Der Arbeitsmarkt im Kreis Unna: Die Frühjahresbelebung hält weiterhin an, aber die Langzeitarbeitslosigkeit steigt

Im Kreis Unna reduzierte der Bestand an gemeldeten Arbeitslosen im Vergleich zum Vormonat um 235 auf 16.405. Im Vergleich zu Mai 2020 reduzierte sich die Arbeitslosigkeit um 305 (-1,8 Prozent). Die Arbeitslosenquote sank erneut um 0,1 Punkte auf 7,7 Prozent. Vor einem Jahr betrug sie 7,8 Prozent.

„Im Mai hat sich die Arbeitslosigkeit deutlich reduziert“, beschreibt Agenturchef Thomas Helm die Entwicklung im vergangenen Monat. Neben Jüngeren und Menschen mit Migrationshintergrund hätten beide Rechtskreise Anteil an dieser positiven Entwicklung, der Bereich der Arbeitslosenversicherung jedoch deutlich mehr. Dennoch: „Dass sich die Arbeitslosigkeit auch in der Grundsicherung allmählich rückläufig entwickelt, ist ein wichtiges Indiz dafür, dass sich
Unternehmen im Kreis Unna zum Arbeitsplatzerhalt und zur Einstellung neuer Arbeitskräfte bekennen. Für eine Trendwende sind diese Anzeichen noch nicht ausreichend, aber sie deuten in die richtige Richtung.“ Bis zu den Sommerferien rechnet Thomas Helm mit einer Verstetigung der Entwicklung.

Entwicklung in den zehn Kommunen des Kreises
In allen zehn Kommunen des Kreises Unna entwickelte sich die Arbeitslosigkeit im vergangenen Monat rückläufig. Den größten Abbau verzeichnete Schwerte (-4,4 Prozent bzw. 74 auf 1.591). Danach folgen Holzwickede (-3,8 Prozent bzw. 20 auf 505), Fröndenberg (-3,1 Prozent bzw. 19 auf 592), Werne (-2,4 Prozent bzw. 23 auf 927), Lünen (-1,1 Prozent bzw. 52 auf 4.656), Selm (-1,0 Prozent bzw. neun auf 895), Bönen (-0,8 Prozent bzw. sechs auf 755) Bergkamen (-0,7 Prozent
bzw. 17 auf 2.446), Unna (-0,6 Prozent bzw. 13 auf 2.143) und Kamen (-0,1 Prozent bzw. zwei auf
1.895).




Pflege- und Wohnberatung: Kurzzeitig nur eingeschränkt erreichbar

Die Pflege- und Wohnberatung im Kreis Unna ist in der Zeit vom 7. bis zum 18. Juni nicht durchgehend besetzt. Pflegebedürftige Menschen, deren Angehörige und andere Ratsuchende können sich in dieser Zeit telefonisch unter Tel. 0 23 07 / 28 99 06 0 oder 0 800 / 27 200 200 (kostenfrei) an die Beratungsstelle wenden.

Es ist ein Anrufbeantworter geschaltet, der regelmäßig abgehört wird, so dass Beratungsanfragen zeitnah beantwortet werden. Ebenfalls ist eine Kontaktaufnahme per E-Mail an pwb@kreis-unna.de möglich. Die Beratung erfolgt kostenfrei und anbieterunabhängig.

Hintergrund
Die Pflege- und Wohnberatung im Kreis Unna bietet:

Informationen über die Leistungen der Pflegeversicherung
Hilfen bei der Antragstellung
Vorbereitung auf die Begutachtung zur Feststellung eines Pflegegrades
Information über Betreuungs- und Pflegeangebote im Kreis Unna und deren Kosten
Beratung für Menschen mit Demenz und deren Angehörige
Information über Hilfsmittel wie z.B. Herdüberwachung oder Treppensteighilfen
Beratung bei barrierefreien Umbaumaßnahmen

PK | PKU




Anträge auf Elterngeld: Bearbeitung dauert bis zu acht Wochen

Die Elterngeldstelle beim Fachbereich Familie und Jugend muss auf einen langfristigen personellen Engpass reagieren. Das teilt der Kreis Unna mit. Um den Eltern das dringend benötigte Geld schnellstmöglich überweisen zu können, ist die Elterngeldstelle ab morgen, Dienstag, 1. Juni bis auf Weiteres telefonisch nicht mehr zu erreichen.

Der Fachbereich Familie und Jugend ist für alle Städte und Gemeinden im Kreisgebiet für die Auszahlung von Elterngeld zuständig. Aktuell dauert die Bearbeitung der Anträge bis zu acht Wochen. Damit die Bescheide möglichst schnell wieder zügiger verschickt werden, müssen zunächst Rückstände abgearbeitet werden.

Mit Anfragen überflutet
„Wir können gut verstehen, dass junge Eltern sich gerade jetzt nach dem Bearbeitungsstand erkundigen“, unterstreicht Fachbereichsleiterin Katja Schuon. „Derzeit wird die Elterngeldstelle jedoch mit telefonischen Anfragen überflutet – was dazu führt, dass sich die Bearbeitungszeiten weiter verlängern.“

Deshalb wird die Elterngeldstelle zunächst telefonisch nicht mehr erreichbar sein. Eltern werden gebeten, sich mit eiligen Fragen, die nicht den Bearbeitungsstand betreffen, per E-Mail an elterngeld@kreis-unna.de zu wenden. Sie erhalten dann eine schnellstmögliche Antwort.

Hilfreiche Tipps im Internet
Viele Antworten auf Fragen rund ums Elterngeld sind in einer FAQ-Liste zusammengefasst. Sie findet sich auf www.kreis-unna.de/elterngeld. Hier gibt es unter anderem auch Antragsvordrucke, einen Elterngeldrechner und viele hilfreiche Links. PK | PKU




Alle haben schon eine Stelle – Fachschule für Pflegeberufe: Neue Fachkräfte starten ins Berufsleben

Schulleiterin Heike Brauckmann-Jauer (rechts) und Pflegelehrerin Annette Müsch haben allen Absolventinnen und Absolventen ein Segenskreuz zur Erinnerung an die Ausbildungszeit mit auf den Weg gegeben. Foto: drh

Einen besonderen Grund zur Freude haben 20 Auszubildende der Fachschule für Pflegeberufe der Diakonie Ruhr-Hellweg: Sie haben erfolgreich ihre Abschlussprüfung bestanden und sind nun staatlich anerkannte Altenpflegerinnen  und -pfleger. Und nicht nur das: Alle haben schon eine Stelle im Umkreis gefunden. Viele wurden auch direkt von ihren Ausbildungsträgern übernommen.

Die feierliche Zeugnisübergabe mit Familien und Ausbildungsträgern konnte pandemiebedingt leider nicht stattfinden. Dafür wurde der Pflegenachwuchs jetzt nach und nach in kleinen Gruppen verabschiedet, natürlich unter Einhaltung aller Schutz- und Hygienemaßnahmen. „Über das bestandene Examen können Sie sich gleich doppelt freuen“, gratulierte Schulleiterin Heike Brauckmann-Jauer den Auszubildenden. „Sie mussten sich in der Corona-Krise unter besonderen Bedingungen zum größten Teil zu Hause auf ihre Prüfung vorbereiten. Natürlich war unsere digitale Unterrichts- und Lernplattform dabei  eine große Unterstützung. Aber Präsenzunterricht und direkter Kontakt wären in dieser Situation sicherlich noch besser gewesen.“ Auch Kursleiterin Annette Müsch wünschte ihren Schützlingen alles Gute für die Zukunft. Zum Schluss gab es für alle ein Segenskreuz als Andenken.

Ihre Zeugnisse erhielten: Khaled AlAlleiwi, Damian Blaas, Jillian-Christin Ehret, Sabrina Eichert, Franzisca Frigge, Jonas Glahn, Veronika Hirsch, Samara Inglis, Teresa Janda, Nicole Koch, Natalia Koscielak, Sylwia Mastalerz, Natalie Meinzer, Mariola Miemczyk, Xhesilda Nikolli, Jasmin Rohmann, Denise Stratmann, Denise Wolter, Hüseyin Yamak und Dennis Zakrzewski.

Der nächste Ausbildungskurs in Bergkamen hat bereits begonnen. Über die Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten der Pflegeschule können sich Interessierte gerne informieren und einen Platz reservieren lassen, Telefon 02307-98300-50. (drh)

Internet: www.diakonie-ruhr-hellweg.de




Heute Impfung; morgen Blutspende?!: Die Termine des DRK in Bergkamen im Mai

Zu gleich drei Blutspendetermine lädt das DRK jetzt ein. Sofern keine Impfreaktionen wie beispielsweise Fieber oder eine lokale Schwellung auftreten, können Geimpfte am Folgetag schon wieder Blut spenden, teilt das DRK mit. Weitere Informationen und Termine finden Sie unter blutspende.jetzt

  • Dienstag, 25. Mai, Bergkamen Weddinghofen, 15:00 – 19:30 Uhr im Ev. Gemeindehaus, Goekenheide 7;
  • Freitag, 28.  Mai, Bergkamen Rünthe, 15:00 – 19:30 Uhr,  im Gemeindezentrum Haus der Mitte, Kanalstr. 7;
  • Freitag, 28. Mai, Bergkamen Mitte, 15:00 – 20:00 Uhr, im Treffpunkt, Lessingstr. 2

In den vergangenen Monaten ist es mit vereinten Anstrengungen gelungen, die Versorgung schwerkranker Patienten mit Blutkonserven zu garantieren. Das Rote Kreuz dankt allen Menschen, die mit ihren Blutspenden dazu beigetragen haben und appelliert, dies auch weiterhin zu tun. Nach einer Impfung mit einem SARS-CoV-2-Impfstoff ist keine Rückstellung von der Blutspende erforderlich. Das gilt gleichermaßen für die mRNA-Impfstoffe (Moderna, BioNTtech) wie auch für die verwendeten Vektorimpfstoffe (AstraZeneca, Johnson & Johnson). Sofern keine Impfreaktionen wie beispielsweise Fieber oder eine lokale Schwellung auftreten, können Geimpfte am Folgetag schon wieder Blut spenden.

Dies ist aus Sicht des Sprechers des DRK-Blutspendedienstes, Stephan David Küpper, eine enorm wichtige Nachricht: „Wäre nach einer Corona-Impfung eine Rückstellung von der Blutspende nötig, würden wir bei einer steigenden Impfquote viele Spenderinnen und Spender verlieren, was wiederum zu einem weiteren Engpass in der Versorgung der Patienten mit Blutpräparaten führen würde.“ Eine Testung des gespendeten Blutes wird nicht durchgeführt, da sich das Virus nach aktuellem wissenschaftlichem Stand (Robert-Koch-Institut, Paul-Ehrlich-Institut) nicht im Rahmen einer Bluttransfusion übertragen lässt. Für die Patienten und Transfusionsempfänger besteht daher keine Gefahr. Durch die Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen auf den Terminen gewährleistet das DRK einen größtmöglichen Schutz sowohl für alle Blutspender wie für die ehrenamtlichen und die hauptamtlichen Mitarbeiter.

Weitere Infos zum Hygienekonzept und ein Corona-FAQ sehen Sie online: www.blutspendedienst-west.de/corona „Terminreservierungen sind Bestandteil des Corona-Schutzkonzeptes, denn sie verhindern lange Wartschlangen.“ ergänzt Stephan Jorewitz vom Zentrum für Transfusionsmedizin in Hagen und rät: „Bevor sich Spender auf den Weg machen, empfehlen wir einen Blick auf die Internetseite des Blutspendedienstes und bitten ausdrücklich darum, sich im Vorfeld unter blutspende.jetzt einen Termin zu reservieren und eine medizinische Maske zu tragen.“ Weitere Informationen und Termine erhalten Sie auch kostenfrei unter 0800 -11 949 11.

„Medizinische Maske“ definiert sich laut § 3 Absatz 1 der Coronaschutzverordnung NRW wie folgt: „Medizinische Masken […] sind sogenannte OP-Masken, Masken des Standards FFP2 oder diesen vergleichbare Masken (KN95/N95).“

Aus Infektionsschutzgründen bittet der Blutspendedienst darum, auf Begleitpersonen zu verzichten sowie einen eigenen Kugelschreiber zu benutzen. Blutspender werden nicht auf Corona getestet – für die Übertragbarkeit des Coronavirus durch Blut gibt es keine Hinweise. Aktuell gibt es anstelle der Bewirtung zum Abschluss der Blutspende einen kleinen Imbiss als „Lunch-ToGo“.

Blut spenden kann jeder ab 18 Jahren; Neuspender bis zum 69. Geburtstag. Zur Blutspende muss immer ein amtlicher Lichtbildausweis mitgebracht werden. Männer dürfen sechs Mal und Frauen vier Mal innerhalb von zwölf Monaten Blut spenden. Zwischen zwei Blutspenden müssen 56 Tage liegen. Für alle, die mehr über die Blutspendetermine in Wohnortnähe erfahren wollen, hat der DRK-Blutspendedienst West im Spender-Service-Center eine kostenlose Hotline geschaltet. Unter 0800 -11 949 11 werden montags bis freitags von 8.00 bis 18.00 Uhr alle Fragen beantwortet.




Online-Veranstaltung zum Thema „Islamistische Hassreden in Sozialen Medien“

Das Multikulturelle Forum lädt zur Online-Veranstaltung „Islamistische Hassreden in Sozialen Medien“ am Donnerstag, 27. Mai von 10 bis 12 Uhr ein.

Die Wegweiser Beratungsstelle Dortmund, Hamm und Kreis Unna bietet einen Workshop zu Wechselwirkungen zwischen antimuslimischem Rassismus und Islamismus in Sozialen Medien an.

Anhand von konkreten Beispielen von Hassreden in Sozialen Medien soll die wechselseitige Bezugnahme von antimuslimischen und islamistischen Akteur*innen und die Instrumentalisierung von antimuslimischem Rassismus von Islamist*innen beleuchtet werden. Im Mittelpunkt stehen hierbei die Mechanismen, welche gezielt eingesetzt werden, um insbesondere Jugendliche und junge Erwachsene für die islamistische Ideologie zu gewinnen. Hierzu wird es auch eine kleine Gruppenübung geben.

Anmeldungen sind bis zum 25. Mai unter guengoer@multikulti-forum.de möglich.

Die Teilnahme erfolgt via Zoom; eine E-Mail mit euren persönlichen Zugangsdaten erhalten die Teilnehmenden rechtzeitig vor Seminarbeginn.




DRK trägt „Licht der Hoffnung“ durch den Kreis Unna

Von Unna über Bönen und Bergkamen nach Holzwickede – auf ihrer Reise durch den Kreis Unna hat das „Licht der Hoffnung“ des DRKs am vergangenen Wochenende so einiges erlebt und ging durch viele große und kleine Hände.

Von Unna aus wurde die Fackel mit dem Schlitten nach Bönen transportiert, wo bereits begeisterte Kinder in der Kita Puzzlekiste warteten und die Fackel weiter zur Kita Nordlicht brachten. Von dort aus ging es mit dem Bollerwagen zum Ortsverein Bönen und anschließend nach Bergkamen. Ab hier wurde es dann sportlich: Die Fackel wurde weiter mit dem Fahrrad nach Holzwickede transportiert, machte dort auch einen Stopp am Perthes-Haus, wo der Ortsverein Holzwickede regelmäßig die Corona-Testungen für Besucher übernimmt, und wurde anschließend noch zur Kreisgeschäftsstelle für ein kurzes Abschiedsfoto gebracht.

Von dort aus führte der Weg dann weiter nach Warstein, wo wir das Licht der Hoffnung am Samstagabend an den Kreisverband Lippstadt-Hellweg übergeben konnten. Die Reise der Fackel wurde von zahlreichen ehren- und
hauptamtlichen Mitarbeiter*innen aus den DRK-Ortsvereinen und unseren Kindertageseinrichtungen unterstützt und begleitet.

Und warum das alles? Seit 1992 erinnern tausende von Menschen aus der ganzen Welt alljährlich am 24. Juni bei einem Fackelzug (italienisch = Fiaccolata) des Italienischen Roten Kreuzes von Solferino nach Castiglione delle Stiviere an die Anfänge der Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung. Wegen der Corona-Pandemie muss die Fiaccolata in diesem Jahr zum zweiten Mal in Folge ausfallen.

Doch „Not macht bekanntlich erfinderisch“! Deshalb hat sich der DRK Landesverband Westfalen-Lippe nun etwas ganz Besonderes einfallen lassen: Unter dem Motto „Licht der Hoffnung“ wurde am 8. Mai eine Fackel von Münster Richtung Solferino auf den Weg gebracht. Von Münster ging es über das Tecklenburger Land und den Teutoburger Wald ins Ruhrgebiet nach Herne, Wanne-Eickel und Bochum-Wattenscheid, ehe die Fackel am vergangenen Donnerstag mit einem Einsatzfahrzeug den Kreis Unna erreichte.

„Eine großartige Aktion, die Hoffnung und Zusammenhalt symbolisiert“, freute sich Michael Makiolla, Vorstandsvorsitzender des DRKKreisverbandes Unna, Teil des Fackellaufes sein zu dürfen. „Das ist ein tolles Beispiel dafür, wie gut das weltumspannende Netzwerk des Roten Kreuzes auch in herausfordernden Zeiten funktioniert.“

Vom Kreis Unna aus führt der Weg der Fackel nun in den nächsten Wochen über Warstein, Lippstadt, Gütersloh und Herford u.a. per Paddelboot, Drohne, mit Einsatzmotorrädern und einem „Autokorso“ entlang diverser Sehenswürdigkeiten in den Landesverband Niedersachsen. Von hier aus geht die Reise durch Niedersachsen, Hessen, Nordrhein, Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Bayern, bis das Österreichische und schlussendlich das Italienische Rote Kreuz übernehmen und sie zum Ziel in Solferino tragen.

Historischer Hintergrund:
Am 24. Juni 1859 wird der Schweizer Henry Dunant auf einer Geschäftsreise mit den Konsequenzen der Schlacht von Solferino konfrontiert, einer der blutigsten Schlachten der Weltgeschichte. Die Schlacht gilt als Geburtsstunde des Roten Kreuzes: In den Tagen nach der Schlacht wurde die etwa acht Kilometer entfernte Stadt Castiglione delle Stiviere durch die Aktivitäten von Rotkreuzbegründer Dunant zum Mittelpunkt der Hilfeleistungen für die Verwundeten. Um daran zu erinnern, veranstaltete das Italienische Rote Kreuz das erste Mal im Jahr 1992 einen Fackelzug von Solferino nach Castiglione delle Stiviere.




Sorge wegen ausgefallenen Berufsschulunterrichts: Bäckerei-Azubis im Kreis Unna fit für die Abschlussprüfung machen

Wer in einer Bäckerei lernt, soll bei der Vorbereitung auf die Abschlussprüfung unterstützt werden, fordert die Gewerkschaft NGG. Foto: NGG

Nachwuchssorgen im Bäckerhandwerk: Auszubildende, die im Kreis Unna kurz vor ihrer Abschlussprüfung zur Bäckergesellin oder zum Fachverkäufer stehen, sollen besser auf ihre Klausur vorbereitet werden. Das fordert die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG). „Weil der Berufsschulunterricht pandemiebedingt über Monate ausgefallen ist oder nur digital stattfand, haben viele Azubis wichtigen Stoff verpasst und blicken mit Bauchschmerzen auf die anstehende Prüfung“, sagt Torsten Gebehart von der NGG-Region Dortmund.

Die heimischen Bäckereien sollen ihren Nachwuchskräften mehr Zeit fürs Lernen geben und einen zusätzlichen Vorbereitungskurs anbieten, so die Gewerkschaft. Nach einer neuen Förderrichtlinie werden die Kosten für solche Kurse zur Hälfte vom Bund übernommen – maximal 500 Euro. Laut Arbeitsagentur arbeiten im Kreis Unna aktuell rund 1.300 Menschen in Bäckereien – unter ihnen 100 Azubis.

„Die Branche hat ohnehin große Schwierigkeiten, genügend Nachwuchs für die harte Arbeit in der Backstube oder am Verkaufstresen zu finden. Eine hohe Durchfallquote bei den Gesellenprüfungen würde den Fachkräftemangel weiter verschärfen“, warnt Gebehart. Prüfungsvorbereitungskurse werden unter anderem von den Bildungseinrichtungen des Bäckerhandwerks (ADB-Fachschulen) und von den Handwerkskammern angeboten. Bundesweit hat die Gewerkschaft NGG gemeinsam mit dem Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks Betriebe dazu aufgerufen, die Fördermittel für die Prüfungsvorbereitungskurse zu nutzen.




Aktionskreis trauert um sein Gründungsmitglied Walter Isensee

Der Aktionskreis trauert um sein Gründungsmitglied Walter Isensee.  Er war seit Gründung des Vereins im Jahre 2006 ein aktives Mitglied und unterstützte auf vielfältige Weise die vom Vorstand unternommenen Aktivitäten zur Verbesserung der Regulierung der Bergschäden an Häusern und Wohnungen betroffener Bürger und Bürgerinnen in Bergkamen. Für den Bereich des Bergwerks Ost stellte er sich in einem Musterprozess als Kläger gegen den Bergbaubetreiber wg. Jahre langer Erschütterungen zur Verfügung.




Wohlfahrtspflege für eine vielfältige Gesellschaft: Projekt zur Stärkung sozialer Träger lädt zu Veranstaltung ein  

Soziale Hilfen werden in Deutschland überwiegend von freien Wohlfahrtsträgern geleistet: Ob Kitas, Erziehungshilfe oder Freizeitangebote, Seniorentreffs und Pflegeheime, Dienste für Menschen mit Behinderung, Unterstützungsangebote für Menschen in sozialer Notlage oder aber auch Beratungsdienste für Einwander:innen und Geflüchtete – nicht der Staat erbringt diese Leistungen, sondern verschiedene Träger sozialer Arbeit.

Zu dieser Trägervielfalt gehören längst auch muslimische und alevitische Gemeinden, Organisationen und Initiativen: Sie leisten wichtige Arbeit – und das nicht nur für ihre eigenen Communities. Unterstützung erhalten diese Einrichtungen seit einiger Zeit vom Multikulturellen Forum: „Diese Vereine und Gemeinden sind an vielen Stellen nicht in die Prozesse der Wohlfahrtspflege in Deutschland eingebunden. Beispielsweise sind ihnen häufig Formalitäten wie die Anerkennung als Kinder- und Jugendhilfeträger nicht bekannt, die aber Voraussetzung für bestimmte Fördergelder sind,“ erläutert Mitarbeiterin Hediye Açık. Sie verantwortet beim Multikulturellen Forum das Projekt „Gemeinsam Lernen im Dialog – Muslimische und alevitische Sozialarbeit stärken“ für Lünen und Bergkamen, das vom NRW-Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration gefördert wird.

Mit Seminaren zu fachlichen Standards im Bereich Jugendarbeit, Seniorenarbeit oder in der Flüchtlingshilfe, Fortbildungen zu Finanzierungskonzepten und Förderstrukturen sowie weiterer Unterstützungs- und Vernetzungsangebote möchte das Projekt diese wichtigen Akteure der sozialen Arbeit stärken. „In einer von Vielfalt geprägten Gesellschaft brauchen wir eine ebenso vielfältige Landschaft der Wohlfahrtspflege und dafür möchten wir einen Beitrag leisten,“ resümiert Açık.

Als nächstes steht im Projekt eine Veranstaltung zur Vereinsführung während der Corona-Pandemie an. Am 25. Mai informiert der renommierte Vereinsrechtler Michael Röcken ab 17.30 Uhr in einem Online-Seminar über die besonderen (Übergangs-)Regeln im Vereins- und Gemeinnützigkeitsrecht während der Ausnahmezeit der Pandemie, die Vereinsvorstände im Blick behalten sollten. Die Veranstaltung ist für alle Interessierten (auch außerhalb von alevitischen und muslimischen Organisationen) offen, eine Anmeldung unter dialogplattform@multikulti-forum.de ist noch bis zum 23.05. möglich.




#pflegerebellion: Bundesweite Aktion zum Tag der Pflege am 12. Mai

Die Gleichstellungsbeauftragten im Kreis Unna rufen auf zur #pflegerebellion

Die Gleichstellungsbeauftragten des Kreises Unna machen einmal mehr gemeinsame Sache und fragen mit Blick auf unhaltbare Bedingungen in der Pflege „#wann, wenn nicht jetzt“ nach Reformen. Dazu zeigen sie – pandemiebedingt – auf virtuelle Weise ihre Solidarität und schließen sich der bundesweiten Protestaktion der Bundesarbeitsgemeinschaft (BAG) kommunaler Frauenbüros und Gleichstellungsstellen an. Die macht mit einem Aufruf zum Sleep-In-Protest zum Tag der Pflege am 12. Mai und der  #pflegerebellion auf unhaltbare Bedingungen für Pflegerinnen und Pfleger aufmerksam. „Personalmangel und eine Überbelastung des Pflegepersonals sind seit Jahren Thema, wir kämpfen gemeinsam für bessere Arbeitsbedingungen und mehr Wertschätzung“, sagt Bergkamens Gleichstellungsbeauftragte Martina Bierkämper.

Die Corona Pandemie zeige deutlich, so die BAG, dass es Frauen sind, die an vorderster Front stehen – Pflegerinnen, Erzieherinnen, Reinigungskräfte, Verkäuferinnen. An grundsätzlichen Strukturen habe sich nichts geändert. Deshalb ein Aufruf, der auf Missstände aufmerksam macht, die durch die Pandemie noch verschärft werden: Häusliche Gewalt, Vereinbarkeit von Lohn- und Carearbeit, Homeschooling, Situation von Frauen und Kindern in Gemeinschaftsunterkünften, Arbeitsbedingungen des Kranken- und Altenpflegepersonals. Die Kampagne „Pflegerebellion“ ist aus dem Aufruf entstanden und konzentriert sich auf die Pflegeberufe. Zu wenig Personal für zu viele Patientinnen und Patienten, großer Zeitdruck und zu schlechte Bezahlung. Die hohe psychische und physische Belastung lassen viele ganz aus dem Beruf aussteigen.

„Schon lange sind die Missstände in der Pflege bekannt, seit Jahren werden Krankenhäuser privatisiert und auf Profit getrimmt“, heißt es im Rahmen der bundesweiten Aktion „Sleep In“. Den Preis zahlten das Pflegepersonal und die Patientinnen und Patienten. Die gemeinsame  Forderung: Die Pflegeberufe endlich aufzuwerten und das gesamte Gesundheitssystem radikal zu reformieren. Das „Sleep-In“ ab 12. Mai startet um 11.30 Uhr vor dem Reichstag in Berlin und in weiteren Orten Deutschlands. Diejenigen, die diese Art des Protestes direkt unterstützen, legen sich „schlafend“ auf den Boden, um auf die Missstände in der Pflege aufmerksam zu machen und daran zu erinnern, dass die Beschäftigten in der Pflege mit ihren Kräften am Ende sind.