Ziel fast erreicht: Bergkamen auf dem Weg zur Stadt des fairen Handels

Bergkamen ist auf dem besten Weg, Stadt des fairen Handels zu werden. Bürgermeister Roland Schäfer hat jetzt auch die letzte der notwendigen Bedingung erfüllt, um von „Fair Trade Deutschland“ anerkannt zu werden: Er hat jetzt im Beisein von Mitgliedern des Bergkamener Lenkungsausschusses den offiziellen Antrag unterschrieben.

Unterschrift unter Antrag an "Fair Trade Deutschland" (v.l.): Pfarrerin Sabine Sarpe (Lenkungsausschuss), Thomas Hartl (Koordinator der Stadt), Bürgermeister Rolnad Schäfer, Elke Grziwotz (Lenkungsausschuss) und Angelika Mohlzahn (Vorsitzende des Lenkungsausschusses)
Unterschrift unter Antrag an „Fair Trade Deutschland“ (v.l.): Pfarrerin Sabine Sarpe (Lenkungsausschuss), Thomas Hartl (Koordinator der Stadt), Bürgermeister Rolnad Schäfer, Elke Grziwotz (Lenkungsausschuss) und Angelika Mohlzahn (Vorsitzende des Lenkungsausschusses)

Die offizielle Anerkennung wird in etwa drei bis vier Wochen erfolgen. Sie gilt zunächst für zwei Jahre. Danach prüft Fair Trade Deutschland, ob die Bedingungen weiterhin erfüllt werden.

Hauptziel von Fair Trade ist es, Produkte wie Kaffee, Kakao, Bananen und anderes mehr, was nach Deutschland importiert werden muss, zu Preisen und Bedingungen an Kunden zu verkaufen, dass die Produzenten gut davon leben und ihre Zukunft gestalten können. Ein für Bergkamen wichtiger Aspekt ist, dass dadurch ausbeuterische Kinderarbeit verhindert wird. Kinder sind es übrigens auch – etwa in Pakistan, die die meisten Fußbälle namhafter Marken herstellen. Natürlich gibt es auch fair gehandelte Fußbälle.

Fair gehandelte Produkte im Einkaufswagen. (Foto: Fair Trade Deutschland)
Fair gehandelte Produkte im Einkaufswagen. (Foto: Fair Trade Deutschland)

Zwei wesentliche Bedingungen auf dem Weg zur „Fair Trade Town“ ließen sich relativ einfach erfüllen: ein ausreichendes Angebot an fair gehandelten Produkten im Bergkamener Einzelhandel. Ob Kaufland, Lidl, Aldi, Rewe oder Rossmann: In diesen Geschäften findet man in den Regalen eine Menge fair gehandelter Produkte. Es hat sich auch eine Reihe von Gastronomiebetriebe überzeugen lassen, ihren Gästen zum Beispiel fair gehandelten Kaffee und Zucker oder andere Getränke anzubieten.

Ausbaufähig sind sicherlich in Bergkamen die Bereiche Schulen und Vereine. So wollen die Freiherr-von Ketteler-Schule und das Gymnasium „Fair Trade“ im Unterricht behandelt. Besucher von Veranstaltungen der KAB, des BUNDS oder der Oase können sich mit Fair-Trade-Produkten stärken. Die Martin-Luther-Kirchengemeinde, die zusammen mit der Friedenskirchengemeinde vor rund eineinhalb Jahren einen entsprechenden Antrag an den Bergkamener Stadtrat gestellte hatte, überlegt nun, wie auch in Kindergärten „Fair Trade“ ein Thema werden könnten.

Diese Beispiele zeigen, dass mit der Unterzeichnung des Antrags an Fair Trade Deutschland durch Bürgermeister Roland Schäfer die Aktionen und die Arbeit des Bergkamener Lenkungsausschusses längst nicht abgeschlossen sind.




Bergkamener Holzkontor beschäftigt inzwischen 80 Mitarbeiter

Bürgermeister Roland Schäfer hat in Begleitung des Beigeordneten und Kämmerers Holger Lachmann, des Wirtschaftsförderers Walter Kärger sowie der für „Frau und Beruf“ tätige Simone Krämer die Holzkontor Bergkamen GmbH besucht. Er setzt damit eine bewährte Tradition fort, indem er regelmäßig wichtige mittelständige Unternehmen im Stadtgebiet besucht.

Besuch im Holzkontor:  v.l.n.r.: Walter Kärger, Roland Schäfer, Christian Blank, Andrea Wilinzig,  Thomas Harbeke und Holger Lachmann.
Besuch im Holzkontor v.l.n.r.: Walter Kärger, Roland Schäfer, Christian Blank, Andrea Wilinzig, Thomas Harbeke und Holger Lachmann.

Die städtische Delegation wurde begrüßt vom Betriebsleiter Thomas Harbeke, dem Produktionsleiter Christian Blank sowie Andrea Wilinzig, die für das Rechnungswesen und die Verwaltung Verantwortung trägt.

Das seit 1997 am Standort in Bergkamen tätige Unternehmen verarbeitet im Jahr rund 350.000 t aller Altholzklassen. „Dabei reicht das Spektrum vom naturbelassenen Altholz, das lediglich mechanisch bearbeitet wurde bis hin zu sogenannten A4-Althölzern. Zu dieser Gruppe gehören Hölzer, die mit Holzschutzmitteln behandelt worden sind“, so Betriebsleiter Harbeke in seiner Begrüßung. Die aufbereiteten Hölzer werden entweder stofflich – beim Einsatz in der Spanplattenindustrie – oder aber energetisch in Biomasseheizkraftwerken verwertet.

„Mit rund 160.000 t/Jahr geht fast die Hälfte der Jahresproduktion ohne weitere Nachlaufkosten in das benachbarte Biomassekraftwerk“, berichtet der Produktionsleiter Christian Blank nicht ohne stolz. Der Rest geht über die z.T. firmeneigene LKW-Flotte zu den bundesweit tätigen Betrieben der Möbleindustrie.

Das Holzkontor Bergkamen als zertifizierter Entsorgungsfachbetrieb beschäftigt heute rund 80 Mitarbeiter. „Die Tatsache, dass das Unternehmen mittlerweile so viele Beschäftigte gerade auch im gewerblichen Bereich hat, freut mich ganz besonders. Hier zeigt sich einmal mehr wie wichtig gerade auch solche Arbeitsplätze für Bergkamen sind“, so Bürgermeister Roland Schäfer in seiner abschließenden Einschätzung.




Montag Bürgerversammlung zur Zukunft des Nordbergs

Die Stadt Bergkamen lädt am kommenden Montag, 23. März, um 19 Uhr zu einer Bürgerversammlung zur Entwicklung des Nordbergs in das Seniorenheim „Haus am Nordberg“, Albert-Einstein-Straße 2, ein.

Nordberg-Fußgängerzone
Nordberg-Fußgängerzone

Der Ausschuss für Umwelt, Bauen und Verkehr der Stadt Bergkamen hat in seiner Sitzung am 22.09.2014 die Verwaltung beauftragt die Zielrichtung der zukünftigen Entwicklung des Nordbergs sowohl unter Einzelhandelsaspekten als auch hinsichtlich seiner verkehrlichen Ausrichtung und Funktionszuweisung unter Beteiligung der Anwohner und Geschäftsleute zu untersuchen.

Aus diesem Grund wurde in den vergangenen Wochen bereits eine Umfrage bei den betroffenen Gebäudeeigentümern und Geschäftsinhabern zur Zukunft der Präsidentenstraße durchgeführt. Um die Öffentlichkeit ergänzend dazu über die aktuelle Situation und die Entwicklung am Nordberg zu informieren, lädt die Stadt Bergkamen alle Interessierten nun zu einer Bürgerversammlung ein. Der Öffentlichkeit wird Gelegenheit zur Äußerung und Diskussion über die Entwicklung des Nordbergs gegeben.

Die Ergebnisse der Umfrage und der Bürgerversammlung werden für die Entscheidungsfindung in den politischen Gremien genutzt. Daher hofft das Baudezernat auf eine rege Beteiligung.

 




Betriebsspionen auf der Spur: Der Schaden ist beträchtlich

Die Mittelstands- und Wirtschaftvereinigung der CDU (MIT)  lädt am heutigen Dienstag, 17. März, um 19 Uhr eine Vortrags- und Diskussionsveranstaltung zum Thema Konkurrenzausspähung von kleinen und mittleren Unternehmen in den Skipper Treff in der Marina Rünthe ein.
Mittelständische Unternehmen gehen häufig davon aus, daß sie für Ausspähung weniger interessant als große Firmen sind. Doch das ist ein Trugschluß. Gerade in kleinen und mittelständichen Unternehmen wird geforscht, Innovationen entwickelt etc. Doch wie kommt dier Konkurrenz an die Daten?
Die MIT konnte einen erfahrenen Wirtschaftskriminalisten zum Thema gewinnen, der die Schwachstellen aufzeigt und für das Thema datenschutz sensibilisieren wird.



Mehr Bergkamener Kinder sollen die Kitas besuchen

Mehr Bergkamener Kinder bis zu sechs Jahren sollen Kitas besuchen. Das ist das erklärte Ziel des Jugendamts. Der Anteil der Mädchen und Jungen, die zuhause bleiben, sei in Bergkamen wesentlich höher als in den vergleichbaren Nachbarstädten, erklärte Jugendamtsleiter Udo Harder am Donnerstag den Mitgliedern des Jugendhilfeausschusses.

Bei den Fünfjährigen sind es laut jüngsten Zahlen rund 10 Prozent von 404 Kindern insgesamt in diesem Jahrgang, bei den Vierjährigen sind es sogar 13,7 Prozent.

Inwieweit die sogenannte „Herdprämie“ eine Rolle spielt, wurde in der Sitzung nicht angesprochen. Doch offensichtlich wartet eine Reihe von Eltern so lange, und das scheint ein weiterer Grund zu sein, bis ihr Nachwuchs einen Platz in dem gewünschten Kindergarten erhalten.

So verwalten acht der 21 Bergkamener Kindergärten eine Warteliste. In einigen gibt es freie Plätze. Dabei kommt es zu solch seltsamen Konstellationen, dass es bei zwei Kitas, die eigentlich Nachbarn sind, bei dem einen eine Warteliste gibt und bei dem anderen freie Plätze.

Positiv ist allerdings, dass es nicht zu Notsituationen kommt. Dann etwa, wenn eine Familie nach Bergkamen zieht, kann das Jugendamt laut Udo Harder in der Regel einen freien Kindergartenplatz anbieten.

Der Betrieb der Bergkamener Kindergärten kostet in diesem Kindergartenjahr etwas mehr als 9 Millionen Euro. Davon steuert das 3,45 Millionen Euro bei. Die Eltern zahlen 1,23 Millionen Euro. 4,4 Millionen Euro zahlt die Stadt aus eigenen Mitteln.




Stadt will’s wissen: Wie sieht die Zukunft des Nordbergs aus?

Die Diskussion über die Zukunft des Nordbergs steht wieder einmal auf der Tagesordnung. Zunächst sind in den nächsten Tagen die Hauseigentümer und Gewerbetreibenden am Zug. Sie erhalten jetzt von der Stadt einen Fragebogen. Danach wird es in jedem Fall eine Bürgerversammlung geben, in der jeder seine Wünsche und Vorstellungen einbringen kann.

 

Wie kann der Nordberg belebt werden und welche Aufgaben soll die Fußgängerzone künftig wahrnehmen? Anworten darauf sollen bis zum Frühjahr 2015 gefunden werden.
Wie kann der Nordberg belebt werden und welche Aufgaben soll die Fußgängerzone künftig wahrnehmen? Anworten darauf sollen jetzt gefunden werden.

„Die Entwicklung des Nordbergs und insbesondere der Präsidentenstraße liegt der Stadt Bergkamen sehr am Herzen“, betont der 1. Beigeordnete Dr. Hans-Joachim Peters. Auch vor dem Hintergrund der umfangreichen Maßnahmen und teilweise hohen Investitionen in den öffentlichen Bereichen, die in der Vergangenheit durch die Stadt durchgeführt wurden (z.B. Umlegung der Parkstraße zur anschl. Ermöglichung des NordbergCenters, Umgestaltung des Marktplatzes, blaues Band, etc.) wird die Entwicklung im Gebäudebestand bzw. deren Nutzungen in diesem Bereich beobachtet. Neben baulichen Veränderungen ändern sich auch die Vorstellungen und Ansprüche der Ladeninhaber, Gewerbetreibenden und Eigentümer.

Aus diesem Grund wird in den kommenden Tagen eine Umfrage bei den betroffenen Gebäudeeigentümern und Geschäftsinhabern zur Zukunft der Präsidentenstraße durchgeführt. Mit einem Fragebogens werden diese nach ihren Vorstellungen und Plänen für die Zukunft ihrer Immobilien bzw. Geschäfte gefragt. Darüber hinaus werden Angaben über die Erwartungen und Einschätzungen der Gesamtlage des Nordbergs erbeten.

„Ergänzend dazu wird die Stadt Bergkamen zu einem späteren Zeitpunkt eine Bürgerversammlung für alle interessierten Bürger zu diesem Thema durchführen“, so Peters weiter.

Die Ergebnisse der Umfrage und der Bürgerversammlung werden für die Diskussion und Erarbeitung von Entwicklungsperspektiven für die Präsidentenstraße sowie die Entscheidungsfindung in den politischen Gremien genutzt. Peters: „Daher hofft das Baudezernat auf eine rege Beteiligung.“

Wer sich den Fragebogen ansehen möchte. kann das hier tun: Fragebogen




SPD informierte sich: Welche Landschaftsräume in Rünthe sind geschützt?

Der SPD Ortsverein Bergkamen-Rünthe war an diesem Wochenende in Klausur im schönen Balve im Sauerland. Der Ortsvereinsvorstand hat sich dort vom Leiter des Fachbereich Umwelt des Kreises Unna, Ludwig Holzbeck, über den Schutzstatus der Landschaftsräume in Rünthe informieren lassen.

Der SPD-Ortsverein Rünthe in Balve
Der SPD-Ortsverein Rünthe in Balve

Darüber hinaus hat die Beisitzerin des Ortsvereins Angelika Molzahn das Bewerbungsverfahren zur Fairtrade Town erläutert. Es ist beabsichtigt, dass der Ortsverein das Bewerbungsverfahren unterstützt und fair gehandelte Produkte wie z. B. Kaffee und Wein anbietet.

Des Weiteren beschäftigte sich der Ortsverein mit seiner Jahresplanung. Der Dämmerschoppen am Hafen und die Jahreshauptversammlung des Ortsvereins sind die herausragenden Ereignisse.




Kreis Unna sieht keinen Bedarf für geplantes Pflegeheim an der Landwehrstraße

Die Pläne der Investoren aus der Nachbarstadt Lünen, die an der Landwehrstraße direkt neben dem geplanten Aldi-Neubau ein Pflege- und Ärztezentrum bauen wollen, sehen und hören sich eigentlich sehr gut an. Hier könnte aber der künftige Pflegebedarfsplan des Kreises Unna einen gründlichen Strich durch die Rechnung ziehen. Falls er am 10. März durch den Kreistag verabschiedet wird, womit gerechnet werden muss, wäre damit amtlich bestätigt, dass es in Bergkamen keinen Bedarf für eine weitere Pflegeeinrichtung gibt. Die Möglichkeit an Fördergelder für dieses Projekt zu kommen, wäre damit für ein Jahr verbaut.

So hätte das geplante Pflegeheim an der Landwehrstraße nach den Vorstellungen der Architekten aussehen können.
So hätte das geplante Pflegeheim an der Landwehrstraße nach den Vorstellungen der Architekten aussehen können.

Nach dem Entwurf des Pflegebedarfsplans ist Bergkamen sogar überversorgt. Zurzeit verfügen die in der Stadt vorhandenen Pflegeeinrichtungen rechnerisch über einen Überhang von 46 Plätzen.  Auswirkungen auf ein von der Stadt Bergkamen nach Antrag durchzuführendes Baugenehmigungsverfahren für neue Pflegeeinrichtungen habe dies aber nicht, heißt es dazu in einer Vorlage für den Haupt- und Finanzausschuss am 4. März und für den Ausschuss für Familie, Soziales, Gesundheit und Senioren am 24. März.  Es sei jedoch davon auszugehen, dass Investoren bei Ausbleiben einer Förderzusage von der Realisierung geplanter Projekte absehen werden.

Mit dem bisher geplanten Pflegeheim sind weitere Investitionen zwischen der Geschwister-Scholl-Straße und der Büscherstraße vorgesehen. Zusätzlich sollen südlich des neuen Aldi-Gebäudes ein Ärztezentrum und Gebäude fürs betreute Wohnen entstehen. Diese Pläne  hatten Anfang Dezember 2014 der Architekt und der Projektentwickler im Stadtentwicklungsausschuss ausführlich vorgestellt

Dass durch das neue Haus mit 80 Betten in 80 Einzelzimmern für die anderen sechs Pflegeeinrichtungen in Bergkamen eine unangenehme Konkurrenzsituation entstehen könnte, verneinten sie. Die bereits vorhandenen Seniorenheime verfügten über 499 Betten und seien sehr gut ausgelastet. Bereits jetzt lebten in Bergkamen 8968 Einwohner, die älter als 65 Jahre seien. Hinzu komme, dass ab 2018 laut einer Gesetzesänderung höchstens 20 Prozent der Heimplätze sich in Doppelzimmer befinden dürften.




Gruppenraum der Jahnschule hat Schieflage – Schulgebäude steht aber sattelfest

Kursierenden Gerüchten, die Jahnschule wäre möglicherweise einsturzgefährdet, traten am Donnerstag im Stadtrat Bürgermeister Roland Schäfer, 1. Beigeordneter und Baudezernent Dr. Hans-Joachim Peters und die fürs Schulwesen zuständige Beigeordnete Christine Busch entgegen.

Fakt sei, dass ein Gruppenraum im Obergeschoss eine Schieflage aufweise, erklärte Christine Busch. Die Sperrung sei im April 2014 vorsorglich erfolgt. Dass das Schulgebäude an sich standfest und damit sicher sei, sei schon daran zu erkennen, dass die Decke des Gruppenraums diese Schieflage nicht aufweise.

Ein Statiker hat inzwischen festgestellt, dass der Schaden Folge eines Baumangels ist. Bergbauliche Einflüsse sein auszuschließen. Für die Verwaltung bedeutet dies, dass die Reparaturkosten in Höhe von geschätzten 65.000 Euro aus der Stadtkasse gezahlt werden müssen.

Die Verwaltung sucht jetzt nach Möglichkeiten, ob die Schadensbehebung auf preiswerte zu haben ist. Das Ergebnis der Prüfung soll Mitte März vorliegen. Dann wird auch die Jahnschule Klarheit haben, ob ihr dieser dringend benötigte Gruppenraum mit Beginn des neuen Schuljahres zu Verfügung steht. Notwendig ist der Raum deshalb, weil die Schule keine „Wanderklassen“ einrichten kann. Das verbietet schon die Aufnahme eines Kindes, das mit einem Rollstuhl unterwegs ist und deshalb auch nur in Klassenräumen im Erdgeschoss unterrichtet werden kann.

Christine Busch betonte, dass alles getan werde, damit die Jahnschule wie vorgesehen mit drei neuen Schulanfängerklassen nach den Sommerferien an den Start gehen kann. Das würde nämlich für die neuen ABC-Schützen in Oberaden ein ganz entspanntes Lernen ermöglichen. Die Klassenfrequenzen sind in diesem Stadtteil für die neuen Eingangsklassen mit 18 Schülern an der Preinschule und mit maximal 22 Schülern an der Jahnschule sehr komfortabel.




Neues Zentralbad wäre für beide Städte die wirtschaftlichste Lösung

Viel Neues hat die Info-Veranstaltung der SPD-Fraktion über die Zukunft der GSW-Bäder zwar nicht gebracht, doch immerhin bei einigen Aspekten Klarheit. So genießt der Schulsport nach Auffassung aller Beteiligten, oberste Priorität.

Das Interesse an der Info-Veranstaltung der SPD-Fraktion zur Zukunft der GSW-Bäder am Mittwochabend im Treffpunkt war groß.
Das Interesse an der Info-Veranstaltung der SPD-Fraktion zur Zukunft der GSW-Bäder am Mittwochabend im Treffpunkt war groß.

Dass muss er auch, weil nach den Vorgaben des Landes die Gemeinden dazu verpflichtet sind, ihn laut den Lehrplänen zu ermöglichen. Das geschehe vor Ort bauch vorbildlich, lobte Frank Buchholz. Er ist nicht nur Sportlehrer am Gymnasium, sondern kennt als Fachleiter in der Lehrerausbildung die Lage in anderen Kommunen. Da bleiben oft von einer Doppelstunde dank langer Anfahrtswege nur 20 Minuten im Wasser übrig. Regulärer Schwimmunterricht sei da gar nicht mehr möglich.

Zweite Priorität hat der Vereinssport, die nächst größere Nutzergruppe. Hier möchten die GSW auch keine Abstriche machen, wenn auch manche Verein etwa wegen der Verlegung von Trainingszeiten nicht ganz glücklich sein wird, wie GSW-Geschäftsführer Jochen Baudrexl betonte.

Für die GSW sind der Schul- und Vereinssport eine sichere Einnahmequelle. Etwas mehr als eine Million Euro überweisen die Städte Kamen und Bergkamen an das kommunal Unternehmen als „Miete“. Da nehmen sich die 169.000 Euro an Eintrittsgeldern, die von „normalen“ Schwimmbadbesuchern gezahlt werden, eher bescheiden aus.

Jährliche Verluste von 6 Mio. Euro

GSW-Geschäftsführer Jochen Baudrexl stand im Treffpunkt zum Thema "Bäderlandschaft" Rede und Antwort (rechts Fraktionsgeschäftsführerin  Julia Rehers, links SPD-Fraktionschef Bernd Schäfer)
GSW-Geschäftsführer Jochen Baudrexl stand im Treffpunkt zum Thema „Bäderlandschaft“ Rede und Antwort (rechts Fraktionsgeschäftsführerin Julia Rehers, links SPD-Fraktionschef Bernd Schäfer)

Unterm Strich bleibt ein jährlicher Verlust von 6 Millionen Euro, den die GSW laut Baudrexl nicht mehr lange tragen kann. Er ließ keine Zweifel aufkommen, dass die wirtschaftlichste Lösung der Neubau eines Zentralbades für Kamen und Bergkamen sei. Dabei könne es möglich sein, dass auch dann die Bäder in Heeren und Methler weiterhin Bestand haben, weil sie die geringsten Verluste einfahren.

Wie nun ein neues Zentralbad alle Nutzerinteressen – auch der gesundheitsbewussten Bürgerinnen und Bürger – unter ein Dach zu bringen sind, soll nun ein weiteres Gutachten ermitteln. Und da noch zweifelhaft ist, ob solche ein Zentralbad politisch und von den Bürgern gewünscht wird, wird der Gutachter auch die Variante mit zwei neuen Bädern in Kamen und Bergkamen durchrechnen. Dafür sollen jetzt für bei Städte Anforderungsprofile erstellt werden. Der Vorsitzende des Stadtsportverbandes Dieter Voigt forderte die Vereine auf, sich daran zu beteiligen.

Etwas verloren unter all den Wassersportlern kamen sich wohl die Vertreter der Eishockeyvereine vor. Da bestehen wohl große Existenzängste, wie die ehemalige Deutsche Meisterin und Gewinnerin des Deutschen Damen-Eishockeypokals Traudel Maluga zu verstehen gab. Doch das Thema Eissporthalle wird erst laut Baudrexl erst in einem zweiten Schritt angegangen, wenn das neue Bäderkonzept steht.

Vermutlich verbessern sich die Chancen für den Weiterbetrieb der Eissporthalle, die jährlich auch einen Verlust von 500.000 Euro einfährt, mit dem Bau eines Zentralbades. Dann nämlich, wenn die Verluste bei den Bäder heruntergeschraubt werden. Und noch besser wird es, wenn dieses Zentralbad direkt neben der Eishalle gebaut wird, weil dann beide Sportanlagen in einem Energieverbund gefahren werden könnte.

Baudrexl beschwor am Mittwochabend bei der Suche nach einer Lösung für das Bäderproblem den „interkommunalen Geist“, der zur Gründung der Gemeinschaftsstadtwerke geführt habe. Zu vermuten ist, dass die „Neuordnung der Bäderlandschaft“ das Ergebnis eines Rechenexempels sein wird. Sowohl Bergkamen als auch Kamen, die gleichermaßen finanzielle Not leiden, brauchen die Einnahmen aus der GSW-Gewinnausschüttung dringend – je mehr umso besser.




Fairtrade-Town steht auch für den Kampf gegen ausbeuterische Kinderarbeit

In der Sitzung des Jugendhilfeausschusses am 5. März werden sich die Mitglieder des Gremiums mit dem Thema „Fairtrade-Town“ beschäftigen. Im vergangenen Jahr hat der Rat den Beschluss gefasst, dass sich Bergkamen um den Titel „Fairtrade-Town“ bewirbt.

FairtradeZiel ist es, auf kommunaler Ebene den Fairen Handel zu fördern, um zunehmend das Bewusstsein für gerechte Produktionsbedingungen sowie soziale und umweltschonende Herstellungs- und Handelsstrukturen in Entwicklungsländern zu schaffen. „Neben einer gerechten Bezahlung für Kleinbauernfamilien und Plantagenarbeitern, die beispielsweise Kaffee anbauen, steht für mich das Verbot von ausbeuterischer Kinderarbeit im Mittelpunkt“, mahnt der Jugendhilfeausschussvorsitzende Thomas Semmelmann an, der die Angelegenheit deshalb auf die Tagesordnung gesetzt hat.

In Deutschland ist die gewerbliche Beschäftigung von Kindern per Gesetz verboten. In den Entwicklungsländern ist das eher die Ausnahme. Darauf aufmerksam gemacht hat bereits die Magna Charta Ruhr.2010, der im Rahmen der Europäischen Kulturhauptstadt Ruhr.2010 auch die Stadt Bergkamen beigetreten ist. „Es geht nicht nur darum, den fair gehandelten Produkten beim Kauf den Vorrang zu geben, sondern auch darum auf die Probleme der Kinderarbeit aufmerksam zu machen“, so Semmelmann. Die Mitglieder des Jugendhilfeausschusses vertreten Vereine, Verbände und Organisationen der angesprochenen Zielgruppe Kinder und Jugendliche. Darüber hinaus sind sie wichtige Multiplikatoren.

Angestoßen von der evangelischen Kirche arbeitet die Steuerungsgruppe „Fairtrade-Town-Bergkamen“ seit fast einem Jahr an der Bewerbung. In der Ausschusssitzung werden zwei Mitglieder die Arbeitsergebnisse, das Bewerbungsprozedere vorstellen und einen Ausblick geben wie die Arbeit weitergeht.

Weitere Infos unter http://www.fairtrade-towns.de.