Kinderfreizeit 2014 des Pastoralverbunds Bergkamen in Dänemark
Der Pastoralverbund Bergkamen bietet allen Mädchen und Jungen im Alter von 8 bis 14 Jahren in der Zeit vom 19. Juli bis 2. August 2014 ein Ferienfreizeit mit viel Spaß und einem abwechslungsreichen Programm auf der dänischen Insel Lageland an.
Unsere Unterkunft bietet verschiedene Freizeitmöglichkeiten. Die großzügige Wiese hinterm Haus eignet sich beispielsweisezum Drachensteigen lassen und als Fußballplatz.Der Deutsch sprechende Besitzerhat einige Pferde, ein paar Kinder dürfen gerne im Stall „helfen“.
Der Ort Ristinge liegt nur 10 Minuten Fußweg von den hohen Klippen der Insel entfernt. Von hier hat man eine tolle Fernsicht. Es gibt lange Stiege hinunter zum Ufer. Der Strand ist als schönster Badestrand Dänemarks ausgezeichnet worden und hat die „blaue Flagge“ für beste Wasserqualität. Hier beeindrucken der „hellblonde“ Sand und das kristallklare Wasser.
Kosten wird die Freizeit 420 Euro pro Person. „Wir versuchen wir im Moment noch etwas zu schrauben, damit es günstigerwird“, so Gemeindereferent Markus Brinkmann. Geschwisterkinder erhalten in jedem Fall eine Ermäßigung. „Am Preis soll diese Freizeit auf keinen Fall scheitern.“ Weitere Informationen erhalten interessierte Eltern im Pfarrbüro oder bei Gemeindereferent Markus Brink mann (Tel. 02307 / 9243719).
Jetzt anmelden: Neuer Tanzkurz startet im Februar im Martin-Luther-Haus
Am vergangenen Samstag feierten die Tanzkurse der evang . Friedenskirchengemeinde im Martin Luther Haus in Weddinghofen. Und diesmal wurde nicht nur das Tanzbein geschwungen.
Die Teilnehmer der Tanzkurse der Friedenskirchengemeinde.
Neben weihnachtlichen Geschichten und Liedern, rockte der Nikolaus im Duett um den Weihnachtsbaum und die Tänzer mussten sich auf den Tanz nach Bethlehem begeben, allen eigentlich bekannt als Reise nach Jerusalem, nur diesmal tänzerisch. Vor allem das gesellige Beisammensein stand im Mittelpunkt und so feierte man bis spät in die Nacht.
Im kommenden Jahr beginnen die Tänzer wieder am 12. Januar 14 mit den Unterrichtsstunden. Und im Februar beginnt ein neuer Anfängerkurs .Weitere Infos erteilen Kerstin Larm und Michael Krause unter 01772504678. Also wer noch kein passendes Weihnachtsgeschenk hat, wird bei den beiden fündig.
Förderpreis in Bronze geht an das Familienzentrum Bodelschwinghhaus
Erstmals hat die Stiftung „Kompass“ des Evangelischen Kirchenkreises in diesem Jahr einen Förderpreis ausgelobt: den „Goldenen Kompass“. Den „Kompass“ in Bronze und 200 Euro gewann das Familienzentrum Bodelschwinghhaus an der Ebertstraße-
Die Gewinner des Förderpreises mit ihrem Kompass (von links): Brigitte Möller-Löw für das Familienzentrum Bodelschwinghhaus, Georg Wöstmann für die Familiengruppe Hemmerde-Lünern, Andrea Göde für das Cafe Knirps und Martina Beckmann für die Familienkirche in Massen. (Foto: Ev. Kirchenkreis Unna)
Den „Goldenen Kompass“ gab es zu gewinnen für Projekte in Gemeinden und Einrichtungen, die sich dem Thema Familie widmeten. Besonders überzeugt hat das Königsborner „Café Knirps“ der Ev. Familienbildung und ist somit erster Gold-Preisträger. „Kirche“ wird dort von einigen Familien erstmals überhaupt erlebt, und so ganz anders als erwartet. In diesem besonderen Stadtteil ist es gelungen, nachhaltig eine Unterstützung für Familien zu etablieren, die zeigt: Kirche ist familienfreundlich“, so Dietrich Schneider, Fundraisingbeauftragter im Kirchenkreis, in seiner Laudatio.
Den Förderpreis gab es auch noch in Silber und Bronze: Silber für die „Familienkirche“ der Ev. Kirchengemeinde Massen und je einmal Bronze für das Familienzentrum Bodelschwinghhaus Bergkamen für sein Zirkusprojekt und für die Familiengruppe der Ev. Kirchengemeinde Hemmerde-Lünern. Verbunden mit dem Preis ist ein Preisgeld in Höhe von 500, 300 und 200 Euro.
„Wir setzen damit erstmals auch inhaltliche Schwerpunkte und verteilen die Erlöse nicht nur nach dem Gießkannenprinzip“, so der Vorsitzende des Stiftungsrates, Pfarrer Hans-Martin Böcker aus Kamen. „Damit diskutieren wir nicht nur über Arbeit mit Familien, sondern stellen die geleistete Arbeit einer Gruppe oder Gemeinde in die Öffentlichkeit und in das Bewusstsein der Anderen.“ Mit dem Thema „Familien“ knüpft der Stiftungsrat an die Hauptvorlage der Ev. Kirche von Westfalen an, die unter dem Titel „Familien heute“ ebenfalls einen inhaltlichen Schwerpunkt bei der Arbeit mit Familien gesetzt hat.
Förderung von Jugendarbeit, Kirchenmusik und Gebäuden
Aber auch in diesem Jahr konnten ganz regulär Anträge an die Stiftung gestellt werden. So erhielten die Ev. Kirchengemeinden Frömern und Unna-Massen je 800 für bauliche Maßnahmen (Kirchvorplatz und Turmuhr), die Ev. Kirchengemeinde Fröndenberg und Bausenhagen erhält 350 Euro für das Konfirmandenprojekt „Konfi-Dance“ und die Ev. Martin-Luther-Kirchengemeinde Bergkamen kann mit 350 Euro ihre Chorarbeit unterstützen.
Die Stiftung Kompass hat zum Ziel, kirchliches Leben und Engagement in einer großen Bandbreite zu fördern. So unterstützt die Stiftung die Kirchenmusik, Kinder- und Jugendarbeit, die Arbeit mit älteren Menschen und den Erhalt der kirchlichen Gebäude. Seit 2007 unterstützt die Stiftung so die Arbeit der Gemeinden und kirchlichen Initiativen im Kirchenkreis.
Engel der St. Michael-Gemeinde sorgen für eine Spende von 536,50 € für die Aktion „Lichtblicke“
„Engel“ der St. Michael-Gemeinde verwöhnten am Samstag die Besucher des Pfarrheims am Lindenweg mit einem gut gefüllten Kuchen-Buffett. In einer gemütlichen Runde verbrachten die Gäste einige Stunden in einer weinachtlichen Stimmung. Für musikalische Momente sorgten der Kinder Chor „Kolibris“ sowie der Chanty Chor.
Der komplette Erlös diese Aktion kommt der Aktion „Lichtblicke“ der Lokalradios zu Gute – „Weil Menschen Hoffnung brauchen“. Damit vielen Kindern und deren Familien, die unverschuldet in Not geraten sind, geholfen werden kann. Es kam eine stolze Summe von 386,50 € zusammen. Dank einer Spende der KAB St. Michael von 150€ aus dem Verkauf von Obst und Gemüsespenden zum Erntedankfest wird jetzt die Gesamtsumme von 536,50 € an die „Lichtblicke“ Aktion überwiesen.
Adventskaffee für die Aktion Lichtblicke bei St. Michael
Die St. Michael-Gemeinde Weddinghofen unterstützt die Aktion „Lichtblicke“ der NRW-Lokalradios. Am kommenden Samstag, 14. Dezember, lädt sie um 15 Uhr zum Adventskaffee für den guten Zweck ins Pfarrheim am Lindenweg ein.
Bei einer guten Auswahl an Kuchen und Torten sollen die Gäste gemeinsam einen gemütlichen Nachmittag verbringen. Geplannt ist auch ein kleines Unterhaltungs-Programm. Unter anderem tritt der Kinderchor „Kolibris“ sowie der Chanty Chor Kamen-Bergkamen auf, um auf Weinachten einzustimmen. Zum frühen Abend gibt es eine kleine Stärkung vom Grill geben. Auch ein heißer Glühwein soll nicht fehlen. Die Organisatoren würden sich über viele Gäste freuen: „Das alles für Menschen, die unverschuldet in Not geraten sind“
Es ist breits die zweite Aktion der St. Michael-Gemeinde für die Aktion „Lichtblicke“. Die erste fand am 12. Oktober statt. Es handelte sich dabei um ein bayerisches Frühstück nach der Hl. Messe. Die Mitglieder des Pfarrgemeinderates holten ein Stück Bayern nach Bergkamen. Geekleidet in Trachten bereiteten sie viele bayerische Köstlichkeiten vor.
Heiligabend gemeinsam in der Thomaskirche feiern
Wer am Heiligenabend nicht allein feiern möchte, ist am 24. Dezember in der Thomaskirche herzlich willkommen. Beginn ist nach dem Weihnachtsgottesdienst um 19 Uhr. Danach wird gemeinsam bei Kerzenschein gegessen, musiziert und Gesungen. Den Abschluss des Abends bildet um 22:00 Uhr der gemeinsame Besuch der Christnacht in der Thomaskirche.
Wer mitfeiern möchte, bringt seine Lieblingsspeisen mit und meldet sich bitte bis zum 17. Dezember im Gemeindebüro, Telefon: 984263 oder direkt bei den Eheleuten Hackmann, Email: Fam.Hackmann@gmx.de an.
Jugendgottesdienst und Xmas-Party in der Kapelle Heil
Ein Jugendevent mit besonderen Gästen wie Santa Claus, dem Weihnachtsmann, Jesus, Harry Hirsch und vielen anderen coolen Gästen kündigt die Martin-Luther-Kirchengemeinde für Freitag, 13. Dezember, ab 18 Uhr in der Kapelle Heil an.
Im Anschluss an den Jugendgottesdienst feiert die Ev. Jugend Oberaden und Rünthe in und um die Kapelle Heil eine X-MAS Party mit passender Musik (auch Live-Acts), Lagerfeuer und anderen Überraschungen.
Der Eintritt ist frei!
Bücher- und Spielzeugbörse „Kinderkram“ Samstag geöffnet
Die Bücher- und Spielzeugbörse „Kinderkram“ der Friedenskirchengemeinde ist am Samstag, 7. Dezember, von 10 bis 12 Uhr in der ehemaligen Büscherstiftung.
Hier kann man kostenlos für die Kinder Geschenke bekommen, sei es für einen Geburtstag oder zum bevorstehenden Weihnachtsfest. Selbstverständlich kann in dieser Zeit auch neues oder sehr gut erhaltenes Spielzeug abgegeben werden. Die Initiatoren der Bücher- und Spielzeugbörse sind sind dringend auf Spenden angewiesen.
Adventsmusiken bei Kerzenschein in der Thomaskirche
Auch in diesem Jahr wird es wieder vier Adventsmusiken in der Thomaskirche geben. An den Adventssonntagen jeweils um 16 Uhr laden Musiker und Chöre unserer Friedenskirchengemeinde zu ganz unterschiedlichen Angeboten mit Gesang und Instrumenten ein.
Den 1. Advent gestalten Posaunenchor und „Gospel CrossOver“ gemeinsam. Gespielt und gesungen werden nicht ausschließlich Advents- und Weihnachtslieder sondern auch andere Musik, die gut in diese Jahreszeit passt. Stimmungsvolle Balladen und kräftiger Jubel werden zu hören sein.
Auch am 2. Advent musizieren zwei Chöre gemeinsam: Bodelswinghers und Chörli. Sie singen Advents- und Weihnachtslieder aus unterschiedlichen Epochen und Regionen
Am 3. Advent haben wir den Kammermusikkreis der Musikschule in der Thomaskirche zu Gast. Er wird Instrumentalmusik zur Kirchenjahreszeit stimmungsvoll zu Gehör bringen.
Der 4. Advent wird ein Wunsch-Nachmittag. Karl-Heinz Bleck spielt am Klavier die Lieder, die die Besucher sich wünschen. Unterstützt wird er vom Kirchenchor. So kurz vor Heilig Abend wird dies sicherlich ganz besonders Konzert aller Teilnehmenden werden.
Der Eintritt zu allen Konzerten ist frei. Am Ausgang bitten wir um eine Spende für die kirchenmusikalische Arbeit in unserer Friedenskirchengemeinde.
Klingelbeutel ist für die Opfer des Taifuns auf den Philippinen bestimmt
1.000 Euro aus der Diakoniekasse der Friedenskirchengemeinde und das, was bis einschließlich 1. Advent während der Gottesdienste im Klingelbeutel gesammelt wird, ist für die Opfer des Taifuns auf den Philippinen bestimmt. Das hat das Presbyterium in seiner Sitzung vom vergangenen Mittwoch beschlossen. Die Gemeinde weist darauf hin, dass die Diakonie auch die Möglichkeit bietet, online zu spenden. Infos dazu gibt es hier: http://www.diakonie-katastrophenhilfe.de/home.html.
Die fünf in Bergkamen lebenden Juden entkamen mit viel Glück dem Holocaust
Fünf Bergkamener jüdischen Glaubens entkamen mit viel Glück der Mordmaschinerie der Nazis, dem Holocaust. Sie konnten rechtzeitig über Zwischenstationen ins sichere Ausland flüchten.
Gedenkfeier zum 75. Jahrestag der „Reichspogromnacht“. Auf dem Foto Pfarrerin Petra Buschmann Simons und die Gitarrengruppe der Martin-Luther-Kirchengemeinde.
An ihr Schicksal, aber noch viel mehr der millionenfachen Ermordung von Juden, Sinti, Roma und anderer Menschen in den Vernichtungslagern gedachten die kath. und ev. Kirchengemeinden in einer Gedenkfeier am Samstag, dem 75. Jahrestag der sogenannten „Reichspogromnacht“ auf dem Platz von Tasucu.
Bürgermeister Roland Schäfer betonte, dass die Stadt Bergkamen ganz bewusst eine besondere Erinnerungskultur Pflege. Früh seien Straßen der Stadt und auch eine Grundschule nach Widerstandkämpfern benannt worden. Zu dieser Tradition gehörten auch die Kranzniederlegungen am 27. Januar eines jeden Jahres, dem bundesweiten Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus am Oberlinhaus an der Lentstraße, dem ehemaligen Konzentrationslager Schönhausen. Damit solle ein Beitrag gegen das immer noch vorhandene faschistische Gedankengut in reinem kleinen Teil der Bevölkerung und für mehr Toleranz und ein friedliches Zusammenleben geleistet werden.
Stadtarchivar Martin Litzinger
Stadtarchivar Martin Litzinger rief in seinem Redebeitrag bei dieser Gedenkveranstaltung das Schicksal der fünf Bergkamener, der Kaufmannsfamilie Hertz in Bergkamen und des Friseurs und Geschäftsmanns Max Herrmann in Overberge in Erinnerung. Dieser Beitrag wird hier im Wortlaut dokumentiert:
Als 1933 die unselige nationalsozialistische Herrschaft über Deutschland begann, da lebten im Raum Bergkamen fünf Menschen jüdischen Glaubens. Es war die vierköpfige Kaufmannsfamilie Hertz in Bergkamen und der Friseur und Geschäftsmann Max Herrmann in Overberge.
Kaufmannsfamilie war beliebt und hoch geachtet
Lassen Sie mich an dieser Stelle in wenigen Zügen das Schicksal dieser Menschen nachzeichnen, denen nur durch an Wunder grenzende glückliche Fügungen des Schicksals unvorstellbares Leid und der Tod im Holocaust erspart geblieben sind.
Der aus Ungarn gebürtige Kaufmann Hermann Hertz (*1879) und seine deutsche Ehefrau Amalia geb. Blumenthal (*1884) aus Castrop waren schon lange vor dem 1. Weltkrieg nach Bergkamen gekommen, wo 1911 und 1922 ihre beiden Töchter Grete und Lieselotte geboren wurden, die ihrerseits auch die Schule in ihrem Geburts- und Heimatort besuchten.
Die Familie war in der Gemeinde allgemein sehr beliebt und geachtet. Die Eheleute Hertz führten ein eigenes Bekleidungs- und Textilwarengeschäft an der heutigen Präsidentenstraße und taten im Rahmen ihrer geschäftlichen Möglichkeiten besonders bedürftigen Familien in der Gemeinde viel Gutes.
Wertschätzung schützte nicht vor den Nazis
Die allgemeine Wertschätzung in der Bevölkerung schützte die Familie Hertz allerdings auf Dauer nicht vor zunehmenden Schwierigkeiten, die ihnen Behörden und örtliche NSDAP-Parteifunktionäre bereiteten, auch wenn Bergkamen sicherlich alles andere als eine „Hochburg“ des Nationalsozialismus war.
Bereits im Juni 1935 wurde der Familie die erst 1921 gewährte preußische bzw. deutsche Staatsbürgerschaft schon wieder entzogen.
Als Hermann Hertz 1936 einen längeren Verwandtenbesuch in Ungarn plante, da drohte man ihm unmissverständlich an, seine anschließende Wiedereinreise nach Deutschland zu untersagen. Hertz trat diese Reise dann auch nicht an, weil er das Risiko einer Trennung von seiner Familie nicht eingehen wollte.
Letztlich halft nur die Flucht ins Ausland
Ende 1937/Anfang 1938 sah sich die Familie Hertz dann schließlich auf zunehmenden Druck von NSDAP und Behörden gezwungen, ihr Geschäft in Bergkamen aufzugeben und deutlich unter dem tatsächlichen Wert zu verkaufen.
Anfang März 1938 schließlich verließ die Familie Hertz Bergkamen und zog nach Essen. Ob sie bereits damals den Entschluss fasste, Deutschland auf längere Sicht dauerhaft zu verlassen, ist unbekannt.
Die ältere Tochter Grete Hertz jedenfalls, die seit 1936 mit dem Kaufmann Heinz Katz in Mülheim an der Ruhr verheiratet war, wanderte bereits 1938 gemeinsam mit ihrem Ehemann in die USA aus.
Buchstäblich „in letzter Sekunde“ folgten die Eheleute Hertz und ihre jüngere Tochter Lieselotte dem Beispiel ihrer älteren Tochter und Schwester und konnten dadurch letztlich auch ihr Leben retten.
Ende November 1940 nämlich emigrierten sie über Kuba nach Mexiko-City und gelangten schließlich von dort aus in die USA, wo sie eine neue Heimat fanden.
Hermanns blieben am 9. 11. 1938 unbehelligt
Einen ganz anderen Weg nahm ab 1938 das Leben von Max Herrmann (* Bochum 1899) in Overberge. Er lebte seit 1926 in der Gemeinde und unterhielt hier an der heutigen Werner Straße ein Damen- und Herren-Friseurgeschäft, in dem er zusätzlich Tabakwaren anbot und verkaufte. 1931 heiratete er die Overbergerin Alma Wendel (* 1910), von Beruf Schneiderin, die fortan als Inhaberin des Geschäftsbetriebes fungierte.
Während der Pogromnacht vom 9./10. November 1938 blieben die Eheleute Herrmann und ihr Geschäft wider Erwarten gänzlich unbehelligt, doch erhielten sie dann bereits am 11. November vom Amtsbürgermeister in Pelkum die Anweisung, ihr Geschäft vorübergehend zu schließen, um dadurch – so die höchst zynische Begründung – „Störungen“ der öffentlichen Ordnung „zu vermeiden“.
Nach sechs Wochen aus demKZ Sachsenhausen entlassen
Nur einen Tag später wurde Max Herrmann ohn htlichen Grund in so genannte „Schutzhaft“ genommen, zunächst in die Gestapo-Außenstelle Hamm eingeliefert und von dort aus wenig später in das KZ Sachsenhausen/Oranienburg nördlich von Berlin gebracht.
Da Max Herrmann während des 1. Weltkrieges noch in ganz jungen Jahren als deutscher Soldat und Frontkämpfer Militärdienst geleistet hatte und mit dem Eisernen Kreuz II. Klasse ausgezeichnet worden war, entließ man ihn jedoch nach sechs Wochen nach massiver persönlicher Einschüchterung wieder aus der Haft.
Herrmann, der wie alle männlichen Juden, seit 1935 durch Gesetz verpflichtet war, offiziell den Zusatz-Vornamen „Israel“ (für Frauen „Sarah“) zu tragen, begann spätestens während seiner Haftzeit zu ahnen, dass ihm auf längere Sicht erhebliche Gefahr drohte. Anfang 1939 gaben er und seine Frau deshalb Geschäft und Betrieb in Overberge auf.
Auch die Großstadt bot keinen Schutz
Anfang Mai 1939 zogen die Eheleute nach Köln, wo Max Herrmann sich in der Anonymität einer Großstadt – zumindest vorläufig – zweifellos noch etwas sicherer fühlen konnte als in einer kleinen Landgemeinde wie Overberge es war.
Als es aber im Laufe des Jahres 1942 auch im Raum Köln zu immer mehr systematischen Deportationen von Menschen jüdischen Glaubens kam, tauchte Max Herrmann noch eben rechtzeitig und im letzten Moment unter.
Bis zum Untergang des Nationalsozialismus im Mai 1945 konnte er sich in wechselnden Verstecken, unterstützt und verborgen von Verwandten seiner Frau, weiterer Verfolgung entziehen und letztlich überleben.
Deutschland war ihm fremd geworden
Nach dem Ende des Krieges kehrte Herrmann nach vorübergehendem Dienst bei den amerikanischen Truppen und den britischen Besatzungsbehörden in seinen Heimatort zurück, wo seine Frau inzwischen das frühere Friseurgeschäft wieder eröffnet hatte.
Ende 1951 allerdings zog Max Herrmann mit seiner Frau und seinen 1942 und 1947 geborenen Söhnen Walter und Günter endgültig aus Overberge fort, um in die USA auszuwandern und sich dort eine neue Existenz aufzubauen.
Deutschland war ihm fremd geworden, Heimat hat es ihm wohl nicht mehr sein können.