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Raus aus dem Amt, hinein ins Leben: K.I.S.S. feiert Jubiläum

Das Spektrum reicht von A wie Abnehmen bis Z wie ZwAR – Zwischen Arbeit und Ruhestand: Rund 270 Selbsthilfegruppen schlagen im Kreis Unna eine Brücke zwischen persönlicher Betroffenheit und bürgerschaftlichem Engagement. Seit 25 Jahren unterstützt die Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfegruppen (K.I.S.S.) diese wichtige ehrenamtliche Arbeit.

Das Team der K.I.S.S. mit Thekla Pante, Lisa Nießalla, Margret Voß und Elke Rogalla (von links). Foto: D. Treu  - Kreis Unna
Das K.I.S.S.-Team mit Thekla Pante, Lisa Nießalla, Margret Voß und Elke Rogalla (v.l.). Foto: D. Treu – Kreis Unna

Die K.I.S.S. bringt Ratsuchende mit Selbsthilfegruppen zusammen, hilft Bürgern beim Aufbau neuer Gruppen und bietet jede Menge Service, und das seit einem Vierteljahrhundert. Diese lange  Erfolgsgeschichte begann im damaligen Kreis-Gesundheitsamt in Unna. Dort wurde die Kontakt- und Informationsstelle im Januar 1990 in Trägerschaft des Kreises gegründet.

„Raus aus dem Amt, hinein ins Leben“ war anschließend die konsequente Motivation für den Gang in die Fläche: Ankerpunkte für die Bürgerinnen und Bürger wurden im September 1991 mit der Eröffnung der Gesundheitshäuser in Unna und Lünen geschaffen. Damit schrieb der Kreis Unna Geschichte, handelte es sich doch um die bundesweit ersten Gesundheitshäuser. 1993 zog die K.I.S.S. zunächst ins Gesundheitsamt Schwerte, 1994 folgte der Umzug in den Treffpunkt Gesundheit Schwerte.

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Landrat Rolf Tewes und Landesgesundheitsminister Hermann Heinemann mit Publikum bei der Eröffnung des Gesundheitshauses Unna am 13. September 1991. Foto: Kreis Unna

Neben Gruppenräumen an allen drei Standorten treffen Ratsuchende hier auf drei hauptamtliche Ansprechpartnerinnen, die mit fundierter Sachkenntnis, einem engmaschigen Netzwerk und auch mit Material aushelfen.

Im Laufe der vergangenen 25 Jahren ist das Spektrum der Selbsthilfegruppen sehr viel breiter geworden, beobachtet Lisa Nießalla, die seit 1992 im Team der K.I.S.S. und damit beinahe eine Frau der ersten Stunde ist. Fehlte in den Anfangsjahren bisweilen noch die Anerkennung, sind die Gruppen inzwischen im Gesundheits- und Versorgungssystem fest verankert. „Heute sind Menschen nicht zuletzt dank der Selbsthilfe mündige Patienten oder gar Experten in eigener Sache“, erläutert Lisa Nießalla.

Landrat Michael Makiolla unterstreicht: „Selbsthilfe hat bei uns im Kreis Unna einen hohen Stellenwert. Dies belegt die konstant hohe Zahl der Gruppen im Kreisgebiet. Deutlich wird dieser Stellenwert aber auch durch die intensive Unterstützung der Selbsthilfe durch die Kreisverwaltung, insbesondere durch die Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfegruppen.“

Diese Hilfe wird es auch künftig geben: In einer Kooperationsvereinbarung zwischen dem Kreis Unna und dem seit dem Jahr 2000 bestehenden Sprecherrat der Selbsthilfegruppen ist festgelegt, dass die zwei Gesundheitshäuser in Lünen und Unna sowie der Treffpunkt Schwerte Ankerplätze für die Selbsthilfe bleiben. Außerdem wird bis zum Jahr 2020 ein jährlicher Zuschuss in Höhe von 20.000 Euro für die Selbsthilfegruppen sichergestellt.

Im festlichen Rahmen des jährlichen Landratsempfangs für die Selbsthilfe wird das 25-jährige Bestehen der Kontakt- und Informationsstelle am  Freitag, 14. August, in der Kamener Stadthalle gefeiert. Landrat Michael Makiolla würdigt hier nicht nur die engagierte Arbeit des K.I.S.S.-Teams, sondern auch das keineswegs selbstverständliche große ehrenamtliche Engagement der Menschen, die Selbsthilfegruppen anregen, gründen und mit Leben erfüllen.

Weitere Informationen (z.B. eine Chronik 1990-2015) zur Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfegruppen finden sich im Internet unter www.kreis-unna.de/selbsthilfe.