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Ostchinesische Kunqu-Musik erklingt im Trauzimmer der Marina Rünthe

Am Montag, 19. Dezember, 20.00 Uhr, präsentieren zwei herausragende Solisten auf  der Pipa und Dizi ein selten gespieltes Repertoire im Trauzimmer Marina Rünthe: Musik der Kunqu  (auch: Kun Qu Oper) sowie alte Melodien aus dem Südosten Chinas.

Yu - Zeng1 - 300dpiLingling Yu wurde im Südosten Chinas geboren und begann als Kind Violine, Erhu und die Schalenhalslaute Pipa zu spielen. Später studierte sie in Beijing Pipa. 1988 war sie Preisträgerin des Nationalen Musikwettbewerbs. Sie unterrichtete bis 1997 an der Tsinghua Universität in Beijing bis sie 1988 in die Schweiz übersiedelte, um an der Universität Lausanne und am Genfer Konservatorium zu studieren.

Ming Zeng ist Meister auf der Bambusflöte Dizi. Er studierte in Jiangsu und war über zwanzig Jahre Erster Flötist an der Kunqu Oper der Provinz Jiangsu und von 2006 bis 2008 Professor für Dizi am Drama-Institut Jiangsu. Seit 2009 ist er Professor am Jiangsu Institut für Erziehungswissenschaft und lehrt als Gastdozent für Flöte und chinesische Musik an der University Berkeley/USA. Er wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet.

Die Kunqu-Oper ist eine der ältesten Bühnenkunstformen der Welt und entstand unter der Ming-Dynastie im 14. bis 17. Jahrhundert im Südosten Chinas. Mit Wurzeln im Volkstheater, besteht das Kunqu-Repertoire aus Liedern, die in einer großen Theaterform gespielt werden. Jedes Lied hat eine dynamische Struktur und Melodie (kunqiang). Kunqu kombiniert Lied, Konzert sowie ein komplexes System von choreografischen Techniken, Akrobatik und symbolischen Gesten. Viele große Werke der chinesischen Literatur wurden ursprünglich für Kunqu verfasst. Kunqu Lieder werden traditionell mit Bambusflöte Dizi, kleiner Trommel, Holzklöppel, Gongs und Becken gespielt. Im 17. Jahrhundert wurde Kunqu durchgreifend reformiert, um sie der Tonalität des Wu-Dialektes anzupassen. Während der Zeit der Qing-Dynastie um 1930 verschwand Kunqu beinahe ganz. Nach der Kulturrevolution wurde Kunqu staatlich unterstützt, musste jedoch neue, politische Stücke einführen. Mit ihrem Eintrag in die UNESCO-Liste des immateriellen Kulturerbes 2001 hat sich die Lage der Kunqu erheblich verbessert. Heute ist sie vor allem noch in den Städten Suzhou, Shanghai und Najing zu sehen.

Tickets für das Konzert sind zum Preis von 5,00 Euro erhältlich im Kulturreferat Bergkamen (Tel.: 02307/965-464), im Bürgerbüro und an der Abendkasse!