Schleuser-Aktion ging schief: Bewährung für Bergkamener

von Andreas Milk
Im Herbst 2023 war ein Mann aus Bergkamen an der Einschleusung Geflüchteter von Österreich nach Deutschland beteiligt. Die Aktion damals scheiterte. Jetzt saß der Mann als Angeklagter vor dem Schöffengericht in Unna.

Sein Job war es gewesen, den Fahrer für einen Transporter anzuheuern. Im Laderaum des Fahrzeugs hockten dann 47 Menschen, ungesichert zusammengepfercht. Von Ungarn aus sollte der Weg via Österreich über die deutsche Grenze führen. Der Bergkamener selbst saß nicht in dem Transporter – sondern in einem Begleitauto. Neben sich hatte er den Drahtzieher der Schleuseraktion.

Bundespolizisten winkten den Transporter an die Seite. Das nachfolgende Begleitauto durfte passieren. Ermittelt wurde der Bergkamener später, weil er den Transporter angemietet hatte. Der erwähnte Drahtzieher – ein Mann namens „Walentin“ – entwischte den Behörden.

Die Vertreterin der Staatsanwaltschaft nannte im Prozess den angeklagten Bergkamener einen „kleinen Teil der Struktur“. In den zurückliegenden drei Jahren ist nichts Negatives mehr über ihn in die Akten gelangt. Mit einem Geständnis ersparte er dem Gericht eine aufwendige Zeugenbefragung – die womöglich sowieso nichts Erhellendes mehr geliefert hätte. Die „Gegenleistung“ des Gerichts: Die Haftstrafe für den Bergkamener – 18 Monate für das Einschleusen von Ausländern – wurde zur Bewährung ausgesetzt. Er muss 200 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten.