Projekt „Erinnerungsort Grimberg 3/4 – Zeche Kuckuck: ›Lebendig begraben, es waren unsere Kumpel‹“ wird umgesetzt

Auf dem ehemaligen Zechengelände Grimberg 3/4, auf dem derzeit das Wohnbauprojekt Waldsiedlung geplant ist, wird ein Erinnerungsort an die Geschichte des Steinkohlebergbaus und das Grubenunglück vom 20. Februar 1946 realisiert. Möglich wurde dies durch eine erfolgreiche Spendensammlung des Geschichtskreises Haus Aden Grimberg 3/4 sowie breite politische und gesellschaftliche Unterstützung.
Im Zuge der ursprünglichen Planungen für die Waldsiedlung war kein Erinnerungsort vorgesehen. Somit bestand die Sorge, dass dieser geschichtsträchtige Ort in Vergessenheit geraten und zu einem „Lost Place“ werden könnte. Für den Geschichtskreis aber war klar: „Die Erinnerung an die Bergleute – insbesondere an die verunglückten Kumpel – muss bewahrt werden. Uns war es wichtig, zu diesem Zweck gemeinsam an einem Strang zu ziehen“, betont der Geschichtskreis.
Eine zentrale Rolle spielte der Ehrenbürgermeister der Stadt Bergkamen Roland Schäfer. Er hat den aktiven Bergbau in der einst größten Bergarbeiterstadt Europas als Bürgermeister miterlebt und stand insbesondere in den 1990er-Jahren, als es um den Erhalt des deutschen Steinkohlebergbaus ging, bei Arbeitskämpfen und Mahnwachen an der Seite der Bergleute.
Mit seiner Unterstützung konnte 2010 im städtischen Museum Bergkamen eine eigene Bergbauabteilung des Geschichtskreises Haus Aden Grimberg 3/4 aufgebaut werden. Diese Abteilung erinnert bis heute an die Geschichte des Bergbaus in Bergkamen, an die Leistungen der Bergleute und an das, was die Stadt über Jahrzehnte geprägt und großgemacht hat. Auch als Vorsitzender des Vereins Freunde und Förderer des Stadtmuseums Bergkamen unterstützte Roland Schäfer das Projekt „Erinnerungsort Grimberg 3/4“. Für viele Bergleute war er nicht nur Bürgermeister, sondern vor allem eines: Kumpel.
Politischen Zuspruch und Unterstützung erhielt das Projekt zudem von Landrat Mario Löhr sowie vom damaligen Bürgermeister Bernd Schäfer.
Der Geschichtskreis Haus Aden Grimberg 3/4 bedankt sich ausdrücklich bei allen Förderern und Spendern, die die Umsetzung des Erinnerungsortes möglich gemacht haben. Besonderer Dank gilt der RAG-Stiftung, der Sparkasse Bergkamen-Bönen, der RWE Power AG (Essen), der Ruhrstadtstiftung sowie den zahlreichen engagierten Bürgerinnen und Bürgern. Ein besonderer Dank richtet sich auch an die Familien, die direkt vom Grubenunglück am 20. Februar 1946 betroffen waren und das Projekt mit großem persönlichem Engagement unterstützt haben.
Mit dem Erinnerungsort Grimberg 3/4 entsteht ein sichtbares Zeichen gegen das Vergessen – ein Ort des Gedenkens, der Mahnung und der Würdigung der Bergleute, deren Arbeit und Opfer untrennbar mit der Geschichte Bergkamens verbunden sind.