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Sechsjähriger Dwayne hat die Uni-Klinik verlassen und ist wieder in Bergkamen

Eine Woche später als ursprünglich gedacht haben der sechsjährige Dwayne und seine Mutter Jenna die Universitätsklinik Münster verlassen können und sind jetzt wieder zuhause in Bergkamen.

Dwayne Fabris
Dwayne Fabris

Grund fürdiese Verspätung sind Abstoßungsreaktionen gegen die Stammzellen eines unbekannten Spenders aus den USA. Das kann passieren, auch wenn nach den umfangreichen Untersuchungen eine Verträglichkeit prognostiziert worden ist. Das sollen jetzt Medikamente verhindern.

Das größte Problem ist zurzeit für die Eltern, dass Dwayne die Medikamente nicht einnehmen will. So „unvernünftig“ reagieren Kinder oft, weil sie, auch wenn die Eltern bei ihnen sind, sehr stark unter langen Klinikaufenthalten psychisch leiden. Für Eltern ist dies eine sehr schwierige Situation, zumal an ein normales Leben noch lange nicht zu denken ist. Zu den Verträglichkeitsproblemen kommt, dass das Infektionsrisiko weiterhin so klein wie nur irgendwie möglich gehalten werden soll.

Die Reaktionen von Freunden und Bekannten der Familie in der Facebook-Gruppe „Hilfe für Dwayne“ zeigen, dass alle ihm jetzt nach der Entlassung aus der Uni-Klinik fest die Daumen drücken. Dwayne Spitznahme ist übrigens „Tiger“. Viel Kraft und Stärke und vor allem viel Unterstützung werden jetzt auch die Eltern brauchen.




Gute Nachrichten über Dwayne aus der Uni-Klinik Münster

Dwayne Fabris
Dwayne Fabris

Der Start in sein neues Leben ist geglückt: Der sechsjährige Dwayne Fabris, der an der heimtückischen Präleukämie, einer gefährlichen Vorform des Blutkrebses, leidet, hat die Stammzellenspende am Donnerstag in der Universitätsklinik Münster gut überstanden.

Bereits wenige Stunden nach der Übertragung der Stammzellen geht es mit Dwayne nach langer Zeit wieder aufwärts, erklärt Mutter Jennifer Fabris. Dabei wurden die Nerven der jungen Bergkamener Familie auf eine harte Zerreißprobe gestellt. Ursprünglich sollte die Übertragung bereits am Mittwoch über die Bühne gehen. Doch das Flugzeug, das die in einer Blutkonserve eingelagerten Stammzellen aus Arizona/USA nach Deutschland brachte, hatte Verspätung. Die Leben spendende Fracht erreichte erst am Mittwochabend Münster. Da außerdem die Uni-Klinik das Blut und die Stammzellen noch einmal gründlichen untersucht hatte, wurde die Transplantation um einen Tag verschoben.

Unter allen Umständen wollten die behandelnden Ärzte vermeiden, dass bei der Behandlung gefährliche Krankheiten übertragen werden. Dwayne hatte zur Vorbereitung vorher eine Chemotherapie über sich ergehen lassen müssen, die ihn geschwächt hat. Entsprechend groß sind die Vorsichtsmaßnahme der Uni-Klinik Münster. Das Zimmer, in dem jetzt Dwayne seine Genesung entgegen sieht, wird absolut keimfrei gehalten. „Hier wird alles desinfiziert – jeden Tag.
Die Betten werden komplett abgewischt, alles neu bezogen, Türen, Fenster, Spielzeug einfach alles“, berichtet Dwaynes Mutter. Besucher werden nur für kurze Zeit ins Zimmer gelassen. „Die müssen sich komplett vermummen.“

Jennifer Fabris hat selbst einem Menschen vor zwei Jahren durch eine Stammzellenspende das Leben gerettet. Zurzeit steht sie in Kontakt mit einer Dortmunderin, deren Mutter an Leukämie erkrankt ist. Über ihr Smartphone und Facebook macht die Bergkamenerin aus der Uni-Klinik heraus ihr selbst am für Dwayne alles entscheidenden Donnerstag Mut und erklärt den Behandlungsverlauf. Auch in diesem Fall ist inzwischen ein Spender gefunden worden.

Inzwischen ist allerdings auch Kritik laut geworden. Es gibt den einen oder anderen, die sich darüber wundern, dass kurz nach der Typisierungsaktion der Deutschen Knochenmarkspender-Datei (DKMS) in Zusammenarbeit mit dem FC Overberge bekannt wurde, dass für Dwayne ein geeigneter Spender präsentiert wurde. Sie habe davon tatsächlich erst vor wenigen Tagen erfahren, versichert Jennifer Fabris den inzwischen über 6000 Menschen, die über die Facebook-Gruppe „Gemeinsam für Dwayne“ verbunden sind. Auch nachdem Dwayne die Uni-Klinik verlassen hat, wird für ihn nicht sofort ein normales Leben beginnen können. Mögliche Infektionen gefährden weiterhin sein angeschlagenes Immunsystem. Erst wenn das wieder gestärkt ist, kann er wie vor Eintritt der Erkrankung wieder mit seinen Freunden spielen und, soweit es sein Gesundheitszustand zulässt, beim FC Overberge Fußball spielen.

Etwa zwei bis vier Wochen wird es nach den Erfahrungswerten der Ärzte und der DKMS dauern, ob die bei Dwayne erhoffte positive Wirkung tatsächlich eintritt. „Nach ca. zwei bis vier Wochen gibt der Anstieg der weißen Blutkörperchen beim Patienten erste Anhaltspunkte, ob die neuen Stammzellen ihre Aufgabe erfüllen und gesunde Blutzellen bilden“, so die DKMS.




Stammzellen für Dwayne kommen aus Arizona

Dwayne
Dwayne Fabris

Sorgenvoll blicken viele Bergkamener auf das Wettergeschehen in den USA. Der Blizzard „Nemo“ und seine Folgen haben sie aufschrecken lassen.  „Wird die Stammzellenspende für den sechsjährigen Dwayne Fabris ungefährdet und pünktlich in der Uni-Klinik Münster eintreffen?“, lautet ihre bange Frage. Die Spende soll am kommenden Mittwoch erfolgen.

Mutter Jennifer Fabris beruhigt die über 6000 Mitglieder der Facebook-Gruppe „Gemeinsam für Dwayne“, denn sie weiß inzwischen, dass der noch unbekannte Spender nicht an der Ostküste der USA wohnt, wo „Nemo“ gewütet hat, sondern weit weg im Westen  Bundesstaat „Arizona“.

Dort befindet sich der Unbekannte längst in der Vorbereitungsphase auf die Stammzellenspende. Fünf Tage vor der Entnahme der Stammzellenspende werden ihm Hormone injiziert, die das Wachstum seiner Stammstellen fördern und beschleunigen sollen. Die eigentliche Spende ist im Vergleich zur Knochenmarkstransplantation relativ unspektakulär. Sein Blutkreislauf wird wie bei einer Dialyse an eine Maschine angeschlossen, die sein Blut drei bis fünf Stunden durchläuft. In einer Zentrifuge werden die Stammzellen gesammelt, nach der Entnahme noch ein Mal gründlich untersucht und zusammen mit dem Blut auf die lange Reise nach Deutschland geschickt.

Die Kosten für die Stammzellenentnahme trägt übrigens die Krankenkasse. Dem Spender bleibt die Gewissheit, dass er kerngesund ist. Es gibt wohl kaum so aufwendige medizinische Gesundheitstests wie vor einer Stammzellenspende.

Dwayne erhält in der Uni-Klinik Münster aller Voraussicht nach am Mittwoch die neuen Stammzellen, die ihm in seinem Kampf gegen die Leukämie unterstützen sollen. Das funktioniert so ähnlich wie eine Bluttransfusion. Der wesentliche Unterschied ist der, dass das Blut aus den USA mit Stammzellen angereichert, die zu ihm fast zu 100 Prozent passen. Etwa zwei bis vier Wochen wird es dauern, weiß die Deutsche Knochenmark-Spenderdatei (DKMS), bis es sich abzeichnet, dass die neuen Stammzellen bei Dwayne die erhoffte positive Wirkung zeigen. „Nach ca. zwei bis vier Wochen gibt der Anstieg der weißen Blutkörperchen beim Patienten erste Anhaltspunkte, ob die neuen Stammzellen ihre Aufgabe erfüllen und gesunde Blutzellen bilden“, so die DKMS.

Noch länger, nämlich mindestens zwei Jahre, dauert es, bis Dwayne und seine Eltern wissen, wer der Stammzellenspender ist. „Die deutschen Richtlinien sehen vor, dass sich Spender und Patient erst zwei Jahre nach der Spende persönlich kennenlernen dürfen“, so die DKMS. Sie habe aus Datenschutzgründen keinen direkten Kontakt zu den Spendern, sondern sei hier auf die Kooperationsbereitschaft der Entnahmekliniken angewiesen, wenn Spender und Empfänger in diesen ersten zwei Jahren anonyme Briefe austauschen wollen.




Es ist wie ein 6er im Lotto: Knochenmarkspender für Dwayne gefunden!

„Es ist wie ein 6er im Lotto“, jubeln die Eltern des sechsjährigen Bergkamener Jungen Dwayne Fabris, der im Herbst vergangenen Jahres an Präleukämie erkrankt ist: „Wir haben einen Spender gefunden!!“
Der Spender sei re-typisiert worden und durchgecheckt worden. Und was ebenso wichtig ist: Er hat der Knochenmarkstransplantation zugestimmt. „Er ist ein sogenannter “6er im Lotto“ da er zu 100 Prozent zu ihm passt..“, freut sich Mutter Jennifer Fabris und sie lässt die gesamte Bergkamener Facebook-Gemeinde teilhaben an dieser Freude. Das “neue Leben“ werde er wohl nächsten Mittwoch oder spätestens Donnerstagmorgen erhalten, erklärt sie den inzwischen über 6100 „Freunden“ der Facebook-Gruppe „Gemeinsam für Dwayne“.
„Wir wissen nicht viel vom Spender, aber wir wissen, dass ER aus Amerika kommt :)“, erklärt Jennifer Fabris weiter. Nach nur 30 Minuten hatten bei dieser frohen Botschaft 250 mitfühlende Menschen den Gefällt-Mir-Knopf gedrückt. Fast hundert fassten ihre Freude in Worte. Sarah war die Erste, die reagierte. Von ihr gab es ein großes rotes Herz. „Hammer…irre…:-):-):-):-)“, setzte Petra als zweite Gratulantin hinterher.
Über 1600 Frauen und Männer waren erst am vergangenen Samstag zu Overberger Sporthalle gekommen, um sich bei der Deutschen Knochenmark-Spenderdatei (DKMS) typisieren zu lassen. Allen war von Anfang an klar, dass die Chance, dass ausgerechnet sie das für Dwayne passende Knochenmark haben könnten, verschwindet gering sein wird. Doch alle haben mitgemacht, damit die Zahl der Spender vergrößert wird, die für andere an Leukämie Erkrankte infrage kommen.
Die Chance, hier jemanden Passenden zu finden, wird auch dadurch größer, dass die DKMS international vernetzt ist. Nach passenden Spendern wird so nicht nur in der eigenen Spenderdatei gesuchten, sondern weltweit.
Der sechsjährige Dwayne Fabris ist nicht der einzige Fall, dass einem Bergkamener Schüler durch eine Knochenmarkspende das Leben neu geschenkt wurde. Im Frühjahr 2001 organisierten Schüler, Eltern und Lehrer der Willy-Brandt-Gesamtschule eine Typisierungsaktion für ihren Mitschüler Kevin. Im August des gleichen Jahres erhielt er erfolgreich eine Knochenmarkspende.