Noch freie Plätze im Elternstartkurs online beim Familienbüro der Stadt Bergkamen
Die Elternstartkurse NRW des Familienbüro der Stadt Bergkamen sind online gestartet. Für den Kurs mit Startbeginn am 9. April, von 10.00 bis 11.30 Uhr, für Babys mit den Geburtsdaten vom 01.12.2020 bis 15.03.2021 gibt es aber noch freie Plätze. Der Kurs ist kostenlos und beinhaltet fünf Treffen.
Anmeldungen erfolgen im Familienbüro der Stadt Bergkamen unter den Rufnummern (02307) 965-264, 965-258 und 965-476 oder per Email: b.billhardt@bergkamen.de unter der Angaben des Familiennamens, Name und Geburtsdatum des Kindes sowie der Telefonnummer und Emailadresse.
Deutschland im Lockdown: Rolle rückwärts in die Zukunft
Wie verändert sich unsere Gesellschaft, während Deutschland von einem Lockdown zum nächsten
Jutta Allmendinger
rumpelt? Zementieren Home-Office und Schulschließungen längst überwunden geglaubte Rollenmuster? Führt die Corona-Krise zu einer Retraditionalisierung für Frauen? Danach fragte das Bündnis für Familie Kreis Unna am vergangenen Dienstag gemeinsam mit dem Netzwerk Frau und Beruf Kreis Unna sowie dem Kompetenzzentrum Frau & Beruf in einem Online-Event mit Prof. Jutta Allmendinger.
Mehrfachbelastung im Home-Office, Unsicherheit und Angst um den Arbeitsplatz, Reduzierung der Arbeitszeit wegen familiärer Aufgaben sowie eine Stagnation in den Karriereentwicklungen von Frauen. So skizziert Anja Josefowitz die aktuelle Lage für Frauen. Sie ist die Sprecherin des Bündnisses für Familie Kreis Unna und begrüßte als Gastgeberin die mehr als 70 Teilnehmenden der Online-Veranstaltung.
Erleben Frauen gerade eine Rolle rückwärts? Professorin Jutta Allmendinger, Soziologin und Präsidentin des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung hatte bei Anne Will vor rund einem Jahr den Begriff der Retraditionalisierung aufgebracht und erinnert sich: „Man sprach dort über eine Abwrackprämie. Die soziale Frage wurde überhaupt nicht gestellt. Aber was passiert denn, wenn Kinder nicht mehr zur Schule gehen?“
Tanja Brückel._Foto: Susanne Beimann
Um die Frage der Corona Folgen zu beantworten, wirft Allmendinger zunächst einen Blick auf die Zeit davor: „Männliche Erwerbsarbeit und Lebensläufe sind seit unseren Großeltern nahezu unverändert. Sie gehen heute wie damals rund 39 Stunden einer Erwerbstätigkeit nach.“ Frauen haben sich an diese Rahmenbedingungen angepasst. Gleichzeitig betreuen sie weiter Kinder und Haushalt. In der Folge erleben sie Brüche und Beschränkungen in ihrem Berufsleben. So ist es heute für Frauen zwar selbstverständlich ein Stück finanzielle Unabhängigkeit und eigenes Leben zu haben. Für Männer ist es dagegen nach wie vor nicht selbstverständlich, Care-Arbeit als zentralen Bereich in ihrem Leben zu integrieren.
Das Ergebnis: Männer arbeiten, Frauen arbeiten auch und versorgen die Kinder. Männer verdienen, Frauen verdienen auch, nur deutlich weniger. Diese Unterschiede spiegeln sich im Gender Pay Gap, der in vielen Berechnungen zu einem „Zerrbild der Realität“ wird. Denn Frauen können derzeit gar nicht genauso berufstätig sein wie Männer, weil sie die Rahmenbedingungen nicht haben. „Das Jahres- oder Lebenseinkommen oder die Renten aus eigener Erwerbstätigkeit geben ein viel realistischeres Bild“, sagt Jutta Allmendinger. Hier klafft eine Lücke von rund 50 Prozent. Noch extremer werden die Zahlen, wenn man die unbezahlte Care Arbeit hinzunimmt. Frauen leisten vielfach mehr als doppelt so viel Care-Arbeit wie Männer.
Was passierte nun in der Corona-Pandemie? Viele politische Entscheidungen wurden zu Lasten der Frauen gefällt. Kein Wunder, denn die Gremien, die heute über Maßnahmen entscheiden, sind überwiegend männlich besetzt. Frauen und junge Menschen kommen dort nicht vor, erklärt die Soziologin.
Zum einen mussten die Frauen in systemrelevanten Berufen – meist ungeschützt – arbeiten oder Frauen mussten aufgrund ihrer Kinder ihren Arbeitsplatz nachhause verlegen und dort blieben sie insgesamt länger und häufiger als ihre männlichen Partner. Dies schlug sich deutlich in einer Reduzierung der Erwerbsarbeitsstunden von Frauen nieder, Unterbrechungen und das Ausbleiben angepeilter Karriereschritte waren die Folge. Dazu Jutta Allmendinger: „Sichtbarkeit in der Berufswelt ist auch für Karriere unverzichtbar. Wir dürfen uns doch nicht der Illusion hingeben, aus dem Home-Office heraus Karriere zu machen.“
Alleinerziehende traf es am schlimmsten. „Die Stressfaktoren schießen bei Frauen in den Himmel. Bei Männern war das anders und man hat gesehen, dass Männer früher wieder zurück an den Arbeitsplatz gekommen sind“, fasst Jutta Allmendinger die Lage zusammen.
Neben dem gesamtgesellschaftlichen Blick schlug die Veranstaltung auch die Brücke in die Region. Wie wirken sich diese Entwicklungen im Kreis Unna aus? Eine Frage, die Tanja Brückel als Geschäftsführerin des Landesverbandes der Mütterzentren NRW und Vorständin des Familiennetzwerks Familienbande Kamen beantwortete. Tanja Brückel: „Vielleicht zeigt die Pandemie, dass wir gar nicht so weit waren, wie wir dachten. Und sie offenbart uns, dass wir uns jetzt auf den Weg machen müssen.“ Während einige Familien sich ganz gut organisieren konnten, haben es andere auch psychisch sehr schwer. Ganz besonders betroffen seien die Alleinerziehenden. Hier kommen dann auch noch finanzielle und emotionale Nöte hinzu. „Die alleinstehende Kassiererin kann nicht den 100. Kinderkrankenschein nehmen, sonst verliert sie ihren Job“, berichtet Brückel.
Keine Frage: Corona hat ein Brennglas auf viele strukturelle Nöte und Probleme von Frauen und Familien gerichtet. Professorin Jutta Allmendinger zeigte in ihrem Vortrag Ansätze für Veränderungen auf. Wichtigster Punkt: Um diese strukturellen Ungleichheiten zu nivellieren, ist eine Angleichung der Wochenarbeitszeit für alle Geschlechter auf 32 Stunden notwendig. Außerdem ist die Politik gefragt, um die Faktoren, die die Ungleichheit zementieren, aus dem Weg zu räumen, wie das Ehegattensplitting und die geringfügige Beschäftigung. Darüber hinaus ist eine flächendeckende Umwandlung in Ganztagsschulen sowie die Quotierung in Führungspositionen erforderlich.
Viele Untersuchungen von Jutta Allmendinger zeigen, dass junge Männer und Frauen sich gerne von traditionellen Rollenmustern verabschieden möchten. Doch aufgrund von Ehegattensplitting, Lohnunterschieden und fehlender Kinderbetreuung finden sie sich dann doch wieder in den alten Mustern wieder. „Die jungen Männer und Frauen wollen Veränderung und wir müssen sie ermächtigen, das auch zu tun“, resümiert die Soziologin. .
Fazit: Familienthemen müssen politisch endlich ernst genommen werden, um die Lebenssituation von Frauen zu verbessern. Das hat Corona sehr deutlich gezeigt. So erlebten die 73 Gäste am Dienstag eine engagierte Veranstaltung, die aufgerüttelt hat und den Finger tief in eine zentrale Wunde unserer Gesellschaft gelegt hat. Anke Jauer vom Kompetenzzentrum führte als Moderatorin durch den Vormittag, der in einem Punkt Gewissheit gebracht hat: „Frauen wurden durch die Corona-Krise in der Familie stärker auf die Rolle der Care-Arbeiterin zurückgeworfen, und das hat nicht unerhebliche Folgen für ihre berufliche Zukunft“, sagt auch Bergkamens Gleichstellungsbeauftragte Martina Bierkämper, die gemeinsam mit ihrer Stellvertreterin Simone Reichert als Mitglieder des Netzwerks Frau und Beruf des Kreises Unna an der Veranstaltung teilnahmen.
Internationale Wochen gegen Rassismus: Rote Karte gegen Rassismus und grüne Karte für Vielfalt in Bergkamen
Antirassismus ist immer von hoher Relevanz – auch in Bergkamen. Seit 2019 steht das Projekt „Bergkamen for all“ für positiv gelebte Vielfalt und ein buntes Miteinander und setzt gerade jetzt während der internationalen Wochen gegen Rassismus (vom 15. bis 28. März 2021) ein deutliches Zeichen mit einer besonderen medialen Aktion.
Pandemiebedingt können zurzeit keine Aktionen vor Ort durchgeführt werden, sodass „Bergkamen for all“ die Social-Media-Ebenen wählt: Mit einer roten Karte für Rassismus und einer grünen Karte für Vielfalt möchten die Mitglieder ein Statement setzen und möglichst viele Menschen und Institutionen einladen, sich dieser Aktion anzuschließen.
Bürgermeister Schäfer zeigte sich erfreut über das Engagement aus der Bürgerschaft: „Dieser Einsatz zeigt, dass für Rassismus in einer vielfältigen Stadt wie Bergkamen kein Platz ist. Ich danke allen Mitgliedern des Projekts für ihr zivilgesellschaftliches Engagement.“
Mitmachen ist ganz einfach: Die grüne Karte für Vielfalt, die rote Karte gegen Rassismus oder die lila Karte „Wir in Bergkamen stehen für Menschlichkeit, Respekt und Vielfalt“ auf der Internetseite www.bergkamen-for-all.de/karte herunterladen und für Profilbilder, Social-Media-Posts, Aushänge, Videobotschaften etc. (gerne mit @bergkamenforall und #vielfaltleben und #bergkamenforall gerne auch #IWgR21 oder #InternationaleWochengegenRassismus) benutzen.
Gerne dürfen auch eigene Statements genutzt und alle Inhalte auf den Social-Media-Kanälen von „Bergkamen for all“ geteilt werden.
Die Mitglieder des Projekts „Bergkamen for all freuen sich jetzt auf viele Menschen und Institutionen, die diese Aktion unterstützen, ein Statement setzen und sich damit für Vielfalt und gegen Rassismus in Bergkamen positionieren. Für „Bergkamen for all“ engagieren sich unter anderem die AWO, der Integrationsrat, das Kommunale Integrationszentrum, das Multikulturelle Forum, Bergkamener Schulen, die Volkshochschule, verschiedene Religionsgemeinschaften sowie viele Menschen aus Bergkamen. Die divers zusammengesetzte und interdisziplinäre Gruppe positioniert sich für eine vielfältige Gesellschaft und gegen Ausgrenzung jeglicher Art.
Auf dem Foto zeigen Mitglieder des Bergkamener Integrationsrates gemeinsam mit Bürgermeister Bernd Schäfer und dem Verwaltungsvorstand eine klare Botschaft gegen Rassismus und Intoleranz.
Lehrstellen-Offensive: Kreistag gibt Rückenwind für breites Bündnis
Ausbildung in der Holzverarbeitung. Foto: Werkstatt Kreis Unna
„Ausbildung ist Zukunft“, betont Landrat Mario Löhr, „und deshalb müssen wir gerade jetzt während der Pandemie eine Offensive für mehr Ausbildung im Kreis Unna starten!“ Der Kreistag hatte auf Antrag der SPD-Fraktion beschlossen beim Thema Ausbildung weitere Maßnahmen zu ergreifen. Landrat Mario Löhr nimmt das als Rückenwind für die Gespräche mit vielen Akteuren, die er zur Vorbereitung einer breiten angelegten Initiative zurzeit führt.
Der Lehrstellenmarkt im Kreis ist seit Jahren extrem angespannt. Die Corona-Krise hat die Situation deutlich verschärft. Mario Löhr bekam jetzt Rückenwind von der Kreispolitik. Und so ruft der Landrat jetzt alle Partner zu einer gemeinsamen Kraftanstrengung auf. Zusammen mit der Werkstatt im Kreis Unna hat Löhr den ersten Baustein dafür schon gesichert: Das Land finanziert mit rund 1 Mio. Euro zusätzliche Ausbildungscoaches und außerbetriebliche Lehrstellen.
Die Zahl der abgeschlossenen Ausbildungsverträge ging zum Ausbildungsstart im letzten Sommer regional wie landesweit deutlich zurück. Über 15.000 Verträge wurden in NRW weniger abgeschlossen, 85 % davon durch Corona verursacht, erläutert der Landrat. Im Kreis blieben offiziell 155 Jugendliche unversorgt. Mehrere 100 junge Menschen suchten weiter eine Lehrstelle, leider erfolglos. Gleichzeitig klagen Unternehmen über Fachkräftenachwuchs und besetzten über 200 Stellen nicht, weil sie keinen geeigneten Jugendlichen fanden. Ein Trend, der seit Jahren steigt und der durch Corona erheblich verschärft wird. „Das darf so nicht weitergehen“, fordert Mario Löhr. „Wir können nicht riskieren, dass Teile der nachwachsenden Generation zu Coronaverlierern werden und auf der anderen Seite die Fachkräftelücke in den Betrieben immer größer wird“.
Startschuss Ausbildungsoffensive
Löhr ruft daher alle Partner der Region auf, „die Ärmel hochzukrempeln“ und mit ihm eine „Ausbildungsoffensive im Kreis Unna“ zu starten. Ziel ist, dass jedem Jugendlichen, der eine Lehre absolvieren will, auch ein Angebot unterbreitet wird. Einen ersten Erfolg kann der Landrat schon verzeichnen: Dem Chef der Werkstatt im Kreis Unna Herbert Dörmann ist es unter der Schirmherrschaft des Landrats und im Schulterschluss mit den Geschäftsführungen der Agentur für Arbeit Hamm und des Jobcenters Kreis Unna gelungen, erhebliche Landesmittel in die Region zu holen. 1 Mio. Euro will das Arbeitsministerium NRW mit seinem neuen Sonderprogramm „Kurs auf Ausbildung“ in die Hand nehmen, um Jugendliche anzusprechen, gezielt ihre beruflichen Wünsche und Interessen zu überprüfen und ihnen dann passgenaue Vorschläge für eine Berufsausbildung zu unterbreiten.
Gleichzeitig werden Unternehmen mit offenen Ausbildungsstellen über vorausgewählte Bewerber informiert und durch persönliche Kontaktherstellung mit den Jugendlichen zusammengebracht. Im Wege dieser 1:1 Vermittlung soll eine möglichst große Deckung zwischen den Wünschen der Jugendlichen und den Bedarfen der Unternehmen hergestellt werden.
Für junge Menschen, die trotz des Matching- und Coachingprozesses keine Stellen finden, finanziert das Land zusätzliche Ausbildungsplätze, die die Werkstatt im Kreis Unna einrichtet. Die Werkstatt kooperiert hier vor allem mit Betrieben, die wegen der Corona-Krise den finanziellen Aufwand der Ausbildung scheuen, obwohl sie ausbildungsberechtigt wären. Daher wird die Ausbildungsvergütung im ersten Jahr vom Land übernommen und der Ausbildungsvertrag mit der Werkstatt geschlossen. Mit den Unternehmen vereinbart die Werkstatt, dass sie den jeweiligen Jugendlichen ab dem zweiten Jahr übernehmen.
Langfristige Strategie
Für Landrat Löhr ist das ein denkbar guter Startschuss für seine Ausbildungsoffensive. Nach den Osterferien wird der Landrat dann alle Partner aus Industrie, Handel, Handwerk, der Gewerkschaft, der Arbeitsagentur und dem Jobcenter zusammen mit der Werkstatt im Kreis Unna einladen, um eine gemeinsame Strategie für die nächsten Jahre zu diskutieren. Hier könnten für den Landrat auch kommunale und Kreistochtergesellschaften mit einbezogen werden und eine Vorbildfunktion übernehmen. Dazu wird Löhr entsprechende Gespräche mit den Bürgermeistern/-innen im Kreis Unna aufnehmen. Und einen nächsten Meilenstein hat Löhr schon mit der Werkstatt im Kreis Unna fest im Blick: Die Bildungseinrichtung hat gemeinsam mit Arbeitsagentur-Chef Thomas Helm und Jobcenter-Geschäftsführer Uwe Ringelsiep einen erneuten Antrag beim Land platziert, um weitere 40 bis 60 landesfinanzierte Ausbildungsstellen in den Kreis Unna zu holen.
– Volker Meier –
BAföG-Stelle beim Kreis rät: Anträge frühzeitig stellen
Wer sich früh kümmert, zahlt selten drauf. Das gilt jedenfalls für BAföG-Leistungen. Der Kreis rät deshalb Schülern, bereits jetzt Anträge zu stellen, auch wenn die Ausbildung erst im August bzw. September beginnt.
Dieser Tipp gilt vor allem für die, die das Geld zur Absicherung des Lebensunterhaltes einplanen. „Erfahrungsgemäß kommt es durch die Vielzahl der zu Beginn des Schuljahres eingehenden Anträge bei der Bewilligung zu Verzögerungen. Und wer BAföG erst nach dem Beginn der Ausbildung beantragt, kann bares Geld verlieren“, betont Janina Schölzel, Sachgebietsleiterin für Teilhabe- und Förderleistungen.
Je vollständiger der Antrag, desto schneller fließt Geld
Ein Anspruch auf Ausbildungsförderung entsteht zwar mit Beginn der Ausbildung, gezahlt werden kann BAföG aber frühestens ab dem Monat der Antragstellung. Zusätzlich gilt: Je vollständiger ein BAföG-Antrag eingereicht wird, desto schneller können auch die Leistungen bewilligt werden.
Nähere Informationen über förderfähige Ausbildungen, erforderliche Antragsunterlagen, Ansprechpartner und Öffnungszeiten des Amtes für Ausbildungsförderung des Kreises Unna gibt es im Internet unter www.kreis-unna.de.
Der BAföG-Antrag kann auch unter www.bafoeg-online.nrw.de ausgefüllt und der Ausbildungsförderung übermittelt werden. Unbedingt beachten: Die Antragstellung gilt erst mit Eingang des Antrags per E-Mail, Fax oder per Post. PK | PKU
Gerhart-Hauptmann-Grundschule wird zum Familiengrundschulzentrum
Haupteingang der Gerhart-Hauptmann-Grundschule.
Die Gerhart-Hauptmann-Grundschule wird in Zusammenarbeit mit der AWO Bildung + Lernen zu einem Familiengrundschulzentrum. Das hat der Verwaltungsvorstand um Bürgermeister Bernd Schäfer und auch die Schulkonferenz so beschlossen. Inzwischen gibt es auch den Segen der Schulaufsicht.
Mit Familiengrundschulzentren wird die Grundidee von Kita-Familienzentren übertragen auf Familien mit Kindern im Grundschulalter. Ziel ist es, die Ressourcen von Eltern als kompetente Bildungspartner ihrer Kinder zu stärken und in gemeinsamer Verantwortung von Eltern und Schule den Grundschulkindern eine chancengerechte Bildungsbeteiligung zu ermöglichen. Leichtzugängliche Angebote, wie ein Eltern-Café und Angebote im Freizeitbereich sollen einen vertrauensvollen Kontaktaufbau zu den Familien ermöglichen.
Die Umsetzung vor Ort wird von einem Mitarbeiter der AWO Bildung und Lernen durchgeführt. Seyit Hecker ist seit dem 04.01.2021 als Vollzeitkraft an der Schule vor Ort. Seine Tätigkeit wird die Ausübung der Stelle des Schulsozialarbeiters und die Stelle des vor Ort tätigen Projektkoordinators umfassen. Herr Hecker wird vor Ort ein eigenes Büro und eine eigene Rufnummer erhalten, um für Fragen und Anliegen ansprechbar und erreichbar zu sein. Seine Arbeit und die einer koordinierenden Fachkraft in der Verwaltung wird durch eine Steuerungsgruppe unterstützt, die sich aus Vertreterinnen und Vertretern der Gerhart-Hauptmann-Grundschule, der Kita Villa-Kunterbunt, der Erziehungsberatungsstelle, dem Familientreff und dem Jugendamt zusammensetzt.
Für den Aufbau eines gesamtkommunalen Netzwerks haben, neben den in der Steuerungsgruppe genannten Kooperationspartnern, weitere Institutionen, wie zum Beispiel das Jobcenter und die AWO Migrationsdienste ihr Mitwirken bereits zugesagt.
Auf Grund der weiterhin herrschenden Corona-Pandemie kann die Umsetzung des Projektes jedoch nicht mit eine Fest auf dem Schulhof gestartet werden. Die Arbeit des Familiengrundschulzentrums wird jedoch auch während der Corona-Pandemie aufgenommen. Seyit Hecker wird vor Ort präsent sein und sich als Ansprechperson im Sozialraum vorstellen. In der Praxis wird er seine Arbeitsweise und Angebote jedoch stetig an die geltende Coronaschutzverordnung anpassen müssen. Die Anliegen und Fragen der Familien finden ab sofort bei ihm Gehör.
Stöbereien müssen erneut schließen: Sozialkaufhäuser bieten Extrarabatte, um Arbeitsplätze zu sichern – Online-Verkauf geht weiter
Stellvertretend für alle „Stöbereien“ im Kreis Unna machen (v. l.) Einrichtungsleiter Hartmut Voeckel, Mitarbeiterin Gisela Bidar und Betriebsleiter Damian Markowski zusammen mit dem Team der Stöberei Kamen auf die kurzfristige Rabattaktion aufmerksam. Fotos: DasDies Service GmbH
Die Mitarbeiter*innen der „Stöbereien“ sind traurig, aber geben nicht auf: Nur noch bis einschließlich kommenden Samstag, 27. März, sind die Second-Hand-Kaufhäuser der AWO-Tochter DasDies Service GmbH geöffnet. Das verlangen die aktuellen Corona-Auflagen. Wer bis dahin noch einmal vor Ort nach Möbeln stöbern will, erhält diese im Rahmen einer Osteraktion zum halben Preis. Ein Wunschtermin zu Kauf und Beratung in den Kaufhäusern kann persönlich, telefonisch oder online gebucht werden. Anschließend gehen die Stöbereien erneut in den Lockdown – der neue Online-Shop bleibt allerdings geöffnet.
Betriebsleiter Damian Markowski erläutert: „Wir machen die Osteraktion auch, um Platz für die Spenden in den Kaufhäusern zu schaffen.“ Denn es habe zuletzt erfreulicherweise viele Sachspenden für die Stöbereien gegeben; weitere sind herzlich willkommen. „Durch den Kauf unterstützen Sie den Erhalt von Arbeitsplätzen für Menschen mit Behinderung“, appelliert Markowski an die Mitbürger*innen. In dem Inklusionsunternehmen arbeiten Menschen mit und ohne Unterstützungsbedarf auf Augenhöhe zusammen. „Der Verkauf geht aber auch nach Ostern in unserem Onlineshop weiter“, sagt Markowski. Die Ware kann dann im „Click and collect“-Verfahren vor Ort abgeholt oder aber per Post zugestellt werden.
Die Kontaktdaten zur Buchung und die jeweiligen Öffnungszeiten in Kamen, Lünen, Bergkamen und Bönen finden Interessent*innen auf der Internetseite der Stöbereien. Möbel, Haushalts- und Elektrogeräte, Kleidung und Textilien, Spielzeug, Bücher – die Auswahl ist groß. Einen Überblick über alle Schnäppchen und Raritäten bietet auch der neue Online-Shop.
AWO-Kitas und Seniorenzentrum setzen Zeichen gegen Rassismus
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Bergkamener AWO-Kitas und des Hermann-Görlitz-Zentrums setzen ein Zeichen gegen Rassismus.
Am 15.03.21 sind die internationalen Wochen gegen Rassismus gestartet. Das Thema Rassismus benötigt weiterhin viel Aufmerksamkeit um einer vielfältigen, bunten und antirassistischen Gesellschaft näher zu kommen. Wie in jedem Jahr positioniert sich auch die AWO für eine vielfältige Gesellschaft und gegen Ausgrenzung jeglicher Art. Diesmal nicht mit einer Aktion vor Ort, sondern mit einer medialen Aktion.
Das Projekt „Bergkamen for all“, in dem sich auch die AWO engagiert, steht für positiv gelebte Vielfalt, ein buntes Miteinander und hat diese mediale Aktion ins Leben gerufen. Die AWO möchte mit dieser Collage ein Statement setzen und möglichst viele Bürger und Institutionen einladen sich an dieser Aktion zu beteiligen.
Das ist ganz einfach – Einfach die grüne Karte für Vielfalt, die rote Karte gegen Rassismus oder die Lila Karte Wir in Bergkamen stehen für Menschlichkeit, Respekt und Vielfalt auf der Internetseite Bergkamen-for-all.de herunterladen und benutzen für:
Profilbilder, Social-Media Posts, Aushänge, Videobotschaften etc. gerne mit @bergkamenforall und #vielfaltleben und #bergkamenforall gerne auch #IWgR21 oder #InternationaleWochengegenRassismus
Gerne dürfen auch eigene Statements genutzt werden und selbstverständlich darf auch alles von der Bergkamen for all Facebookseite/ Instagramseite geteilt werden
Die AWO Einrichtungen in Bergkamen und das Projekt Bergkamen for all wünschen sich eine große Traube von Personen und Institutionen die diese Aktion unterstützen, ein Statement setzen und sich damit FÜR Vielfalt und GEGEN Rassismus positionieren
Pandemie lässt Appetit auf Süßwaren steigen: 13.200 Tonnen im Kreis Unna
Süßwaren liegen in der Pandemie im Trend. Wer Schokolade, Kekse & Co. herstellt, soll nun eine Lohnerhöhung bekommen, fordert die Gewerkschaft NGG. Foto: NGG
Hunger auf Schokolade & Co. in der Pandemie gestiegen: Im Kreis Unna wurden im vergangenen Jahr rein rechnerisch rund 13.200 Tonnen Süßwaren gegessen – davon allein 3.700 Tonnen Schokoladenwaren, 2.200 Tonnen Knabberartikel und 1.800 Tonnen Speiseeis. Diese Zahlen hat die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) anhand aktueller Zahlen des Bundesverbandes der Deutschen Süßwarenindustrie ermittelt. Demnach stieg der Verbrauch süßer und salziger Snacks im vergangenen Jahr um 2,6 Prozent auf durchschnittlich 33,4 Kilo pro Kopf.
„Vom Eis, das zuhause gegessen wird, wenn die Eisdiele zu hat, über das Stück Schokolade als Nervennahrung im Homeoffice bis hin zu den Chips vorm heimischen Fernseher – in der Pandemie greifen viele Menschen verstärkt zu Süßwaren“, sagt Torsten Gebehart, Geschäftsführer der NGG-Region Dortmund. Die steigende Nachfrage gerade im Lebensmitteleinzelhandel führe zu wachsenden Umsätzen bei den Herstellern, an denen nun auch die Beschäftigten der Branche beteiligt werden sollen. In der im April beginnenden Tarifrunde für die nordrhein-westfälische Süßwarenindustrie verlangt die NGG ein Einkommensplus. Ende März legt die Tarifkommission der Gewerkschaft die genauen Forderungen fest.
„Von einer Krise kann in der Branche, anders als in vielen anderen Wirtschaftszweigen, keine Rede sein“, betont Gebehart. Zwar habe es im Zuge weltweiter Lockdowns leichte Rückgänge beim Exportgeschäft gegeben. Aber „unterm Strich“ stünden die Firmen wirtschaftlich gut da. Im vergangenen Jahr stieg der Umsatz in der deutschen Süßwarenindustrie laut Statistischem Bundesamt um 7,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Nach Unternehmensangaben gab es im vergangenen Jahr die stärksten Zuwächse im Bereich der Knabberartikel (Salzstangen, Chips, gewürzte Erdnüsse usw.). 2020 stieg hier der Pro-Kopf-Verbrauch um 8,4 Prozent auf 5,6 Kilo.
DRK-Blutspendetermin am 22. März im Martin-Luther-Zentrum: Bitte vorher im Internet anmeldn
Der nächste Blutspendetermin des DRK in Bergkamen findet statt am Montag, 22. März, von 16 bis 19.30 Uhr im Martin-Luther-Zentrum, Preinstraße 38, in Oberaden.
Der DRK Blutspendedienst West hat mit seinem Terminreservierungssystem erfolgreich auf die Schutzbestimmungen zur Coronapandemie reagiert und gleichzeitig den Service zu den Blutspendeterminen gesteigert. Seit dem Jahreswechsel kann sich flächendeckend jeder seinen Wunschtermin reservieren. Blut spenden ist ohne lange Wartezeit und unter den höchstmöglichen Sicherheits- und Hygienestandards möglich.
Die Zulassungsbestimmungen für die Blutspende haben bereits vor Ausbruch der Coronapandemie einen hohen Schutz für Spender und Empfänger von Blutkonserven gewährleistet und garantieren auch weiterhin enorme Sicherheit für die daraus hergestellten Arzneimittel. „Der Blutspendedienst informiert tagesaktuell über die Rahmenbedingungen, eventuelle Ausschlusskriterien und vieles mehr rund um die Blutspende.“ berichtet Stephan Jorewitz vom Zentrum für Transfusionsmedizin in Hagen und rät: „Bevor sich Spender auf den Weg zu uns machen, empfehlen wir einen Blick auf die Internetseite des Blutspendedienstes und bitten ausdrücklich darum, sich im Vorfeld unter blutspende.jetzt einen Termin zu reservieren und eine medizinische Maske zu tragen.“ Weitere Informationen und Termine erhalten Sie auch kostenfrei unter 0800 -11 949 11.
Aus Infektionsschutzgründen bittet der Blutspendedienst darum, auf Begleitpersonen zu verzichten sowie einen eigenen Kugelschreiber zu benutzen. Blutspender werden nicht auf Corona getestet – für die Übertragbarkeit des Coronavirus durch Blut gibt es keine Hinweise. Aktuell gibt es anstelle der Bewirtung zum Abschluss der Blutspende einen kleinen Imbiss als „Lunch-ToGo“.
Blut spenden kann jeder ab 18 Jahren; Neuspender bis zum 69. Geburtstag. Zur Blutspende muss immer ein amtlicher Lichtbildausweis mitgebracht werden. Männer dürfen sechs Mal und Frauen vier Mal innerhalb von zwölf Monaten Blut spenden. Zwischen zwei Blutspenden müssen 56 Tage liegen. Für alle, die mehr über die Blutspendetermine in Wohnortnähe erfahren wollen, hat der DRK-Blutspendedienst West im Spender-Service-Center eine kostenlose Hotline geschaltet. Unter 0800 -11 949 11 werden montags bis freitags von 8.00 bis 18.00 Uhr alle Fragen beantwortet.
10 Jahre paddeln gegen den Brustkrebs: Jubiläumsbuch über die Ladybugs gibt es jetzt im Gartencenter röttger
Paddeln gegen den Brustkrebs: Das Buch über 10 Jahre Ladybugs gibt es jetzt auch im Gartencenter röttger (v. l.): Autorin Heike Auel, Claudia Röttger und Simone Röttger.
Vor zehn Jahren stiegen Patientinnen des Brustkrebszentrums Unna-Lünen in der Marina Rünthe in ein Drachenboot des Kanuvereins „St. Barbara“ Rünthe. Paddeln hilft, gegen diese tückische Krankheit anzukämpfen. Es stärkt die Muskulatur des Oberkörpers und fördert auch den Lymphfluss, hatten ihnen ihre Ärztinnen und Ärzte erklärt.
Jetzt zum kleinen Jubiläum haben sich die „Ladybugs“, wie sie sich inzwischen nennen, ein zweites Drachenboot gekauft und es ist auch ein Buch im Ventura Verlag Werne erschienen, das die vielen großen und kleinen Ereignisse im zurückliegenden Jahrzehnt beschreibt.
Für sie sei das schönste Erlebnis die Teilnahme an einer großen Drachenboot-Regatta in Florenz, bei dem sich rund 4000 Pink Paddlers aus aller Welt getroffen hatten, berichtet Heike Auel, die Autorin des Jubiläumsbuchs mit dem Titel „Are you ready? Attention Go! Die Ladybugs – im Drachenboot gegen den Brustkrebs“. Pink Paddlers, so nennen sich die Frauen mit Brustkrebs auch.
Neben dem regelmäßigen Training beteiligen sich die Ladybugs an Drachenboot-Regatten. Dabei gehe es ihnen nicht darum, eine möglichst gute Platzierung zu erreichen. Viel wichtiger sei das Gemeinschaftsgefühl. „Wir sitzen alle ein einem Boot.“ Inzwischen haben sie sich dem KSC Lünen angeschlossen,
„Vielleicht kann dieses Buch Betroffenen und Angehörigen Mut machen“, heißt es im Klappentext. Das will auch Claudia Röttger unterstützen. Seit Freitag kann das Buch an den Kassen ihres Gartencenters zum Preis von 12 Euro gekauft werden. Aufmerksam auf dieses Buch wurde die Firmenchefin durch ihre Schwägerin Simone, die ebenfalls im Drachenboot der Ladybugs paddelt.