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Neue Begegnungsstätte des Flüchtlingshelferkreises hat den beziehungsreichen Namen „Hausfrieden“

„Hausfrieden“ heißt die neue Begegnungsstätte des Bergkamener Flüchtlingshelferkreises im ehemaligen Schlecker-Ladenlokal an der Präsidentenstraße, die am Mittwochmorgen mit einem kleinen Fest eingeweiht wurde.

Neues Leben im ehemaligen Schlecker-Laden auf dem Nordberg: Dort wurde am Mittwochmorgen die neue Schulungs- und Begegnungsstätte des Bergkamener Flüchtlingshelferkreises eröffnet.
Neues Leben im ehemaligen Schlecker-Laden auf dem Nordberg: Dort wurde am Mittwochmorgen die neue Schulungs- und Begegnungsstätte des Bergkamener Flüchtlingshelferkreises eröffnet.

Dieser Name bedeute einerseits, dass die Flüchtlinge in Bergkamen und in dieser Begegnungsstätte ihren langersehnten Frieden gefunden hätten. Andererseits sei es auch ein Zeichen dafür, dass in den frisch renovierten Räumen Menschen von sehr unterschiedlicher Nationalität und Glauben friedlich miteinander lebten, erklärte die Vorsitzende des Flüchtlingshelferkreises Petra Buschmann-Simons.

Hochrangige Gäste der Einweihungsfeier: u.a. Weihbischof Hubert Berenbrinker (l.) und der Vize-Präses der Ev. Kirche von Westfalen Albert Henz (4.v.l.)
Hochrangige Gäste der Einweihungsfeier: u.a. Weihbischof Hubert Berenbrinker (l.) und der Vize-Präses der Ev. Kirche von Westfalen Albert Henz (5.v.l.).

Diese Begegnungsstätte ist etwas ganz Besonderes. Petra Buschmann-Simon sprach sogar von „einmalig“: Getragen werde sie nämlich von der kath. und ev. Kirchengemeinde gleichermaßen. Und dass ein Flüchtlingshelferkreis von einer Kommune derart unterstützt werde wie durch die Stadt Bergkamen, komme auch nicht so oft vor.

Das Besondere an dieser Begegnungsstätte unterstreicht auch die Gästeliste. Aus Paderborn reiste Weihbischof Hubert Berenbrinker an. Für ihn ist diese gemeinsame Einrichtung mit der ev. Kirche ein weiterer Schritt zur gelebten Ökumene. In diesem konkreten kommt der Pastoralverbund Bergkamen auf, der ev. Kirchenkreis Unna bestreitet die Personalkosten für den Flüchtlingsberater Joel Zambou, der in der Begegnungsstätte sein Büro einrichten wird und regelmäßige Sprechstunden abhält.

Ein Beispiel gelebter Ökumene

Begegnungsstätte (18)Der Vize-Präses der Ev. Kirche von Westfalen Albert Henz lobte ebenfalls die gute Kooperation von ev. und kath. Kirche. Zudem hat er positive Auswirkungen dieses bürgerschaftlichen Engagements für Flüchtlinge auf die Gemeinden ausgemacht. Sie würden durch die Flüchtlingshelferkreise vitalisiert.

Weihbischof Berenbrinker und Vize-Präses Henz forderten dazu auf, sich trotzt des spürbaren Gegenwinds sich weiterhin für die Menschen einzusetzen, die vor Krieg und Elend geflohen sind.

Begegnungsstätte (16)In Bergkamen gründete sich Ende 2014 auf Initiative der Leiterin des Integrationsbüros Editha Siebert der Flüchtlingshelferkreis, der schnell auf weit über 100 Mitglieder wuchs. Ohne das Engagement dieser Frauen und Männer wäre es nicht möglich gewesen, den Flüchtlingen in Bergkamen mehr zu bieten als das zum Leben Notwendige, unterstrich Bürgermeister Roland Schäfer. Er sei deshalb stolz auf diese Bürgerinnen und Bürger.

Helferkreis weiterhin auf Spenden angewiesen

Trotz der finanziellen Hilfen durch die Kirchen und durch die Stadt Bergkamen wird der Flüchtlingshelferkreis weiterhin auf Geldspenden angewiesen sein. Wir hier helfen möchte, kann dies durch eine Überweisung auf das Spendenkonto des Flüchtlingshelferkreises bei der Volksbank Kamen-Werne, IBAN DE12443613425102115100, tun.

Der Sänger und Musiker Alan Bewar (Künstlername) begleitete die Einweihungsfeier musikalisch. Der Kurde floh mit seiner Frau und den drei Kindern vor mehr als einem Jahr aus Syrien. Seit neun Monaten lebt die Familie in Bergkamen. Seinen Dank dafür drückte er durch ein Lied aus - teilweise un deutscher Sprache.
Der Sänger und Musiker Alan Bewar (Künstlername) begleitete die Einweihungsfeier musikalisch. Der Kurde floh mit seiner Frau und den drei Kindern vor mehr als einem Jahr aus Syrien. Seit neun Monaten lebt die Familie in Bergkamen. Seinen Dank dafür drückte er durch ein Lied aus – teilweise un deutscher Sprache.

Das neue Begegnungs- und Beratungszentrum verfügt über eine Kleiderkammer für Kinder und Jugendliche, einen Schulungsraum und künftig auch eine Fahrradwerkstatt und das Büro des Beraters Joel Zambou.

Wer bei der Einweihungsfeier am Mittwochmorgen dabei war, werden sicherlich zwei weitere Besonderheiten aufgefallen sein: 1. Nach rund vier Jahren ist an zentraler Stelle auf dem Nordberg endlich ein äußerst hässlicher Leerstand beseitigt worden. 2. Mit der Begegnungsstätte ist auch etwas mehr Leben in die schon von viel totgesagte Bergkamener Fußgängerzone eingezogen.