Bürgerversammlung zeigt: Informations- und Diskussionsbedarf übers Flüchtlingslager ist riesengroß

So eine Bürgerversammlung wie die zum Thema „Flüchtlingslager auf dem Wellenbad-Parkplatz“ am Mittwochabend hat es in Bergkamen vermutlich noch nie gegeben. Über 350 Teilnehmer schätzte Moderator Thorsten Wagner, Chefredakteur von Antenne Unna. Längst nicht alle fanden Platz im großen Saal des Martin-Luther-Hauses. Die Fenster wurden geöffnet, damit auch diejenigen, die die Versammlung von draußen verfolgen wollten, alles hören konnte.

Bürgerversammlung zum geplanten Flüchtlingslager in Weddinghofen (v.l.): Bürgermeister Roland Schäfer, Nikola Rademacher von der Bezirksregierung Arnsberg und Hans-Dieter Volkmann von der Kreispolizei Unna.
Bürgerversammlung zum geplanten Flüchtlingslager in Weddinghofen (v.l.): Bürgermeister Roland Schäfer, Nikola Rademacher von der Bezirksregierung Arnsberg und Hans-Dieter Volkmann von der Kreispolizei Unna.

Bürgermeister Roland Schäfer kündigte an, dass es bereits in Kürze die nächste Informationsveranstaltung geben werde, damit jeder die Möglichkeit hat, aus erste Hand wichtige Details zur geplanten Zentralen Unterkunft des Landes für Flüchtlinge zu erfahren. Vielleicht können dann auch schon die ersten Pläne gezeigt werden, wie die großen winterfesten Zelte, die mit Heizung und Belüftungsanlagen ausgestattet sind und auf dem Wellenbadparkplatz platziert werden. Am kommenden Freitag gibt es die erste „Baustellenbesichtigung“ aller Beteiligten vor Ort. Vielleicht bringt dann auch Nikola Rademacher, die bei der Bezirksregierung Arnsberg für die Einrichtung der Flüchtlingsunterkünfte zuständig ist, nicht nur Tabellen mit, sondern auch Fotos von bereits bestehenden Zeltstädten, damit die Bürger eine optische Vorstellung bekommen, was da am Wellenbad entstehen soll.

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Das Martin-Luther-Haus konnte am Mittwochabend gar nicht alle Interessierten aufnehmen, die zur Bürgerversammlung gekommen waren. Viele standen draußen und verfolgten die Diskussionen durch die geöffneten Fenster.

Und wer vorher schon Fragen hat, der könne sich an der Bürgertelefon der Stadtverwaltung wenden, sagte Schäfer. Sie ist unter 965-444 zu den normalen Dienststunden im Rathaus zu erreichen. Ein anderer Ansprechpartner sind die Johanniter, die die Unterkunft in Weddinghofen im Auftrag der Bezirksregierung betreiben wird. Mit den Johannitern kann man per Mail Kontakt aufnehmen, auch wenn man helfen möchte, sagte ihr Vertreter Andreas Kleff. Mail-Adresse: info.oestliches-ruhrgebiet@johanniter.de.

Obwohl hier beim Bergkamen-Infoblog und auch in den lokalen Tageszeitungen eine Menge über die Pläne der Bezirksregierung berichtet wurden, besteht offensichtlich weiterhin ein großer Informationsbedarf. Eine Frage war zum Beispiel: Wird es in Weddinghofen künftig zwei Unterkünfte geben. Dies wurde von von Nikola Rademacher und Bürgermeister Roland Schäfer eindeutig verneint. Sobald die feste Flüchtlingsunterkunft auf dem Gelände von Grimberg 3/4 fertiggestellt ist, ziehen die Flüchtlinge um und das Lager am Wellenbad wird abgebaut. Das soll möglichst vor Beginn der nächste Badesaison passieren.

Weitere Informationen tun Not, um den Bürgern unnötige Ängste zu nehmen. Es müssen aber auch Gerüchte gerade gerückt werden, die offensichtlich gestreut werden, um diese Ängste zu schüren. Eines dieser Gerüchte lautet: In Weddinghofen werden angeblich nur Männer im Alter von 18 bis 65 Jahren untergebracht – wohl wissend, dass das sehr problematisch wäre.

Nein, die Flüchtlinge werden nicht sortiert. Sie kommen nach Weddinghofen, „wie es kommt“ – auch nicht sortiert nach Herkunftsländern, sondern bunt gemischt, betonte Nikola Rademacher.

"Wir wollen die Willkommenskultur leben", sagte Pfarrer Christoph Maties (l.) - hier mit Moderator Thorsten Wagner von Antenne Unna.
„Wir wollen die Willkommenskultur leben“, sagte Pfarrer Christoph Maties (l.) – hier mit Moderator Thorsten Wagner von Antenne Unna.

Obwohl das geplante Flüchtlingslager, das Ende September, Anfang Oktober den Betrieb aufnehmen wird, in Weddinghofen ein „heiß“ diskutiertes Thema ist, verlief die Bürgerversammlung überaus ruhig und sachlich. Ein Grund ist möglicherweise, dass Moderator Thorsten Wagner zu Beginn dem Hausherrn Pfarrer Christoph Maties das Wort gab. „Wir wollen die Willkommenskultur leben“, betonte er mit dem Hinweis, dass das die klare Haltung der evangelischen Kirche ist, auf der ebene des Landeskirche, im Kirchenkreis Unna und auch in Bergkamen. Diesem Motto hat sich auch der VfK Weddinghofen angeschlossen. Auf seinen beiden Fußballplätzen am Häupenweg, die weiterhin über die vorhandene Straße erreichbar sind, werden Flüchtlinge Sport treiben können.

Kriminaldirektor Peter Andres von der Bezirksregierung (r.) sieht Gefahren für Flüchtlingslager durch Übergriffe von Neonazis; links Andreas Kless von den Johannitern, die das Lager in Weddinghofen betreiben werden.
Kriminaldirektor Peter Andres von der Bezirksregierung (r.) sieht Gefahren für Flüchtlingslager durch Übergriffe von Neonazis; links Andreas Kless von den Johannitern, die das Lager in Weddinghofen betreiben werden.

Sicher scheint zu sein, dass von den Flüchtlingen in Weddinghofen direkt keine Sicherheitsprobleme ausgehen werden. Die Zahl der Einsätze, die die Polizei zum Beispiel in Unna-Massen fahren müsse, unterscheide sich nicht von denen in anderen Wohngebieten, betonte Kriminaldirektor Peter Andres von der Bezirksregierung. Trotzdem wird die Polizei vor Ort in Weddinghofen ein präventives Konzept fahren, wie der Leitende Polizeidirektor HansDieter Volkmann von der Kreispolizei Unna erklärte. So wird Bezirksbeamtin Beate Kohlhas den Flüchtlingen als Ansprechpartnerin zur Verfügung stehen. Die Polizei wird durch Streifen größere Präsenz zeigen.

Diese Vorsichtsmaßnahmen werden vor allem als Schutz vor Angriffen von außen getroffen. Sie nehmen im Land zu, berichtete Andres. Diese Sorgen sind wohl auch konkret für das Lager in Bergkamen nicht ganz unbegründet. Unter den Teilnehmern der Bürgerversammlung am Mittwoch befand sich eine mindestens vierköpfige Gruppe, die am Rande durch Nazi-Sprüche und Pöbeleien auffiel. In  Weddinghofen wurden diese Herren vorher noch nicht gesehen. Der Verlauf der Versammlung müsste ihnen trotz ihres alkoholisierten Zustands gesagt haben: In Bergkamen und auch in Weddinghofen ist für Rechte und Braune nichts zu holen.




Mittwoch Bürgerversammlung zur Flüchtlingsunterkunft in Weddinghofen

Bürgermeister  Roland Schäfer lädt am Mittwoch, 2. September, um 19 Uhr zur Bürgerversammlung zum Thema „Flüchtlingsunterkunft am Wellenbad“ ins Martin-Luther-Haus in Weddinghofen ein.

In der Sondersitzung des Rates der Stadt Bergkamen wurde die Verwaltung beauftragt, mit der Bezirksregierung über die Einrichtung einer Zentralen Unterbringungseinrichtung des Landes (ZUE) zur Aufnahme von Flüchtlingen in Bergkamen zu beraten. Diese Beratungen und die vertraglichen Rahmenbedingungen sind nun so weit fortgeschritten und damit rechtssicher, dass in einer Bürgerversammlung zunächst das Projekt am Häupenweg auf dem Parkplatz des Wellenbades vorgestellt werden kann.eister Roland Schäfer ein.

Erwartet werden bei dieser Bürgerversammlung die zuständige Regierungsdezernentin Nikola Rademacher, Vertreter der Verbindungsstelle der Polizei und ein Vertreter des Betreuungsverbandes. Moderiert wird die Versammlung von Thorsten Wagner, Chefredakteuer „Antenne Unna“.

Die Not der Menschen aus den vermeintlich weit entfernten Krisengebieten hat längst in Nordrhein-Westfalen, im Kreis Unna und in Bergkamen Gesichter bekommen. Diesen Menschen wollen wir uns zuwenden, ganz egal ob sie dauerhaft hierbleiben werden oder wieder in ihr Herkunftsland ausreisen. Das schaffen wir aber nur gemeinsam und schon heute helfen viele Bergkamenerinnen und Bergkamener mit. Deshalb ist es mir wichtig, dass wir die Bürgerinnen und Bürger in diesem Prozess mitnehmen und jeder möglichst gut informiert ist“, so beschreibt Bürgermeister Roland Schäfer den Grund für diese Bürgerversammlung.




Johanniter betreuen 600 Flüchtlinge am Wellenbad

Die Johanniter übernimmt die Betreuung der Flüchtlinge in der kommenden Zentralen Unterbringungseinrichtung (ZUE) für Flüchtlinge auf dem Parkplatz des Wellenbads in Weddinghofen. 87 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden sich um die zunächst 600 Menschen in drei Schicht rund um die Uhr betreuen.

Die Bergkamener Delegation in Köln-Chorweiler, links Magnus Memmeier von den Johannitern.
Die Bergkamener Delegation in Köln-Chorweiler, links Magnus Memmeier von den Johannitern.

Wie so eine „Zeltstadt“ aussieht und nach welchen Konzepten die Johanniter Arbeiten, erfuhr am Freitag eine kleine Delegation von Vertretern der Fraktionen und der Verwaltung vor Ort bei einem Besuch der ZUE in Köln-Chorweiler. Ergebnis ist: Solch eine Einrichtung könne nur eine Übergangslösung sei, sie sei aber besser als die drohende Obdachlosigkeit, erklärten SPD-Fraktionschef Bernd Schäfer, die Vorsitzende des Bergkamener Sozialausschusses Elke Middendorf und Irina Ehlermann von Bündnis 90/Die Grünen.

Ziel sei es, auf dem ehemaligen Gelände von Grimberg 3/4 in Weddinghofen eine Unterkunft zu schaffen, in der die Flüchtlinge in Wohncontainern wohnen, betonte Beigeordnete Christine Busch. Auch das ist übrigens auch nur eine Art Zwischenlösung, wenn auch für einige Jahre. Das Land plant, leerstehende Kasernen zu Flüchtlingsunterkünften zu ertüchtigen. Das braucht allerdings Zeit.

Christine Busch hat am Freitag die Ankündigung von Bürgermeister Roland Schäfer konkretisiert, dass es in Weddinghofen eine Bürgerversammlung und einen „Runden Tisch“ geben wird. Die Beigeordnete sprach jetzt von zwei Runden Tischen: Einer wird sich intern um organisatorische Aufgaben kümmern. Zum zweiten „Runden Tisch“ werde Vertreter aller Institutionen eingeladen. Er soll dazu beitragen, das Geschehen in der Zeltstadt für alle Bürgerinnen und Bürger und auch Hilfen zu koordinieren. So sollen auch die „benachbarten Sportvereine“, der VfK und der TuS, für eine Mitarbeit gewonnen werden.

Überlegungen, den ehemaligen Aldi als Speisesaal für die Flüchtlinge zu nutzen, sind schnell wieder beiseitegelegt worden. Es laufe aber eine Anfrage bei Aldi Immobilien, ob der ehemalige Supermarkt als Lager, unter anderem für Spenden, genutzt werden kann, sagte Christine Busch.

Als Gesprächspartner stand in der Einrichtung der Referent Einsatzdienste des Landesverbands der Johanniter, Magnus Memmeier, zu Verfügung. Er kennt übrigens Bergkamen genau. Er hat das Städtische Gymnasium besucht und wohnt jetzt in Kamen.

 




Aktionskreis fordert Konferenz zur Bewältigung der Bergbaufolgen

Zu unserer Berichterstattung über die PCB-Belastungen im Grubenwasser von Haus Aden und anderen Bergwerken im Ruhrgebiet nimmt Karlheinz Röcher für den Aktionskreis Wohnen und Leben Bergkamen e.V. wie folgt Stellung:

„Die Reaktionen der RAG und der Landesregierung auf die aktuelle Berichterstattung zur PCB-Belastung des Grubenwassers im Steinkohlenbergbau sind wie immer: Alles halb so schlimm.. Grenzwerte werden nicht überschritten… usw. Dann erfolgt eine kurze parlamentarische Aufarbeitung durch Sondersitzungen im Landtag und in einigen Kommunalparlamenten.. evtl. eine Resolution an die RAG und dann ist die Sache wiederum für einige Monate und Jahre ‚auf Eis’gelegt. Konsequenzen? Keine in Sicht.
Die Herstellung von Transparenz durch Information und Öffentlichkeitsbeteiligung (Bürgerinnen und Bürger!!) erfolgt bislang nicht. Die alt hergebrachten Rituale zur Vertuschung der allgemeinen Gefahren durch die Ewigkeitslasten (Grubenwasseranstieg, kontaminiertes Grubenwasser..) werden in einer großen Koalition der ‚Bergbaufreunde und Nutznießer’einfach weiter angewendet.
Seit Jahren fordert der Landesverband der Bergbaubetroffenen in NRW (LVBB), dessen Gründungsmitglied auch der Aktionskreis ist, diesen gezielten Anschlag auf die Bürgerrechte, die Gesundheit und Wohnverhältnisse der in den Revieren lebenden Menschen zu beenden und sich endlich jetzt den anstehenden Problemen zu stellen und sie nicht weiter auf die Generationen danach zu verschieben.
Für den Kreis Unna heißt das: Durchführung einer ersten Konferenz zur Bewältigung der Bergbaufolgen in der Region mit Bürgerbeteiligung! Dazu gehört dann auch die Thematik ‚RAG-grün nach 2018‘.“



SPD-Arbeitnehmer: MVA verlässlicher Partner in der kommunalen Daseinsvorsorge

Am vergangenen Mittwoch besuchte eine Delegation des Vorstandes der Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen der Bergkamener SPD die Müllverbrennungsanlage in Hamm. Hier bekamen die Genossinnen- und Genossen einen tiefen Einblick in eine hochtechnisierte und komplexe Anlage die weit mehr kann, als ihr bloßer Name vermuten lässt.

Eine Delegation des Vorstands der AfA Bergkamen besichtigte die Müllverbrennungsanlage in Hamm.
Eine Delegation des Vorstands der AfA Bergkamen besichtigte die Müllverbrennungsanlage in Hamm.

Während des Rundgangs mit dem Mitarbeiter (Foto links) Herrn Preissner erläuterte dieser unter anderem, wie die Anlage aus dem einfachem Abfall von 1.7 Mio Menschen Energie für ca. 30.000 Haushalte gewinnt und dass man keinen Mülltourismus betreibt. Des Weiteren ist die MVA ein wichtiger Auftraggeber für das örtliche Handwerk und Arbeitgeber für 90 tariflich beschäftigte Mitarbeiter die im Schichtbetrieb ganzjährig für den reibungslosen Betrieb der MVA sorgen. Als Resümee nach rund zweieinhalbstündiger Exkursion festigte sich der Eindruck des AfA SV Vorsitzenden, dass „die MVA ist ein wichtiger Baustein und verlässlicher Partner in der kommunalen Daseinsvorsorge ist“.




Gutachter stellt Bäderkonzept Ausschüssen des Stadtrats in öffentlicher Sitzung vor

Die Firma Altenburg, die für die GSW das jüngste Gutachten zur Neuordnung der Bäderlandschaft in Kamen und Bergkamen erstellt hat, wird am kommenden Donnerstag, 3. September, ab 17 Uhr im großen Ratssaal in einer gemeinsamen Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses und des Ausschusses für Schule, Sport und Weiterbildung ihr Bäderkonzept vorstellen. Diese Sitzung ist öffentlich.

Auch beim Hallenbad Bergkamen-Mitte gibt es einen hohen Sanierungsbedarf.
Auch beim Hallenbad Bergkamen-Mitte gibt es einen hohen Sanierungsbedarf.

Wie bereits berichtet, hat die Altenburg Unternehmensberatung GmbH in Düsseldorf, die sich auf die Erstellung von kommunalen Bäderkonzepten spezialisiert hat, verschiedene Möglichkeiten erarbeitet. Dazu gehören zum Beispiel der Neubau eines Zentralbades für beide Städte oder jeweils ein Neubau in Kamen und in Bergkamen. Von Investitionen in die bestehenden Bäder rät der Gutachter ab.

Ausführlich wird das Konzept hier beschrieben: http://bergkamen-infoblog.de/baedergutachten-interkommunales-zentralbad-ist-die-wirtschaftlichste-loesung/




Beachvolleyball-Turnier der Jungen Union Bergkamen

Am Samstag, 29. August, findet das 12. Beachvolleyball-Turnier der Jungen Union Bergkamen statt. Unter dem Motte „Tag am Strand“ spielen die Teams ab 14 Uhr auf dem Beachvolleyballplatz in Bergkamen-Mitte (Am Stadion 3) um attraktive Preise. Wem Ballsport nicht liegt, kann sein Talent beim Limbo unter Beweis stellen. Getränke und Gegrilltes werden zu kleinen Preisen angeboten .Teams können sich kostenlos unter www.beach-bergkamen.de anmelden.



Die Zentrale Unterbringungseinrichtung für Flüchtlinge am Wellenbad kommt

Die Zentrale Unterbringungseinrichtung für Flüchtlinge am Wellenbad kommt. Direkt nach dem Ende der Freibadsaison werden die Aufbauarbeiten für eine Zentrale Unterbringungseinrichtung (ZUE)  für die Unterbringung von Flüchtlingen auf dem Parkplatzgelände am Rande des  Wellenbades im Bergkamener Ortsteil Weddinghofen beginnen.

Gespräch über die Errichtung einer Zentralen Unterbringungseinrichtung in Bergkamen (v.l.): von links: Nikola Rademacher, Hauptdezernentin für die Betreuung und Unterbringung von Asylbewerbern, Regierungspräsident Dr. Gerd Bollerman, Bürgermeister Roland Schäfer, Christine Busch, Beigeordnete der Stadt Bergkamen. Foto: RP Arnsberg
Gespräch über die Errichtung einer Zentralen Unterbringungseinrichtung in Bergkamen (v.l.): von links: Nikola Rademacher, Hauptdezernentin für die Betreuung und Unterbringung von Asylbewerbern, Regierungspräsident Dr. Gerd Bollerman, Bürgermeister Roland Schäfer, Christine Busch, Beigeordnete der Stadt Bergkamen. Foto: RP Arnsberg

Darauf haben sich Regierungspräsident Dr. Gerd Bollermann und der Bergkamener Bürgermeister Roland Schäfer sowie die Beigeordnete der Stadt Christine Busch bei einem Gespräch in Arnsberg geeinigt. Der Rat der Stadt Bergkamen hatte am Mittwoch, 19. August, in einer Sondersitzung seine Zustimmung für die Errichtung einer Einrichtung des Landes zur Unterbringung von Asylbewerbern gegeben.

Vorgesehen ist die Errichtung von Wohn- und Versorgungseineinheiten in Leichtbauweise  auf dem Parkplatz am Wellenbad in Bergkamen-Weddinghofen mit einer Kapazität von 600 Plätzen und einer Ausbauoption auf 800 Plätze. Die Bauarbeiten für diese Einrichtung sollen Anfang September starten. Der Erstbezug ist für den Zeitraum Ende September bzw. Anfang Oktober geplant. Die Stadt Bergkamen wird in der ersten Septemberhälfte zu einer Bürgerinformationsveranstaltung einladen. Bis dahin wird auch eine Entscheidung darüber getroffen sein, welche Organisation die Betreuung der Einrichtung übernehmen wird.

Parallel zu den Arbeiten für die neue Großunterkunft beginnen in Bergkamen auf dem Gelände der RAG Aktiengesellschaft Grimberg 3/4 die Planungen für die Errichtung einer dauerhaften Unterbringungseinrichtung. Sobald diese Unterkunft mit einer Kapazität von ca. 1000 Plätzen fertiggestellt ist,  wird die Einrichtung auf dem Parkplatz des Schwimmbades geschlossen werden. Für die Planungen für dieses Vorhaben wird in Kürze eine Projektgruppe mit Vertretern der Bezirksregierung, der Stadt Bergkamen und der RAG ihre Arbeit aufnehmen.

„Die neuen und zusätzlichen Unterbringungseinrichtung in Bergkamen werden für das Land Nordrhein-Westfalen ein weiterer wichtiger Baustein sein, um die stetig wachsende Zahl von Asylbewerbern unterzubringen“, betonte Regierungspräsident Dr. Gerd Bollermann bei der Besprechung mit Bürgermeister Roland Schäfer. Er  drückte gleichzeitig seinen Dank für die pragmatische und offene Haltung der Stadt Bergkamen in dieser sowohl für das Land Nordrhein-Westfalen und die Kommunen schwierigen Situation aus.

Bergkamens Bürgermeister Roland Schäfer: „Die Stadt Bergkamen übernimmt mit der Landeseinrichtung eine große Aufgabe. Wir möchten uns aber auch aktiv der Verantwortung stellen, die alle Kommunen und das Land angesichts der großen Zugangszahlen von Asylbewerbern derzeit gemeinsam tragen.“

Positiver Effekt für die Stadt Bergkamen: Die neue Einrichtung wird vollständig durch das Land Nordrhein-Westfalen finanziert und sie muss nach Eröffnung der Landeseinrichtung ihrerseits keine weiteren Asylbewerber mehr aufnehmen.




Bädergutachten: Interkommunales Zentralbad ist die wirtschaftlichste Lösung

Dem Aufsichtsrat der GSW hat am Montagabend das zweite Bädergutachten vorgelegen. Den politischen Fachausschüssen wird es in Kamen und Bergkamen in der kommenden Woche vorgestellte. Eine Kernaussage des Gutachtens ist die Empfehlung von Investitionen in neue Bäder; eine grundhafte Sanierung der bestehenden Struktur sei dagegen nicht zielführend.

Wellenbad Weddinghofen
Wellenbad Weddinghofen

Die interkommunale Zentralbad-Lösung erscheint dem Gutachten nach als die wirtschaftlich attraktivste Alternative. An zweiter Stelle ein Neubau kleinerer Bäder in Kamen und Bergkamen. Die Diskussion darüber wird also weiterhin nicht nur in den beiden Stadträten, sondern über die Stadtgrenzen geführt. Die GSW setzen darauf, dass bis Ende dieses Jahres die Grundsatzentscheidungen in Kamen und Bergkamen fallen werden. Danach könnten Planung, Ausschreibung und je nach kommunaler Entscheidung Neubau(ten) erfolgen.

Hier sind die Konzepte:

Zentralbad Kamen / Bergkamen

Ganzjahresangebot mit vier Wasserflächen, darunter ein 25-Meter-Becken inklusive 1- und 3-Meter-Springerbereich, ein Lehrschwimmbecken 16,7 mal 10 Meter sowie ein Kursbecken 10 mal 10 Meter. Dazu ein 30 Quadratmeter großes Kleinkinderbecken mit Umgebungsinfrastruktur (Wickelraum etc.). Als Highlight sieht die Planung eine von innen und außen nutzbare 80-Meter-Erlebnisrutsche vor. Im Sommer wird ein Freibadangebot mit Schwimmer- und Nichtschwimmerbecken, Strömungskanal, Wasserpilz, Breitrutsche mit Auslauf ins Nichtschwimmerbecken, Matschspielgarten, Kioskanlage sowie eine 10.000 Quadratmeter große Liegewiese zugeschaltet.

Handlungsalternativen für Bergkamen

Alternative B1: Bestandserhalt aller Bäder Winterangebot von insgesamt zwei Becken, darunter ein 25-Meter-Becken mit 5 Bahnen inklusive Springerbereich und einem 100 Quadratmeter großen, nicht kleinkindgerechten Kinderbecken. Im Sommer wechselt das Angebot zu dem bestehenden Freibad mit einem 50-Meter-Becken mit acht Bahnen, Springerbereich und Rutsche, einem 800 Quadratmeter großen Nichtschwimmer-Wellenbecken und einem 100 Quadratmeter großen Kleinkinderbecken.

Alternative B2: Ausbau Standort Hallenbad Bergkamen zum Ganzjahresstandort Ganzjahresangebot mit zwei Becken, darunter ein 25-Meter-Becken mit fünf Bahnen und einem Springerbereich sowie ein 30 Quadratmeter großes Kleinkinderbecken. Im Sommer werden im Außenbereich ein 400 Quadratmeter großes Nichtschwimmerbecken und ein 150 Quadratmeter großes Kleinkinderbecken zugeschaltet.

Alternative B3: Neubau Kombibad Bergkamen (Standort noch zu bestimmen)

Ganzjahresangebot mit zwei Becken, darunter ein 25-Meter-Becken mit fünf Bahnen und einem Springerbereich sowie ein 30 Quadratmeter großes Kleinkinderbecken.

Im Sommer werden im Außenbereich ein 400 Quadratmeter großes Nichtschwimmerbecken und ein 150 Quadratmeter großes Kleinkinderbecken zugeschaltet.

Handlungsalternativen für Kamen

Alternative K1: Bestandserhalt aller Bäder Winterangebot von insgesamt vier Becken, darunter ein 33,3-Meter-Becken mit 6 Bahnen, einem 25-Meter-Becken inklusive Springerbereich, 16,7 mal 12,5 Meter und 16,7 mal 8 Meter großen Lehrschwimmbecken. Im Sommer wechselt das Angebot zu dem bestehenden Freibad mit einem 50-Meter-Becken mit acht Bahnen, einem 1.150 Quadratmeter großen Kombibecken mit Springerbereich und Rutsche sowie einem 200 Quadratmeter großen Kleinkinderbecken.

Alternative K2: Ausbau Hallenbad Kamen zum Ganzjahresstandort Ganzjahresangebot mit drei Wasserflächen, darunter ein 25-Meter-Becken mit sechs Bahnen, ein 16,7 mal 12,5 Meter großes Lehrschwimmbecken sowie ein 30 Quadratmeter großes Kleinkinderbecken. Im Sommer werden im Außenbereich ein 400 Quadratmeter großes Nichtschwimmerbecken und ein 150 Quadratmeter großes Kleinkinderbecken zugeschaltet.

Alternative K3: Neubau Hallenbad Kamen, Erhalt Freibad (kapazitätsreduziert) Winterangebot mit 25-Meter-Becken mit Springerbereich, ein 12,5 mal 8 Meter großes Lehrschwimmbecken sowie einen 30 Quadratmeter großen Kleinkinderbereich. Im Sommer werden am bestehenden Freibadstandort ein 50-Meter-Becken mit drei Bahnen, ein 450 Quadratmeter großes Nichtschwimmerbecken sowie ein 150 Quadratmeter großes Kleinkinderbecken zugeschaltet.

Alternative K4: Neubau Kombibad Kamen Ganzjahresangebot mit drei Wasserflächen, darunter ein 25-Meter-Becken mit fünf Bahnen und Springerbereich, ein 12,5 mal 8 Meter großes Lehrschwimmbecken sowie ein 30 Quadratmeter großes Kleinkinderbecken. Im Sommer werden im Außenbereich ein 400 Quadratmeter großes Nichtschwimmerbecken und ein 150 Quadratmeter großes Kleinkinderbecken zugeschaltet.

Hintergrund

Ende 2014 hatten die GSW ein technisches Gutachten in Auftrag gegeben, welches die zur langfristigen Erhaltung des Bäderbestandes notwendigen Investitionen ermitteln sollte. Das Gutachten ergab eine Summe in Höhe von knapp 28 Millionen Euro für eine grundhafte Sanierung, die den Betrieb aller Bädereinrichtungen für weitere 20 Jahre sichern würde. Die Zielsetzung der neuen Bäderstruktur ist jedoch neben einem bedarfsgerechten Angebot die Steigerung der Attraktivität. Diese Ziele lassen sich mit den genannten Investitionen in die bestehenden Bäder nicht erreichen.

Daher haben die Kommunen Anfang 2015 in Abstimmung mit den verschiedenen Nutzergruppen (Schulen, Vereine, Bürger) folgende Handlungsalternativen entwickelt, um ein attraktives und zukunftsfähiges Angebot an Wasserflächen zu sichern. Alle geplanten Handlungsalternativen stellen sicher, dass heutige Nutzungen auch in Zukunft durch die jeweilige Variante ermöglicht werden.




AfA Bergkamen besichtigt Müllverbrennungsanlage in Hamm

Am kommenden Mittwoch wird die Bergkamener SPD-Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen die Müllverbrennungsanlage in Hamm besichtigen. Neben dem grundsätzlichen Interesse rund um das Thema Entsorgung und der Frage „was geschieht mit meinem Abfall“, interessieren sich die Genossinnen- und Genossen auch für „den Arbeitgeber“ Müllverbrennungsanlage. Auf der nachfolgenden Vorstandssitzung steht u.a. die Planung einer Infoveranstaltung zum Thema TTIP im September auf der Agenda.

 




Kommunalverband Ruhr unterstützt Forderung nach Bau der L 821n

Die Anlieger der Kampstraße in Weddinghofen und der Stadtrat erhalten bei ihrer Forderung nach Bau der Umgehungsstraße L821n mit dem Regionalverband Ruhrgebiet einen wichtigen Fürsprecher. Demnach soll die diese Umgehungsstraße in das Straßenaufbauprogramm des Landes für 2016 wieder aufgenommen werden Das teilte der Bergkamener CDU-Vorsitzende Marco Morten Pufke am Mittwoch zum Schluss der Sondersitzung des Stadtrats mit. „Das Ruhrgebiet steht damit hinter der L831n“, erklärte er.

Aufforderung zum Bau der L 821n an der Kampstraße in Weddinghofen.
Aufforderung zum Bau der L 821n an der Kampstraße in Weddinghofen.

Allerdings handelt es sich hierbei noch um einen Vorschlag der Verwaltung des Kommunalverbands. Politisch abgesegnet werden soll er in der Verbandsversammlung am 19. September. Und dann handelt es sich lediglich um einen Vorschlag. Trotz aller finanziellen Einschränkungen hält die RVR-Verwaltung ihn für vertretbar. Denn es ist das einzige Straßenbauprojekt im Ruhrgebiet, für das Baurecht besteht und im Prinzip der Bau beginnen könnte. Unklar ist zurzeit noch, ob das Land bei seiner Linie bleibt, vorrangig in die Sanierung bestehender Straßen zu investieren.

Wörtlich heißt es dazu in der Vorlage für den RVR-Planungsausschuss, der diesen Vorschlag am 26. August vorberät:

„Die L 821 – Ortsumgehung Bergkamen dient vorrangig der Entlastung der Wohnbevölkerung in den Ortsteilen Weddinghofen, Oberaden und Bergkamen-Mitte durch Verkehrsreduzierung der Jahnstraße, Schulstraße, Kampstraße, Töddinghauser Straße und Bambergstraße. Die mit dem hohen Durchgangsverkehr verbundenen nachteiligen Auswirkungen für die Verkehrssicherheit und die städteräumliche Entwicklung werden mit dem Bau der Ortsumgehung deutlich verbessert.

Die Maßnahme war bereits 2006 – 2010 in den jeweiligen Jahresbauprogrammen enthalten; danach wurde sie wegen des laufenden Klage-verfahrens gegen den Planfeststellungsbeschluss vom 14.11.2008 herausgenommen. Mit Beschluss des OVG Münster vom 30.01.2015 zur Nichtzulassung der Berufung gegen das Urteil des VG Gelsenkirchen besteht jetzt bestandskräftiges Baurecht.

Der Rat der Stadt Bergkamen hat in seiner Sitzung am 21.05.2015 einen Aufruf an die Landesregierung beschlossen mit der Aufforderung, die Realisierung der L 821n wieder mit höchster Priorität zu verfolgen.

Wenngleich noch kein Signal des Ministeriums für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr des Landes NRW (MBWSV) vorliegt, im Jahresbauprogramm 2016 einzelne Neubeginne zuzulassen, so wird doch verwaltungsseitig aus den o.a. Gesichtspunkten für vertretbar erachtet, aus der Region für die Aufnahme der L 821 – OU Bergkamen zu votieren.“