Am Donnerstag, 1. September, hat der Nostalgiemarkt im Stadtmuseum von 14.00 bis 16.00 Uhr geöffnet. Er bietet Antikes, Brauchbares und Liebenswertes zum kleinen Preis. Wer nach nostalgischem Herbstschmuck oder anderer Deko zur Verschönerung seines Heims sucht, wird sicher fündig. Der Erlös kommt dem Förderverein zugute, der die Einnahmen für den Ausbau des Römerparks und des Drusus-Camps verwendet.
Werke von Beethoven, Debussy und Saint-Saëns für Cello und Klavier
Am Sonntag, 20. November, 17.00 Uhr, gastieren im Rahmen des „Celloherbstes am Hellweg 2016“ die Ausnahmekünstler Anton Niculescu und Bertrand Giraud in der Galerie „sohle 1“, Jahnstraße 31 in Bergkamen-Oberaden.
Der rumänische Cellist und der französische Pianist sind Meister ihres Faches und interpretieren Werke von Beethoven, Debussy und Camille Saint-Saëns. Das Konzert bildet mit der 2. Sonate für Cello und Klavier zudem den Abschluss der Beethovenreihe des Celloherbstes 2016. Ein Schwerpunkt von besonderer Bedeutung für die Cellomusik, denn mit den Cello-Sonaten Beethovens trat das Violoncello aus seinem „Schattendasein“ als Generalbassinstrument heraus. In den Sonaten musizieren das Cello und das Klavier als gleichberechtigte Partner, was in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts keinesfalls die Regel war. Beethoven selbst sprach von einem „neuen Weg“ und nutzte die einmalige Chance, eine kammermusikalische Gattung für Klavier und Violoncello neu zu begründen.
Der Cellist Anton Niculescu stammt aus einer Bukarester Musikerfamilie. Seinen ersten Unterricht erhielt er von seinem Vater, der Solocellist des Rundfunkorchesters von Bukarest war. Danach studierte er bei Radu Aldulescu, Antonio Janigro und Daniel Safran. Im Alter von zwölf Jahren gab er sein erstes Konzert im „Sala Mica R.S.R.“ in Bukarest. Anton Niculescu ist Preisträger mehrerer Wettbewerbe und war erster Solocellist der „Mailänder Scala“ und des „Teatro Communale“ von Florenz. Im Anschluss folgte eine intensive Konzerttätigkeit in ganz Europa, USA, Japan, Korea, China und ganz Südamerika bei Solistenkonzerten und in Kammermusikformationen.
Bertrand Giraud
Bertrand Giraud ist einer der wichtigsten und bekanntesten Pianisten Frankreichs. Er erhielt sein Kammermusik-Diplom am Konservatorium in Genf in der Klasse von Dominique Merlet, gleichzeitig schloss er ein Vokalstudium am Pariser Konservatorium ab. Zu seinen wichtigsten Lehrern gehören Bruno Canino, Colette Serah und Aqiules Delle Vigne. Bertrand Giraud hat zahlreiche Preise bei nationalen und internationalen Musikwettbewerben gewonnen. Er ist ein regelmäßiger Gast bei Musikfestivals und ist bereits weltweit aufgetreten. Er nahm Klavierkonzerte auf für Fernsehstationen in den USA, Italien und Thailand und ist künstlerischer Leiter des Internationalen Jean-Francaix–Wettbewerbs in Paris.
Das Publikum kann sich auf ein Konzert der Extraklasse freuen!
Programm:
Ludwig van Beethoven: Sonate für Violoncello und Klavier Nr. 2 g-Moll op. 5/2 – 12 Variationen über ein Thema aus Händels Oratorium “Judas Maccabäus“ G-Dur WoO 45
Pause
Claude Debussy: Sonate für Violoncello und Klavier d-Moll L 135 – Petite Pièces
Camille Saint-Saëns: Allegro Appassionato op. 43 für Violoncello und Klavier
Die Tickets sind erhältlich im Kulturreferat Bergkamen (Tel.: 02307/965-464), im Bürgerbüro oder an der Abendkasse.
Tickets: 15,- Euro, erm. 8,- Euro
Aleppo Bergkamen: Großes Interesse an der künstlerischen Verarbeitung des Flüchtlingsdramas
Wer will schon bei dieser Hitze ein Museum besuchen? Diese bange Frage stellten sich alle, die an der Ausstellung „Aleppo Bergkamen – Unterwegs von A nach B“ mitgewirkt hatten. Sie wurde am Freitagabend in der städt. Galerie „sohle 1“ durch Bürgermeister Roland Schäfer eröffnet.
Ausschnitt aus einem Bild von Houssam Ayoub.
Die Sorge, die Außentemperatur von 36 Grad und mehr, könnte sich negativ auf den Besuch der Eröffnungsveranstaltung auswirken, stellte sich als unbegründet heraus. Die Bilder von den kriegerischen Auseinandersetzungen um die Oberhoheit über die syrische, Jahrtausende alte Kulturmetropole Aleppo beherrschen zurzeit die Nachrichten der Fernsehsender. Sie haben das Interesse an dieser bemerkenswerten Kunstausstellung mit Arbeiten des Künstlers Houssam Ayoub aus Aleppo, der Künstlerin Rita Viehoff und des Holzbildhauers Holger Hülsmeyer zusätzlich geweckt.
Größter Teil der syrischen Flüchtlinge will zurück in die Heimat
Gesprächsrunde mit der Journalistin Claudia Berlemann (3.v.l.)
Fast 600 Flüchtlinge leben zurzeit in Bergkamen und werden durch Mitarbeiter des Sozialamts betreut. Die größte Gruppe stammt aus Syrien. „Die meisten wollen nach dem Ende des Kriegs in ihre Heimat zurückkehren“, berichtete Bürgermeister Roland Schäfer in seiner Begrüßungsrede. Nach der Auflösung der Landeseinrichtung am Wellenbad rechnet er damit, dass ab der Jahreswende weitere 220 Flüchtlinge aufgenommen werden.
In einer Gesprächsrunde mit der Journalistin Claudia Berlemann erklärten die Künstler die Motive für ihre Kunstwerke, die bis zum 7. Oktober in der „sohle 1“ zu sehen sind. Übereinstimmend betonten sie, dass die beiden Workshops am Donnertag und Freitag im Kaufland-Leerstand mit Schulklassen, in den auch Flüchtlingskinder unterrichtet werden, ihnen sehr viel Spaß gemacht haben. Einige der in den Workshops entstandenen gemalten „Selfies“ wurden in der „sohle 1“ in natura gezeigt. Dazu gab es eine Beamer-Präsentation über diese Workshops. Die syrische Fotografin Roshan Chehadeh, die auch als Flüchtling in Bergkamen lebt, hatte diese Kunstaktion dokumentiert.
Houssam Ayoub
„Bäcker“ Houssam Ayoub mit Bürgermeister Roland Schäfer.
Bei dieser Vernissage spielt die Gruppe „Akustik“ traditionelle und moderne orientalische Musik. In der Pause konnten die Ausstellungsbesucher traditionelles syrisches Gebäck und Torten probieren, die Houssam Ayoub vorher gebacken hatte. Houssam Ayoub floh zusammen mit seiner achtjährigen Tochter Lin und seiner Mutter aus Aleppo. Sie nahmen den lebensgefährlichen Weg über das Mittel und über die Balkanroute. Seit elf Monaten lebt er in Bergkamen.
Mitarbeiter des Bergkamener Sozialamts entdeckten seine künstlerischen Fähigkeiten. Er hatte in Aleppo nicht nur Informatik, sondern anschließend Grafikdesign an der Universität studiert. Dass Sozialamt nahm Kontakt auf zu Kulturdezernentin Simone Schmidt-Apel. Daraus entstand die Idee zu dieser besonderen Gemeinschaftsausstellung mit der Künstlerin Rita Viehoff und dem Bildhauer Holger Hülsmeyer. In seinen Bildern verarbeitet er die Schrecken des Krieges und die der Flucht über viele tausend Kilometer. Doch zur Ruhe kommt er nicht: Er musste seine Frau und seine beiden anderen fünf- und zehnjährigen Kinder zurücklassen. Nach der Verschärfung der Flüchtlingsgesetze durch die Bundesregierung sieht er die Hoffnungen schwinden, das sie bald nachfolgen könnten. Die Sehnsucht nach ihnen wird auch nicht durch die täglichen Telefonanrufe gestillt.
Rita Viehoff
Mit dem Flüchtlingselend und dem Massensterben auf dem Mittelmeer wurde Rita Viehoff vor zwei Jahren während eines Marokko-Aufenthalts konfrontiert. Sie sah dort, wie Tausende von Flüchtlingen die Zäune der spanischen Enklaven in diesem nordafrikanischen Land belagerten. Oft vergeblich versuchten sie diese Absperrungen als ersten Schritt zum rettenden Europa zu überwinden. Was bleibt, ist der gefährliche Weg übers Mittelmeer. Unzählige kamen während der Überfahrt um. An sie, die vielen namenlosen Fluchtopfer, will sie mit ihren Arbeiten, die in der Galerie „sohle 1“, uns erinnern.
Holger Hülsmeyer
Die Holzskulpturen von Holger Hülsmeyer sind nicht extra für diese Ausstellung entstanden. Der Künstler arbeitet mit der eher grobschlächtig anmutenden Kettensäge seine Figuren aus den Holzstämmen. Auch sie zeigen Not und Elend, aber auch, dass Menschen in solchen Situationen eine Würde haben.
Aleppo Bergkamen (37)
Aleppo Bergkamen (34)
Aleppo Bergkamen (30)
Aleppo Bergkamen (27)
Aleppo Bergkamen (20)
Aleppo Bergkamen (19)
Aleppo Bergkamen (18)
Aleppo Bergkamen (15)
Aleppo Bergkamen (9)
Aleppo Bergkamen (6)
Aleppo Bergkamen (4)
Aleppo Bergkamen (1)
Hochzeitspaar kam wie bestellt zur Eröffnung der Ausstellung „Glückauf in Deutschland“
Es war reiner Zufall, der aber eine gewisse Symbolkraft hat: Der ehemalige NRW-Arbeitsminister Guntram Schneider sprach gerade bei der Eröffnung der Ausstellung „Glückauf in Deutschland“ über Integration, als ein Hupkonzert zu hören. Anschließend ging ein Brautpaar samt Hochzeitsgesellschaft zielstrebig auf den Eingang des Bergkamener Rathauses zu.
Die Besucher der Ausstellungseröffnung bildeten sofort eine Gasse, als das Hochzeitspaar Daniela und Volkan Durma mit ihren Gästen zum Rathauseingang gingen.
Wie sich schnell herausstellte, war es eine deutsch-türkische Hochzeit. Die Besucher der Ausstellungseröffnung bildeten sofort eine Gasse für das neue Glück. Noch bevor sich die Rathaustüren öffneten, gab es Glückwünsche vom Ex-Minister und von Bürgermeister Roland Schäfer. Dazu spielte das Werksorchester Bergwerk Ost einen Walzer für Daniela und Volkan Burna.
Murtaza Karaoglu
Applaus erhielten die beiden auch von einem der Hauptdarsteller der neuen Ausstellung im Foyer des Rathauses, Murtaza Karaoglu. Er kam 1964 mit den acht anderen portraitierten Männern als Jugendlicher aus der Türkei ins Ruhrgebiet, um im Bergbau eine Lehre zu starten. Die türkischen Jugendlichen wurden in verschiedenen Pestalozzidörfern in Dortmund und Castrop untergebracht, einige auch in deutschen Familien. Am 1. April 1965 begannen sie ihre Lehre an den Berufsschulen der Zechen Hansa, Germania, Erin und Emscher-Lippe, legten die Knappen- und Facharbeiterprüfung ab und wurden später Techniker, Ingenieur oder Steiger. Auch ein Betriebsrat ist unter ihnen.
Guntram Schneider
Murtaza Karaoglu zog 1977 nach erfolgreichem Abschluss seines Ingenieurstudiums nach Bergkamen und arbeitete zuletzt auf Monopol. Von Anfang an engagierte er sich in sozialen Initiativen. Er betreibt immer noch begeistert Sport. In seinen besten Jahren zählte er zu den bekanntesten Ringern in Nordrhein-Westfalen.
Guntram Schneider erinnerte daran, dass diese jungen Türken die großen Lücken in den Ausbildungsbetrieben der Ruhrzechen geschlossen hätten. Deutsche Jugendliche waren in den 1960er Jahren nur in sehr geringer Zahl für eine Lehre auf dem Pütt zu begeistern gewesen.
Zur aktuellen Integrationsdiskussion erklärte der Exminister, dass von den Migranten eine Loyalität zur Verfassung und zu den Gesetzen verlangt werden können, es sei aber albern von ihnen zu fordern, bei einem Fußballspiel Deutschland gegen die Türkei nur für die deutsche Mannschaft zu jubeln. Die Folgen der Migration betrachtet der bekennende Gourmet auch aus einem ganz speziellen Blickwinkel: „Ohne die Migranten gäbe es bei uns weiterhin nur Frikadellen, Kohlrouladen und Schnitzel.“
Werksorchester des Bergwerks Ost
Vorab wurde seiner Begrüßung deutlich, dass Bürgermeister Roland Schäfer manche Auswüchse der öffentlichen Integrationsdiskussion nur noch satirisch betrachten. So erinnerte er in einem kurzen historischen Rückblick an die 1920er und 1930er Jahre in Bergkamen. Damals seien auch Menschen gekommen aus einem bitterarmen Land, mit fremden Gebräuchen und einer für das evangelischen Westfalen fremden Religion: die Bayern. Inzwischen seien bestens integriert, lobte der Bürgermeister.
Auf einen „wunden Punkt“, der auch heute noch nicht verheilt ist, wies die Kuratorin der Ausstellung Dr. Viktoria Waltz vom Verein für Internationale Freundschaften bei der Ausstellungseröffnung vor dem Rathaus hin: auf das Los der sogenannten „Pestalozzi-Mütter“. Sie betreuten neben ihren eigenen Kindern bis zu sechs Bergbaulehrlinge. Von dem Geld, das sie dafür bekamen, mussten sie die Verpflegung und andere Kosten bestreiten. Unterm Strich blieb nicht viel übrig. Besonders schlimm empfindet sie, dass ihnen Zahlungen in die Sozialkassen verweigert wurden. Das heißt: Trotz der harten Arbeit bekommen sie dafür heute keine Rente. „Ihr seid doch über eure Männer versichert“, hatten damals die Bergbau-Unternehmen erklärt, was sich oft genug als Irrtum erwies.
Dr. Viktoria Waltz will nun die „Pestalozzi-Frauen“ und ihre Schicksale in den Mittelpunkt einer weiteren Ausstellung rücken. Guntram Schneider hatte vorher diese Ungerechtigkeit, was diesen Frauen widerfahren ist, kritisiert und wird die Kuratorin bei ihrem Vorhaben unterstützen.
Sollte es diese Ausstellung über Pestalozzi-Frauen geben, dann muss sie auch in Bergkamen gezeigt werden. Denn auch hier gab es ein Pestalozzidorf, und zwar an der heutigen Schulstraße in Weddinghofen. Wer mehr über das Pestalozzidorf und über „Gastarbeiter“ aus der Türkei wissen möchte, wird im Stadtmuseum fündig. Dort gibt es für 4,50 Euro ein reichlich bebildertes Heft mit dem Titel „Es war mehr als Kohle – 125 Jahre Bergbau in Bergkamen“.
Jugendkunstschule sucht alt eingesessene Bergkamener für Interviews über Lieblingsplätze ihrer Kindheit
Die Jugendkunstschule und das Streetworkteam suchen für ein Geocaching-Projekt in den Herbstferien alt eingesessene Bergkamener, die sie gern über die Lieblingsplätze ihrer Kindheit und Jugend interviewen möchte.
Die Teilnehmer der Geocaching-Aktion in den Sommerferien mit ihren bunten Kulturrucksäcken.
Geocaching ist eine Art moderner Schnitzeljagd. An ausgesuchten Ort, eben diesen Lieblingsplätzen, die per GPS gefunden werden können, befinden sich sogenannte QR-Codes. Die lassen sich mit einem Smartphone einscannen. Die Teilnehmer der „Schnitzeljagd“ sehen dann auf dem Handy das vorher gefilmte Interview. Wer bei diesen Interviews mitmachen möchte, erhält weiterer Infos bei Imke Vogt vom Jugendamt/Streetwork, Tel. 02307/282 740 oder bei Gereon Kleinhubbert von der Jugendkunstschule, Tel. 02307/28 88 48
Ein kleinen Vorgeschmack gab es bereits in den zurückliegenden Sommerferien. Unter dem Motto „Dabei sein ist alles“ waren 12 Kinder im Zechenpark, auf der Halde und im Romberger Wald unterwegs. Sie waren mit dem Bergkamener Streetwork-Team in Kooperation mit der Jugendkunstschule an den letzten Ferientagen auf Schatzsuche in Bergkamen – mit GPS-Navigationsgerät in der Hand und „Kulturrucksack“ auf dem Rücken. Denn die bunte Gruppe war im Rahmen des Landesprogramms Kulturrucksack NRW bei der Geocaching-Ferienaktion aktiv.
Bunt deshalb, weil viele Kinder mit Flüchtlingshintergrund mit dabei waren – unter anderem aus Albanien, Litauen, Italien und Griechenland. Nicht nur sie, sondern auch gebürtige Bergkamener Kinder lernten dabei Orte ihrer Heimatstadt kennen, die sie noch nicht kannten. Die Gruppe schlug sich durch den Romberger Wald in Rünthe die Bever entlang, musste den Bach überqueren und unter Brücken nach den Geocache-Verstecken suchen. Auch die Aussicht von der Halde Großes Holz war für viele Kinder neu. Eine schöne Geocache-Runde führte die Schatzsucher einmal komplett um die Halde herum und letztendlich auf den Gipfel. Der Zechenpark war ebenso ein spannendes Ziel: Hier mussten die Geocacher an verschiedenen Orten Aufgaben lösen und sich so neue Koordinaten erarbeiten. Für die Kinder war es ein Riesen-Spaß – auch weil an allen Tagen auf Wiesen und im Wald gepicknickt wurde.
Dieses Ferienprojekt war schon ein Vorgeschmack auf die kommenden Herbstferien. Denn dann wird sich das Streetwork-Team mit einer noch größeren Geocaching-Aktion auf den Weg durch Bergkamen machen. Das landesgeförderte Projekt trägt den Titel „Lieblingsplätze“ und findet ebenfalls in Kooperation mit der Jugendkunstschule statt. Es hat bereits begonnen und wird mit einer intensiven Arbeitsphase in den Herbstferien seinen Abschluss finden Der Name ist dabei Programm: Jugendliche aus Bergkamen und Jugendliche, die als Flüchtlinge in Bergkamen angekommen sind, erkunden gemeinsam Bergkamen und stellen ihre Lieblingsplätze in der Stadt vor. Außerdem besuchen sie alt eingesessene Bergkamener und interviewen sie zu Orten, die ihnen in jungen Jahren wichtig waren und sie geprägt haben. Diese Aktionen werden professionell gefilmt und vertont.
Ziel des Projekts ist es, aus den „Lieblingsplätzen“ einen Geocaching-Parcours zu entwickeln – einen sogenannten Multicache. An jeden Standort soll dann ein QR-Code zu finden sein, den die Schatzsucher über ihr Smartphone einscannen können. Hier öffnen sich dann Videos mit den Erinnerungen und Statements zu den Orten.
Das Projekt „Lieblingsplätze“ wird gefördert durch das Sonderprogramm „Angebote der kulturellen Jugendarbeit für junge Geflüchtete in NRW“ des Ministeriums für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes NRW. Mitveranstalter ist die LKJ NRW e.V. (Landesvereinigung Kulturelle Jugendarbeit NRW e.V.) sowie die Landesarbeitsgemeinschaft LKD NRW e.V. (LAG Kulturpädagogische Dienste / Jugendkunstschulen NRW e.V.)
Kunstaktion im Kaufland-Leerstand: Kinder der Klasse 2a der Schillerschule malen sich ein „Selfie“
Am Freitagabend wird um 18 Uhr in der städtischen Galerie „sohle 1“ die hochaktuelle Ausstellung „Aleppo Bergkamen – Unterwegs von A nach B“ eröffnet. Vorab hatten die drei beteiligten Künstler Rita Viehoff, Holger Hülsmeyer und Houssam Ayoub die Klasse 2a der Schillerschule zu einem Workshop im großen Leerstand des Kaufland-Gebäudes eingeladen.
Kunstaktion mit der Klasse 2a der Schillerschule im Kaufland-Leerstand.
Natürlich sollten sich die Mädchen und Jungen nicht mit dem Themen Krieg in Syrien und Flucht übers Mittelmehr auseinandersetzen. Vor allem ging es darum, den Kindern zu vermitteln, dass Kunst Spaß macht. Dieses Ziel hatten die Künstler, die Organisatoren des Kulturreferats und der Lions Club BergKamen als Förderer schon nach kurzer Zeit erreicht.
„Ich male mir ein Selfie“ lautete das Motto. Dafür legten sich die Kinder zunächst auf große, weiße Platten. Die Künstler zeichnen dann die Umrisse nach. Anschließend malten die Kinder das Bild mit bunten Farben aus. „Wie sehe ich mich und wie möchte ich von den anderen Gesehen werden“, hätte das pädagogische Motto lauten können. Kein Kind versäumte es, sein Werk mit Dekorationen aufzuhübschen: die Mädchen zum Beispiel mit Blumen und die Jungs mit Fußbällen.
Kulturreferentin Simone Schmidt-Apel hatte bereits vor den Sommerferien Klassen und Gruppen zu den Workshops eingeladen, in denen sich auch Flüchtlingskinder befinden. Weil dieser Workshop auch das Miteinander fördere, habe er Lions Club gern seine Unterstützung zugesagt, erklärte deren Präsident Reinhard Middendorf. Obwohl die Einladung sehr kurz vor den Ferien gekommen sei, hätten sie gern dieses Angebot angenommen, erklärten Klassenlehrerin Brigitte Hupe und ihre Mitstreiterin Kerstin Baumeister, denn außerschulische Lernorte seien Bestandteile ihres Unterrichtkonzepts.
Es wäre für die Kinder und Lehrerinnen ein Leichtes gewesen, den Weg von der Schillerschule bis Kaufland zu Fuß zurückzulegen. Angesichts der hohen Temperaturen war dann doch alle froh, dass ihnen für die An- und Abreise ein Bus zu Verfügung stand.
Die Bilder der Kinder und eine fotografische Dokumentation der Aktion von der syrischen Fotografin Roshan Chehadeh werden am Freitag, 26. August, ab 18 Uhr bei der Eröffnung der Ausstellung „Aleppo Bergkamen“ in der Galerie „sohle 1“, bzw. Stadtmuseum gezeigt.
Ex-Arbeitsminister Guntram Schneider eröffnet Ausstellung „GLÜCKAUF IN DEUTSCHLAND“
Das Kulturreferat der Stadt Bergkamen lädt herzlich ein zur Ausstellungseröffnung am Freitag, 26. August um 11 Uhr in das Rathausfoyer: Bürgermeister Roland Schäfer und Guntram Schneider, Minister des Landes Nordrhein-Westfalen a.D. und Dr. Viktoria Waltz, Kuratorin, werden die Ausstellung „GLÜCKAUF IN DEUTSCHLAND“ eröffnen.
Anhand von szenischen Fotografien von Cornelia Suhan und dokumentarischen Bildern aus fünf Jahrzehnten wird die Lebensgeschichte von neun Jugendlichen erzählt, die im November 1964 aus der Türkei in das Ruhrgebiet kamen – und zwar von ihnen selbst. Sie kamen mit ihren 14, 15 Jahren in das Ruhrgebiet in deutsche Familien, sollten zu fremden Menschen „Vater“ und „Mutter“ sagen und sich an vollständig andere Lebensumstände gewöhnen. Nach ihrer Ausbildung legten sie erfolgreich ihre Knappen- und Facharbeiterprüfung ab und wurden schließlich Techniker, Ingenieur oder Steiger – auch in Bergkamen.
Das Werksorchester Bergwerk Ost wird die Eröffnung musikalisch begleiten. Für einen kleinen Imbiss ist gesorgt.
GLÜCKAUF IN DEUTSCHLAND, 26.08. – 16.09.2016, Rathausfoyer, 59192 Bergkamen
Öffnungszeiten:
Di bis Fr, 10.00 – 12.00 Uhr und 14.00 – 17.00 Uhr
Sa, 14.00 – 17.00 Uhr
So, 11.00 – 18.00 Uhr
„Aleppo Bergkamen“: Aufrüttelnde Bilder von Krieg und Flucht in der städt. Galerie „sohle 1“
Das Foto des fünfjährigen Omran Daqneesh ging um die Welt. Nach einem Luftangriff auf Wohnbezirke auf die syrische Stadt Aleppo hatten Retter ihn aus dem Schutt eines Hauses gezogen und den schwer verletzten Jungen in einen Rettungswagen gesetzt. Ähnlich aufrütteln will die neue Ausstellung der städtischen Galerie „sohle 1“ mit dem Titel „Aleppo Bergkamen – Unterwegs von A nach B“, die am Freitag, 26. August, um 18 Uhr durch Bürgermeister Roland Schäfer eröffnet wird.
Sie entflohen den Schrecken des Kriegs in Syrien: die Fotografin Roshan Chehadeh und der Künstler Houssam Ayoub mit seiner achtjährigen Tochter.
Gezeigt werden bis zum 7. Oktober Malereien und Holzbildhauerarbeiter von drei Künstlern. Einer von ihnen, Houssam Ayoub, floh zusammen mit seiner achtjährigen Tochter Lin und seiner Mutter aus Aleppo. Sie nahmen den lebensgefährlichen Weg über das Mittel und über die Balkanroute. Seit elf Monaten lebt er in Bergkamen.
Mitarbeiter des Bergkamener Sozialamts entdeckten seine künstlerischen Fähigkeiten. Er hatte in Aleppo nicht nur Informatik, sondern anschließend Grafikdesign an der Universität studiert. Dass Sozialamt nahm Kontakt auf zu Kulturdezernentin Simone Schmidt-Apel. Daraus entstand die Idee zu dieser besonderen Gemeinschaftsausstellung mit der Künstlerin Rita Viehoff und dem Bildhauer Holger Hülsmeyer. In seinen Bildern verarbeitet er die Schrecken des Krieges und die der Flucht über viele tausend Kilometer. Doch zur Ruhe kommt er nicht: Er musste seine Frau und seine beiden anderen fünf- und zehnjährigen Kinder zurücklassen. Nach der Verschärfung der Flüchtlingsgesetze durch die Bundesregierung sieht er die Hoffnungen schwinden, das sie bald nachfolgen könnten. Die Sehnsucht nach ihnen wird auch nicht durch die täglichen Telefonanrufe gestillt.
Die Künstlerin Rita Viehoff hat die oft tödliche Flucht übers Mittelmeer zum Thema ihrer Bilder gemacht, hier mit Kulturdezernentin Simone Schmidt-Apel
Mit dem Flüchtlingselend und dem Massensterben auf dem Mittelmeer wurde Rita Viehoff vor zwei Jahren während eines Marokko-Aufenthalts konfrontiert. Sie sah dort, wie Tausende von Flüchtlingen die Zäune der beiden verbliebenen spanischen Enklaven in diesem nordafrikanischen Land belagerten. Oft vergeblich versuchten sie diese Absperrungen als ersten Schritt zum rettenden Europa zu überwinden. Was bleibt, ist der gefährliche Weg übers Mittelmeer. Unzählige kamen während der Überfahrt um. An sie, die vielen namenlosen Fluchtopfer, will sie mit ihren Arbeiten, die in der Galerie „sohle 1“, uns erinnern.
Die Holzskulpturen von Holger Hülsmeyer sind nicht extra für diese Ausstellung entstanden. Der Künstler arbeitet mit der eher grobschlächtig anmutenden Kettensäge seine Figuren aus den Holzstämmen. Auch sie zeigen Not und Elend, aber auch, dass Menschen in solchen Situationen eine Würde haben.
Schließlich werden am Freitagabend Arbeitsergebnisse von Mal-Workshops für Flüchtlingskinder und deren Bergkamener Freunden mit dem Titel „Ich male mir selbst ein Selfie“ gezeigt. Diese Workshops werden von der syrischen Fotografin Roshan Chehadeh begleitet. Auch ihre Fotos werden während der Ausstellungseröffnung zu sehen sein. Am Donnerstag könnte noch ein weiterer Workshop im Kaufland-Leerstand neben „KIK“ durchgeführt werden, erklärt Kulturdezernentin Simone Schmidt. Interessierte Schulklassen oder Vereine können sich beim Kulturdezernat melden (02307/965464).
Der Holzbildhauer Holger Hülsmeyer
Sommerakademie schreibt seit 20 Jahren auf der Ökologiestation eine Erfolgsgeschichte
Vor rund 20 Jahren wurden die ersten Ideen im Team des Umweltzentrums Westfalen diskutiert. In diesen zwei Jahrzehnt hat die Sommerakademie auf der Ökologiestation in Heil eine Erfolgsgeschichte geschrieben. Über 100 ambitionierte Hobby-Künstlerinnen und Künstler verbringen dort ein Fortbildungswochenende.
Die 20. Sommerakademie endete am Samstag mit dem traditionellen Abschlussfest. Was in den zurückliegenden sieben Tagen an Malereien, Radierungen, Bildhauereien und anderes mehr entstanden ist, konnten Freunde und Bekannter Künstler, aber auch die vielen anderen interessierten Besucher in Augenschein nehmen. Dazu gab es, und auch das ist gute Tradition, Musik von der Band „Blue Thumb“.
Die Werbetrommel für diese künstlerische Fortbildung braucht Michael Bub vom Umweltzentrum längst nicht mehr zu rühren. Die ersten Anmeldungen für die Sommerakademie 2017 haben die Teilnehmer bereits bei ihm abgegeben. Wer es sich noch überlegen will, hat dazu bis zum Jahresende Zeit. Wird die Höchstteilnehmerzahl überschritten, und das ist wahrscheinlich, dann wird ausgelost.
Mehr als positiv hat sich die Inbetriebnahme des Gästehauses ausgewirkt, erklärt der Leiter der Ökologiestation Ralf Sänger. Dort können die auswärtigen Teilnehmer, die auch aus anderen Bundesländern anreisen, übernachten. Das Gästehaus wird seit zwei Jahren privat von einem Ehepaar betrieben. Schön sei, dass es sich wie die Mitarbeiter des Neuland-Zerlegebetriebs als Teil der Ökologiestation verstehe, betont Sänger.
Sommerakademie (1)
Sommerakademie (2)
Sommerakademie (4)
Sommerakademie (5)
Sommerakademie (6)
Sommerakademie (9)
Sommerakademie (10)
Sommerakademie (13)
Sommerakademie (15)
Sommerakademie (16)
Sommerakademie (18)
Sommerakademie (19)
Ungewöhnliche Mallorca-Impressionen im Technopark Kamen
Arne Machel und Mallorca, das ist mehr als eine Urlaubsbekanntschaft. „Eher schon eine Liebesbeziehung“, lacht der Fotograf und Autor, der die Insel und ihre Bewohner in zwanzig Jahren bei zahllosen Besuchen beruflich und privat kennen und schätzen gelernt hat. Daraus ist sein Fotoprojekt „arte casual – zufällige Kunst“ entstanden, das er seit Mitte 2014 in zahlreichen Ausstellungen in Deutschland und auf Mallorca präsentiert hat.
Arne Machel mit seinem Bild „Cosmos“. Es ist das Siegerbild des Wettbewerbs „Die Farben Mallorcas“ der „Mallorca-Zeitung im vergangenen Jahr und zeigt eine mit Lötzinn befestigte 17er Mutter an einem maroden Schiffsrumpf.
Unter dem Titel „natürlich – vergänglich“ zeigt die Galerie im Technopark Kamen in Zusammenarbeit mit dem Fachbereich Kultur der Stadt Kamen vom 15. September bis zum 13. November Fotos und großformatige Leinwanddrucke des Kiersper Fotografen. Zur Vernissage am Donnerstag, 15. September, um 19.30 Uhr im Technopark an der Herbert-Wehner-Straße 2 wird herzlich eingeladen. Kamens Kulturausschussvorsitzender Daniel Heidler wird die Ausstellung eröffnen.
Das Fotoprojekt „arte casual“ (im spanischen bedeutet dies „zufällige Kunst“) ist eine Bilderreise in zu den meist übersehenen kleinen Schönheiten der Mittelmeerinsel Mallorca. Die Bilder entstanden abseits der Touristenströme und zeigen kleine Kunstwerke, die im Zusammenspiel von Menschenhand und Einwirkungen der Natur entstanden sind. Zwei rostige Nägel und eine verbeulte Blechkante ergeben ein lachendes Gesicht, ein notdürftig mit Spachtel geflicktes Leck in einem Schiffsrumpf wird zum sturmgepeitschten Meer.
Die oft wie Gemälde wirkenden „zufälligen Kunstwerke“ , so Arne Machel, sagten für ihn mehr über den Charakter der Insel und ihrer Bewohner aus als Postkarten-Romantik oder gestylte Tourismuswerbung. Sie zeugten, so Machel, „vom respektvollen Umgang mit den Dingen, die uns umgeben und der Gelassenheit, nicht perfekt sein zu müssen“. Diese Motive zu entdecken, ihre Besonderheiten hervorzuheben und sie in ein Bild umzusetzen seien für ihn sein Beitrag, Natur und Menschen seinen Respekt zu zeigen“, sagt er.
1. Tag der Trinkhallen wird an der Klümpchenbude zum Nachbarschaftsfest
Jazz an der Trinkhalle? Jawohl, das geht – jedenfalls in Bergkamen an der „Klümpchenbude“ von Heike Oesterschulze an der Weddinghofer Straße. Natürlich muss dann auch das Wetter mitspielen wie beim „1. Tag der Trinkhallen“ im Ruhrgebiet.
Die Band „Go“ um den Saxophonisten Wilm Wollner und den Trompeter Dmitry Telmanov boten flotten Jazz an der Klümpchenbude.
„Modernen Jazz“ werde an diesem Kiosk geboten, hieß es in der Samstagsausgabe in der „Bild-Zeitung“. Über mangelnde Aufmerksamkeit in den Medien kann sich die „Ruhr-Touristik“, die dieses Kulturspektakel an 50 ausgesuchten Trinkhallen von Duisburg bis Hamm organisiert hat, wirklich nicht beklagen. Am Freitag gab es einen ausführlichen Vorabbericht in den Tagesthemen der ARD. Auch für „Spiegel-Online“ war dieses Ereignis eine Geschichte wert gewesen.
An der Klümpchenbude gab es Jazz, an anderen Trinkhallen wurde am Samstag ab 16 Uhr Literatur oder Comedy geboten. Ruhr-Touristik hatte sogar 17 Themen-Radtouren ausgearbeitet. Der größte Teil der Besucher des Open-Air-Konzerts an der Klümpchenbude kam zu Fuß. Es waren Nachbarinnen und Nachbarn, die sich am Bierstand prächtig unterhielten.
Büdchen-Besitzerin Heike Oesterschulze möchte beim 2. Tag der Trinkhallen unbedingt wieder dabei sein.
Es gab auch eine Reihe von Gästen, die nur wegen der Musik gekommen waren. Die ließen sich wie auch der Musiker weder durch das Nachbarschaftstreffen noch durch den vorbeirauschenden Verkehr auf der Weddinghofer Straße stören. Die Künstler wussten natürlich vorher, worauf sie sich einließen. Es machte ihnen sichtlich Spaß, mitten im Publikum zu spielen, wieder Saxophonist der Band „Go“ Wim Wollner erklärte. Da machte es auch nichts, dass direkt neben ihm die Wertmarken für den Grill- und Getränkestand verkauft wurden.
Zufrieden zeigte sich auch Büdchen-Besitzerin Heike Oesterschulze – auch über die Spenden für das Hospiz in Unna, die durch den Verkauf von Kaffee und Waffeln gesammelt wurden. Wenn die Ruhr-Touristik den „2. Tag der Trinkhallen“ organisiert, möchte sie mit ihrer Klümpchenbude unbedingt wieder dabei sein.