Unternehmerstammtisch der Stadt Bergkamen: Berater und Buchautor plädiert für „glückliche Mitarbeier“
Unternehmerstammtisch im Mehrzweckraum des Stadtmuseums.
Viel Zuspruch zum Unternehmerstammtisch: Über die Chance vom eigenen Jobglück, die entscheidende Haltung der Führungskräfte und glückliche Mitarbeiter referierte der Unternehmensberater und Sachbuchautor Dr. Achim Pothmann während des jüngsten Unternehmerstammtisches der Stadt Bergkamen am Donnerstag vor rund 70 Bergkamener Unternehmerinnen und Unternehmern im Stadtmuseum.
Der Vortrag zum Thema“ Glückliche Unternehmen“ stieß auf großen Zuspruch und war Anlass für viele Gäste, auch nach dem offiziellen Teil die Runde gemeinsam mit Bürgermeister und Gastgeber Bernd Schäfer zum Erfahrungsaustausch zu nutzen.
Bergkamener Schüler erlebt die große Politik in Berlin
Hubert Hüppe (l.) und Phil Griwotz. Foto: Büro Hüppe
Zwei spannende Wochen erlebte der Bergkamener Schüler Phil Griwotz an der Seite des heimischen Bundestagsabgeordneten Hubert Hüppe (CDU) während seines Praktikums in Berlin.
Nach einer kurzen Einführung in die Arbeitsabläufe begleitete der 17-jährige Schüler des St. Christophorus Gymnasiums in Werne den Abgeordneten auf Schritt und Tritt durch den Bundestag. Besonders spannend war dabei die Diskussion und die Verabschiedung der Änderung des Infektionsschutzgesetzes, mit der die sogenannte „Triage“ geregelt werden sollte. Hierfür war Hüppe Berichterstatter seiner Fraktion und deswegen war Phil Griwotz sehr intensiv damit beschäftigt.
Dieses ethische Thema ist hoch brisant, geht es doch darum, wie Menschen mit Behinderungen nicht diskriminiert werden, wenn im Falle nicht genügender medizinischer Ressourcen, entschieden werden muss, wer behandelt wird und wer nicht. Schon bei der Diskussion in der Arbeitsgruppe Gesundheit der CDU/CSU wurde ihm deutlich, wie um eine gemeinsame Entscheidung gerungen wird und Anträge von der Fraktion entstehen. Danach erlebte er als Zuschauer den Gesundheitsausschuss und schließlich auch auf der Besuchertribüne die Rede des Abgeordneten zu diesem Thema im Plenum des Reichstagsgebäudes.
Wie enttäuscht die betroffenen Menschen mit Behinderungen über das Triage Gesetz der Regierung waren, fühlte er, als er den CDU-Politiker auf einer Demonstration von Menschen mit Behinderungen vor dem Reichstag begleitete.
Auch nach Büroschluss ging das Programm häufig weiter. So konnte er an Informationsabenden des Deutschen Kinderhospizvereines und des Bayrischen Apothekerverbandes teilnehmen. Besonders beeindruckend war für den Praktikanten auch der Parlamentarische Abend der BAG Selbsthilfe, bei der Hubert Hüppe in seinem Beitrag die mangelnde Teilhabe von Menschen mit Behinderungen angeprangert hat.
Freizeitmäßig war allerdings das Spiel des FC Bundestages gegen die Oldstars von Eintracht Werne der Höhepunkt. Weil Griwotz in Werne zur Schule geht, wurde er kurzerhand vom Werner Bürgermeister Lothar Christ für die Mannschaft rekrutiert und durfte auch einige Zeit mitspielen. In der „dritten Halbzeit“ konnte er noch viele Abgeordnete näher kennenlernen und merkte schnell, dass Fußball auch mal Fraktionsgrenzen vergessen kann. In der sitzungsfreien Woche wurde er in die Büroarbeit integriert und durfte im Rahmen des Praktikantenprogramms auch die CDU-Bundesgeschäftsstelle besichtigen.
„Die zwei Wochen waren eine tolle Erfahrung und sind wie im Fluge vergangen. Es ist einfach etwas anderes, so hautnah die Politik zu erleben, die man sonst nur im Fernsehen sieht,“ fasste Phil Griwotz seine Zeit in der Bundeshauptstadt zusammen.
IGA 2027: CDU fordert die „Reißleine“ zu ziehen – ohne Erfolg
So könnten die Bergwelten auf dem Bergkamener Kanalband aussehen. Grafik: Greenbox
Seit über sechs Jahren wird in Bergkamen über die Internationale Gartenbauausstellung 2027 diskutiert und geplant. Die Beobachter der Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses am Dienstag konnten fast zu dem Schluss kommen, jetzt werde dieses Projekt begraben.
Lautstark fasste CDU-Fraktionschef Thomas Heinzel noch einmal alle Kritikpunkte der Union zusammen. Zusätzliche Futter hierfür lieferte die aktuelle Vorlage für die Ausschussmitglieder. Die Inflation treibe die Kosten um rund 5 Mio. Euro in die Höhe, war dort nachzulesen. Die Stadt solle Eigen- und Fördermittel in das Programm „Bergkamen mittendrin“ zur Attraktivierung der Stadtmitte investieren. Heinzel forderte den Ausschuss auf, endlich die „Reißleine“ zu ziehen.
Auf diese Finanzierungslücke pochte auch Barbara Kestermann von den Grünen. Ihr Fraktionsvorsitzender Thomas Grziwotz wollte deshalb durch einen Beschluss bekräftigt haben, dass der städtische Eigenanteil an diesem Projekt auf knapp 11 Millionen Euro festgeschrieben soll. Der amtierende Technische Beigeordnete und Kämmer Marc Alexander Ulrich betonte, dass diese Festschreibung bereits Ratsbeschluss sei und deshalb nicht noch einmal beschlossen werden müsse.
SPD-Fraktionsvize Julian Deuse betonte, dass in seinen Augen die IGA 2027 ein Zukunftsprojekt für die Stadt Bergkamen sei. Die Bürgerinnen und Bürger erhielten neue attraktive Freizeitmöglichkeiten auf dem sogenannten Kanalband. Gleichzeitig rechnet er damit, dass durch dieses Projekt der Tourismus und damit auch der Strukturwandel Auftrieb erhalten werden.
Bei der Abstimmung votierten schließlich die Grünen mit der SPD für den Beschlussvorschlag. Demnach soll die Verwaltung die Planungen für den gemeinsamen IGA-Beitrag mit der Stadt Lünen mit Nachdruck vorantreiben und sich sowohl um weitere Fördermittel und die Beteiligung privater Investoren bemühen.
Bestandteil des Beschlusses ist auch, den Bereich IGA in der Bergkamener Bauverwaltung von bisher zwei auf fünf Stellen auszuweiten. Gesucht werden jetzt Expertinnen und Experten für die Bereiche Landschaftsplanung und Touristik. Hinzukommen soll noch eine Verwaltungsangestellte bzw. ein Verwaltungsangestellter.
Möglich ist, dass es an den Plänen, die während der Sitzung vom IGA-Geschäftsführer Horst Fischer, Projektleiterin Barbara Thiede, Hubertus Schäfer vom Büro Greenbox und vom Technischen Beigeordneten der Stadt Lünen Arnold Reeker vorgestellt wurden, wegen Nicht-Finanzierbarkeit Abstriche geben wird. Sicher ist, dass als erstes Einzelprojekt der „IGA-Radweg“ ab 2023 in drei Abschnitten von der Trasse des künftigen Schnellradwegs S1 in Rünthe bis zum Hauptbahnhof Lünen gebaut wird. Dafür liegen bereits Zusagen für Fördermittel vor.
Weitere Infos liefert die Vorlage für den Stadtentwicklungsausschuss: IGA 2027
Belastungen durch Gebühren und Steuern bleiben insgesamt 2023 unverändert
Die Vorschläge für die Gebühren, die im kommenden Jahr für die Abwasser- und Müllbeseitigung sowie für die Straßenreinigung und Grundsteuer an die Stadt zu zahlen sind, liegen im Entwurf vor. Bei vielen Bürgerinnen und Bürgern wird es zu einem Nullsummenspiel hinauslaufen. Die Gebührensatzungen werden die zunächst im Betriebsausschuss und abschließend im Stadtrat am 8. Dezember diskutiert und beschlossen werden sollen. Der Verwaltungsvorschlag zur künftigen Höhe der Grund- und Gewerbesteuern, an denen sich gegenüber 2022 nichts ändern soll, wird am 8. Dezember dem Haupt- und Finanzausschuss und anschließend dem Stadtrat vorgelegt.
Bei den Abwassergebühren soll nach den Berechnungen der Kämmerei die durchschnittliche vierköpfige Familie 2023 um 8,40 Euro entlastet werden. Beim Bereich Schmutzwasserbeseitigung steigt die Belastung um 18,00 Euro (plus 0,10 Euro auf 4,34 Euro pro Kubikmeter Frischwasser) und im Bereich der Niederschlagsentwässerung sinkt die Belastung um 26,40 Euro (minus 0,22 Euro auf 1,59 Euro pro Quadratmeter versiegelter Fläche).
Die Müllabfuhr wird bei der Bio-Tonne um 5,52 Prozent teurer und bei der Restmülltonne um 5,53 Prozent teurer. Die Grüne 60-Liter-Tonne kostet im kommenden Jahr 55,50 Euro pro Jahr (plus 2,40 Euro) und die Graue 60-Liter-Tonne 145,50 Euro (plus 6,30 Euro).
Prozentual die größten Preissprünge gibt es für die Straßenreinigung / Winterdienst: bei Straßen der Priorität 1 und 2 von 3,52 aus 4,32 Euro pro Straßenmeter und in der Priorität 3 von 3,15 auf 3,80 Euro.
Keine Veränderungen sind bei den Steuern vorgesehen. Der für Hauseigentümer und Mieter wichtige Hebesatz für die Grundsteuer B soll auf 670 % festgesetzt werden. Der Gewerbesteuersatz bleibt bei 480 %.
Kreis Unna sucht Fachkräfte: 19 Stellen ausgeschrieben
Der Fachkräftemangel macht sich überall bemerkbar – auch beim Kreis Unna. 19 Stellen sind derzeit ausgeschrieben, viele davon sind schon länger vakant. Die Aufgabenbereiche sind dabei weit gefächert: vom Bauingenieur bis zum Tierarzt. Darunter sind auch einige Führungspositionen. Dazu gehört auch eine Dezernentenstelle Für die Fachbereiche Bauen und Planen (FB 60) sowie Geoinformation und Kataster (FB 62) als auch Mobilität, Natur und Umwelt (FB 69). Ein Blick in die Ausschreibungen lohnt sich, vor allem, weil sieben neue Positionen ausgeschrieben worden sind.
Die sieben neuen Ausschreibungen sind:
Materialwart und Lagerverwalter
Medizinprodukte- und Hygienebeauftragter
Sozialarbeiter und Sozialpädagogen für den Treffpunkt GO IN in Bönen
Architekt / Bauingenieur
Bautechniker Fachrichtung Hochbau
Bauzeichner
Ingenieur
Führungskräfte gesucht
Für das Sachgebiet Planung und Wohnungswesen sucht die Kreisverwaltung eine neue Führungskraft. Die neue Leitung des Sachgebiets sollte Führungserfahrung haben und sich mit Raum- und Stadtplanung auskennen. Klar ist, dass Bewerber eine entsprechende Ausbildung (Hochschulstudium oder vergleichbar) mitbringen sollten.
AnsprechBar des SPD-Ortsvereins Weddinghofen kommt Samstag zur Gerhart-Hauptmann-Straße
Am kommenden Samstag, 3. Dezember, wird der SPD-Ortsverein Weddinghofen-Heil in der Zeit von 10.30-11:30 Uhr an der Gerhart-Hauptmann-Straße in Weddinghofen unterwegs sein, um mit dem Format der Ansprechbar mit Bürgerinnen und Bürgern den Kontakt zu suchen und direkt vor Ort für Gespräche, Anregungen und Kritik ein offenes Ohr zu haben.
Ansprechbar sind am Samstag u.a. der Ortsvorsteher Rüdiger Hoffmann und die SPD-Ratsfrau Brigitte Matiak, die in gemütlicher Umgebung auf auch auf einen Becher Kaffee anzutreffen sein werden.
Nachehrungen von verdienten Bürgerinnen und Bürgern im Ratstrakt
Nachehrung (von links): Markus Kowall (Schwimmverein Heil), Sabrina Kühnle-Kallenbach (Netzwerk „foodsharing“), Marlies Kirstein (Behindertenkreis Sundern), Sascha Kallenbach (Netzwerk „foodsharing“), Peter Kollmann (DRK) und Bürgermeister Bernd Schäfer.
Traditionsgemäß hat der Bürgermeister der Stadt Bergkamen auch in diesem Jahr im November verdiente Bürgerinnen und Bürger mit der Ehrenmedaille der Stadt Bergkamen, der Silbermedaille der Stadt Bergkamen, der Ehrenadel der Stadt Bergkamen, der Jubiläumsehrenamtskarte NRW und der Ehrenamtskarte NRW ausgezeichnet.
All diejenigen, die zur großen Ehrungsveranstaltung am 04. November 2022 verhindert waren, waren am 24.11.2022 zu einem Nachehrungstermin im Rathaus eingeladen.
Nachträglich geehrt wurden:
Marlies Kirstein (Behindertenkreis Sundern) mit der Ehrennadel der Stadt Bergkamen
Peter Kollmann (DRK) mit der Ehrennadel der Stadt Bergkamen und der Jubiläumsehrenamtskarte NRW
Sascha Kallenbach (Netzwerk „foodsharing“) mit der Ehrenamtskarte NRW
Sabrina Kühle-Kallenbach (Netzwerk „foodsharing“) mit der Ehrenamtskarte NRW
Markus Kowall (Schwimmverein Heil) mit der Ehrenamtskarte NRW
Silvia Gosewinkel: „Stopp Gewalt gegen Frauen!“ – Beim Schutz von Frauen vor Gewalt darf nicht gespart werden!
Silvia Gosewinkel
Der 25. November ist der Internationale Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen. Unter dem Motto „Stopp Gewalt gegen Frauen“ fordert die UN-Kampagne „Orange the World“ in diesem Jahr das Ende geschlechterspezifischer Gewalt.
„In Deutschland ist fast jede dritte Frau von sexuellen oder körperlicher Gewalt betroffen. Der Schutz von Frauen und Mädchen vor Gewalt jeglicher Art ist eine große Verantwortung, die wir als Gesellschaft übernehmen müssen“, sagt Silvia Gosewinkel, Landtagsabgeordnete im Kreis Unna.
Die Istanbul-Konvention definiert Gewalt gegen Frauen als Menschenrechtsverletzung und als Diskriminierung gegen Frauen. Sie verpflichtet mittragende Länder, ausreichend finanzielle und personelle Mittel zur Prävention von Gewalt an Frauen bereitzustellen. Damit wird die Grundlage für die Bekämpfung von jeglicher Gewalt an Frauen und Mädchen in Deutschland gelegt. Um den Schutz konsequent umsetzen zu können, ist ein landesweites System mit Angeboten und niedrigschwelligem Zugang zu den Hilfeeinrichtungen nötig.
Ab Februar 2023 gilt die Istanbul-Konvention in Deutschland uneingeschränkt. Dazu plant die Landesregierung Nordrhein-Westfalens eine Koordinierungsstelle auf Landesebene. „Verwunderlich ist, dass im Haushaltsplan für 2023 allerdings der Haushaltstitel für den Schutz von Frauen um 1,85 Mio. Euro reduziert wird“, betont Gosewinkel.
Vor allem Frauenhäuser haben einen besonderen Stellenwert im Hilfesystem für Frauen. Sie leisten einen enorm wichtigen Beitrag und sind ein Ausweg aus dem Leid. „Bei meinem Besuch im Frauenforum im Kreis Unna e.V. wurde die Wichtigkeit nochmal deutlich. Hier werden Hilfsangebote unter einem Dach vereint. Damit gelingt der einfache Zugang zu den Hilfsangeboten“, sagt Gosewinkel.
Die SPD-Fraktion im Landtag fordert Frauenhäuser verstärkt in den Fokus zu nehmen und die Erhöhung der Fallpauschalen in den Frauenhäusern umzusetzen, um den Bedarfen der Frauen und Kinder gerecht zu werden. Außerdem fordert sie die Reduzierung des Haushaltstitels für den Schutz von Frauen zurückzunehmen und die Mittel wieder in den Haushalt zu stellen.
Bundestagsabgeordneter Kaczmarek ruft Musikszene im Kreis Unna zur Bewerbung für den neuen Amateurmusikfonds auf
Oliver Kaczmarek
“Seit diesem Monat gibt es für Chöre, Orchester und viele weitere Akteure aus dem Amateurmusikbereich eine neue Fördermöglichkeit”, freut sich der SPD-Bundestagsabgeordnete Oliver Kaczmarek und ermuntert die Musikszene im Kreis Unna, sich für den jetzt vom Deutschen Bundestag beschlossenen Amateurmusikfonds zu bewerben.
Mit dem Fonds in Höhe von 5. Mio. Euro sollen nicht nur pandemiebedingte Einbußen von Chören oder Orchestern abgemildert, sondern auch der gesellschaftlich-kulturelle Wert ihrer Arbeit langfristig unterstützt und sichtbarer gemacht werden, erklärt Kaczmarek. Damit werde nun endlich ein Bereich der Musikszene bedacht, in dem deutschlandweit mehr als 14 Millionen Menschen und hundertausend Ensembles aktiv seien und diesen seit jeher mit gesellschaftlichem Engagement und Kreativität bereicherten. Darüber hinaus, so Kaczmarek weiter, könnten nun auch Investitions-vorhaben in die Zukunft und Vielfalt des Amateurmusikbereichs nachhaltig wirksam gefördert werden. Damit schließe der Amateurmusikfonds eine Lücke der bisher bestehenden Bundeskulturfonds, die die Förderung der musikalischen Breitenkultur bisher nicht vorgesehen habe.
Bewerben für Finanzmittel können sich Initiativen und Vereine beim Bundesmusik-verband Chor & Orchester, der den Amateurmusikfonds zeitnah mit Leben füllen wird und künftig die Ausschreibungen verantwortet.
SPD-Abgeordneter Kaczmarek trifft Betriebsratsvorsitzenden des Steag-Kradtwerks Heil im Bundestag
Betriebsratsvorsitzender Bernd Hagemeier (r.) mit Oliver Kaczmarek auf dem Dach des Deutschen Bundestags.
Zum 25. Mal hat die SPD-Bundestagsfraktion Betriebsrät:innen, Schwerbehindertenvertretungen und Personalrät:innen aus ganz Deutschland in den Bundestag eingeladen. In der Konferenz unter dem Motto „Transformation in besonderen Zeiten – Wie können Umbau und Beschäftigungssicherung gelingen?“ ging es zum einen um die Herausforderungen für die Betriebe und Beschäftigten in der aktuellen Energiekrise und zum anderen um die langfristige Perspektive des industriellen Umbaus im Zeichen von Klimaneutralität und Digitalisierung.
Insgesamt nahmen rund 120 Vertreter:innen aus ganz Deutschland in Berlin teil, etwa 200 waren online zugeschaltet. Aus dem Kreis Unna war Bernd Hagemeier, Betriebsratsvorsitzender im Bergkamener Steag-Kraftwerk, auf Einladung des Bundestagsabgeordneten Oliver Kaczmarek im Bundestag dabei.
Energiedialog Kreis Unna stimmt optimistisch
Energiedialog Kreis Unna in der Stadthalle Kamen. Foto: Robert Szkudarek
110 angemeldete Unternehmensvertreterinnen und Unternehmensvertreter waren gestern der Einladung von Landrat und WFGAufsichtsratsvorsitzendem Mario Löhr und WFG-Geschäftsführer Sascha Dorday zum Energiedialog Kreis Unna in die Stadthalle Kamen gefolgt. Die Botschaft, die die Entscheider aus Industrie und Handwerk mitnahmen, stimmte durchaus optimistisch. Denn, da waren sich sowohl die Referenten als auch die Vertreter des hochkarätig besetzten Expertengespräches einig: Auch wenn die Energiekrise noch lange nicht
vorbei ist, so seien doch die Risiken beherrschbar geworden.
Landrat Mario Löhr, auf dessen Initiative die Veranstaltung zurückging, informierte in seiner Eröffnungsansprache über die Aktivitäten des von ihm ins Leben gerufene Runden Tisches Energie. Ziel sei es, ein Netzwerk aufzubauen, zu informieren und konkrete Hilfsangebote für alle Bevölkerungsgruppen zu schaffen, so Löhr. „Vielleicht können wir für Ihre Probleme nicht immer gleich Lösungen präsentieren, aber wir arbeiten daran und das ist mir wichtig“, so der Landrat. „Melden Sie sich, wenn Sie Hilfe brauchen“, appellierte er an die anwesenden Unternehmerinnen und Unternehmer.
In einem „Bericht aus Berlin“ informierte der SPD-Bundestagsabgeordnete Oliver Kaczmarek über die bereits von der Ampelkoalition auf den Weg gebrachten Entlastungspakete, wie unter anderem die Gaspreisbremse für die Industrie und für kleine und mittlere Unternehmen sowie auf die noch zu beschließende Strompreisbremse. „Die Herausforderung ist riesig, die Richtung ist klar. Ich bin überzeugt, dass wir das hier im Kreis Unna und im ganzen Land schaffen werden“, machte der Parlamentarier Mut. „Lassen Sie uns miteinander ins Gespräch kommen!
Wo sind noch Lücken, wo fehlt Ihnen noch was?“, forderte der SPD-Politiker das Auditorium zum Dialog auf.
Mit Urs Neuhöffer, Geschäftsführer der succedo Unternehmensberatung GmbH referierte im Anschluss ein ausgewiesener Experte aus der Energiewirtschaft, der seit vielen Jahren bundesweit energieintensive Letztverbraucher aus Industrie, Handel und Gewerbe, Energieanbieter, Hersteller sowie die öffentliche Hand berät. Im Rahmen seines Vortrages zum Thema „Energiekosten und Versorgungssicherheit“ thematisierte er die Bereiche Energiepreise, Hintergründe und Ursachen, Versorgungssicherheit und ging natürlich auch auf Hilfen und
Unterstützungsmöglichkeiten ein. „Die Strom- und Gaspreise haben ihren Höhepunkt überschritten. Unternehmen sollten sich neu orientieren, was die Beschaffung und das damit einhergehende Vorgehen angeht. Die Energiepreisbremsen sind in Sicht“, so das Fazit des Experten zum Thema Energiepreise. Auch für den Bereich
Energieversorgung stimmte sein Vortrag optimistisch: „Die Gasversorgung für die nächsten 120 Tage sieht relativ sicher aus. Bei Strom kann es unter Umständen zu stundenweisen, beabsichtigten Ausfällen, so genannten Brownouts, kommen. Unternehmen müssen Energie als erfolgskritisch bewerten. Ein Riskmanagement ist zu empfehlen“, gab Neuhöfer dem Auditorium mit auf den Weg.
Es folgte ein moderiertes Expertengespräch, an dem neben Oliver Kaczmarek und Urs Neuhöffer auch Jochen Baudrexl, Geschäftsführer der GSW Gemeinschaftsstadtwerke GmbH, Thomas Helm, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Hamm, Henrik Himpe, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Dortmund sowie Stefan Schreiber, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer zu Dortmund, teilnahmen.
WFG-Geschäftsführer Sascha Dorday, der als Moderator durch die Veranstaltung führte, diskutierte mit den Podiumsteilnehmern die aktuelle Situation der Unternehmen in Industrie und Handwerk. Unterstützungsangebote der Kammern, das Problem fehlender Anschlussverträge für Gas, kreative Lösungen zur Nutzung überschüssiger Energie in Gewerbegebieten sowie die Möglichkeit Kurzarbeitergeld auch während der Energiekrise zu nutzen, waren weitere Themen.
„Wir stehen vor großen Herausforderungen. Aber was ich heute aus dieser Runde mitnehme stimmt mich zuversichtlich“, schloss der WFG-Chef die Veranstaltung. Bei Getränken und Snacks hatten die Besucher die Gelegenheit mit den Experten ins Gespräch zu kommen und sich auszutauschen, wovon sie rege Gebrauch machten.