Gemeinsames Kaffeetrinken und Kuchenessen für Seniorinnen und Senioren geht in die nächste Runde
Das lange Warten hat bald ein Ende. Am Samstag, 19. März, endet die coronabedingte Zwangspause der Veranstaltungsserie „Kaffeeklatsch“, zu der die Stadt Bergkamen alle Seniorinnen und Senioren einlädt. Ab 14.30 Uhr steht dann im Martin-Luther-Haus, Goekenheide 5, wieder der gemütliche Austausch bei Kaffee und Kuchen auf dem Programm. Wie gewohnt sind für das Treffen drei bis vier Stunden eingeplant, um möglichst vielen interessierten Personen die Teilnahme zu ermöglichen.
Ältere Menschen sind von den Einschränkungen durch die Corona-Pandemie in besonderer Weise betroffen. „Unter den reduzierten oder sogar komplett fehlenden Kontakten leiden sie stärker als andere, denn Vereinsamung ist für Ältere kaum zu kompensieren“, bestätigt Thomas Lackmann von der Stadt Bergkamen, der für die Organisation des Kaffeeklatschs verantwortlich ist. Umso wichtiger sei es, jetzt möglichst schnell wieder einen Austausch mit Gleichgesinnten zu ermöglichen.
„Wichtig ist mir, dass sich alle angesprochen fühlen“, betont Lackmann. „Schließlich ist der Kaffeeklatsch eine gute Gelegenheit, um Kontakte zu knüpfen und vielleicht sogar neue Freunde zu finden.“ Erfreulicherweise gibt es bereits positive Rückmeldungen von einigen Interessierten, die den Kaffeeklatsch von vergangenen Veranstaltungen her kennen. Das lässt auf große Vorfreude und ein rege Teilnahme schließen – beides ist ganz im Sinne von Thomas Lackmann.
Aus organisatorischen Gründen bittet die Stadt Bergkamen alle Interessierten um eine vorherige Anmeldung bei Thomas Lackmann. Entweder telefonisch unter 02307/965-433 oder per E-Mail an t.lackmann@bergkamen.de.
Ausbildung geht auch in Teilzeit! Arbeitsagentur und Jobcenter beraten via Skype
Im Rahmen der bundesweiten Aktion „Woche der Ausbildung“ (14.03.2022 – 18.03.2022) laden Arbeitsagentur und Jobcenter zur virtuellen Beratungsstunde via Skype ein. Martina Leyer (Agentur für Arbeit Hamm) und Tina Riedel (Jobcenter Kreis Unna) beantworten am 14. März 2022 um 10:00 Uhr alle Fragen rund um den Einstieg in das Berufsleben und zeigen Möglichkeiten der Teilzeitausbildung auf.
Martina Leyer und Tina Riedel sind als Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt im Einsatz und werben für die Teilzeitausbildung. Martina Leyer erklärt: „Für junge Elternteile ist die Teilzeitausbildung eine super Chance auf einen Berufsabschluss.“ Tina Riedel ergänzt: „Denn wer beruflich gut qualifiziert ist, hat bessere Chancen auf eine langfristige Beschäftigung und eine gute Bezahlung.“
In der Beratungsstunde seien aber nicht nur Elternteile willkommen, sondern grundsätzlich alle Menschen, die Interesse an einer Teilzeitausbildung haben. „Auch für Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen kann eine Ausbildung in Teilzeit eine gute Option sein“, weiß Marina Leyer und versichert: „Die Möglichkeiten sind vielfältig und wir gehen gerne auf individuelle Fragen ein.
Teilnehmen kann jede/jeder Interessierte mit einer vorherigen Anmeldung per Telefon oder E-Mail bei Frau Leyer oder Frau Riedel. Die Teilnahmebestätigung erfolgt per E-Mail mit den notwendigen Anmeldedaten für das Skype-Programm.
NGG zum Frauentag am 8. März: Im Kreis Unna verdienen Frauen 12 Prozent weniger als Männer
Kellnerin im Café: In Branchen wie der Gastronomie arbeiten viele Frauen zu geringen Löhnen und häufig für wenige Wochenstunden. Die Gewerkschaft NGG fordert Unternehmen und Politik auf, mehr für die Gleichberechtigung am Arbeitsmarkt zu tun. Foto: NGG | Alireza Khalili
Frauen beim Lohn weiterhin im Nachteil: Zum Internationalen Frauentag an diesem Dienstag [f. d. Red.: 8. März] weist die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) auf große Einkommensunterschiede zwischen den Geschlechtern im Kreis Unna hin. Frauen, die eine Vollzeitstelle haben, verdienen im Kreis aktuell zwölf Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen. Während der mittlere Vollzeit-Verdienst von Männern bei 3.295 Euro pro Monat liegt, kommen Frauen lediglich auf 2.909 Euro, so die NGG-Region Dortmund unter Berufung auf Zahlen der Bundesagentur für Arbeit. „Es kann nicht sein, dass Frauen in puncto Bezahlung trotz gleicher Arbeitszeit systematisch den Kürzeren ziehen“, kritisiert Gewerkschafter Torsten Gebehart.
Die Corona-Pandemie habe die Situation teils verschärft – und alte Rollenbilder verfestigt. „In Zeiten von Lockdowns und Schulschließungen waren es in vielen Familien gerade die Frauen, die beruflich zurückstecken und sich um Kinder und Haushalt kümmern mussten“, sagt Gebehart. In Branchen wie dem Gastgewerbe habe die Krise Frauen zudem besonders stark getroffen – etwa weil sie überdurchschnittlich oft in Minijobs arbeiteten. Diese Stellen seien nach zwei Jahren Pandemie in großem Stil abgebaut worden. Die Betroffenen stünden nach dem Job-Verlust ohne Arbeitslosenversicherung da und hätten auch keinen Anspruch auf das Kurzarbeitergeld.
Neben prekären Arbeitsverhältnissen gebe es aber in vielen Betrieben nach wie vor einen großen ,Gender Pay Gap‘, also eine erhebliche Lohnlücke zwischen den Geschlechtern. „So verdienen Bäckereifachverkäuferinnen in Nordrhein-Westfalen bei Vollzeit rund 400 Euro weniger als Bäcker. Dabei haben beide eine dreijährige Ausbildung hinter sich und es im Arbeitsalltag mit genauso hohen Anforderungen zu tun“, betont Gebehart. Der NGG-Geschäftsführer ruft die Unternehmen in der Region dazu auf, die Ungleichbehandlung zu beenden und „gleichen Lohn für gleiche Arbeit“ zu zahlen. Gerade mit Blick auf den Fachkräftemangel im Lebensmittel- und Gastgewerbe sollten die Firmen alles daransetzen, durch attraktive Arbeitsbedingungen Frauen zu gewinnen. „Hier schlummert ein enormes Potential für den heimischen Arbeitsmarkt“, so Gebehart.
Allerdings stehe auch die Politik in der Pflicht, mehr für die Gleichberechtigung zu tun. Die NGG kritisiert insbesondere das Ehegattensplitting. „Das Steuersystem bietet Frauen, deren Partner ein gutes Einkommen haben, kaum Anreize, selbst beruflich durchzustarten. Durch hohe Abzüge in der Steuerklasse V bleiben viele von ihnen doch zuhause oder machen nur einen Minijob. Hier muss die Bundesregierung eine Reform anpacken“, fordert Gebehart.
Die Gewerkschaft verweist zugleich auf Fortschritte. Nach einer Studie des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung haben Frauen Männer bei den Bildungsabschlüssen in den letzten Jahren überholt. Hatten im Jahr 2005 bundesweit lediglich 26 Prozent aller Frauen die Hochschulreife, waren es im Jahr 2019 gut 40 Prozent (Männer: 29 bzw. 39 Prozent). Auch die Zahl der Haushalte, in denen Frauen das Haupteinkommen beisteuerten, ist zuletzt deutlich – auf ein Achtel aller Haushalte – gestiegen. Allerdings sind Führungspositionen nach Angaben des WSI weiterhin überwiegend in männlicher Hand. Einer der Gründe: Frauen haben weitaus häufiger eine Teilzeitstelle als Männer.
Nach Einschätzung der NGG könnte die Pandemie jedoch langfristig zu einem Umdenken beitragen: „Corona kann auch eine Chance für mehr Gleichberechtigung sein. Viele Männer haben in den letzten zwei Jahren erstmals richtig erfahren, welche Arbeit Kinderbetreuung und Haushalt machen – aber auch, wie wichtig ihre Unterstützung zuhause ist“, so Gebehart weiter.
Aus der Gaststätte Sportlertreff in Rünthe wird Spendenlager für Flüchtende aus der Ukraine
Helfende der Akuthilfe für die Ukraine bei der Übergabe von Hilfsgütern an der polnisch-ukrainischen Grenze. Foto: privat
Die vergangene Woche war für den Verein „Akuthilfe für die Ukraine Werne und Umland“ sehr erfolgreiche. So konnten die drei dezentralen Lagerräume in privaten Kellern zugunsten eines zentralen Sammellagers im ehemaligen Sportlertreff am Stadion in Bergkamen-Rünthe mit Hilfe zahlreicher Helfenden aufgelöst werden. Deshalb können ab sofort wieder Spenden gemäß der Empfehlungen des Dachverbandes ukrainischer Organisationen in Deutschland angenommen werden.
Zudem wurden mit diesen Spenden die ersten Flüchtenden aus der Ukraine – darunter auch ein Kind von 18 Monaten – eingekleidet. Besonders berührt hat die Helfenden, dass eine ukrainische Frau direkt ihre Hilfe angeboten hat und in unserem Sammellager trotz Sprachschwierigkeiten („Die kann man mit dem Google-Übersetzer überwinden“) unterstützen möchte.
„Des Weiteren haben wir, in Kooperation mit dem ebenfalls noch jungen Verein Mensch hilft Mensch e.V. zwei Fahrten mit knapp 2t Hilfsgütern an die polnisch-ukrainische Grenze organisieren und umsetzen können. In dem Zusammenhang konnten auch Kontakte zu polnischen Helfenden anderer Organisationen vor Ort für weitere Fahrten geknüpft werden. Hierdurch konnten wir zudem einen noch besseren Überblick darüber gewinnen, was vor Ort gebraucht wird“, erklärt Vereinssprecher Oliver Schröder
Und: „Natürlich kann man uns ebenfalls mit Geldspenden unterstützen:
• Akuthilfe für die Ukraine Werne und Umland
IBAN: DE25 4415 2370 0000 0760 00
• Mensch hilft Mensch
IBAN: DE09 4416 0014 6643 4979 00
Was tun wir mit den Geldspenden? Wir…
• … übernehmen die Spritkosten für die Transportfahrten zur polnisch-ukrainischen Grenze,
• … kaufen diverse Hilfsgüter,
• … unterstützen Familien, die privat Geflüchtete aufnehmen, die Zimmer entsprechend auszustatten,
• … kaufen Essen,
• … bezahlen Materialkosten für das zentrale Sammellager in Bergkamen-Rünthe.“
Spende aus Bergkamen für Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine im polnischen Rybnik hoch willkommen
Die Feuerwehr nahm i Rybnik die Spenden aus Bergkamen entgegen. Foto: privat
Um die Ukrainer in dieser schwierigen Zeit zu unterstützen, hat der POCO Einrichtungsmarkt in Bergkamen kurzerhand Hilfstransporte für Flüchtlinge organisiert. Zwei Wagen mit Hygieneartikeln, Decken, Nahrungsmitteln und Kleidung sind am Mittwoch zur polnischen Stadt Rybnik nah der Grenze zur Ukraine aufgebrochen. An einem Steuer saß auch POCO-Marktleiter Markus Blacha.
Zum POCO-Team gehörte Andreas Hinz. Er berichte, das in Rybnik die Feuerwehr der polnische Stadt die Spenden entgegengenommen habe. Die Ankunft der beiden Lkw aus Bergkamen hat eine für eine für ihn unglaubliche Reaktion ausgelöst: „Die Örtliche Presse ist sofort gekommen. Der stellvertretender Bürgermeister mit seinen Abgeordneten war auch da. Es ist durch so viele Medien gegangen, da es vorher noch nie so eine große Spende an die Stadt und Ihre Kriegsflüchtlinge gegeben hat“, berichtet Andreas Hinz. Er will zeigen,, dass auch wirklich alles da ankommt, wo es dringend gebraucht wird. „Und dass es dann zu 100 Prozent an die Mütter und Kinder geht. Sowie auch an die Alten, Schwachen und Bedürftigen“, betont er.
ver.di ruft Beschäftigte in Kitas und im sozialen Bereich zum erstem Warnstreik am 8. März auf
„Dass die Arbeitgeber in den Verhandlungen am vergangenen Freitag die Chance vertan und kein Entgegenkommen bezüglich der Entlastungen für die Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst gezeigt haben, hat die Beschäftigten maßlos enttäuscht“, betont Martin Steinmetz von der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) in Dortmund. Damit hätten die Arbeitgeber die aktuelle brisante Situation in den Einrichtungen nicht ernst genommen. „Nach zwei Jahren besonderer Herausforderungen durch die Pandemie fühlen sie sich im Regen stehen gelassen. Das hat zu großem Unmut geführt.“ Die Beschäftigten wollten sich nun mit Nachdruck für ihre Forderungen einsetzen. Deshalb hat ver.di die kommunalen Beschäftigten der Kitas, der sozialen Dienste und der Behindertenhilfe im Bezirk Westfalen zu einem ersten Warnstreik am 8. März aufgerufen.
Es ist unverständlich, dass die Arbeitgeber in der Auftaktrunde unsere Vorschläge zur Entlastung der Beschäftigten nicht aufgenommen haben– allein im ver.di-Bezirk Westfalen handelt es sich um ca. 5.000 Beschäftigte. So werde beispielsweise die Forderung nach Zeit für Vor- und Nachbereitung der pädagogischen Arbeit von den Arbeitgebern kritisch gesehen. Seit Jahren gebe es aufgrund der mangelhaften Arbeitsbedingungen und nicht angemessenen Gehälter eine starke Fluktuation, die sich auch in der Sozialen Arbeit im Dortmunder Jugendamt sehr deutlich darstellt. Daher fordere ver.di in den Tarifverhandlungen die Verbesserungen der Arbeitsbedingungen, Maßnahmen gegen Fachkräftemangel und die finanzielle Anerkennung der Arbeit. Gegen diese Forderungen verhielten sich die Arbeitgeber jedoch weitgehend abwehrend.
„Uns ist es besonders wichtig, im öffentlichen Dienst endlich eine Gleichstellung der sozialen Berufe mit den Männer-dominierten Berufen zu erreichen“, so Steinmetz. „In der heutigen Zeit ist es nicht nachvollziehbar, dass beispielsweise Sozialarbeiterinnen weniger verdienen als Ingenieure, bei gleichwertigem Studienabschluss. Dennoch bekommen die Ingenieure bis zu 280 Euro monatlich mehr.“ Die Tarifverhandlungen für die sozialen Berufe – in denen insgesamt rund 83 Prozent Frauen tätig seien, bei den Erzieherinnen in Kitas sogar 94 Prozent – sei also auch eine Auseinandersetzung um die Gleichstellung von Frauen im Arbeitsleben. Daher rufen wir gerade am Internationalen Frauentag zu diesem Warnstreik auf.
„Die Arbeitgeber tun gut daran, dieses Signal und die Forderungen der Beschäftigten ernst zu nehmen“, betont Steinmetz abschließend. Informationen zum Ablauf des Warnstreiks: 7:30 Uhr Platz der Alten Synagoge: Sammel- und Aufstellort sowie Startpunkt für den Protestzug über den Dortmunder Wall. 9:00 Uhr: Start des Protestzuges rechts in Richtung Hiltropwall, Hoher Wall, Königswall, Burgwall, Ostwall, Südwall, re. in Kleppingstr., li. In Olpe auf den Friedensplatz. 10:15 Uhr*Ankunft Friedensplatz 11:00 Uhr*Beginn Abschlusskundgebung
Aufgerufen haben sind ca. 1.000 Beschäftigte aus allen Bereichen des Sozial-und Erziehungsdienstes des ver.di-Bezirks-Westfalen. Aufgerufen sind Beschäftigte aus nachfolgend aufgeführten Verwaltungen und Arbeit; Kreis Unna und Stadt Unna Soziale Arbeit; Stadt Schwerte Kitas und Soziale Arbeit; Castrop-Rauxel Kitas und Soziale Arbeit; Stadt Lünen Kitas und Soziale Arbeit; Stadt Dortmund: Jugendamt, Gesundheitsamt, Jugendamt, Fabido; Sozialdienst und Wohnverbund beim LWL Dortmund.
„Fake oder War doch nur Spaß“: Gesamtschüler sahen Theaterstück zum Thema Cyber-Mobing
Die Willy-Brandt-Gesamtschule Bergkamen machte am 24.02.2022 im Studiotheater die Bühne frei für das Theaterprojekt „Fake oder War doch nur Spaß“ des Theater-Ensembles Radix
Das Theater-Ensemble Radix. Fotos: Türkan Luisi
. Obwohl Mobbing kein neues Phänomen ist, nimmt es mit dem Fortschritt der Digitalisierung neue Dimensionen an, sodass vor allem Cyber-Mobbing einen sensiblen Umgang mit der digitalen Medienwelt fordert.
Im Rahmen des Theaterprojekts „Fake oder War doch nur Spaß“ wurden Themen wie Mobbing, insbesondere Cyber-Mobbing, sowie die persönlichen und rechtlichen Folgen von Beleidigungen, Bedrohungen und sexueller Belästigung über das Internet und Handy dargestellt. Gleichzeitig warf das Stück einen Blick auf die Erlebnis- und Medienkultur der Heranwachsenden im Zusammenhang mit sozialen Netzwerken und den „Neuen Medien“.
Das in Zusammenarbeit mit erfahrenen Lehrkräften und SozialpädagogInnen konzipierte Stück dient der Gewaltprävention, um Heranwachsende für die vorgenannten Themenbereiche zu sensibilisieren und so ein respektvolles Miteinander zu erörtern, zu fördern und zu stärken. Darauf zielt auch die Willy-Brandt-Gesamtschule in Bergkamen
POCO Bergkamen organisiert Hilfstransporte für ukrainische Flüchtlinge
Bereit zur Abfahrt: Zwei mit Hilfsgütern beladene, vom POCO-Einrichtungsmarkt Bergkamen organisierte Transporter sind auf den Weg nach Polen. POCO-Mitarbeiter, Freunde und Bekannte packten fleißig mit an.
Um die Ukrainer in dieser schwierigen Zeit zu unterstützen, hat der POCO Einrichtungsmarkt in Bergkamen kurzerhand Hilfstransporte für Flüchtlinge organisiert. Zwei Wagen mit Hygieneartikeln, Decken, Nahrungsmitteln und Kleidung sind am Mittwoch nach Polen aufgebrochen. An einem Steuer sitzt POCO-Marktleiter Markus Blacha.
Das ganze Team hat gespendet
„Wir haben überlegt, wie wir auf schnellem Wege Hilfe leisten können“, sagt der Marktleiter. „So kam die Idee, dass ich gemeinsam mit weiteren Freiwilligen nach Polen fahre, um die dort ankommenden ukrainischen Flüchtlinge mit nützlichen Artikeln zu versorgen.“ Die beiden Transporter sind zum einen mit Hygieneartikeln und warmen Decken aus dem Bergkamener POCO-Markt gefüllt. Weitere Hilfsgüter konnten dank der Spenden des Teams eingekauft werden. „Jeder einzelne Mitarbeiter aus unserem Markt hat sich mit einer Spende an der Aktion beteiligt. Die Solidarität ist unglaublich!“, sagt Markus Blacha. Die Einnahmen wurden zusätzlich von POCO aufgestockt, sodass zwei volle Hilfsgüter-Ladungen zustande kamen.
Am Mittwoch brachen die beiden Transporter in Richtung Polen auf. „Wir hoffen, dass wir mit unserer Lieferung zumindest ein wenig zum Wohlbefinden der Menschen beitragen können“, sagte Markus Blacha kurz vor der Abfahrt. Wann genau das Team zurückkehrt, hängt von der Situation in Polen ab: „Wir schauen, wie wir vor Ort noch helfen können und sind auch durchaus bereit, Ukrainer mit nach Deutschland zu nehmen.“
Krieg in der Ukraine: Ministerpräsident Wüst und Landrat Löhr besuchen Geflüchtete in der Erstaufnahmeeinrichtung in Unna
Gemeinsam mit dem zuständigen Landesminister Joachim Stamp und Regierungspräsident Hans-Josef Vogel besuchten Ministerpräsident Hendrik Wüst und Landrat Mario Löhr am Donnerstag, 3. März, die Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge des Landes in Unna-Massen. Vom persönlichen Gespräch mit den ersten Geflüchteten, die in der Einrichtung Zuflucht gefunden hatten, zeigten sich alle vier tief beeindruckt.
„Ich muss die Berichte von Krieg und Flucht, über zurückgelassene Familienmitglieder und die Ungewissheit auf die Zukunft erstmal verdauen“, sagt Landrat Mario Löhr nach den beeindruckenden Schilderungen der Geflüchteten. „Aber klar ist mehr denn je: Wir werden hier vor Ort alles unternehmen, um denen die bei uns Schutz vor dem Krieg des Herrn Putin suchen, alles zu geben, was benötigt wird,“ so Löhr weiter. Aktuell bereiten sich alle Städte und Gemeinden kreisweit auf die Aufnahme von Flüchtlingen vor. Aus der Bevölkerung kommen zudem eine Vielzahl von konkreten Hilfsangeboten bis hin zu Aufnahme in der eigenen Wohnung oder der Breitstellung von Ferienhäusern.
Ministerpräsident Wüst wiederholte seine Zusage zur Unterstützung der Kommunen bei dieser Aufgabe und Minister Stamp betonte, dass der Aufenthaltsstatus aktuell nicht die Sorge der Flüchtlinge sein brauche, man arbeite mit großer Einigkeit auf europäischer Ebene an einer pragmatischen Lösung und bereite parallel die Umsetzung in Bundes- und Landesrecht vor.
Landrat Mario Löhr, Ministerpräsident Hendrik Wüst, Landesminister Joachim Stamp, Bürgermeister der Stadt Unna Dirk Wigant und Regierungspräsident Hans-Josef Vogel im Gespräch mit den ersten Geflüchteten. Foto: Anita Lehrke – Kreis Unna
Unter den Ersten, die den Weg in die Erstaufnahmestelle in Unna-Massen gefunden haben, befinden sich nicht ausschließlich ukrainische Staatsangehörige. Die Ukraine selbst war Ziel von Flüchtlingen etwa aus Afghanistan nach der Machtübernahme durch die Taliban. So auch für einen Familienvater, der in Kiew studiert und für die afghanische Armee als Computerfachmann gearbeitet hatte. Er hatte mit seiner Familie in Kiew Aufnahme gefunden und flieht nun mit seiner Frau und drei Kindern zum zweiten Mal vor Krieg und Terror. Landrat Löhr leitet daraus eine noch größere Verpflichtung ab, nun denen Schutz zu gewähren, die bislang selbst ihr Land für Flüchtende geöffnet hatten. PK | PKU
DRK bittet um Geldspenden für wirkungsvolle humanitäre Hilfe in der Ukraine
DRK-Kreisvorsitzender Michael Makiolla. Foto: Linda Peloso, Kreis Unna
Die Not der Ukrainerinnen und Ukrainer sowohl im Land als auch auf der Flucht und damit ihr Bedarf an humanitärer Hilfe ist immens und wächst immer weiter. „Wir wissen, dass die Betroffenheit in der deutschen Bevölkerung angesichts der entsetzlichen Ereignisse in der Ukraine groß ist und der Wunsch, den betroffenen Menschen Unterstützung zu bieten, ebenso. Es ist überwältigend zu sehen, wie schnell und engagiert die
Zivilgesellschaft in Deutschland auf allen Ebenen zu helfen bereit ist. Dies trifft auf unzählige Privatpersonen, kleine und große Initiativen, Unternehmen und natürlich auch auf all unsere ehrenamtlichen und hauptamtlichen Rotkreuzlerinnen und Rotkreuzler zu“, so Michael Makiolla, der Vorsitzende des DRK-Kreisverbandes.
Dennoch betont er: „Auch wenn es für viele vermeintlich unpersönlich und ungreifbarer erscheinen mag, sind Geldspenden in der gegenwärtigen Lage tatsächlich die beste und wirkungsvollste Art, um die humanitäre Hilfe im Ausland zu unterstützen. „Damit die Hilfe tatsächlich ankommt, bitten uns all unsere Schwestergesellschaften in der Ukraine und den Nachbarländern sehr eindringlich darum, die stark beanspruchten Logistik- und Hilfeleistungsstrukturen nicht zu blockieren. Gut gemeinte, aber nicht abgestimmte Lieferungen füllen Lagerhäuser, und binden Transport- und Sortierkapazitäten. Dadurch helfen sie leider weniger, sondern behindern vielmehr die humanitäre Arbeit vor Ort.“
Aktuell bestehen seitens der Rotkreuz-Schwestergesellschaften keinerlei Kapazitäten zur Annahme nicht zentral abgesprochener und nicht zentral
angeforderter Hilfslieferungen und Unterstützungsangebote. Geldspenden sind gegenüber Sachspenden wesentlich effektiver: Ihr großer Vorteil ist, dass sie sehr flexibel eingesetzt werden können. Damit lässt sich die humanitäre Hilfe gezielter an die jeweiligen Bedarfslagen vor Ort anpassen. Dies ist absolut erforderlich in Situationen, die sich beständig ändern und höchst unvorhersehbar sind, wie aktuell in der Ukraine und ihren Nachbarländern.
Das DRK bittet deshalb um Spenden für die betroffene Bevölkerung an:
IBAN: DE63370205000005023307
BIC: BFSWDE33XXX
Stichwort: Nothilfe Ukraine
AWO hilft: Spenden kommen Menschen in der Ukraine und vor Ort zugute
Der Aufruf der AWO Ruhr-Lippe-Ems für die Menschen in der Ukraine zu spenden, stößt auf breite Resonanz. Aufgrund zahlreicher Anfragen weist die AWO darauf hin, dass alle Spenden, die bis Montag, 7. März, 12 Uhr in den vier Secondhand-Kaufhäusern „Die Stöberei“ in Bergkamen, Bönen, Lünen und Kamen eintreffen, für den Transport zur rumänisch-ukrainischen Grenze bestimmt sind. Alles, was darüber hinaus gespendet wird, wird an ukrainischen Kriegsflüchtlingen vor Ort vermittelt.
Benötigt werden warme Kinderdecken und Damenkleidung, Decken und Schlafsäcke, Hygiene- und Kosmetikartikel, Windeln und Babynahrung, haltbare Lebensmittel und Medizinprodukte. Alle gespendeten Artikel müssen in einwandfreiem Zustand, gut verpackt und beschriftet sein. Den Transport zur rumänisch-ukrainischen Grenze organisiert der AWO-Arbeitskreis Humanitäre Hilfe. Unterstützt wird er dabei unter anderem vom Deutschen-Roten Kreuz in Temeswar (Timișoara).
Auch Geldspenden sind wichtig, um zielgerichtete Unterstützung bieten zu können. „Wir werden das Projekt auf jeden Fall kontinuierlich begleiten. Geldspenden sind beispielsweise erforderlich, um Transportfahrzeuge anzumieten“, gibt AWO-Geschäftsführer Rainer Göpfert ein Beispiel für mögliche Verwendungszwecke. Geldspenden sind unter: