im Juli waren es noch 9,8 Prozent

„Die Auswirkungen von Corona auf den Arbeitsmarkt haben spürbar nachgelassen. Der moderate Anstieg an Arbeitslosen im August ist nahezu vollständig saisonal bedingt“, interpretiert Agenturchef Thomas Helm die Entwicklung der vergangenen vier Wochen im Kreis Unna. Besonders positiv hervorzuheben sei die steigende Zahl neu geschlossener Arbeitsverträge: „Obwohl in den Hauptferienmonaten klassischerweise weniger Neueinstellungen vorgenommen werden, konnten im August deutlich mehr Menschen ihre Arbeitslosigkeit zugunsten einer Beschäftigung beenden als noch im Juli. Zeitgleich mussten sich auch weniger Menschen aus einer Beschäftigung heraus arbeitslos melden – beide Tendenzen gepaart mit weiter steigendem Stellenbestand sind ein deutliches Bekenntnis zur Beschäftigungssicherung auf dem Arbeitsmarkt im Kreis Unna“, urteilt Helm. Der Arbeitsmarktexperte zeigt sich überzeugt: „Wer die Durststrecke der letzten Monate sinnvoll genutzt und in sich und seine Qualifikation investiert hat, wird jetzt davon profitieren.“

Entwicklung in den zehn Kommunen des Kreises
Während die Arbeitslosigkeit im vergangenen Monat in Lünen leicht nachließ (-0,4 Prozent bzw. 19 auf 4.978), stieg sie in den restlichen neun Kommunen des Kreises Unna an. Den geringsten Anstieg verzeichnete Schwerte (+0,1 Prozent bzw. eins auf 1.720). Danach folgen Bönen (+0,4 Prozent bzw. drei auf 789), Kamen (+0,9 Prozent bzw. 17 auf 1.986), Werne (+1,2 Prozent bzw. 11 auf 929), Bergkamen (+1,8 Prozent bzw. 46 auf 2.609), Unna (+1,9 Prozent bzw. 44 auf 2.323), Fröndenberg (+2,2 Prozent bzw. 14 auf 642), Selm (+2,2 Prozent bzw. 21 auf 976) und Holzwickede (+3,3 Prozent bzw. 19 auf 593).




ADFC bietet am Freitag Fahrradcodierung am Bergkamener Rathaus an

Der ADFC Ortsverband Bergkamen bietet am kommenden Freitag, 4. September, von 14 – 17 Uhr eine Fahrradcodieraktion in der Fahrradstation am Bergkamener Rathaus an.

Der Nutzen der Radkodierung ist schwer in Zahlen zu fassen. Schätzungen sprechen von bis zu vierfach erhöhten Aufklärungszahlen bei Diebstählen. Uncodierte Fundräder können nur zu einem Bruchteil dem Eigentümer zugeordnet werden und landen häufig in einer Versteigerung. Codierte Fundräder  können anhand des Codes sofort ohne Rückgriff auf eine Datenbank den Eigentümer des Fahrrades zugeordnet werden. Einige Versicherungen gewähren deshalb aufgrund geringerer Diebstahlquoten einen deutlichen Rabatt auf die Versicherungsprämie.

Wie funktioniert die Codierung?

Nahezu jedes Fahrrad mit Stahl- oder Alurahmen kann codiert werden. Der Code wird mit einem speziellen Gerät am oberen Sattelrohr eingraviert oder eingestanzt. An dieser Stelle ist der Rahmen besonders stabil und eine Codierung ist absolut unbedenklich.

Die Kosten betragen 10 Euro für Nichtmitglieder. ADFC-Mitglieder zahlen 5 Euro.

Was benötige ich für eine Fahrradcodierung?

Die folgenden Dinge sind zu einer Fahrradcodierung mitzubringen:

  • Das eigene Fahrrad
  • Ein Eigentumsnachweis (Kaufvertrag, Rechnung, Quittung) Bei Fehlen eines Eigentumnachweises besteht der ADFC auf einer Eigentumserklärung, die der Polizei zur Überprüfung zugesandt wird. Formular für die Eigentumserklärung (vor Ort erhältlich)
  • Etwas Zeit. Eine Codierung dauert etwa 10 Minuten.
  • Ein Identitätsnachweis (Personalausweis)
  • Codierauftrag (ADFC Seite Kreis Unna), zweifach, wenn möglich schon ausgefüllt mitbringen. Das Formular ist auch vor Ort beim Codiertermin erhältlich.

Wer sein codiertes Fahrrad verkaufen will, sollte mit dem Käufer einen schriftlichen Kaufvertrag abschließen und ihm die Codierpapiere überlassen. Der ADFC bietet hierzu einen Musterkaufvertrag zum Download an.

Die Codierung findet unter Coronaschutzmassnahmen statt. Bitte bringen Sie eine Mund-und-Nasen-Maske mit.

 




„Klimaschutz die Grundlage unseres Handelns“: UKBS schnürt für Mieter ein „Rundum-Sorglospaket“

Das zeigt links den Energie- und Zukunftsforscher Professor Dipl.-Ing. Timo Leukefeld mit dem Aufsichtsratsvorsitzenden Theodor Rieke; ganz rechts UKBS-Geschäftsführer Matthias Fischer. In der Bildmitte das sog. „Autarkie-Team“ mit Jürgen Kannemann, UKBS-Prokurist Martin Kolander und Klaus Hennecke.

Das kommunale Wohnungsunternehmen Unnaer Kreis-Bau- und Siedlungsgesellschaft (UKBS) ist auf dem Wege zu einem umfassenden Dienstleister in der Wohnungswirtschaft. Ziel ist nach Auskunft von Geschäftsführer Matthias Fischer ein „Rundum-Sorglospaket“ für die Mieterinnen und Mieter. „Dabei ist Klimaschutz die Grundlage unseres Handelns“, so Fischer. Wie das umgesetzt werden kann, darüber ließen sich jetzt die Mitglieder des Aufsichtsrates und die UKBS-Geschäftsführung von einem Expertenteam ausführlich informieren.

Der international bekannte Energie- und Zukunftsforscher Professor Dipl.-Ing. Timo Leukefeld setzt auf energieautarke Projekte. Er geht davon aus, „dass bis 2050 mehr Roboter verkauft werden als Autos“. Besonders in Wohnungen für ältere Menschen sollten diese Dienstleistungsroboter eingesetzt werden, um zu einer „radikalen Vereinfachung im Alter“ zu führen.

Künstliche Intelligenz, Digitalisierung bis hin zum autonomen Fahren setzten voraus, auch die Sozialsysteme anzupassen, erklärte Leukefeld. „Unser Wirtschaftssystem ist in einem epochalen Wandel begriffen“, so das Fazit des Energie- und Zukunftsexperten. Seiner Überzeugung nach muss der Energiebedarf künftig eine solare Deckung von 50 Prozent erreichen.

Die künstliche Intelligenz in der Wohnungswirtschaft werde immer besser und sorge für ein „smartes Leben“ im Quartier, bestätigte auch Michael Neitzel, der Geschäftsführer von InWIS, dem Institut für Wohnungswesen, Immobilienwirtschaft, Stadt- und Regionalplanung. Neue digitale Angebote und sich ändernde Kundenwünsche förderten die Nachfrage nach neuen Dienstleistungen. So erwarteten heute z.B. mehr als ein Viertel aller Mieter ein schnelles Internet in den Wohnungen.

Auch sei das Interesse an Kundenportalen hoch. Der Referent hob hervor, dass sich Nachbarschaftsforen im Aufwind befänden. Sie sind seiner Meinung nach eine „neue Dimension der Teilhabe und des Engagements im Quartier“.

Für das kommunale Wohnungsunternehmen UKBS gehe es jetzt darum, sich für die Zukunft aufzustellen, erklärte Theodor Rieke, der Vorsitzende des Aufsichtsrates. Er kündigte für den Herbst ein Klimaschutzkonzept an und zeigte sich überzeugt davon, dass man schon jetzt deutlich machen müsse, „wie es mit der Wohnungswirtschaft in der Zukunft aussieht!“

 




AWO Ruhr-Lippe-Ems: 38 angehende Kita-Fachkräfte haben ihre Ausbildung gestartet

Jean-Christophe Noou und Torsten Beck haben verstärken das Team der Kita Rasselbande rund um Einrichtungsleiter Christoph Hoch und Abteilungsleiter Daniel Frieling.

Fachkräfte in Kindertageseinrichtungen werden gesucht. Zum neuen Kindergartenjahr 2020/2021 hatte die AWO Ruhr-Lippe-Ems daher in jeder ihrer 53 Kindertageseinrichtungen einen Ausbildungsplatz angeboten. Pünktlich zum 1. August konnte sie jetzt 38 neue Auszubildende begrüßen, 24 angehende Fachkräfte mehr als zum vergangenen Ausbildungsstart. „Wir sind sehr zufrieden, dass es uns gelungen ist, so viele junge Menschen von uns zu überzeugen“, zeigt sich AWO-Geschäftsführer Rainer Goepfert sichtlich erfreut. Die Gewinnung und Ausbildung ausreichend motivierter und gut qualifizierter Erzieher*innen stellt für alle sozialen Dienstleister eine große Herausforderung dar.

Neue Ausbildungswege

Die AWO setzt daher auch auf neue Ausbildungsformen wie die Praxisintegrierte Ausbildung (PiA). Hier werden schulische und berufliche Ausbildung ab dem ersten Tag integriert. Hier wird eine Ausbildungsvergütung in Höhe von 1.077 Euro im ersten Ausbildungsjahr gezahlt. „Unser Ziel ist es, zusätzliche Ausbildungsplätze zu schaffen und gleichzeitig neue Zielgruppen, wie zum Beispiel Quereinsteiger*innen, für die Ausbildung zu gewinnen“, erläutert Rainer Goepfert.

Ein solcher „Quereinsteiger“ ist Torsten Beck, der seine praxisintegrierte Ausbildung in der Kindertageseinrichtung Rasselbande in Unna-Königsborn begonnen hat. Zuvor war der 44-Jährige viele Jahre in leitender Position bei einem großen Textildiscounter tätig. „Ich wollte noch einmal etwas ganz anderes in meinen Leben machen und vor allem direkter mit Menschen zusammenarbeiten“, beschreibt Torsten Beck seinen Weg in die Kita. Ganz unbekannt ist er in der Kita Rasselbande nicht. Bis Ende Juli hat er hier seinen einjährigen Bundesfreiwilligendienst absolviert. Freunde hätten schon – mal mehr, mal weniger – mit dem Kopf geschüttelt ob seiner beruflichen Entscheidung, aber „Kinder sind das Wichtigste, was wir haben – und für die bin ich jetzt verantwortlich“.

Einen anderen Weg ist Jean-Christophe Noou gegangen. Der Franzose hatte zunächst in Frankreich seinen Masterstudiengang für das Lehramt absolviert. Dann zog es ihn nach Deutschland. An der Fachhochschule Bielefeld hat Jean-Christophe Noou schließlich erfolgreich sein Studium der „Pädagogik der Kindheit“ abgeschlossen. Als Anerkennungspraktikant wird er das Team der Rasselbande ein Jahr verstärken und seine Ausbildung abschließen. „Ich möchte die Kinder in ihrem Entwicklungsprozess unterstützen und sehe einen Schwerpunkt in der Vielsprachigkeit, auch vor meinem eigenen Hintergrund“, freut sich der Pädagoge auf die Zusammenarbeit mit den Jüngsten in unserer Gesellschaft.

Mit eigener Ausbildung dem Mangel begegnen

„Die eigene Ausbildung ist uns sehr wichtig, da wir immer Bedarf an guten Fachkräften haben. Allein bei unseren Kindertageseinrichtungen werden in den nächsten fünf Jahren rund 80 der 830 Mitarbeiter*innen altersbedingt ausscheiden. Hier müssen wir Ersatz finden und gleichzeitig auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für die neuen Einrichtungen gewinnen.“, so Daniel Frieling, Abteilungsleiter Kindertagesbetreuung. „Die Erfahrung zeigt, dass die eigene Ausbildung immer noch der Königsweg gegen den Fachkräftemangel ist.“

„Nach dem erfolgreichen Abschluss der Ausbildung oder des Studiums bieten wir sehr gute berufliche Perspektiven“, betont Geschäftsführer Rainer Goepfert. Die AWO Ruhr-Lippe-Ems ist mit ihren 53 Kindertageseinrichtungen und 830 Mitarbeiter*innen eine der größten Trägerinnen von Kindertageseinrichtungen in den Kreisen Unna und Warendorf sowie der Stadt Hamm. Damit ist die AWO auch eine wichtige Ausbilderin für angehende Erzieherinnen und Erzieher und Studierende, die ihr Berufspraktikum oder praktische Teile ihres dualen Studiums bei der AWO absolvieren.

Wer Interesse an einer Ausbildung hat, kann sich gerne bei der AWO melden. Auch ausgebildete Fachkräfte sind herzlich willkommen – aktuell hat das Sozialunternehmen rund 20 Stellen ausgeschrieben. Interessierte können sich hier informieren: www.awo-rle.de/stellenangebote.




33 Prozent der Jobs im Kreis Unna von Digitalisierung betroffen

Schaltraum statt Fließband: In Fabriken – wie hier der Lebensmittelindustrie – übernehmen Computer immer mehr Arbeiten. Aber durch die Digitalisierung entstehen auch neue Arbeitsplätze, sagt die Gewerkschaft NGG – wenn Firmen rechtzeitig auf die Qualifizierung der Beschäftigten setzen. Foto: NGG

Wenn der Kollege Computer übernimmt: Der digitale Umbruch in der Arbeitswelt könnte im Kreis Unna Tausende Jobs kosten. Davor warnt die Gewerkschaft NGG und verweist auf eine Regionalstudie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Danach sind im Kreis Unna 33 Prozent aller sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze in hohem Maße durch die Digitalisierung bedroht. Bei diesen Stellen könnten bereits heute mindestens 70 Prozent aller Tätigkeiten von computergesteuerten Maschinen erledigt werden. Grundsätzlich könne die Digitalisierung jedoch sowohl zur Aufwertung von Berufen führen als auch zu deren Abbau, so die Forscher.

Die NGG spricht von „alarmierenden Zahlen“, warnt jedoch vor „Schwarzmalerei“: „Vom Homeoffice bis zur Videokonferenz: Corona hat dem digitalen Wandel der Arbeitswelt einen zusätzlichen Schub gegeben. Ob Computer tatsächlich so viele Jobs ersetzen, das liegt auch an den Unternehmen und den Beschäftigten. Dort, wo Mitarbeiter für die digitale Zukunft fit gemacht werden, kann die Industrie 4.0 eine große Chance sein“, sagt Torsten Gebehart, Geschäftsführer der NGG Dortmund. Nötig sei jedoch eine Qualifikationsoffensive. Wer seine Mitarbeiter jetzt nicht fortbilde, verschlafe die Veränderungen in der Arbeitswelt, so Gebehart. „Dabei sollten auch die Betriebsräte ein Wort mitreden. Sie wissen, wo der Bedarf in der Firma am größten ist.“

Das zeige sich etwa an der Ernährungsindustrie – mit rund 2.800 Beschäftigten ein „wichtiger Wirtschaftsfaktor“ im Kreis Unna: „In der Branche kümmern sich Arbeitnehmervertreter seit Jahren darum, dass Automatisierung und Digitalisierung nicht zulasten der Mitarbeiter gehen. In der Pandemie handeln sie Regeln aus, damit die Heimarbeit etwa in Verwaltungsjobs die Menschen nicht rund um die Uhr belastet“, erklärt Gebehart. Viele Beschäftigte, die früher am Fließband standen, arbeiteten heute in der Qualitätskontrolle. Und Lagerlogistiker bauten auf die Unterstützung von vernetzten Computern, die Zutaten automatisch dann bestellen, wenn sie zur Neige gehen.

Nach Angaben des IAB hat die Digitalisierung in den letzten Jahren deutlich an Fahrt gewonnen: Allein zwischen 2013 und 2016 stieg der Anteil der Arbeitsplätze, die potentiell zu einem Großteil durch Maschinen ersetzbar sind, bundesweit von 15 auf 25 Prozent. Berufe in der Fertigung sind demnach besonders betroffen.

Doch wie dramatisch die Folgen tatsächlich sind, das hängt laut IAB nicht nur von den Unternehmen und den Beschäftigten ab. „So wird es weiterhin Handwerksbäckereien geben, wenn Verbraucher ein handgebackenes Brot mehr wertschätzen als ein maschinell gefertigtes“, schreiben die Forscher.




Erfolgreicher Ausbildungsabschluss zweier Azubis aus Syrien und dem Irak: Gelungener Start in ein neues Leben

Heider Alobeidi verfügte über Vorkenntnisse in Metallberabeitung und absolvierte bei Bayer eine Ausbildung zum Anlagenmechaniker.

In ihren Heimatländern herrschen seit Langem Krieg und Terror. Daher flohen Hasan Jarbou und Heider Alobeidi 2015 aus Syrien und dem Irak, um sich in Deutschland ein neues Leben aufzubauen. Innerhalb von fünf Jahren lernten sie nicht nur die deutsche Sprache, sondern absolvierten eine Ausbildung bei Bayer am Standort Bergkamen – und das überaus erfolgreich. Für ihren Abschluss benötigten sie lediglich drei statt der üblichen dreieinhalb Jahre.

Als Hasan Jarbou und Heider Alobeidi 2015 in die Bundesrepublik kamen, konnten sie kein Wort Deutsch. Der 23-jährige Jarbou wuchs in Aleppo auf, mit mehr als zwei Millionen Einwohnern einst die zweitgrößte Stadt Syriens. Während des Bürgerkriegs wurde ein Großteil der Stadt zerstört, Hunderttausende Einwohner flüchteten. Darunter auch der junge Hasan. Auf abenteuerlichen Wegen gelangte er nach Deutschland – per Zug, per Bus und zu Fuß.

Durch ein Praktikum bei Bayer entdeckte Hasan Jarbou sein Interesse an der Arbeit im Labor.

Unter bürgerkriegsähnlichen Zuständen leiden auch die Menschen im Irak. Heider Alobeidi (25) wollte dem entkommen. Sein Vater und seine Freunde rieten ihm jedoch ab, nach Europa zu gehen. „Du kannst das dort nicht schaffen“, meinten sie. Doch Alobeidi hielt an seinen Zielen fest: eine qualifizierte Ausbildung machen, arbeiten und in Frieden leben. Über Brüssel, wo Freunde von ihm wohnen, kam er zunächst nach Frankfurt.

Von Aufnahmelagern im Ruhrgebiet wurden die beiden jungen Männer Bergkamen zugewiesen. Dort lernten sie sich in einem Deutschkurs kennen und begannen im Oktober 2016 ein Praktikum bei Bayer. Schnell war klar, dass die Chemie zwischen den Geflüchteten und dem Unternehmen stimmte. Der Beginn einer Ausbildung – Heider Alobeidi als Anlagenmechaniker, Hasan Jarbou als Chemielaborant – war daher der folgerichtige nächste Schritt.

Trotz anfänglicher sprachlicher Schwierigkeiten kamen die beiden neuen Auszubildenden mit der fachlichen Materie schnell zurecht. Vor allem dank der eigenen außergewöhnlich hohen Motivation, aber auch aufgrund großer Unterstützung durch Ausbilder und Kollegen. Jarbou profitierte von seinem Interesse an Chemie und seinen Englischkenntnissen. „Wenn man eine Fremdsprache gelernt hat, fällt die zweite leichter“, sagt er. Geholfen hat dabei auch ein fünfmonatiger Aufenthalt in einer Bergkamener Familie. Der Familienvater arbeitet ebenfalls bei Bayer. „Er ist mein zweiter Vater“, sagt Hasan und fügt hinzu: „Eine Familie ist gut, zwei sind besser.“

Die beiden Auszubildenden befanden sich auf einem guten Weg, als die Corona-Pandemie neue Schwierigkeiten mit sich brachte. Auch diese bewältigten sie und bestanden die IHK-Prüfung mit Bravour. Beruflich und emotional sind Jarbou und Alobeidi in Deutschland angekommen. Sie haben hier neue Freunde und Kollegen gefunden, die ihnen in den vergangenen drei Jahren geholfen haben. „Die Menschen hier sind sehr nett und hilfsbereit“, sagt Alobeidi. „Und vor dem Gesetz sind alle gleich, egal woher sie kommen.“ Jarbou bestätigt diese Erfahrung: „Jeder hat hier seine Rechte und kann sein Leben sichern.“




Stadt Bergkamen sucht Nachwuchskräfte!

Für das Einstellungsjahr 2021 werden aktuell Ausbildungsplätze und Plätze für das duale Studium in folgenden Bereichen angeboten:

  • Ausbildung zum/zur Verwaltungsfachangestellten
  • Duales Studium „Bachelor of Laws“ (Verwaltung – ehem. gehobener Verwaltungsdienst)
  • Duales Studium „Bachelor of Arts“ (Soziale Arbeit) an der SRH Hamm
  • Praxisintegrierte Ausbildung zur Erzieherin bzw. zum Erzieher

Die Bewerbungsfrist läuft noch bis zum 15.09.2020.

Nach den Herbstferien folgt dann eine weitere Ausschreibung von Ausbildungsangebote, welche im handwerklichen bzw. gewerblichen Bereich anzusiedeln sind:

  • Gärtner*in in der Fachrichtung Garten- und Landschaftsbau
  • Straßenwärter*in
  • Berufskraftfahrer*in

Mögliche ausbildungsbegleitende Jahrespraktika und Anerkennungspraktika runden das hiesige Ausbildungsangebot ab.

Nähere Informationen zu den einzelnen Ausbildungsberufen und dem Bewerbungsverfahren entnehmen Sie bitte der städt. Homepage (www.bergkamen.de/ausbildung).