SPD-Fraktion will es jetzt doch noch einmal überdenken: den Klimanotstand für Bergkamen auszurufen

SPD-Fraktionsvorsitzender Bernd Schäfer

Wird Bergkamen jetzt doch für sich den Klimanotstand ausrufen? Am 11. April lehnte der Haupt- und Finanzausschuss mit großer Mehrheit eine entsprechende Bürgeranregung ab. Michael Stasch, der Einreicher des Antrags, hakte jetzt nochmals mit einer umfangreichen Stellungnahme nach. Am 6. Juni sollte sich der Haupt- und Finanzausschuss nochmals mit diesem Thema beschäftigen.

Die Verwaltung schlägt mit der gleichen Begründung vor, die Bürgeranregung erneut abzulehnen. Das Bergkamener Klimaschutzkonzept sei viel umfassender als die Ausrufung des Klimanotstandes, wie sie bereits in einer Reihe von Städten erfolgt ist.

Jetzt nach der Europawahl will die SPD-Fraktion nicht wieder der Empfehlung der Verwaltung folgen. Sie beantragt, den Behandlung der Bürgeranregung am 6. Juni von der Tagesordnung zu nehmen. „Wir werden am Dienstag die Absetzung des Tagesordnungspunktes fordern und eine konkretere Prüfung des Begriffs „Klimanotstand für Bergkamen“ anregen. Wir erwarten von der Verwaltung, dass für eine der kommenden Sitzungen eine ausführliche Vorlage vorbereitet wird, aus welcher hervorgeht, wie sich der Begriff „Klimanotstand“ definiert. Gleichzeitig gehen wir davon aus, dass die Verwaltung ein konkretes Konzept mit Maßnahmen vorlegt, die – über die bisherigen Klimaschutzbemühungen hinaus – zur Verringerung der Treibhausgasemissionen unmittelbar beitragen können“, erklärten am Mittwoch Fraktionschef Bernd Schäfer und der Sprecher der SPD im Ausschuss für Umwelt, Bauen und Verkehr Uwe Reichelt.

Weiter heißt es in der Erklärung der SPD-Fraktion: „Wichtig ist uns dabei, dass der Begriff Klimanotstand“ nicht als leere Worthülse fungiert. Vielmehr möchten wir ihn mit konkreten Inhalten für Bergkamen gefüllt wissen, die durchaus auch über die Inhalte des im Februar 2019 verabschiedeten Klimaschutzkonzeptes für die Stadt Bergkamen hinausgehen können. Das Konzept enthält bereits 27 konkrete Maßnahmen in den Handlungsfeldern Mobilität, Planen, Bauen, Sanieren, erneuerbare Energien, Wirtschaft und Stadtverwaltung, Eigenbetriebe und Kommunalpolitik. An der Aufstellung des Klimaschutzkonzeptes haben in vier öffentlichen Workshops zahlreiche Bürgerinnen und Bürger sowie alle im Rat der Stadt Bergkamen vertretenen Fraktionen mitgewirkt.

Einen Widerspruch zur Ablehnung einer Bürgeranregung aus März 2019 zur Ausrufung des Klimanotstandes sehen wir darin nicht. Das bereits im Februar verabschiedete integrierte Klimaschutzkonzept für die Stadt Bergkamen ist weitaus konkreter als die sehr allgemein gehaltene Bürgeranregung, die „Ausrufung des Klimanotstandes zu unterstützen“. Auch in diesem Zusammenhang haben wir bereits auf das aktuelle und konkret vorliegende integrierte Klimaschutzkonzept für die Stadt Bergkamen verwiesen.

Ganz offensichtlich haben die bisherigen Maßnahmen zur Reduzierung des Ausstoßes von Treibhausgasen weltweit bisher nicht annähernd den notwendigen Erfolg gezeigt.

Zeitnah sollte daher geprüft werden, welche konkreten Maßnahmen in Bergkamen – über die bisherigen Klimaschutzbemühungen hinaus – zu einer Verringerung der Treibhausgasemissionen unmittelbar beitragen können.“




Anschluss Bergkamens an Schienennetz der Bahn für den Personenverkehr: Jetzt wird es ernst

Thomas Kessel vom ZRL bot am Dienstag im Stadtentwicklungsausschuss auch einen nostalgischen Blick zurück. Er präsentierte am Dienstag den Winterfahrplan 1955/56 für die Personenzüge auf der Hamm-Osterfelder-Bahnlinie mit den beiden Bahnhöfen in Bergkamen und Oberaden.

In 10 bis 15 Jahren könnte Bergkamen wieder einen funktionsfähigen Bahnhof haben. Dies aber an einer völlig andren Stelle als bisher gedacht: nach irgendwo entlang der Hamm-Osterfelder-Bahnlinie, sondern im Bereich Heinrichstraße / Augustweg in Bergkamen-Mitte als Endpunkt einer völlig neuen Strecke.

Diesen denkbare Variante für den seit Jahrzehnten geforderten Anschluss der Nordbergstadt ans Schienennetz brachten am Dienstag Thomas Ressel vom Zweckverband Schienenpersonennahverkehr Ruhr-Lippe (ZRL) und Joachim Künzel vom Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) mit zur Sitzung des Bergkamener Ausschusses für Stadtentwicklung, Strukturwandel und Wirtschaftsförderung.

Der Anschluss ans Schienennetz ist ein wichtiger Baustein des erst vor wenigen Monaten beschlossenen Bergkamener Klimaschutzkonzepts. Ziel ist es, möglichst vielen Bergkamenern ein attraktive und klimafreundliche Alternative zur Nutzung des eigenen Autos zu bieten.

Diesen Weg wollen alle Fraktionen gemeinsam gehen, wie der einstimmige Auftrag der Ausschussmitglieder an die Verwaltung zeigt, zusammen mit ZRL und NWL dieses Projekt in Angriff zu nehmen. Jetzt auf die Bahn zu setzen, würde auch wesentlich weniger kosten, als der ursprünglich angedachte Bau einer Stadtbahnlinie Bergkamen-Dortmund-Hamm, die nach damaligen Preisen mindestens 120 Millionen Euro gekostet hätte. Hier wären vor allem die Dortmunder Verkehrsbetriebe und auch die Stadt Bergkamen zur Kasse gebeten worden.

Bau und Unterhaltung einer möglichen Bahnlinie, egal ob über die Hamm-Osterfelder-Bahn oder über eine neue Strecke würden aus Bundesmitteln bezahlt werden. Einen finanziellen Beitrag von etwa 100.000 Euro muss Bergkamen jetzt für die Kosten der Voruntersuchungen leisten. Hier geht es vor allem um die Machbarkeit der Streckenführung und um eine grobe Einschätzung des Verhältnisses der Kosten zu den volkswirtschaftlichen Nutzen. Bei diesen Berechnungen dürfte die Frage „Nutzt es unserem Klima?“ eine immer größere Rolle spielen.

Am Ende dieser ersten Untersuchung könnte aber auch die Erkenntnis stehen, dass die beste Lösung für die Bergkamener Verkehrsprobleme die Optimierung der vorhandenen VKU-Liniennetz ist, betonte Ressel.

Auslöser einen möglichen Bahnanschluss von der Heinrichstraße unter Nutzung der ehemaligen Klöcknerbahn-Trasse mit Anschluss an die Bahnstrecke Hamm-Dortmund zu suchen, dürfte das Zahlenmaterial sein, dass der Mobilfunkanbieter O2 dem ZRL und NWL zur Verfügung gestellt hat. Das besagt, dass die meisten O2-Kunden aus Bergkamen hauptsächlich in Bussen oder Autos nach Kamen fahren. An zweiter Stelle steht Dortmund. Hamm und andere Nachbarstädte spielen eine wesentlich geringere Rolle. Die Nutzung der vorhandenen Gleise der Hamm-Osterfelder hätte den Vorteil, dass die Investitionskosten niedriger sind und die Zugverbindung Bergkamen-Dortmund schneller kommt.

Einen kleinen Vorgeschmack, wie es ist, mit dem Zug nach Bergkamen zu reisen, sollen Besucherinnen und Besucher der Internationalen Gartenbauausstellung 2027 erhalten. Mit dem Kreis Unna sei abgesprochen, dann in Höhe der künftigen Wasserstadt Aden zumindest einen provisorischen Bahnhof einzurichten.




Fahrzeug anmelden, ummelden oder abmelden: Kreis will lange Wartezeiten vermeiden

Wer keinen Termin im Bürgerbüro hat, bekommt Wartemarken ab Juni innerhalb festgelegter Zeitfenster. Foto: Constanze Rauert

Neue Kennzeichen, neue Führerscheine und noch mehr. Im Bürgerbüro dreht sich alles ums Fahrzeug und der Andrang an den Schaltern steigt. Konsequenz: Wer spontan reinschaut, kann schon mal lange warten. Das ist ärgerlich und soll nicht sein, sagt der Kreis und organisiert ab 1. Juni für Kunden ohne Termin die Ausgabe von Wartemarken neu.

Die Zahl der Fahrzeuge steigt stetig. Es werden aber nicht nur neue angemeldet. Alte werden ebenso umgemeldet oder ausgemustert. Es ist also viel Bewegung im Geschäft mit der Beweglichkeit per Auto, Krad und Co. Das merken die Kunden, wenn sie warten müssen, das spüren die Verwaltungskräfte, wenn sie die Papiere bearbeiten. Um den „Druck vom Kessel“ zu nehmen, ändert der Kreis die Fristen für die Ausgabe von Wartemarken für alle die neu, die keinen Termin gemacht haben.

Bedienung am Schalter garantiert
Im Ergebnis wird die Ausgabe der Wartemarken für Spontankunden in den Kreishäusern in Unna und in Lünen etwas verkürzt, aber: „Wer bis zum Ende der Ausgabefristen eine Wartemarke gezogen hat, ist auf keinen Fall vergeblich gekommen. Er wird garantiert bedient, auch wenn die allgemeinen Öffnungszeiten vorbei sind“, sagt Silke Neubert, zuständige Sachgebietsleiterin beim Kreis.

Die Ausgabe von Wartemarken für Kunden ohne Termin ist ab Juni wie folgt geregelt:

Bürgerbüro Kreishaus Unna:
montags bis 15.30 Uhr
mittwochs und freitags bis 11.30 Uhr
donnerstags bis 16.30 Uhr.

Zulassungsstelle Kreishaus Lünen:
montags bis freitags bis 11.30 Uhr sowie
donnerstags zusätzlich ab 13.30 bis 16.30 Uhr.

Übrigens: Wer vorher schon einen Termin für den Kreishausbesuch vereinbart hat, bekommt die Wartemarken nach wie vor bis zum Ende der Öffnungszeiten und der Dienstagnachmittag gehört im Bürgerbüro sowieso nur denen mit einem vorher verabredeten Termin. PK | PKU




Wird der Bürgerantrag zur L821n vor dem Verwaltungsgericht landen?

Vollbesetzte Zuschauerränge sind auch bei der nächsten Sitzung des Bergkamener Stadtrats zu erwarten.

Wird sich das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen noch einmal mit dem Thema L821n in Bergkamen? Dann nämlich, wenn der Rat der Stadt Bergkamen in seiner nächsten Sitzung am Donnerstag, 6. Juni, den von immerhin 3000 Bergkamenern unterschriebenen Bürgerantrag gegen den Bau der umstrittenen als unzulässig ansieht.

Der Grund: Der Stadtrat kann nicht über den Bau dieser Landstraße entscheiden. Dies ist eine Sache des Landes NRW. Auf dieses Dilemma seien die Vertretungsberechtigten des Bürgerantrags bereits im Vorfeld hingewiesen worden, erklärte Bürgermeister Roland Schäfer. Der Rat an die Gewährsleute, den Bürgerantrag als Resolution einzubringen, sei abgelehnt worden.

Noch gibt es keinen offiziellen Beschlussvorschlag für den Stadtrat. Die Stellungnahme des Kreises als Kommunalaufsicht erreichte erst jetzt das Bergkamener Rathaus..

Offensichtlich geht die Bürgerinitiative gegen den Bau der L821n ebenfalls davon aus, dass der Rat den Bürgerantrag als unzulässig ansehen wird. In einer Presseerklärung machte die Sprecherin der BI Anja Lenz deutlich, dass sie wie auch der Rechtsanwalt der Initiative ganz anderer Meinung sind. Anwalt Wilhelm Achelpöhler habe die BI bei der Formulierung des Bürgerantrags unterstützt. „Dieser bestätigt uns auch weiterhin die korrekte Form unserer Eingabe und erklärte noch kürzlich, dass wir mit einer Klage in dieser Sache durchaus Erfolg haben könnten“, so Anja Lenz.

Gleich nach der Beratung der Zulässigkeit des Bürgerantrags steht die von der SPD eingebrachte Resolution zur L821n auf der Tagesordnung. Der Inhalt in Kurzform: Weil bisher keine weiteren verkehrslenkenden Maßnahmen auf den beiden Ortsdurchfahrten in Weddinghofen und Oberaden geplant oder zugesagt ist, wird der Bau der L821n abgelehnt.

Diese Resolution hat jetzt die Bürgerinitiative für den Bau der L821n auf den Plan gebracht. Sie mobilisiert ihre Anhänger für den Besuch der Ratssitzung per Flugblatt. Und sie bringt ein neues Argument in die Diskussion. Sie ist fest davon überzeugt, dass mit Beginn des sechsspurigen Ausbaus der Autobahn A1 ab Kamener Kreuz in Richtung Norden, der Stauausweichverkehr unweigerlich durch Oberaden und Weddinghofen rollen und zu weiteren unzumutbaren Belastung für die Anlieger führen wird.

Zur nächsten Ratssitzung liegt dann ein weiterer Antrag der Fraktion BergAUF vor. Demnach soll der Stadtrat eine Tonnagebeschränkung auf der Jahnstraße und auf der Goekenheide, Kampstraße und Schulstraße von 7,5 Tonnen beschließen.
Hier schlägt die Verwaltung dem Stadtrat vor, diesen Antrag zurückzuweisen. Der Grund: „Sowohl bei der Schulstraße als auch bei der Jahnstraße handelt es sich um Landesstraßen, die als Hauptstraßen auch und insbesondere für den überörtlichen Verkehr dienen. Eine Sperrung beider Straßen für Lkw zur Nachtzeit würde eine Umleitung dieser Verkehre erfordern, weil diese ja durch diese Sperrung nicht einfach wegfallen. In der Folge würde dieses neben längeren Wegen auch zu Verkehrsbelastungen an anderen Stellen führen.“
Zudem müsste zunächst das Einvernehmen mit Straßen.NRW über solch eine Maßnahme hergestellt werden. Nach den bisherigen Erfahrungen mit dieser Behörde sei es unrealistisch, ein solches Einvernehmen herzustellen.




4. Stadtteilspaziergang zur Windkraftanlage in Overberge – Beitrag zum Erreichen der Klimaschutzziele

Stadtteilspaziergang zum Windrad in Overberge. Foto: Aktionskreis

Der vierte Stadtteilspaziergang des Aktionskreises Wohnen und Leben Bergkamen e.V.  führte am Sonntag zum Windrad in Overberge. Der Eigentümer, Nils Henter, erklärte den Besuchern auch die technischen Aspekte der Anlage.

Die aktuellen Daten der Stromproduktion können jederzeit an einem Bildschirm abgelesen werden. Außerdem erläuterte er, dass die Anlage bei bestimmten Bedingungen automatisch abgeschaltet wird, zum Beispiel wenn der Sonnenstand einen „Schattenschlag“ der Rotorblätter für benachbarte Häuser verursachen kann, steht die Anlage still. Oder wenn abends Fledermäuse auf Futtersuche gehen, wird zum Schutz der Tiere eine Abschaltautomatik aktiviert.

Der Sprecher des Aktionskreises Karlheinz Röcher erklärt: „Der Aktionskreis setzt sich seit längerer Zeit für die Errichtung weiterer Windräder in Bergkamen ein. Die GSW als kommunaler Energieversorger scheint diesem Bemühen nicht abgeneigt zu sein, wie dies bereits im Jahre 2013 der gemeinsame Termin beim Flächenbesitzer der Halde „Großes Holz“, dem Regionalverband Ruhr (RVR), gezeigt hat. Die Kommunalpolitik hat allerdings jegliche Anfragen abgelehnt, obwohl zum Erreichen der Klimaschutzziele der Ausbau regenerativer Energien gerade vor Ort notwendig ist.“




Europawahl 2019: Die Ergebnisse aus den Stadtteilen

Die Bergkamener Parteien werden jetzt sicherlich ihre Analyse der Europawahlergebnisse starten. Vor allem die SPD wird dies tun. Deren Vertreter beobachteten am Sonntagabend fassungslos im Ratssaal die einlaufenden Meldungen aus den Wahllokalen.

Die Sozialdemokraten haben gegenüber der Europawahl rund 22 Prozent verloren. Dies allein auf den Demografischen Wandel zurückzuführen, wäre zu einfach. Auch gibt es aus den Ergebnissen aus den Wahllokalen kaum Hinweise , dass die Debatte um die L821n eine große Rolle gespielt haben könnte.

Entscheidender dürfte die im Vergleich zu 2014 hohe Wahlbeteiligung in Bergkamen von 54,61 Prozent sein. Dafür gesorgt haben vor allem junge Wähler unter 30 Jahren. Darauf deuten die Beobachtungen in den Wahllokalen hin. Ein Mobilisierungsfaktor war hier sicherlich die „Friday for Future-Bewegung“ für einen nachhaltigen Klimaschutz.

Hier nun die Wahlergebnisse aus den Bergkamener Stadtteilen.

Heil

CDU: 23,50; SPD: 22; Grüne: 20,5; FDP: 7; AfD: 12,5; Linke: 3,5

Mitte
CDU: 17,98; SPD: 29,90; Grüne: 16,51; FDP: 5,29; AfD: 12,82; Linke: 5,04

Oberaden
CDU: 16,78; SPD: 29,33; Grüne: 18,91; FDP: 4,85; AfD: 12,66; Linke: 4,56

Overberge
CDU: 23,64; SPD: 24,68; Grüne: 21,19; FDP: 6,52; AfD: 9,11; Linke: 4,13

Rünthe
CDU: 17,72; SPD: 29,16; Grüne: 17,38; FDP: 5,29; AfD: 12,64; Linke: 5,29

Weddinghofen
CDU: 16,82; SPD: 27,17; Grüne: 19,23; FDP: 5,01; AfD: 15,38; Linke: 5,83

Stadt Bergkamen
CDU: 19,10; SPD: 29,84; Grüne: 17,97; FDP: 5,24; AfD: 11,87; Linke: 4,65




Europawahl in Bergkamen: Derbe Verluste für die SPD und satte Gewinne bei den Grünen

Bürgermeister Roland Schäfer erläuterte am Sonntagabend im großen Ratssaal die Ergebnisse der Europawahl in Bergkamen.

Ernste Gesichter bei den Sozialdemokraten, Jubelschreie bei den Grünen, und die CDU-Politiker konnten sich am Sonntagabend wenigsten darüber freuen, dass sie Bergkamens kleinsten Stadtteil gewonnen haben – mit 22 Prozent der abgegebenen Stimmen. Die Europawahl hat in Bergkamen politisch auf den Kopfgestellt.

Die SPD bleibt mit 29,84 Prozent der Stimmen weiterhin stärkste Kraft, verarbeiten muss sie aber, dass sie im Vergleich zur Europawahl über 22 Prozentpunkte abgeben musste. Allerdings hinkt dieser Vergleich, weil die Bergkamener vor fünf Jahren gleichzeitig ihren Stadtrat und vor allem den Bürgermeister gewählt hatten. Die SPD kam bei den Kommunalwahlen auf 59,4 Prozent der Stimmen, Bürgermeister Roland Schäfer auf 69,1 Prozent. Diese Zugpferde fehlten natürlich jetzt.

Fast alles, was bei der SPD abhandengekommen ist, sattelten die Grünen am Sonntag in Bergkamen drauf. Vor fünf Jahren kamen sie auf 6,6 Prozent, jetzt sind es 17,97 Prozent. In einem Wahllokal, dem Skoda Zentrum in Overberge wurde sie sogar stärkste Kraft. In Weddinghofen stießen sie die CDU sogar vom zweiten Platz.
Auf Stadtebene konnte die CDU 19,10 Prozent einfahren. Bei der Europawahl 2014 waren es noch 22,Prozent. Damals war der Abstand zu den Grünen noch riesig.

Mit Spannung durfte das Abschneiden der AfD erwartet werden. Sie verdoppelte ihren Stimmenanteil glatt und verbuchte 11,87 Prozent. Über den Einfluss der FPÖ-Turbulenzen in der Alpenrepublik Österreich auf dieses Ergebnis lässt sich nur spekulieren.

Tritt gefasst hat die FDP, die ihren Stimmenanteil von 1,9 auf 5,24 Prozent steigern konnte. Die Linke blieb mit 4,65 Prozent nahezu konstant.

Zusammengenommen haben die Bergkamener am Sonntag ein überzeugendes Votum für Europa abgegeben. Es sind mit 54,61 Prozent Wahlbeteiligung auch wieder mehr Wählerinnen und Wähler zu den Urnen gegangen als vor fünf Jahren. Hüten sollte man sich aber davor, schon jetzt Prognosen für die Kommunalwahl 2020 zu ziehen. Viele Bergkamener Politikerinnen und Politiker sind jetzt mächtig ins Grübeln gekommen und werden sicherlich Konsequenzen aus diesem Wahlergebnis ziehen. Nicht vergessen sollte man, dass am Sonntag über 40 Parteien auf dem Stimmzettel vertreten waren. Bei der nächsten Kommunalwahl in Bergkamen werden es viele weniger sein.

Alle weiteren Ergebnisse der Europawahl gibt es hier: https://www.kreis-unna.de/wahlen-votemanager/Europawahl2019/05978004/html5/Europawahl_1_Gemeinde_Stadt_Bergkamen.html




Ab 18 Uhr werden heute Abend die Bergkamener Ergebnisse zur Europawahl im Ratssaal präsentiert

Über 11 Prozent der Wahlberechtigten haben bereits ihre Stimme bei der Europawahl per Briefwahl abgegeben. Alle anderen haben heute dazu noch bis 18 Uhr die Gelegenheit, ihr Wahllokal zu besuchen.

Heute Abend werden ab 18.00 Uhr im Ratstrakt alle eingehenden Ergebnisse aus den 58 Wahllokalen auf Großleinwand präsentiert. Alle interessierten Bürgerinnen und Bürger sind hierzu herzlich eingeladen. Ebenso können unter www.bergkamen.de im Internet oder über die Smartphone-App „Votemanager“ die aktuellen Ergebnisse live mitverfolgt werden.

Damit alles reibungslos verlaufen kann, sind heute rund 400 ehrenamtliche Wahlhelfer eingesetzt. „Diesen Frauen und Männern spreche ich an dieser Stelle meinen herzlichen Dank für ihre gute und engagierte Arbeit aus“, erklärt Bürgermeister Roland Schäfer.




BergAUF fordert: Sperrung der Ortsdurchfahrten L821 und L664 für den Schwerlastverkehrs in den Nachtstunden

Die Fraktion BergAUF fordert die  Sperrung der Ortsdurchfahrten L821 (Jahnstraße) in Oberaden sowie L664 (Goekenheide, Kampstraße, Schulstraße) für den Schwerlastverkehrs in den Nachtstunden von 20 bis 8 Uhr morgens. Einen entsprechenden Antrag wird sie in den Sitzungen des Ausschusses für Umwelt, Bauen und Verkehr sowie des Stadtrats stellen. Gelten soll die Sperrung für Fahrzeuge mit einem zulässigen Gesamtgewicht von 7,5 Tonnen.

Weiter heißt es in dem Antrag:

„Straßen.NRW als zuständiger Baulastträger wird beauftragt, die entsprechende Beschilderung anzubringen. Da die Maßnahme nicht sehr aufwändig ist, soll sie kurzfristig umgesetzt werden,
spätestens jedoch bis zum 30.09.2019.“

Zur Begründung schreibt BergAUF: „Die beiden Landesstraßen L 821 und L 664 werden, wie die letzten offiziellen Verkehrszählungen sowie die privat durchgeführten Zählungen ergaben, stark für den Schwerlastverkehr genutzt. Dies spiegelt die Lärm-Kartierung entsprechend wider, in der freilich die Schulstraße selbst bisher nicht erfasst wurde. Die Anwohner fordern seit Anfang der 1990er Jahre vehement eine Reduzierung des Lärms vor allem in der Nacht, was aus gesundheitlichen Gründen* dringend geboten
ist.

Der Forderung nach Maßnahmen zur Teil-Sperrung für den Schwerlastverkehr, wurde entgegengehalten, Straßen.NRW würde dies nicht zulassen. Tatsächlich kann auch die Straßenverkehrsbehörde der Stadt Bergkamen nach einem entsprechenden Ratsbeschluss eine solche Teilsperrung aufgrund des notwendigen Lärmschutzes anordnen und bei Straßen.NRW eine entsprechende Beschilderung beantragen. Sofern dadurch
die bisher stattfindenden nächtlichen Verkehre zumutbare Ausweichmöglichkeiten haben, müsste die Beschilderung dann durchgeführt werden.

Ein wichtiges Argument dafür, dass es Ausweichmöglichkeiten gibt, ist laut Straßen.NRW die Tatsache, dass selbst in Zeiten, in denen sowohl Schul- und Jahnstraße aufgrund von Bau- bzw. Kanalsanierungsmaßnahmen gleichzeitig für längere Zeit gesperrt waren, der Verkehr nicht nennenswert beeinträchtigt wurde. Anstatt schon längst diese Maßnahmen vorzunehmen, wurde den Anwohnern seit fast 3 Jahrzehnten als Lösung ihres Lärm-Problems der Bau der L 821 n in Aussicht gestellt.

Manche Bürger hoffen darauf noch heute und versprechen sich dadurch eine Lärmreduzierung. Dies würde freilich erfordern, die mit dem Antrag angestrebte nächtliche Sperrung auch dann beizubehalten, wenn die neue Straße fertig gestellt werden sollte. Auch für den Fall, dass die Straße nicht gebaut wird, ist es unerlässlich, den Schwerlastverkehr zumindest in den Nachtstunden aus den beiden dicht mit Wohnhäusern bebauten Ortsdurchfahrten fern zu halten.

Die Einbeziehung des kurzen Straßenabschnitts der Kampstraße ist als Teil der Maßnahme notwendig, da andernfalls die Verkehre gezwungenermaßen zumindest in den Kreisverkehr an der Schulstraße einfahren müssten, um dort zu wenden.“




Rainer Dellmuth, Zeitzeuge der SED-Diktatur, referiert zum Thema „30 Jahre nach dem Mauerfall“

Rainer Dellmuth im Stasi-Untersuchungsgefängnis Berlin-Hohenschönhausen. Dort arbeitet er als Zeitzeuge und führte Schülerinnen und Schüler des SGB während der Berlin-Fahrt im Januar 2019 durch die Gedenkstätte. Foto: Fahling/SGB

Besuch aus Berlin erhält das Städtische Gymnasium Bergkamen am kommenden Dienstag, 28. Juni. Bereits zum fünften Mal wird die Fachschaft Politik/Wirtschaft & Sozialwissenschaften den Zeitzeugen des SED-Regimes, Rainer Dellmuth, begrüßen. Er wird diesmal besonderes Augenmerk auf die Entwicklungen rund um den Mauerfall und die Wiedervereinigung in den vergangenen drei Jahrzehnten legen.

30 Jahre nach dem Mauerfall: Ist eine Aufarbeitung der SED-Diktatur im vereinigten Deutschland gelungen und welche Bedrohung unserer Freiheit gibt es durch Rechts- und Linksextremisten im heutigen Europa? So lautet das Thema der Vortrags- und Diskussionsrunden. Finanziert und gefördert wird der Besuch durch die Konrad-Adenauer-Stiftung und die Fördervereine des Städtischen Gymnasiums Bergkamen. Die Veranstaltungsleitung übernimmt Nina Rotermund von der Konrad-Adenauer-Stiftung.

Der Berliner Rainer Dellmuth saß als Jugendlicher und junger Erwachsener insgesamt drei Jahre in verschiedenen Gefängnissen des Ministeriums für Staatssicherheit (Stasi) in der ehemaligen DDR. Der Vorwurf damals: „Versuchter, unerlaubter Grenzübertritt“ und Verdacht auf „staatsgefährdende Hetze“.

Heute engagiert sich der 70-jährige u.a. als freier Mitarbeiter in der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen (ehemaliges Untersuchungsgefängnis der Stasi), als Referent an weiterführenden Schulen und Universitäten und als Schauspieler.

Beim Besuch am SGB wird er verschiedenen Kursen der Mittel- und Oberstufe von seinen Erlebnissen berichten und mit den Schülerinnen und Schülern u.a. über die Wichtigkeit einer funktionierenden Demokratie diskutieren. Er weiß aus eigener Erfahrung: „Das Leben in einer Demokratie ist nicht selbstverständlich“.




Bergkamen hat jetzt eine eigene ADFC Ortsgruppe

Die neue ADFC-Ortsgruppe Bergkamen.

An der Gründungsveranstaltung der neuen ADFC-Ortsgruppe Bergkamen am Donnerstag in der Schützenheide nahmen 15 Fahrradinteressierte aus Bergkamen teil. Darunter die meisten bereits ADFC-Mitglieder, aber auch Neugierige, die sich einfach für das Radfahren interessieren.

So auch Sylke Haase aus Bergkamen-Mitte, die das Mitgliedsformular spontan ausfüllte und sofort bereit war, Verantwortung für die Kasse der neuen Ortsgruppe zu übernehmen. Als Sprecher stellte sich der Stadtplaner Christian Kruthoff aus Overberge zur Verfügung.

Das Duo wird bei den ersten Planungen von Radtouren und einer Codieraktion von weiteren Mitgliedern unterstützt. Konkret verabredet wurde die Gründung eines Stadtradelteams mit dem Namen ADFC Bergkamen, dem sich natürlich auch Nichtmitglieder anschließen können und die gemeinsame Tour zur Auftaktveranstaltung des Stadtradelns für den Kreis Unna. Treffpunkt dazu ist am 25.05.2019 um 13:00 Uhr vor dem Bergkamener Rathaus. Gemeinsam geht es dann in einer gemütlichen Tour zum Naturfreibad in Heil. Auch hierzu sind herzlich alle Interessierten eingeladen. „Selbstverständlich werde ich mitradeln und hoffe, dass sich der ADFC Bergkamen in die städtische Verkehrspolitik einbringen wird“, so der Bergkamener Landesvorsitzende des ADFC NRW.