Sparkasse spendet 1000 Euro für das neue Büro des Tageseltern-Vereins


Spendenübergabe (v. l.): Bernd Schäfer, Simone Pelzer und Tobias Laaß

Nach langer Suche hat der Verein „Familiäre Kinder-Tagesbetreuung e.V.“ eine passende Immobilie für die Ausübung seiner Tätigkeit gefunden, voraussichtlich zum 01.02.2022 werden wir Räumlichkeiten in der Erich-Ollenhauer-Straße 34 beziehen. Für die weitere Ausstattung des Büros haben jetzt der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Bergkamen-Bönen Tobias Laaß (r.) und Bürgermeister Bernd Schäfer Der Geschäftsführerin des Vereins Simone Pelzer einen Scheck über 1000 Euro überreicht

Es ist der zweite Umzug der Geschäftsstelle. Simone Pelzer: „Die neuen Räumlichkeiten bieten aufgrund der Lage und der Größe viele neue Möglichkeiten. Unter anderem können wir dann in unseren eigenen Räumen Fortbildungen für Tagespflegepersonen anbieten, können einen großen Gartenbereich für Veranstaltungen nutzen, die Lage des Büros ist für die Öffentlichkeit direkt ersichtlich, Parkmöglichkeiten direkt vor der Tür.

Wir bedanken uns herzlich bei der Sparkasse Bergkamen-Bönen für die Spende, da sie uns ermöglicht, die Ausstattung des Büros zu optimieren.“




Nächster Blutspendetermin am Freitag im Treffpunkt an der Lessingstraße

Das DRK lädt am kommenden Freitag, 10. September, von 15 bis 20 Uhr zum nächsten Blutspendetermin im Treffpunkt an der Lessingstraße in Bergkamen-Mitte ein.

Aus Infektionsschutzgründen bittet der Blutspendedienst darum, auf Begleitpersonen zu verzichten sowie einen eigenen Kugelschreiber zu benutzen und eine medizinische Maske zu tragen. Blutspender werden nicht auf Corona getestet – für die Übertragbarkeit des Coronavirus durch Blut gibt es keine Hinweise.

Aktuell gibt es anstelle der Bewirtung zum Abschluss der Blutspende einen kleinen Imbiss als „Lunch-ToGo“. Blut spenden kann jeder ab 18 Jahren; Neuspender bis zum 69. Geburtstag. Zur Blutspende muss immer ein amtlicher Lichtbildausweis mitgebracht werden. Männer dürfen sechs Mal und Frauen vier Mal innerhalb von zwölf Monaten Blut spenden. Zwischen zwei Blutspenden müssen 56 Tage liegen.

Für alle, die mehr über die Blutspendetermine in Wohnortnähe erfahren wollen, hat der DRK-Blutspendedienst West im Spender-Service-Center eine kostenlose Hotline geschaltet. Unter 0800 -11 949 11 werden montags bis freitags von 8.00 bis 18.00 Uhr alle Fragen beantwortet.




Manege frei für die neuen Azubis: AWO begrüßt 50 Auszubildende aus der Region im Zirkuszelt

Einige der neuen Auszubildenden mit ihren Praxisanleitungen Mario Löhr, Landrat Kreis Unna (in der Bildmitte hinten vor dem AWO-Banner), AWO-Unterbezirksvorsitzender Wolfram Kuschke (rechts neben Löhr), AWO-Geschäftsführer Rainer Goepfert (oben links neben der Treppe) und AWO-Bereichsleiter Daniel Frieling (oben links neben Goepfert).Foto: AWO Ruhr-Lippe-Ems / Stefan Kuster

Die AWO Ruhr-Lippe-Ems, zu der auch Bergkamen gehört, hat am Montag 50 Auszubildende für den Bereich der Kindertagesbetreuung begrüßt. Zusammen mit ihren Praxisanleitungen waren sie aus dem gesamten Ruhr-Lippe-Ems-Raum nach Unna gekommen. Im Zelt des Zirkus Travados hieß es „Vorhang auf, Manege frei“ für die zukünftigen Fachkräfte. Mit Blick auf das Zirkusambiente sagte Landrat Mario Löhr augenzwinkernd: „Ich hätte mir bei meinem Start ins Berufsleben auch solch einen schönen Start gewünscht.“

Auf einem Banner waren zwei turnende Kinder abgebildet, überschrieben mit: „Heute wollen wir hoch hinaus“. Daneben der Aufruf: „Und ihr macht mit!“, so hieß die AWO die neuen Mitarbeitenden in ihrer neuen Rolle willkommen.

Die richtige Wahl getroffen

Mario Löhr bekannte: „Ich bin beeindruckt, dass es der Arbeiterwohlfahrt gelungen ist, auch in diesem Jahr wieder so viele Auszubildende für sich zu gewinnen.“ Er betonte: „Wir brauchen deutlich mehr Erzieherinnen und Erzieher.“ Der Gesetzgeber fordere zurecht von Politik und Verwaltung, bessere Rahmenbedingungen zu schaffen. Der Kreis Unna arbeite hier sehr gut mit der AWO zusammen. Die Eltern hätten entsprechend großes Vertrauen und lobten die gute Ausbildung in den Kitas: „Ihr geht gut mit unseren Kindern um; dafür herzlichen Dank.“ Und an die Auszubildenden gewandt, sagte Löhr: „Sie haben die richtige Wahl getroffen.“ Löhr wies auf deren ganz konkreten „Berührungspunkte“ mit dem Kreis Unna hin, „wenn Sie neben ihrer praktischen Ausbildung ins Berufskolleg gehen – das sind wir, das ist der Kreis Unna.“

Wolfram Kuschke, Vorsitzender des AWO Unterbezirks Ruhr-Lippe-Ems, pflichtete ihm bei und unterstrich die Bedeutung der frühkindlichen Bildung. Er sagte: „Kitas sind nicht nur systemrelevant – sie sind lebensnotwendig, ja überlebensnotwendig!“ Er zitierte ein jüngst veröffentlichte Studie der Bertelsmann-Stiftung, nach der bis 2030 in Deutschland 230 000 Erzieherinnen und Erzieher fehlen werden, davon allein 60 000 in Nordrhein-Westfalen. „Wir können dieses Zelt gerne noch oft mit Auszubildenden füllen“, lud Kuschke ein, für den Beruf zu werben. Er forderte aber auch eine bessere finanzielle Anerkennung dieser Arbeit: „Wir müssen jetzt gegensteuern. Der Beruf muss besser vergütet werden.“

Ausbildung mit Zukunft

Rainer Goepfert, Geschäftsführer der AWO Ruhr-Lippe-Ems, sagte: „Beste Bildung und Erziehung für alle Kinder liegt uns am Herzen. Und gute Ausbildung unserer Mitarbeitenden ist uns deshalb sehr wichtig.“ Aktuell sind bei der AWO Ruhr-Lippe-Ems insgesamt 184 Menschen in Ausbildung. Goepfert unterstrich, Erzieherin und Erzieher sei ein Beruf mit Zukunft – und versprach: „Wir werden Sie in der Ausbildung bestmöglich unterstützen. Und wir können Ihnen nach erfolgreicher Ausbildung schon heute einen unbefristeten Arbeitsplatz zusagen.“

Daniel Frieling, Bereichsleiter Kindertagesbetreuung, fügte hinzu: „Meist ist sogar eine Übernahme in der Ausbildungseinrichtung möglich. Und wer nach der Ausbildung umziehen möchte, dem oder der können wir in unserem großen Geschäftsgebiet oft sogar auch am neuen Wohnort eine Stelle anbieten.“

Neues Ausbildungsjahr

Dass dies keine leeren Sätze sind, belegt allein der Blick auf die Bauaktivitäten: Hier gibt es zahlreiche Ersatzbauprojekte für bestehende Kindertageseinrichtungen und Neubauprojekte zwischen Ruhr, Lippe und Ems. 55 Kindertageseinrichtungen der AWO gibt es hier insgesamt. Und: Auch im kommenden Ausbildungsjahr wird die AWO Ruhr-Lippe-Ems wieder zwischen 50 und 60 Ausbildungsplätze allein im Bereich der Kindertagesbetreuung anbieten.

INFO: „PiA“
Unter den 50 Azubis sind 16 angehende Fachkräfte, die ihr Berufspraktikum machen. 34 junge Menschen absolvieren eine so genannte Praxisintegrierte Ausbildung (PiA) Erzieher*in bzw. Heilerziehungspfleger*in. Zwei dieser PiA-Azubis sind im Bereich der Kindertagespflege tätig. Bei PiA handelt es sich um eine dreijährige duale Ausbildung mit stetem Wechsel zwischen Schule und Praxis. Im ersten und zweiten Jahr geht es zum Beispiel pro Woche drei Tage in die Berufsschule und zwei Tage in der Kita. Im dritten Jahr heißt es beispielsweise ein Tag Schule und vier Tage Praxis. Dabei erhalten die Auszubildenden vom ersten Tag an eine attraktive Ausbildungsvergütung: aktuell rund 1.140 € im ersten, 1.200 € im zweiten und 1.300 € (brutto) im dritten Ausbildungsjahr. Und es gibt 30 Tage Urlaub. Bewerbungen sind ab sofort möglich.
Kontakt: Susanne Schmelter, Fachberatung Kindertagesbetreuung, Tel. 02307 91221-549, schmelter@awo-rle.de.

Weitere Informationen:
www.awo-rle.de/wegbegleiter




Personalrat der Stadt startet Spendenaktion zugunsten des Oberadener Kleingartenvereins: Mit alten Handys Gutes tun

Das Hochwasser vom 14./15. Juli hat viele private Haushalte hart getroffen. Zu den Opfern zählen aber auch Vereine. Beispielsweise der Kleingartenverein Goldäcker
e. V. aus Oberaden. Der Personalrat der Stadt Bergkamen hat sich vorgenommen, die arg gebeutelten Vereinsmitglieder zu unterstützen – mit einer Handy-Sammelaktion, an der sich alle Bürgerinnen und Bürger beteiligen können.

Die Kanalisation hoch gedrückt, sieben Lauben unter Wasser, Vereinsheim und Wege beschädigt – goldene Zeiten liegen für den Kleingartenverein Goldäcker derzeit in weiter Ferne. Die Gegenwart sieht eher trist und traurig aus. Doch das soll sich ändern. Einen Beitrag dazu möchte der Personalrat der Stadt Bergkamen leisten. Mit einer Aktion, für die Bürgermeister Bernd Schäfer die Schirmherrschaft übernommen hat, ruft er alle Bürgerinnen und Bürger dazu auf, nicht mehr benötigte Handys zu spenden.

Die eingesammelten Handys werden von der Bergkamener Firma M&R Recycling Solutions GmbH fachgerecht entsorgt. Für die wiederverwertbaren Bestandteile erhält der Personalrat eine Gutschrift in Höhe von ca. 8.000 Euro je Tonne alter Handys, die er vollständig an den Kleingartenverein weitergibt. „Da nach Gewicht abgerechnet wird, zählt jedes einzelne Gerät“, hofft das Personalratsgremium auf möglichst viele gespendete Mobiltelefone und dankt vorab allen Personen, die sich an der Aktion beteiligen.

Sammelboxen für die ausrangierten Handys sind ab dem 06.09.2021 bis zum 08.10.2021 an folgenden Standorten zu finden:

  • Eingangsbereich des Rathauses (Rathausplatz 1)
  • Baubetriebshof der Stadt Bergkamen (Bambergstraße 66)
  • Sparkasse Bergkamen-Bönen (Sugambrerstraße 23)
  • GSW Kundencenter Bergkamen (Rathausplatz 4)
  • Vereinsheim des Kleingartenvereins Goldäcker e. V. (Auf den Goldäckern 1)

Zusätzliche Boxen stellt der städtische Personalrat gerne an weiteren geeigneten Standorten auf. Wer solche kennt, möge sie dem Personalrat bitte per E-Mail an folgende Adresse mitteilen:  personalrat@bergkamen.de




Minimaler Rückgang der Arbeitslosigkeit in Bergkamen

Im Kreis Unna reduzierte sich der Bestand an gemeldeten Arbeitslosen im Vergleich zum Vormonat
leicht um 204 auf 16.032. Im Vergleich zu August 2020 reduzierte sich die Arbeitslosigkeit um 1.513
(-8,6 Prozent). Die Arbeitslosenquote sank um 0,1 Punkte auf 7,5 Prozent. Vor einem Jahr betrug
sie 8,2 Prozent.

„Die allgemeine Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt im Kreis Unna war in den vergangenen Wochen
positiv, was für einen August nicht selbstverständlich ist“, kommentiert Agenturchef Thomas Helm
die aktuelle Lage. Danach sei erst ab dem Herbst damit zu rechnen gewesen, aber: „Die Pandemie
hat ihre eigenen Gesetze. Und es ist schon ein positives Zeichen, dass die Dynamik nach nur vier
Wochen Sommerpause wieder anzieht. Es belegt, dass die Betriebe im Kreis sich derzeit keine
lange Ruhepause gönnen, weil die Auftragslage gut ist.“

Thomas Helm beugt jedoch verfrühter Euphorie vor: „Je schwächer der Einfluss der Pandemie
wird, desto stärker rückt ein altes Problem wieder in den Fokus – der Fachkräftemangel. Nur wenn
von allen beteiligten Seiten kontinuierlich und mit viel Tempo in Qualifizierung und Ausbildung
investiert wird, kann der Markt sich weiter stabilisieren.“

Entwicklung in den zehn Kommunen des Kreises
In neun Kommunen des Kreises Unna entwickelte sich die Arbeitslosigkeit im vergangenen Monat
rückläufig. Den größten Abbau verzeichnete Selm (-3,7 Prozent bzw. 33 auf 868). Danach folgen
Holzwickede (-3,2 Prozent bzw. 16 auf 489), Fröndenberg (-2,8 Prozent bzw. 16 auf 559), Bönen
(-2,7 Prozent bzw. 20 auf 731), Unna (-2,2 Prozent bzw. 46 auf 2.048), Kamen (-1,8 Prozent bzw.
34 auf 1.845), Schwerte (-1,8 Prozent bzw. 28 auf 1.559), Werne (-1,6 Prozent bzw. 15 auf 916)
und Bergkamen (-0,2 Prozent bzw. vier auf 2.376). Einzig Lünen verzeichnete einen minimalen
Anstieg an Arbeitslosen (+0,2 Prozent bzw. acht auf 4.641).




Pflegende Angehörige laden zum nächsten Treffen ein

Die Selbsthilfegruppe für pflegende Angehörige trifft sich am Montag, 30. August, wieder von 15 bis 16 Uhr im Konferenzraum des Seniorenzentrums „Haus am Nordberg“. In dieser Selbsthilfegruppe haben pflegende Angehörige, die Ihre Situation selbst als herausfordernd einschätzen, die Möglichkeit, sich im Gespräch auszutauschen und praktische Anregung für den durch die Pflege geprägten Alltag zu bekommen. Dabei können sie mit einer Atmosphäre des Verstehens und Vertrauens, mit Anteilnahme und Verständnis rechnen, weil alle Teilnehmenden ähnliche Probleme haben.

Das Treffen der Selbsthilfegruppe findet regelmäßig an jedem vierten Montag im Monat im „Haus am Nordberg“ statt. Zu den Treffen sind auch immer Interessierte eingeladen, zum Beispiel Angehörige von an Demenz erkrankten Menschen, die sich den Austausch in der Selbsthilfegruppe einmal anschauen wollen. Wer noch nicht vollständig immunisiert (geimpft oder genesen) ist, muss zu jedem Treffen einen negativen Testnachweis, der nicht älter als 48 Stunden sein darf, mitbringen. Alle Nachweise werden zu Beginn des Treffens kontrolliert. Interessierte können sich bei der Kontakt- und Informationsstelle im Gesundheitshaus des Kreises Unna melden. Ansprechpartnerin ist Magret Voß, Tel. (02303) 27-2829, E-Mail: margret.voss@kreis-unna.de.




Ausbildungs-Coach des Handwerks Dietmar Stemann wöchentlich an der Telefon-Hotline

Dietmar Stemann (Ausbildungs-Coach der Kreishandwerkerschaft Hellweg-Lippe) ist ab sofort mittwochs an der Telefon-Hotline 02921 892-226 zu erreichen. Foto: Kreishandwerkerschaft

Das ist neu und jetzt regelmäßig: Immer mittwochs zwischen 17 und 19 Uhr bietet die Kreishandwerkerschaft Hellweg-Lippe (zuständig für die Stadt Hamm sowie die Kreise Soest und Unna) eine telefonische Hotline mit Ausbildungs-Coach Dietmar Stemann an. Start: Mittwoch, 01. September 2021.

Unter Tel. 02921 892-226 können dann einmal wöchentlich alle Fragen rund um die Ausbildung im Handwerk besprochen und sich anschließende, weitere Info-Gespräch vereinbart werden. „Es geht uns bei diesem dauerhaften Angebot darum, dass wir weiterhin noch viel mehr junge Menschen für eine Berufsausbildung im heimischen Handwerk gewinnen wollen. Oder auch, bei aufkommenden Problemen zu informieren, um etwa einem Ausbildungsabbruch vorzubeugen“, wie Dietmar Stemann erläutert. Der Experte betont, dass aktuell nach wie vor der Einstieg in die handwerkliche Ausbildung möglich ist, auch nach dem „klassischen“ Ausbildungsbeginn-Datum zum 01.08. eines jeden Jahres. „Wir sind da, wenn es um die Ausbildung geht!“




Landschaftsverband hat im Jahr 2020 rund 221,5 Millionen Euro im Kreis Unna ausgegeben

Der LWL hat im Jahr 2020 rund 5 Milliarden Euro in Westfalen-Lippe ausgegeben.
Foto: Martin Steffen

Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) hat im Jahr 2020 rund 221,5 Millionen Euro (2019: 206,5 Millionen Euro) im Kreis Unna ausgegeben. Der Kreis Unna als LWL-Mitglied zahlte im selben Jahr einen Mitgliedsbeitrag von rund 106,2 Millionen Euro (2019: 101 Millionen Euro) an den Kommunalverband. Die Differenz zwischen Ausgaben und Einzahlung stammt im Wesentlichen aus zusätzlichen Bundes- und Landesmitteln. Das erklärten jetzt die in der LWL-Landschaftsversammlung vertretenen Abgeordneten aus dem Kreis Unna, Wilhelm Jasperneite, Marco Morten Pufke, Brigitte Cziehso, Sascha Alexander Kudella, Timon Lütschen und Patricia Morgenthal.

Die Corona-Krise habe der LWL bisher gut überstanden, so die Abgeordneten weiter. Nur wenige Patient:innen oder Heimbewohner:innen, für die der LWL sorge, seien mit dem Corona-Virus infiziert gewesen. Die LWL-Beschäftigten seien durch Vorsichtsmaßnahmen, Home-Office und gegenseitige Hilfe in der Lage gewesen, die Dienstleistungen des Verbandes in der Region auch während der Pandemie fortzusetzen.

Größter Teil der Ausgaben: Soziales
Im vergangenen Jahr unterstützte der LWL mit dem größten Teil seiner Ausgaben behinderte und pflegebedürftige Menschen. Insgesamt flossen 86,2 Millionen Euro in diese sozialen Aufgaben zum Kreis Unna. Menschen mit Behinderung sollen durch die finanzielle Unterstützung möglichst gleichberechtigt und selbstbestimmt am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können, wie es das Bundesteilhabegesetz fordert.

Zu einem selbstbestimmten Leben gehört auch das Wohnen in den eigenen vier Wänden: Der LWL fördert daher das ambulant betreute Wohnen als Alternative zum stationären Leben in besonderen Wohnformen (früher: Wohnheim). Im vergangenen Jahr unterstützte der Kommunalverband deshalb 1.469 (2019: 1.334) Menschen im Kreis Unna dabei, alleine oder mit anderen in der eigenen Wohnung leben zu können.

2020 zahlte der LWL im Kreis Unna für 911 (2019: 904) Wohnheimplätze („besondere Wohnformen“). Außerdem finanzierte er 1.719 (2019: 1.706) Arbeitsplätze in Werkstätten für Menschen mit wesentlicher Behinderung. Betriebe, die – gemessen an ihrer Mitarbeiterzahl – zu wenige schwerbehinderte Menschen beschäftigen, entrichten eine Ausgleichsabgabe. Aus diesen Mitteln investierte das LWL-Inklusionsamt Arbeit im vergangenen Haushaltsjahr rund 1,7 Millionen Euro (2019: 1,7 Millionen), um Menschen mit Behinderung ins Arbeitsleben zu integrieren, ihren Arbeitsplatz den eigenen Bedürfnissen entsprechend anzupassen oder zu erhalten.

254 (2019: 264) Kinder mit Behinderung aus dem Kreis Unna besuchten 2020 einen Förderschulkindergarten oder eine Förderschule des LWL. Rund 3,9 Millionen Euro (2019: 3,6 Millionen) zahlte der Landschaftsverband dafür, dass 516 (2019: 470) behinderte Kinder zusammen mit ihren Altersgenoss:innen ohne Behinderung eine von 182 Regel-Kindertageseinrichtungen besuchen konnten.

Corona-Zahlungen
Der LWL finanzierte im Kreis Unna mit rund 1,5 Millionen Euro aus dem NRW-Corona-Rettungsschirm Alltagshelfer:innen in Kindertageseinrichtungen und ersetzte dem Jugendamt des Kreises rund 1,8 Millionen Euro an Elternbeiträgen, die die Eltern wegen der geschlossenen Kindertageseinrichtungen nicht zahlen mussten.

An Entschädigungsleistungen zahlte das LWL-Amt für Soziales Entschädigungsrecht 2020 im Kreis Unna rund 4,2 Millionen Euro (2019: 4,3 Millionen Euro). Zu den Leistungsempfänger:innen gehörten unter anderem Kriegsopfer und Hinterbliebene. Bei Corona-bedingten Verdienstausfällen im Zusammenhang mit einer angeordneten Quarantäne, einem Tätigkeitsverbot oder aufgrund der Betreuung von Kindern entschädigte der LWL 2020 westfalenweit die Betroffenen mit 11,5 Millionen Euro.

Arbeitsplätze
Im Kreis Unna arbeiteten im vergangenen Haushaltsjahr 114 (2019: 110) Menschen im Dienst des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe, unter anderem in den Außenstellen der LWL-Klinik Dortmund mit LWL-Tageskliniken und LWL-Institutsambulanzen in Lünen, Bergkamen und Unna, sowie in den Außenstellen der LWL-Universitätsklinik Hamm, zu denen die LWL-Tagesklinik und LWL-Institutsambulanz Bergkamen gehören.




Tanzprojekt der Villa Kunterbunt hat den Sonderpreis „Vorbild Inklusion“ des LWL-Inklusionsamts Arbeit gewonnen

Das Tanz-Team der Villa Kunterbunt nach dem Superhelden-Tanz. Fotos: AWO Ruhr-Lippe-Ems/Stefan Kuster

Das Projekt „Keep on Dancing – Anders ist normal“ hat den Sonderpreis „Vorbild Inklusion“ des LWL-Inklusionsamts Arbeit gewonnen. Der LWL (Landschaftsverband Westfalen-Lippe) verlieh den mit 8.000 Euro dotierten Preis am Dienstag (24. August) im AWO Familienzentrum Villa Kunterbunt in Bergkamen, coronabedingt im kleinen Rahmen. Einrichtungsleiterin Anja Wagner und ihr Team hatten sich mit diesem Tanz- und Theater-Projekt beworben. Bei Veranstaltungen der Kita und bei Festen in Bergkamen haben die Kinder hier die Möglichkeit, ihr Können unter Beweis zu stellen. Das Besondere – und eigentlich Normale: Annika Schmidt, eine Mitarbeiterin mit Handicap, ist Teil des Teams und Tanztrainerin der Kita-Kinder.
Die 26-Jährige wohnt inzwischen in Unna, stammt aber aus Bergkamen und arbeitet seit 2015 in der Villa Kunterbunt, 15 Stunden pro Woche: „Ich spiele mit den Kindern und helfe in der Küche und im Garten mit“, erzählt sie. Und ist leidenschaftliche Tänzerin. Und diese Begabung führte jetzt zur Auszeichnung des Familienzentrums Villa Kunterbunt durch den LWL, weil die Beschäftigung schwerbehinderter Menschen damit vorbildlich gefördert wird.

Hier im AWO Familienzentrum an der August-Bebel-Straße betreuen 14 Mitarbeitende – Fachkräfte und Auszubildende sowie Hauswirtschaftskräfte – bis zu 60 Kinder mit und ohne Behinderung, von zwei bis sechs Jahren. Einrichtungsleiterin Anja Wagner sagte: „Wir sind glücklich, dass Frau Schmidt hier ist, sie bereichert das Team, ist ein vollwertiges Team-Mitglied. Inklusion sollte normal sein – und es ist schön, dass es für uns so normal ist.“

Tänzerische Leichtigkeit
Eva Jäger-Kuhlmann vom LWL-Inklusionsamt Arbeit und Helmut Etzkorn, Vorsitzender des Beratenden Ausschusses beim LWL- Inklusionsamt Arbeit, waren extra aus Münster angereist. Dieser übergab den Preis und sagte zu Annika Schmidt: „Sie sind seit vielen Jahren eine treibende Kraft und haben Ihre Leidenschaft, das Tanzen, in den Arbeitsalltag der Villa Kunterbunt eingebracht. Ihre selbst ausgedachten Tänze haben dabei über die Kita hinaus für Furore gesorgt.“ Schnell sei der Funke bei Aufführungen mit Kindern mit und ohne Behinderung übergesprungen, beispielsweise beim großen Bergkamener Theaterfestival, wo das Publikum vom Auftritt des Kita-Teams begeistert war. Helmut Etzkorn betonte: „Integration ist für die AWO kein Lippenbekenntnis, sie wird gelebt und praktiziert. Das ist leider nicht selbstverständlich in unserer Arbeitswelt. Das hier ist ein Leuchtturmprojekt, von dem Andere lernen können.“ Mit der unbefristeten Anstellung beweise die AWO, wie Menschen mit Behinderung in den ersten Arbeitsmarkt integriert werden können. Im Fall von Annika Schmidt „mit tänzerischer Leichtigkeit“, sagte er augenzwinkernd.

(vorne v. l.) Annika Schmidt und Anja Wagner mit (hinten v. l.) Rainer Goepfert (AWO-Geschäftsführer),Marco Fußy (Annika Schmidts ehemaliger „Neueinstellung“-Jobcoach), Helmut Etzkorn und Eva Jäger-Kuhlmann (LWL), Wolfram Kuschke (AWO-Unterbezirksvorsitzender), Daniela Thamm (Wagners Stellvertreterin), Heike Schmidt (Mutter von Annika), Christine Busch (Sozialdezernentin Bergkamen).

Wolfram Kuschke, Vorsitzender des AWO Unterbezirksvorstands Ruhr-Lippe-Ems, beglückwünschte Anja Wagner und ihr Team, auch im Namen von AWO-Geschäftsführer Rainer Goepfert: „Wir unterstützen Menschen dabei, ein selbstständiges Leben zu führen. Gleichberechtigt dazu gehören, gesellschaftliche Teilhabe, das steht nicht nur in unserer Leistungsbilanz. Durch dieses Beispiel hier in der Villa Kunterbunt wird das lebendig.“ Und zu Anja Wagner und Annika Schmidt gewandt, fügte er hinzu: „Wir freuen uns außerordentlich, dass Ihre Arbeit heute durch den LWL so gewürdigt wird.“

Was ist normal?
Christine Busch fragte: „Was ist denn eigentlich normal?“ Die Beigeordnete und Sozialdezernentin der Stadt Bergkamen gab die Antwort gleich selbst: „Jede Abweichung ist doch genau das, was uns ausmacht. Unsere verschiedenen Hobbys, unsere Begabungen und Talente, unser Humor oder unsere Schlagfertigkeit. Das macht uns aus, unseren Charakter, unser Wesen, das ist das Besondere an uns.“ Sie überbrachte ein Geschenk und Grüße des Bürgermeisters. Busch freute sich, dass es hier in der Kita ganz normal sei zu sagen: „Jeder und jede ist bei uns herzlich willkommen – so, wie er oder sie ist, mit dem, was er oder sie mitbringt an Persönlichkeit. Hier gelingt Inklusion. Raus aus der Besonderheit, rein in: Anders ist normal.“ Sie schloss mit dem Appell und dem Bekenntnis: „Unsere Stadt Bergkamen soll für alle sein.“

Annika Schmidt führte mit „ihren“ Kindern nach der Preisverleihung natürlich auch einen Tanz auf: den Superhelden-Tanz, mit passenden „Kitahelden“-Umhängen. Das Team kann besonders stolz sein: In diesem Jahr ist kein anderes Unternehmen oder Projekt im LWL-Gebiet mit dem Sonderpreis ausgezeichnet worden. Und wofür wird das Preisgeld verwendet? „Das Geld geht an das Projekt Neueinstellung“, verkündete Annika Schmidt stolz den Team-Beschluss. Durch eben dieses Projekt der AWO-Tochter Bildung+Lernen gGmbH war sie vor sechs Jahren zur Villa Kunterbunt gekommen. Schön zu sehen: Ihr damaliger Coach Marco Fußy war ebenfalls zur Preisverleihung gekommen. Und warum an das Projekt Neueinstellung? „Damit noch mehr Menschen mit Down-Syndrom oder Handicap ein Praktikum machen können“, wünscht sich Annika Schmidt – Um so vielleicht, wie sie auch, einen Job auf dem ersten Arbeitsmarkt zu finden.

Weitere Informationen:
– Projekt „Neueinstellung“: www.bildungundlernen.de>
– Kita Villa Kunterbunt: www.awo-rle.de/kita-villa-kunterbunt-bergkamen

Der Beratende Ausschuss ist ein gewähltes Gremium beim LWL- Inklusionsamt Arbeit, der die Teilhabe der behinderten Menschen am Arbeitsleben fördert, das Inklusionsamt Arbeit bei der Durchführung der Regelungen für schwerbehinderte Menschen unterstützt und bei der Vergabe der Mittel der Ausgleichsabgabe mitwirkt. Vor diesem gesetzlichen Hintergrund wirkt er bei der Inklusion schwerbehinderter Menschen im Arbeitsleben mit. Weitere Informationen für Arbeitgeber und Menschen mit Behinderung im Beruf: www.lwl-inklusionsamt-arbeit.de




Einmalig im Kreis Unna: Gerhart-Hauptmann-Familiengrundschulzentrum stärkt Kinder und Eltern gleichermaßen

Die stellvertretende Leiterin der OGS Lena Hoppe und Schulsozialarbeiter Seyit Hecker stellen sich dien Kindern der Klasse 1a von Lehrerin Meike Presch vor. Sie gehören zur Steuerungsguppe, die die Angebote des Familiengrundschulzentrums koordiniert. Die Kinder lernen das Angebot mit einem Malwettbewerb kennen.

Das Konzept der „Familienzentren“, die Kita-Kinder und ihre Eltern auf vielfältige Weise mit Angeboten zur Gesundheitsförderung, der Frühförderung und der Bildung in ihrem Alltag unterstützen, ist längst gängige Praxis. Mit dem Familiengrundschulzentrum an der Gerhart-Hauptmann-Grundschule in Bergkamen gibt es ein solches Förderangebot jetzt erstmals im Kreis Unna auch an einer Grundschule.

Seyit Hecker, Schulsozialarbeiter an der Gerhart-Hauptmann-Grundschule und Mitarbeiter der Bildung+Lernen gGmbH, einer Tochtergesellschaft der AWO Ruhr-Lippe-Ems, hat das Konzept des neuen Angebotes entwickelt. „Wir möchten den Familien hier im Sozialraum niedrigschwellige Unterstützungsangebote machen – und das auf ganz kurzem Wege“, erklärte Hecker bei der Vorstellung des Projektes, „Beratungen in Kooperation mit dem Jobcenter gehören da ebenso zu wie individuelle, kleinere Angebote wie beispielsweise ein Kochkurs.“

Niedrigschwellige Angebote wie beispielsweise ein Stehcafè morgens vor Schulbeginn bieten Eltern und Lehrern die Gelegenheit, miteinander ins Gespräch zu kommen. Geplante Kooperationen unter anderem mit Sportvereinen, dem Kinder- und Jugendbüro der Stadt Bergkamen und auch den Migrationsdiensten der AWO ermöglichen ein vielfältiges Angebot an weiteren Veranstaltungen und Unterstützungsformaten.

Für Christine Busch, Sozialdezernentin der Stadt Bergkamen, ist die Etablierung des ersten Familiengrundschulzentrums auch eine Fortsetzung dessen, was in diesem Bereich schon an vielen anderen Stellen einzeln geleistet werde. „Der Standort an der Gerhart-Hauptmann-Grundschule ist ein Abbild von Bergkamen, wie es ist und wie es sein möchte: bildungshungrig, bunt und herausfordernd“, so Busch. Das Konzept des Familiengrundschulzentrums verknüpfe
das, was am Vormittag im Unterricht der Schule passiere mit dem, was nachmittags in der OGS geschehe: „Hier werden sinnvoll und individuell Angebote aufeinander abgestimmt – und Herr Hecker bildet gewissermaßen das Scharnier.“

Thorsten Schmitz, Geschäftsführer der Bildung+Lernen gGmbH, betonte den PremierenCharakter, den das Projekt habe: „Der Reiz für uns besteht sicherlich darin, dass es das erste Familiengrundschulzentrum im Kreis Unna ist und wir daher frei von inhaltlichen Vorgaben individuell und schnell beginnen können. Im Bereich der Kindertagesstätten hat sich gezeigt, wie wichtig Familienzentren gerade in diesen Zeiten sind und ich denke, dass sich dies sehr gut auf die Familiengrundschulzentren übertragen lässt.“

Im Rahmen einer Eröffnungswoche stellen Seyit Hecker und seine Kolleg*innen das Projekt Eltern und Kindern vor – und die Kinder dürfen sich direkt miteinbringen: Mit einem kleinen Malwettbewerb sind sie aufgefordert, ihre Schule zu malen und zwar so, wie sie sich ihre Schule wünschen. Ihre Eltern haben die Gelegenheit, beim Stehcafè morgens vor Schulbeginn mit Seyit Hecker und seinen Kooperationspartner ins Gespräch zu bekommen.




Wieder Themen-Cafés im Familienzentrum „Tausendfüßler“

Das Familienzentrum „Tausendfüßler“ bietet Themen-Cafés für interessierte Eltern aus dem Sozialraum an. Hier sollen ganz gezielt Fachthemen rund um das Kind besprochen werden.

Start ist am 20. September mit dem Thema „Ästhetische Bildung in der Kindertageseinrichtung“.

Es folgen am:

  • 18.10.2021: „Haus der kleinen Forscher – Entdecken und Forschen in der Kindertageseinrichtung“
  • 15.11.2021: „Gesundheit beginnt im Mund – Wissenswertes zur Zahngesundheit bei Kleinkindern“
  • 20.12.2021: „Psychomotorik – Ideen und Anregungen für Zuhause“
  • 17.01.2022: „Spracherwerb im Alltag“.

Die Themen-Cafés beginnen jeweils um 14:00 Uhr.

Präsenzveranstaltungen, die aufgrund der pandemischen Lage nicht stattfinden können, werden nach Möglichkeit über digitale Medien angeboten.

Anmeldungen sind bis eine Woche vor Beginn des jeweiligen Themen-Cafés zwingend erforderlich und werden im Familienzentrum unter der Rufnummer 02306-80141 oder per Mail unter tausendfuessler@helimail.de entgegengenommen.