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„Nationalen Projekt des Städtebaus“: 12 Meter hohes Grubenwasserhebewerk soll den Förderturm von Haus Aden ersetzen

Ehemaliges Bergwerk Haus Aden

Die Tage des Förderturms auf dem ehemaligen Bergwerksgelände Haus Aden sind offensichtlich gezählt. Er soll abgerissen und durch ein 12 Meter hohes Grubenwasserhebewerk ersetzt werden. Geplant ist, dass dort nicht nur einfach das Grubenwasser gehoben wird, vielmehr soll seine geothermische Energie für die Versorgung der künftigen Wasserstadt Aden mit klimafreundlicher Wärme genutzt werden.

Einig sind sich Stadt. die RAG und die RAG Montan Immobilien, das neue Grubenwasserhebewerk zu einem „architektonischen Identifikationsort für den tiefgreifenden Wandel der ehemaligen Bergbaufläche“ zu gestalten. Das wird nach einer ersten Schätzung rund 2,7 Millionen Euro kosten. Der Eigenanteil der Stadt betrüge rund 723.000 Euro.

Voraussetzung für die Umsetzung ist die Zahlung einer Zuwendung von rund 1,4 Mio. Euro. Dazu müsste das Grubenwasserhebewerk zu einem „Nationalen Projekt des Städtebaus“ werden.

Weiter heißt es in einer Vorlage für die nächste Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses am 11. Februar:

„Der Standort der ehemaligen Zeche Haus Aden in Bergkamen wird aktuell zur „Wasserstadt Aden“ entwickelt. Hier entsteht ein innovatives Wohn- und Arbeitsquartier, das bereits heute nationale und internationale Aufmerksamkeit erzeugt.

Auch nach Abschluss der Bergbautätigkeit ist das Heben des Grubenwassers an diesem Standort dauerhaft notwendig. Damit bietet sich die einmalige Chance, die geothermische Energie des Grubenwassers zur Beheizung der Gebäude zu nutzen. Die Wasserstadt Aden wird somit zum Pilotprojekt für die Nutzung dieser geothermischen Energie.

Für die Grubenwasserhaltung muss ein Hebewerk errichtet werden, das den Abriss des Fördergerüstes notwendig macht. Damit verschwindet das letzte sichtbare Zeichen der Bergbaugeschichte an diesem Standort. Das neue Hebewerk – mit einer Höhe von etwa 12 Metern städtebaulich exponiert – bietet die Chance, einen neuen architektonischen Identifikationsort zu schaffen, der für den tiefgreifenden Wandel der ehemaligen Bergbaufläche und darüber hinaus der Stadt und der ganzen Region steht:

  • Es verweist auf die bergbauliche Geschichte und gleichzeitig auf die verbleibende „Ewigkeitsaufgabe“.
  • Das Hebewerk steht gleichzeitig für eine nachhaltige und CO2-neutrale Energieversorgung.
  • Das Hebewerk symbolisiert damit eine „Brücke“ zwischen der fossilen Energiegewinnung der Vergangenheit und der Verwendung erneuerbarer Energie in der Zukunft.
  • Es steht gleichzeitig für die Geschichte und die Zukunft dieses Ortes. Das Hebewerk wird als Bauwerk somit zu einem wichtigen Bedeutungsträger.

Die neue Landmarke steht in einem inhaltlichen und räumlichen Zusammenhang zu den regional, national und international bedeutsamen Vorhaben Internationale Gartenausstellung (IGA) 2027 und Wasserstadt Aden und kann als Impuls- und Beispielprojekt für  hnliche Entwicklungen auf bergbaulichen Konversionsflächen dienen.

Daher wird eine besondere architektonische Gestaltung dieses exponierten Gebäudes erwartet. Mit der Wasserstadt Aden und der IGA 2027 sind hohe Qualitätsstandards an Städtebau, Baukultur und Bürgerbeteiligung eingeführt. Die Architektur des Hebewerks soll an diesen Qualitätsanspruch anknüpfen.

Bereits in der Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung, Strukturwandel und Wirtschaftsförderung am 13.03.2018 hatte ein hochrangiger Vertreter der RAG die Bereitschaft erklärt, auf Gestaltungswünsche der Stadt bzw. der RAG MI einzugehen, damit das technische Bauwerk dem Premiumstandort der Wasserstadt gerecht wird.

Der Bau des Grubenwasserhebewerkes ist ein notwendiges Projekt im Zusammenhang mit den Ewigkeitsaufgaben des Bergbaus. Die Planungen der technischen Anlagen sind nahezu abgeschlossen. Für die zwingende Einhausung des Hebewerkes liegt die Planung einer geschlossenen und farbig gestalteten Hülle vor, welche die Mindestanforderungen des Schutzes der technischen Einrichtungen bietet, darüber hinaus die oben geschilderten besonderen städtebaulichen und architektonischen Ansprüche jedoch bislang nicht erfüllt.

Mit dem städtebaulichen und architektonischen Anspruch an die Gestaltung des Grubenwasserhebewerkes sind Mehrkosten verbunden. Die Verwaltung hat daher Möglichkeiten der Förderung geprüft und eine Ideenskizze zur Fördermaßnahme „Nationale Projekte des Städtebaus“ an die Bundesanstalt für Bauwesen und Raumordnung eingereicht.“